Angst vor Ausländern "normal"

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Marmelada
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Marmelada » Mi 4. Apr 2018, 11:17

H2O hat geschrieben:(04 Apr 2018, 10:45)

Ist es wirklich so schwer ein zu ordnen, wenn jemand sagt: "Ich habe durchaus Verständnis für Ablehnung und Ängste beim Zuzug von Fremden. Aber Übergriffigkeiten sind ab zu lehnen und zu verfolgen!"
Die Worte lauteten: „Es ist ein Stück weit normal, dass man auf Fremdes erstmal zurückhaltend oder gar ablehnend reagiert“,. "Zurückhaltung" trifft die Sache nicht. Ginge es um "Zurückhaltung", wäre das kein überregionales Thema, mit dem sich die Politik beschäftigt - auf die Gefahr, mich zu wiederholen. Bleiben die "ablehnenden Reaktionen", hier schlägt er selbst die Brücke zu Übergriffen. Es scheint bei ihm also eine Bandbreite zwischen "normalen ablehnenden Reaktionen" und welchen "die mit aller Härte bekämpft werdern müssen" zu geben. Eine andere Idee wäre, dass man nicht erst im Eskalationsstadium ansetzt, sondern im Vorfeld Präventionsarbeit leistet. Das ist aber nur möglich, wenn man die pauschale Ablehnung nicht zur Normalität erklärt.

Zu Ihrer Nachfrage gehört schon eine heftige Vorspannung auf nicht Gesagtes.
Die bezog sich auf den Strangverlauf, wo es um Extremisten ging, die größere Bevölkerungsteile ("die Mitte") um sich scharen.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon H2O » Mi 4. Apr 2018, 11:51

Marmelada hat geschrieben:(04 Apr 2018, 11:17)

Die Worte lauteten: „Es ist ein Stück weit normal, dass man auf Fremdes erstmal zurückhaltend oder gar ablehnend reagiert“,. "Zurückhaltung" trifft die Sache nicht. Ginge es um "Zurückhaltung", wäre das kein überregionales Thema, mit dem sich die Politik beschäftigt - auf die Gefahr, mich zu wiederholen. Bleiben die "ablehnenden Reaktionen", hier schlägt er selbst die Brücke zu Übergriffen. Es scheint bei ihm also eine Bandbreite zwischen "normalen ablehnenden Reaktionen" und welchen "die mit aller Härte bekämpft werdern müssen" zu geben. Eine andere Idee wäre, dass man nicht erst im Eskalationsstadium ansetzt, sondern im Vorfeld Präventionsarbeit leistet. Das ist aber nur möglich, wenn man die pauschale Ablehnung nicht zur Normalität erklärt.

Die bezog sich auf den Strangverlauf, wo es um Extremisten ging, die größere Bevölkerungsteile ("die Mitte") um sich scharen.


Auch diese Einschränkung macht es doch nicht besser: Eine ablehnende Reaktion ist doch keine Tätlichkeit! Als ablehnende Reaktion sehe ich eher die Forderung, die ungebetenen Fremden anderenorts unter zu bringen. So machen das auch unsere östlichen Nachbarn, und, warum auch immer, schlägt dieses Verhalten auf unsere Ossis über. Oder unsere dänischen Nachbarn sind nach gemachten Erfahrungen auch nicht mehr gewillt, Fremde aus dem islamischen Kulturkreis auf zu nehmen. Dazu fand ein Wechsel in der Verantwortung für das Land statt. Das wird es hier sicher so rasch nicht geben, ganz einfach weil wir über unsere Vergangenheit mit den Gastarbeitern abgebrühter sind. Aber vorstellbar ist auch das.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Marmelada » Mi 4. Apr 2018, 12:08

H2O hat geschrieben:(04 Apr 2018, 11:51)

Auch diese Einschränkung macht es doch nicht besser: Eine ablehnende Reaktion ist doch keine Tätlichkeit! ...
Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Hirte selbst erwähnt Tätlichkeiten. Es scheint bei ihm also eine Bandbreite zwischen "normalen ablehnenden Reaktionen" und welchen "die mit aller Härte bekämpft werdern müssen" zu geben. (Alles Kursive in "..." sind Zitate von ihm, nicht meine Erfindung.) Eine andere Idee wäre, dass man nicht erst im Eskalationsstadium ansetzt, sondern im Vorfeld Präventionsarbeit leistet. Das ist aber nur möglich, wenn man die pauschale Ablehnung nicht zur Normalität erklärt.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Just Me » Mi 4. Apr 2018, 12:14

Tom Bombadil hat geschrieben:(04 Apr 2018, 09:09)

Man sollte schon bei den exakten Worten bleiben und nicht mehr hinein legen.
Wie gesagt, Extremisten gehören nicht zur Mitte ...

Ich empfehle dir dringend die Lektüre des Buches "Political Man" ( https://en.wikipedia.org/wiki/Political_Man ), sowie gern weiterer Literatur zum Thema "Extremismus der Mitte". Es ist mittlerweile in der Soziologie weitgehend anerkannt, dass der - irreführend "rechts" genannte/eingeordnete - Extremismus seinen Boden STETS erst in der Mitte der Gesellschaft findet. Er bedient sich dazu vor allem des Konservativismus, also der Willensverfügung, auf selbständiges (politisches) Denken über bestehende respektive historisch ohne gedankliche Eigenleistung nacherzählbare Umstände hinaus weitgehend zu verzichten und Hintergründe möglichst nicht zu hinterfragen; mindestens aber vereinfachende Erklärungen zu suchen.

In diesen Kontext gehört auch

Tom Bombadil hat geschrieben:(04 Apr 2018, 09:09)

... und wer Merkel so tituliert, wählt sicher nicht FDP, Grüne oder SPD und die Union erst recht nicht. Aber netter Versuch

Richtig wäre hier vielfach: "... nicht mehr ..." Das beschreibt die - mittlerweile weitgehend analysierte - Wählerwanderung zur AfD anlässlich der letzten BT besonders plakativ:

  • Nichtwähler (also weitgehend von der sich unilateral polarisierenden Politik Enttäuschte)
  • CDU-Wähler
  • SPD-Wähler

Allein diese drei Gruppen machen den Löwenanteil des Zuwachses der AfD aus. Und insbesondere CDU- und SPD-Wähler (hier zusammen rund 1,5 Mio) wähnen sich üblicherweise "tief in der Mitte der Gesellschaft". Jene 1,5 Mio haben sich aber nun entschlossen, "Merkel zu jagen" (O-Ton Gauland, AfD). Und auch gesamtgesellschaftlich betrachtet sieht es kaum anders aus: Baden-Württemberg ist nun wahrlich "DER ultimative Hort der Mitte der Gesellschaft"; und das auf allen Panelen. Von dort bekam die AfD 15,1 Prozent Zustimmung; also überproportional viel davon. Und das, obwohl "mittiger" als dort eigentlich gar nicht mehr geht und es hier einzig um Landespolitik(!) ging, "Fremdenfeindlichkeit" also nur als Trägerwelle nutzbar war; wenn man es an den sozio- und wirtschaftspolitischen Zielen der Bundesrepublik bemisst.

---------------------------------

All das wird übrigens leicht erklärbar, wenn man selbst einen Augenblick darüber nachdenkt: "Mitte" existiert nicht. Sie ist nur ein Ruhepol für all jene, die sich der Beteiligung entziehen. Sobald jedoch Entscheidungen getroffen werden müssen, sobald man sich "Dafür oder dagegen!" entscheiden muss, tendiert die Mitte - notwendigerweise - zum Konservativismus respektive zur Reaktion ... weil "Bewahren, was ist" und "Zurückfallen auf das, was war", weniger geistige Leistung - und, mehr noch: weniger (zu erwerbendes) Wissen - erfordert. Es ist also eine faktische "Ökonomisierung des Energiehaushaltes; vorrangig unter Aussparung des energieintensivsten Organs", wenn man so will.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon H2O » Mi 4. Apr 2018, 12:20

Marmelada hat geschrieben:(04 Apr 2018, 12:08)

Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Hirte selbst erwähnt Tätlichkeiten. Es scheint bei ihm also eine Bandbreite zwischen "normalen ablehnenden Reaktionen" und welchen "die mit aller Härte bekämpft werdern müssen" zu geben. (Alles Kursive in "..." sind Zitate von ihm, nicht meine Erfindung.) Eine andere Idee wäre, dass man nicht erst im Eskalationsstadium ansetzt, sondern im Vorfeld Präventionsarbeit leistet. Das ist aber nur möglich, wenn man die pauschale Ablehnung nicht zur Normalität erklärt.


Die unumwundene Ablehnung ist auch nicht normal; auch dann nicht, wenn man versteht, daß es diese Haltung gibt. Aber ich werde den Teufel tun und den Leuten sagen, daß sie spinnen. Darauf müssen sie schon von allein kommen. Mit der Gabrielschen Taktik "Pack" treibt man brüllende Leute denen in die Arme, die das alles ganz gut finden. Natürlich ist das Abschaum; auch das müssen die Leute von allein merken, indem man sie stehen läßt.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Excellero » Mi 4. Apr 2018, 12:37

Dem entgegen stehen aber auch Orte wo es SEHR VIELE Ausländer gibt... beispielsweise in Pforzheim wo die AfD bei der BaWü LTW das Direktmandat geholt hatte. Aber diese pauschalisierende Lehrmeisterhafte herabschauende Argumentation der sogenannten "Lupenreinen Demokraten" ist symptomatisch für das woran es wirklich krankt.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Wähler » Mi 4. Apr 2018, 12:44

https://www.tagesspiegel.de/politik/stu ... 39056.html
28. November 2017 Studie der Landesregierung: Die Sachsen plagen Überfremdungsängste
Siehe auch Grafik:
https://twitter.com/MatthiasMeisner/sta ... 74/photo/1
Beispielsweise stimmen 56 Prozent der Sachsen der Aussage zu, dass die Bundesrepublik "durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet" sei. Vor einem Jahr waren es mit 58 Prozent nur unwesentlich mehr.

Sorgfältige empirische Untersuchungen sind nötig, um die Frage im Thread beantworten zu können.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Marmelada » Mi 4. Apr 2018, 12:49

Excellero hat geschrieben:(04 Apr 2018, 12:37)

Dem entgegen stehen aber auch Orte wo es SEHR VIELE Ausländer gibt... beispielsweise in Pforzheim wo die AfD bei der BaWü LTW das Direktmandat geholt hatte. Aber diese pauschalisierende Lehrmeisterhafte herabschauende Argumentation der sogenannten "Lupenreinen Demokraten" ist symptomatisch für das woran es wirklich krankt.

Oh ja, SEHR, SEHR VIELE Ausländer...

Die Parteispitze betrachtet Pforzheim als ihre Hochburg im Westen: Bei der Landtagswahl 2016 holte die AfD hier ein Direktmandat.

Ausschlaggebend war, dass in der einstigen Schmuck- und Industriestadt überproportional viele Russlanddeutsche leben. Über 8000 allein in der Siedlung Haidach, in Pforzheim "Klein-Moskau" genannt, wo sich gepflegte Wohnblöcke mit Reihenhäusern abwechseln. Hier wählten bei der Landtagswahl über 40 Prozent die AfD.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Apr 2018, 13:52

NMA hat geschrieben:(03 Apr 2018, 16:43)

Wenn man ein bisschen recherchiert, kann man feststellen, dass gerade dort, wo es die wenigsten Ausländer gibt, auch die meisten rechtsradikalen Aktivitäten gibt. In den westlichen Bundesländern/Städten sind die Ausländeranteile wesentlich höher, aber es gibt kaum Nazis auf der Straße.

Auch die Wahlergebnisse der AfD zeigen, dass die Bürger der ostdeutschen Bundesländer wesentlich mehr Hass, Argwohn, Angst - wie man es auch nennen mag - gegenüber Ausländer haben. Jetzt kommt der Ostbeauftragte der CDU und findet das normal.
http://www.migazin.de/2018/04/03/ostbea ... m=facebook

Findet ihr das auch normal? Darf das normal sein, oder ist das als Missstand zu bezeichnen?

Ich kann das Gefühl auch nicht immer verhindern bzw. gleich abstellen, aber ich weiß wenigstens, dass es irrational ist.

M.M.n werden die Begriffe "Hass", "phobie, "rechtsextrem", "Nazi" etc viel zu inflationär und damit auch polarisierend gebraucht.
Dergleichen fördert keinen Diskus, keine Annäherung, sondern verhindert beides.

Darüber nachdenken, wo die Gründe/Ursachen/Ursprünge für menschliche Verhaltensmuster/Verhaltensweisen liegen, entspricht nicht der political Correctness, die vom Sozialkonstruktivismus geprägt ist, verhaltensbiologische Bedingtheiten nicht nur vollkommen ausblendet, sondern als "biologistisch" diffamiert und damit ein Feindbild Biologie aufbaut.

Ablehnung von Fremdem/Unbekanntem, Skepsis gegenüber Fremden/Unbekanntem stellt einen evolutionären Überlebensvorteil dar. Das Fremde/Unbekannte wird als Gefahr wahrgenommen und dabei ist es irrelevant, ob es sich dabei um eine unbekannte Situation, Kultur, Gruppe oder Individuum handelt:

"In den verschiedensten Kulturen sind aggressive Ablehnung von Fremden geschichtlich nachgewiesen, und mit auffallender
Regelmäßigkeit Verfolgungen kultureller und ethnischer Minderheiten zu finden. Dies legt nahe, Ablehnung von Fremden oder
fremden Kulturgemeinschaften sei in unserer biologischen Ausstattung festgelegt.
In dieser Aussage stecken für die Verhaltensbiologie mehrere brisante Themenkreise:
Welche Konsequenzen haben angeborene Eigenschaften? Inwieweit sind angeborene Eigenschaften unveränderbar, wie steht es um die Willensfreiheit des Menschen?
Gibt es eine angeborene Ablehnung von Fremden? Hierzu gehört die Frage nach der sog. Xenophobie und inwieweit die Mechanismen der Vorurteils oder Stereotypbildung als Erklärung hinreichend sind.
Hier ist auch das Phänomen der Gruppensolidarität und Gruppenaggression mit involviert.
Bei all diesen Themen stehen biologische Mechanismen im Vordergrund, doch sind sie untrennbar mit der individuellen psychosozialen Entwicklung verbunden. [...]
Stereotypbildung begründet sich aus der Notwendigkeit, Unbekanntes oder Neues in ein bereits vorhandenes Schema einzuordnen. Bereits auf sinnesphysiologischer Ebene besitzt dieser Mechanismus seine Gültigkeit. [...]
Visuelle Irrtümer stellen sich uns als reizvolle optische Täuschungen dar.
Doch bei der Beurteilung anderer Personen werden solche "optischen Täuschungen" sozialpolitischer Sprengstoff.
Denn die stereotypen Vorstellungen von Personen gleiten schnell in den Bereich der Vorurteilsbildung über. [...]
Ursache für diese Strategie ist die Begrenztheit der menschlichen Informationsverarbeitungskapazität. Sowohl unsere dingliche
als auch unsere interpersonale Umwelt enthält potentiell eine unbeschränkte Anzahl von Informationen. Jede Sekunde erreichen
uns Billionen von Bits an Informationen, unser Bewußtsein kann aber nicht mehr als 40 Bits verarbeiten. Wir sind zur Verringerung
der ständig auf uns einstürmenden Informationsflut gezwungen, sind darauf angewiesen, die Komplexität der Umwelt durch
Kategorien- oder Schablonenbildung zu reduzieren"
Quelle


Und an diesem Punkt kommt das soziale Lernen ins Spiel, das Sammeln von Erfahrungen und die Weitergabe von Erfahrungen.
Was die Erfahrungen mit Fremden/Unbekannten betrifft, haben Menschen in den Altländern tatsächlich 40 Jahre "Vorsprung" vor den Menschen in den neuen Bundesländern, denen aufgrund von Reisebeschränkungen, der "kasernierten Unterbringung" der wenigen Gastarbeiter so wie deren vollständigen Abschottung von der Mehrheitsgesellschaft - die bis in die Arbeitsbereiche hin reichte. Persönliche Konkakte, Kennenlernen waren nicht möglich und auch nicht erwünscht.

Sich mit dieser "besonderen" Situation auseinander zu setzen fehlte und fehlt der politische Wille. Viel einfacher ist es, Menschen die infolge der Wiedervereinigung Brüche in der persönlichen Biographie hinnehmen mussten, die sich teilweise "entwurzelt" fühlen, die das Gefühl haben, dass ihre Belange und Sorgen nicht ernst genommen werden, als "Abgehängte" zu stigmatisieren.
Die "Brüche in der persönlichen Biographie" betrifft insbesondere Regionen mit hoher struktureller Arbeitslosigkeit, in denen nur langsam ein wirtschftlicher Aufschwung zu spüren ist.

Nicht alle, die mit Merkels Politik, insbesondere mit ihrem Alleingang in der Flüchtlingspolitik, nicht einverstanden sind und das auch aggressiv und lautstark zum Ausdruck bringen, sind per se rechtsextrem und fremdenfeindlich.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Excellero » Mi 4. Apr 2018, 14:45



Klar die Russlanddeutschen sind auch das Problem.... :rolleyes:
1. Sind das garkeine "Ausländer"
2. Sind es vor allem Türken Rumänen und Bulgaren die für Ärger sorgen.

...aber klar da "Russlanddeutsche" vor allem AfD wählen, müssen die ja schuld sein... :rolleyes:
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Alexyessin » Mi 4. Apr 2018, 14:47

Excellero hat geschrieben:(04 Apr 2018, 14:45)

Klar die Russlanddeutschen sind auch das Problem.... :rolleyes:
1. Sind das garkeine "Ausländer"


Menschen die unsere Sprache nicht sprechen?

Excellero hat geschrieben:(04 Apr 2018, 14:45)
2. Sind es vor allem Türken Rumänen und Bulgaren die für Ärger sorgen.


Belege? Bitte seriöse Quelle und nicht der Nachbarn vom Hund des Großvaters neben des Neffens Garten.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon H2O » Mi 4. Apr 2018, 16:04

Alexyessin hat geschrieben:(04 Apr 2018, 14:47)

Menschen die unsere Sprache nicht sprechen?

Davon gibt es nur sehr wenige unter den Rußlanddeutschen. Aber unter sich sollen sie angeblich Russisch sprechen, betreiben private Treffs, zu denen nur "Russen" Zugang haben. Und die Jugend sondert sich auf Schulhöfen ab und pflegt kaum Bekanntschaft/Freundschaft zu den Eingeborenen. So lang und breit berichtet. Aber schon einige Zeit her, und deshalb ohne Quellenhinweis.

Aber das hier ist auch brauchbar:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... -will.html

Und das hier im freundlicheren Sinne auch:
https://www.rbb-online.de/kowalskiundsc ... ussen.html

Belege? Bitte seriöse Quelle und nicht der Nachbarn vom Hund des Großvaters neben des Neffens Garten.

Meine Vermutung: Man muß suchen, um ein Problem zu finden. "Unser Mädchen Lisa" hat letztlich Außenminister Lawrow bekannt gemacht... :cool:
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Excellero » Mi 4. Apr 2018, 16:16

Alexyessin hat geschrieben:(04 Apr 2018, 14:47)

Menschen die unsere Sprache nicht sprechen?



Belege? Bitte seriöse Quelle und nicht der Nachbarn vom Hund des Großvaters neben des Neffens Garten.


Beleg du erstmal daß die nicht deutsch können.... :rolleyes:
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Apr 2018, 16:20

Alexyessin hat geschrieben:(04 Apr 2018, 14:47)

Menschen die unsere Sprache nicht sprechen?



Belege? Bitte seriöse Quelle und nicht der Nachbarn vom Hund des Großvaters neben des Neffens Garten.

ich bin zwar nicht gefragt und weiß auch nicht, ob du das als seriöse Quelle einstufst oder diese Doku von der ARD und die darauf folgende von Spiegel-TV

Erlebt habe ich das persönlich - täglich patrolierende Kleintransporter, die Häuser markieren - wo sich Einbrüche lohnen, wo Vorsicht geboten ist etc. Mein Briefkasten war auch markiert, bin allerdings nicht hinter das System gekommen. Könnte sein, wegen frei laufendem DSH als unter "Vorsicht geboten" angezeigt. Da wird auch mal, unter einem Vorwand geklingelt, um zu prüfen, ob jemand zu Hause ist. Die "Besucher" sprachen immer gebrochenes Deutsch.
Und es gab, wegen unhaltbarer Zustände in einem Wohnbezirk Einwohnerversammlungen mit dem OB - MZ berichtete darüber.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon PeterK » Mi 4. Apr 2018, 16:21

Dark Angel hat geschrieben:(04 Apr 2018, 13:52)
Was die Erfahrungen mit Fremden/Unbekannten betrifft, haben Menschen in den Altländern tatsächlich 40 Jahre "Vorsprung" vor den Menschen in den neuen Bundesländern

...

Die "Brüche in der persönlichen Biographie" betrifft insbesondere Regionen mit hoher struktureller Arbeitslosigkeit, in denen nur langsam ein wirtschftlicher Aufschwung zu spüren ist.

Das ist zwar richtig, aber man muss auch sehen, dass die Menschen in den "Altländern" in den 30 Jahren nach Kriegsende sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich deutlich mehr bewegt und erreicht haben als die Menschen in den "Neuländern" seit 1989. Die Bundesrepublik stand Mitte der 70er Jahre in beiderlei Hinsicht bereits deutlich besser da als die "Neuländer" heute.

Nicht alle, die mit Merkels Politik, insbesondere mit ihrem Alleingang in der Flüchtlingspolitik, nicht einverstanden sind und das auch aggressiv und lautstark zum Ausdruck bringen, sind per se rechtsextrem und fremdenfeindlich.

Das ist durchaus denkbar. Aber warum wählen viele der von Dir Genannten dann rechtsextreme Parteien?
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Alexyessin » Mi 4. Apr 2018, 16:35

Dark Angel hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:20)

ich bin zwar nicht gefragt und weiß auch nicht, ob du das als seriöse Quelle einstufst oder diese Doku von der ARD und die darauf folgende von Spiegel-TV

Erlebt habe ich das persönlich - täglich patrolierende Kleintransporter, die Häuser markieren - wo sich Einbrüche lohnen, wo Vorsicht geboten ist etc. Mein Briefkasten war auch markiert, bin allerdings nicht hinter das System gekommen. Könnte sein, wegen frei laufendem DSH als unter "Vorsicht geboten" angezeigt. Da wird auch mal, unter einem Vorwand geklingelt, um zu prüfen, ob jemand zu Hause ist. Die "Besucher" sprachen immer gebrochenes Deutsch.
Und es gab, wegen unhaltbarer Zustände in einem Wohnbezirk Einwohnerversammlungen mit dem OB - MZ berichtete darüber.


Natürlich gibt es die, keine Frage. Es geht ja jetzt grad im Pforzheim ;)
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Alexyessin » Mi 4. Apr 2018, 16:36

Excellero hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:16)

Beleg du erstmal daß die nicht deutsch können.... :rolleyes:


Okay, mal wieder nix neues aus der Rechten Ecke.
Aber wenn die so gut deutsch könnten, dann kannst du sicherlich erklären, warum die AfD für diese Zielgruppe ihr Wahlprogramm auf Russisch austeilen lässt......
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Mi 4. Apr 2018, 16:36

Ich kann nur jedem empfehlen, anstatt Ablehnung und Misstrauen zu zeigen, auf die Menschen freundlich zuzugehen und Interesse zu zeigen. Manchmal reicht schon die Frage, warum der Name so und nicht so geschrieben wird. Oder die Frage, wo der Andere herkommt. Oder ob man solche Gardinen auch in der Heimat hängen hat. Ich bin jedes mal über die Reaktionen verblüfft. Es ist , als ob man eine Tür oeffnet. Die Menschen fangen an zu erzählen und freuen sich, dass man sich für sie interessiert. Ich habe schon die spannendsten Lebensläufe und Stories gehört.

Wir wollen doch auch nicht, dass man uns mit zurückhaltenden Misstrauen begegnet, sondern freuen uns über ein Lächeln, wenn wir irgendwo fremd sind.
Duldsamkeit heißt nicht, dass ich auch billige, was ich dulde.
(Mahatma Gandhi)
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Vongole » Mi 4. Apr 2018, 16:52

PeterK hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:21)

(..)

Das ist durchaus denkbar. Aber warum wählen viele der von Dir Genannten dann rechtsextreme Parteien?


Vielleicht, weil rechtsextreme oder -populistische Parteien vermeintlich leichte Lösungen anbieten wie "raus aus Deutschland"?
Sie differenzieren nicht, verlangen keine persönliche Auseinandersetzung mit derartigen Problemen, kein Nachdenken, sondern bestärken, um nicht zu sagen, verstärken diffuse Ängste vor den Unbekannten.
Also fühlt sich eine bestimmte Klientel bei diesen Parteien besser verstanden und aufgehoben.
Zuletzt geändert von Vongole am Mi 4. Apr 2018, 16:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Excellero » Mi 4. Apr 2018, 16:52

Alexyessin hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:36)

Okay, mal wieder nix neues aus der Rechten Ecke.
Aber wenn die so gut deutsch könnten, dann kannst du sicherlich erklären, warum die AfD für diese Zielgruppe ihr Wahlprogramm auf Russisch austeilen lässt......


Das waren russische Hacker :rolleyes:
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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