Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

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Progressiver
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Progressiver » Do 26. Dez 2019, 22:45

Ich habe hier ein Buch des amerikanischen Bestseller-Autors und Biologen Jared Diamond wiedergefunden, das den Titel "Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften" trägt. Aus diesem will ich ein paar verkürzte Thesen zu diesem Thread beisteuern. Er weist in seinem Werk nach, dass nicht die Rasse, die konstitutionellen Unterschiede, Fleiß oder unterschiedliche Cleverness manche Weltgegenden reich gemacht haben, während andere arm blieben, sondern die unterschiedlichen klimatischen und geographischen Besonderheiten der verschiedenen Erdteile.

Hier ein paar Beispiele:

In Eurasien gab es viele Pflanzen- und Tierarten, die sich domestizieren ließen. Da die Verbreitung auf einer Ost-West-Achse verlief, konnten sich viele dieser Erfindungen großräumig durchsetzen. So entstanden große, seßhafte, geschichtete Gesellschaften mit hoher Bevölkerungsdichte, die ihre Technik perfektionieren konnten. Diese Technik half dann auch, dass die Bevökerung noch mehr wuchs. Die Tierarten, die man domestizierte, hatten zunächst den Nachteil, dass sich Infektionskrankheiten von den Tieren auf die Menschen übertrugen. Die Menschen Eurasiens wurden dann aber immun dagegen.

Die beiden Amerikas dagegen sowie das Afrika der Subsahara hatten eine Nord-Süd-Achse. Es gab wenige Pflanzen, die man domestizieren konnte. Und in diesem Sinne auch viel weniger Tierarten, mit denen das möglich gewesen wäre. Die Bevölkerung Australiens war zudem 50.000 Jahre völlig isoliert. Mangels günstigem Klima und domestizierbaren Lebewesen konnte da keine Hochkulur entstehen. In Amerika wiederum gab es zwar Hochkulturen. Diese waren jedoch voneinander völlig isoliert. Ein kultureller oder technologischer Austausch untereinander fand nicht statt. Bzw. konnte auch nicht stattfinden.

So dürrfte es zumindest einigermaßen klar sein, dass der Inkaherrscher Atahualpa niemals auf die Idee kommen konnte, um König Karl I. von Spanien gefangen zu nehmen. Entsprechend ihrer Begebenheiten hatten also alle Menschengruppen der Vergangenheit das Beste aus ihrer Situation herausgeholt. Als die Europäer jedoch Amerika entdeckten, hatten sie als unmittelbare Faktoren schon einen riesigen Vorsprung, um den Kontinent zu erobern. Sie hatten Pferde, Kanonen, Stahlschwerter, seetüchtige Schiffe, eine hohe politische Organisation und die Schrift. Aber alleine schon die Infektionskrankheiten, die sie nach Amerika mitbrachten, ließen dort einen Großteil der Bevölkerung aussterben, während die Europäer immun dagegen blieben. Natürlich spielte auch das Pech eine Rolle: Hätten die Nordamerikaner ihre größeren Wildtiere nicht großenteils schon frühzeitig ausgerottet, dann wäre es vielleicht möglich gewesen, dass eine indianische Kavallerie die Spanier zurück ins Meer getrieben hätte. Ebenso wären mehr domestizierte Tierarten langfristig ein Vorteil gewesen. Die Indianer wären dann vielleicht gegen Krankheiten immun geworden, die diese Tiere auf sie übertragen hätten, während die Spanier den Krankheiten zum Opfer gefallen wären.

Es herrschte also niemals eine Waffengleichheit zwischen den Weltregionen. Ergänzend möchte ich noch hinzufügen: Die Chinesen waren lange Zeit die am weitesten entwickelte Zivilisation. Dies hat sie auch selbstgenügsam werden lassen. Eine frühzeitige Entdeckung, Kolonisierung und Eroberung Afrikas, Australiens, Amerikas oder Europas durch chinesische Abenteurer konnte folglich nicht stattfinden, da die Chinesen alles schon besaßen, was sie hatten. Es waren die hungrigen Menschen Europas, die zudem auf einem relativ rohstoffarmen Kontinent lebten, die neue Wege suchten, um einen Seeweg nach Indien und China zu finden. Zufälligerweise entdeckten sie dabei Amerika. Später auch noch Australien etc. Diese dann begonnene Kolonisierung legte dann auch den Grundstein für die Weltmachtstellung Europas. Selbst China wurde überflügelt und zu ungleichen Verträgen gezwungen. Die Entdeckung Neufundlands durch die Wikinger hatte jedoch noch keine geopolitischen Konsequenzen.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon BenJohn » Do 26. Dez 2019, 23:12

Progressiver hat geschrieben:(26 Dec 2019, 22:45)

Ich habe hier ein Buch des amerikanischen Bestseller-Autors und Biologen Jared Diamond wiedergefunden, das den Titel "Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften" trägt. Aus diesem will ich ein paar verkürzte Thesen zu diesem Thread beisteuern. Er weist in seinem Werk nach, dass nicht die Rasse, die konstitutionellen Unterschiede, Fleiß oder unterschiedliche Cleverness manche Weltgegenden reich gemacht haben, während andere arm blieben, sondern die unterschiedlichen klimatischen und geographischen Besonderheiten der verschiedenen Erdteile.


Und wie erklärst du dir dann Simbabwe?
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 27. Dez 2019, 01:35

BenJohn hat geschrieben:(26 Dec 2019, 23:12)

Und wie erklärst du dir dann Simbabwe?


Das ist eine gute Frage.

Simbawe war einmal die Kornkammer Afrika's und ist heute ein basket case der deutlich selbstverschuldete afrikanische Misswirtschaft, Korruption, Selbstbereicherung der Elite und Unfaehigkeit zu einer gesellschaftlichen Ordnug und Vesorgung zeigt.

Malaysia, Singapore, Indonesien, Indien waren alle einmal Kolonien und sind heute moderne Staaten mit staendig wachsenden GDP. Aber das nicht wegen der Kolonisierung sondern weil die kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen immer vorhanden waren. Bestes Beispiel Thailand. War nie kolonialisiert und gehoert zu den reichsten Staaten Suedostasiens. Vietnam, Laos und Cambodia waeren heute viel weiter wenn sie nicht jahrelang in den Klauen des radikalen Kommunismus gehalten worden waeren.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 27. Dez 2019, 10:34

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(27 Dec 2019, 01:35)

Das ist eine gute Frage.

Simbawe war einmal die Kornkammer Afrika's und ist heute ein basket case der deutlich selbstverschuldete afrikanische Misswirtschaft, Korruption, Selbstbereicherung der Elite und Unfaehigkeit zu einer gesellschaftlichen Ordnug und Vesorgung zeigt.

Malaysia, Singapore, Indonesien, Indien waren alle einmal Kolonien und sind heute moderne Staaten mit staendig wachsenden GDP. Aber das nicht wegen der Kolonisierung sondern weil die kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen immer vorhanden waren. Bestes Beispiel Thailand. War nie kolonialisiert und gehoert zu den reichsten Staaten Suedostasiens. Vietnam, Laos und Cambodia waeren heute viel weiter wenn sie nicht jahrelang in den Klauen des radikalen Kommunismus gehalten worden waeren.


Ja natürlich, liegt es auch zum Teil an der geografischen Lage, dem Klima, Misswirtschaft, Korruption der politischen Eliten des jeweiligen Landes völlig ok , aber so zu tun ( wie es einige User hier tun) als habe der europäische Kolonialismus, die Rohstoffausbeutung und Versklavung zu kolonialen Zeiten heute nichts mit dem Zustand vieler sogenannte Failed States in Subsahara, historisch zu tun bzw, sei nicht mitschuldig dass die Situation heute so in vielen Staaten Afrikas so ist wie sie ist, ( neben der aktuellen geopolitischen Wetterlage versteht sich) ist faktisch falsch und naiv, da hilft es auch wenig mit den moralischen Zeigefinger auf die Araber zu verweisen, was das "Geschäftsmodell" Sklaverei in Afrika angeht, es wäre in ungefähr so, als würde ein von Deutschen begangener Völkermord dadurch legitimiert, dass die Türken zuvor dasselbe getan haben um mal einen drastischen Vergleich zu ziehen. Völliger Blödsinn, so eine Argumentation und Verromatisierung der Sklaverei von Menschen.
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Fr 27. Dez 2019, 11:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 27. Dez 2019, 10:51

Alpha Centauri hat geschrieben:(27 Dec 2019, 10:34)

Völliger Blödsinn, so eine Argumentation...

Da hast du Recht, denn niemand argumentiert so, auch ich nicht. Sowas findet lediglich in euren Köpfen statt, weil User wie du permanent auf der Suche nach Aussagen sind, die ihr verdrehen könnt, um sie dem anderen dann möglichst pejorativ vorzuwerfen. Wer betreibt denn "Verromatisierung" der Sklaverei? Etwa ich, wenn ich diese Praxis als Form des Völkermordes tituliere?

Ihr könnt euch ja gerne in Schuldgefühlen suhlen und euch verantwortlich dafür fühlen, dass Afrika nicht so wirklich vom Fleck kommt, ich sehe diese Sache aber deutlich differenzierter und benenne Fakten, hege keine romantischen Gefühle à la "der alte weiße Mann ist alles Schuld" zur Absolution der linken Imagination des "edlen Wilden". Ausserdem halte ich diese Bevormundung und Bemutterung der Afrikaner für eine Ursache des Problems.

Der Rohstoffhandel ist durchaus ein Problem, aber solange die Afrikaner zulassen, dass sie von Kleptokraten regiert werden, solange werden die Völker um ihren Reichtum beraubt. Und selbstverständlich sind die Europäer gezwungen, bei dem dreckigen Spiel mitzuspielen oder sollen wir deswegen unsere Industrie abschaffen und auf das afrikanische Wohlstandsniveau zurückfallen?
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 27. Dez 2019, 11:08

Tom Bombadil hat geschrieben:(27 Dec 2019, 10:51)

Da hast du Recht, denn niemand argumentiert so, auch ich nicht. Sowas findet lediglich in euren Köpfen statt, weil User wie du permanent auf der Suche nach Aussagen sind, die ihr verdrehen könnt, um sie dem anderen dann möglichst pejorativ vorzuwerfen. Wer betreibt denn "Verromatisierung" der Sklaverei? Etwa ich, wenn ich diese Praxis als Form des Völkermordes tituliere?

Ihr könnt euch ja gerne in Schuldgefühlen suhlen und euch verantwortlich dafür fühlen, dass Afrika nicht so wirklich vom Fleck kommt, ich sehe diese Sache aber deutlich differenzierter und benenne Fakten, hege keine romantischen Gefühle à la "der alte weiße Mann ist alles Schuld" zur Absolution der linken Imagination des "edlen Wilden". Ausserdem halte ich diese Bevormundung und Bemutterung der Afrikaner für eine Ursache des Problems.

Der Rohstoffhandel ist durchaus ein Problem, aber solange die Afrikaner zulassen, dass sie von Kleptokraten regiert werden, solange werden die Völker um ihren Reichtum beraubt. Und selbstverständlich sind die Europäer gezwungen, bei dem dreckigen Spiel mitzuspielen oder sollen wir deswegen unsere Industrie abschaffen und auf das afrikanische Wohlstandsniveau zurückfallen?


Ach und wer hält denn die Kleptokraten mit Geld und Waffen an der Macht oder befeuert Bürgerkriege und ethnische Konflikte ( Bsp Kongo und dessen Rohstoffe) und Wohlstand auf Kosten anderer ist für Europa dass ja bekanntlich ja viel auf Menschenrechte, Werte und Moral hält ziemlich fragwürdig, oder sind mit " WERTE" das Geld gemeint???,

Sklavenarbeit für Diamenten und Cobalt, Kinderarbeit auf Kakaoplantagen ( möge denen hierzulande die "Kinderschokolade" aus ethischer Sicht im Halse stecken bleiben) oder man macht sich endlich mal als Europa oder der "Westen" auch ehrlich und sagt ganz offen: Menschenrechte und Moral sind uns egal , was zählt ist Geld und nationale Wohlstandsmehrung und lässt die ganzen pseudo moralischen Sonntagsreden endlich sein.
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Fr 27. Dez 2019, 11:43, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 27. Dez 2019, 11:23

Alpha Centauri hat geschrieben:(27 Dec 2019, 11:08)

Ach und wer hält denn die Kleptokraten mit Geld und Waffen an der Macht oder befeuert Bürgerkriege und ethnische Konflikte...

Jeder, der da Rohstoffe kauft und Waffen liefert.

...oder man macht sich endlich mal als Europa oder der "Westen" auch ehrlich und,sagt ganz offen: Menschenrechte, Moral use sind uns,egal was zählt ist Geld und nationale Wohlstnadsmehrung und lässt die ganzen pseudo moralischen Sonntagsreden endlich sein.

Da bin ich ganz bei dir, dieses heuchlerische Gerede kann man sich sonstwo hinstecken. In der globalisierten Wirtschaft tobt ein Krieg um die besten und billigsten Ressourcen, wer nicht mitmacht, wird abgehängt. Da müsste dann aber auch die europäische Bevölkerung Farbe bekennen: Fressen oder Moral? Allerdings sollte man sich bei einer entsprechenden Abstimmung darüber im Klaren darüber sein, dass sich für die Afrikaner trotzdem nichts ändert, auch wenn Europa für die Moral votiert.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Ebiker » Fr 27. Dez 2019, 11:48

Tom Bombadil hat geschrieben:(27 Dec 2019, 11:23)

Jeder, der da Rohstoffe kauft und Waffen liefert.




Das es auch anders geht beweist Namibia, die haben es gut verstanden die guten Vorraussetzungen aus der Kolonialzeit zu nutzen und auszubauen.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 27. Dez 2019, 12:04

Alpha Centauri hat geschrieben:(27 Dec 2019, 10:34)

Ja natürlich, liegt es auch zum Teil an der geografischen Lage, dem Klima, Misswirtschaft, Korruption der politischen Eliten des jeweiligen Landes völlig ok , aber so zu tun ( wie es einige User hier tun) als habe der europäische Kolonialismus, die Rohstoffausbeutung und Versklavung zu kolonialen Zeiten heute nichts mit dem Zustand vieler sogenannte Failed States in Subsahara, historisch zu tun bzw, sei nicht mitschuldig dass die Situation heute so in vielen Staaten Afrikas so ist wie sie ist, ( neben der aktuellen geopolitischen Wetterlage versteht sich) ist faktisch falsch und naiv, da hilft es auch wenig mit den moralischen Zeigefinger auf die Araber zu verweisen, was das "Geschäftsmodell" Sklaverei in Afrika angeht, es wäre in ungefähr so, als würde ein von Deutschen begangener Völkermord dadurch legitimiert, dass die Türken zuvor dasselbe getan haben um mal einen drastischen Vergleich zu ziehen. Völliger Blödsinn, so eine Argumentation und Verromatisierung der Sklaverei von Menschen.


Der europaeische Kolonialismus hat in Afrka viele Probleme geschaffen, ohne Frage, aber der heutige Zustand in Afrika von der Cote D'Ivoire bis Zimbabawe hat she wenig mit Wetter oder Neo Kolonialsmus zu tun. Es ist hausgemacht. Der Decline von Sued Afrika zB ist offensichtlich mit einem Praesidenten wie Zuma (thanks god he is gone) der Aids als Erfindung des Westens bezeichnete und das land als Selbstbedienungsladen fuer sich und seinen Klan benutzte. Nix mehr von Mandela und Bishop Tutu!, sondern ein korrupter Staat mit einer unkontrollierten Kriminalitaet in den Staedten. Und von Verromantisierung der Sklaverei durch Araber ist keine Rede. Wie kann man Sklaverei romantisieren??? Die Araber hatten das Geschaeftsmodell und die "Neue Welt" waren die Kunden!

Sklaverei ist im uebrigen nicht ausgestorben sondern gedeiht munter in den Golf Staaten und Saudi Arabien. Wie sonst soll man die totale Ausbeutung von Arbeitskreften und Haushaltshilfen aus Bangla Dash, den Philipinen, Indoenesien etc nennen? Das Business Modell funktioniert immer noch.

https://www.insideover.com/society/mill ... tates.html

oder hier


https://www.thedailybeast.com/inside-th ... te-slavery
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Progressiver » Fr 27. Dez 2019, 20:11

BenJohn hat geschrieben:(26 Dec 2019, 23:12)

Und wie erklärst du dir dann Simbabwe?


Was soll sein mit Simbabwe? Dieses Land war mal eine britische Kolonie, oder? Simbabwe liegt im südlichen Afrika. Vielleicht liegt dieses Land in einer Klimazone, die es theoretisch zu einer Kornkammer machen hätte können. Aber mit welchem Korn? Und mit welchem Vieh? Ich kann da nur spekulieren. Bevor die Briten da angekommen sind, gab es da aber bestimmt keine Zebras, Elefanten oder andere wichtigen Tierarten, die man domesitizieren konnte. Und die Pflanzen, die die Briten dort anbauen wollten, mussten sie wohl auch erst importieren, oder? Im Übrigen liegt das Afrika der Subsahara auf einer Nord-Süd-Achse und ist von Eurasien abgeschnitten gewesen, bevor es kolonisiert wurde. Hätte es domestizierbare Pflanzen und Tiere in großer Zahl gegeben, wäre bestimmt schon früher eine dichtbesiedelte Hochkultur entstanden. Aber meines Wissens gab es in Afrika der Subsahara vor der Ankunft der Europäer in vielen Gegenden noch Jäger- und Sammlerkulturen. Da nützt auch der größte Reichtum an Rohstoffen nichts, wenn es keine Zivilisation gibt, die sie verwerten kann. Und die Diamanten oder die "Seltenen Erden" von alleine zu exportieren, darauf muss man erst einmal kommen. Da hätten die Menschen im Südlichen und in Zentralafrika schon wissen müssen, dass es weit im Norden Völker gibt, die nur darauf warten, diese zu kaufen.

Der Mittlere Westen der USA gilt ja heute auch als Kornkammer. Aber um das zu bewerstelligen, mussten die europäischen Siedler ihr Korn, ihre Schweine, Rinder, Pferde usw. erst mitbringen. Obwohl natürlich andererseits auch Mais, Kartoffeln und Tomaten ihren Weg in die Alte Welt fanden. Aber Lamas oder Alpakas aus Südamerika als Nahrungsquellen für den europäischen Markt? Und um auf das Beispiel des Inka-Herrschers zurückzukommen: Hätte er Europa entdeckt und zu erobern versucht, dann wären seine ganzen Truppen den Krankheiten zum Opfer gefallen, gegen die die Europäer schon lange immun waren. Die Entdeckung Amerikas mag ein Zufall gewesen sein. Dass die Europäer dann den Kontinent ausplünderten und besiedelten, taten sie dann jedoch bewusst. Und so kam es dann, dass die Europäer über einen Zeitraum von 500 Jahren die Herren der Welt spielen durften. Erst allmählich dreht sich das Rad der Geschichte wieder zu der eher "natürlichen" Weltordnung, dass China die führende Technologiemacht der Welt sein wird. Im Gegensatz zu den letzten abgebrochenen Schiffsexpeditionen in den Indischen Ozean vor 500 Jahren schlafen die Chinesen dieses Mal nicht. Sie wollen die neue "Seidenstraße" nach Westen und nach Afrika beherrschen, um zum Zentrum der Welt zu werden. Genau so, wie sie sich die letzten Jahrtausende auch gesehen haben. Aber mache das einmal irgendwer unseren europäischen Politikern klar.

Die Chinesen wissen jedenfalls um ihre mehrtausendjährige Zivilisationsgeschichte. Die geschichtsvergessenen Politiker des Westens denken stattdessen nur in Minizeiträumen, die die Aktienmärkte ihnen diktieren. Um der chinesischen Herausforderung zu begegnen, bräichte es Einigkeit unter den Europäern und ein eindeutiges Bekenntnis zu den Vereinigten Staaten von Europa sowie eine einheitliche gemeinsame Gegenstrategie. Mit dieser Kakophonie und dem Klein-Klein der verschiedenen Mittelmächte und Kleinstaaten werden die Chinesen jedenfalls es sehr leicht haben, Europa wieder zu überholen. Aber das nur am Rande, da dies das Threadthema sprengen würde.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Adam Smith » Fr 27. Dez 2019, 20:57

Der Erfolg von China beginnt mit dem Jahr 1978. Davor war China lange Zeit nicht erfolgreich. In Bezug auf England kam der Erfolg mit dem Kapitalismus und der Industrialisierung.

Und hier Simbabwe.


In den neunziger Jahren richtete sich Mugabes Zorn zunehmend gegen die weiße Minderheit, besonders die 4500 Landwirte. Fast alle hatten einen simbabwischen Pass, aber er bezeichnete sie dennoch als „britische Imperialisten“ – nicht zuletzt wohl, um von den eigenen Versäumnissen abzulenken. Die Farmer wurden nach und nach enteignet, ihre Höfe an unerfahrene Verbündete Mugabes übergeben. Aus der Kornkammer Afrikas wurde so über die Jahre ein verarmtes, hungerndes Land


https://amp-welt-de.cdn.ampproject.org/ ... ierte.html
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Quatschki » Fr 27. Dez 2019, 22:03

Man sollte auch nicht übersehen, dass bis in die 1.Hälfte des 19.Jh hinein auch Weiße versklavt wurden

https://de.wikipedia.org/wiki/Barbareskenstaat

Modernen Schätzungen zufolge wurden in den Barbareskenstaaten zwischen 1530 und 1780 etwa 1,25 Millionen Menschen versklavt, die meisten davon durch Raubzüge an den Küsten Italiens, Spaniens und Portugals.[1] Die Zahl entspricht etwa einem Zehntel des transatlantischen Sklavenhandels.


Ein ähnliches Geschäftsmodell betrieb auch das Khanat der Krim.
Deren Raubzüge reichten weit nach Rußland und Polen-Litauen hinein.
Auch sie waren protegiert von der Oberherrschaft des Osmanischen Reiches, dessen Metropolen zugleich den Absatzmarkt für die geraubten Menschen und Waren der Sklavenhändler bildeten.

Rußland hat 500 Jahre gerungen, bis es die Geißel der Tataren überwinden konnte. Deren Geschäftsmodell aus Raub, Sklavenhandel und Tributerpressung hatte auf Dauer keine Chance
gegen einen Staat, der auf der Arbeit von Bauern und Handwerkern gründete und sich immer besser zu organisieren und zu vernetzen verstand, bis er in der Lage war, mächtige Armeen aufzustellen, die das Blatt letztlich wendeten.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Quatschki » Fr 27. Dez 2019, 22:35

Oder Kongo.
Der Brockhaus nennt für 1892 an weißen Einwohnern 950 Europäer, davon 445 Belgier
Das heißt, jene Kongogräuel, denen 8-10 Millionen Tote zugeschrieben werden,beruhen auf Verhältnissen, die die paar Mänicken in den wenigen weißen Handelsposten durch ihre Kautschuk-Gier bestenfalls initiiert, aber keinesfalls organisiert haben können.
Sie gehen auf das Konto einheimischer Häuptlinge, Handlanger und Kollaborateure, die als Sub- Subsub- und Subsubsubunternehmer die blutige Ausbeutung ihres eigenen Landes und seiner Völker autonom organisierten, um dem weißen Mann die gewünschten Ressourcen zu liefern.
Und das ging nur, weil es einen innerafrikanischen Zusammenhalt schon vorher nicht gab und die vielen Stämme einander lieber bis auf den Tod befehdeten, anstatt zu kooperieren.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon H2O » Sa 28. Dez 2019, 10:26

Ebiker hat geschrieben:(27 Dec 2019, 11:48)

Das es auch anders geht beweist Namibia, die haben es gut verstanden die guten Vorraussetzungen aus der Kolonialzeit zu nutzen und auszubauen.


Könnten Sie diese erfreuliche Entwicklung einmal mit ein paar mehr Worten beschreiben? Ich würde so gern Gutes über Afrika lesen. Mein Kenntnisstand ist der, daß Ruanda und Botswana sich um Gute Regierungsführung bemühen, daß Äthiopien vermutlich auf dem Weg dorthin angelangt ist. Von Namibia war in der Hinsicht noch keine Rede. Was geschieht dort also, was uns höher stimmen könnte?
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 28. Dez 2019, 10:46

H2O hat geschrieben:(28 Dec 2019, 10:26)

Könnten Sie diese erfreuliche Entwicklung einmal mit ein paar mehr Worten beschreiben?

Hier siehst du es anhand des BIP: https://www.google.de/publicdata/explor ... &ind=false Seit dem Jahr 2000 hat sich schon ordentlich was getan. Auch in Sachen BIP pro Kopf geht es aufwärts: https://www.google.de/publicdata/explor ... &ind=false
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Ebiker » Sa 28. Dez 2019, 11:10

Für afrikanische Verhältnisse ist auch das Gesundheitswesen ziemlich gut, großer Wert wird aud Aidsbekämpfung gelegt

https://www.namibiana.de/namibia-information/pressemeldungen/artikel/mutter-kind-uebertragung-von-hiv-aids-in-namibia-soll-bis-2030-besiegt-sein.html
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Sa 28. Dez 2019, 11:26

H2O hat geschrieben:(28 Dec 2019, 10:26)

Könnten Sie diese erfreuliche Entwicklung einmal mit ein paar mehr Worten beschreiben? Ich würde so gern Gutes über Afrika lesen. Mein Kenntnisstand ist der, daß Ruanda und Botswana sich um Gute Regierungsführung bemühen, daß Äthiopien vermutlich auf dem Weg dorthin angelangt ist. Von Namibia war in der Hinsicht noch keine Rede. Was geschieht dort also, was uns höher stimmen könnte?


Despite relatively good economic growth, and recent stable employment growth, the Namibian population continue to be susceptible to poverty. Rated as a high middle income country, Namibia's poverty and inequality levels are among the highest. About 28.7% of the population is poor while 15% are extremely poor.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon H2O » Sa 28. Dez 2019, 14:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Dec 2019, 10:46)

Hier siehst du es anhand des BIP: https://www.google.de/publicdata/explor ... &ind=false Seit dem Jahr 2000 hat sich schon ordentlich was getan. Auch in Sachen BIP pro Kopf geht es aufwärts: https://www.google.de/publicdata/explor ... &ind=false


Zuerst bin ich ja furchtbar zusammengezuckt, weil beim BIP Angola und Äthiopien so weit vor Botswana, Namibia und Ruanda lagen.... aber das BIP je Einwohner bringt die Sache ins Lot. Ja, sehr erfreulich, daß auch Namibia sich auf einem guten Wege befindet. Hoffentlich kommt man dort nicht auf den üblen Einfall Simbabwes, die im Lande lebenden Nachfahren der Kolonialherren aus dem Lande zu jagen! Aus meiner Sicht könnte Deutschland versuchen, dort in Arbeitsplätze und Entwicklung zu investieren. Es könnte natürlich sein, daß in Namibia weiterhin eine große Ungleichheit der Vermögen und Einkommen das Bild verzerren könnte. Denn der Beitrag von TMFDU weist in diese Richtung!

Botswana legt mit 7.500 $/Einwohner eine hohe Meßlatte auf! Polen liegt bei 13.880 $/Einwohner. Das BIP/Kopf liegt in Botswana auf der Höhe von Serbien und Bulgarien.......
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon Dark Angel » Sa 28. Dez 2019, 15:40

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Im Diskussionsverlauf kann ich bisher keinen Bezug zur Geschichte erkennen, sollte sich das nicht ändern, ist hier Schluss.
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Re: Kolonialismus Grund für den Reichtum des Westens?

Beitragvon conscience » Sa 28. Dez 2019, 20:50

Nun Lenins Imperialismus Theorie: in den entwickelten Industriestaaten sei eine Arbeiterkaste entstanden, die einen höheren Lohn erhält, der von den Kapitalisten als Bestechung gezahlt wird, den diese durch einen Zusatzprofit, der aus der Ausbeutung der Kolonien resultiert, erzielen konnten.
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