Heute ist der 20. Juli

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Senexx
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Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jul 2019, 20:01

Ist das noch niemand aufgefallen? Warum gibt es keinen Thread dazu?

Er jährt sich zum 75. Mal.

In der Schule hat man uns Ehrfurcht vor den Verschwörern eingebläut.

Später konnte man über die politischen Vorstellungen der Verschwörer lesen. Dann graust es einem.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon PeterK » Sa 20. Jul 2019, 20:06

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:01)
Warum gibt es keinen Thread dazu?

Es gibt doch einen.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 20. Jul 2019, 20:19

Stimmt!
Stauffenberg!

Ja, den sollte heute jeder deutsche Demokrat ehren!
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jul 2019, 20:30

Stauffenberg war nur der Attentäter. Die Verschwörung reichte weiter.

Es waren auch weniger Kompromittierte als Stauffenberg dabei.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jul 2019, 20:32

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:30)

Stauffenberg war nur der Attentäter. Die Verschwörung reichte weiter.

Es waren auch weniger Kompromittierte als Stauffenberg dabei.

Stauffenberg war ja Anhänger der Nazis

https://m.bpb.de/politik/hintergrund-ak ... 19-07-2011
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Humelix33 » Sa 20. Jul 2019, 20:40

Man sollte alle ehren.

Das Problem des Kreises war, das sie Stauffenberg nehmen mussten, und er diese schlimmen Kriegsverletzungen hatte, nicht so flexibel auf Änderungen wie an jenem 20.Juli reagieren konnte, was letztendlich die entscheidenden Momente gekostet hat, um den Plan wirkungsvoll durchzuführen.

Ehrhaft war auch das Auftreten der Anderen vor Freisler, keiner konnte gebrochen werden, und sie nahmen ehrenhaft ihr Schicksal zur Kenntnis.

Die Frauen und Kinder, die in Sippenhaft genommen wurden, wo Kinder von ihren Müttern getrennt wurden, auch derer Leiden sind zu gedenken.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 20. Jul 2019, 20:41

Das war Trendthema in den sozialen Medien und wurde ganz ähnlich diskutiert, wie in den letzten Jahren auch schon.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Humelix33 » Sa 20. Jul 2019, 20:46

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:32)

Stauffenberg war ja Anhänger der Nazis

https://m.bpb.de/politik/hintergrund-ak ... 19-07-2011


Wer schreibt diesen Unsinn auf der Seite? Und das soll die bpb sein... auweia...

Da ist ja alles auf Stauffenberg reduziert, was aber viel zu oberflächlich und so auch falsch ist.

Hauptköpfe waren Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld, Peter Graf Yorck von Wartenburg, sowie Ludwig Beck.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 20. Jul 2019, 20:48

watisdatdenn? hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:19)
Stimmt!
Stauffenberg!
Ja, den sollte heute jeder deutsche Demokrat ehren!

Warum? Weil dieser Militarist, Antidemokrat, Antisemit sich als Attentäter versuchte als viertel nach zwölf schon vorbei war, viel zu spät, viel zu dilettantisch?
Er hätte bei seiner Bombe bleiben sollen, zur Sicherheit. Aber dieses Opfer wollte er dann doch nicht bringen für sein mystisches "Heiliges Deutschland".
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 20. Jul 2019, 20:52

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:48)

Warum? Weil dieser Militarist, Antidemokrat, Antisemit sich als Attentäter versuchte als viertel nach zwölf schon vorbei war, viel zu spät, viel zu dilettantisch?
Er hätte bei seiner Bombe bleiben sollen, zur Sicherheit. Aber dieses Opfer wollte er dann doch nicht bringen für sein mystisches "Heiliges Deutschland".

...ehrgeizig und gewissenlos, wie Roland Freisler meinte.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Sören74 » Sa 20. Jul 2019, 20:56

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:48)

Warum? Weil dieser Militarist, Antidemokrat, Antisemit sich als Attentäter versuchte als viertel nach zwölf schon vorbei war, viel zu spät, viel zu dilettantisch?
Er hätte bei seiner Bombe bleiben sollen, zur Sicherheit. Aber dieses Opfer wollte er dann doch nicht bringen für sein mystisches "Heiliges Deutschland".


Heißt das im Umkehrschluss, man soll nur diejenigen ehren, die frei von Fehlern und erfolgreich in ihren Taten sind? Ich finde diesen Vorwurf nach dem Motto, er hätte es besser machen können doch sehr selbstgerecht, weil es weit mehr zu beachten galt, als nur Hitler umzubringen.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 20. Jul 2019, 20:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:52)
...ehrgeizig und gewissenlos, wie Roland Freisler meinte.

Und, ist das relevant, was Freisler dazu sagte? Ist damit meine Qualifizierung "Militarist, Antidemokrat, Antisemit" falsch?
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 20. Jul 2019, 21:03

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:58)

Und, ist das relevant, was Freisler dazu sagte? Ist damit meine Qualifizierung "Militarist, Antidemokrat, Antisemit" falsch?

Ich teile die Kritik am Widerstand, an der Hunderte beteiligt waren, nicht.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Progressiver » Sa 20. Jul 2019, 21:07

Man sollte alle ehren, die Widerstand gegen Hitler geleistet hatten. Angefangen bei Georg Elser. Aber auch die Geschwister Scholl, die Mitglieder der Roten Kapelle und alle anderen, die sich ihm widersetzt hatten. Die meisten von ihnen wurden ja hingerichtet oder in einem der KZs umgebracht. Ebenso die Deserteure.

Und was Stauffenberg selbst betraf: Ungeachtet seiner politischen Einstellung war er einer der wenigen, die lieber ihrem eigenen Gewissen folgten als in verblödetem Kadavergehorsam ihrem Führer wie die Lemminge in den Tod zu folgen. Wenn es mehr von seiner Sorte gegeben hätte und dies auch schon früher, wären vielen Menschen der Tod erspart geblieben. Interessant ist das Gedankenspiel aber ohnehin: Die Soldaten der Wehrmacht waren alle direkt auf Hitler vereidigt. Wenn dieser schon frühzeitiger gestorben wäre, hätten die Soldaten nicht mehr ihrem Eid folgen müssen. Selbst bei einer totalen Kriegsniederlage hätte man dann noch Menschenleben retten können.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 20. Jul 2019, 21:09

Sören74 hat geschrieben:(20 Jul 2019, 20:56)
Heißt das im Umkehrschluss, man soll nur diejenigen ehren, die frei von Fehlern und erfolgreich in ihren Taten sind? Ich finde diesen Vorwurf nach dem Motto, er hätte es besser machen können doch sehr selbstgerecht, weil es weit mehr zu beachten galt, als nur Hitler umzubringen.

Nein, heißt es nicht. Und ich verkenne auch nicht, dass ein erfolgreiches Attentat den Krieg in Europa vermutlich um einige Monate verkürzt hätte und damit viele Menschenleben gerettet worden wären. Aber als Vorbild in unserem demokratischen Gemeinwesen taugt Stauffenberg meiner Meinung nach nun mal nicht. Und auch Du möchtest sicher nicht in einem Deutschland nach Stauffenbergs politischem Entwurf leben, so wie ich Dich einschätze.

Der 20. Juli 1944 hätte eine Zäsur bringen können. Und Stauffenberg ist das Gesicht dieses historischen Ereignisses. Das war es für mich dann aber auch.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 20. Jul 2019, 21:14

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Jul 2019, 21:03)
Ich teile die Kritik am Widerstand, an der Hunderte beteiligt waren, nicht.

Typische DLB-Nebelkerze (und hübsche Freud'sche Fehlleistung obendrein).
Ich schreibe zu Stauffenberg, DLB macht daraus "Kritik am Widerstand".
Bist Du wieder auf dem semi-religiösen Pfad der Verklärung?
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Sören74 » Sa 20. Jul 2019, 21:21

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Jul 2019, 21:09)

Nein, heißt es nicht. Und ich verkenne auch nicht, dass ein erfolgreiches Attentat den Krieg in Europa vermutlich um einige Monate verkürzt hätte und damit viele Menschenleben gerettet worden wären. Aber als Vorbild in unserem demokratischen Gemeinwesen taugt Stauffenberg meiner Meinung nach nun mal nicht. Und auch Du möchtest sicher nicht in einem Deutschland nach Stauffenbergs politischem Entwurf leben, so wie ich Dich einschätze.

Der 20. Juli 1944 hätte eine Zäsur bringen können. Und Stauffenberg ist das Gesicht dieses historischen Ereignisses. Das war es für mich dann aber auch.


Man kann von Stauffenberg nicht erwarten, dass er den Deutschen die Demokratie zurückbringt. Der Weltkrieg ging schon fast 5 Jahre und das oberste Ziel war einfach, diesen so schnell wie möglich zu beenden. Es ist im Grunde genommen Spekulation zu sagen, was wäre wenn. Ohne den Austausch der politischen Führung hätte der Tod von Hitler vermutlich nicht viel geändert. Vermutlich hätten Typen wie Goebbels das als großes Opfer an das deutsche Volk glorifiziert, dem es nun nachzueifern gilt. Aus dem Grund wollte die Verschwörung auch nicht einfach nur Hitler töten, sondern die politische Führung militärisch absetzen lassen.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jul 2019, 21:24

Und einen autoritären Staat errichten.
Niemals "copy+paste". ALLES selbst verfasst.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 20. Jul 2019, 21:34

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Jul 2019, 21:14)

Typische DLB-Nebelkerze (und hübsche Freud'sche Fehlleistung obendrein).
Ich schreibe zu Stauffenberg, DLB macht daraus "Kritik am Widerstand".
Bist Du wieder auf dem semi-religiösen Pfad der Verklärung?

Stauffenberg war kein Politiker und war auch nicht dafür vorgesehen.

Die Widerstandsformen gegen Hitler waren sehr unterschiedlich geprägt, von kommunistisch bis konservativ.

Hat General de Gaulle etwa Stalinisten in der Resistance kritisiert? Hat er nicht, weil es um die Effektivität ging. NACH dem Krieg hat er sich dann aber sehr wohl von den Stalinisten verabschiedet - überdeutlich.
Wie ich immer sage, manchmal muss man Prioritäten setzen, wenn es um etwas geht.
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Re: Heute ist der 20. Juli

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 20. Jul 2019, 22:05

Sören74 hat geschrieben:(20 Jul 2019, 21:21)
Man kann von Stauffenberg nicht erwarten, dass er den Deutschen die Demokratie zurückbringt. Der Weltkrieg ging schon fast 5 Jahre und das oberste Ziel war einfach, diesen so schnell wie möglich zu beenden. Es ist im Grunde genommen Spekulation zu sagen, was wäre wenn. Ohne den Austausch der politischen Führung hätte der Tod von Hitler vermutlich nicht viel geändert. Vermutlich hätten Typen wie Goebbels das als großes Opfer an das deutsche Volk glorifiziert, dem es nun nachzueifern gilt. Aus dem Grund wollte die Verschwörung auch nicht einfach nur Hitler töten, sondern die politische Führung militärisch absetzen lassen.

Nun, Stauffenberg war nicht alleine. Und nicht jeder in der Gruppe teilte Stauffenbergs politische Vorstellungen. Den meisten ging es wohl darum, angesichts der sicheren militärischen Niederlage zu retten, was noch zu retten war. Aber den meisten Mitverschwörern war wohl auch klar, dass es eigentlich zu spät war, und das Attentat eher eine letzte moralische (?) Geste sein sollte.

Stauffenberg war nie in der Partei. Aber er hat in den Nationalsozialisten lange Verbündete gesehen auf dem Weg einer "Erneuerung" Deutschlands, wobei in seinem neuen Deutschland Parlamente, Demokratie und Juden nicht vorgesehen waren. Erst als er die Verheerungen an der Ostfront erlebte, ist ihm gedämmert, dass er sich mit den Zerstörern Deutschlands eingelassen hatte.
Bleibt gesund!

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