Artikel 13

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Ein Terraner
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Re: Artikel 13

Beitragvon Ein Terraner » Mo 1. Apr 2019, 00:53

Wer eine nukleare Explosion verursacht wird nach StGB §328 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.
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Re: Artikel 13

Beitragvon fresh_ » Mi 3. Apr 2019, 23:36

Falls einigen von euch die Streaming Plattform Twitch etwas sagt (Gaming) diese wird wohl Internationale Streams (USA,Asien ect.) für den europäischen Nutzer sperren. Auch das Streamen selbst wird erschwert, da man sehr schnell Copyright Probleme bekommen wird alleine schon wegen der Musik in einigen Videospielen kann man gesperrt werden. Super Zensur. So wie beführchtet.
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Ein Terraner
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Re: Artikel 13

Beitragvon Ein Terraner » Do 4. Apr 2019, 09:14

Die CDU lügt immer noch und meinen das sie EU Recht aushebeln könnten und ihnen rennen mal wieder die Mitglieder weg.

https://twitter.com/HerrNewstime/status ... 7114446849
Wer eine nukleare Explosion verursacht wird nach StGB §328 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.
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Tom Bombadil
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Re: Artikel 13

Beitragvon Tom Bombadil » Do 4. Apr 2019, 10:12

Tja, selber Schuld, hoffentlich gibt das bei der Europawahl einen saftigen Denkzettel und Herr Voss darf sich dann bei seinen Gönnern einen Job suchen.

Ich hoffe weiterhin auf das BVerfG, dass die das nationale Gesetz mit den Grundgesetz für nicht vereinbar halten, der EuGH wird sicher auch in der Sache angerufen werden. Vllt. geht auch jemand zum EGMR damit. Ich halte den "Krieg" noch nicht für verloren.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Progressiver » Do 4. Apr 2019, 20:21

Mir scheint nach Ansehen dieses Youtube-Videos, dass die EU hier nur einem globalen Trend folgt:



Für die Leute, die sich nicht das ganze Video reinziehen wollen oder können: Paul Davids ist ein Youtuber mit circa 1 Mio. Abonennten. Er beklagt sich in dem Video, dass es ihm nicht einmal mehr möglich ist, auch nur ein einziges Gitarrenriff aus einem bekanntem Lied zu covern, um anhand dessen zum Beispiel die Genialität eines Liedes zu demonstrieren. Wenn der Rechteinhaber -also zum Beispiel die Universal Music Group aus den USA- einen Copyright Claim macht, dann fließt das gesamte Geld aus den Erlösen an diesem Video eben an Universal. So ist es zwar gerade noch möglich, über ein bestimmtes Lied zu sprechen. Aber wie soll das gehen, frägt Paul Davids, wenn gierige Rechteverwerter alle Youtube-Videos durchforsten, um sie unter Beschlag zu nehmen? Selbst mit seinen selbst geschriebenen Songs hat er Probleme, weil irgendjemand aus Indien einen Copyright Claim machen wollte. Und von Europas Gesetzgebung hat der Niederländer noch gar nicht gesprochen.

Ein Interviewpartner von ihm hat in dem Video gemeint: Wenn beispielsweise die Rechteinhaber des Liedes "Hotel California" von den Eagles auf sämtliche Youtube-Videos einen Copyright Claim machen, in dem beispielsweise nur ein Liedteil erklärt wird oder aber ein Tutorial gemacht wird, dann wird man das Lied in fünfzig Jahren vergessen haben. Und natürlich ist das auch Zensur!

Und ich frage: Aber wem nutzt das? Den Künstlern? Den Youtubern, die sich mit deren Musik befassen und sie vorstellen? Oder doch nur den Rechteinhabern? Aber schießen die sich nicht langfristig selbst ins eigene Bein, wenn die den Youtubern einen derartigen Maulkorb verpassen?

Ich weiß nicht, wie schlimm die Rechtslage außerhalb der EU aussieht. Wenn die EU aber mit diesem Gesetzesmurks sich nun ebenfalls vor den Lobbyisten der Verlage und der Musikindustrie in den Staub wirft, dann ist nicht nur das freie Internet bald Geschichte, sondern die Musikindustrie beerdigt sich am Schluss selbst. :dead:
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Re: Artikel 13

Beitragvon Tom Bombadil » Do 4. Apr 2019, 20:56

Das ist halt die kurzfristige Denke der Politik und Konzerne. Die Politik denkt nur von einer Legislaturperiode zur anderen, in der Wirtschaft geht das noch schneller, da sind die Quartalszahlen mittlerweile die wichtigste Information. Nachhaltigkeit sieht gänzlich anders aus.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Enas Yorl » Do 4. Apr 2019, 21:39

Progressiver hat geschrieben:(04 Apr 2019, 20:21)
Und ich frage: Aber wem nutzt das? Den Künstlern? Den Youtubern, die sich mit deren Musik befassen und sie vorstellen? Oder doch nur den Rechteinhabern?

In erster Linie nützt es den Rechteverwertern GEMA, Verlagen & Co. An denen wird ein erheblicher Anteil des Geldes kleben bleiben. Theoretisch könnten Medienplattformen und Rechteinhaber ja direkt Lizenzen aushandeln und abrechnen. Aber abgesehen bei den ganz erfolgreichen Kreativen, ist das für die Medienplattformen unattraktiv. Dafür ist der bürokratische Aufwand viel zu groß. Für die meisten Kreativen wird das bedeuten, sie müssen sich bei den großen Rechteverwertern unterstellen. Denn ansonsten werden die Medienplattformen ihren Content einfach blocken, wenn er nicht lizenzfrei ist.

Progressiver hat geschrieben:(04 Apr 2019, 20:21)Aber schießen die sich nicht langfristig selbst ins eigene Bein, wenn die den Youtubern einen derartigen Maulkorb verpassen?

Denn Nutzen den Reichweite bei den Medienplattformen für Kreative bietet, haben längst noch nicht alle erkannt. Aber die Lobby die hier arbeitet, ist nicht die der Kreativen, sondern die der Medienverwerter. Und diese sind nicht primär an Qualität interessiert, sondern daran an der Masse von Content über Lizenzen zu verdienen.

Schlussendlich wird das auch das Geschäftsmodell der Medienplattformen verändern. Uploadfilter kosten Geld, sowohl an deren Anbieter wie auch Rechenzeit, zusammen mit den durchaus berechtigten Lizenzgebühren an die Urheber. Auf den Kostendruck werden die Medienplattformen reagieren. Es wird stärker hinterfragt werden, welche Inhalte man uploaden lässt, und wo diese verfügbar sind. Manche Plattformen werden Content mit Lizenzgebühren nur noch lokal dort anbieten, wo sich das in Form von Werbeeinnahmen auch rechnet. Genauso könnten diese versucht sein, lizenzpflichtigen Content der sich nicht rechnet, ganz von der Plattform zu nehmen. Das würde bedeuten, das sich die Medienplattformen noch stärker auf Mainstream-Inhalte ausrichten.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Ein Terraner » Fr 5. Apr 2019, 16:07

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Re: Artikel 13

Beitragvon Progressiver » Fr 5. Apr 2019, 21:14

Enas Yorl hat geschrieben:(04 Apr 2019, 21:39)

In erster Linie nützt es den Rechteverwertern GEMA, Verlagen & Co. An denen wird ein erheblicher Anteil des Geldes kleben bleiben. Theoretisch könnten Medienplattformen und Rechteinhaber ja direkt Lizenzen aushandeln und abrechnen. Aber abgesehen bei den ganz erfolgreichen Kreativen, ist das für die Medienplattformen unattraktiv. Dafür ist der bürokratische Aufwand viel zu groß. Für die meisten Kreativen wird das bedeuten, sie müssen sich bei den großen Rechteverwertern unterstellen. Denn ansonsten werden die Medienplattformen ihren Content einfach blocken, wenn er nicht lizenzfrei ist.


Denn Nutzen den Reichweite bei den Medienplattformen für Kreative bietet, haben längst noch nicht alle erkannt. Aber die Lobby die hier arbeitet, ist nicht die der Kreativen, sondern die der Medienverwerter. Und diese sind nicht primär an Qualität interessiert, sondern daran an der Masse von Content über Lizenzen zu verdienen.

Schlussendlich wird das auch das Geschäftsmodell der Medienplattformen verändern. Uploadfilter kosten Geld, sowohl an deren Anbieter wie auch Rechenzeit, zusammen mit den durchaus berechtigten Lizenzgebühren an die Urheber. Auf den Kostendruck werden die Medienplattformen reagieren. Es wird stärker hinterfragt werden, welche Inhalte man uploaden lässt, und wo diese verfügbar sind. Manche Plattformen werden Content mit Lizenzgebühren nur noch lokal dort anbieten, wo sich das in Form von Werbeeinnahmen auch rechnet. Genauso könnten diese versucht sein, lizenzpflichtigen Content der sich nicht rechnet, ganz von der Plattform zu nehmen. Das würde bedeuten, das sich die Medienplattformen noch stärker auf Mainstream-Inhalte ausrichten.


Also, ich habe mir jetzt noch mehrere Videos von bekannten Youtubern angesehen. Diese klagen alle über das Gleiche: Die großen Musikfirmen machen entweder einen Copyright Claim oder aber blockieren die Videos komplett. Dies selbst dann, wenn quasi nur 20 Sekunden eines Gitarrenriffs auf einer Ukulele gespielt werden. Was also jetzt noch an Content existiert, wird früher oder später alles gelöscht werden, weil die Rechteinhaber dies so haben wollen. Wenn die EU dann noch mit Uploadfiltern kommt, dann wird auch kein neues Material mehr hochgeladen werden können. Youtube hilft den Leuten jedoch nicht, sondern lässt sie alleine. Insgesamt betrachtet, zerstört dies alles wahrscheinlich die Existenzgrundlage von Youtube. Wer will schon zwischen den ganzen Werbefilmen, die jetzt schon dauernd auf der Plattform laufen, einen Sehgenuss erkennen können? Soll das alles zurück ins Zeitalter von Musikfernsehsendern wie MTV führen? Zurück in die Vergangenheit? Und Youtube ist da nur die größte Plattform. Ich denke mal, dass diese diesen konzertierten Angriffen nicht ewig standhalten kann. Und für kleinere Plattformen, die sich keine Uploadfilter leisten können, wird das Ganze erst Recht wie ein Genickschuss wirken. Was wir hier sehen dürfen, ist folglich die Beerdigung des freien Internets. Unsere Regierungsparteien plus der Großteil der Oppositionsparteien möchten noch so sehr gegen China und Russland schimpfen, wo das Internet von oben herab zensiert wird. Indem unsere Parteien das freie Internet zerstören, sind sie auch nicht besser.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Ein Terraner » Di 9. Apr 2019, 18:50

CSU Bullshit Bingo.

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Re: Artikel 13

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 15. Apr 2019, 17:00

RIP, internet wie wir es kannten.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Humelix33 » Mo 15. Apr 2019, 17:24

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:00)

RIP, internet wie wir es kannten.


Wenn es wirklich gravierendste Folgen haben sollte, wie befürchtet, wird es mittelfristig wieder einkassiert werden, weil vielleicht die Jugend und jungen Erwachsenen ihre Hintern mal hochbekommen und in die Parteien strömen, wenn man ihre liebste Freizeitbeschäftigung so drastisch einschränken sollte.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Enas Yorl » Mo 15. Apr 2019, 19:49

Humelix33 hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:24)Wenn es wirklich gravierendste Folgen haben sollte, wie befürchtet, wird es mittelfristig wieder einkassiert werden, weil vielleicht die Jugend und jungen Erwachsenen ihre Hintern mal hochbekommen und in die Parteien strömen, wenn man ihre liebste Freizeitbeschäftigung so drastisch einschränken sollte.

Die zusätzlich abgegebene Protokolerklärung der Bundesregierung, liest sich ja schon wie die Quadratur des Kreises. Schlussendlich wird der leere Versuch einer politischen Schadensbegrenzung nichts ändern. Das Kind ist (unnötig) in den Brunnen gefallen, und 27 Staaten (UK las ich mal vor ;) ) haben jetzt 2 Jahre Zeit das in Gesetzen zu regeln. Da zeichnet sich schon das nächste Problem ab, die Fragmentierung in 27 Gesetzgebungen oder eine einheitliche für die EU? Wer glaubt, das man in 2 Jahren das EU-einheitlich geregelt bekommt? Ich nicht.
Für den Verbraucher mag es am Ende vielleicht nicht so schlimm kommen. Der nächste reguläre Wahltermin für eine Bundestagswahl ist 2021. Da könnte der Druck der jüngeren Generationen größer sein, als sich heute manch Spitzenpolitiker ausmalt. Richtig übel ist es jetzt aber, für die ganzen Start-Ups und Content-Creators innerhalb der EU. Für die steht eine Zeit der juristischen und damit auch finanziellen Unsicherheit bevor. Im EU-Parlament hatte man Google, Facebook & Co (praktisch alles US-Unternehmen) schon lange auf den Kieker. Aber die sind so groß, die Sitzen das einfach aus. Hart treffen, tut man damit hauptsächlich die IT-Unternehmen in der EU.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Ein Terraner » Do 18. Apr 2019, 12:32

Zur endgültigen Verabschiedung gab es jetzt noch eine Protokoll-Erklärung, in der wird beteuert dass das alles gar nicht so gemeint ist wie es eigentlich in der Richtlinie steht.

Hier wird dieses unverbindliche Gewäsch durchgegangen.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Tom Bombadil » So 21. Apr 2019, 12:13

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Re: Artikel 13

Beitragvon Enas Yorl » Do 12. Sep 2019, 19:52

Leistungsschutzrecht scheitert an Formalie

Die Verlage hatten sich vom deutschen Leistungsschutzrecht viel Geld versprochen. Doch sechs Jahre nach Inkrafttreten hat Google noch keinen Cent gezahlt - und wird es wohl auch nicht müssen.
Insgesamt 1,24 Milliarden Euro wollte die Verwertungsgesellschaft VG Media von Google haben - für die Veröffentlichung von Verlagsinhalten in Suchergebnissen oder auf Google News. Doch daraus wird nun nichts.
Gestützt war die Forderung auf das umstrittene deutsche Leistungsschutzrecht, das 2013 in Kraft trat. Es verbietet, Textausschnitte aus Pressebeiträgen ohne Zustimmung der Verlage öffentlich zugänglich zu machen - es sei denn es geht nur um einzelne Wörter oder kleinste Passagen. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ist dieses Gesetz nun aber unanwendbar.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte es damals versäumt, die EU-Kommission über den Gesetzentwurf zu unterrichten. Gegen eine solche Notifizierung hatte sich das Bundesjustizministerium auch entschieden, weil es sonst kaum möglich gewesen wäre, das Leistungsschutzrecht noch vor der Bundestagswahl im Herbst 2013 zu verabschieden.
Die EuGH-Richter stellten nun klar, dass eine Notifizierung notwendig gewesen wäre. Nachgebessert werden kann dieses Versäumnis nicht. Folge ist die Unanwendbarkeit des Gesetzes.

https://www.tagesschau.de/inland/eugh-leistungsschutzgesetz-101.html

6 Jahre später, Kompetenz bei der Gesetzgebung wäre schon schön. Mal sehen, wie sich die Bundesregierung bei der Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/790 (Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt) anstellen wird. Die Frist dafür ist der 7. Juni 2021, womöglich dämmert mittlerweile so manchen Politiker, was man sich da eingebrockt hat.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Enas Yorl » Fr 27. Sep 2019, 09:44

Google zahlt französischen Verlegern keine Vergütung für News-Auszüge

Der Schuss scheint für die Verleger in Frankreich nach hinten los zu gehen. Google weigert sich, französischen Nachrichtenseiten eine Vergütung nach dem neuen EU-Urheberrecht zu zahlen und wirft die Anzeige der Anrisstexte aus den Sucherergebnissen.

https://www.borncity.com/blog/2019/09/25/google-zahlt-franzsischen-verlegern-keine-vergtung-fr-news-auszge/

Tja was für eine Überraschung. Vielleicht sollten die Verleger ihre eigene Suchmaschine betreiben? Wer auch noch für das Anzeigen der eigenen Inhalte bei einer Suchmaschine (was ja eine kostenlose Dienstleistung ist) bezahlt werden will, wird halt vor die Tür gesetzt.
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Re: Artikel 13

Beitragvon Ein Terraner » Fr 27. Sep 2019, 09:49

Oh welch Überraschung, was kommt wohl als nächstes? Die Erkenntnis das funktionierende Filter KI unsere technologischen Möglichkeiten übersteigt? Nein, Doch, Oh

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