Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon H2O » Do 13. Dez 2018, 01:17

Mache ich da jetzt einen Denkfehler, oder ist mir hier doch etwas aufgefallen: Was sollen denn Funkmasten in Ballungsgebieten? Dort ist die Netzversorgung über Glasfasernetze doch zu erträglichen Kosten möglich. Eigentlich könnten dort die Funkanlagen der Mobilfunker auch abgebaut werden. Dann müssen mobile Telefongespräche über WLAN organisiert werden.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Dez 2018, 09:15

H2O hat geschrieben:(13 Dec 2018, 01:17)

Was sollen denn Funkmasten in Ballungsgebieten?

Geld verdienen. Außerdem sind nicht alle Menschen, die sich in einem Ballungsgebiet aufhalten, auch dort ansässig, brauchen aber trotzdem Mobilfunk.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon H2O » Do 13. Dez 2018, 09:25

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Dec 2018, 09:15)

Geld verdienen. Außerdem sind nicht alle Menschen, die sich in einem Ballungsgebiet aufhalten, auch dort ansässig, brauchen aber trotzdem Mobilfunk.


Da war doch einmal ein Gedanke, im WLAN-Bereich einen offenen Kanal bereit zu stellen, der für die Allgemeinheit auf der Straße nutzbar sein sollte. Damit ließe sich vielleicht in Ballungsräumen ein Funksystem der heutigen Art ersetzen. Da wird der Ballungsraum zum Funksystem.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Dez 2018, 09:52

WLAN funktioniert nur als lokaler Hotspot.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 13. Dez 2018, 10:37

Tom Bombadil hat geschrieben:WLAN funktioniert nur als lokaler Hotspot.
Das ist zweifellos richtig - nur schau Dir mal die Methoden an, mit dem z.B. in weitläufigen Lagern u.ä. Verhältnissen ein Gerät mit WLAN von "Quelle" zur nächsten unterbrechungsfrei funktioniert. Selbst in meinem Garten bekomme ich über einen Repeater WLAN völlig unterbrechungsfrei. Obwohl es sich dabei um ein "Passwort geschütztes" System handelt. Ich - jedenfalls merke nichts davon, wenn ich mich vom einen Bereich zum nächsten bewege.

Die Verbindung reißt nur dann ab, wenn nicht genügend Überlappung - also echte Lücken entstehen. Reiht man genügend "Hotspots" nah genug aneinander und stattet die Geräte mit der vorhanden Software aus. Bleibt der Wechsel von "Hotspot zu Hotspot" ohne erkennbare Probleme.

Die Entscheidung ob man noch mehr Mobilfunkantennen betreibt oder wenigstens einen Teil über solche "WLAN-Felder" unterbrechungsfrei versorgt, stellt sich nur in Ballungsräumen. Doch dort leben und arbeiten ja schon jetzt über 70% der hiesigen Einwohner. Was bleibt, ist die Frage der Bezahlung. Doch wenn der Mobilfunkbetreiber mit dem Hotspot identisch oder vertraglich verbunden ist, dürfte das nicht unlösbar sein.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Dez 2018, 10:39

Im Grunde ist es völlig egal, welcher Funktechnik man sich bedient.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Teeernte » Do 13. Dez 2018, 14:11

immernoch_ratlos hat geschrieben:(13 Dec 2018, 10:37)


Die Entscheidung ob man noch mehr Mobilfunkantennen betreibt oder wenigstens einen Teil über solche "WLAN-Felder" unterbrechungsfrei versorgt, stellt sich nur in Ballungsräumen. Doch dort leben und arbeiten ja schon jetzt über 70% der hiesigen Einwohner. Was bleibt, ist die Frage der Bezahlung. Doch wenn der Mobilfunkbetreiber mit dem Hotspot identisch oder vertraglich verbunden ist, dürfte das nicht unlösbar sein.



Natürlich verboten.....hier in D herrscht Lobbyismus. Man will ja regulieren und "LUFT" verkaufen. :D :D :D

Lies beim Regulierer.

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Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » Do 13. Dez 2018, 14:24

immernoch_ratlos hat geschrieben:(13 Dec 2018, 10:37)

Das ist zweifellos richtig - nur schau Dir mal die Methoden an, mit dem z.B. in weitläufigen Lagern u.ä. Verhältnissen ein Gerät mit WLAN von "Quelle" zur nächsten unterbrechungsfrei funktioniert. Selbst in meinem Garten bekomme ich über einen Repeater WLAN völlig unterbrechungsfrei. Obwohl es sich dabei um ein "Passwort geschütztes" System handelt. Ich - jedenfalls merke nichts davon, wenn ich mich vom einen Bereich zum nächsten bewege.

Die Verbindung reißt nur dann ab, wenn nicht genügend Überlappung - also echte Lücken entstehen. Reiht man genügend "Hotspots" nah genug aneinander und stattet die Geräte mit der vorhanden Software aus. Bleibt der Wechsel von "Hotspot zu Hotspot" ohne erkennbare Probleme.

Deine These geht nur auf, wenn du dich immer im selben Funknetz, also immer in Reichweite deines Internetanschlussen bzw. deines Routers aufhälst, unabhängig davon, wie viele repeater du auf deinem Grundstück verteilst. Du bist immer mit (b]deinem(/b] Anschluss verbunden. Wenn du aber deinen möglichen Aktionsradius verlässt und sich beispielsweise dein Tablet beim offenen WLAN des Nachbarn einloggen soll kommt es zu einer Unterbrechung. Eine zuvor bestandene Verbindung muss erst wieder neu aufgebaut werden. Das kannst du leicht nachvollziehen, indem du deinen Nachbarn bittest, mal kurz sein WLAN auf zu machen. Dann startest du einen YouTube-Clip und gehst mit deinem Tablet oder Notebook aus dem Haus in Richtung Nachbarn. Und was passiert? Filmriss!
Wenn wir uns bei Familienangehörigen oder Freunden nie einloggen müssen und da immer WLAN haben liegt das daran, dass der jeweilige WLAN-Zugang mit zugehörigem Passwort im Gerät abgespeichert wird.

Apropos Hotspots: Wie viele von den Dingern willst du denn im Land verteilen? Im privaten Bereich sind Repeater gut zu gebrauchen, stoßen aber auch schnell auf ihre Grenzen. Wenn mehrere den gleichen Anschluss nutzen und gleichzeitig Filme streamen oder Fernsehen wollen ist es schnell zappenduster. dann ist da noch die Frage der Kosten. Wie und mit wem soll da abgerechnet werden? Ein Repeater bzw. Hotspot hängt via Router an einem PC bzw. Server und der wiederum mit einer IP am Netz. Rechnungsempfänger für da immer der Anschlussinhaber.

Aber irgendwie reden wir jetzt am Thema vorbei. Es geht doch in erster Linie um die bisher vernachlässigten und sogar unversorgten ländlichen Bereiche. In den Ballungsräumen sind nicht mehr viele Lücken zu schließen. So fehlt es auf dem Flachen Land ganz massiv am schnellen mobilen Internet. Moderne Landmaschinen (Mähdrescher, Erntemaschinen, Saat- und Pflanzmaschinen) sind heute GPS-gesteuert und benötigen nicht nur ein Funknetz mit dem man mehr schlecht als recht telefonieren kann. Nein, die brauchen zwingend G4/LTE. Viele Landwirte in Deutschland müssen heute auf moderne Technik verzichten und sind dann gegenüber der ausländischen Konkurrenz nicht wettbewerbsfähig.

In diesem Zusammenhang interessant:

https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfa ... l-102.html
oder hier:
http://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/on ... 023629.mp4
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon MoOderSo » Do 13. Dez 2018, 15:18

Hier in der Straße gibt es in so ziemlich jedem Haus einen Vodafone-Hotspot der über die Privatanschlüsse der Anwohner ausgeliefert wird. Als beim Umzug noch kein Internet bei mir geschaltet war, hab ich mir von einer Bekannten den Hotspot-Zugang geben lassen und siehe da ich hatte im kompletten Wohnviertel WLAN-Empfang. Der wurde nur unterbrochen, wenn ich mich zu weit von den Häusern wegbewegte. Aber von Haus zu Haus wurde der unterbrechungsfrei weitergegeben, wenn sich die WLANs ausreichend überschnitten haben.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » Do 13. Dez 2018, 23:52

Vielleicht sollten wir mal auf das Ursprungsthema zurückkommen und nicht ständig abschweifen
Unter dem Titel „Fast überall billiger als in Deutschland“ berichtete die ARD über die vergleichsweise enorm hohen Preise für das mobile Surfen in Deutschland:
http://www.tagesschau.de/inland/mobilfu ... e-101.html
Und das ist in der Tat so. Eine echte Internet-Flatrate ist nach Recherche der ARD nur bei der Telekom zu bekommen. Monatliche Kosten: 199,95 Euro. Ansonsten gibt’s nur begrenztes Surfvolumen mit wenigen GB.

Zum Vergleich: Ich bin häufiger in Finnland unterwegs und kaufe mir da stets eine Daten-Simkarte von einem der drei dortigen großen Netzbetreiber Elisa, Telia Sonera oder DNA. Kosten für 30 Tage unbegrenztes Surfen mit LTE-Geschwindigkeit: 19,95 Euro. Wem 2G reicht kann noch 10 Euro sparen. Und das Tolle: Die Netzabdeckung in Finnland ist geradezu fantastisch. Selbst in den entlegensten Gegenden gibt’s keine Funklöcher. Klar, nicht immer ist in der Pampa LTE vorhanden. 3G aber eigentlich immer. Nur weit nördlich von Rovaniemi (Lappland) muss man sich schon mal mit 2G zufrieden geben.
Da ist Deutschland ein echtes Entwicklungsland! Oder etwa nicht?

Es geht also um mobile Kommunikation und Netzabdeckung. Und wenn wir von Netzabdeckung sprechen dann in erster Linie um die teils vollkommen unversorgten Gebiete auf dem platten Land. Was redet ihr da von WLAN? Zudem: Wo soll der Landwirt WLAN auf seinem Acker nutzen können? Der braucht für seine Maschinen Internet mit G4/LTe Anbindung. Das ist aber nur ein Beispiel. WLAN ist was für Stubenhocker, Schreibtischtäter, Caffeehausbesucher, Campingplatzbetreiber und Hornbach-Kunden. Wie WLAN bei 160 Km/h auf der BAB funktionieren soll wo links und rechts nur Kühe weiden ist mir ein Rätsel.

Mein Vorschlag: Anstatt nun auch die allerletzte Alm oder den einsamsten Bauernhof per Kabel mit Internet zu versorgen erscheint es doch angebrachter, dort Funkmasten für Telefon und Internet zu errichten. Da werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn da, wo heute noch internet nur mit Modemgeschwindigkeit möglich ist existiert auch häufig kein Funknetz.
Dazu nochmals Finnland: Bis ende der 1980er Jahre hing da noch jeder Bauer am analogen Telefonnetz (überlandleitung an Holzmasten). Als dann der Schrei nach schnellem Internet immer lauter wurde entschied sich die Regierung für einen knallharten Schritt: Anstatt das gesamte Kabelnetz im ländlichen Bereich zu erneuern und tausende von Hauptverteiler, Ortsvermittlungsstellen, Kabelverzweiger, Leitungsverstärker und vieles mehr zu installieren wurde ein geradezu gigantisches Funknetz errichtet und das frühere analoge Netz zurückgebaut. Nur in den Städten und Orten mit einer gewissen Mindesteinwohnerzahl und relativ dichter Bebauung belies man das Kabelnetz.
Diese Lösung fände ich auch für Deutschland gut. Allerdings müsste der Preis stimmen. In Finnland liegt der Preis für eine Mobil-Simkarte je nach Anbieter bei knapp 25 Euro. Es sind aber wie bei uns ständig Angebote für ca. 17-18 Euro zu haben. Dafür gibts dann aber schon 4G+ ohne Limit!
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon imp » Fr 14. Dez 2018, 11:43

immernoch_ratlos hat geschrieben:(13 Dec 2018, 10:37)

Das ist zweifellos richtig - nur schau Dir mal die Methoden an, mit dem z.B. in weitläufigen Lagern u.ä. Verhältnissen ein Gerät mit WLAN von "Quelle" zur nächsten unterbrechungsfrei funktioniert. Selbst in meinem Garten bekomme ich über einen Repeater WLAN völlig unterbrechungsfrei. Obwohl es sich dabei um ein "Passwort geschütztes" System handelt. Ich - jedenfalls merke nichts davon, wenn ich mich vom einen Bereich zum nächsten bewege.

Die Verbindung reißt nur dann ab, wenn nicht genügend Überlappung - also echte Lücken entstehen. Reiht man genügend "Hotspots" nah genug aneinander und stattet die Geräte mit der vorhanden Software aus. Bleibt der Wechsel von "Hotspot zu Hotspot" ohne erkennbare Probleme.

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Das ganze funktioniert nur bei moderaten Geschwindigkeiten.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » Fr 14. Dez 2018, 12:46

... wobei sich die umworbenen maximal möglichen Geschwindigkeiten immer auf optimale örtlichen Bedingungen beziehen (kurze Entfernung Endgerät <> Repeater <> Router) und ohne störende Einwirkungen wie Wände, Autos (faradyscher Käfig) u.a. Störeinflüsse. Zudem teilt sich bei jedem zwischengeschaltetem WLAN-Gerät die Bandbreite um 50 Prozent. Neuere Router beherrschen neben dem 2,4 Ghz zwar auch das 5 Ghz-Band und können zwei Funkbänder gleichzeitig bedienen, jedenfalls theoretisch. Dieses "Simultan Dualband-Verfahren" ist aber mehr Werbeversprechen als Realität. Seriöse Tests z.B. von C't haben wiederholt gezeigt, dass 50 Prozent Bandbreitenverlust bei nur einer Funkstrecke, also Router <> Endgerät realistisch ist.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 14. Dez 2018, 16:07

Die Rede war ja von Ballungsgebieten, auf dem platten Land, entlang von Autobahnen und Schienen macht WLAN keinen Sinn.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 14. Dez 2018, 17:05

imp hat geschrieben:Das ganze funktioniert nur bei moderaten Geschwindigkeiten.
Völlig richtig ! Dafür ist das auch gedacht. Soweit mir bekannt, reicht es auch noch für die Geschwindigkeiten die Gabelstapler und sonstige Flurförderfahrzeuge im normalen Betrieb erreichen. Dort - in weiträumigen Lagerhallen - hat diese Methode ihre ersten Anwendungen gefunden.

Dort ist man auch schon um einiges weiter :
Quelle hat geschrieben:Datentransfer über ein industrielles Wireless LAN (W-LAN, Datenfunk)

Die Unterschiede zu einem drahtlosen Heimnetz:

Bei einem industriellen WLAN hängen z.B. Materialbuchungen in der Produktion für die Ver- und Entsorgungsprozesse direkt am WLAN-Netz. Darum sollte das Netz stabil laufen und nach Möglichkeit Ausfallmechanismen nutzen (Hochverfügbarkeit).

Die wesentlichen Unterschiede, die einen Einsatz industrieller Komponenten sinnvoll machen:

Roaming: im Heimnetz hat man meist einen WLAN-Access-Point (AP) im Einsatz. In einem Lager benötigt man mehrere APs um die ganze Fläche abzudecken. Bewegt man sich vom Empfangsbereich des einen AP zum nächsten AP muss die Drahtlosverbindung ohne Funkabbrüche unbemerkt vom Benutzer erfolgen. Je schneller und stabiler dies erfolgt, desto besser ist das Funknetz.

Lastverteilung: In einem Lager befinden sich immer mehrere Clients (z.B. mobile Datenerfassungsgeräte mit Scanner).
Durch integrierte Lastverteilung können überlastete APs (z.B. in der Kommissionierzone) einen Teil der Clients an den Nachbar-AP abgeben und somit die Verbindung für den einzelnen Client wieder schneller machen.

Updatefähigkeit: Im Zeitalter von Hackern ist es sinnvoll immer wieder auf neue Sicherheitsstandards zu erweitern. Über Firmwareupdates gewährleisten Industriegeräte den aktuellen Stand und somit einen Investitionsschutz.

Ausfallsicherung: Je nach Hersteller gibt es verschiedene Ansätze, falls ein AP ausfallen sollte. Eine Variante ist, dass ein zweiter AP direkt daneben hängt und sobald der Haupt-AP nicht mehr “ansprechbar” ist, sich der zweite automatisch einschaltet.

Bei der zweiten Variante senden die APs nicht auf voller Leistung (Sendeleistung ist regelbar) und sobald ein AP ausfällt erhöhen die benachbarten APs die Sendeleistung und decken dieses Funkloch wieder ab (Eine Fehlermeldung geht dann an den Administrator).

Temperaturbereiche: Industrielle APs sind für größere Temperaturbereiche ausgelegt. Was für ein Heimnetz z.B. von 0° bis 40°C reicht,
kann in einem Lager unter der Hallendecke im Sommer schnell überschritten werden und zu einem Ausfall führen.

Zubehör: Für industrielle Access-Points steht oft eine vielseitige Antennentechnik als Zubehör zur Verfügung. Über die “normalen” Rundstrahlantennen bis zu Hochleistungsantennen sind dann auch andere Abstrahlcharakteristiken erhältlich. Mit Richtantennen kann man z.B. zwei getrennte Gebäudeteile mit WLAN verbinden. Diese Funkstrecken können Reichweiten bis zu mehreren Kilometern haben.

Grafik zum Beitrag
Daraus kann man ganz sicher (mit Abstrichen) ein "städtisches Netzwerk" schnitzen. Es gibt sicher auch einige unterschiedliche Protagonisten, die ein gemeinsames Interesse an Lösungen haben. Wer "kostenlos" partizipiert wird sicher auch Werbung als unvermeidliches Beiwerk akzeptieren. Wer von Laden zu Laden weitergeht - wird dabei "informiert" was es dort gerade schönes gibt usw. usf. - na wäre ich der Organisator würde ich das so in etwa "verkaufen"...
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » Fr 14. Dez 2018, 17:09

In den Ballungsgebieten gilt es bei den mobilen Netzen nur noch kleinere Lücken zu schließen. Großes Problem ist die Versorgung außerhalb der Städte, sowohl beim Mobil- als auch beim Kabelnetz. Solange diese Lücken nicht geschlossen sind dürfte m.E. nicht an 5G gedacht werden. Internet, und ich spreche nicht von Modemgeschwindigkeit und 5G, gehört heute zur Grundversorgung, die die Politik sicherstellen muss und nicht einfach dem Wohlwollen privater und rein Profitorientierten Unternehmen überlassen darf.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Tom Bombadil » So 30. Dez 2018, 11:26

Deutschland liegt in Sachen LTE hinter Albanien und Polen: https://www.infranken.de/ueberregional/ ... 62,3941277
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Senexx » So 30. Dez 2018, 11:59

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Dec 2018, 11:26)

Deutschland liegt in Sachen LTE hinter Albanien und Polen: https://www.infranken.de/ueberregional/ ... 62,3941277


Ursache der Misere ist die Geldgier eine Hans Eichel, der damals 100 Milliarden durch Versteigerung der UMTS-Frequenzen erlöst hat. Dieses Geld muss erst einmal wieder verdient werdn, weshalb wir hohe Mobilfunkpreise haben.

Es war die traditionelle Rckwärtsgeandheit und Fortschrittsfeindlichkeit der Sozen, die uns um Jahre zurückgeworfen hat. Aber die Sozen erhalten ja nach und nach die Quittung. Bald sind wir sie für immer los.
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon PoliticalCommentator » So 13. Jan 2019, 15:28

Wichtig wäre es, beim Wechsel auf 5 G nicht die selben Fehler zu machen. Die Frage ist: wären die Mobilfunkbetreiber bereit und in der Lage, 5 G flächendeckend (!) aufzubauen, wenn die Lizenzen gebührenfrei vergeben werden würden?
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Misterfritz » So 13. Jan 2019, 17:33

PoliticalCommentator hat geschrieben:(13 Jan 2019, 15:28)

Wichtig wäre es, beim Wechsel auf 5 G nicht die selben Fehler zu machen. Die Frage ist: wären die Mobilfunkbetreiber bereit und in der Lage, 5 G flächendeckend (!) aufzubauen, wenn die Lizenzen gebührenfrei vergeben werden würden?
Und die nächste Frage ist: Warum muss jeder Mobilfunkanbieter seinen eigenen Funkmast haben? Warum können die sich nicht zusammenschliessen? Würde Kosten einsparen ...
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Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Ein Terraner » So 13. Jan 2019, 17:53

Misterfritz hat geschrieben:(13 Jan 2019, 17:33)

Und die nächste Frage ist: Warum muss jeder Mobilfunkanbieter seinen eigenen Funkmast haben? Warum können die sich nicht zusammenschliessen? Würde Kosten einsparen ...

Weil irgend ein Ökonom auf die Idee kam aus Infrastruktur einen Wettbewerb zu machen.
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