Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

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Keinen_Faschismus!

Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Keinen_Faschismus! » Fr 19. Feb 2021, 12:12

Deutschland hat sein ehrgeiziges KilmaschutzZiel erreicht im Jahr 2020 40% weniger CO2 im Vergleich zu 1990 zu emittierten:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/kl ... ht,SLDZF1G

Das war allerdings nur durch Corona möglich.

Welche Coronamaßnahmen haben sich Eurer Meinung nach als wirksam gegen den co2 Ausstoß erwiesen und welche sollten auch nach Corona beibehalten werden?

Insbesondere Homeoffice scheint ja einen durchaus beträchtlichen Anteil an der Verkehrsreduktion beigetragen zu haben.
Wäre eine Homeofficepflicht oder zumindest eine Verpflichtung der Unternehmen zu einem Homeofficeangebot wo möglich auch nach Corona eine gute Idee?

Sollte Homeoffice nicht deutlich mehr steuerliche Anreize bringen als z.B. die Pendlerpauschale um den Verkehr zu reduzieren?
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Perkeo » Mi 24. Feb 2021, 05:54

Mit solchen Vorschlägen bewegt man sich auf dünnem Eis. In einer Notsituation haben die Bürger dem Staat viel Macht verliehen und massive Einschränkungen in Kauf genommen. Jetzt, wo dank Impfung das Ende naht, muss dir Rückgabe selbstverständlich sein. Alles andere wäre mindestens Wasser auf die Mühlen der Verschwörungstheoretiker, wenn es nicht sogar die Bestätigung einiger deren Thesen. Schließlich lässt man ja auch einen freigesprochen Angeklagten frei, anstatt zu überlegen, was man ihm sonst noch anhängen kann.

Wenn es um Klimaschutz ginge, dann würden wir die absolute Priorität auf den Kohleausstieg legen - mindestens ersetzen durch Gas, wenn nicht sogar doch noch hinterfragen des Atomausstiegs. Das wäre wirksamer selbst als die volle Beibehaltung des Lockdowns.
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franzmannzini
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon franzmannzini » Mi 24. Feb 2021, 06:17

Keinen_Faschismus! hat geschrieben:(19 Feb 2021, 12:12)

Deutschland hat sein ehrgeiziges KilmaschutzZiel erreicht im Jahr 2020 40% weniger CO2 im Vergleich zu 1990 zu emittierten:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/kl ... ht,SLDZF1G

Das war allerdings nur durch Corona möglich.

Welche Coronamaßnahmen haben sich Eurer Meinung nach als wirksam gegen den co2 Ausstoß erwiesen und welche sollten auch nach Corona beibehalten werden?

Insbesondere Homeoffice scheint ja einen durchaus beträchtlichen Anteil an der Verkehrsreduktion beigetragen zu haben.
Wäre eine Homeofficepflicht oder zumindest eine Verpflichtung der Unternehmen zu einem Homeofficeangebot wo möglich auch nach Corona eine gute Idee?

Sollte Homeoffice nicht deutlich mehr steuerliche Anreize bringen als z.B. die Pendlerpauschale um den Verkehr zu reduzieren?


Eine Verkehrsreduktion war und ist in Berlin nicht zu bemerken, abgesehen von März/April 2020.
Nennenswert wurde die Nutzung des ÖPNV reduziert und Freizeitfahrten mit dem PKW.

Das Dulden vieler Einschränkungen durch die Bürger und deren Handlungen ist dem Retten von Leben geschuldet.
So sollte hier über Home-Office Pflicht erst nachgedacht werden, wenn dieser Modus beendet ist.

Und Homeoffice macht nicht allen Spaß, viele verbringen die Arbeitszeit gerne mit Kollegen,
So ist eine Home-Office Pflicht nicht der richtige Weg.
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Kamikaze » Mi 24. Feb 2021, 07:11

franzmannzini hat geschrieben:(24 Feb 2021, 06:17)
Und Homeoffice macht nicht allen Spaß, viele verbringen die Arbeitszeit gerne mit Kollegen,
So ist eine Home-Office Pflicht nicht der richtige Weg.


Das ist wahr. Allerdings halte ich eine Verweigerungshaltung seitens der Firmenchefs ebensowenig für zielführend, denn jeden Tag ins Büro zu müssen für eine Arbeit, die auch von zuhause aus erledigt werden könnte macht ebenso nicht jedem Spaß.
In sofern würde ich es so formulieren: "Pflicht zur Möglichkeit auf Homeoffice"

Ich persönlich hoffe darauf, dass der Flugverkehr sich auf einem niedrigeren Niveau als vor Corona einpendelt. Klingt vielleicht hart, aber hoffentlich sind in dieser Zeit genug Luftfahrt-Unternehmen vor die Hunde gegangen, um die Preise für Flüge in entsprechende Höhen zu korrigieren, damit nicht mehr so viel geflogen wird. Leider wird da von Bund und EU kräftig subventioniert, damit es nicht so weit kommt.

Die zurückgegangene Nutzung des ÖPNV hingegen halte ich für den größten Bärendienst am Umweltschutz, den uns Corona erwiesen hat. Hier wird leider noch immer nicht genug investiert um das zu kompensieren.
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Teeernte » Mi 24. Feb 2021, 08:21

Kamikaze hat geschrieben:(24 Feb 2021, 07:11)

Die zurückgegangene Nutzung des ÖPNV hingegen halte ich für den größten Bärendienst am Umweltschutz, den uns Corona erwiesen hat. Hier wird leider noch immer nicht genug investiert um das zu kompensieren.


127 Mrd. Eu. Wenn das zu wenig ist ? ..dann wirds wohl nichts.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Kamikaze » Mi 24. Feb 2021, 08:51

Teeernte hat geschrieben:(24 Feb 2021, 08:21)

127 Mrd. Eu.

Quelle?
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Teeernte » Mi 24. Feb 2021, 09:34

Kamikaze hat geschrieben:(24 Feb 2021, 08:51)

Quelle?


ich. :D :D

86 Mrd Bund und Bahn.... ein Drittel zusätzlich an den Anlagen tragen die Länder und Gemeinden.

Erneuerung BÜ - man wünscht einen RadWEG. zB. Ein Teil Europa. TEN .(TransEuropean Net)
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Perkeo » Mi 24. Feb 2021, 21:36

Kamikaze hat geschrieben:(24 Feb 2021, 07:11)

Das ist wahr. Allerdings halte ich eine Verweigerungshaltung seitens der Firmenchefs ebensowenig für zielführend, denn jeden Tag ins Büro zu müssen für eine Arbeit, die auch von zuhause aus erledigt werden könnte macht ebenso nicht jedem Spaß.
In sofern würde ich es so formulieren: "Pflicht zur Möglichkeit auf Homeoffice"

Ich denke, der größte Gewinn wird die Akzeptanz durch positive Erfahrungen sein. Gesetzliche Regelungen könnten helfen, aber die Akzeptanz durch Vorgesetzte ist wichtiger.
Kamikaze hat geschrieben:(24 Feb 2021, 07:11)
Ich persönlich hoffe darauf, dass der Flugverkehr sich auf einem niedrigeren Niveau als vor Corona einpendelt. Klingt vielleicht hart, aber hoffentlich sind in dieser Zeit genug Luftfahrt-Unternehmen vor die Hunde gegangen, um die Preise für Flüge in entsprechende Höhen zu korrigieren, damit nicht mehr so viel geflogen wird. Leider wird da von Bund und EU kräftig subventioniert, damit es nicht so weit kommt.

Davon gehe ich nicht aus. Die ganzen Flugzeuge sind ja noch irgendwo vorhanden. Sie werden zwar nicht gewartet, aber andererseits auch nicht abgenutzt.
Ich gehe davon aus, dass finanzstarke Investoren sehr schnell das Geschäft wiederaufnehmen werden und Verteuerung allenfalls durch Monopole auftritt.
Kamikaze hat geschrieben:(24 Feb 2021, 07:11)

Die zurückgegangene Nutzung des ÖPNV hingegen halte ich für den größten Bärendienst am Umweltschutz, den uns Corona erwiesen hat. Hier wird leider noch immer nicht genug investiert um das zu kompensieren.

Vor allem muss richtig investiert werden. Beim immer wieder geäußerte Vorschlag, den ÖPNV gratis anzubieten, bin ich skeptisch. Erstens ist das Auto jetzt schon für die meisten Pendler teurer, zweitens muss man auch mit noch so günstigen Verkehrsmitteln irgendwann ankommen.
Zuletzt geändert von Perkeo am Do 25. Feb 2021, 09:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Kamikaze » Do 25. Feb 2021, 07:06

Perkeo hat geschrieben:(24 Feb 2021, 21:36)
Ich denke, der größte Gewinn wird die Akzeptanz durch positive Erfahrungen sein. Gesetzliche Regelungen könnten helfen, aber die Akzeptanz durch Vorgesetzte ist wichtiger.


Bis auf den hervorgehobenen Teil sind wir uns da einig.
Ich sehe zwar, dass die Akzeptanz durch Vorgesetzte wichtig ist, aber dass sie wichtigER ist sehe ich nicht. Hier sollte im Zweifelsfall vom Gesetzgeber nachgeholfen werden.
Wenn es faktische (also nicht rein emotionale) Gründe gibt, warum Homeoffice nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, sollte dies respektiert werden, aber bspw. "da arbeiten die doch alle nicht richtig" (so real gefallen beim AG meiner Schwester - Buchhalterin) halte ich nicht für einen validen Grund. (Allenfalls für kurzzeitige Disziplinarmaßnahmen...)

Davon gehe ich nicht aus. Die ganzen Flugzeuge sind ja noch irgendwo vorhanden. Sie werden zwar nicht gewartet, aber andererseits auch nicht abgenutzt.
Ich gehe davon aus, dass finanzstarke Investoren sehr schnell das Geschäft wiederaufnehmen werden und Verteuerung allenfalls durch Monopole auftritt.


Monopole nichtstaatlicher Einrichtungen halte ich für höchst gefährlich. Daher sollte der Entstehung schon pauschal ein Riegel vorgeschoben werden.
Stellt sich natürlich die Frage in wieweit die europäischen Fluglinien nicht ohnehin "staatlich" sind, aber so lange die Gewinne privatisiert und lediglich die Verluste auf die Öffentlichkeit abgewälzt werden sehe ich hier keine "staatliche Einrichtung" im eigentlichen Sinne. Mir persönlich wäre es allerdings lieber, wenn die Förderung dieser luftverpestenden und lärmenden Geldgräber endlich aufhören würde.
Dass das wirklich bald passiert halte ich aber angesichts aktueller Realpolitik für ausgeschlossen. Immerhin haben Lufhansa, Airbus und Co (ebenso wie ein Großteil der Autoindustrie, die trotz Corona Gewinne in 2020 ausgewiesen hat) bereits umfangreiche Corona-Hilfen erhalten, während mittelständische Unternehmen weiter darauf warten müssen. :dead:

Vor allem muss richtig investiert werden. Beim immer wieder geäußerte Vorschlag, den ÖPNV gratis anzubieten, bin ich skeptisch. Erstens ist das Auto jetzt schon für die meisten Pendler teurer, zweitens muss man auch mit noch so günstigen Verkehrsmitteln irgendwann ankommen.


Das sehe ich genau so. Dafür muss in meinen Augen zu aller erst die zugrundeliegende Infrastruktur auf den Stand der Technik gebracht werden. Allein das ist eine Mammutaufgabe, die mit den aktuellen Mitteln und Strukturen kaum schaffbar erscheint.
Dies zu verändern scheint aktuell allerdings ohnehin nicht im Fokus irgendeiner Politik zu stehen. In sofern rechne ich in den kommenden Jahren eher mit weiter steigendem Individualverkehr. Dann hoffentlich zumindest lokal weitgehend emissionsfrei. Also wenigstens ein kleiner Lichtblick, wenn auch nicht das, was ich persönlich für den richtigen Weg halte. :|
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Realist2014 » Do 25. Feb 2021, 08:34

Kamikaze hat geschrieben:(25 Feb 2021, 07:06)

Das sehe ich genau so. Dafür muss in meinen Augen zu aller erst die zugrundeliegende Infrastruktur auf den Stand der Technik gebracht werden. Allein das ist eine Mammutaufgabe, die mit den aktuellen Mitteln und Strukturen kaum schaffbar erscheint.
:|


Mehr Mittel gibt es aber nicht...

Oder soll die Staatsverschulung noch weiter als eh schon vorgesehen nach oben getrieben werden?
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Kamikaze » Do 25. Feb 2021, 08:41

Realist2014 hat geschrieben:(25 Feb 2021, 08:34)

Mehr Mittel gibt es aber nicht...

Oder soll die Staatsverschulung noch weiter als eh schon vorgesehen nach oben getrieben werden?


Ich werfe mal ganz dreist ein: Wenn man auf unnötige Subventionen der Technologien, von denen man eigentlich (zumindest laut offiziellen Stellungnahmen) weg will (z.B. Verbrennerautos, Kohlekraftwerke, usw.) nur auf die Hälfte reduzieren würde und dieses frei werdende Kapital für die Aufrüstung der ÖPNV-Infrastruktur verwenden würde könnte schon viel gewonnen werden.
Dazu kommt aber, dass ich der Meinung bin, dass es für einen sinnvollen ÖPNV auch notwendig ist, alte und inzwischen unnötige Strukturen auf zu brechen, zu hinterfragen und ggf. zu ändern. Geld alleine wird allenfalls die Symptome etwas lindern.
Aber wie gesagt gibt es dahingehend keinerlei Bestrebungen seitens der Politik - ebensowenig wie für eine entsprechende Umallokation vorhandener Fördermittel.
Bin gespannt, wie der ÖPNV in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird, bzw. ob es ihn bis dahin noch in nennenswertem Umfang geben wird.
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Realist2014 » Do 25. Feb 2021, 08:52

Kamikaze hat geschrieben:(25 Feb 2021, 08:41)

Ich werfe mal ganz dreist ein: Wenn man auf unnötige Subventionen der Technologien, von denen man eigentlich (zumindest laut offiziellen Stellungnahmen) weg will (z.B. Verbrennerautos, Kohlekraftwerke, usw.) nur auf die Hälfte reduzieren würde

Wo weren diese subventioniert ? Quellen?
Dazu kommt aber, dass ich der Meinung bin, dass es für einen sinnvollen ÖPNV auch notwendig ist, alte und inzwischen unnötige Strukturen auf zu brechen, zu hinterfragen und ggf. zu ändern.

Was soll das sein ? Beispiele
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Misterfritz » Do 25. Feb 2021, 08:54

Kamikaze hat geschrieben:(25 Feb 2021, 08:41)
Bin gespannt, wie der ÖPNV in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird, bzw. ob es ihn bis dahin noch in nennenswertem Umfang geben wird.
In Ballungsräumen wird es ihn weiterhin geben. Gerade in Städten geht die Zahl der PKW in Privathaushalten zurück.
Auf dem platten Land ist ÖPNV schlicht Zuschussgeschäft, das liesse sich nur mit intelligenten Konzepten und evtl. selbstfahrenden Kleinbussen lösen.
Allerdings bleibt das Problem, dass auf dem Land zweimal täglich die volle Kapazität benötigt wird - für die Schüler. Für diesen Spagat fällt mir keine Lösung ein.
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Realist2014 » Do 25. Feb 2021, 09:00

Misterfritz hat geschrieben:(25 Feb 2021, 08:54)

In Ballungsräumen wird es ihn weiterhin geben. Gerade in Städten geht die Zahl der PKW in Privathaushalten zurück.
n.


Quelle?

Ich habe da gegenteilige:

"Denn die Zahl der zugelassenen privaten Pkw wächst, und sie wächst schneller als die Bevölkerung. Das geht aus einem Bericht der Stadtverwaltung zur "Entwicklung des Kfz-Bestandes in München" im Zeitraum 2015 bis 2018 hervor, über den am Mittwoch der Planungsausschuss des Stadtrats diskutiert hat. Demnach ist die Zahl privater Autos um vier Prozent auf 608 000 gestiege"

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/mu ... -1.4913593

oder:
https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... zuvor.html

Und:

"Kraftfahrzeug-Dichte in Deutschland seit 2010 um fast 15 Prozent gestiegen"

https://www.rnd.de/politik/autos-in-deu ... GFD2E.html
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Kamikaze » Do 25. Feb 2021, 09:35

Realist2014 hat geschrieben:(25 Feb 2021, 08:52)

Wo weren diese subventioniert ? Quellen?


Hier ein Beispiel:
Das Gespräch in den "Tagesthemen" dreht sich um Boni, Dividenden und Milliardengewinne im vergangenen Jahr. Trotzdem fordert Herbert Diess Corona-Hilfen für die Automobilindustrie.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4891096
Hier noch mehr zum Thema: https://www.handelsblatt.com/unternehme ... 20goT9-ap1

Zum "vergoldeten" Kohleausstieg:
In einer Korrektur des Gesetzestextes durch das Bundeswirtschaftsministerium wurden die maximalen Prämien für die Stilllegung der Steinkohle heraufgesetzt. Beispielsweise gibt es statt 65.000 Euro pro stillgelegtem Megawatt Steinkohlestrom im Jahr 2025 nun 98.000 Euro. Für das Jahr 2026 wird die Summe sogar um ganze 40.000 Euro erhöht. Dabei geht es hochgerechnet auf die Kohlekraftwerke um Millionen Euro mehr, die der Staat an die Betreiber zahlen soll.

Und es gibt noch mehr Zugeständnisse an die Steinkohlebetreiber: So soll die Zeit der Ausschreibungen für Kraftwerksstilllegungen um ein Jahr bis 2027 verlängert werden - das wäre rund ein Gigawatt mehr, das mit Millionen Euro entschädigt werden muss. In der Folge sei "keine gesetzliche Reduzierung in den Jahren 2028 bis 2030 erforderlich", heißt es in dem Papier. Die Zwangsstilllegungen würden dann erst ab 2031 erfolgen.

Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/men ... f1be3d25bd



Was soll das sein ? Beispiele

Als den größten Punkt auf dieser Liste sehe ich die verschlafene Automatisierung.
Der Güterumschlag muss deutlich schneller und flexibler werden um den LKW-Verkehr sinnvoll reduzieren zu können und hier liegt in meinen Augen immenses Potential in der Automatisierung - vom Rangierbetrieb (den ich generell in der jetzigen Form überdenken würde) bis hin zu den Lokführern und noch manuell geschalteten Stellwerken. Die Technik ist teils schlicht noch aus dem vorletzten Jahrhundert.
Siehe auch hier:
Der Haushaltsausschuss des Bundestages stellte einen „Versteinerungseffekt“ fest. Das Beispiel der DB AG belegt zudem, dass der Staat über keine unternehmerischen Fähigkeiten verfügt, höhere Subventionen nicht zu besseren Ergebnissen und zur Stärkung der notwendigen Mobilitätswende führen und Produktivkräfte vergeudet werden.
[...]
Tätigkeiten außerhalb des Kerngeschäfts haben auch zu der schlechten Performance der DB AG beigetragen.

Quelle: https://www.eurailpress.de/nachrichten/ ... er-db.html

Meine Meinung dazu:
Entweder man erkennt die Bahn (und den ÖPNV generell) als Daseinsvorsorge an - dann muss der Staat diese Betriebe wie eine Behörde führen und ggf. aus Steuergeldern finanzieren,
ODER
Der Staat zieht die Privatisierung dieses Infrastrukturbereichs durch und muss dann in Kauf nehmen, wenn das Unternehmen "DB" ggf. bankrott geht.
So wie es jetzt läuft, wird in meinen Augen nur unnötig Geld und Arbeitskraft "verbrannt".
Im Fall 2 wäre entsprechend lediglich die Infrastruktur selbst (also Gleise und Straßen) sinnvoll im Staatsbesitz aufgehoben und lediglich die Nutzung würde (ähnlich wie bei Straßen und Autobahnen) durch konkurrierende Unternehmen erfolgen. Der Markt würde hier als "Regulator" wirken. Hierbei könnte/sollte aber auf die Subvention des Unternehmens DB verzichtet werden und Gelder und Investitionen stattdessen vollumfänglich dem Erhalt und der Aufrüstung des entsprechenden Wegenetzes zugute kommen.
Ich persönlich würde hier Variante 2 bevorzugen - in Kombination mit Verpflichtungen auch wirtschaftlich unrentable Strecken/Flächen bedienen zu müssen (ähnlich wie die Netzausbau-Verpflichtungen für 5G-Netzbetreiber).
Zuletzt geändert von Kamikaze am Do 25. Feb 2021, 09:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Teeernte » Do 25. Feb 2021, 09:37

Misterfritz hat geschrieben:(25 Feb 2021, 08:54)

In Ballungsräumen wird es ihn weiterhin geben. Gerade in Städten geht die Zahl der PKW in Privathaushalten zurück.
Auf dem platten Land ist ÖPNV schlicht Zuschussgeschäft, das liesse sich nur mit intelligenten Konzepten und evtl. selbstfahrenden Kleinbussen lösen.
Allerdings bleibt das Problem, dass auf dem Land zweimal täglich die volle Kapazität benötigt wird - für die Schüler. Für diesen Spagat fällt mir keine Lösung ein.


Es ist ein TRUGSCHLUSS - selbst bei 100% ÖPNV - Kostenfrei >> werden die Leute AUTOS kaufen.

Beispiel : OST DDR - ÖPNV ungefähr das Doppelte von HEUTE - zu einem DDR PFENNIGPREIS - im Gegensatz zu TEUEREN Autos - keine Ersatzteile, lange Wartezeiten, hohem Spritpreis. 300 DDR Mark bis Bulgarien HIN und ZURÜCK Bahn - mit "schnell".

Die Leute kaufen AUTOS aus einem anderen Grund .
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Realist2014 » Do 25. Feb 2021, 09:38


Diese Hilfen standen/stehen jedem Unternehmen zu.



Als den größten Punkt auf dieser Liste sehe ich die verschlafene Automatisierung.
Der Güterumschlag muss deutlich schneller und flexibler werden um den LKW-Verkehr sinnvoll reduzieren zu können und hier liegt in meinen Augen immenses Potential in der Automatisierung - vom Rangierbetrieb (den ich generell in der jetzigen Form überdenken würde) bis hin zu den Lokführern und noch manuell geschalteten Stellwerken. Die Technik ist teils schlicht noch aus dem vorletzten Jahrhundert.
Siehe auch hier:

Quelle: https://www.eurailpress.de/nachrichten/ ... er-db.html

Meine Meinung dazu:
Entweder man erkennt die Bahn (und den ÖPNV generell) als Daseinsvorsorge an - dann muss der Staat diese Betriebe wie eine Behörde führen und ggf. aus Steuergeldern finanzieren,
ODER
Der Staat zieht die Privatisierung dieses Infrastrukturbereichs durch und muss dann in Kauf nehmen, wenn das Unternehmen "DB" ggf. bankrott geht.
Im Fall 2 wäre entsprechend lediglich die Infrastruktur selbst (also Gleise und Straßen) sinnvoll im Staatsbesitz aufgehoben und lediglich die Nutzung würde (ähnlich wie bei Straßen und Autobahnen) durch konkurrierende Unternehmen erfolgen. Der Markt würde hier als "Regulator" wirken. Hierbei könnte/sollte aber auf die Subvention des Unternehmens DB verzichtet werden und Gelder und Investitionen stattdessen vollumfänglich dem Erhalt und der Aufrüstung des entsprechenden Wegenetzes zugute kommen.
Ich persönlich würde hier Variante 2 bevorzugen - in Kombination mit Verpflichtungen auch wirtschaftlich unrentable Strecken/Flächen bedienen zu müssen (ähnlich wie die Netzausbau-Verpflichtungen für 5G-Netzbetreiber).


Gut, das ist ein Thema.
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Kamikaze » Do 25. Feb 2021, 09:44

Realist2014 hat geschrieben:(25 Feb 2021, 09:38)
Diese Hilfen standen/stehen jedem Unternehmen zu.

Wenn diese durch Corona Verluste erlitten haben stimme ich Ihnen zu. Nicht jedoch, wenn durch Staatshilfen trotz Corona erwirtschaftete Gewinne "aufgeblasen" werden. Insbesondere fehlt mir jedes Verständnis dafür, dass Konzerne, welche trotz Corona Milliardengewinne erwirtschaftet haben zusätzliche Hilfen erhalten, während gleichzeitig kleinere Unternehmen, welche reale (oft existenzbedrohende) Verluste durch Corona zu verzeichnen haben weiterhin auf Hilfsgelder warten müssen.
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Kamikaze » Do 25. Feb 2021, 09:51

Misterfritz hat geschrieben:(25 Feb 2021, 08:54)
Allerdings bleibt das Problem, dass auf dem Land zweimal täglich die volle Kapazität benötigt wird - für die Schüler. Für diesen Spagat fällt mir keine Lösung ein.

Hier wird das so gelöst: Schulbusse
Heißt: zwei-vier mal pro Tag fahren große Busse die Strecken ab und sammeln ausschließlich Schulkinder ein. (Allerdings: Hier fährt sonst gar kein Bus...)
Die übrige Zeit des Tages stehen diese Busse entweder an den Schul-Haltestellen oder dem Gelände der Betreiberfirmen herum, wenn sie nicht anderweitig gebraucht werden.
Alternativ könnten bei bereits bestehenden Buslinien zu Stoßzeiten auch Anhänger genutzt werden, wie sie in München inzwischen zum täglichen Anblick gehören: https://www.muenchen.de/verkehr/oeffent ... zuege.html
Zuletzt geändert von Kamikaze am Do 25. Feb 2021, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Lehren aus Corona für den Umweltschutz

Beitragvon Teeernte » Do 25. Feb 2021, 10:00

Kamikaze hat geschrieben:(25 Feb 2021, 09:35)

Als den größten Punkt auf dieser Liste sehe ich die verschlafene Automatisierung.
Der Güterumschlag muss deutlich schneller und flexibler werden um den LKW-Verkehr sinnvoll reduzieren zu können und hier liegt in meinen Augen immenses Potential in der Automatisierung - vom Rangierbetrieb (den ich generell in der jetzigen Form überdenken würde) bis hin zu den Lokführern und noch manuell geschalteten Stellwerken. Die Technik ist teils schlicht noch aus dem vorletzten Jahrhundert.
Siehe auch hier:

Quelle: https://www.eurailpress.de/nachrichten/ ... er-db.html

Meine Meinung dazu:
Entweder man erkennt die Bahn (und den ÖPNV generell) als Daseinsvorsorge an - dann muss der Staat diese Betriebe wie eine Behörde führen und ggf. aus Steuergeldern finanzieren,
ODER
Der Staat zieht die Privatisierung dieses Infrastrukturbereichs durch und muss dann in Kauf nehmen, wenn das Unternehmen "DB" ggf. bankrott geht.
Im Fall 2 wäre entsprechend lediglich die Infrastruktur selbst (also Gleise und Straßen) sinnvoll im Staatsbesitz aufgehoben und lediglich die Nutzung würde (ähnlich wie bei Straßen und Autobahnen) durch konkurrierende Unternehmen erfolgen. Der Markt würde hier als "Regulator" wirken. Hierbei könnte/sollte aber auf die Subvention des Unternehmens DB verzichtet werden und Gelder und Investitionen stattdessen vollumfänglich dem Erhalt und der Aufrüstung des entsprechenden Wegenetzes zugute kommen.
Ich persönlich würde hier Variante 2 bevorzugen - in Kombination mit Verpflichtungen auch wirtschaftlich unrentable Strecken/Flächen bedienen zu müssen (ähnlich wie die Netzausbau-Verpflichtungen für 5G-Netzbetreiber).


Aumann - Bahn isn Thema für sich ! Hier einfach nur kopierte Texte reindonnern - wird nichts helfen.

(Auch vermeintliche Besserwisserei hilft hier NICHT)

Wer soll Güterzug "fahren" den kein anderer fahren will ? (Betreiben nur von Gleis ?) Noch mehr auf Strasse ?

Klar fahren VW ihren ZUG mit PKWs .....

.. in dem Moment wie nur "ein" Waggon gekarrt werden soll - ohne Fahrplan - also Terminfracht für übermorgen in Stuttgart- nur hin - nur einer -
wer soll den Fahren ? Bleibt an der Bahn hängen. Wenn sichs LOHNT - kann JEDER fahren - da kann man sich sogar alles anmieten.

Wer auf Subvention (Sicherer Umsatz) verzichtet - wird es den Einzelpreis für die Kunden erhöhen. Dann hört die Quersubvention auf.

>> Warum gibts keine Ansagen wie Früher - am Bahnsteig - nur "Automaten" Ansagen ?
Die DB Station und Service will den Teil "Zeit" des Fahrdienstleiters (- das ist DER Mann der genau weiss wann der Zug kommt ...) nicht mit bezahlen.
Gesteuerte AutomatenAnsage ist billiger - bringt aber keine "ECHTE" Auskunft. - Zeitnah. Muss ja nicht.
Damit fällt auch die Infrastruktur (Lautsprecher/Verstärker - Verbindung FDL ) Nach und Nach ...weg....

Schön auch - wenn die Sitzgelegenheiten nun weggebaut werden. MUSS ja KEINER Sitzen - Rentner, Frauen mit Kinder auf dem Arm...Behinderte....Kinder.

Wieviel "Sitz" gibts auf DEINEM Bahnhof - Bahnsteig 3 ?

Klugscheiss aus.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D

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