Reichen Flächen für Energiewende?

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Dieter.Raimann
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Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Dieter.Raimann » Fr 7. Feb 2020, 01:11

Würde mich mal interessiere, ob jemand die Einschätzung von technischen Standpunkt geben kann:

Will Deutschland die Erzeugung von Energie umstellen weg von Uran und Kohle, Öl und Gas. Gibt es natürlich keine Geothermie oder Wasserkraft wie in Island oder Norwegen gibt. Und der Biogas ist auch aus geschöpft.
Bleiben also noch über:
- Wind Offshort
- Wind Onshore
- Sonne (PV)

Von die soll versorgt werden:
- komplette Stromverbrauch für Deutschland
- Verkehr
- Herstellung von Stahl
- Herstellung von Zement

Gibt es von rechnerische Standpunkt aus gesehen Flächen genug für Wind und Sonne damit alle versorgt werden kann? (Soll nicht ideologische Diskussion sein.)
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Senexx
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Senexx » Fr 7. Feb 2020, 06:42

Dieter.Raimann hat geschrieben:(07 Feb 2020, 01:11)

Würde mich mal interessiere, ob jemand die Einschätzung von technischen Standpunkt geben kann:

Will Deutschland die Erzeugung von Energie umstellen weg von Uran und Kohle, Öl und Gas. Gibt es natürlich keine Geothermie oder Wasserkraft wie in Island oder Norwegen gibt. Und der Biogas ist auch aus geschöpft.
Bleiben also noch über:
- Wind Offshort
- Wind Onshore
- Sonne (PV)

Von die soll versorgt werden:
- komplette Stromverbrauch für Deutschland
- Verkehr
- Herstellung von Stahl
- Herstellung von Zement

Gibt es von rechnerische Standpunkt aus gesehen Flächen genug für Wind und Sonne damit alle versorgt werden kann? (Soll nicht ideologische Diskussion sein.)


Die komplette Umstellung ist nicht überhaupt nicht möglich: Dunkelflauten.

Für eine weitgehende Umstellung reichen die Flächen selbstverständlich aus. Wenn:

- Man die Landwirtschaft genügend zurückdrängt
- genügend Wald abholzt
- Windräder siedlungsnah aufstellt.

Geht alles.

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Kamikaze
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Kamikaze » Fr 7. Feb 2020, 06:46

Kurze Antwort: Ja.

Die dazugehörige Studie aus dem Jahr 2018: https://www.oeko.de/publikationen/p-det ... system-ii/
Eine Kurzanalyse dazu für alle, die sich nicht den gesamten Studientext antun wollen: https://www.pv-magazine.de/2018/10/16/n ... -energien/

Der WWF (Naturschutzverband) geht davon aus, dass man etwa 2,5% der zur Verfügung stehenden Flächen benötigt, um mit Wind und PV den Energiebedarf der BRD zu decken.
Sogar bei der Annahme, dass sich der Energieverbrauch nicht wie prognostiziert entwickelt, sondern doppelt so hoch liegt, wären ~5% der Fläche ausreichend für die Energieversorgung der Republik.
Auch die Belange der Bürger und Natur wurden in der Studie behandelt: Es geht. Eigentlich recht problemlos - wenn man nur will. ;)
Aber die 2,5% der Fläche werden natürlich mit Zähnen und Klauen von jenen verteidigt, die der Meinung sind, dass "das garnicht geht". Ein Glück, dass wir diese Menschen haben - sonst ginge direkt was vorwärts in diesem Land. :thumbup:
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Orbiter1 » Fr 7. Feb 2020, 07:12

Alleine mit Offshore-Windanlagen lässt sich in der EU 12 mal mehr Strom erzeugen als verbraucht wird. Da ist Europa den anderen Regionen in der Welt weit überlegen. https://www.bilder-hochladen.net/files/ ... i-a328.jpg
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 7. Feb 2020, 08:26

Prinzipiell wäre das schon möglich, vor allen Dingen im europäischen Verbund von Portugal bis Estland, mit viel PV im Süden, viel Windkraft im Norden und an den Küsten, viel Wasserkraft in den Bergen*) und mit weiteren geeigneten Speichern ließen sich auch Dunkelflauten überbrücken, wahrscheinlich muss man aber Gaskraftwerke als Notreserve in der Hinterhand halten. Aber so teuer, wie das in Deutschland gemacht worden ist, geht es natürlich nicht. Da müssen Subventionen in Form von Vergütungsentgelten ("EEG-Umlage") kräftig zurückgefahren werden und der Staat muss seine Geldgier unterdrücken und die Steuern und Abgaben auf den Strom massiv senken. Windräder in Landschafts- und Naturschutzgebieten sind allerdings ein absolutes No Go, da muss man dann andere Flächen finden.

*) Hier würde ich in den Alpen verstärkt Stauseen anlegen und zwar überall dort, wo die Gletscher schmelzen. Diese Talsperren wären dann einerseits Reserve für Dunkelflauten und andererseits würden sie dafür sorgen, dass die Flüsse auch weiterhin ganzjährig Wasser führen.
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Dieter.Raimann » Fr 7. Feb 2020, 08:44

Orbiter1 hat geschrieben:(07 Feb 2020, 07:12)

Alleine mit Offshore-Windanlagen lässt sich in der EU 12 mal mehr Strom erzeugen als verbraucht wird. Da ist Europa den anderen Regionen in der Welt weit überlegen. https://www.bilder-hochladen.net/files/ ... i-a328.jpg

Weißt du wie hoch die Offshore Wind Potential für Deutschland ist? Und wieviel davon schon ausgebaut?
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Dieter.Raimann » Fr 7. Feb 2020, 08:51

Kamikaze hat geschrieben:(07 Feb 2020, 06:46)

Kurze Antwort: Ja.

Die dazugehörige Studie aus dem Jahr 2018: https://www.oeko.de/publikationen/p-det ... system-ii/
Eine Kurzanalyse dazu für alle, die sich nicht den gesamten Studientext antun wollen: https://www.pv-magazine.de/2018/10/16/n ... -energien/

Der WWF (Naturschutzverband) geht davon aus, dass man etwa 2,5% der zur Verfügung stehenden Flächen benötigt, um mit Wind und PV den Energiebedarf der BRD zu decken.
Sogar bei der Annahme, dass sich der Energieverbrauch nicht wie prognostiziert entwickelt, sondern doppelt so hoch liegt, wären ~5% der Fläche ausreichend für die Energieversorgung der Republik.
Auch die Belange der Bürger und Natur wurden in der Studie behandelt: Es geht. Eigentlich recht problemlos - wenn man nur will. ;)
Aber die 2,5% der Fläche werden natürlich mit Zähnen und Klauen von jenen verteidigt, die der Meinung sind, dass "das garnicht geht". Ein Glück, dass wir diese Menschen haben - sonst ginge direkt was vorwärts in diesem Land. :thumbup:

Sehr interessant. Weißt du, wie viele Fläche heute für Wind und PV verwendet werden?
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Kamikaze » Fr 7. Feb 2020, 09:03

Dieter.Raimann hat geschrieben:(07 Feb 2020, 08:51)

Sehr interessant. Weißt du, wie viele Fläche heute für Wind und PV verwendet werden?


Leider konnte ich zu dieser Frage keine aktuelle Antwort finden.
Das Umweltbundesamt gibt zwar eine ganze Reihe von Statistiken heraus, aber nicht zum Flächenverbrauch, wie es scheint...
https://www.umweltbundesamt.de/themen/k ... #uberblick
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon H2O » Fr 7. Feb 2020, 09:14

Kamikaze hat geschrieben:(07 Feb 2020, 06:46)

Kurze Antwort: Ja.

Die dazugehörige Studie aus dem Jahr 2018: https://www.oeko.de/publikationen/p-det ... system-ii/
Eine Kurzanalyse dazu für alle, die sich nicht den gesamten Studientext antun wollen: https://www.pv-magazine.de/2018/10/16/n ... -energien/

Der WWF (Naturschutzverband) geht davon aus, dass man etwa 2,5% der zur Verfügung stehenden Flächen benötigt, um mit Wind und PV den Energiebedarf der BRD zu decken.
Sogar bei der Annahme, dass sich der Energieverbrauch nicht wie prognostiziert entwickelt, sondern doppelt so hoch liegt, wären ~5% der Fläche ausreichend für die Energieversorgung der Republik.
Auch die Belange der Bürger und Natur wurden in der Studie behandelt: Es geht. Eigentlich recht problemlos - wenn man nur will. ;)
Aber die 2,5% der Fläche werden natürlich mit Zähnen und Klauen von jenen verteidigt, die der Meinung sind, dass "das garnicht geht". Ein Glück, dass wir diese Menschen haben - sonst ginge direkt was vorwärts in diesem Land. :thumbup:


Im Grunde erschütternd, wenn im Jahre 2020 solche Fragen gestellt werden. Obwohl Deutschland noch eines der dichter besiedelten Gebiete Europas ist, sind doch diese Werte schon vor 10 Jahren und ganz am Anfang der Energiewende geklärt worden. Als Europäer und auch ansonsten wenig völkisch veranlagter Zeitgenosse unterstütze ich selbstverständlich den Verbund unserer Energieversorgung über unsere Landesgrenzen hinweg... aber es gab Zeiten, als die Zweifel so heftig vertreten wurden, daß ich auf Energieautarkie umgeschwenkt bin, um zu zeigen, wie verzagt hier sehr viele Leute gleich sind, wenn sich Dinge sehr verändern müssen.

Einen Vorschlag bringe ich aus Pommern aus einer Bürgerversammlung zum Thema mit: Dort wurde beschlossen, um die Kleinstadt Kamień Pomorski herum 24 Windräder mit je 9 MW zu errichten. Auch in Polen gilt das Abstandsgebot zu Wohnbauten (Wohnsiedlungen), dort aber nur zu reiner Wohnbebauung. Gewerbebetriebe und landwirtschaftliche Betriebe sind weniger geschützt. In der Bürgerversammlung wurde also vorgeschlagen, den Ertrag eines der 24 Windräder den Anliegern gut zu schreiben und ihn mit der individuellen Stromrechnung zu verrechnen. Dafür können man den Wertverlust der Häuser und Grundstücke durch Verspargelung der Landschaft ausgleichen. Ein ganz anderer Gesichtspunkt, der aber auch in Deutschland Anklang finden könnte; der also den Widerspruchsgeist gegen gesicherte Energie aus Erneuerbaren Energien dämpfen könnte.

Auch in Polen sind Erneuerbare Energien ein großes Thema geworden, um von der Braunkohle weg zu kommen, die noch vielfach als Hausbrand genutzt wird. Dann liegt noch ein Hauch der verblichenen DDR über den Siedlungen. Aber auch das wird weniger durch flächenhafte Umrüstung auf Erdgas.
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon H2O » Fr 7. Feb 2020, 09:29

Kamikaze hat geschrieben:(07 Feb 2020, 09:03)

Leider konnte ich zu dieser Frage keine aktuelle Antwort finden.
Das Umweltbundesamt gibt zwar eine ganze Reihe von Statistiken heraus, aber nicht zum Flächenverbrauch, wie es scheint...
https://www.umweltbundesamt.de/themen/k ... #uberblick


Ergänzend wäre an zu merken, daß die Größe der Windräder in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen hat, und daß derzeit eine wirtschaftliche Grenze bei 6 MW an Land und bei 9 MW auf See zu liegen scheint. Wenn also demnächst alte und verschlissene Windräder erneuert werden müssen, dann wird dort, wo bisher 3 Windräder arbeiteten nur noch ein sehr großes Windrad stehen. Tja... wie bestimmt man danach den Flächenbedarf? Weiterhin ist das Land unter den Windrädern für "Ackerbau und Viehzucht" immer noch nutzbar, wie man sehr schön in MeckPomm sehen kann.

Bei aller Begeisterung für Windräder sollte aber auch nicht die Möglichkeit der Solarstromerzeugung verdrängt werden, die heute schon mit Photovoltaikdächern im Gebäudebestand und erst recht bei Neubauten gefördert werden können. Auch da sollte eine der Diskussion um Windräder herum entsprechende Diskussion angefacht werden. Für mich ein wenig überraschend, daß selbst im nördlichen Mitteleuropa damit nennenswerte Erträge zu erzielen sind. Bei Nutzung von Dachflächen entsteht dadurch überhaupt kein zusätzlicher Flächenbedarf.
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Teeernte » Fr 7. Feb 2020, 09:39

Kamikaze hat geschrieben:(07 Feb 2020, 06:46)

Kurze Antwort: Ja.

Die dazugehörige Studie aus dem Jahr 2018: https://www.oeko.de/publikationen/p-det ... system-ii/
Eine Kurzanalyse dazu für alle, die sich nicht den gesamten Studientext antun wollen: https://www.pv-magazine.de/2018/10/16/n ... -energien/

Der WWF (Naturschutzverband) geht davon aus, dass man etwa 2,5% der zur Verfügung stehenden Flächen benötigt, um mit Wind und PV den Energiebedarf der BRD zu decken.
:thumbup:


Ordentlich verwertbare Zahlen sind da nicht drin.

Frage - von welchem Energiebedarf geht WWF aus ? Nur der (ehemalige) Strombedarf ? Oder Umstellung des Gesamten Energiesektrors auf EE.

Muss ja nicht sein - ist ja WWF.

Klar gehen auch Batteriekraftwerke - wieviel TAGE Batteriekraft soll installiert werden ?

Nun der REST der Frage - was soll es denn kosten ? - je kWh ? 60 Cent ? oder 80 ?

(Für die Familie statt Kugel eis gleich die Eismaschine im Jahr ?)



Radio Eriwan
Stimmt es, dass Iwan Iwanowitsch in der Lotterie ein rotes Auto gewonnen hat?


Im Prinzip ja.
Aber es war nicht Iwan Iwanowitsch, sondern Pjotr Petrowitsch.
Und es war kein rotes Auto, sondern ein blaues Fahrrad.
Und er hat es nicht gewonnen, sondern es ist ihm gestohlen worden.
Alles andere stimmt
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Papaloooo » Fr 7. Feb 2020, 09:52

Senexx hat geschrieben:(07 Feb 2020, 06:42)

Die komplette Umstellung ist nicht überhaupt nicht möglich: Dunkelflauten.

Für eine weitgehende Umstellung reichen die Flächen selbstverständlich aus. Wenn:

- Man die Landwirtschaft genügend zurückdrängt
- genügend Wald abholzt
- Windräder siedlungsnah aufstellt.

Geht alles.

Da der Mensch im linksgrünen Traumland nichts zählt, als Umweltschädling wahrgenommen wird, kann man ihm beliebig zu Leibe rücken und seine Lebensbedingungen beliebig verschlechtern. Dann ist die E-Wirtschaft machbar.

Das stimmt nicht ganz,
es kann durchaus auch Synergieeffekte geben.
Man macht bereits neue Solar-Felder-Anlagen in eine Höhe von ca. 5 Metern:
So kann darunter Landwirtschaft betrieben werden,
und die Pflanzen leiden weniger unter der Sommerhitze.

Google mal über den Beton-Energiespeicher,
dieser ist eine schlaue Möglichkeit,
wie das Zuviel und Zuwenig an Energie abgepuffert werden kann.

Und nein, es ist besser, manche Flächen die derzeit für Viehfutter gebraucht werden, wieder auf zu forsten.
Ein Wald bindet weitaus mehr CO2 als eine Wiese.
Mischwälder wären zu bevorzugen.
Zudem ist das auch noch besser für unser Grundwasser:
weniger Gülle bedeutet weniger Nitrate und unter Wäldern hält sich mehr Grundwasser,
als unter Wiesen, weil auf den Waldboden weniger Sonnenstrahlung kommt.
Zuletzt geändert von Papaloooo am Fr 7. Feb 2020, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Axelhaxel » Fr 7. Feb 2020, 09:58

Mit Kohle sind 60 - 80 Cent realistisch. Irgendwo müssen die Kosten der Folgeschäden ja hin. In die EEG gehören diese eigentlich nicht.

Aber zur Bildung statt Panik und Fakenews-Verbreitung

https://www.google.com/amp/s/www.quarks ... gsten/amp/
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon H2O » Fr 7. Feb 2020, 10:07

Papaloooo hat geschrieben:(07 Feb 2020, 09:52)

Das stimmt nicht ganz,
es kann durchaus auch Synergieeffekte geben.
Man macht bereits neue Solar-Felder-Anlagen in eine höhe von ca. 5 Meter.
So kann darunter Landwirtschaft betrieben werden,
und die Pflanzen leiden weniger unter der Sommerhitze.

...

...




Vielen Dank für diesen Beitrag! Für eine ähnliche Einlassung hatte ich tüchtig Tritte in den Allerwertesten bezogen, wobei ich dabei gar nicht von einer "überdachten Landschaft" ausging, sondern von Stelzen in 2 m Höhe für Solarpanels. Mein Grundgedanke dabei war, die meist gut eingezäunten Photovoltaikfelder für die Schafhaltung zu nutzen und mit Hütehunden zu schützen vor 2.beinigen und 4-beinigen Wölfen. Dann könnten die Schafe die Landschaft pflegen und die Verwucherung aufhalten, und Wartungsarbeiten an den Photovoltaikpanels könnten von einem Fahrzeug aus durchgeführt werden, wenn zwischen den Zeilen 2 m Platz gelassen werden würde... genug Lichteinfall für Bodenpflanzen. Auf jeden Fall keine "Bodenversiegelung".
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Kamikaze » Fr 7. Feb 2020, 10:44

Teeernte hat geschrieben:(07 Feb 2020, 09:39)

Ordentlich verwertbare Zahlen sind da nicht drin.

Frage - von welchem Energiebedarf geht WWF aus ? Nur der (ehemalige) Strombedarf ? Oder Umstellung des Gesamten Energiesektrors auf EE.

Muss ja nicht sein - ist ja WWF.

Klar gehen auch Batteriekraftwerke - wieviel TAGE Batteriekraft soll installiert werden ?


Hast du die Studie überhaupt gelesen? Ich vermute du beziehst dich auf die Kurzanalyse. Da fehlen die Zahlen (natürlich). In der Studie sind die sehr wohl genannt, aufbereitet und analysiert.

Nun der REST der Frage - was soll es denn kosten ? - je kWh ? 60 Cent ? oder 80 ?


Dazu hat Axelhaxel schon eine Einschätzung gegeben. Ich rechne nicht mit gravierend steigenden Strompreisen (inflationsbereinigt) durch die Umstellung. Allenfalls sorgen Altlasten aus der fossilen Energieerzeugung für Verteuerungen.
Allerdings sei hier angemerkt, dass die Strompreise für Großabnehmer seit Jahren sinken und für Privathaushalte stetig steigen (inflationsbereinigt).
Diesen Missstand gilt es aus zu gleichen. Fallen bspw. Förderungen für Energieintensive Industrien weg, könnte der Strom für Privathaushalte ganz plötzlich massiv billiger werden.

Hier ein paar Einschätzungen: https://www.financescout24.de/wissen/ra ... ntwicklung
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Papaloooo » Fr 7. Feb 2020, 10:48

H2O hat geschrieben:(07 Feb 2020, 10:07)

Vielen Dank für diesen Beitrag! Für eine ähnliche Einlassung hatte ich tüchtig Tritte in den Allerwertesten bezogen, wobei ich dabei gar nicht von einer "überdachten Landschaft" ausging, sondern von Stelzen in 2 m Höhe für Solarpanels. Mein Grundgedanke dabei war, die meist gut eingezäunten Photovoltaikfelder für die Schafhaltung zu nutzen und mit Hütehunden zu schützen vor 2.beinigen und 4-beinigen Wölfen. Dann könnten die Schafe die Landschaft pflegen und die Verwucherung aufhalten, und Wartungsarbeiten an den Photovoltaikpanels könnten von einem Fahrzeug aus durchgeführt werden, wenn zwischen den Zeilen 2 m Platz gelassen werden würde... genug Lichteinfall für Bodenpflanzen. Auf jeden Fall keine "Bodenversiegelung".

Ja, das mit der Vieh-Haltung wird in meiner Nähe auch gemacht, dazu müssen die Anlage nicht ganz so hoch sein, denn es müssen ja keine Traktoren mit runterfahren .
Es hilft auch den Wiesen, weil sie in der prallen Sommerzeit nicht so austrocknen wie die Wiesen drumherum.
Und richtig, es ist einfach nur eine Frage, wie man den Abstand zwischen den solaranlagen gestaltet, sodass erstens genug Strom erzeugt werden kann, und dennoch genügend Licht zwischen den Panels auf den Boden fällt.

Natürlich könnte man auch weitere Dinge machen, wie künftig bevorzugt Flachdächer bei Neubauten, die entweder begrünt sind, oder mit Solarzellen ausgestattet.

Schienen drassen, Überdachungen, sowie Straßen könnten auch mit Solarzellen ausgestattet werden.

Bei Straßen ist es einfach nur eine Frage, wie ich eine solarzelle so aufbauen, dass sie stabil genug ist für Fahrzeuge, dass sie lichtdurchlässig ist, und dennoch eine raue Oberfläche hat.

Technisch machbar ist das allemal. Verbunden werden könnte das dann gleich noch mit Oberleitungen für die LKWs, die ihren Strom dann direkt vor Ort geliefert bekommen.
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon aleph » Fr 7. Feb 2020, 10:59

Nein, reichen nicht, zumal führende Umweltexperten dazu raten, einen Teil der genutzten Flächen zwecks Artenerhalt der Natur zurück zu geben, bzw. nicht zu nutzen. Das betrifft vor allem die HotSpots der Erde
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Dieter.Raimann » Fr 7. Feb 2020, 11:23

Papaloooo hat geschrieben:(07 Feb 2020, 09:52)
Und nein, es ist besser, manche Flächen die derzeit für Viehfutter gebraucht werden, wieder auf zu forsten.
Ein Wald bindet weitaus mehr CO2 als eine Wiese.
Mischwälder wären zu bevorzugen.
Zudem ist das auch noch besser für unser Grundwasser:
weniger Gülle bedeutet weniger Nitrate und unter Wäldern hält sich mehr Grundwasser,
als unter Wiesen, weil auf den Waldboden weniger Sonnenstrahlung kommt.

Bindet die Wald jedes Jahr mehrer CO2 oder wird es wieder frei wenn der Baum verrottet?
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Kamikaze » Fr 7. Feb 2020, 11:42

Papaloooo hat geschrieben:(07 Feb 2020, 10:48)
bevorzugt Flachdächer bei Neubauten, die entweder begrünt sind, oder mit Solarzellen ausgestattet.


Solarzellen oder grün auf dem Dach: Gerne!
Flachdächer: Pfui!
Warum: Flachdächer sind wesentlich anfälliger für Wasserschäden und haben dadurch eine bedeutend geringere Lebenserwartung als Schrägdächer.
Zudem müssen PV-Module auf Flachdächern durch Gestelle angewinkelt werden, die wiederum windsicher gemacht werden müssen, was (dank Bohrungen und Verschraubungen, sowie mechanische Beanspruchung) die Lebensdauer und Wasserdichtigkeit von Flachdächern weiter schädigt.
Nahezu alle dieser Themen können mit einem Schrägdach (in richtiger Ausrichtung - also Giebel Richtung Ost-West) wesentlich einfacher gelöst werden und die Lebensdauer des Daches leidet bei Schrägdach-Konstruktionen auch wesentlich weniger.

Wenn schon ein Flachdach existiert: Warum nicht.
Aber warum die Fixierung auf Flachdächer?
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Re: Reichen Flächen für Energiewende?

Beitragvon Kamikaze » Fr 7. Feb 2020, 11:45

Dieter.Raimann hat geschrieben:(07 Feb 2020, 11:23)

Bindet die Wald jedes Jahr mehrer CO2 oder wird es wieder frei wenn der Baum verrottet?


Der Wald bindet genau so viel CO2 wie frei wird, wenn man den Baum verbrennt oder er auf natürlichem Wege verrottet.
Wirklich gebunden ist das CO2 erst, wenn es vertorft, bzw. als Kohle dauerhaft in die Erdkruste eingelagert wurde. (Daher auch das aktuelle CO2-Problem, weil täglich viele hundert Tonnen ehemals gebundenes CO2 in die Atmosphäre gepumpt werden.)
Deshalb nimmt man auch Holzbau stärker in den Fokus, da durch das Bauholz diese Menge CO2 zunächst gebunden ist (zumindest, bis das Holz nach dem Abriss irgendwann doch verbrannt wird).
Vernachlässigbare Mengen werden tatsächlich dauerhaft gebunden, wenn z.B. Laub oder Nadeln im Wald zu Boden fallen und entweder ein dicker Nadelteppich entsteht oder Laub zu Humus kompostiert. Dabei wird etwas weniger CO2 frei, als zuvor gebunden wurde. Diese Mengen sind aber wie gesagt vernachlässigbar gering.
Zuletzt geändert von Kamikaze am Fr 7. Feb 2020, 11:48, insgesamt 4-mal geändert.
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