Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Moderator: Moderatoren Forum 4

Welcher der folgenden Aussagen zur Kernenergie in Deutschland würden Sie am ehesten zustimmen?

Wir sollten aus der Kernkraft aussteigen wie beschlossen, da sie zu große Risiken birgt
31
44%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen, aber keine neuen bauen
8
11%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen und darüber hinaus neue bauen
23
32%
Ich halte die These, dass mittels Kernkraft der CO2-Ausstoß wesentlich verringert werden kann, für falsch
3
4%
Ich halte nichts von der These, dass der Mensch über CO2-Ausstoß zum Klimawandel beiträgt
6
8%
 
Abstimmungen insgesamt: 71
Elmar Brok
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Elmar Brok » Di 13. Okt 2020, 20:27

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2020, 11:06)

Interessant, wie die Medien gegen Kernenergie getrommelt haben: https://www.achgut.com/artikel/erfolgre ... _kernkraft

Vorsicht beim anklicken, die Quelle ist extrem anrüchig!

Naja, der Artikel beginnt direkt mit Fehlinformationen/bzw. missleitenden Informationen. Lohnt sich nicht großartig weiterzulesen, nehme ich mal an.
Perkeo
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Di 13. Okt 2020, 20:49

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2020, 11:06)

Interessant, wie die Medien gegen Kernenergie getrommelt haben: https://www.achgut.com/artikel/erfolgre ... _kernkraft

Vorsicht beim anklicken, die Quelle ist extrem anrüchig!

Du brauchst nicht die „anrüchigen“ Quellen zu bemühen, und das ist auch keine gute Idee. Mit ein bisschen Dreisatz kann man das sogar aus den Angaben von Greenpeace (!) herleiten:
Die deutschen Kohlekraftwerke sollen 3100 Tote pro Jahr verursachen.
https://www.greenpeace.de/themen/energiewende/fossile-energien/3100-todesfaelle-durch-kohlekraftwerke
Das wären beim Strommixes von 2014:
https://unendlich-viel-energie.de/strommix-deutschland-2014
168 Terawattstunden.
Alle Kernkraftwerke der Welt produzieren zusammen 2568 TWh
https://de.statista.com/themen/50/kernenergie/
D.h. nach Adam Riese würde Kohle statt Kernkraft pro Jahr mehr als 47000 Menschenleben kosten, was allein schon im Bereich der Opferzahlen von Tschernobyl ist.

Und wie gesagt, ich habe eine Quelle benutzt, die schwerlich für die Kernenergie befangen ist.

Und ich habe zwei abenteuerliche Konzessionen gemacht:
1) Dass alle Kohlekraftwerke so sauber sind wie die Deutschen
2) Dass alle Kernkraftwerke gleich unsicher sind und wir nichts tun können um die Sicherheit zu verbessern.
Zuletzt geändert von Perkeo am Mi 14. Okt 2020, 05:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Okt 2020, 06:46

Ich wäre dafür, die Befürworter der Kernkraft ernst zu nehmen und zu zu lassen, dass diese in einem Bürgerprojekt einen Reaktor planen dürfen.
Einzige Auflage: alle Kosten müssen internalisiert werden. Insbesondere: Unfallversicherung, Rückbau der Anlage nach Ablauf der Lebensdauer von 30 Jahren, Endlagerung des Atommülls für mindestens 10.000 Jahre (auch "wenig radioaktiver Abfall" strahlt extrem lange - das Zauberwort ist "Halbwertszeit" - auch nach Ablauf dieser Frist strahlt das Zeug noch - nur eben nur noch halb so viel).
Ebenso bin ich dafür, dass dieser Reaktor, wenn er denn jemals aus der Planungsphase kommen sollte, und ein Bauplatz gefunden werden sollte, auch am regulären Strommarkt teilnehmen darf - genau wie große PV und Windanlagen es heute schon tun.
Falls das Projekt sich dann entgegen meiner Erwartung als sinnvoll erweisen sollte, bin ich gerne bereit diese Technologie weiter zu unterstützen.

Alte Reaktoren weiter betreiben zu wollen ist wie die Forderung beim TÜV doch noch die Plakette für den alten Rosteimer zu bekommen, weil der "ja noch voll gut ist". --> Nach spätestens 30 Jahren Generalsanierung incl. Abschluss aller Versicherungen (sofern noch nicht vorhanden) und angemessener Beteiligung am Endlager, sowie garantierte Rückstellungen für den Rückbau der Anlage incl. Inflationsausgleich über die Lebensdauer - natürlich ohne Förderung aus Steuergeldern.

Btw: Dass Kohlestrom keine wirkliche Alternative ist, die länger als absolut unbedingt notwendig laufen sollte ist unstrittig.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 14. Okt 2020, 07:58

Kamikaze hat geschrieben:(14 Oct 2020, 06:46)

Btw: Dass Kohlestrom keine wirkliche Alternative ist, die länger als absolut unbedingt notwendig laufen sollte ist unstrittig.

Ja, so ein deindustrialisiertes Deutschland mit nur wenig Strom, wo alle zu Fuß gehen (außer die "Herrschaften") und wo jeder vor lauter Glückseligkeit nur noch Regenbogen ausscheidet wird total toll :)
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Okt 2020, 09:35

Tom Bombadil hat geschrieben:(14 Oct 2020, 07:58)

Ja, so ein deindustrialisiertes Deutschland mit nur wenig Strom, wo alle zu Fuß gehen (außer die "Herrschaften") und wo jeder vor lauter Glückseligkeit nur noch Regenbogen ausscheidet wird total toll :)


Ich werte das so, dass auch Sie einsehen, dass die Erfolgsaussichten für Reaktorneubau und Sanierung eher gering sein dürften.
Aber bitte: ich gestehe Ihnen für Kohle natürlich das gleiche zu. Finden Sie genug Investoren, einen Bauplatz und sorgen Sie für angemessene Risikoabdeckung durch Versicherungen und ausreichende Rückstellungen für den Anlagenrückbau in 30 Jahren, sowie eine Endlagerung des Abfalles (Abgase). Wenn Sie sich dann noch wirtschaftlich sinnvoll gegen PV und Wind durchsetzen können werde ich Ihre Technik gerne unterstützen. ;)

Bis es soweit ist, werde ich mein Geld lieber in den Ausbau meiner eigenen Energieerzeugung durch PV, sowie Effizienzsteigerungen (z.B. mein E-Autochen mit ~4kWh/100km Verbrauch, Wärmepumpenheizung, Gebäudedämmung, etc.) investieren.
Was staatliche Projekte betrifft bin ich überzeugter Anhänger des Stromnetzausbaus, um elektrische Energie auch über weite Strecken mit geringen Verlusten übertragen zu können. Dadurch könnten Dunkelflauten (die ja nur lokal auftreten) besser ausgeregelt werden und EE-Strom von dort, wo er produziert wird auch sinnvoll (mit möglichst geringen Verlusten) zu den Verbrauchern gelangen kann.

Ich arbeite aktuell darauf hin, in absehbarer Zeit möglichst zu >90% Autarkie in Sachen Energieverbrauch zu erreichen. Die letzten 10% kann dann das Netz bereitstellen oder im Notfall ein kleines BHKW überbrücken. Nebenbei dürften dann vermutlich gerade im Sommer großzügige Überschüsse aus der Produktion an die Allgemeinheit abfließen, die ich nicht selbst verbrauchen kann/will.
Entsprechend wird mir das, was die Bundesregierung an Großkraftwerken genehmigt immer egaler. Meine Atemluft hingegen ist mir nicht egal - ebensowenig wie sauberes Trinkwasser.

Wenn der Nachweis gelingen sollte, dass das auch mit althergebrachter Technik möglich ist, bin ich gerne bereit meine Ansichten zu überdenken. :p
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 14. Okt 2020, 12:08

Das Thema neue Kernkraftwerke ist doch in den industrialisierten westlichen Staaten mausetot. Niemand mehr will so etwas in seiner Nachbarschaft haben und ein Endlager über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren schon gar nicht. Selbst in den USA werden Kernkraftwerke weit vor dem Ablauf ihrer genehmigten Laufzeit stillgelegt. Der Strom daraus ist zu teuer. Die steigen auf Erdgas oder Erneuerbare Energien um.

"Nuclear plants in the U.S. are under pressure from cheap natural gas and renewables, forcing many to close before the end of their operational lives. Roughly a quarter of the 99 nuclear reactors in the country are at risk of early retirement, Bloomberg New Energy Finance reported in March." Quelle: https://www.utilitydive.com/news/nexter ... 20/528824/
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 14. Okt 2020, 13:50

Kamikaze hat geschrieben:(14 Oct 2020, 09:35)

Ich werte das so, dass auch Sie einsehen, dass die Erfolgsaussichten für Reaktorneubau und Sanierung eher gering sein dürften.

In Deutschland wird es jedenfalls keine Kernenergie mehr geben, die Gehirnwäsche war erfolgreich. Daher ist das Elaborat, man solle sich doch selber ein AKW bauen wohl auch eher im Bereich Comedy anzusiedeln.

Ich arbeite aktuell darauf hin, in absehbarer Zeit möglichst zu >90% Autarkie in Sachen Energieverbrauch zu erreichen.

Das ist ja toll, nutzt aber weder den vielen Mietern, die das nicht können noch der Industrie. Mit dem Windrädchen im Garten wird sich der Primärenergiebedarf nicht decken lassen. Egal, die Chinesen werden die Produktion nur allzu gerne übernehmen, Deutschland wird dann das Land der Dichter und Denker auf Youtube :D
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Okt 2020, 15:26

Tom Bombadil hat geschrieben:(14 Oct 2020, 13:50)
eher im Bereich Comedy anzusiedeln.


Mieter haben in Sachen Energie leider Pech, wenn der Vermieter da nicht mitziehen will. Dafür haben Mieter den Vorteil, dass sie idR. eine gut erschlossene Infrastruktur wohnortnah vorfinden und somit z.B. auf den eigenen PKW verzichten und mit wesentlich weniger Primärenergie auskommen können.
Die Industrie hat alle Möglichkeiten ihren Energiebedarf selbst zu produzieren. Das Ganze idR. sogar noch besser als Privathaushalte, da die Lasten üblicherweise besser mit der Erzeugung in Einklang zu bringen sind. Am Geld scheitert es da idR. nicht. Schon heute sprießen rund um energieintensive Ecken hier in Bayern PV-Kraftwerke und "Windräder" aus dem Boden. Bisher gehören die halt nicht den Firmen, die die Energie verbrauchen. Müssen die Energiefresser eben selbst mal den Ar... hoch bekommen. Fläche wäre genug vorhanden, und die Technik ebenfalls. Alleine der Wille fehlt.
Alleine wenn ich sehe, wie viele Dächer in D noch ungenutzt sind, bin ich mir sehr sicher, dass da noch große Mengen an Energie ungenutzt verbraten werden.
Und um den Primärenergiebedarf zu decken gibt es immer zwei Stellschrauben: Erzeugung und Verbrauch (Einsparung/Effizienzsteigerung). Wer da nicht mitmachen will darf sich halt nicht beschweren, dass es immer teurer wird. Der dezentralen Versorgung gehört die Zukunft - nicht Atom oder Kohle.

Auch das wird den Großstädten in Zukunft zu schaffen machen - da bin ich mir sehr sicher. Aber das gleicht sich dann eben an anderer Stelle aus. :)
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 14. Okt 2020, 18:11

Kamikaze hat geschrieben:(14 Oct 2020, 15:26)

Alleine der Wille fehlt.

Genau, es liegt immer nur am Willen, sonst nix. Soll halt in Zukunft jeder selber zusehen, wo er seinen Strom her bekommt, mit ein bisschen gutem Willen ist das ja ganz easy machbar in der Regenbogenwelt. Und wer kein Geld hat, macht eben eine Kerze an...
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Okt 2020, 19:05

Tom Bombadil hat geschrieben:(14 Oct 2020, 18:11)

Genau, es liegt immer nur am Willen, sonst nix. Soll halt in Zukunft jeder selber zusehen, wo er seinen Strom her bekommt, mit ein bisschen gutem Willen ist das ja ganz easy machbar in der Regenbogenwelt. Und wer kein Geld hat, macht eben eine Kerze an...


Jau - wenn Argumente fehlen, dann die Tränendrüse. Also doch lieber die armen Atomkraftwerke weiter laufen lassen, damit der Tom nicht traurig ist. :p
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 14. Okt 2020, 20:10

Süß. Ich bin ja zum Glück nicht betroffen :cool: Ich wünsche euch aber viel Glück im Regenbogenland :D
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Mi 14. Okt 2020, 20:32

Orbiter1 hat geschrieben:(14 Oct 2020, 12:08)

Das Thema neue Kernkraftwerke ist doch in den industrialisierten westlichen Staaten mausetot. Niemand mehr will so etwas in seiner Nachbarschaft haben und ein Endlager über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren schon gar nicht. Selbst in den USA werden Kernkraftwerke weit vor dem Ablauf ihrer genehmigten Laufzeit stillgelegt. Der Strom daraus ist zu teuer. Die steigen auf Erdgas oder Erneuerbare Energien um.

"Nuclear plants in the U.S. are under pressure from cheap natural gas and renewables, forcing many to close before the end of their operational lives. Roughly a quarter of the 99 nuclear reactors in the country are at risk of early retirement, Bloomberg New Energy Finance reported in March." Quelle: https://www.utilitydive.com/news/nexter ... 20/528824/

Propaganda:
“Wir haben überhaupt keine Verwendung für Atomstrom, denn wir machen ja jetzt alles mit Sonne und Wind. Außerdem stimmt es ja gar nicht dass Atom CO2 sparen kann”

Realität (Stand 2019):
Primärenergie Deutschland: 78% fossil, 18% Kohle, 14 % erneuerbar, pro Kopf CO2: 1,84 x größer als Frankreich, größter Braunkohleproduzent der Welt.
Primärenergie USA: 81% fossil, 11% Kohle, 11% erneuerbar, pro Kopf CO2: 2,7 x größer als Frankreich
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Do 15. Okt 2020, 07:50

Perkeo hat geschrieben:(14 Oct 2020, 20:32)

Propaganda:
“Wir haben überhaupt keine Verwendung für Atomstrom, denn wir machen ja jetzt alles mit Sonne und Wind. Außerdem stimmt es ja gar nicht dass Atom CO2 sparen kann”

Realität (Stand 2019):
Primärenergie Deutschland: 78% fossil, 18% Kohle, 14 % erneuerbar, pro Kopf CO2: 1,84 x größer als Frankreich, größter Braunkohleproduzent der Welt.
Primärenergie USA: 81% fossil, 11% Kohle, 11% erneuerbar, pro Kopf CO2: 2,7 x größer als Frankreich


Propaganda vom Umweltbundesamt:
Atomstrom ist keineswegs CO2-neutral. Die Treibhausgasemissionen sind größtenteils der Stromproduktion vor- und nachgelagert. Betrachtet man den gesamten Lebensweg – von Uranabbau, Brennelementherstellung, Kraftwerksbau und -rückbau bis zur Endlagerung – so ist in den einzelnen Stufen des Zyklus zum Teil ein hoher Energieaufwand nötig, wobei Treibhausgase emittiert werden.

Bei Stromerzeugung aus Kernenergie fallen Emissionen auch im Betrieb an, da Uran abgebaut, angereichert und für sehr lange Zeit endgelagert werden muss. Insbesondere die CO2-Emissionen die noch für die Endlagerung entstehen werden, sind nur schwer absehbar (da es nur sehr wenige empirische Daten gibt). Auch die beim Abbau von Uran entstehenden Emissionen können nicht eindeutig bestimmt werden. Unter anderem aus diesen Gründen sind die Bandbreiten für die CO2-Emissionen im Lebenszyklus von Kernenergie sehr hoch und die Ergebnisse fallen sehr unterschiedlich aus. Laut IPCC-Bericht von 2014 liegen die Treibhausgasemissionen von Kernkraftwerken über den gesamten Lebenszyklus im Bereich von 3,7 bis 110 Gramm CO2-Äquivalenten pro Kilowattstunde

https://www.umweltbundesamt.de/service/ ... h-co2-frei

Propaganda von Quarks:
Die geringe Restlaufzeit der Atomkraftwerke bedeutet, dass die Gesamtenergieproduktion spätestens ab 2024 sinken würde. Eine Mangelversorgung würde sich jedoch vermutlich nicht einstellen. Bislang produzieren alle Kraftwerke in Deutschland zusammen rund 10 Prozent Überschuss, etwa 11 Prozent würden durch die Kernenergie wegfallen. Da mit Gaskraftwerken noch sehr viel potenzielle Kapazität vorhanden ist, wäre die Energieversorgung abgesichert.

Bis zum geplanten Kohleausstieg im Jahr 2038, wenn es in Deutschland weder Kohle- noch Atomstrom mehr geben wird, wird man die Kernkraftwerke nicht mehr betreiben können. Im Ausland, etwa in den USA, aber auch in der Schweiz, wird zwar diskutiert, die Laufzeit um bis zu 20 Jahre zu verlängern. In der Theorie ist das durchaus möglich.

Allerdings werden mit fortschreitendem Alter teure Nachbesserungen und Nachrüstungen nötig. Manch seltene Verschleiß- oder Abnutzungserscheinungen lassen sich im schlimmsten Fall überhaupt nicht reparieren. Am Ende ist es häufig eine Kostenfrage. Laut eines aktuellen MIT-Reports sind die Kosten für die Kernenergie ein fundamentales Problem. Erneuerbare Energie ist meist eine deutlich kostengünstigere Variante.

https://www.quarks.de/technik/energie/a ... imaschutz/

Tl;dr: Atomkraft ist viel teurer als EE und keineswegs CO2-neutral. ;)
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 15. Okt 2020, 09:25

Kamikaze hat geschrieben:(15 Oct 2020, 07:50)

..

Strom aus EE ist natürlich genauso wenig CO2-frei.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Do 15. Okt 2020, 09:43

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Oct 2020, 09:25)

Strom aus EE ist natürlich genauso wenig CO2-frei.

Stimmt. Allerdings produzieren diese Anlagen idR. über ihre Lebensdauer bedeutend mehr Energie, als für die Produktion aufgewendet wurde.

Für fossile Kraftwerke [wird] definitionsgemäß neben dem energetischen Aufwand für die Errichtung und Betrieb des Kraftwerks auch der eingesetzte Brennstoff mit in die Rechnung einbezogen, da dieser zur Stromerzeugung unwiderruflich verbrannt wird. Dadurch haben fossile Kraftwerke immer einen Erntefaktor kleiner Eins. Erneuerbare Energien können als einzige Kraftwerkstypen Erntefaktoren größer Eins haben, da deren Energiequellen wie etwa Wind, Wasser oder Sonne nach menschlichem Ermessen nicht endlich sind bzw. sich bei nachhaltiger Nutzung (etwa von Waldbeständen) regenerieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 15. Okt 2020, 10:04

Kamikaze hat geschrieben:(15 Oct 2020, 09:43)

Allerdings produzieren diese Anlagen idR. über ihre Lebensdauer bedeutend mehr Energie, als für die Produktion aufgewendet wurde.

Das ist bei allen Kraftwerkstypen der Fall, sonst würde es sich nicht lohnen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor

Erkläre mal bitte die Tabelle.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Do 15. Okt 2020, 10:09

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Oct 2020, 10:04)

Das ist bei allen Kraftwerkstypen der Fall, sonst würde es sich nicht lohnen.


mit dem Unterschied, dass bei allen fossilen Energieträgern immer ein Brennstoff unwiederbringlich verbrannt wird. Das bedeutet, dass der Erntefaktor bei Einbezug des Brennstoffes bei fossilen Energieträgern IMMER <1 ist. EE sind idR. >1, da sie keinen Brennstoff verbrauchen.

Erkläre mal bitte die Tabelle.


Zu kompliziert?
Die Tabelle schlüsselt den eROI unter Ausschluss des Primärenergieträgers auf. Ist ja auch irgendwie sinnvoll, denn sonst wäre die Tabelle in der oberen Hälfte leer. ;)
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 15. Okt 2020, 10:21

Kamikaze hat geschrieben:(15 Oct 2020, 10:09)

mit dem Unterschied, dass bei allen fossilen Energieträgern immer ein Brennstoff unwiederbringlich verbrannt wird. Das bedeutet, dass der Erntefaktor bei Einbezug des Brennstoffes bei fossilen Energieträgern IMMER <1 ist. EE sind idR. >1, da sie keinen Brennstoff verbrauchen.

Tolle Erkenntnis.

Zu kompliziert?

Niedlich.

Die Tabelle schlüsselt den eROI unter Ausschluss des Primärenergieträgers auf.

Und weiter?
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Do 15. Okt 2020, 10:35

Kamikaze hat geschrieben:(15 Oct 2020, 07:50)

Propaganda vom Umweltbundesamt:

https://www.umweltbundesamt.de/service/ ... h-co2-frei

Das gleiche gilt auch für EE, mit dem Unterschied dass die Kernkraftwerke schon da waren und zum Teil noch sind.

Kamikaze hat geschrieben:(15 Oct 2020, 07:50)

Propaganda von Quarks:

https://www.quarks.de/technik/energie/a ... imaschutz/

Tl;dr: Atomkraft ist viel teurer als EE und keineswegs CO2-neutral. ;)

Strohmann- Argument: Von Kernenergie statt EE war nie die Rede, sondern von Kernenergie statt Kohle. Und bis zum Jahr 2038 wäre Kernenergie zu vertretbaren Kosten und sicher zu betreiben, wohingegen Kohle jeden Tag katastrophalere Folgen hat.

Also nochmal: Warum nicht schon spätestens 2020 Kohleausstieg und erst 2038 Atomausstieg? Deine eigenen Quellen räumen das ja ausdrücklich ein:
Würde man alle sechs Kernkraftwerke über das Jahr 2022 am Netz lassen, könnte man folgende Braunkohlekraftwerke ersetzen: Neurath, Niederaußem und Schkopau. Darunter sind auch die zwei Braunkohlekraftwerke mit den höchsten Emissionen von 2019

Natürlich wird “vergessen” dass wir mehr als genug Kernkraftwerke gehabt hätten, um alle Kohle zu ersetzen, selbst wenn man einen kleinen Teil aus Sicherheitsgründen hätte abschalten müssen.

Kamikaze hat geschrieben:(15 Oct 2020, 10:09)

mit dem Unterschied, dass bei allen fossilen Energieträgern immer ein Brennstoff unwiederbringlich verbrannt wird. Das bedeutet, dass der Erntefaktor bei Einbezug des Brennstoffes bei fossilen Energieträgern IMMER <1 ist. EE sind idR. >1, da sie keinen Brennstoff verbrauchen.


BRENNstoffe verbrauchen EE nicht, ROHstoffe schon. Kein Recycling ist 100%ig. Allen jemals verbrachten und eingeplanten Kernbrennstoff könnte man problemlos in einer Turnhalle unterbringen. Die Kernenergie ist also auch da konkurrenzfähig.
Zuletzt geändert von Perkeo am Do 15. Okt 2020, 10:44, insgesamt 3-mal geändert.

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