Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Moderator: Moderatoren Forum 4

Welcher der folgenden Aussagen zur Kernenergie in Deutschland würden Sie am ehesten zustimmen?

Wir sollten aus der Kernkraft aussteigen wie beschlossen, da sie zu große Risiken birgt
31
44%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen, aber keine neuen bauen
8
11%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen und darüber hinaus neue bauen
23
32%
Ich halte die These, dass mittels Kernkraft der CO2-Ausstoß wesentlich verringert werden kann, für falsch
3
4%
Ich halte nichts von der These, dass der Mensch über CO2-Ausstoß zum Klimawandel beiträgt
6
8%
 
Abstimmungen insgesamt: 71
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Mo 28. Sep 2020, 10:55

Adam Smith hat geschrieben:(28 Sep 2020, 10:26)

In Bezug auf CO2 steht Frankreich wegen seinen 56 Atomkraftwerken noch besser dar. Deutschland will ja alle Atomkraftwerke Ende 2022 abschalten. Also in 2 Jahren. Danach verschiebt sich alles aber immer mehr zu Gunsten von Deutschland. Leider werden wir trotzdem uns wegen Frankreich verschulden müssen. Aus irgendeinem Grund sind wir es bestimmt schuld.


Warum soll es für Deutschland besser werden? Kommt nach dem Abschalten eine gute Fee vorbei, die Netz- und Speicherausbau kostenlos vorantreibt und alle Windkraftanlagen und Solarzellen vervielfacht???

Der Vorsprung Frankreichs ist gigantisch, die waren vor 50 Jahren schon weiter als wir jetzt.

Selbst wenn eines fernen, fernen, fernen Tages Deutschland weder fossile Energie noch Kernenergie braucht. Das wäre ein Grund, DANN die Kernkraftwerke stillzulegen.
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Adam Smith
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Adam Smith » Mo 28. Sep 2020, 11:01

Perkeo hat geschrieben:(28 Sep 2020, 10:55)

Warum soll es für Deutschland besser werden? Kommt nach dem Abschalten eine gute Fee vorbei, die Netz- und Speicherausbau kostenlos vorantreibt und alle Windkraftanlagen und Solarzellen vervielfacht???

Der Vorsprung Frankreichs ist gigantisch, die waren vor 50 Jahren schon weiter als wir jetzt.

Selbst wenn eines fernen, fernen, fernen Tages Deutschland weder fossile Energie noch Kernenergie braucht. Das wäre ein Grund, DANN die Kernkraftwerke stillzulegen.


Deutschland hat keine 56 Atomkraftwerke an der Backe deren Betrieb wirtschaftlicher Unsinn ist.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Mo 28. Sep 2020, 11:10

Adam Smith hat geschrieben:(28 Sep 2020, 11:01)

Deutschland hat keine 56 Atomkraftwerke an der Backe deren Betrieb wirtschaftlicher Unsinn ist.

Deutschland hat tausende Solardächer und Windkraftanlagen an der Backe, die sofort pleite sind, wenn der Netzbetreiber nicht zur Abnahme des Stroms verpflichtet wird UND es fehlen Speicher und Langstrecken-Stromleitungen UND der CO2-Ausstoß ist höher als Frankreich in den 70er Jahren UND die Kosten sind doppelt so hoch wie DEINE Zahlen zu Frankreich.

Wieso sollte also Frankreichs Strategie “ wirtschaftlicher Unsinn” sein und Deutschlands nicht?
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Adam Smith » Mo 28. Sep 2020, 11:16

Perkeo hat geschrieben:(28 Sep 2020, 11:10)

Deutschland hat tausende Solardächer und Windkraftanlagen an der Backe, die sofort pleite sind, wenn der Netzbetreiber nicht zur Abnahme des Stroms verpflichtet wird UND es fehlen Speicher und Langstrecken-Stromleitungen UND der CO2-Ausstoß ist höher als Frankreich in den 70er Jahren UND die Kosten sind doppelt so hoch wie DEINE Zahlen zu Frankreich.

Wieso sollte also Frankreichs Strategie “ wirtschaftlicher Unsinn” sein und Deutschlands nicht?


Weil die Stromgestehungskosten von Atomkraftwerken über den Stromgestehungskosten von PV-Anlagen liegen.

Mit Stand 2017 sind die Kosten der Stromerzeugung aus Photovoltaik beispielsweise binnen 7 Jahren um fast 75 % gefallen.


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Stromgestehungskosten
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Mo 28. Sep 2020, 11:32

Adam Smith hat geschrieben:(28 Sep 2020, 11:16)

Weil die Stromgestehungskosten von Atomkraftwerken über den Stromgestehungskosten von PV-Anlagen liegen.



https://de.m.wikipedia.org/wiki/Stromgestehungskosten

Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Eine PV-Anlage speist den Strom ein, wann die Sonne scheint - für den Netzbetreiber heißt es friss oder stirb, gelegentlich wird der Strompreis sogar negativ. Ein Kernkraftwerk ist 90% der Zeit verfügbar, und selbst die übrigen 10% sind größtenteils geplante Revisionen.
Dazu kommt noch, dass die jetzigen Solar- und Windkraftanlagen an optimalen Standorten sind. Bei einer Vollversorgung mit Erneuerbaren wird man auch auf schlechtere zurückgreifen müssen.
Und zu guter Letzt: Egal wie optimistisch man die Zukunft sieht, die Gegenwart ist nun einmal dass es nicht genug Erneuerbare gibt um Kohle UND Kernenergie zu ersetzen. Warum schaltet man nicht die Kohle zuerst ab?

Es ist ja nicht so, dass Frankreich nicht in Erneuerbare investiert. Der Unterschied ist, dass Deutschland an der Kohle festhält.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Adam Smith » Mo 28. Sep 2020, 11:53

Perkeo hat geschrieben:(28 Sep 2020, 11:32)
Warum schaltet man nicht die Kohle zuerst ab?


Strom aus Kohle ist rentabler als Strom aus Atomkraftwerken. Wobei Erdgas rentabler ist als Kohle.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Stromge ... er_ISE.png

Es ist ja nicht so, dass Frankreich nicht in Erneuerbare investiert. Der Unterschied ist, dass Deutschland an der Kohle festhält.


Zuerst werden Atomkraftwerke abgeschaltet dann Kohlekraftwerke.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Mo 28. Sep 2020, 12:39

Adam Smith hat geschrieben:(28 Sep 2020, 11:53)

Strom aus Kohle ist rentabler als Strom aus Atomkraftwerken. Wobei Erdgas rentabler ist als Kohle.


Natürlich. Wenn wir uns den Klimaschutz wegdenken, brauchen wir keine Kernkraftwerke - und auch keine Solar- und Windkraftanlagen.


Warum nicht genau umgekehrt? Und wann werden die anderen fossilen Energieträger drastisch reduziert? Welches faktenbasierte Argument spricht für diese Reihenfolge?
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Mo 28. Sep 2020, 12:48

H2O hat geschrieben:(28 Sep 2020, 10:41)
Mein Solardach hat auch "nur" 70.000 € gekostet, aber das Dach mußte auch darunter gebaut werden.

Wann haben Sie das denn gekauft?!
für ~75.000€ wurde mir eine 50kWp-Anlage samt Wechselrichtern und Aufständerung und Montage angeboten... Vor gut einem Jahr! O.O
Mag sein, dass es in Polen noch etwas teurer ist, aber der Preis erscheint mir doch extrem hoch.

PS: Laut Google ist aktuell die kWp Photovoltaik für rund 1400€ zu haben:
Durchschnittliche Photovoltaik Kosten
Kleine Photovoltaik Anlagen mit 3 bis 4 kWp kosten im Schnitt rund 1.700€ bis 1.600€ pro kWp (netto). Größere Anlagen mit 8 bis 10 kWp sind etwas günstiger mit 1.400€ bis 1.300€ pro kWp (netto).

https://www.google.com/search?client=fi ... otovoltaik
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon H2O » Mo 28. Sep 2020, 13:50

Kamikaze hat geschrieben:(28 Sep 2020, 12:48)

Wann haben Sie das denn gekauft?!
für ~75.000€ wurde mir eine 50kWp-Anlage samt Wechselrichtern und Aufständerung und Montage angeboten... Vor gut einem Jahr! O.O
Mag sein, dass es in Polen noch etwas teurer ist, aber der Preis erscheint mir doch extrem hoch.

PS: Laut Google ist aktuell die kWp Photovoltaik für rund 1400€ zu haben:

https://www.google.com/search?client=fi ... otovoltaik


Na ja, die Anlage enthält natürlich einen Energiespeicher von 30 kWh und sie funktioniert als unterbrechungsfreie Stromversorgung. Leider erreiche ich trotz dieser großen Geldausgabe nicht die volle Autarkie einer Inselanlage in jeder Jahreszeit. Dann müßte ich noch eine Notstromanlage dazu stellen.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Mo 28. Sep 2020, 14:01

H2O hat geschrieben:(28 Sep 2020, 13:50)

Na ja, die Anlage enthält natürlich einen Energiespeicher von 30 kWh und sie funktioniert als unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Ach so - das ist leider wirklich ein blödes Thema. Batteriespeicher sind in der Tat leider noch sehr teuer, wenn man sie nicht selbst bauen kann (und selbst dann sind die dafür nötigen Batterien noch ziemlich teuer, wenn man nicht durch Zufall an einige alte E-PKW-Akkus kommt, die man ausschlachten kann). Ich gehe aber davon aus, dass hier ein ähnlicher Preisverfall stattfinden wird, wie im PV-Bereich, wenn die E-Mobilität und entsprechende Stromspeicher-Lösungen den Markt durchdringen und Skalierungseffekte greifen. Momentan geht es da aber noch eher stockend voran. :(
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 28. Sep 2020, 17:14

Kamikaze hat geschrieben:(28 Sep 2020, 10:12)

Aktuell schätze ich das Risiko als gering ein.

Ich nicht, aber das ist natürlich nur reine Spekulation und ich will das Thema auch nicht schon wieder hochkochen, zumal das hier in den thread auch nicht hingehört.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 28. Sep 2020, 17:17

@H2O und Kamikaze: ich habe nichts dagegen, wenn man mal etwas vom Thema abschweift, aber wenn ihr euren Austausch vertiefen möchtet, dann könnt ihr gerne einen neuen Strang dazu aufmachen!
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Teeernte » Mo 28. Sep 2020, 18:53

Adam Smith hat geschrieben:(28 Sep 2020, 07:48)

Und wie erklärst du dir diesen Link?

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Offshor ... 9C-Systeme

Es sieht nicht gut aus für Deutschland.



https://www-manager--magazin-de.cdn.amp ... 92441.html



Was soll ich mir da erklären ?

Kupfer Kabel ?
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Teeernte » Mo 28. Sep 2020, 18:56

Adam Smith hat geschrieben:(28 Sep 2020, 11:01)

Deutschland hat keine 56 Atomkraftwerke an der Backe deren Betrieb wirtschaftlicher Unsinn ist.


Die Politik hat sie bauen lassen ...und der Staat - Bund/Land war Errichter/Betreiber.

Lobbyisten hatten vermeldet - "Es" ist guuuuuut.

Nun gibts neue - die meinen "Es" ist schlecht.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Adam Smith » Mo 28. Sep 2020, 18:57

Teeernte hat geschrieben:(28 Sep 2020, 18:53)

Was soll ich mir da erklären ?

Kupfer Kabel ?


Die Ziele der Regierung.

Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien ist und bleibt eine tragende Säule der Energiewende. Der Anteil erneuerbarer Energien soll von derzeit rund 32 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 und gemäß der Vereinbarung im Koalitionsvertrag auf 65 Prozent im Jahr 2030 steigen. Mehr Wettbewerb, ein kontinuierlicher Ausbau mit effektiver Steuerung, Begrenzung der Kosten, Akteursvielfalt und Verzahnung mit dem Netzausbau sind die Koordinat


https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossie ... %20steigen.
Das ist Kapitalismus:

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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Teeernte » Mo 28. Sep 2020, 19:51

Adam Smith hat geschrieben:(28 Sep 2020, 18:57)

Die Ziele der Regierung.



https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossie ... %20steigen.


Lohnt also NICHT.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Adam Smith » Mo 28. Sep 2020, 20:06

Teeernte hat geschrieben:(28 Sep 2020, 19:51)

Lohnt also NICHT.


Die deutsche Regierung beurteilt die gleichen Fakten anders als die französische Regierung.
Das ist Kapitalismus:

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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Di 29. Sep 2020, 02:16

Adam Smith hat geschrieben:(28 Sep 2020, 20:06)

Die deutsche Regierung beurteilt die gleichen Fakten anders als die französische Regierung.

Wie irgendeine Regierung set was beurteilt, halte ich für irrelevant. Relevant ist, ob die Ziele erreicht werden - und da lautet die Gretchenfrage: Was waren denn die Ziele? War der Atomausstieg reiner Selbstzweck oder Mittel zum Zweck, die Anzahl der Unfalltoten pro Kilowattstunde und die Anzahl der benötigten Endlager zu verringern? War der Ausbau erneuerbarer Energieträger reiner Selbstzweck oder oder Mittel zum Zweck, den Pro Kopf CO2-Ausstoss zu verringern?
Und wenn man die Ziele definiert hat, zeigt der messbare Erfolg, welche Regierung richtig urteilt und welche falsch.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Adam Smith » Di 29. Sep 2020, 07:01

Perkeo hat geschrieben:(29 Sep 2020, 02:16)

Wie irgendeine Regierung set was beurteilt, halte ich für irrelevant. Relevant ist, ob die Ziele erreicht werden - und da lautet die Gretchenfrage: Was waren denn die Ziele? War der Atomausstieg reiner Selbstzweck oder Mittel zum Zweck, die Anzahl der Unfalltoten pro Kilowattstunde und die Anzahl der benötigten Endlager zu verringern? War der Ausbau erneuerbarer Energieträger reiner Selbstzweck oder oder Mittel zum Zweck, den Pro Kopf CO2-Ausstoss zu verringern?
Und wenn man die Ziele definiert hat, zeigt der messbare Erfolg, welche Regierung richtig urteilt und welche falsch.


Es geht darum was am günstigsten ist. Ganz einfach. Das war vor bereits vor 10 Jahren ganz deutlich zu erkennen. Für Menschen die sich damit auskennen bereits viel früher.


Laut einem Bericht des Obersten Rechnungshofes in Frankreich (Januar 2012) kosteten die Erforschung, Entwicklung sowie der Bau der französischen Kernkraftwerke insgesamt 188 Mrd. Euro. Diese Kosten konnten bisher durch den Verkauf der Elektrizität zu etwa 75 % amortisiert werden. Da die Kraftwerke noch im Betrieb sind, werden diese Kosten aber vermutlich gedeckt werden können. Für Folgekosten gibt es bisher kaum Rückstellungen. Zudem geht der Rechnungshof davon aus, dass für die Demontage der Anlagen die vorgesehenen 18,4 Mrd. Euro nicht genügen werden, sondern mindestens die doppelte Summe anzusetzen sei. Zudem müssten noch langfristige Kosten für die Entsorgung oder die Endlagerung des Atommülls berücksichtigt werden; diese sind laut Bericht nur schwer zu beziffern.


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kernene ... Frankreich

Frankreich muss in den nächsten 5 Jahren mindestens 20 Kernkraftwerke ersetzen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_d ... Frankreich


Im Juli 2011 schätzte EDF die Kosten auf 6 Milliarden Euro und die Inbetriebnahme auf 2016.[5] Im Dezember 2012 gab EDF bekannt, die Baukosten des EPR seien auf 8,5 Milliarden Euro gestiegen.[6] Anfang Dezember 2012 gab der italienische Konzern Enel EDF seinen 12,5-%-Anteil am EPR zurück, verlangte rund 613 Millionen Euro an Investitionen zurück und äußerte, der Reaktor werde wegen der hohen Investitionskosten nie wirtschaftlich sein. Kolportiert wurden Ende 2012 Stromgestehungskosten von circa 7–10 ct/kWh über die gesamte Betriebsdauer,[7] der Finanznachrichtendienst Bloomberg L.P. vermutete 7,2 ct/kWh.


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kernkra ... lamanville

Die Stromgestehungskosten widersprechen anderen Daten fundamental.


Nahezu alle Indikatoren, die im World Nuclear Industry Status Report erfasst werden, zeigen, dass die Atomindustrie vor vielen Jahren ihren Höhepunkt erklommen hat: Im Jahr 2002 erreichte die Zahl der im Betrieb befindlichen Reaktoren mit 438 einen Höchststand, Anfang 2019 waren es noch 415; die Atomstromproduktion war 2006 am höchsten. In den Jahren 1984 und 1985 gingen 33 Meiler erstmals ans Netz, 2018 waren es neun. 1979 waren 234 Meiler im Bau – ein absoluter Höhepunkt, Anfang 2019 waren es 49; 1976 wurde mit dem Bau von 44 Reaktoren begonnen: ein historisches Maximum; 2018 waren es noch fünf


https://www.rosalux.de/news/id/41269/en ... af56157423

In den 90er Jahren war es vermutlich klar, dass die Atomkraftwerke unwirtschaftlich sind.

Die Strompreise sind in Frankreich im Moment noch günstiger als in Deutschland, weil Frankreich nur 1 Atomkraftwerk baut und keine 20 zeitgleich rückbauen muss. Wenn Frankreich erst einmal 20 Atomkraftwerke bauen muss, 20 rückbauen muss und die Endlagerung lösen muss, dann gehen die Strompreise durch die Decke.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 29. Sep 2020, 08:30

Adam Smith hat geschrieben:(29 Sep 2020, 07:01)

Es geht darum was am günstigsten ist.

Nein, beim Atomausstieg ging es darum, Deutschland vor der nuklearen Katastrophe zu bewahren und jetzt beim Kohleausstieg geht es darum, Deutschland vor der Klimakatastrophe zu bewahren. Du willst doch wohl hoffentlich nicht behaupten, dass die Merkelregierungen das Volk belügen würden?
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