Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

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Welcher der folgenden Aussagen zur Kernenergie in Deutschland würden Sie am ehesten zustimmen?

Wir sollten aus der Kernkraft aussteigen wie beschlossen, da sie zu große Risiken birgt
25
42%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen, aber keine neuen bauen
8
14%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen und darüber hinaus neue bauen
18
31%
Ich halte die These, dass mittels Kernkraft der CO2-Ausstoß wesentlich verringert werden kann, für falsch
3
5%
Ich halte nichts von der These, dass der Mensch über CO2-Ausstoß zum Klimawandel beiträgt
5
8%
 
Abstimmungen insgesamt: 59
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » So 2. Aug 2020, 12:46

H2O hat geschrieben:(02 Aug 2020, 12:38)

Um Kopf und Kragen geht es jetzt aber nicht...

Noch nicht, ich bin jedoch gespannt, womit man die bis zum 1.1.2023 wegfallende Kapazität von ca. 11,4 Gigawatt ersetzen will, wenn man endgültig alle noch laufenden AKW und erste KohleKW stillgelegt hat.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon H2O » So 2. Aug 2020, 13:03

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 Aug 2020, 12:46)

Noch nicht, ich bin jedoch gespannt, womit man die bis zum 1.1.2023 wegfallende Kapazität von ca. 11,4 Gigawatt ersetzen will, wenn man endgültig alle noch laufenden AKW und erste KohleKW stillgelegt hat.


Wer ist da nicht gespannt? Ich bin davon überzeugt, daß die mit der Energiewende befaßten Unternehmen in keine so leicht vorhersehbare Falle tappen werden.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » So 2. Aug 2020, 13:09

Ich weiß doch, dass du unerschütterlich davon überzeugt bist. Mir fehlt dazu allerdings der Glaube, denn was anderes bleibt ja nicht.

Die dt. Stromkonzerne tappen auch in keine Falle, die haben längst das Ausland als Markt entdeckt.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » So 2. Aug 2020, 16:31

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Aug 2020, 12:33)

Deutschland hat entschieden, sowohl aus der Kernenergie als auch aus der Kohle (leider zu spät!) auszusteigen. Das war die richtige Entscheidung.

Nein, die Entscheidung im Jahr 2022 aus der Kernenergie und erst 2038 aus der Kohle auszusteigen ist NICHT richtig, und sie wird auch nicht richtig wenn man sie nur oft genug lobt.
Warum ist man nicht aus der Kohle im Schnellverfahren ausgestiegen um sich dann beim Atomausstieg Zeit zu lassen.
Kohlhaas hat geschrieben:(01 Aug 2020, 12:33)

Wir brauchen weder Atomkraft noch Braunkohle. Wenn eine Brückentechnologie nötig ist, dann wäre Erdgas das Mittel der Wahl. Ist nicht so umweltschädlich wie Kohle, ist deutschlandweit verfügbar und ließe sich problemlos nach und nach durch regenerativ erzeugtes "synthetisches" Erdgas ersetzen.

Der Atomausstieg ist JETZT. Also Schluss mit der schönen neuen Welt die man errichten könnte wenn man denn irgendwann in die Gänge käme. Wir haben Kernkraftwerke mit nahezu makelloser Störfallbilanz abgeschaltet und veraltete Braunkohlekraftwerke laufen gelassen.
Die Gaskraftwerke (die uns endgültig in die politische Abhängigkeit von Putin bringen) könnten wir vielleicht in 10 Jahren ans Netz bringen - und die würden natürlich mehr CO2 freisetzen als die Kernenergie, also auch dort sehe ich keinen Grund warum die Kernkraft denn das größere Übel sein soll.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » So 2. Aug 2020, 16:43

Atue001 hat geschrieben:(01 Aug 2020, 23:54)

Es zeigt sich heute ganz klar, dass neue Atomkraftwerke bei den Kosten mit regenerativen Energien einfach nicht mithalten können. Und das selbst dann nicht, wenn man wie üblich die Folgekosten für die noch immer ungeklärte Lösung für den radioaktiven Müll nicht vollumfänglich mit in die Kostenrechnung einbezieht.

Die Kosten, das sowieso benötigte Endlager ein bisschen zu vergrößern, dürften eher gering sein.
Und der Kostenvorteil der Erneuerbaren schrumpft, wenn man die Stromspeicher mit einbezieht. Zumal es eine serienreife Lösung für die Speicherkapazität, die wir für eine Vollversorgung mit Erneuerbaren brauchen würden, gar nicht gibt - weder billig noch teuer.

Atue001 hat geschrieben:(01 Aug 2020, 23:54)

Deutschland könnte schon weitaus weiter sein bei der Umstellung auf regenerative Energien, wenn nicht immer wieder in den vergangenen 16 Jahren massiv durch CDU/CSU-geführte Regierungen eingebremst worden wäre. Wir haben so viele tausend Arbeitsplätze im Bereich der regenerativen Energien verloren - mehr als durch die Stilllegung veralteter Kohle- und Atomkraftwerke verloren gehen werden - Arbeitsplätze, die man auch noch teuer über den Steuerzahler nachsubventioniert, während man Zukunftstechnologien erfolgreich abgewürgt und ins Ausland verloren hat.

Das ist zwar nicht völlig falsch. Aber weit genug, um Kernenergie durch etwas anderes als fossile Energieträger zu ersetzen, hätten wir niemals sein können.
Also am Ende des Tages lautet die Gretchenfrage: Will man das Risiko der Kernenergie gegen die garantierte Katastrophe durch fossile Energieträger eintauschen, oder nicht.
Weder noch ist ein heres Endziel, aber keine jetzt zur Verfügung stehende Option.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kohlhaas » So 2. Aug 2020, 18:38

Perkeo hat geschrieben:(02 Aug 2020, 16:31)

Nein, die Entscheidung im Jahr 2022 aus der Kernenergie und erst 2038 aus der Kohle auszusteigen ist NICHT richtig, und sie wird auch nicht richtig wenn man sie nur oft genug lobt.
Warum ist man nicht aus der Kohle im Schnellverfahren ausgestiegen um sich dann beim Atomausstieg Zeit zu lassen.

Wie ich weiter oben geschrieben habe: Der Ausstieg aus der Kohle hätte früher erfolgen können/sollen/müssen. Meine Meinung! Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Tatsache, dass Deutschland entschieden hat, die Energieversorgung ohne Kohle und ohne Atomstrom sicherzustellen. Punkt.

Das war auch die völlig richtige Entscheidung. Ich weiß nicht, wie oft man es noch sagen muss, damit es endlich kapiert wird: Atomenergie ist schonn deshalb keine Lösung, weil es den Brennstoff dafür nur noch für kurze Zeit geben wird ---- selbst beim heutigen Durchschnittsverbrauch. Die einzige Energie, die uns unbegrenzt zur Verfügung steht, ist die Energie der Sonne. Jaja, ich weiß, auch die wird irgendwann versiegen. In vielleicht drei Milliarden Jahren....
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Ebiker » So 2. Aug 2020, 18:49

Kohlhaas hat geschrieben:(02 Aug 2020, 18:38)


Das war auch die völlig richtige Entscheidung. Ich weiß nicht, wie oft man es noch sagen muss, damit es endlich kapiert wird: Atomenergie ist schonn deshalb keine Lösung, weil es den Brennstoff dafür nur noch für kurze Zeit geben wird ---- selbst beim heutigen Durchschnittsverbrauch.


Das ist falsch, mit den neuen Technologien des Recycelns alter Brennstäbe ist noch Brennstoff für viele hundert Jahre vorhanden, der nochdazu ganz erheblich kürzere Halbwertszeiten hat.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » So 2. Aug 2020, 18:56

Kohlhaas hat geschrieben:(02 Aug 2020, 18:38)

Wie ich weiter oben geschrieben habe: Der Ausstieg aus der Kohle hätte früher erfolgen können/sollen/müssen. Meine Meinung! Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Tatsache, dass Deutschland entschieden hat, die Energieversorgung ohne Kohle und ohne Atomstrom sicherzustellen. Punkt.

Aber auch nichts daran, dass wir noch viele Jahre von diesem Ziel entfernt sind, und dass wir in diesen vielen Jahren fast alle Nachteile fast aller Optionen und fast keine Vorteile des ach so tollen Endzustands haben könnten. Und daran, dass es auch besser gegangen wäre bzw. in Finnland, dem vereinigten Königreich, der Schweitz, Schweden, etc. pp. auch tatsächlich sehr viel besser geht.
Kohlhaas hat geschrieben:(02 Aug 2020, 18:38)
Das war auch die völlig richtige Entscheidung. Ich weiß nicht, wie oft man es noch sagen muss, damit es endlich kapiert wird:

Diese Frage gebe ich an den Absender zurück, denn ich sehe meine Frage, warum der Atomausstieg denn unbedingt zuerst sein muss, weiterhin als unbeantwortet an - auch durch diesen aktuellen Einwand nicht.

Wenn man alle Potenziale ausschöpft, dann hält das Uran auch Milliarden Jahre: [url]http://sustainablenuclear.org/PADs/pad11983cohen.pdf
.
Und denk dran: Wenn das auch nur entfernt stimmt, hätten wir Jahrtausende Zeit um neue Methoden der Urangewinnung zu erfinden und Jahrmillionen um die - in Pilotanlagen jetzt schon funktionierende -Brutreaktortechnologie zu perfektionieren.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kohlhaas » So 2. Aug 2020, 19:59

Perkeo hat geschrieben:(02 Aug 2020, 18:56)

Aber auch nichts daran, dass wir noch viele Jahre von diesem Ziel entfernt sind, und dass wir in diesen vielen Jahren fast alle Nachteile fast aller Optionen und fast keine Vorteile des ach so tollen Endzustands haben könnten. Und daran, dass es auch besser gegangen wäre bzw. in Finnland, dem vereinigten Königreich, der Schweitz, Schweden, etc. pp. auch tatsächlich sehr viel besser geht.

Diese Frage gebe ich an den Absender zurück, denn ich sehe meine Frage, warum der Atomausstieg denn unbedingt zuerst sein muss, weiterhin als unbeantwortet an - auch durch diesen aktuellen Einwand nicht.

Wenn man alle Potenziale ausschöpft, dann hält das Uran auch Milliarden Jahre: http://sustainablenuclear.org/PADs/pad11983cohen.pdf.
Und denk dran: Wenn das auch nur entfernt stimmt, hätten wir Jahrtausende Zeit um neue Methoden der Urangewinnung zu erfinden und Jahrmillionen um die - in Pilotanlagen jetzt schon funktionierende -Brutreaktortechnologie zu perfektionieren.

Das brauchen wir doch alles überhaupt nicht. Warum also das Risiko in Kauf nehmen? Geht doch alles regenerativ.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » So 2. Aug 2020, 20:31

Kohlhaas hat geschrieben:(02 Aug 2020, 19:59)

Das brauchen wir doch alles überhaupt nicht. Warum also das Risiko in Kauf nehmen? Geht doch alles regenerativ.

Nö. Bisher nicht. VIELLEICHT in 30 Jahren.

D.h. Wir stehen noch mindestens 30 Jahre vor der Wahl, welche Risiken wir eingehen wollen:
1) das RISIKO der Freisetzung gefährlicher Schadstoffe gegen die GARANTIE der mindestens genauso gefährlichen Emissionen aus fossilen Energieträgern
2) das Risiko dass wir noch länger als 30 Jahre CO2 emittieren oder das Risiko dass wir genauso lange Kernkraftwerke betreiben müssen.

Also Butter bei dir Fische: Wie lautet deine Wahl?
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Atue001 » So 2. Aug 2020, 22:41

Perkeo hat geschrieben:(02 Aug 2020, 16:43)

Die Kosten, das sowieso benötigte Endlager ein bisschen zu vergrößern, dürften eher gering sein.
Und der Kostenvorteil der Erneuerbaren schrumpft, wenn man die Stromspeicher mit einbezieht. Zumal es eine serienreife Lösung für die Speicherkapazität, die wir für eine Vollversorgung mit Erneuerbaren brauchen würden, gar nicht gibt - weder billig noch teuer.


Noch haben wir kein Endlager - und trotzdem haben wir schon viele Kosten dafür gehabt, und für das Zwischenlagern auch....dass die Kosten für das Endlager weitaus höher werden als die Rücklagen ist auch schon länger bekannt, und dass nun der Steuerzahler dafür aufkommen darf, wurde immer von der Atomlobby bestritten, ist aber inzwischen auch politisch so umgesetzt.

Dass es für die Speicherkapazität derzeit keine serienreife Lösung gibt, liegt vor allem daran, dass die Politik sich die letzten Jahre nicht darum gekümmert hat. Eine prinzipiell sereinreife Lösung ist Power2Gas - mit anschließender Nutzung der bestehenden Gasspeicherkapazitäten. Diese liegen bei 24,3 Milliarden qm. Weltweit sind wir damit in der Spitzengruppe. 1/3 des deutschen Jahresbedarfs an Erdgas steht derzeit in diesen Speichern zur Verfügung - rund um die Uhr. Das dürfte durchaus reichen, um eine ganze Weile regeneratives Gas einzulagern, und umgekehrt auch wieder in entsprechenden Zeiten mit Gaskraftwerken die Grundlast mit zu versorgen, wenn es notwendig ist. Die meisten der Techniken dafür sind heute schon in Betrieb - also mehr als serienreif! Was fehlt sind Großanlagen für Power2Gas - die als Endprodukt nicht Wasserstoff, sondern beispielsweise Methan nutzt.
Wie man Methan auch auf anderem Wege regenerativ herstellt, ist inzwischen auch schon gut erforscht - da gibt es also gute Ergänzungsmöglichkeiten, beispielsweise über Algenfarmen u.ä., aber auch, indem man noch mehr als bisher Methan in der Landwirtschaft kontrolliert in den Gaskreislauf einfügt.

Es gibt weitere Möglichkeiten, um das Thema der Speicherkapazität recht schnell zu lösen - wenn es denn politisch gewollt ist. Nur - daran fehlt es leider noch immer.


Perkeo hat geschrieben:(02 Aug 2020, 16:43)
Das ist zwar nicht völlig falsch. Aber weit genug, um Kernenergie durch etwas anderes als fossile Energieträger zu ersetzen, hätten wir niemals sein können.
Also am Ende des Tages lautet die Gretchenfrage: Will man das Risiko der Kernenergie gegen die garantierte Katastrophe durch fossile Energieträger eintauschen, oder nicht.
Weder noch ist ein heres Endziel, aber keine jetzt zur Verfügung stehende Option.


10-20 Jahre sind je nach Zugang verschwendet worden - jedes Jahr schaffen wir 2-3% mehr Umstellung auf regenerative Energien. Wir wären heute also schon ziemlich weit, hätten das Thema AKW schon lange hinter uns gelassen, und wären bei den Kohlekraftwerken wohl schon aus der Braunkohle raus. Hätte man es noch aggressiver angehen lassen, wäre auch mehr drin gewesen. Nur - das nützt ja alles nichts, wir können die Vergangenheit eh nicht ändern, und letzten Endes ist es nur Spekulation, weil ohne fehlende Akzeptanz durch die Bevölkerung geht es auch nicht.
Von heute an betrachtet wäre die einzig realistische Option für die Nutzung der Kernenergie die Verlängerung der Laufzeiten der Rest-AKWs. Die könnten noch ca. 15% zur Stromerzeugung beitragen. Das reicht nicht ganz, um die Braunkohle zu ersetzen. Eine Verlängerung von ca. 7-8 Jahren könnte aber realistisch das sofortige aus für die Braunkohle bedeuten, statt noch längere Übergangszeiten zu akzeptieren. Sofern dies die Rest-AKWs noch nach aktuellen Sicherheitsvorgaben hinbekommen, wäre das in genau so einer Kombi überlegenswert.
Ein Neubau eines AKWs hingegen dauert nach optimistischsten Schätzungen 9-10 Jahre, realistischer bei allen zu erwartenden Einsprüchen sind hingegen 15-20 Jahre. Das dauert einfach viel zu lange, und ist auch keineswegs Klimaneutral.
https://www.focus.de/wissen/klima/tid-13427/atomkraft-die-co2-luege_aid_372528.html
Dazu kommt, dass ein Neubau mindestens 8 Mrd. EUR kostet. Man kann das Geld in die Finanzierung von AKWs stecken, oder man investiert es in den Ausbau regenerativer Energien und der zugehörigen Speichertechnik. Beides parallel zu machen wird extrem teuer, und bringt uns auch nicht weiter.

Für Deutschland ist der Atomzug abgefahren! Weltweit ist die natürliche Grenze für Atomstrom die permanent steigenden Kosten für Atomstrom - während gleichzeitig regenerative Energien immer günstiger werden. Weltweit wird es wohl noch eine Weile AKWs geben, wobei der Drang zum Neubau doch auch heute schon spürbar nachgelassen hat.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 3. Aug 2020, 09:43

Kohlhaas hat geschrieben:(02 Aug 2020, 19:59)

Geht doch alles regenerativ.

Regenerativ deckt gerade mal 15% des Primärenergieverbrauchs: https://www.umweltbundesamt.de/sites/de ... -02-28.png
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Ove Haithabu » Mo 3. Aug 2020, 16:05

aleph hat geschrieben:(01 Aug 2020, 23:02)

Ja, das gilt für jeglichen Einsatz von Kernenergie im Erdnahen Weltraum. Wenn man z.b. nahende Asteroiden mit Atomwaffen zertrümmert, gibt es dann Millionen von radioaktiv verseuchten asteroidenteilchen, die auf Planeten treffen können.

Die Sonne als Entlagerung an sich ist unproblematisch, da entsteht allein durch die Kernfusion jede Menge radioaktive Strahlung. Das Erdinnere ist ebenfalls radioaktiv, durch diese Strahlung wird ja auch Wärme frei

Eine Strahlung im Erdinneren ist aber nicht dasselbe als die Strahlung der hochradioaktiven abgebrannten Brennelemente. Es fallen jährlich tausende Tonnen an Atomschrott an. Diese im Erdinneren schmelzen zu lassen ist einfach nur Wahnsinn denn die Strahlung ist dann ja nicht weg sondern nur verteilt. Das ist dann wie die Büchse der Pandora. Als man solch Gerümpel in der Asse eingelagert hat, dachte man auch dass man sich keine Gedanken mehr darüber machen muss. Und nun weiss man nicht einmal wie man radioaktiv strahlende Fässer aus einem Bergwerk bergen kann. Wie soll man dann erst geschmolzenes Caesium aus dem Erdinneren zurückbekommen ? Selbst mit dem Hauuptargument der Atomlobby "Vielleicht hat die zukünftige Generation ja eine Idee" wird das knapp.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kohlhaas » Mo 3. Aug 2020, 17:41

Perkeo hat geschrieben:(02 Aug 2020, 20:31)

Nö. Bisher nicht. VIELLEICHT in 30 Jahren.

Auch die von Dir behaupteten Atomkraft-Lösungen gibt es bisher nicht. VIELLEICHT in 30 Jahren. Die regenerativen Methoden sind der Lösung des Problems aber schon heute sehr viel näher als die Kernenergienutzung.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kohlhaas » Mo 3. Aug 2020, 17:42

Tom Bombadil hat geschrieben:(03 Aug 2020, 09:43)

Regenerativ deckt gerade mal 15% des Primärenergieverbrauchs: https://www.umweltbundesamt.de/sites/de ... -02-28.png

Genau. Und das nach nur 10 Jahren.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Troh.Klaus » Mo 3. Aug 2020, 17:51

Kohlhaas hat geschrieben:(03 Aug 2020, 17:42)
Genau. Und das nach nur 10 Jahren.

Wie kommst Du auf 10 Jahre?
Bleibt gesund!
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kohlhaas » Mo 3. Aug 2020, 18:06

Troh.Klaus hat geschrieben:(03 Aug 2020, 17:51)

Wie kommst Du auf 10 Jahre?

Seit wann wird denn die Energiewende in Deutschland ernsthaft betrieben? Das Unglück von Fukushima ereignete sich im März 2011. Erst danach wurde der Atomausstieg beschlossen. Obwohl: Du hast natürlich recht. Es sind keine zehn Jahre. Es sind höchstens neun Jahre, eher weniger.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Troh.Klaus » Mo 3. Aug 2020, 18:24

Kohlhaas hat geschrieben:(03 Aug 2020, 18:06)
Seit wann wird denn die Energiewende in Deutschland ernsthaft betrieben? Das Unglück von Fukushima ereignete sich im März 2011. Erst danach wurde der Atomausstieg beschlossen. Obwohl: Du hast natürlich recht. Es sind keine zehn Jahre. Es sind höchstens neun Jahre, eher weniger.

Spaßvogel. Im Jahr 2000 gab es u.a. bereits ca. 9.300 Onshore-Windanlagen, 2011 ca. 23.000 und in 2019 knapp 30.000, Und Photovoltaik: 2011 25GW installierte Leistung, 2019 knapp das Doppelte.
Aber natürlich, es fing ja Alles erst richtig nach Fukushima an.
Bleibt gesund!
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 3. Aug 2020, 21:30

Kohlhaas hat geschrieben:(03 Aug 2020, 17:42)

Genau. Und das nach nur 10 Jahren.

Die Energiewende läuft seit über 20 Jahren und hat bisher mehr als 170 MILLIARDEN EURO nur an EEG-Umlage verschlungen. Wenn das in dem Tempo und den Kosten so weitergeht, ist Deutschland im Jahr 2153 endlich CO2 frei und der Spaß hat dann mindestens 1,133 BILLIONEN EURO gekostet. Ein echtes Erfolgsmodell "Made in Germany" :thumbup:
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 3. Aug 2020, 21:34

Troh.Klaus hat geschrieben:(03 Aug 2020, 18:24)

Aber natürlich, es fing ja Alles erst richtig nach Fukushima an.

Erneuerbare Energien wurden sogar schon seit 1990 mit dem "Stromeinspeisungsgesetz" gefördert, so richtig los ging es aber erst im Jahr 2000 mit dem "Erneuerbare-Energien-Gesetz".
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