EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

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Bielefeld09
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Re: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 24. Okt 2018, 23:32

jack000 hat geschrieben:(24 Oct 2018, 23:59)

Wieso nicht für den, der es dort platziert hat?

Hör auf hier sinnentfremdet zu diskutieren.
Nicht produzierter Müll kann in keine Meere gelangen.
Verbotener Müll eben auch nicht.
Und die deutsche Küste bleibt sauber,
Noch Fragen?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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jack000
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Re: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

Beitragvon jack000 » Mi 24. Okt 2018, 23:37

Bielefeld09 hat geschrieben:(25 Oct 2018, 00:32)
Noch Fragen?

ja:
Wieso nicht für den, der es dort platziert hat?
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
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Bielefeld09
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Re: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

Beitragvon Bielefeld09 » Do 25. Okt 2018, 00:03

jack000 hat geschrieben:(25 Oct 2018, 00:37)

ja:
Wieso nicht für den, der es dort platziert hat?

Habe ich auch gedacht.
Aber hat Europa auch nicht da eine Vorbildfunktion?
Und ist dieser Impuls nicht auch ein Signal?
Das ist doch endlich mal eine europäische Lösung.
Was ist denn daran wieder so verkehrt?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

Beitragvon PoliticalCommentator » Sa 22. Dez 2018, 20:51

An die Plastikeinwegflaschen scheint sich die EU nicht heranzutrauen. Die Ökobilanzen für Getränkeverpackungen sind sicherlich komplex. Aber warum es zugelassen wird, dass Millionen Einwegflaschen aus PET bereits nach dem ersten Gebrauch geschreddert werden, um daraus anschließend wieder Einwegflaschen herzustellen, erschließt sich mir nicht. Hinzu kommt, dass es in vielen EU-Ländern noch nicht einmal eine Einwegpfandpflicht gibt und die Plastikflaschen dann im Zweifelsfall im normalen Hausmüll landen und in vielen Fällen gar nicht recycelt werden. Die Lobby der großen Discounter scheint europaweit sehr mächtig zu sein!
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Quatschki
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Re: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

Beitragvon Quatschki » Sa 22. Dez 2018, 21:23

PoliticalCommentator hat geschrieben:(22 Dec 2018, 20:51)
Aber warum es zugelassen wird, dass Millionen Einwegflaschen aus PET bereits nach dem ersten Gebrauch geschreddert werden, um daraus anschließend wieder Einwegflaschen herzustellen, erschließt sich mir nicht.

Vermutlich, weil der Rücklaufprozess mit Transport, Sortieren und Waschen (heiß, mit Reinigungschemikalien) mehr Energie und damit auch Erdöl oder Benzin verbraucht als die Herstellung einer neuen Flasche.

Für Mehrweg-PET braucht man Kästen. Aus Plastik.
Und tausende LKW fahren mit abgepackter Luft durch die Gegend
Und man hat beim Transport nur halb so viel Flaschen pro Palette wie bei kompakt gestapelten Einweg-Gebinden.
Bei Glas-Mehrwegflaschen kommt noch das hohe Eigengewicht hinzu.
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Re: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

Beitragvon H2O » So 23. Dez 2018, 22:19

Im Grunde versuchen wir hier ein Schwarzes Peter-Spiel. Der eine oder andere sagt: "Wenn die Menschen ihren Verstand bemühen, dann gelangen keine Plastikabfälle in die Natur". Eine Steilvorlage für Menschen, die mit immer mehr Plastikmaterial immer wirtschaftlichere Arbeitsteilung zwischen Acker oder Schlachthof und Verkaufsregal möglich machen, dabei gut und risikoarm verdienen, unter dem Strich aber immer mehr Gedankenlosigkeit beim Endverbraucher fördern und dabei reich werden. Wie müssen nur nach einem der herrlich sonnigen Wochenenden das öffentliche Grün in Ballungsgebieten besichtigen... eine weit ausgedehnte Müllfläche, die im besten Fall gleich zu Wochenbeginn gereinigt wird.

Wir sehen, daß unsere freiheitliche Gesellschaft leider auch die Freiheit zur Vermüllung enthält, und daß der Verstand der vielen Menschen nicht ausreicht, das zu unterlassen.

Wie also der wachsenden Flut von ziemlich nützlichen Plastikverpackungen entgegen wirken? Wir werden die Welt nicht zurück drehen können, als wir noch Anfang der 50er Jahre in den Milchladen gingen mit einer Emaillekanne, um uns 1,5 l Vollmilch abfüllen zu lassen, eine Papiertüte mit 6 Eiern und 500 g Schichtkäse in feuchtem Papier in die Einkaufstasche zu stecken.

Wir benötigen ein Konzept, das auf weitgehendst sortenreine Verwendung von Plastikmaterial im Handel hinwirkt, und dazu ein Material auswählen, das seine stoffliche Wiederverwendung erleichtert oder wenigstens seine Verfeuerung in Müllverbrennungsanlagen begünstigt. Dieses Konzept kann man der Verpackungswirtschaft nicht übertragen, die dem Handel im Wettbewerb selbstverständlich unterschiedliche Lösungen anbietet, um einen Marktvorteil zu haben. Da müssen wohl doch unserer Wissenschaftler im öffentlichen Auftrag Lösungen finden, sicher auch die davon betroffene Wirtschaft solche Vorschläge bewerten lassen. Es geht ja nicht gegen die Verpackungswirtschaft, sondern um Nutzung und Wiederverwertung des Verpackungsmülls.

Wenn die Sache mit der häuslichen Entsorgung des Verpackungs- und sonstigen Plastikmülls nicht sinnvoll wirkt, dann muß tatsächlich der Handel mit einem deftigen Pfandgeld und Rücknahmeverpflichtung dafür sorgen. Es hat ja keinen Zweck, ein Müllverwertungskonzept an den Menschen vorbei zu erfinden. Wenn das Pfandgeld hoch genug ausfällt, dann werden auch Dreckferkel nachdenklich, manche davon sogar als Verpackungsjäger ein Taschengeld verdienen wollen.

Das Verbotskonzept der EU kann nur ein erster Schritt sein, und das Ziel sollte immer der Kreislauf des eingesetzten Materials bleiben, oder seine wirtschaftlich lohnende Nutzung. Dabei dürfen die Riesenmengen außerhalb der "Event-Wirtschaft" nicht außer Acht gelassen werden. Unser Land hat die Wissenschaftler und Kaufleute, die sich zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen damit befassen könnten. Nun muß sich der politische Wille dazu bilden, sicher auch für die gesamte EU. Über die Staatsgrenzen hinaus arbeiten Wissenschaftler ohne Vorbehalte zusammen, wenn ihnen dieses Ziel "Lebensgrundlagen erhalten" einmal übertragen wurde.

Unser Land schafft das!
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Re: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

Beitragvon PoliticalCommentator » Di 25. Dez 2018, 18:28

H2O hat geschrieben:(23 Dec 2018, 22:19)

Es geht ja nicht gegen die Verpackungswirtschaft, sondern um Nutzung und Wiederverwertung des Verpackungsmülls.
!


Recycling geht nicht gegen die Verpackungswirtschaft, die Vermeidung von Verpackungsmüll dagegen schon. An Verpackungen, die erst gar nicht benötigt werden, lässt sich nämlich nichts verdienen. Das Interesse der Verpackungsindustrie an der Reduzierung von Verpackungsmüll dürfte sich also in Grenzen halten.
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Re: EU-Parlament stimmt für Verbot von Plastik-Wegwerfprodukten

Beitragvon H2O » Mi 26. Dez 2018, 23:24

@ PoliticalCommentator:

In dieser Allgemeinheit haben Sie unbestritten Recht!

Aber: Ich gehe davon aus, daß auf dem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher durch Arbeitsteilung zahlreiche handelstechnische Maßnahmen notwendig sind, um den Verlust oder auch Einbußen der Handelsware zu begrenzen. Vermutlich sind diese Maßnahmen insgesamt so ausgelegt, daß dabei ein Unternehmen besonders erfolgreich wirtschaftet... wenn denn der Kunde zugreift und zahlt.

Und dann haben Sie natürlich diese Helferlein in Form von Verpackungen, die diese Zwischenmaßnahmen besonders gut unterstützen.

Jetzt sind doch zwei grundverschiedene Wege zum Ziel vorstellbar:

1.
Der Gesetzgeber greift ein und fordert eine andere Kette zwischen Erzeuger und Verbraucher. Dazu fällt mit jetzt nichts ein. Der Handel wird sich in diesem Regelwerk einrichten und wieder sein Ergebnis unter diesen Bedingungen besonders günstig gestalten.

2.
Der Gesetzgeber will sich nicht einmischen, verlangt aber, daß der Verpackungsmüll mit Blick auf die Umwelt verträglich behandelt wird. Also Kreislaufwirtschaft für Vepackungsmaterial, Folgeverwendungen außerhalb der Handelskette.

Ich meine, daß wir jetzt bei Punkt 2 angekommen sind. "Der Handel" muß so schnell wie möglich eine Lösung für das Verpackungsproblem finden, die dem Gesetzgeber vertretbar erscheint. Da waren wir schon einmal mit dem "Grünen Punkt" angekommen. Durch die unfaßbar angestiegenen Mengen an Verpackungsmöglichkeiten und Verpackungsmaterial geraten die alten Lösungen außer Kontrolle. Andernfalls würden wir uns hier darüber doch nicht austauschen.

Da müssen sich eben Verpackungsindustrie und Handel zusammen setzen und neue Lösungen finden. Der Gesetzgeber hat sich erst einmal mit einer Forderung nach
62 % Wiederverwertung gemeldet, nachdem die derzeit erreichte Wiederverwertung bei 37% liegt. Da müssen also neue Verfahren her, damit wir nicht im Müll versinken!

Die Zahlenwerte habe ich in den Nachrichten des DLF aufgeschnappt.

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