Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Moderator: Moderatoren Forum 4

Welcher der folgenden Aussagen zur Kernenergie in Deutschland würden Sie am ehesten zustimmen?

Wir sollten aus der Kernkraft aussteigen wie beschlossen, da sie zu große Risiken birgt
41
42%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen, aber keine neuen bauen
14
14%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen und darüber hinaus neue bauen
30
31%
Ich halte die These, dass mittels Kernkraft der CO2-Ausstoß wesentlich verringert werden kann, für falsch
4
4%
Ich halte nichts von der These, dass der Mensch über CO2-Ausstoß zum Klimawandel beiträgt
8
8%
 
Abstimmungen insgesamt: 97
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 14. Jan 2022, 11:51

Die Kosten für Flammanville 3 werden nur noch von den Schulden des Betreibers EDF (Électricité de France) übertroffen: 37,4 Milliarden Euro. EDF ist ein Unternehmen, das sich nahezu vollständig in Staatsbeitz befindet. Der Unterschied zwischen EDF und der russischen Rosatom-Behörde besteht, soweit ich das verstehe, nur darin, dass Rosatom in Russland auch für den militärischen Bereich zuständig ist. In beiden Fällen jedoch gilt: Die Priorisierung von Kernkraft ist Staatsideologie und auch (inzwischen) sowas wie "Nationalkultur". Es ist Unsinn, Ländern wie Deutschland oder Österreich den Ausstieg als eine Art "Sonderweg" abweichend vom Normalfall nachzusagen. Umgekehrt wird ein Schuh draus.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 14. Jan 2022, 11:57

FrankP hat geschrieben:(14 Jan 2022, 11:12)

Wie gut, dass wir stattdessen das gaaanz neue paneuropäisch-nordafrikanische Verteilnetz gaaanz demnächst haben werden.
Und preiswerte Netzbatterien allerorten.
Und Wasserstoff in Fülle, samt Verteilnetz bis zur letzten H2-Tanke.
Und die Entsorgung veralteter Anlagen schon heute ja so gut wie geklärt ist.
Und die Herkunft der notwendigen, in dem benötigten Umfang heute nicht verfügbaren Rohstoffe für die vielen neuen Anlagen geregelt ist.

Alles kein Problem. Man muss nur die richtigen Leute fragen.


Zumindest technologisch ist all dies tatsächlich kein Problem. Zumindest keins, worauf man jahrzehntelang und mit explodierenden Kosten zu warten hat.

Politische Lösungen und Strategien sind hier gefragt. Und die - in Bezug auf Nordafrika - müssen wir Europäer sowieso lösen. Es führt früher oder später sowieso kein Weg daran vorbei. Die eine sowieso notwendige Lösungsstrategie mit der anderen ebenfalls sowieso notwendigen Lösungsstrategie verbinden ... wie lautete gleich noch mal der Fachbegriff dafür?
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Emin » Fr 14. Jan 2022, 18:36

Kamikaze hat geschrieben:(14 Jan 2022, 10:41)

Wird nochmal deutlich später mit dem neuen Reaktor in Frankreich.

https://www.euractiv.com/section/energy ... yed-again/
Und die bauen da seit 2007 dran rum.

Zu den Kosten:

Aber mit der "neuen Reaktorgeneration" wird alles viel besser, und einfacher und auch schneller. Gaaaaaaanz bestimmt.
Man muss sie nur erst erfinden.
Und genehmigen.
Und bauen.
Und finanzieren.
Aber DANN wird alles gaaaaaanz einfach, schnell, billig und sicher. Ganz bestimmt!
Quelle: Glaub mir - ich weiß das. :P


Es braucht keine neue Reaktorgeneration, die Chinesen bauen heute schon sichere und billige AKWs. Es ist der Westen, der sich in dieser Hinsicht selbst zu einem Entwicklungsland gemacht hat. Ich beurteile ja auch nicht die Sinnhaftigkeit eines Flugzeugs anhand der Fähigkeit der äthiopischen Wirtschaft Flugzeuge zu bauen.

Tatsächlich kann es aber gut sein, dass Deutschland dann in 20 Jahren chinesische SMRs einkauft, nachdem die Bevölkerung die Stromausfälle des EE-Netzes leidgeworden ist.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Aldus » Fr 14. Jan 2022, 18:47

Ich persönlich war lange ein Befürworter der Kernenergie. Aber als ich dann gesehen habe, wie amateurhaft und schlampig Betriebssicherheit in allen möglichen Bereichen unserer Gesellschaft - auch der Kernenergie - gehandhabt wird, hat sich meine Meinung geändert. Kernenergie könnte eine klasse Alternative sein - wenn sie von qualifizierten Personen zuverlässig überwacht wird. Den Glauben daran das das tatsächlich passiert, habe ich aber verloren. Daher: Kernenergie, nein danke. Das Risiko ist einfach zu hoch.
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"Wir müssen die gar nicht verstehen, die haben zu gehorchen." - Prof. Harald Lesch
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Sa 15. Jan 2022, 05:38

FrankP hat geschrieben:(14 Jan 2022, 11:12)

Wie gut, dass wir stattdessen das gaaanz neue paneuropäisch-nordafrikanische Verteilnetz gaaanz demnächst haben werden.

Das europäische Verbundnetz ist bereits heute Realität (auch wenn man es sicherlich noch verstärken sollte).
Weitere Stromnetze sind daran bereits angekoppelt - allerdings nicht inhärenter Teil desselbigen.
Die reale Ausdehnung der möglichen Stromflüsse umfasst grob bereits etwa 1/4 der Erdoberfläche.
Dieser "Startpunkt" sollte locker ausreichen um in Zukunft weiter wachsen zu können.

Und preiswerte Netzbatterien allerorten.

Auch die gibt es bereits.
"Allerorten" ist aber gar nicht nötig - insbesondere so lange wir noch so viel Fossilstrom im Netz haben, der einfach abgeregelt werden kann anstatt Batterien zu laden.

Und Wasserstoff in Fülle, samt Verteilnetz bis zur letzten H2-Tanke.

H2 ist zu teuer für "die Tanke".
Wird es also nicht (in nennenswertem Umfang) geben.
Ausgeträumt.
https://ecomento.de/2022/01/13/verkehrs ... -gefallen/

Und die Entsorgung veralteter Anlagen schon heute ja so gut wie geklärt ist.

Sowohl PV- als auch WK-Anlagen, als auch Batterien lassen sich zu >95% recyclen, wenn man will.
Dass es aktuell noch oft einfach billiger ist das Zeug zu verbrennen ist sicherlich nicht gut - allerdings handelt es sich dabei um ein Thema, das relativ schnell geregelt werden könnte, wenn man denn wollte.
Die Hindernisse sind keineswegs technischer Natur.

Und die Herkunft der notwendigen, in dem benötigten Umfang heute nicht verfügbaren Rohstoffe für die vielen neuen Anlagen geregelt ist.

Welche knappen Materialien kommen denn zum Einsatz?
Falls hier auf Lithium umd Kobalt angespielt werden soll: Die neue Batteriegeneration braucht keines davon. Stichwort: Natrium-Ionen-Batterie.
Ganz nebenbei gibt es insb. für Stationärbatterien auch die Redox-Flow-Technik, die auf nachwachsende Rohstoffe wie z.B. Lignin zurückgreifen kann, da Gewicht und Baugrößeje kW/kWh dort praktisch keine Rolle spielen.
Das Thema wird aber erst interessant, wenn der Anteil an Fossilstrom im Netz so klein geworden ist, dass das Abschalten der entsprechenden Kraftwerke nicht mehr ausreicht für die Regelung.
Bis dahin ist noch etwas (zu viel) Zeit.

Habeck stimmt die Bevölkerung schonmal auf ein paar vernachlässigbare Härten ein

Die da wären?

Im Bundestag wirbt er für den Klimaschutz als Chance für die Wirtschaft.

https://www.tagesschau.de/inland/habeck ... g-101.html

Willkommen in 2022! :)

Edit: Tippfehler korrigiert
Zuletzt geändert von Kamikaze am So 16. Jan 2022, 06:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Atue001 » So 16. Jan 2022, 01:51

FrankP hat geschrieben:(14 Jan 2022, 11:12)

Wie gut, dass wir stattdessen das gaaanz neue paneuropäisch-nordafrikanische Verteilnetz gaaanz demnächst haben werden.
Und preiswerte Netzbatterien allerorten.
Und Wasserstoff in Fülle, samt Verteilnetz bis zur letzten H2-Tanke.
Und die Entsorgung veralteter Anlagen schon heute ja so gut wie geklärt ist.
Und die Herkunft der notwendigen, in dem benötigten Umfang heute nicht verfügbaren Rohstoffe für die vielen neuen Anlagen geregelt ist.

Alles kein Problem. Man muss nur die richtigen Leute fragen.

(Oh wait... der Habeck stimmt die Bevölkerung schonmal auf ein paar vernachlässigbare Härten ein... aber was bedeutet das schon?)


Wie gut, dass wir die notwendige Entsorgung der Altlasten aus der Atomenergie aus den Rücklagen der Energieerzeuger vollständig bezahlen können, und keine weiteren Steuermittel aufgewendet werden müssen.[satire off]

Im Gegensatz zu den klar erkennbaren Perspektiven bei regenerativen Energien und deren Entwicklung sind die Perspektiven bei der Kernenergie doch deutlich andere.
Regenerative Energien werden immer preiswerter, Batterien und andere dort notwendige Techniken werden immer leistungsfähiger, und auch die Wasserstoffwirtschaft ist am entstehen und wird immer leistungsfähiger.
Die Entsorgung veralteter Anlagen ist im Bereich der regenerativen Energien zwar auch ein Problem, aber kein besonders kompliziertes.

Im Bereich der Kernenergie sieht es anders aus:
Kosten übersteigen dort regelmäßig die Planungen um Faktoren!
Die Problemstellungen sind aber seit Jahrzehnten die Gleichen - Lösungsansätze kommen aber regelmäßig nicht zur Produktionsreife.
Endlagerstätten.....sind weltweit ein Problem. Einen finalen Endlagerplatz für die nächsten Jahrtausende gibt es weltweit keinen.

Die Kosten für die Entsorgung der problematischen Kernenergie werden sozialisiert......



Bringt uns unter diesen Voraussetzungen also die Kernenergie etwas relevantes?

Ja - noch mehr Probleme.....doch haben wir von denen eigentlich schon genug. Diese Probleme braucht niemand mehr - genauso wenig wie die Kernenergie ganz allgemein.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Teeernte » So 16. Jan 2022, 09:08

Atue001 hat geschrieben:(16 Jan 2022, 01:51)


Im Gegensatz zu den klar erkennbaren Perspektiven bei regenerativen Energien und deren Entwicklung sind die Perspektiven bei der Kernenergie doch deutlich andere.
Regenerative Energien werden immer preiswerter, Batterien und andere dort notwendige Techniken werden immer leistungsfähiger, und auch die Wasserstoffwirtschaft ist am entstehen und wird immer leistungsfähiger.
.


Au ja ....der Energiepreis SINKT :D :D :D ......und die Kogel EIS rollt...

Der Preis wird den "Krieg" entscheiden.

Wasserstoff ??? Die Wandlung von Sand in GOLD ?

Wieviel kWh Strom (30cent++) benötigt man für eine kWh Wasserstoff ?? Perpetuum Mobile ??
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon schokoschendrezki » So 16. Jan 2022, 10:58

Emin hat geschrieben:(14 Jan 2022, 18:36)

Es braucht keine neue Reaktorgeneration, die Chinesen bauen heute schon sichere und billige AKWs. Es ist der Westen, der sich in dieser Hinsicht selbst zu einem Entwicklungsland gemacht hat. Ich beurteile ja auch nicht die Sinnhaftigkeit eines Flugzeugs anhand der Fähigkeit der äthiopischen Wirtschaft Flugzeuge zu bauen.

Tatsächlich kann es aber gut sein, dass Deutschland dann in 20 Jahren chinesische SMRs einkauft, nachdem die Bevölkerung die Stromausfälle des EE-Netzes leidgeworden ist.


In zwanzig Jahren. Wirklich. Die Erzeugung von grünem Wasserstoff aus EE und damit die kontinuierliche Energiebereitstellung steht jetzt am Anfang ... aber anders als etwa bei Kernfusion besteht nicht der mindeste Grund für die Annahme, dass es da irgendwelch unüberwindlichen technologischen Probleme geben könnte. Nicht erst in 20 Jahren. Und zu Preisen, die schon ungefähr in 2, 3 Jahren konkurrenzlos gegenüber allen anderen Varianten sein wird.

Das Bundesland Saarland ist wie kaum ein anderes von klassischer Industrieproduktion, Fahrzeugbau, abhängig. Das wird abgebaut. Massiv. Ford Saarlouis zum Beispiel baut massiv ab. Was hab ich neulich gehört und mitbekommen? Das Saarland will stattdessen europäisches Drehkreuz für den Transfer von grünem Wasserstoff werden. Da fährt der Zug hin!
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon schokoschendrezki » So 16. Jan 2022, 11:09

Ich weiß gar nicht wie es zu diesen Diskussionen um die Kernkraft-Renaissance in D kommen konnte.
Eine Gruppe hat für diese Diskussion aber überhaupt kein Verständnis – und die ist entscheidend: die Betreiber der sechs verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland, Eon, RWE und EnBW. „Kurz vor Abschalten in Deutschland eine Debatte darüber zu starten, ob Kernkraftwerke einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, ist befremdlich“, sagte Eon-Chef Leonhard Birnbaum dem Handelsblatt: „Sie kommt viel zu spät und nutzt keinem mehr.“

Für RWE ist das „Kapitel Kernenergie“ nach eigenen Angaben „abgeschlossen“.
handelblatt.
Damit wird aber Deutschland in keinster Weise zu einem energiewirtschaftlichen "Entwicklungsland". Das Gegenteil ist der Fall. Mit der Trennung von dieser Boliden-Technologie werden Länder wie Österreich oder Deutschland früher oder später die technologische Führerschaft auf diesem Gebiet übernehmen. "Kernkraft" ... das ist etwas für Steinzeitregimes wie Belarus oder für unverbesserlich vergangenheitszugewandte Regierungen wie die in Bulgarien. "Kernkraft" ... das ist für mich sowas wie Peter Alexander oder Bata Illic.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Daddeldu » So 16. Jan 2022, 13:49

Atue001 hat geschrieben:(16 Jan 2022, 01:51)

Wie gut, dass wir die notwendige Entsorgung der Altlasten aus der Atomenergie aus den Rücklagen der Energieerzeuger vollständig bezahlen können, und keine weiteren Steuermittel aufgewendet werden müssen.[satire off] ...
Die Problemstellungen sind aber seit Jahrzehnten die Gleichen - Lösungsansätze kommen aber regelmäßig nicht zur Produktionsreife.
Endlagerstätten.....sind weltweit ein Problem. Einen finalen Endlagerplatz für die nächsten Jahrtausende gibt es weltweit keinen.


Nur die grüne Schadpolitik (die nicht nur durch die Partei Bündnis'90/Die Grünen betrieben wird) verhindert eine Lösung. Die Technologien stehen seit Jahrzehnten zur Verfügung, nur ihre Anwendung wird ebensolang obstruiert.

  • Der Kugelhaufenreaktor in Hamm-Uentrop produzierte nur einen Bruchteil des Mülls, der dann auch noch hauptsächlich aus der Kernspaltungsasche bestand, die nach 300 Jahren nur noch so strahlt wie Uranerz. Wurde von der grünen Schadpolitik zerstört.
  • Der schnelle Brüter hätte den problematischsten Teil, das Plutonium-Isotopengemisch, verbrannt. Durch rechtswidriges Verwaltungshandeln, als Teil der grünen Schadpolitik, wurde die Betriebsgenehmigung des fertig gebauten Reaktors verhindert.
  • Dem Endlager Morsleben wurde die Betriebsgenehmigung entzogen, ohne die Geeignetheit überhaupt zu prüfen. Das Endlager Gorleben wurde weitgehend fertig erkundet. Dann hat BUM Trittin ein Moratorium verhängt. Schließlich wurde der Standort politisch vernichtet.

Grüne Politiker auf der ganzen Welt verhindern seit Jahrzehnten jeden Schritt in die Richtung einer Lösung dieses von ihnen selbst aufgebauschten Problems. Es ist der Gipfel der Heuchelei, wenn sie sich dann mit naivem Augenaufschlag hinstellen und sagen: "Ja aber wir wissen ja gar nicht was wir mit dem Müll machen sollen."

Regenerative Energien werden immer preiswerter,


Dann können wir die Subventionen ja endlich einstellen.

Batterien und andere dort notwendige Techniken werden immer leistungsfähiger, und auch die Wasserstoffwirtschaft ist am entstehen und wird immer leistungsfähiger.


Auch der perfekte Speicher würde die alternativen Energien nicht retten - ein Gedankenexperiment

Ich frage mich immer, warum man im Zusammenhang mit Alternativen Energien (AE) über Energiespeicher diskutiert. Um wie viel würde denn der AE-Strom billiger, wenn es einen geeigneten Speicher gäbe?

Stellen wir uns einmal für einen Moment vor, wir hätten einen Wunderspeicher: Er hat, unter Verstoß gegen die Naturgesetze, einen Wirkungsgrad von genau 100 %. Alles was reingeht, kommt genau so wieder heraus.

Und er kostet, unter Verstoß gegen die Gesetze von Logik und Ökonomie, gar nichts: nichts in Anschaffung, Betrieb oder Entsorgung.

Wenn ich da eine kWh einspeichere, die 10 Cent gekostet hat: Für wie viel Cent muss ich die verkaufen um keinen Verlust zu machen? Doch wohl für 10 Cent!

Speicherung kann den einmal produzierten Strom um genau gar nichts billiger machen. Und da die Speicherung die Produktion des erneuerbaren Zufallsstromes nicht beeinflusst, blieben die Produktionskosten so exorbitant wie sie sind.

Tatsächlich befinden sich die AE-Betreiber bei uns schon in der Situation, als gäbe es den Wunderspeicher. Ihnen wird jederzeit der Strom abgenommen, sie haben eine Abnahmegarantie und einen Garantiepreis, egal wann und egal wo sie die Energie ernten und den Strom einspeisen (von „produzieren“ möchte ich da gar nicht sprechen). Der durchgeknallte Gesetzgeber hat die AE-Betreiber so gestellt, als könne man den Strom auf Flaschen ziehen.

Aber nicht nur würde unser hypothetischer idealer Speicher den AE nichts nutzen. Er würde auch noch die Konkurrenz billiger machen. Denn die richtigen Stromproduzenten würden dann ihre Kraftwerke einfach am Punkt der höchsten Effizienz durchlaufen lassen. Das ist die billigste Form, Energie zu erzeugen. Die niedrigste Stromnachfrage besteht gegen 4 Uhr nachts, die höchste gegen Mittag eines jeden Tages. Letztere ist ungefähr dreimal so hoch wie die erstere.

Gäbe es einen Wunderspeicher, bräuchten die Steinkohle- und Gaskraftwerke nicht mehr rauf- und runterfahren. Die nachts zuviel produzierte Energie würde Tags verkauft.

Das oben gesagte gilt im Prinzip natürlich auch für einen wenn auch nicht idealen, so doch wenigstens preiswerten und halbwegs effizienten Speicher, wie es ihn irgendwann einmal durchaus geben könnte. Ein guter Speicher könnte also die Produktion billiger machen, allerdings nicht die der AE. Man würde dann natürlich nur noch Braunkohle- und Kernkraftwerke betreiben, da diese die Grundlast am billigsten decken können.

Insgesamt ist die für Deutschland geplante Stromversorgung aus AE und Energiespeicher so teuer, dass man das vergessen kann.

Die Entsorgung veralteter Anlagen ist im Bereich der regenerativen Energien zwar auch ein Problem, aber kein besonders kompliziertes.


Mit den AE hätte man nicht mal genug Energie, um die AE zu entsorgen.

Kosten übersteigen [im Bereich der Kernenergie] regelmäßig die Planungen um Faktoren!

1. Zu diesem Erfolg muss ich der grünen Schadpolitik aufrichtig gratulieren. Das hat sie durch Überregulierung und einen Sicherheits-Overkill hinbekommen.

2. Wer gebaute, genehmigte, laufende, sichere KKW vorzeitig abschaltet, sollte zu den Kosten schweigen.

Die Problemstellungen sind aber seit Jahrzehnten die Gleichen - Lösungsansätze kommen aber regelmäßig nicht zur Produktionsreife. Endlagerstätten.....sind weltweit ein Problem. Einen finalen Endlagerplatz für die nächsten Jahrtausende gibt es weltweit keinen.

Dazu darf man wohl der grünen Schadpolitik gratulieren. Die Technologien stehen seit Jahrzehnten zur Verfügung, nur ihre Anwendung wird ebensolang obstruiert.

Die Kosten für die Entsorgung der problematischen Kernenergie werden sozialisiert......

Die Kosten der problematischen Energiepolitik werden sozialisiert.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Daddeldu » So 16. Jan 2022, 15:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jan 2022, 11:09)

Ich weiß gar nicht wie es zu diesen Diskussionen um die Kernkraft-Renaissance in D kommen konnte.


Ich auch nicht. Ein Neubau ist in Deutschland gesetzlich verboten. Die Mehrheiten für eine Gesetzesänderung sind über Generationen von Politikern nicht in Sicht, nachdem der Atomausstieg von Linke, Grünen, SPD, FDP und Union getragen wurde. Und was den Weiterbetrieb angeht:

Eine Gruppe hat für diese Diskussion aber überhaupt kein Verständnis – und die ist entscheidend: die Betreiber der sechs verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland, Eon, RWE und EnBW.


Die wurden für ihre KKW bereits entschädigt. Wir bezahlen ihnen jetzt den Strom den sie nicht produzieren. (Danke, Merkel!) Würde man jetzt wieder verlängern, kämen automatisch die Entschädigungen aufs Tapet. Dann müssten die die wieder zurückzahlen, verdienen ja Geld mit dem produzierten Strom. Aus Sicht der Vorstände wäre das Arbeit für umsonst.

„Kurz vor Abschalten in Deutschland eine Debatte darüber zu starten, ob Kernkraftwerke einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, ist befremdlich“, sagte Eon-Chef Leonhard Birnbaum dem Handelsblatt: „Sie kommt viel zu spät...

Na, da hatter recht! Das hätten sich die Klimavertreter früher überlegen müssen.

und nutzt keinem mehr.“

Sie nutzt insofern, als man das den Schuldigen unter die Nase reiben kann. Jetzt und wenn dann schließlich der Strom abgeschaltet wird. Ich jedenfalls glaube keinem, der den Ausstieg befürwortet, dass er Angst vorm Klimawandel hat.

Damit wird aber Deutschland in keinster Weise zu einem energiewirtschaftlichen "Entwicklungsland".

Doch.

Das Gegenteil ist der Fall. Mit der Trennung von dieser Boliden-Technologie werden Länder wie Österreich oder Deutschland früher oder später die technologische Führerschaft auf diesem Gebiet übernehmen.

Auf welchem? Der Verbrennung von importiertem Erdgas?

"Kernkraft" ... das ist etwas für [...] unverbesserlich vergangenheitszugewandte Regierungen wie die in Bulgarien.

Ein heute gebautes KKW kann bei guter Pflege in den nächsten 80 Jahren Strom produzieren. Rein von der Technik her. Das ist wohl nicht vergangenheitszugewandt.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Teeernte » So 16. Jan 2022, 15:08

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jan 2022, 11:09)

Ich weiß gar nicht wie es zu diesen Diskussionen um die Kernkraft-Renaissance in D kommen konnte.
handelblatt.
Damit wird aber Deutschland in keinster Weise zu einem energiewirtschaftlichen "Entwicklungsland". Das Gegenteil ist der Fall. Mit der Trennung von dieser Boliden-Technologie werden Länder wie Österreich oder Deutschland früher oder später die technologische Führerschaft auf diesem Gebiet übernehmen. "Kernkraft" ... das ist etwas für Steinzeitregimes wie Belarus oder für unverbesserlich vergangenheitszugewandte Regierungen wie die in Bulgarien. "Kernkraft" ... das ist für mich sowas wie Peter Alexander oder Bata Illic.


Wenn man alles andere "Abschafft" - und dann noch auf Gerds Gas verzichten muss - kommt man auf Kernkraft...

MANGEL. Da gucken die Leute - wo Energie billig herkommt.

(Es ist EGAL - welcher Träger)
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon sünnerklaas » So 16. Jan 2022, 15:18

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jan 2022, 11:09)

Ich weiß gar nicht wie es zu diesen Diskussionen um die Kernkraft-Renaissance in D kommen konnte.
handelblatt.
Damit wird aber Deutschland in keinster Weise zu einem energiewirtschaftlichen "Entwicklungsland". Das Gegenteil ist der Fall. Mit der Trennung von dieser Boliden-Technologie werden Länder wie Österreich oder Deutschland früher oder später die technologische Führerschaft auf diesem Gebiet übernehmen. "Kernkraft" ... das ist etwas für Steinzeitregimes wie Belarus oder für unverbesserlich vergangenheitszugewandte Regierungen wie die in Bulgarien. "Kernkraft" ... das ist für mich sowas wie Peter Alexander oder Bata Illic.


Ich kann jedem einmal empfehlen, nachzurecherchieren, wo auf der Welt KKWs gebaut wurden, die ausschließlich von Privatunternehmen gebaut, finanziert und betrieben werden bzw. wurden.

Interessant auch, weil gerade aktuell: Frankreich hat massive Probleme beim Betrieb der aktuell aktiven KKWs, bei den Neubauprojekten fliegen den Franzosen die Kosten um die Ohren:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/tec ... d4e3ecb440?

Jedes Privatunternehmen hätte solche Projekte entweder gar nicht angefangen - oder wäre längst ausgestiegen: nicht finanzierbar.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Dieter Winter » So 16. Jan 2022, 16:40

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jan 2022, 11:09)
Ich weiß gar nicht wie es zu diesen Diskussionen um die Kernkraft-Renaissance in D kommen konnte.

Könnte damit zu tun haben, dass sie als nachhaltig qualifiziert wurde.

Außerdem gibt es ja nicht nur die Kernspaltung, sondern es wird auch das Gegenteil versucht. Wenn solche Dinger laufen würden, wäre das ziemlich genial.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Andreas62 » So 16. Jan 2022, 16:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jan 2022, 13:04)

Es wird in Deutschland keinen Neubau eines AKW mehr geben. Erstens wären die Proteste dagegen gewaltig und zweitens wäre die Bauzeit jenseits von Gut und Böse, um noch überhaupt irgendetwas gegen den Klimawandel beizutragen.

Ich vermute mal das auch Grüne nicht im Dunkeln sitzen wollen.
Wenn in der Zukunft mittelfristig öfters mal nichts mehr aus der Steckdose kommt, wird wohl dieses oder jenes Umdenken einsetzen.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Vongole » So 16. Jan 2022, 17:48

Aldus hat geschrieben:(14 Jan 2022, 18:47)

Ich persönlich war lange ein Befürworter der Kernenergie. Aber als ich dann gesehen habe, wie amateurhaft und schlampig Betriebssicherheit in allen möglichen Bereichen unserer Gesellschaft - auch der Kernenergie - gehandhabt wird, hat sich meine Meinung geändert. Kernenergie könnte eine klasse Alternative sein - wenn sie von qualifizierten Personen zuverlässig überwacht wird. Den Glauben daran das das tatsächlich passiert, habe ich aber verloren. Daher: Kernenergie, nein danke. Das Risiko ist einfach zu hoch.

Dem kann ich nur zustimmen, trifft alles auch auf den Umgang mit Strahlenmüll zu.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Teeernte » So 16. Jan 2022, 18:07

Andreas62 hat geschrieben:(16 Jan 2022, 16:53)

Ich vermute mal das auch Grüne nicht im Dunkeln sitzen wollen.
Wenn in der Zukunft mittelfristig öfters mal nichts mehr aus der Steckdose kommt, wird wohl dieses oder jenes Umdenken einsetzen.


Nun - Die Toten beim "ohne" Strom sind überschaubar - und es trifft vorragig IntensivbettenKunden.... ganz anders - wenn der Atom Müll im Permafrost Sibiriens in Glas eingeschmolzen und betoniert wurde...
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Vongole » So 16. Jan 2022, 19:16

Teeernte hat geschrieben:(16 Jan 2022, 18:07)

(..) wenn der Atom Müll im Permafrost Sibiriens in Glas eingeschmolzen und betoniert wurde...

Der Permafrost ist auch nicht mehr, was er war:
In Sibirien schmelzen Permafrostböden und brechen auf. Diese "Thermokrater" sind bis zu 100 Meter tiefe Schlammlöcher.
https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... et,SmvsxDn

In Deutschland gibt's bisher nicht ein einziges sicheres Endlager.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Teeernte » So 16. Jan 2022, 19:28

Vongole hat geschrieben:(16 Jan 2022, 19:16)

Der Permafrost ist auch nicht mehr, was er war:

In Deutschland gibt's bisher nicht ein einziges sicheres Endlager.


Einfach den Richtigen "Breiten-Kreis" treffen... >> Nur mit Polarlicht ist das LAger SICHER. ... für den ZUGRIFF

Samenbank Norwegen
In Norwegen wurde vor 10 Jahren der Global Seed Vault gebaut, eine gigantische Samenbank für Pflanzensamen. ... In der großen "Samenbank" lagern Pflanzensamen aus der ganzen Welt bei Minusgraden, damit man im Fall von Naturkatastrophen oder auch Kriegen auf sie zurückgreifen kann. Das Depot gilt als besonders sicher.05.03.2018

Größte "Samenbank" der Welt: Global Seed Vault soll künftig ...https://www.chip.de › News › Forschung & Wissen


Die Wärme ist (fast) immer GLEICH.

Bis zu einer Tiefe von 100 m steigen die Temperaturen auf ungefähr 15 °C an. In der Tiefe von 2.000 m liegen die Temperaturen bei ca. 60 – 80 °C und in einer Tiefe von 5.000 m herrschen Temperaturen von 150 – 200 °C. Dieser Temperaturverlauf macht deutlich, wie viel Wärme in der Erde gespeichert ist.


Erderwärmung - >>

Im oberflächennahen Bereich (bis ca. 20 m) gibt es aber noch weitere Faktoren die Einfluss auf den Temperaturverlauf nehmen.


Es geht also um die Geologische "Standhaftigkeit" und die wenigen Bewohner - aber ausreichend Arbeitskräfte.

Man könnte in Abhängigkeit zur Entfernung den Energiepreis für Gewerbe und Bewohner staffeln....100% "Abschlag" bei km NULL.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Atue001
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Atue001 » So 16. Jan 2022, 23:34

Daddeldu hat geschrieben:(16 Jan 2022, 13:49)



Auch der perfekte Speicher würde die alternativen Energien nicht retten - ein Gedankenexperiment

Ich frage mich immer, warum man im Zusammenhang mit Alternativen Energien (AE) über Energiespeicher diskutiert. Um wie viel würde denn der AE-Strom billiger, wenn es einen geeigneten Speicher gäbe?.....



Das liegt einfach an der falschen Fragestellung.
Der normale Stromkunde zahlt nicht dafür, dass er gerade dann Strom kaufen kann, wenn die Sonne scheint oder der Wind bläst. Vielmehr soll der Strom permanent verfügbar sein.
Prinzipiell haben wir in Deutschland eine Menge potentiellen Strom, den wir mit Windkraft und Photovoltaik erzeugen können - aber eben nicht dann und nicht immer dort, wo er gerade benötigt wird.
Um das auszugleichen bietet es sich an, immer dann, wenn wir zu viel Strom erzeugen, diesen entweder zu verkaufen, oder aber zu speichern.
Umgekehrt ist es notwendig, wenn wir zu wenig Strom erzeugen, diesen entweder zu kaufen, oder aus Speichern zu bedienen.

Für den Strompreis ist also nicht nur entscheidend, was es kostet den Strom zu erzeugen, sondern was es kostet, den Strom dauerhaft zur Verfügung zu stellen.

Damit könnte man sehr schnell auf die Idee kommen, dass dann doch klassischer Strom und Atomstrom recht günstig wäre, und AE nicht so günstig.
Doch nicht nachhaltig erzeugter Strom ist so günstig nicht - weil die Klimafolgekosten berechtigterweise mehr und mehr in den Preis eingepreist werden.

Und Atomstrom? Der ist zwar beim Klima nicht so problematisch, aber zumindest derzeit noch bei den Folgekosten bei eintretenden Risiken, und bei den Kosten für die Entsorgung, für die noch keine Konzepte produktionsreif sind, deren Kosten man überhaupt abschätzen kann.

So wie man also bei den erneuerbaren Energien im Systempreis auch die Speicherung von Strom mit berücksichtigen muss, muss man umgekehrt bei Gesamtkostenrechnungen beim Atomstrom auch die Kosten für Ereignisse wie Fukushima (260 Mrd. Euro Schaden) oder Tschernobyl (200 Mrd. EUR Schaden) mit einpreisen - und dann noch die Entsorgungskosten.

Allerdings ist beim Einpreisen nicht immer alles so einfach.....AKW-Befürworter weisen zurecht darauf hin, dass bestimmte Risiken bei neueren Kraftwerkstypen nicht mehr so hoch oder gar nicht mehr existent sind. Befürworter von erneuerbaren Energien weisen darauf hin, dass die Kosten für Anlagen derzeit noch immer im Fall sind, weil sich technischer Fortschritt sehr rasant abbildet.

Trotzdem - unterm Strich bleibt als ein Kernproblem der Kernenergie bezüglich der Lösungsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel bestehen, dass der Bau entsprechender Kapazitäten einfach lange dauert - und damit keine zeitnahe Lösung für die Klimaproblematik geschaffen werden kann, wenn man die AKWs außen vor lässt, die bereits im Bau sind. Die Zeiten von der Planung bis zur Produktion sind einfach zu lang! Insbesondere in Deutschland - aber auch faktisch in Europa.

Im Moment sind AKWs keine Alternative. Sollte es sich zukünftig ergeben, dass man die Probleme der AKWs wirklich lösen kann, dann könnten irgendwann AKWs auch wieder eine relevante Rolle spielen. Aktuell ist deren Bedeutung klar abnehmend - auch weltweit.

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