Kerosinsteuer

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Sören74
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Sören74 » Mi 12. Jun 2019, 19:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jun 2019, 19:10)

Kannst du die Frage beantworten: wie viel kostet denn so ein Photovoltaikkraftwerk mit 4GW Leistung?


Es gibt noch kein 4GW-PV-Kraftwerk. Das bisher größte geplante wird in Spanien entstehen, 590 MW. Aber was sagt Dir das jetzt, wenn ich Dir jetzt zu dem Kraftwerk eine entsprechende Investitionsgröße nennen würde?

Tom Bombadil hat geschrieben:Wäre Strom mit EE günstiger als mit anderen Energieträgern zu erzeugen, würden gerade Entwicklungsländer das nutzen. Tun sie aber nicht, sie bauen Kohlekraftwerke.


Sie investieren ja auch in Erneuerbare Energien. Weltweit über 300 Mrd. Dollar im Jahr. In Kohlekraftwerke sind es knapp über 50 Mrd. Dollar.

https://www.zfk.de/politik/internationa ... 019-01-16/
https://www.handelsblatt.com/unternehme ... Ztr05x-ap1
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Tom Bombadil
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 12. Jun 2019, 20:28

Sören74 hat geschrieben:(12 Jun 2019, 19:54)

Aber was sagt Dir das jetzt, wenn ich Dir jetzt zu dem Kraftwerk eine entsprechende Investitionsgröße nennen würde?

Entwicklungsländer schwimmen nunmal nicht im Geld, sie sind auf billige Energie angewiesen.

Sie investieren ja auch in Erneuerbare Energien. Weltweit über 300 Mrd. Dollar im Jahr. In Kohlekraftwerke sind es knapp über 50 Mrd. Dollar.

Entwicklungsländer werden in den Artikeln mit keinem Wort erwähnt :rolleyes:

Es heißt aber:
Experten erwarten, dass die weltweite Energienachfrage mit dem Wirtschaftswachstum in Schwellenländern wie Asien, Afrika und Indien in den kommenden zwei Jahrzehnten stark steigen wird. So soll die globale Nachfrage 2040 um mindestens ein Viertel höher liegen als heute.

Wir werden ja sehen, wie diese Länder ihren steigenden Energiebedarf decken werden. Wenn sie es selber bezahlen müssen, dann wird das mMn. mit Kohle geschehen.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Sören74 » Mi 12. Jun 2019, 20:38

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jun 2019, 20:28)

Entwicklungsländer schwimmen nunmal nicht im Geld, sie sind auf billige Energie angewiesen.


Absolut richtig. Und sich auf den Weltmärkten Erdöl und Kohle einzukaufen, ist nicht wirklich billig. Da hilft es auch nichts, wenn das reine Kohlekraftwerk noch preiswert zu bauen war, aber die Brennstoffe teurer werden.

Tom Bombadil hat geschrieben:Entwicklungsländer werden in den Artikeln mit keinem Wort erwähnt :rolleyes:


Es ging um die weltweiten Investitionen.

Tom Bombadil hat geschrieben:Es heißt aber:
Experten erwarten, dass die weltweite Energienachfrage mit dem Wirtschaftswachstum in Schwellenländern wie Asien, Afrika und Indien in den kommenden zwei Jahrzehnten stark steigen wird. So soll die globale Nachfrage 2040 um mindestens ein Viertel höher liegen als heute.


Umso wichtiger ist es, dass wir technologisch weiter kommen und global gesehen noch stärker in Erneuerbare Energien investieren, um diesen steigenden Energiebedarf damit zu decken.

Tom Bombadil hat geschrieben:Wir werden ja sehen, wie diese Länder ihren steigenden Energiebedarf decken werden. Wenn sie es selber bezahlen müssen, dann wird das mMn. mit Kohle geschehen.


Die Investionen in Kohlekraftwerke sinkt weltweit (Tiefstand seit 2004), dass konnte man in den Artikeln schön nachlesen. :)
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 12. Jun 2019, 21:01

Sören74 hat geschrieben:(12 Jun 2019, 20:38)

Absolut richtig. Und sich auf den Weltmärkten Erdöl und Kohle einzukaufen, ist nicht wirklich billig.

Offensichtlich billiger als EE.

Es ging um die weltweiten Investitionen.

Es ging um Entwicklungs- und Schwellenländer.

Die Investionen in Kohlekraftwerke sinkt weltweit (Tiefstand seit 2004), dass konnte man in den Artikeln schön nachlesen.

Hilft nur alles nix:
Doch das ist nur die halbe Geschichte. Ein neuer Report des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) zeigt, dass China auch den weltweiten Ausbau von Kohlekraftwerken maßgeblich finanziert. Insgesamt werden derzeit Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 399 Gigawatt global gebaut oder geplant – die meisten davon in Bangladesch, Vietnam, Südafrika, Pakistan und Indonesien. Zum Vergleich: Die rund 150 Kohlekraftwerke in Deutschland haben eine Leistung von 45 Gigawatt.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon H2O » Mi 12. Jun 2019, 21:22

JJazzGold hat geschrieben:(12 Jun 2019, 19:11)

Sie meinen wahrscheinlich die IMO, eine Sektion der UNO, die für die internationale Schifffahrt zuständig ist. Ich bin überfragt, inwieweit diese ihre einst gesetzten Ziele erfolgreich und nachhaltig verfolgt.

Gesellschaftlicher Unmut ist vorprogrammiert, wenn die Mobilität verteuert wird. Immerhin sind Reisen ein Aspekt, bei dem man sich dem Mittelstand zurechnen kann, egal, ob das tatsächlich so ist. Wer verliert schon gern diesen erstrebenswerten Status?


Genau das sehe ich auf uns zukommen: Daß Menschen soziale Besitzstände verteidigen. Dem kann man nur zuvorkommen, wenn allen Mitbürger gleichermaßen Verzicht zugemutet wird. Oder man muß hinterher die Unzufriedenen irgendwie mit anderen Besitzständen zufrieden stellen. Nur eins darf dabei nicht herauskommen: Daß wir damit weiter die Natur zerstören. Die wehrt sich auf ihre Weise.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 12. Jun 2019, 21:45

H2O hat geschrieben:(12 Jun 2019, 21:22)

Genau das sehe ich auf uns zukommen: Daß Menschen soziale Besitzstände verteidigen.

Selbstverständlich werden die Menschen das tun, sie haben ja auch dafür gearbeitet. Worauf verzichtest du eigentlich freiwillig? Immerhin führst du zwei Haushalte inkl. Pendelei über hunderte Kilometer, das macht auch der 3l Lupo nicht ungeschehen.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Sören74 » Do 13. Jun 2019, 00:27

H2O hat geschrieben:(12 Jun 2019, 21:22)

Genau das sehe ich auf uns zukommen: Daß Menschen soziale Besitzstände verteidigen.


Stellt sich für mich die Frage, wer hier eigentlich welche sozialen Besitzstände verteidigt. Nehmen wir einfach die Kerosinsteuer. Es wurde immer behauptet, mit dieser Steuer könnten Geringverdiener nicht mehr das Flugzeug nutzen. Also könnte leicht der Eindruck entstehen, dass hier Geringverdiener ihre Besitzstände wahren wollen. In Wirklichkeit hat sich hier in der Diskussion kein Einziger als Geringverdiener geoutet und gesagt, dass er wegen der Kerosinsteuer nicht mehr fliegen könnte. Dieses Argument wurde von Leuten gebracht, die sich locker eine Verdopplung des Kerosinpreises leisten könnten, nur eben keinen Bock darauf haben, eine solche Steuer zu bezahlen.

Es ist doch oft so, wer sind diejenigen, die am lautesten aufschreien, wenn Steuern erhöht werden? Es sind die wirklich Reichen. Ist Euch das noch nicht aufgefallen? Deshalb ist es in Deutschland so schwer, eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder eine Vermögenssteuer durchzusetzen.

Von daher, wenn von Besitzständen gesprochen wird, lohnt sich ein genauer Blick, wer in der Diskussion am stärksten die Krallen zur eigenen Wahrung ausfährt. :eek:
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 13. Jun 2019, 02:37

Sören74 hat geschrieben:(13 Jun 2019, 00:27)

Stellt sich für mich die Frage, wer hier eigentlich welche sozialen Besitzstände verteidigt. Nehmen wir einfach die Kerosinsteuer. Es wurde immer behauptet, mit dieser Steuer könnten Geringverdiener nicht mehr das Flugzeug nutzen. Also könnte leicht der Eindruck entstehen, dass hier Geringverdiener ihre Besitzstände wahren wollen. In Wirklichkeit hat sich hier in der Diskussion kein Einziger als Geringverdiener geoutet und gesagt, dass er wegen der Kerosinsteuer nicht mehr fliegen könnte. Dieses Argument wurde von Leuten gebracht, die sich locker eine Verdopplung des Kerosinpreises leisten könnten, nur eben keinen Bock darauf haben, eine solche Steuer zu bezahlen.

Es ist doch oft so, wer sind diejenigen, die am lautesten aufschreien, wenn Steuern erhöht werden? Es sind die wirklich Reichen. Ist Euch das noch nicht aufgefallen? Deshalb ist es in Deutschland so schwer, eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder eine Vermögenssteuer durchzusetzen.

Von daher, wenn von Besitzständen gesprochen wird, lohnt sich ein genauer Blick, wer in der Diskussion am stärksten die Krallen zur eigenen Wahrung ausfährt. :eek:


Das ist Bollocks !

Meine Frau und ich fliegen mehreremale im Jahr Langstrecke (ueber 6 Stunden Flug) und auch Kurzstrecken innerhalb Australiens. Wir buchen oft lange im voraus um die guenstigsten Angebote zu nutzen. Bei einer wesentlich Erhoehung der Flugpreise koennten wir das nicht tun. Und junge Leute sind auch keine Grossverdiener und koennen sich nur deshalb die Welt anschauen weil die Flugpreise erschwinglich sind. Und was ist mit Familie die mit ihren Kinder in Urlaub fliegen? Alles Grossverdiener?

Flugzeuge sind oeffentliche Verkehrsmittel und keine Luxusbefoerderungsmittel fuer Betuchte.

Bei deinen Postings habe ich oefters den Verdacht das du etwas gegen Leute hast die etwas mehr Geld haben, einen gewissen Neid.

Zahlst du gerne Steuern?
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 13. Jun 2019, 02:48

Sören74 hat geschrieben:(12 Jun 2019, 15:44)

Als ich mich Anfang des Jahres persönlich mit dem Thema beschäftigt habe, musste ich feststellen, dass die Preise für Kreuzfahrten auf den Meeren alles andere als für alle erschwinglich sind. Entsprechend findet man dort auch eine typische soziale Schichtung an Board vor, wie ich erfahren habe. Kreuzfahrten muss man sich echt leisten können.


Schon wieder was fuer Gutbetuchte!

Kreuzfahrten erfreuen sich bei australischen Rentnern einer grossen Beliebtheit. Preisguenstig ist relative. Viele in unserem Bekanntenkreis gehen auf Kreuzfahrten und lieben es. Meine Frau und ich wuerden auch umsonst keine machen. Zu langweilig. Zuviele Leute auf kleinem Raum immer zusammen und was soll man auf dem Kahn den ganzen Tag machen?? Essen und Trinken sonst nicht viel. Irgendwo anlegen und versuchen innerhalb 12 Stunden Land und Leute kennenlernen? Nicht unser Fall. Aber bitte wem es gefaellt. Besonders beliebt hier sind diese Rhein/Donau Flusskreuzfahrten. Nei danke!

Was ich absolut nicht verstehe ist das zB Venedig es erlaubt diese Riesenpoette in die Lagune zu lassen. Das Schiff hoeher als die Daecher der Stadt. Eine optische Umweltverschmutzug und eine GGefaehrdung fuer die Fundamente der historischen Gebauede.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon unity in diversity » Do 13. Jun 2019, 04:09

H2O hat geschrieben:(12 Jun 2019, 21:22)

Genau das sehe ich auf uns zukommen: Daß Menschen soziale Besitzstände verteidigen. Dem kann man nur zuvorkommen, wenn allen Mitbürger gleichermaßen Verzicht zugemutet wird. Oder man muß hinterher die Unzufriedenen irgendwie mit anderen Besitzständen zufrieden stellen. Nur eins darf dabei nicht herauskommen: Daß wir damit weiter die Natur zerstören. Die wehrt sich auf ihre Weise.

Über Chancen, Risiken und Lagerstätten von Methanhydrat wäre auch mal zu reden.
Ist aber wohl erst möglich, nachdem die Aktionisten Platz für sachliche Diskussionen unter Aktivisten geschaffen haben...
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 04:38

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jun 2019, 21:45)

Selbstverständlich werden die Menschen das tun, sie haben ja auch dafür gearbeitet. Worauf verzichtest du eigentlich freiwillig? Immerhin führst du zwei Haushalte inkl. Pendelei über hunderte Kilometer, das macht auch der 3l Lupo nicht ungeschehen.


Mein Umzug ist im August abgeschlossen. 2 Haushalte sind zu aufwendig, völlig klar.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 04:46

Sören74 hat geschrieben:(13 Jun 2019, 00:27)

Stellt sich für mich die Frage, wer hier eigentlich welche sozialen Besitzstände verteidigt. Nehmen wir einfach die Kerosinsteuer. Es wurde immer behauptet, mit dieser Steuer könnten Geringverdiener nicht mehr das Flugzeug nutzen. Also könnte leicht der Eindruck entstehen, dass hier Geringverdiener ihre Besitzstände wahren wollen. In Wirklichkeit hat sich hier in der Diskussion kein Einziger als Geringverdiener geoutet und gesagt, dass er wegen der Kerosinsteuer nicht mehr fliegen könnte. Dieses Argument wurde von Leuten gebracht, die sich locker eine Verdopplung des Kerosinpreises leisten könnten, nur eben keinen Bock darauf haben, eine solche Steuer zu bezahlen.

Es ist doch oft so, wer sind diejenigen, die am lautesten aufschreien, wenn Steuern erhöht werden? Es sind die wirklich Reichen. Ist Euch das noch nicht aufgefallen? Deshalb ist es in Deutschland so schwer, eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder eine Vermögenssteuer durchzusetzen.

Von daher, wenn von Besitzständen gesprochen wird, lohnt sich ein genauer Blick, wer in der Diskussion am stärksten die Krallen zur eigenen Wahrung ausfährt. :eek:


Bei aller Wertschätzung Ihrer sonstigen Beiträge... hier argumentieren Sie weltfremd. Daß niemand gern verzichtet, es sei denn, die Suppe schmeckt ihm nicht, das ist doch selbstverständlich. Um diese Selbstverständlichkeit geht es, und um erwartbare soziale Folgen. Die Gelbwestengeschichte hat Sie nicht sonderlich beeindruckt?
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 05:06

unity in diversity hat geschrieben:(13 Jun 2019, 04:09)

Über Chancen, Risiken und Lagerstätten von Methanhydrat wäre auch mal zu reden.
Ist aber wohl erst möglich, nachdem die Aktionisten Platz für sachliche Diskussionen unter Aktivisten geschaffen haben...


Der Pferdefuß dieser Überlegung liegt doch auf der Hand... ohne daß man sich ansonsten technisch vertiefen müßte: Man hätte einen neuen fossilen Energieträger, der bei seiner energietechnischen Nutzung langzeitgebundenen Kohlenstoff in Form von CO2 freisetzt. Also eigentlich genau das beiträgt, was man vermeiden möchte.

Aber vielleicht liegt da eine Chance, CO2 aus der Lufthülle dauerhaft zu binden;
https://de.wikipedia.org/wiki/Methanhydrat :

Es wird daran gearbeitet, Methanhydrat als einen Energiespeicher an Land einzusetzen. Dabei soll Methan zunächst in großen Mengen als Methanhydrat gespeichert und dann bei Bedarf als Brennstoff genutzt werden.

Ein weiterer Grund für die intensive Forschung im Bereich der Gashydrate ist die mögliche Nutzung von Kohlenstoffdioxidhydrat als Kohlenstoffdioxidspeicher. Dabei soll CO2 als Hydrat am Meeresboden gelagert werden. Gleichzeitig würde jedoch durch seine Einleitung Methan aus dem Meeresboden freigesetzt werden.


Freigesetztes Methan gilt als besonders klimaschädliches Gas. Wiki sagt, daß dessen schädliche Einwirkung auf das Klime zig-fach höher als die von Kohlendioxyd sei. Da erinnere ich an die nicht nur scherzhaft erwähnte Methanfreisetzung aus dem Verdauungssystem von Rindern.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon unity in diversity » Do 13. Jun 2019, 05:33

Erwähnenswert ist dieser Beitrag:
https://www.welt.de/wissenschaft/articl ... ieren.html
weil er deutlich macht, wie wichtig eine globale Lösung ist.
Die Freaks, die mit regionalen Einschränkungen und Verboten argumentieren, kann man auf den Mond schießen, weil sie von der wirklichen Gefahr ablenken.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 05:56

Tja, da waren die Journalisten schneller als ich... genau das, was mir weiter oben durch den Kopf ging. Die Nutzung des Methanhydrats ist ganz offenbar ein sehr gefährlicher Beitrag zum Klimawandel!
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 13. Jun 2019, 08:48

H2O hat geschrieben:(13 Jun 2019, 05:06)

Der Pferdefuß dieser Überlegung liegt doch auf der Hand... ohne daß man sich ansonsten technisch vertiefen müßte: Man hätte einen neuen fossilen Energieträger, der bei seiner energietechnischen Nutzung langzeitgebundenen Kohlenstoff in Form von CO2 freisetzt. Also eigentlich genau das beiträgt, was man vermeiden möchte.

Aber vielleicht liegt da eine Chance, CO2 aus der Lufthülle dauerhaft zu binden;
https://de.wikipedia.org/wiki/Methanhydrat :



Freigesetztes Methan gilt als besonders klimaschädliches Gas. Wiki sagt, daß dessen schädliche Einwirkung auf das Klime zig-fach höher als die von Kohlendioxyd sei. Da erinnere ich an die nicht nur scherzhaft erwähnte Methanfreisetzung aus dem Verdauungssystem von Rindern.


Dem ist so

https://www.theguardian.com/environment ... -agreement

Und ohne wesentliche Methanverringerung nuetzt die ganze Co2 Einsparung nichts. Sprich nicht weniger Fliegen sondern kein Rindfleisch und keine Schafswolle mehr.

Uebrigens tun auch Fluglinien was fuer die Umwelt

https://www.qantasnewsroom.com.au/media ... 13:n:n:n:n
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Sören74 » Do 13. Jun 2019, 09:13

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(13 Jun 2019, 02:37)

Zahlst du gerne Steuern?


Ja.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Sören74 » Do 13. Jun 2019, 09:21

H2O hat geschrieben:(13 Jun 2019, 04:46)

Daß niemand gern verzichtet, es sei denn, die Suppe schmeckt ihm nicht, das ist doch selbstverständlich.


Das mag so sein. Ich spreche davon, wer am wenigsten gern verzichtet.

H2O hat geschrieben:Um diese Selbstverständlichkeit geht es, und um erwartbare soziale Folgen. Die Gelbwestengeschichte hat Sie nicht sonderlich beeindruckt?


Doch. Aber das zeigt eben nicht, dass Geringverdiener zu der Gruppe gehören, die am stärksten an sozialen Besitzständen festhalten. Gut- und Bestverdiener haben viel effektivere Mittel, Druck auf die aktuelle Politik zu machen, als auf eine Demo zu gehen. Die politische Lobby für diese Bevölkerungsgruppe ist gut organisiert. Sie hat starken Einfluss auf unsere Politik. Die Gelbwesten gehen ja in Frankreich deshalb auf die Straße, weil sie kaum eine Lobby in der Politik haben. Es ist für sie oft der einzige Weg, sich Gehör zu verschaffen.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Jun 2019, 09:41

Die Gelbwesten sind auf die Straße gegangen und haben randaliert, weil fossile Kraftstoffe zur Finanzierung der frz. Energiewende höher besteuert werden sollten.
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Re: Kerosinsteuer

Beitragvon Sören74 » Do 13. Jun 2019, 09:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2019, 09:41)

Die Gelbwesten sind auf die Straße gegangen und haben randaliert, weil fossile Kraftstoffe zur Finanzierung der frz. Energiewende höher besteuert werden sollten.


Ja, das ist auch deren gutes Recht. Die französische CO2-Steuer ist nicht wirklich sozial ausgewogen. Zudem herrscht eine große Unzufriedenheit mit der politischen Situation gerade in den Städten und Orten außerhalb von Paris, wo vieles verloren geht. Daher auch die hohe Zustimmung für Frau LePen.

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