Supreme Court

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Kritikaster
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Re: Supreme Court

Beitragvon Kritikaster » Di 25. Sep 2018, 10:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Sep 2018, 08:48)

Ganz klar, sowas sind entsetzliche Verbrechen. Traumatisierte Menschen reden, zumal bei einem so verminten Thema, nicht mal eben los. Denken wir nur einmal daran, wie schwer es der älteren Generation fiel, über bestimmte Vorkommnisse am Ende des 2. Weltkrieges zu reden. Oder denken wir an das normale Leben. Fast jede zweite Frau und erstaunlich viele Männer haben irgendeine Form von sexuellem Übergriff in ihrem Leben erlitten, ganz häufig aus dem Familienumfeld oder Bekanntenkreis. Trotzdem hört man von dem Thema sehr wenig. Die Schwelle, mit sowas an die Öffentlichkeit oder auch nur an die näheren Kreise zu gehen, ist sehr hoch. Das kann ich alles sehr gut verstehen. Jedoch können wir nicht, bloß weil die Anschuldigung schwer ist, vernünftige Grundsätze aufgeben. Weder im Strafprozess noch in der Öffentlichkeit ist es sinnvoll, Mehrheit für Wahrheit zu halten oder den lautesten Sprecher für den gültigen. Wir dürfen auch nicht die Standards niedriger ansetzen, bloß weil solche Fälle von Haus aus schwieriger zu beweisen sind als manche andere.

Aus einem Verhalten, das unabhängig von Schuld schlüssig ist, darf man keine Belastung konstruieren.

So weit sind wir uns einig.
Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Nachdem die Grundsätze dargelegt sind, bleibt die Durchführung. Bisher haben wir einzelne Anwälte, die Twitterpolitik betreiben und Medien, die darüber skandalisierend oder kritisch berichten. Das ist jeweils deren Handwerk und legitim. Ausreichend, um mir eine verurteilende Meinung über einen aktiven hohen Richter zu bilden, ist es nicht. Solange das so bleibt, sehe ich die Anschuldigung skeptisch, nicht den Beschuldigten.

Eine nachvollziehbare Haltung.

Dass sich Anwälte derselben Kommunikationsmittel bedienen wie der US-Präsident, der Mr. Kavanaugh gerne zum Richter am Supreme Court machen möchte, betrachte ich ebenfalls als legitim und in diesem Zusammenhang als angemessene Waffengleichheit. ;)

Entscheidend in der Sache wird bekanntlich sein, wie überzeugend die Darstellungen in der Anhörung auf die Mitglieder des Rechtsausschusses wirken werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um neu konstruierte Vorwürfe handelt, dürfte angesichts der Tatsache, dass Christine Blasey Ford der Washington Post Einblick in Therapieakten von 2012 gewährte, nicht sehr hoch sein. Demnach hat sie bereits vor 6 Jahren, damals unter dem Siegel der Verschwiegenheit, gegenüber mindestens einem Dritten über den jetzt bekannt gewordenen Vorfall berichtet.

Kaum anzunehmen, dass die Democrats eine "Verschwörung" so langfristig vorausschauend planen.
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Re: Supreme Court

Beitragvon peterkneter » Di 25. Sep 2018, 19:57

Cat with a whip hat geschrieben:(25 Sep 2018, 09:35)

Solches taktisches Vorgehen ist üblich in den USA. Das hat nichts speziell mit den Demokraten zu tun.

Problematischer sind da vielmehr die doppelten Standards der Republikaner bei gleich gelagerten Fällen.



das Problem ist, dass man sich schon daran gewöhnt und es tatsächlich als Wahlkampf abtut. Dass es dabei Opfer gibt wird dabei leider nicht gesehen.
Ich erinnere mich noch wie kurz vor der Wahl einige Frauen Herrn Trump vorgeworfen haben er habe sie "vergewaltigt" oder "angefasst". Kurz darauf trat Herr Trump mit einigen Damen
auf, die vorgaben Clinton hätte sie vergewaltigt. Das ganze ist wirklich ein Tiefpunkt. Ich kann mir kaum vorstellen wie Wahlpampf schlimmer werden kann...
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Re: Supreme Court

Beitragvon Jordanes » Mi 26. Sep 2018, 11:44

Der Justizausschuß des Senats will am Freitag über Kavanaugh abstimmen. Die Demokraten werden mit ihrem Schmutz nichts erreichen, außer die republikanischen Wähler im November zu mobilisieren.
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Re: Supreme Court

Beitragvon Cat with a whip » Mi 26. Sep 2018, 12:19

Im kürzlichen Fox Interview versuchte Kavanaugh das Bild eines "Chorknaben" zu zeichnen. Mittlerweile sind ebenso publik Beschreibungen früherer Bekannte und Zeitgenossen in denen eher als einer der stärken Säufer in der Hochschulzeit gezeichnet wird, der im betrunken Zustand zu Aggressionen neigte. Dass Kavanaugh auch heute dem Exzessstrinken nicht abgeneigt ist, ist mit einem Treffen an der Yale Universität 2014 belegt mit gemeinsamen "Bar-Hopping" bis zum Zustand des Verlust der körperlichen Kontrolle.

https://www.washingtonpost.com/investig ... 05318c43fd

Nachtrag:

Frauengruppe der Mormonen aus drei Bundesstaaten fordert Überprüfung der Anschuldigungen gegen K.
“Sexual assault must not be normalized or condoned in any way or by anyone, especially those charged with political leadership,” the group said in the statement, which they sent to the four senators and to others on Monday. “We boldly condemn any attempts to justify such inexcusable and reprehensible behavior and demand that our elected leaders set a morally sound example.”

“If these accusations are proved false, an investigation will prevent harm to the court’s legitimacy,” the statement said. “If they are true, then Judge Kavanaugh must not be confirmed.”

https://www.nytimes.com/2018/09/25/us/p ... women.html
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Re: Supreme Court

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 26. Sep 2018, 18:44

natürlich ist die weise wie kavanaughs vergangenheit untersucht wir nicht »reizend« zu nennen«. ich denke aber an clintons unterfragung damals. kavanaugh war dann assistent (von wem habe ich vergessen) und schrieb ein memo, daß ALLES gefragt werden durfte und mußte. auch die intimsten. und jetzt kann er sich damit verschonen... :?: :?
laut »zeugen« war kavanaugh gelinde gesagt nicht abwegig von alkohol. es scheint aber daß er das noch immer nicht ist. denn 2014 gab es ein treffen (vom universität ?) wo er u.a. auch teils verantwortlich dafür war daß am ende fast allen sturzbetrunken waren.
daneben wird - wieder von zeugen, die das unter eide bekräftigen wollen - gesagt, daß kavanaugh dann aggressiv werden.
https://www.washingtonpost.com/investigations/2018/09/25/ea5e50d4-c0eb-11e8-9005-5104e9616c21_story.html?utm_term=.f2a7bdb5704d

Years before his Supreme Court nomination, Kavanaugh acknowledged heavy drinking in a 2014 speech to the Yale Federalist Society. He recalled organizing a boozy trip for 30 of his Yale Law classmates to Boston for a baseball game and a night of barhopping, complete with “group chugs from a keg” and a return to campus by “falling out of the bus onto the steps of Yale Law School at about 4:45 a.m.”
...
Another former classmate who has publicly supported Ramirez, James Roche, said Kavanaugh frequently drank to the point of incoherence. “He hung out with the football players and soccer players, and they drank a lot and were bros,” Roche, who briefly shared a room with Kavanaugh during their freshman year, said in an interview this month. In a statement Monday night, after the Fox interview, Roche described Kavanaugh as a “notably heavy drinker” who “became aggressive and belligerent when he was very drunk.”
...
Kavanaugh hinted at his drinking in his 1983 Georgetown Prep yearbook entry. He identified himself as the “biggest contributor” to the Beach Week Ralph Club, an apparent reference to vomiting, and treasurer of the Keg City Club. “100 Kegs or Bust,” his entry says, referring to a campaign by his friends to empty 100 kegs of beer during their senior year.
...
The entry also made several references to women, including identifying Kavanaugh as a “Renate Alumnius.” The New York Times reported Monday that the phrase, also contained in other boys’ yearbook entries, was a reference to boasts of their alleged conquests involving a female student named Renate Schroeder from another high school.
...
“They were very disrespectful, at least verbally, with Renate,” Georgetown Prep graduate Sean Hagan told The Times. “I can’t express how disgusted I am with them, then and now.”

die republikaner (mcconnell [dixit] !!) in der kommission wollen aber am freitag (gerüchte ??!!) schon abstimmen...
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Re: Supreme Court

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 27. Sep 2018, 01:23

Cat with a whip hat geschrieben:(26 Sep 2018, 12:19)

Im kürzlichen Fox Interview versuchte Kavanaugh das Bild eines "Chorknaben" zu zeichnen. Mittlerweile sind ebenso publik Beschreibungen früherer Bekannte und Zeitgenossen in denen eher als einer der stärken Säufer in der Hochschulzeit gezeichnet wird, der im betrunken Zustand zu Aggressionen neigte. Dass Kavanaugh auch heute dem Exzessstrinken nicht abgeneigt ist, ist mit einem Treffen an der Yale Universität 2014 belegt mit gemeinsamen "Bar-Hopping" bis zum Zustand des Verlust der körperlichen Kontrolle.
l


Die Kavanugh's dieser Welt, die sich als heiliger als heilig ausgeben waren mir noch nie ganz geheuer vor allem die aus einen "Evangelical" Umfeld. Sie lassen sich ablichten mit einem biederen Frauchen und ein paar biedere Kinder an Mutter's Schuerze, lieben Jesus und Amerika und fuer sie ist Liberalismus Teufelszeug!

Die Wahrheit ist das wenn man an deren Fassade klopft sie schnell abbroeckelt.

Das jung Kavanugh gesoffen hat und den grils unter den Rock griff ist mit Sicherheit nicht von der Hand zu weisen. An sich waere das auch fuer die Ausuebung des Amtes kein Problem aber wenn man wie dieses Kerlchen auf fromm und tugendhaft tut und sich als fast Heiliger darstellt dann wird es zu einem sehr grossen Problem. Denn er wird zum Hypokrit und ein solcher hat im Obersten Gerichtshof keinen Platz.
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Re: Supreme Court

Beitragvon Nomen Nescio » Do 27. Sep 2018, 05:14

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(27 Sep 2018, 01:23)

Das jung Kavanugh gesoffen hat und den grils unter den Rock griff ist mit Sicherheit nicht von der Hand zu weisen. An sich waere das auch fuer die Ausuebung des Amtes kein Problem...

darüber könnte man anders denken, aber es ist (bis jetzt) ncht strafbar.

was anders ist daß er öfter wenn nicht vielfältig gelogen hat. und das sind MEINEIDE. nur werden die reps es nicht so sehen.

warum feinstein so lange wartete mit der bekantmachung der mail, verstehe ich nicht: k.a. sie hat sich selbst und die dems keinen guten dienst erwiesen.
mcconnel, der hypokrite eminence grise, riecht seine chance. ich hoffe daß es für ihn einen pyrrhussieg wird. denn er ist EIN SCHUFT. staatsinteresse? was ist das ??? ob es die PARTEI gut geht ist was uns wichtig ist. darunter verstehen wir also auch ob wir wieder in beiden kämmern die mehrheit erringen.
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Re: Supreme Court

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 27. Sep 2018, 05:42

Nomen Nescio hat geschrieben:(27 Sep 2018, 05:14)



was anders ist daß er öfter wenn nicht vielfältig gelogen hat. und das sind MEINEIDE. nur werden die reps es nicht so sehen.

.


Genau das habe ich ja geschrieben.
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Re: Supreme Court

Beitragvon King Kong 2006 » Do 27. Sep 2018, 08:28

Trump steht nicht mehr vorbehaltlos hinter seinem Favoriten. Auch, wenn Trump das alles für Kavaliersdelikte halten mag, sein Umgang mit Frauen ist ja bekannt, so kann er nicht mehr öffentlich alles einfach so als Fake erklären. Selbst "der größte US-Präsident aller Zeiten".
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Supreme Court

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 27. Sep 2018, 11:33

King Kong 2006 hat geschrieben:(27 Sep 2018, 08:28)

Trump steht nicht mehr vorbehaltlos hinter seinem Favoriten. Auch, wenn Trump das alles für Kavaliersdelikte halten mag, sein Umgang mit Frauen ist ja bekannt, so kann er nicht mehr öffentlich alles einfach so als Fake erklären. Selbst "der größte US-Präsident aller Zeiten".


Auch nicht der mit dem groessten Gehirn, wie er heute von sich gab :D
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Re: Supreme Court

Beitragvon Cat with a whip » Do 27. Sep 2018, 21:50

Die Kavanaugh-Anhörung ist ja kaum zu ertragen, der inzeniert sich ja ziemlich und scheint von sich selbst so ergriffen. Erbärmlich. Im nächsten Moment ist er gleich wieder gefasst. Dann rotzt er wieder wie ein Schuljunge der eine Strafe bekam und um Milde und Vergebung winselt. :p
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Re: Supreme Court

Beitragvon peterkneter » Do 27. Sep 2018, 22:29

Cat with a whip hat geschrieben:(27 Sep 2018, 21:50)

Die Kavanaugh-Anhörung ist ja kaum zu ertragen, der inzeniert sich ja ziemlich und scheint von sich selbst so ergriffen. Erbärmlich. Im nächsten Moment ist er gleich wieder gefasst. Dann rotzt er wieder wie ein Schuljunge der eine Strafe bekam und um Milde und Vergebung winselt. :p


Ich finde daran nichts erbärmlich. Sollte er zu unrecht angeklagt sein kann, und davon muss man erst einmal ausgehen bis es bewiesen ist, kann man seinen Ärger und seine Frust durchaus verstehen. Immerhin wurde seine Familie bedroht usw. Gleiches gilt für Frau Dr. Ford. Auch sie erlebte einen shitstorm. Beide sind nicht zu beneiden. Ich finde es hier äußerst schwer die Wahrheit zu fassen. Ich kenne weder Frau Dr. Ford noch Herrn Kavanaugh genug um sicher zu sein dass einer von beiden lügt.

Beide sind für mich sehr glaubhaft. Solange es keine harten Beweise gibt ...
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Re: Supreme Court

Beitragvon Cat with a whip » Do 27. Sep 2018, 22:31

Kavanaugh klingt nicht sehr überzeugend, als er deutlich unwirsch der Frage Feinsteins ausweicht, warum er FBI-Untersuchungen ablehnt und reinen Tisch machen möchte und stattdessen darauf drängt am Freitag berufen zu werden.
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Re: Supreme Court

Beitragvon Jordanes » Fr 28. Sep 2018, 01:31

Trump stellt sich unbeirrt hinter Kavanaugh.

"Judge Kavanaugh showed America exactly why I nominated him. His testimony was powerful, honest, and riveting. Democrats’ search and destroy strategy is disgraceful and this process has been a total sham and effort to delay, obstruct, and resist. The Senate must vote!"
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Re: Supreme Court

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 28. Sep 2018, 04:20

peterkneter hat geschrieben:(27 Sep 2018, 22:29)

Ich finde daran nichts erbärmlich. Sollte er zu unrecht angeklagt sein kann, und davon muss man erst einmal ausgehen bis es bewiesen ist, kann man seinen Ärger und seine Frust durchaus verstehen. Immerhin wurde seine Familie bedroht usw. Gleiches gilt für Frau Dr. Ford. Auch sie erlebte einen shitstorm. Beide sind nicht zu beneiden. Ich finde es hier äußerst schwer die Wahrheit zu fassen. Ich kenne weder Frau Dr. Ford noch Herrn Kavanaugh genug um sicher zu sein dass einer von beiden lügt.

Beide sind für mich sehr glaubhaft. Solange es keine harten Beweise gibt ...

ich frage es wieder ockham. in prinzip haben sie nur indirekte beweisen. ford hat aber mehr. sie drängte auf untersuchung der FBI. kavanaugh lehnt die ab. das warum interessiert mich nicht einmal mehr. vermutlich könnten jedenfalls andere sünden entdeckt werden. also ist für mich den lügner kavanaugh.

da gelassen: ICH hätte schon bedankt, denn eine schlammschlacht wie diese. aber dann noch schlimmer falls man weiter sucht (wie bei clinton). davon weiß kavanaugh alles, denn er hat damals dehr energisch als mitarbeiter des anklagers geholfen. und geschrieben daß ALLES - wie intim auch - gefragt werden durfte.
selbst darf er sich aber veschonen mit »das ist ne private sache«
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Supreme Court

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 28. Sep 2018, 04:53

schau mal an
But it was also to be left with this fundamental question: One witness, Ford, wanted to see additional investigation to help reconcile the conflicting accounts. The other, Kavanaugh, repeatedly refused the invitation to ask for the FBI to reopen its probe. That, too, is an indelible takeaway from a searing, disturbing day.
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Re: Supreme Court

Beitragvon peterkneter » Fr 28. Sep 2018, 08:56

Was für Kavanaugh spricht:
- sein emotionale Auftritt wirkt glaubhaft. Hier ist keine Richter-Maschine, sondern ein Mensch persönlich angegriffen worden.
- die Tat ist 36 Jahre her, viel Zeit in der Erinnerungen verwischen können
- der Zeitpunkt der "Veröffentlichung" der Anschuldigungen ist mehr als verdächtig, einen Tag vor der Abstimmung des Senates passiert.
- Kavanaugh hat nachweislich Tagebuch geführt und war zum fraglichen Zeitpunkt nicht vor Ort (Die Echtheit der Tagebücher lässt sich sicher nachprüfen)
- Es gibt keine Zeugen, die Kavanaugh auf der Party gesehen haben.
- Bis zu dem Beweis gilt die Unschuldsvermutung

Was für Frau Dr. Ford spricht:
- ihre Geschichte und ihr emotionaler Auftritt wirkt ebenfalls glaubhaft
- Sie möchte einen FBI-Untersuchung, die Kavanaugh ablehnt
- Der einzige Zeuge, der namentlich genantt wurde und aussagen könnte tut es nicht.
- Sie hat sich einem Lügendetektortest unterzogen, Kavanaugh leht ihn ab.
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Re: Supreme Court

Beitragvon Jordanes » Fr 28. Sep 2018, 11:51

peterkneter hat geschrieben:(28 Sep 2018, 08:56)
- Der einzige Zeuge, der namentlich genantt wurde und aussagen könnte tut es nicht.


Der hat sich aber über seinen Anwalt schon mehrfach geäußert und die Beschuldigungen gegen Kavanaugh bestritten.

Es gibt keinen einzigen Zeugen der behaupteten Tat, nicht mal einen einzigen Zeugen, der Kavanaugh auf der behaupteten Party gesehen hat. Kavanaugh selbst kann immerhin nachweisen, daß er an dem besagten Tag gar nicht in der Stadt war.

Keine Zeugen, keine Beweise, keine Spuren, kein gar nicht. Nur eine mehr xls zweifelhafte Behauptung, die aber scheinbar genügt um einen der besten Juristen des Landes und dessen Familie öffentlich hinzurichten.
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Re: Supreme Court

Beitragvon Cat with a whip » Fr 28. Sep 2018, 14:28

-Kavanaughs Autritt war gespielt, seine Emotionen waren zu dem Zeitpunkt vielleicht echt, als er sein Selbstmitleid vorbrachte.
-Erinnerungslücken sprechen nicht für Kavanaugh. Kavanaugh verneint sogar Fragen nach exzessiven Alkoholkonsum um die Möglichkeit von black outs unglaubwürdig zu machen. Damit will er sich als Zeuge glaubwürdig machen und andererseits einen geistigen Zustand ausschliessen, das ins Bild der ihm vorgeworfenen Taten passt.
-Der Zeitpunkt ist natürlich kein Zufall, es wird politisch versucht diesen Mann für eines der höchsten Richterämter zu verhindern indem man ihm die charakterliche Eignung abspricht. Das ist natürlich durchsichtig, jedoch ist das nichts was für Kavanaugh spricht, wenn die Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen. Denn Ford teilte diese Geschichte schon Jahre zuvor mit anderen Menschen, die dafür ihre eidestattliche Erklärung gaben.
-K. hat keine detailierten Tagebücher geführt, sondern einen groben kalendarischen Zeitplan für seine Aktivitäten. In diesen trug er ohne Uhrzeit die in Zukunft anstehenden Ereignisse ein und fügte auch nachträglich Details wie Namen von Bekannten und Freunden hinzu. Spontane Party-Treffen sind dort unter Umständen gar nicht vermerkt. Die Präsentation der Tagebücher wirkt wie eine Rechtfertigung und der sicher legitime Versuch einen ganz normalen Modell-Jugendlichen zu zeichnen.Aber letztlich ohne Belang, da sie keine lückenlose Aufzeichnungen darstellen.


Worum gehts? Im einen der bisher drei unabhängigen Anschuldigungen um ein kleines Treffen von Teenagern, wie sie damals über Mundpropaganda spontan stattfanden und nicht geplant waren, wenn eine Bude sturmfrei war und wo man dann in Wohnzimmer oder Küche ein Bierchen trinkt. Wo sonst nichts Interessantes passiert und sich an diese Party daher nach über drei Jahrzehnte niemand mehr erinnert. Geschweige den genauen Ort und den Tag. Schon gar nicht wenn man anders als die andere Partybesucher schwer alkoholisiert war. Es sei denn man ist dort mißhandelt worden und erinnert sich weil das Erinnerungswürdig ist. So wie es Ford behauptet und Ford jedenfalls scheint sich als einzige an so eine Party aus dem Grund noch erinnern zu können (auch wenn sie Tag und die genau Wohnung in der es stattfand nicht mehr genau weiß), zu der Kavanaugh und sein damaliger Saufkumpan Judge angeblich bereits schwer alkoholisiert am Tisch sassen, während die anderen erst ein Bier hatten. Weiterhin nicht erinnern können sich Kavanaughs Freund Patrick J. Smyth der laut Ford zugegen war. Und auch nicht Fords Schulfreundin, der sie jedoch von dem Vorfall nichts erzählte, da sie die Party schnell verlies, nachdem es ihr gelang aus dem Schlafzimmer zu flüchten, als die beiden, Kavanaugh und Jugde, betrunken zu Boden stürzten.

Der seit seiner Teenagerzeit alkoholkranke und heutige konservative Schriftsteller Mark Judge lehnt heute jede Stellungnahme zu seiner möglichen Mittäterschaft ab und ist verreist als der Trubel um ihn aufkam. Er kann sich angeblich auch nicht an eine solche Party erinnern. Seine Website-Inhalte mit aufreizenden Frauenfotos hat er sofort vom Netz genommen als die Anschuldigungen gegen Kavanaugh publik wurden...die GOP möchte auch verhindern dass die Öffentlichkeit zu sehr von ihm Notiz nimmt, tja warum nur...es geht wohl um ein bestimmtes Frauenbild, das jetzt sehr stören würde. Und einiges was er veröffentlichte, kann er nicht mehr zurücknehmen.

The conservative writer Mark Judge found himself in the spotlight this month when Christine Blasey Ford alleged that he’d helped Supreme Court nominee Brett Kavanaugh try to sexually assault her while they were all in high school in the 1980s.

But Judge has been keeping a low profile. “How’d you find me?” he asked a Washington Post reporter who found him holed up at a house in a Delaware beach town.

It’s no wonder he left town. In the last couple of weeks, an ex-girlfriend has branded him a liar, a pitbull lawyer has hinted at more sexual misconduct, and his history of sexist and questionable writings has been picked apart.

Judge, who has denied being part of any sexual assault, has declined to testify before the Senate Judiciary Committee about the Kavanaugh allegations—and the Republicans on the committee aren’t eager to have him appear either.

So who is the man that Democrats would love to grill but the GOP is happy to keep away from the hearings? In a series of memoirs and articles, Judge has passed himself off as a kind of modern-day Augustine: a Catholic who found faith later in life and is regretful—but not too much—of a youth spent in drunken sexual debauchery.


https://www.thedailybeast.com/no-wonder ... to-testify


A third woman, Julie Swetnick, came forward Wednesday morning claiming that when she and Kavanaugh were in high school, he regularly participated in drunken parties where he would “engage in abusive and physically aggressive behavior toward girls,” such as groping them without their consent.

Writing in a sworn declaration, Swetnick also alleged that Kavanaugh and Judge “were present” when she was subject to “gang rape” at one of these parties.

Swetnick wrote that some of this alleged abuse occurred during “Beach Week.” Kavanaugh lists a “Beach Week” in his June 1982 calendar, though it’s not clear whether that is the same Beach Week. Swetnick did not specify the year her alleged assault happened, but said the parties where she, Kavanaugh and Judge were all present took place between 1981 and 1983.

https://www.huffingtonpost.com/entry/br ... ccounter=1

Schreiben über Männlichkeit, Saufen und Vegewaltigung:
https://www.businessinsider.de/mark-jud ... ?r=US&IR=T
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Re: Supreme Court

Beitragvon Cat with a whip » Fr 28. Sep 2018, 15:36

Wäre Brett Kavanaugh eine Frau, dann hätte er sich bei am Donnerstag schon in den allerersten Momenten seiner Anhörung für das Oberste Gericht disqualifiziert. „Hysterisch“, „schrill“ und „emotional“ hätte der Chor jener befunden, die ihm jetzt zu Füßen liegen.


Aber Kavanaugh ist ein Mann. Und er gehört zu einer weißen Washingtoner Elite, die ihre Privilegien und ihr Geld, ihre Seilschaften, Privatschulen und Machtpositionen für gottgegeben hält. Und er hat die Rückendeckung von Donald Trump, der in dem konservativen Richterkandidaten Kavanaugh die Möglichkeit sieht, seine eigenen politischen Ziele in das Oberste Gericht zu tragen.

Das Bild, das Kavanaugh am Donnerstag vor dem Justizausschuss des Senats abgegeben hat, ist weit von dem Temperament und den Tugenden entfernt, die gemeinhin von RichterInnen – und erst recht von Obersten RichterInnen am Supreme Court – erwartet werden. Da war keine Spur von Weisheit, von Mäßigung, von Demut. Sondern nur Aggressivität, Selbstgefälligkeit, verletzte Eitelkeit und eine unglaubliche Wut darüber, dass jemand es gewagt hat, seine Integrität in Zweifel zu ziehen.

http://www.taz.de/Kommentar-Kavanaugh-A ... /!5539085/
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