Drogenproblem in den USA

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Dieter Winter
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Dieter Winter » Fr 27. Okt 2017, 22:31

Boracay hat geschrieben:(27 Oct 2017, 22:28)

Dann bitte widerlegen.

Hier mal die gloreiche Tet-Offensive des VC.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tet-Offensive#Wirkungen

Das waren absolute Lachnummern, aber keine Gegner.


Immer noch falscher thread!!!
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Boracay » Fr 27. Okt 2017, 22:32

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Oct 2017, 22:27)
Unsinn. Uncle Sam bekam den Arsch versohlt, wie noch nie in seiner Geschichte.


Nein, der VC war völlig chancenlos und konnte im gesamten Krieg keine einziges nennenswertes Gefecht für sich entscheiden. Der Abzug erfolgte aus politischen Gründen und nicht aus militärischen.

Wie würdest du es nennen wenn du im Faktor 40 mehr Männer verlierst als dein Gegner? Einen Sieg?
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Ein Terraner
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Ein Terraner » Fr 27. Okt 2017, 22:34

Boracay hat geschrieben:(27 Oct 2017, 22:20)

Damit hat das 0 zu tun. Der "Krieg gegen die Drogen" wird vorwiegend gegen Kokain geführt, sterben tun die Leute an Heroin.


An dreckigem Heroin und woher denkst du eigentlich kommt das Zeug ? Vielleicht doch von den Kartellen gegen die Amerika Krieg führt ?
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Dieter Winter
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Dieter Winter » Fr 27. Okt 2017, 22:42

Boracay hat geschrieben:(27 Oct 2017, 22:32)

Nein, der VC war völlig chancenlos und konnte im gesamten Krieg keine einziges nennenswertes Gefecht für sich entscheiden. Der Abzug erfolgte aus politischen Gründen und nicht aus militärischen.

Wie würdest du es nennen wenn du im Faktor 40 mehr Männer verlierst als dein Gegner? Einen Sieg?


Wer hat denn Vietnam letztendlich übernommen? Trotz der Verluste. Übrigens: Die SU hat weit mehr Opfer im WW2 zu beklagen als das DR. Hat das DR den Krieg Deiner Meinung nach gewonnen?
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 27. Okt 2017, 23:07

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Oct 2017, 21:47)

Offenbar haben die USA ein gewaltiges Drogenproblem. Jährlich sterben ca. 60.000 Menschen an einer Überdosis, das sind mehr als durch Schusswaffen und Straßenverkehr zusammen. Offenbar erfolgt der Einstieg durch Medikamente, die abhängig machen. Zwar gibt es auch Medikamente, die nicht abhängig machen, aber die sind zu teuer. Trump hat jetzt zwar Maßnahmen angekündigt, aber das scheint eher auf ein Bekämpfen der Symptome, als auf einen Ansatz bei den Ursachen hinaus zu laufen.

M. E. sollten den Pharmakonzernen die Kosten für die Entzugstherapien aufgedonnert werden. Nur wenn es weh tut, sehen diese Halunken Handlungsbedarf. Ob das in den USA politisch umsetzbar ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.


Bei weitem nicht nur die USA , nein im.Grunde hat die Welt ein Drogenproblem, wenn egal ob Industrie - oder Entwicklungsland eine beachtenswerte Anzahl seiner jeweiligen Einwohner ( egal ob Geschlecht, Ethnie, ökonomische Klasse, Alter) ohne Drogen nicht mehr auskommt,

Oder ist vielmehr die Kriminalisierung von Drogen das Problem? Warum man im übrigen juristisch einen Unterschied zwischen Alkohol ( legale Droge) und Cannabis ( illegale Droge) macht ist wissenschaftlich gesehen totaler Schwachsinn.

Gleichwohl wird das US Justizsystem sein Kampf gegen Drogen langfristig verlieren. Es ist doch erstaunlich dass viele Menschen ihren Alltag in den ach so goldenen und materiell wohlhabenden USA samt ihrer nummerischen ökonomischer Potenz ,scheinbar kaum mehr nüchtern ertragen
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon imp » Sa 28. Okt 2017, 00:31

Julian hat geschrieben:(27 Oct 2017, 22:21)

Wer soll es denn dann bezahlen? Ist Substanzabusus denn keine behandlungsbedürftige Krankheit? Sollen Leberzirrhotiker künftig auch selbst für ihre Behandlungskosten zahlen, wenn eine ethyltoxische Genese vermutet wird?

Wäre doch mal ein Ansatz. Trump selbst trinkt fast nie Alkohol, weil er Trinkerstorys hautnah erlebt hat.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 28. Okt 2017, 09:10

Boracay hat geschrieben:(27 Oct 2017, 22:32)

Nein, der VC war völlig chancenlos und konnte im gesamten Krieg keine einziges nennenswertes Gefecht für sich entscheiden. Der Abzug erfolgte aus politischen Gründen und nicht aus militärischen.

dien bien phu
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Boracay » Sa 28. Okt 2017, 09:21

Nomen Nescio hat geschrieben:(28 Oct 2017, 09:10)

dien bien phu


War eine Niederlage der Franzosen im Indochinakrieg. Weit vor dem Vietnamkrieg der Amerikaner. Die Amerikaner waren durch den VC nie auch nur ansatzweise bedroht.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Boracay » Sa 28. Okt 2017, 09:22

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Oct 2017, 22:42)

Wer hat denn Vietnam letztendlich übernommen? Trotz der Verluste. Übrigens: Die SU hat weit mehr Opfer im WW2 zu beklagen als das DR. Hat das DR den Krieg Deiner Meinung nach gewonnen?


Nordvietnam hat den Süden übernommen, viele Jahre nach dem die Amerikaner abgezogen waren. Gegen die Amerikaner hatten sie nie auch nur den Hauch einer Chance und wussten das auch.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Boracay » Sa 28. Okt 2017, 09:23

Ein Terraner hat geschrieben:(27 Oct 2017, 22:34)

An dreckigem Heroin und woher denkst du eigentlich kommt das Zeug ? Vielleicht doch von den Kartellen gegen die Amerika Krieg führt ?


Von anderen Kartellen als die gegen die USA Krieg führen.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Boracay » Sa 28. Okt 2017, 09:26

Alpha Centauri hat geschrieben:(27 Oct 2017, 23:07)
Oder ist vielmehr die Kriminalisierung von Drogen das Problem? Warum man im übrigen juristisch einen Unterschied zwischen Alkohol ( legale Droge) und Cannabis ( illegale Droge) macht ist wissenschaftlich gesehen totaler Schwachsinn.


Wieso denkst du das eine Legalisierung von Heroin weniger Drogentote zur Folge hätte? Man kann ja an Alkohol sehr gut sehen dass das nicht so ist (alleine in Deutschland 15.000 Tote im Jahr, Lebenserwartung in Russland bei Männern auf dem Niveau afrikanischer Aidsstaaten).

Cannabis ist in der Hälfte der US Bundesstaaten legal und wird in riesigen Mengen verkauft. Löst das irgendein Problem?
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Boracay » Sa 28. Okt 2017, 09:36

Alpha Centauri hat geschrieben:(27 Oct 2017, 23:07)
Gleichwohl wird das US Justizsystem sein Kampf gegen Drogen langfristig verlieren. Es ist doch erstaunlich dass viele Menschen ihren Alltag in den ach so goldenen und materiell wohlhabenden USA samt ihrer nummerischen ökonomischer Potenz ,scheinbar kaum mehr nüchtern ertragen


Es ist vor allem ein regionales Problem, dessen Ausbreitung man sehr gut hier sehen kann. In den USA (und heftig auch in Kanada) ist das Drogenproblem vor allem eine Folge der Migration.

http://landkartenindex.blogspot.de/2017 ... sives.html

Das steht Deutschland noch bevor den der Iran, Pakistan und Afghanistan sind Länder mir einer extrem hohen Anzahl an Heroinsüchtigen.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Olympus » Sa 28. Okt 2017, 09:59

Boracay hat geschrieben:(28 Oct 2017, 09:36)

Es ist vor allem ein regionales Problem, dessen Ausbreitung man sehr gut hier sehen kann. In den USA (und heftig auch in Kanada) ist das Drogenproblem vor allem eine Folge der Migration.

http://landkartenindex.blogspot.de/2017 ... sives.html

Das steht Deutschland noch bevor den der Iran, Pakistan und Afghanistan sind Länder mir einer extrem hohen Anzahl an Heroinsüchtigen.

Achso, Migranten aus Pakistan kamen mit Rucksäcken in die USA gepaddelt voller Heroin. Und wie kommt es dann in die Europäische versoffene Mama? Hat diese kein Mitspracherecht?
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 28. Okt 2017, 10:06

Boracay hat geschrieben:(28 Oct 2017, 09:36)

Es ist vor allem ein regionales Problem, dessen Ausbreitung man sehr gut hier sehen kann. In den USA (und heftig auch in Kanada) ist das Drogenproblem vor allem eine Folge der Migration.

http://landkartenindex.blogspot.de/2017 ... sives.html

Das steht Deutschland noch bevor den der Iran, Pakistan und Afghanistan sind Länder mir einer extrem hohen Anzahl an Heroinsüchtigen.


Die Opiumproduktion ist seit der US-Intervention "geringfügig" angestiegen. In der Tat ist der Iran als direkter Nachbar extrem betroffen. Der Stoff kostet da noch nix. Er wird auf dem Weg nach Europa und dem Westen natürlich teuerer. Der Kampf Irans gegen die Drogen ist praktisch mit einem regelrechten Grenzkrieg zu vergleichen mit mehreren tausend Toten.

The production of opium increased 40-fold in the 13 years of the U.S. intervention in Afghanistan


A UN Report

According to United Nations report, 2014 was a banner year for Afghanistan’s booming opium industry, as production increased 7 percent. Production was up 50 percent from 2012.

https://www.telesurtv.net/english/news/ ... -0028.html


Opium-Produktion in Afghanistan stark gestiegen

https://www.blick.ch/news/ausland/opium ... 47449.html




Opium production in Afghanistan has been on the rise since U.S. occupation started in 2001.[3]

https://en.wikipedia.org/wiki/Opium_pro ... nvolvement


Offizielle in Mexiko wie Guillermo Terrazas Villanueva aus Chihuahua werfen den USA vor weniger die Drogen zu bekämpfen, sondern eher kontrolliert zu managen.

Mexican official: CIA 'manages' drug trade

http://www.aljazeera.com/indepth/featur ... 28181.html


Letztendlich bestimmt die Nachfrage die Produktion. Die grossen Märkte in Nordamerika und im Westen werden bedient.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon imp » Sa 28. Okt 2017, 10:14

Alpha Centauri hat geschrieben:(27 Oct 2017, 23:07)

Bei weitem nicht nur die USA , nein im.Grunde hat die Welt ein Drogenproblem, wenn egal ob Industrie - oder Entwicklungsland eine beachtenswerte Anzahl seiner jeweiligen Einwohner ( egal ob Geschlecht, Ethnie, ökonomische Klasse, Alter) ohne Drogen nicht mehr auskommt,

Oder ist vielmehr die Kriminalisierung von Drogen das Problem? Warum man im übrigen juristisch einen Unterschied zwischen Alkohol ( legale Droge) und Cannabis ( illegale Droge) macht ist wissenschaftlich gesehen totaler Schwachsinn.

Gleichwohl wird das US Justizsystem sein Kampf gegen Drogen langfristig verlieren. Es ist doch erstaunlich dass viele Menschen ihren Alltag in den ach so goldenen und materiell wohlhabenden USA samt ihrer nummerischen ökonomischer Potenz ,scheinbar kaum mehr nüchtern ertragen

Die Leute wollen auch ohne Mobiltelefon nicht mehr auskommen. Wir haben aber kein weltweites Mobilproblem.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Julian » Sa 28. Okt 2017, 10:56

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(28 Oct 2017, 10:14)

Die Leute wollen auch ohne Mobiltelefon nicht mehr auskommen. Wir haben aber kein weltweites Mobilproblem.


Wenn wir eine Lehre aus der gegenwärtigen Misere in den USA ziehen können, ist es meiner Meinung nach, dass es gefährliche Substanzen gibt, die der Allgemeinheit nicht ohne weiteres zugänglich gemacht werden dürfen. Natürlich muss man abwägen zwischen dem Schutz der Bevölkerung auf der einen und der Freiheit des Individuums auf der anderen Seite.

Man kann streiten, ob Cannabis nun schon so gefährlich ist, dass man es verbieten muss, oder ob das historisch bedingte Privileg des Alkohols berechtigt ist. Gerade bei Opioiden allerdings brauchen wir strenge Regeln. Kein Laie kann einschätzen, was schon ein Ausprobieren, eine einmalige Dosis bewirken kann. Hier haben leider auch viele Ärzte versagt, die der Einfachheit halber eben das verschrieben haben, was die Patienten wollten; damit haben sie sich viel unmittelbaren Ärger erspart, aber langfristig nicht jedem Patienten etwas Gutes getan.

Wiederum eine andere Perspektive ist die der Schmerztherapie. Schmerzen sind etwas Furchtbares; sie sind das, was eine Krankheit unmittelbar erlebbar macht und einem die Lebensqualität vollständig rauben kann. Diese Patienten müssen ausreichend schmerztherapiert werden, gerade auch, wenn keine adäquate kausale Therapie zur Verfügung steht. Deswegen brauchen wir auch pharmazeutische Unternehmen, die entsprechende Medikamente erforschen, produzieren und vermarkten.

In den Neunzigerjahren gab es große Diskussionen in Deutschland, dass die Schmerztherapie hier in den Kinderschuhen stünde, und mit Vergleich auf die USA wurde darauf verwiesen, dass der Verschreibung von Betäubungsmitteln, zu denen die Opioide gehören, zu große regulatorische Hindernisse im Weg stünden. Ich habe das damals auch so gesehen, wie wohl viele, die schon einmal schreiende, schmerzgeplagte Tumorpatienten gesehen haben.

Aber nun gut, offenbar ist das Pendel in den USA zu weit in die andere Richtung ausgelenkt worden. Die Pharmaindustrie, die zum Teil auch von Gerichten angeschuldigt und mit hohen Strafen belegt wurde, hat aber versucht, dem durch neue Formulierungen entgegenzuwirken, war dabei offenbar aber nicht wirklich erfolgreich. Die Industrie als Bösewicht darzustellen, wie es bei Purdue Pharma, dem Hersteller von Oxycontin, geschehen ist, halte ich jedoch nicht für richtig und nicht für zielführend. Genauso könnte man die Ärzte als Bösewichte ausmachen, oder eben doch die Patienten, die die Medikamente nicht bestimmungsgemäß einnehmen, oder Zulassung- und Gesundheitsbehörden oder die Politik, die nicht ausreichend regulatorisch eingegriffen haben. Während man dies sicher alles offenlegen sollte, sollte man aber eine Sündenbockdiskussion vermeiden.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Ein Terraner » Sa 28. Okt 2017, 11:14

Boracay hat geschrieben:(28 Oct 2017, 09:23)

Von anderen Kartellen als die gegen die USA Krieg führen.


Hier ein bisschen Klatsch und Tratsch für dich, https://www.google.de/search?q=heroin+m ... 29&bih=881
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon imp » Sa 28. Okt 2017, 11:14

Julian hat geschrieben:(28 Oct 2017, 10:56)
Gerade bei Opioiden allerdings brauchen wir strenge Regeln. Kein Laie kann einschätzen, was schon ein Ausprobieren, eine einmalige Dosis bewirken kann.

Das kann auch bei Acetylsalicylsäure und allen möglichen COX-Hemmern der Laie nicht. Das hindert niemanden daran, Einnahmehinweise bezüglich Dosis und Dauer zu verfassen oder sich daran zu halten.

Deswegen brauchen wir auch pharmazeutische Unternehmen, die entsprechende Medikamente erforschen, produzieren und vermarkten.

Erforscht wird, was voraussichtlich verkauft werden kann, also auf zahlungskräftige Nachfrage trifft. Damit sich das lohnt, braucht man viel Verschreibung oder freie Verfügbarkeit, am Besten preist man Nebennutzen oder die Verwendung bei einer ganzen Reihe von Indikationen an. In die entsprechende Richtung gibt es gut finanzierten Lobbyismus in Richtung Gesetzgeber sowie ein Heer an Referenten, die die entsprechenden Ärzte beraten und mit ihnen gemeinsam mögliche zusätzliche Anwendungsfälle diskutieren, wenn die Verschreibungszahlen hinter den Absprachen zurückbleiben. Mit Wissenschaft hat das nicht immer was zu tun. Die Krankenversicherung kann nicht jeden, der Medikamente falsch benutzt hat oder falsch beraten wurde ausfinanzieren. Für die einen gilt: Selbst schuld, für die anderen gilt: Klagen!

Genauso könnte man die Ärzte als Bösewichte ausmachen, oder eben doch die Patienten, die die Medikamente nicht bestimmungsgemäß einnehmen, oder Zulassung- und Gesundheitsbehörden oder die Politik, die nicht ausreichend regulatorisch eingegriffen haben.

Es geht nicht um gut und böse. Es geht um einen vernünftigen, aufgeklärten Umgang mit Medizin und Genussmitteln. Dass beide mitunter gleiche Substanzen enthalten, sollte uns nicht stören. Medizin mit nachgewiesener Wirkung gibt es in einer vernünftig organisierten Gesellschaft von Medizinern verordnet und der Zugang dazu soll ruhig über eine allgemeine Gesundheitsvorsorge (Steuer oder Versicherung) abgedeckt werden. Genussmittel gibt es ohne Rezept und auf eigene Verantwortung, aber auch nicht auf Kasse. Hier muss Trump nachsteuern, weil viele ihren Genuss als Medizin vom Arzt, vielleicht sogar auf Kasse erhalten wollen.
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 28. Okt 2017, 12:38

Julian hat geschrieben:(28 Oct 2017, 10:56)

Wenn wir eine Lehre aus der gegenwärtigen Misere in den USA ziehen können, ist es meiner Meinung nach, dass es gefährliche Substanzen gibt, die der Allgemeinheit nicht ohne weiteres zugänglich gemacht werden dürfen. Natürlich muss man abwägen zwischen dem Schutz der Bevölkerung auf der einen und der Freiheit des Individuums auf der anderen Seite.

Man kann streiten, ob Cannabis nun schon so gefährlich ist, dass man es verbieten muss, oder ob das historisch bedingte Privileg des Alkohols berechtigt ist. Gerade bei Opioiden allerdings brauchen wir strenge Regeln. Kein Laie kann einschätzen, was schon ein Ausprobieren, eine einmalige Dosis bewirken kann. Hier haben leider auch viele Ärzte versagt, die der Einfachheit halber eben das verschrieben haben, was die Patienten wollten; damit haben sie sich viel unmittelbaren Ärger erspart, aber langfristig nicht jedem Patienten etwas Gutes getan.

Wiederum eine andere Perspektive ist die der Schmerztherapie. Schmerzen sind etwas Furchtbares; sie sind das, was eine Krankheit unmittelbar erlebbar macht und einem die Lebensqualität vollständig rauben kann. Diese Patienten müssen ausreichend schmerztherapiert werden, gerade auch, wenn keine adäquate kausale Therapie zur Verfügung steht. Deswegen brauchen wir auch pharmazeutische Unternehmen, die entsprechende Medikamente erforschen, produzieren und vermarkten.

In den Neunzigerjahren gab es große Diskussionen in Deutschland, dass die Schmerztherapie hier in den Kinderschuhen stünde, und mit Vergleich auf die USA wurde darauf verwiesen, dass der Verschreibung von Betäubungsmitteln, zu denen die Opioide gehören, zu große regulatorische Hindernisse im Weg stünden. Ich habe das damals auch so gesehen, wie wohl viele, die schon einmal schreiende, schmerzgeplagte Tumorpatienten gesehen haben.

Aber nun gut, offenbar ist das Pendel in den USA zu weit in die andere Richtung ausgelenkt worden. Die Pharmaindustrie, die zum Teil auch von Gerichten angeschuldigt und mit hohen Strafen belegt wurde, hat aber versucht, dem durch neue Formulierungen entgegenzuwirken, war dabei offenbar aber nicht wirklich erfolgreich. Die Industrie als Bösewicht darzustellen, wie es bei Purdue Pharma, dem Hersteller von Oxycontin, geschehen ist, halte ich jedoch nicht für richtig und nicht für zielführend. Genauso könnte man die Ärzte als Bösewichte ausmachen, oder eben doch die Patienten, die die Medikamente nicht bestimmungsgemäß einnehmen, oder Zulassung- und Gesundheitsbehörden oder die Politik, die nicht ausreichend regulatorisch eingegriffen haben. Während man dies sicher alles offenlegen sollte, sollte man aber eine Sündenbockdiskussion vermeiden.




Das historisch bedingte Privileg der "Volksdroge" "Alkohol" lässt sich im Vergleicht mit Cannabis nicht im geringst rational oder gar wissenschaftlich rechtfertigen, mitunter hat Alkohol vor allem körperlich gesehen ,gravierendere negative Auswirkungen als Cannabis.

Mann kann nicht die eine Droge kriminalisieren während man zugleich die andere, mitunter schlimmere Droge als sogenanntes "Kulturgut " feiert gerade hierzulande. Das ist pure Heuchelei und Selbstbetrug
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Re: Drogenproblem in den USA

Beitragvon imp » Sa 28. Okt 2017, 12:41

Alpha Centauri hat geschrieben:(28 Oct 2017, 12:38)

Das historisch bedingte Privileg der "Volksdroge" "Alkohol" lässt sich im Vergleicht mit Cannabis nicht im geringst rational oder gar wissenschaftlich rechtfertigen, mitunter hat Alkohol vor allem körperlich gesehen ,gravierendere negative Auswirkungen als Cannabis.

Mann kann nicht die eine Droge kriminalisieren während man zugleich die andere, mitunter schlimmere Droge als sogenanntes "Kulturgut " feiert gerade hierzulande. Das ist pure Heuchelei und Selbstbetrug

Die Verteufelung von Alkohol ist dumm und gefährlich. Alkohol ist unter anderem in vielen Broten enthalten.
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