Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon imp » Mi 21. Aug 2019, 10:24

King Kong 2006 hat geschrieben:(21 Aug 2019, 10:14)

Das dicke Kind im Weissen Haus wird trotzig. Donald wollte ja Grönland kaufen, bekommt der Bube nicht. Jetzt gibts Ärger.



Trump agiert zunehmend wie ein el Presidente aus einer Bananrepublik. Gefährlich nur, weil er aber im Weissen Haus sitzt.

Die zunehmende Neigung der Außenpolitik nicht nur in USA, fuer Kooperation nicht mit erzielbaren Benefits zu werben sondern Nichtkooperation abzustrafen koennte noch sehr nachteilig fuer den weltweiten Wohlstand werden.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Iwan der Liebe » Mi 21. Aug 2019, 10:28

King Kong 2006 hat geschrieben:(21 Aug 2019, 10:14)

Das dicke Kind im Weissen Haus wird trotzig. Donald wollte ja Grönland kaufen, bekommt der Bube nicht. Jetzt gibts Ärger.



Trump agiert zunehmend wie ein el Presidente aus einer Bananrepublik. Gefährlich nur, weil er aber im Weissen Haus sitzt.



Wusste ich doch, dass der Alte stinkig wird wegen Grönland. Erstaunlich ist, dass er noch nicht mit Sanktionen gedroht oder welche verhängt hat. Vermutlich kommt er mit Sanktionen und Strafzöllen gar nicht mehr hinterher.

Was ist eigentlich mit Deutschland? Da wollte er doch auch Sanktionen verhängen, weil die Deutschen North Stream 2 bauen wollen, anstatt US-Öl zu importieren. Und welche Folgen werden diese Sanktionen haben? Wird Trump Schiffe stoppen, wenn sie aus Deutschland kommen oder Deutschland anlaufen wollen? Und werden die Briten dabei freundlichst behilflich sein? Wird es ihm gelingen, alle anderen EU-Staaten zu erpressen, den Handel mit Deutschland einzustellen?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 21. Aug 2019, 10:34

Tja...

GELERNTE SKLAVENHALTER

Staatsdoktrin Erpressung

China, Russland, Venezuela, Iran, Nordkorea und Kuba: Die USA steigern sich in einen wahren Sanktionsrausch. Und die Welt guckt zu

Sie wird immer länger, die Liste der Sanktionen, die die Vereinigten Staaten gegen fremde Länder, Unternehmen und Personen verhängt haben. Fast schon fürs Wettgeschäft taugt die Frage, wen es als nächstes treffen wird

https://www.jungewelt.de/artikel/355499 ... ssung.html


Trump macht es transparent. Trifft jetzt bei dem Rausch auch EU-Staaten, die es wagen entsprechende Geschäfte zu machen. Oder auf höchster Staatsebene. Man muß sich das einmal vorstellen, Trump spricht nicht mit Dänemark (EU-Land, Nato-Partner), weil die ihm nicht Grönland verkaufen wollen. Und twittert das auch noch... Gefährlicher Typ. Höchst dysfunktional.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Iwan der Liebe » Mi 21. Aug 2019, 11:00

King Kong 2006 hat geschrieben:(21 Aug 2019, 10:34)

Tja...



Trump macht es transparent. Trifft jetzt bei dem Rausch auch EU-Staaten, die es wagen entsprechende Geschäfte zu machen. Oder auf höchster Staatsebene. Man muß sich das einmal vorstellen, Trump spricht nicht mit Dänemark (EU-Land, Nato-Partner), weil die ihm nicht Grönland verkaufen wollen. Und twittert das auch noch... Gefährlicher Typ. Höchst dysfunktional.



Was Sanktionen betrifft, dürften Deutschland, China und Dänemark auf Trumps Liste ziemlich weit oben stehen. China allerdings wird er zumindest nicht komplett vom Handel isolieren können.

Es wird Zeit, dass man das US-Militär feierlich aus Europa verabschiedet!
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon tabernakel » Mi 21. Aug 2019, 20:55

King Kong 2006 hat geschrieben:(21 Aug 2019, 10:34) Trump macht es transparent. Trifft jetzt bei dem Rausch auch EU-Staaten, die es wagen entsprechende Geschäfte zu machen. Oder auf höchster Staatsebene. Man muß sich das einmal vorstellen, Trump spricht nicht mit Dänemark (EU-Land, Nato-Partner), weil die ihm nicht Grönland verkaufen wollen. Und twittert das auch noch... Gefährlicher Typ. Höchst dysfunktional.

Bei dem Artikel kommen mir schlicht die Tränen. Vor allem beim Schluss:
Vergessen sollte man auch nicht, dass die USA ihre Wirtschaftsmacht auch sonst zunehmend nutzen, um Länder, Unternehmen und Einzelpersonen zu kujonieren. Die US-Ökonomen Mark Weisbrot und Jeffrey Sachs sind kürzlich in einer Studie zu dem Schluss gekommen, die Sanktionen gegen Venezuela hätten über 40.000 Menschen das Leben gekostet. Zahllos sind die Todesopfer, die Syrien zu beklagen hat, weil es zusätzlich zum Krieg auch unter Sanktionen zu leiden hat. Selbstverständlich sind auch Nordkorea und Kuba weiterhin (nicht nur) derartigen Angriffen ausgesetzt.

Nein, da haben also die Kriegsopfer auch noch zusätzlich unter Sanktionen zu leiden! In Syrien kann Assad auch heute noch nicht in Coca-Cola baden, der muss dafür weiterhin Afri-Cola nehmen! Und nein, auch Nordkorea und Kuba leiden, so was.

Sorry, aber wir reden hier von Kriegsgebieten, einem Terror-Regime, und dem Fast-Auslöser eines Atomkriegs. Da sollte klar sein dass der Nachschub Engpässe bekommt. Und wer am Ende ein "gefährlicher Typ" ist, das wird die Geschichte zeigen. Für Bush II würde ich den Titel aus verschiedenen Gründen durchaus erwägen. Trump dagegen hat bislang noch nicht mal ansatzweise genug auf dem Kerbholz dafür ...
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 22. Aug 2019, 00:11

Trump hat immer noch nicht begriffen, daß er kein Immobilienmakler ist, der zufällig (mit den zweitmeisten Stimmen) jemand ist, der die Macht eines US-Präsidenten im Rücken ist. Wenn ihm das Land eines anderen gefällt, die Immobilie, dann will er sie haben. Wenn nicht schmollt er. Das kann er als Privatperson machen. Aber als US-Präsident...

Dänemark ist nicht das erste und wird nicht das letzte Land sein, dessen souveränen Rechte ihn nicht interessieren.

Doch ein kleines Königreich und dessen große Insel haben etwas gewagt. Sie haben auf die eigene Souveränität hingewiesen - und klar gemacht: Grönland steht nicht zum Verkauf. Für Trump, so schreibt er es, ist das nun Grund genug, den Staatsbesuch abzusagen.


Indem er mit Dänemark über die Insel wie über eine Immobilie sprechen wollte, sendete er auch an andere Staaten das Signal, dass diese sich ihres Territoriums womöglich nicht allzu sicher sein können. Ein Tabubruch. Wo wittert er wohl ein nächstes Alaska, das die USA einfach so zu kaufen erwägen? Im südchinesischen Meer? Läutet Trump ein neues Zeitalter des Imperialismus und Kolonialismus ein? Diese Fragen könnten fortan die diplomatischen Beziehungen der USA belasten.


Vielleicht, so formulierte es der dänische Ex-Ministerpräsident und Ex-Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, sei es angesichts der Bedeutung dieser Themen sogar das Beste, dass Trump nicht kommt. Die Sicherheits- und Umweltprobleme in der Arktis seien zu wichtig, um während aussichtsloser Diskussionen über den Verkauf von Grönland unterzugehen.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 82956.html


Dänemark kann sich glücklich schätzen EU-Mitglied und NATO-Mitglied zu sein. Andere Staaten, die nicht so eingebettet sind haben mit Trump ganz andere Probleme, wenn er bezüglich Souveränitätsfragen dysfunktional auftritt.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 22. Aug 2019, 08:03

Wie im Kontext der Beleidigungen der US-Politikerinnen ("sie sollen sich erstmal bei den USA und Israel entschuldigen"), versteckt sich der bully Trump mal wieder hinter den USA. Er hält sich tatsächlich quasi für die USA und Israel. Tapferer Mann. ;)

In dem Gespräch mit Journalisten sagte Trump außerdem: "Sie spricht ja nicht mit mir, sondern mit den Vereinigten Staaten von Amerika. So redet man nicht mit den USA, solange ich hier etwas zu sagen habe."

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 83088.html


Also, er pöbelt und beleidigt Privatpersonen, Politiker und ganze Staaten (z.B. Dänemark, Iran u.a.) und versteckt sich dann schnell hinter Staaten (USA oder Israel).
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Aug 2019, 21:26

Trump legt jetzt mit seinem Wirtschaftskrieg gegen Frankreich, China, der EU und Iran uvm. noch ein paar Kohlen drauf. Vor allen Dingen ist jetzt Frankreich und China dran. Siehe G-7 Gipfel.

Trump, der sich ja nach eigenem Bekunden als "der Auserwählte" sieht fehlen wohl die Expansionsmöglichkeiten. Er hätte eher US-Präsident sein müssen?

So kauften und raubten sich die USA halb Nordamerika

Donald Trumps Vision von einem Erwerb Grönlands hat zahlreiche Vorbilder in der Geschichte. Nach ihrer Unabhängigkeitserklärung 1776 vergrößerten sich die USA vor allem durch Kauf – und Kriege.

https://www.welt.de/geschichte/article1 ... e-USA.html


Für Eroberungen - wenn es denn geeignete Territorien gäbe - haben die USA nicht mehr genug Power und oder Willen, wenn es sich nicht um kleine Länder handelt. Kaufen? Hat er jetzt versucht etwas zu "erobern", also zu kaufen. War eine Niederlage. Das muß für einen Auserwählten kaum auszuhalten sein. Irgendeiner muß doch besiegt werden können? Das ist wohl das einzige, was den Mann interessiert. Das macht ihn gefährlich. Er braucht die Eskalation.

Im Handelsstreit benimmt sich Trump wie in einer Kommandowirtschaft

Donald Trump befiehlt US-Unternehmen, alle Brücken nach China abzubrechen. Die Entkoppelung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt ist in vollem Gange.

https://www.handelsblatt.com/meinung/ko ... PPObTi-ap4


Ist Trump so dysfunktional? Oder hat das eine tiefere Strategie? Iran mächtigerer Gegner als Russland? Oder hat das etwas mit seinen mutmaßlichen Abenteuern in russischen Hotels zu tun?

Fast eine Milliarde Dollar mehr

Trumps Öl-Sanktionen erfreuen Russen

Donald Trump beschert Russland mit den Sanktionen gegen Venezuela und den Iran riesige Zusatz-Einnahmen. Denn der Preis für russisches Urals-Öl steigt kräftig. Es ist sogar teurer als Öl höherer Qualität.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Trumps-O ... 11453.html


JEFFREY D. SACHS

Europa muss sich Trump widersetzen

Den europäischen Regierungen gehen die Optionen aus, was den Umgang mit diesem US-Präsidenten betrifft

https://www.derstandard.at/story/200010 ... idersetzen


Wird gerade am Beispiel Iran versucht. Die EU ist zu schwach. Ein Kerneuropa scheint die einzige Lösung zu sein.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 30. Aug 2019, 15:23

Mit "Our Man: Richard Holbrooke and the End of the American Century" hat der in den USA ziemlich populäre Autor und Journalist George Packer einen biografischen Tatsachenroman rund um den Spitzendiplomaten Richard Holbroooke vorgelegt. Der ist vor allem für die AUshandlung des Dayton-Abkommens zur Beendigung des Bosnienkriegs bekannt. Später war er Sonderbotschafter der USA für Afghanistan und Pakistan. Wurde aber unter Obama in dieser Funktion wegen Meinungsverschiedenheiten gewissermaßen amtlich zurückgepfiffen. Packer schrieb diese Holbrooke-Biographie gewissermaßen als eine Metapher für die Rolle der USA in der jüngeren Vergangenheit. Der Aufstieg und das Ende Holbrookes verkörpert für ihn den Aufstieg und das Ende der ROlle der USA in der Welt. Der Mann selbst war egozentrisch, einflussreich und ziemlich genau das, was man einen "fiesen Charakter" nennt. Und so sieht - trotz einiger Sympathien - Packer auch die USA. Mit dem verheerenden Vietnam-Krieg begann es.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Sep 2019, 10:58

Die "Experten" in den USA raufen sich die Haare wegen "moronic" Verhaltens von Donald aus. Donald Trump twittert ja gerne Beleidigungen, aber er twittert auch "classefied" Dinge. Z.B. Satellitenfotos aus geheimen Besprechungen.

Intelligence veterans are pulling their hair out over Trump's 'outrageous' and 'moronic' decision to tweet out a photo from a classified briefing

President Donald Trump's decision to tweet out a photo of an Iranian launch pad that he got from a classified intelligence briefing this week has stunned national-security and intelligence veterans.

The US rarely disseminates such imagery, and Trump's move to release the photo presents a goldmine for foreign intelligence, who can use the image to make inferences about the US's aerial surveillance capabilities.

Robert Deitz, a former top lawyer at the CIA and the National Security Agency, told Insider Trump made a "serious mistake" and that "one doesn't use intel for the purposes of taunting. The Russians and the Chinese will be very happy to study this."

Experts also highlighted that just because Trump has the authority to declassify anything he wants, his tendency to exercise that power without discretion sends up red flags within the US intelligence community and with overseas allies.

Alex Finley, a former CIA officer, told Insider Trump's actions were "outrageous and reckless," but that "it's hardly the first time we've seen this. And maybe he has a right to act this way, even if it is moronic."

https://www.businessinsider.de/intellig ... ?r=US&IR=T


Donald, der seinen Twitter-Account fortlaufen für dadaistische Kommentare nutzt lässt Nachrichtendienste jetzt auch hoffen. Oder eigene verzweifeln. ;)

Eben ein sehr dysfunktionales Verhalten.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Sep 2019, 11:58

General Mattis, gehörte zu der langen Liste von Leuten in der Trump-Administration, die entweder freiwillig gegangen sind oder gegangen worden sind, weil sie lt. Trump unfähige Versager waren. Trump ist jetzt von einem exzellenten B-Team umgeben, da seine Qualitäten als US-Präsident (mit den immerhin zweitmeisten Stimmen) noch besser betonen.

Interview des Ex-Verteidigungsminister: Wieso ausgerechnet der General "Mad Dog" Jim Mattis die Wiederwahl Trumps verhindern könnte

Der ehemalige US-Verteidigungsminister Jim Mattis hat, erstmals nachdem er die Trump-Regierung verlassen hatte, sein Schweigen gebrochen – zumindest ein wenig. Mattis gilt als einer der fähigsten und angesehensten Militärs seiner Generation. Von der Truppe und insbesondere dem Marine Korps, aus dem er stammt, wird der 71-Jährige geradezu kultisch verehrt.


Beobachter sagten "The Atlantic", dass Mattis vor dem Rücktritt sehr angestrengt gewirkt habe. Seine Rolle wurde zuletzt immer schwerer. Seine Mitarbeiter erklärten später, dass Mattis dachte, der Präsident sei von begrenzter geistiger Leistungsfähigkeit und auch sonst von einem zweifelhaften Charakter. Nach dem Abgang des Außenministers Rex Tillerson wurde Mattis Position in der Regierung immer isolierter.


Mattis ist sicher kein Waisenknabe in dem Kontext, das mit ihm "gut Kirschen essen" wäre. Aber er weist ebenfalls unmißverständlich darauf hin, daß seine Regentschaft außenpolitisch signifikante Entwicklungen anstösst (neben den großen innenpolitischen Weichenstellungen Trumps ,Thema oberste Richter, Demokratieentwicklung in den USA, Spaltung der Gesellschaft uvm.).

Trumps ostentative Verachtung alter Verbündeter und seine Unfähigkeit, den Wert langer strategischer Allianzen unabhängig von tagesaktuellen Streitfragen zu erkennen, muss einen Mann wie Mattis im Innersten erschüttern, denn der Umgang des Präsidenten mit den Alliierten wird über die Dauer seiner Präsidentschaft hinaus die Weltordnung der Pax Americana erschüttern.


Kein lebender Militär genießt in den USA ein Ansehen wie Jim Mattis und das in eher konservativen Gruppen. Wenn der General sagen würde, "Nein, Trump ist nicht fähig das Amt des Oberkommandierenden zu bekleiden", dann wird es sehr eng für Donald Trump werden. Und zumindest nach Meinung von Jeffery Goldberg schuldet der alte General seinem Land diesen letzten Dienst.

https://www.stern.de/politik/ausland/wi ... 79986.html


Das, was Trump und sein B-Team aus der Flasche gelassen haben wird sicherlich nicht mehr rückgängig zu machen sein.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Sep 2019, 23:21

Trump macht eine außenpolitische Kehrtwende. Er trat an seine Jungs und die Mädchen wieder vermehrt nach Hause zu holen. Z.B. aus Afghanistan. Das ist - in kompletter Form - offenbar zunächst vom Tisch.

Rückzug vom Rückzug

Der Vertrag mit den Taliban war bis auf geringfügige Details verhandelt. Dann ließ sich US-Präsident Donald Trump in einem seiner Golf-Resorts in New Jersey zum ersten Mal persönlich und detailliert über die Gespräche mit den militanten Fundamentalisten ins Bild setzen. Sein Chefunterhändler Zalmay Khalilzad, ein in den USA ausgebildeter Afghane aus Mazar-e-Sharif und Karriere-Diplomat, war angereist. Das Treffen fand in größerer Runde statt, Militärs und Kongressabgeordnete waren anwesend.

Seither ist Trump wie ausgewechselt.


Hat es ein einzelner Afghane, Zalmay Khalilzad, bei einem einzigen Vortrag geschafft die Trump´sche Außenpolitik für diese Region komplett umzuwerfen? Man könnte zweifeln. Da z.B. Bolton nicht genannt wurde, könnte man von Hintermännern sprechen, vielleicht ein Erfolg der "Resistance" in Washington, die sich selbst auf die Fahne geschrieben hat, da wo es geht schlimmeres durch Trump ausgelöst zu verhindern?

Trump muss aus den eigenen Reihen Druck erhalten haben, Afghanistan nicht im Chaos zu verlassen, vermuten Beteiligte in Kabul und Deutschland.


Steuerzahlern und Veteranen sei es schwerlich zu erklären, wenn das Land künftig wieder von den Taliban regiert würde und damit quasi der Zustand von 2001 vor dem Einmarsch der USA wieder hergestellt sei. Der Verlust von Tausenden gefallenen Soldaten und einer Billion Dollar Steuergelder allein für militärische Ausgaben in diesem längsten Krieg der US-Geschichte wären vergebens gewesen.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 84674.html


Das wußte doch Trump vorher auch schon. Das war wohl für die Wähler.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 8. Sep 2019, 10:27

Trump wollte sich heimlich mit den Taliban in Camp David treffen. Der Abschluß eines Supedeals stand bevor. Jetzt hat er den Kehrtwende gemacht. Der Deal kommt nicht zustande. Unberechenbarkeit scheint seine Taktik zu sein.

Trump bricht Verhandlungen mit Taliban ab

Kurz vor Abschluss des Friedensabkommens zwischen USA und Taliban macht Präsident Trump jetzt Halt: Auf Twitter sagte er alle Verhandlungen ab - und verriet, dass heimliche Treffen auf amerikanischem Boden geplant waren.


Trump schrieb auf Twitter, führende Taliban-Vertreter und Ghani hätten eigentlich am Samstagabend in den USA ankommen sollen, um sich am Sonntag in Camp David mit ihm zu treffen. Fast niemand habe davon gewusst

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 85764.html
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 8. Sep 2019, 10:38

Trump macht die EU lächerlich.

Offenbar schmiert das Atomabkommen ab. Die EU hat keine Chance gegen den Wirtschaftskrieg Trumps. Total blamiert. Trump, der die Macht der USA einsetzen kann stellt die EU bloß. Immerhin eine Form der Transparenz. Aus dieser Schwäche kann die EU Arbeitsaufträge ableiten.

Machtlos in Brüssel

Verzweifelt kämpft die EU um das Atomabkommen mit dem Iran. Doch gegen den Willen der USA ist das fast unmöglich. Auch der Iran fühlt sich nicht mehr an das Abkommen gebunden.


Seit die USA das Atomabkommen mit dem Iran vor mehr als einem Jahr verlassen haben, kämpft die EU verzweifelt um den Erhalt des Deals.


Doch das erscheint angesichts der wieder in Kraft gesetzten US-Sanktionen so gut wie unmöglich. Konsequenz: Stück für Stück zieht sich auch der Iran aus seinen Verpflichtungen zurück.


Das JCPOA sei ein Schlüsselelement der globalen Sicherheitsarchitektur zum Zweck der Nichtverbreitung von Atomwaffen, erinnert sie. Und es sei eine bedeutende Leistung multilateraler Diplomatie, seinerzeit einstimmig unterstützt vom Weltsicherheitsrat durch UN-Resolution 2231.

Eine "Mission impossible"

Allen Beteiligten ist freilich bewusst: Gegen den Willen der Vereinigten Staaten grenzt eine Rettung des Iran-Deals an eine "Mission impossible". Schließlich hat US-Präsident Donald Trump unmissverständlich klargemacht, dass jeder, der die wieder in Kraft gesetzten Wirtschaftssanktionen unterlaufe, mit "ernsten Konsequenzen" rechnen muss. Länder oder Firmen, die weiterhin mit dem Iran Geschäfte machten, würden von den USA ebenfalls mit Strafen belegt.

https://www.tagesschau.de/ausland/eu-ir ... n-105.html
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Cobra9 » So 8. Sep 2019, 11:28

King Kong 2006 hat geschrieben:(08 Sep 2019, 10:38)

Trump macht die EU lächerlich.

Offenbar schmiert das Atomabkommen ab. Die EU hat keine Chance gegen den Wirtschaftskrieg Trumps. Total blamiert. Trump, der die Macht der USA einsetzen kann stellt die EU bloß. Immerhin eine Form der Transparenz. Aus dieser Schwäche kann die EU Arbeitsaufträge ableiten.




Trump führt allerdings keinen Wirtschsftskrieg mit der EU derzeit. Es geht einfach um wirtschaftliche gegenseitige Abhängigkeiten und Märkte.

Was glaubst Du eigentlich warum man mit China seitens der EU so sanft umgeht trotz dem Faktor das China kein toller Partner ist :rolleyes:
Das Böse hat einen Namen. Schokolade !

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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 11. Sep 2019, 11:23

John Bolton wird von Trump fallengelassen!

Irgendwo schrieb ich, das Trump um zu überleben solche engen Weggefährten notfalls fallenlassen würde.

Bolton war zuletzt federführender Stratege beim gezielten Eskalieren gegenüber dem Iran. Läuft superschlecht. So sad, loser. Oder wie urteilt Donald da immer?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Cobra9 » Mi 11. Sep 2019, 11:37

King Kong 2006 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 11:23)

John Bolton wird von Trump fallengelassen!

Irgendwo schrieb ich, das Trump um zu überleben solche engen Weggefährten notfalls fallenlassen würde.

Bolton war zuletzt federführender Stratege beim gezielten Eskalieren gegenüber dem Iran. Läuft superschlecht. So sad, loser. Oder wie urteilt Donald da immer?


Ist ja was völlig neues das Trump jemand feuert :p
FBI-Chef, Kommunikationsdirektor, Wirtschaftsberater, Sicherheitsberater, Minister, Botschafter gehen und kommen. Einige traten freiwillig zurück, andere wurden gefeuert. Die Fluktuation in der Regierung ist so hoch wie noch nie.

Flynn noch bekannt ? So kurz war keiner im Dienst vorher auf der Stelle. Ich würde dem Abtreten von Bolton nicht zuviel Aufmerksamkeit widmen.

Trump zu widersprechen, eine andere Meinung zu haben haben kann Folgen haben. Außerdem eben war Bolton zu gesprächig.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 15. Sep 2019, 11:28

Eine Zwischenbilanz. Ist jetzt nicht wirklich eine Überraschung.

Trump’s new world disorder: competitive, chaotic, conflicted

With John Bolton dismissed, Taliban peace talks a fiasco and a trade war with China, US foreign policy is ever more unstable and confrontational


He has taken a wrecking ball to venerated alliances, multilateral cooperation and the postwar international rules-based order. He has cosied up to autocrats, attacked old friends and blundered into sensitive conflicts he does not fully comprehend.

The resulting new world disorder – to adapt George HW Bush’s famous 1991 phrase – will be hard to put right. Like its creator, Trump world is unstable, unpredictable and threatening. Trump has been called America’s first rogue president. Whether or not he wins a second term, this Trumpian era of epic disruption, the very worst form of American exceptionalism, is already deeply entrenched.


Trump is notorious for blowing hot and cold, performing policy zigzags and suddenly changing his mind. “Regardless of who has advised Mr Trump on foreign affairs … all have proved powerless before [his] zest for chaos,” the New York Times noted last week.


“The president has proved himself to be what many critics have long accused him of being: belligerent, bullying, impatient, irresponsible, intellectually lazy, short-tempered and self-obsessed,” Cohen wrote in Foreign Affairs journal. “Remarkably, however, those shortcomings have not yet translated into obvious disaster. But [that] … should not distract from a building crisis of US foreign policy.”


The current crisis over Iran’s nuclear programme is almost entirely of Trump’s making, sparked by his decision last year to renege on the 2015 UN-endorsed deal with Tehran. His subsequent “maximum pressure” campaign of punitive sanctions has failed to cow Iranians while alienating European allies. And it has led Iran to resume banned nuclear activities – a seriously counterproductive, entirely predictable outcome.

Trump’s unconditional, unthinking support for Benjamin Netanyahu, Israel’s aggressively rightwing prime minister – including tacit US backing for his proposed annexation of swathes of the occupied territories – is pushing the Palestinians back to the brink, energising Hamas and Hezbollah, and raising tensions across the region.


Whether Trump is attacking Nato, insulting Europe’s elected leaders, unhelpfully taking sides on Brexit, ignoring India’s repression in Kashmir, plotting regime change in Venezuela, ignoring egregious human rights abuses from the Philippines to Saudi Arabia, undermining the UN and international law, wrecking nuclear arms control treaties, plundering the Arctic, or opposing efforts to combat climate crisis and environmental degradation, he is consistently out of line, out on his own – and out of control.


United Nations
Trump is deeply hostile to the UN.(...)


Germany
Trump rarely misses a chance to bash Germany, perhaps because it is Europe’s most successful economy and represents the EU, which he detests. He is obsessed by German car imports, on which protectionist US tariffs will be levied this autumn.(...)


Israel
Trump has made a great show of unconditional friendship towards Israel and its rightwing prime minister, Benjamin Netanyahu, who has skilfully maximised his White House influence. But by moving the US embassy to Jerusalem, officially condoning Israel’s annexation of the Golan Heights, and withdrawing funding and other support from the Palestinians, the president has abandoned the long-standing US policy of playing honest broker in the peace process. Trump has also tried to exploit antisemitism for political advantage, accusing US Democrat Jews who oppose Netanyahu’s policies of “disloyalty” to Israel.


Russia
Trump’s evident liking for Vladimir Putin, Russia’s president, has been the cause of endless puzzlement, given Moscow’s hostility to Nato and the western democratic alliance, its support for Bashar al-Assad and alleged Syrian war crimes, and its illegal intervention in Ukraine. Trump’s attitude may stem from Putin’s meddling in the 2016 US presidential election, which benefited him. But the affinity between them may be better explained by shared autocratic tendencies. Putin is an authoritarian nationalist, like similar rightwing politicians in China, Turkey, Brazil and India whom Trump admires – and would like to emulate.


China
During his presidential campaign in 2016, Trump provocatively declared China a bigger problem than jihadi terrorism. (...)


Venezuela
Trump’s clumsy efforts to engineer regime change in Venezuela and impose a Washington-approved version of democracy mark a regression to the bad old days of the cold war when the US regarded Central and Latin America as its “backyard” and exclusive sphere of influence.(...)


Saudi Arabia
Trump made his first overseas trip as president to Saudi Arabia, signalling the importance he attaches to close relations with the energy-rich, autocratic Gulf kingdom. He has since strengthened the alliance in opposition to Iran, deploying troops to Saudi Arabia and supplying advanced weaponry for its war in Yemen. The Saudi connection has also come to symbolise Trump’s indifference to human rights abuses, whether in the Philippines, Russia or on the US-Mexico border. When the Saudi journalist Jamal Khashoggi, was murdered by Saudi agents, Trump defended senior figures in Riyadh such as its crown prince who allegedly ordered the killing.


Kashmir
When Imran Khan, Pakistan’s prime minister, visited the White House recently, Trump boasted he was ready to mediate in the long-running dispute over divided Kashmir. It was a vainglorious gesture, reflecting Trump’s ignorance. When, shortly afterwards, India imposed direct rule on Kashmir, effectively detaining its population, Trump did nothing. Whether the issue is the Delhi-Islamabad nuclear standoff, the unending Afghan war, Chinese attempts to gain strategic leverage in Pakistan, Sri Lanka and Myanmar, or the Rohingya refugee tragedy in Bangladesh, Trump’s south Asia policy, like that in sub-Saharan Africa, is ineffectual and near non-existent. Maybe they are lucky.

https://www.theguardian.com/us-news/201 ... ontational


Letztendlich hat Trump die Erwartungen und Befürchtungen seiner Kritiker doch erfüllt?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 26. Sep 2019, 09:54

Ist Trump angezählt?

Seine Bilanz in der Internationalen Politik ist verheerend. Egal ob in Fernost (z.B. öffentlich bekennender Bewunderer von Kim), in Europa (sein Umgang mit Partnern) oder in Lateinamerika. Immerhin ist ihm zu verdanken, daß er durch seine Art vieles transparenter gemacht hat. Sogar noch deutlicher als Bush Junior. Nicht durch seine (Aus-)Reden. Er ist ein notorischer Lügner. Aber durch seine Handlungen. Z.B. hat er noch einmal klar dargelegt, daß es wirtschaftliche Interessen der USA sind, weshalb sie in Nahost Krieg führen. Siehe Erdölanlagen in Saudi-Arabien. Es geht um nichts anderes. Da kommt die USA in Wallung und Bewegung. Von gekündigten Klimaabkommen, Atomabkommen etc. Handelskriegen, Nahostkonflikt (Israel-Palästinenser) und Eskalationspolitik zu schweigen.

Der brit. Botschafter Kim Darroch in den USA, der gehen mußte sagte, daß die dysfunktionale Führung Trumps wohl schmählich enden wird. Wird wohl eintreffen, ob früher oder später. Seine Gegner an denen er sich abgearbeitet hat, werden stehenbleiben. Auch seine Freunde wie Kim aus Nordkorea, mit denen er sich verbunden fühlt. Aber er kann sich den Ruhm anheften viel zerdeppert zu haben. Das ist ja auch was. Bullies ist das Ruhm genug.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Di 1. Okt 2019, 11:03

Trumps Methoden der Drohungen und Erpressungen mögen gängiges Vorgehen sein. Er macht es nur wie ein Teenager gefährlich offen auf den social medias. Z.B. Twitter. Fast immer falsch und ziemlich prollig, hetzerisch. Sein Vorgänger George Bush löste einen Dominoeffekt mit seiner Intervention im Irak aus. Die Bürgerkriege toben bis heute im Irak und z.B. in Syrien. Nachbarstaaten in der Region sind gezwungen auf der Welle mit ihren Interventionen mitzureiten.

Trump warnt jetzt darüberhinaus vor einem Bürgerkrieg im eigenen Land.

Drohen, diffamieren, ausschalten

Der Ukraine-Skandal wird zur größten Bedrohung für Donald Trump. Der US-Präsident wehrt sich mit allen Mitteln und bringt dabei sogar Gewalt ins Spiel. Die Strategie könnte nach hinten losgehen.


Seit dem Wochenende hat Trump mehr als ein Dutzend wütende Tweets in die Welt gejagt. Er tobt und droht, beschimpft seine Kritiker als Spione und Landesverräter und prophezeit sogar "bürgerkriegsähnliche" Zustände.

Manche Tweets verfasste er in Großbuchstaben, wie empörte Aufschreie. Die präsidiale Panik ist verständlich: Anders als die komplexe Russlandaffäre, die in Zeitlupe ablief, ist das Impeachment-Drama leicht verständlich, zieht fast täglich neue Kreise - und wird so zu einer weit größeren Gefahr für Trumps Präsidentschaft.


Wie man mit Gegner umzuspringen hat, hat er nach eigenem Bekunden von seinem Mentor Roy Cohn gelernt. Dieser war als Anwalt bekannt keine Samthandschuhe anzuziehen.

"Wenn ich das Gefühl habe, ich werde abgezockt, schlage ich zurück", schrieb Trump schon 1987 in seinem Buch "The Art of the Deal". Diesen Instinkt lernte er von seinem Mentor Roy Cohn, dem berüchtigten Anwalt und Kommunistenjäger, dem kein Mittel zu schmutzig war.

Ablenken, drohen, diffamieren, ausschalten: Cohns brutale Methoden prägen bis heute auch Trumps Praktiken während politischer Krisen. Den Ukraine-Skandal porträtiert er als "Schwindel", Staatsstreich und Komplott der Demokraten und "korrupten" Medien, ihn zu stürzen. Dazu lügt er, verbreitet haltlose Verschwörungstheorien - und schreckt auch nicht davor zurück, zu Gewalt anzustiften.

Ein Impeachment werde "einen bürgerkriegsähnlichen Bruch dieser Nation" auslösen, twitterte Trump - ein Zitat eines Trump-freundlichen Pastors auf Fox News. "Die Demokraten wollen die Republikanische Partei zerstören. Unser Land steht auf dem Spiel!"

Dem Demokraten Adam Schiff, der als Vorsitzender des Geheimdienstausschusses die Prüfung eines Impeachments leitet, drohte Trump mit "Verhaftung" wegen "Betrugs und Landesverrats".

Der Whistleblower, dessen Beschwerde den Skandal ans Licht brachte, und seine Informanten im Weißen Haus ähnelten "Spionen", sagte Trump: Sie müssten am besten wie "zu alten Zeiten" behandelt, also hingerichtet werden.

Das Weiße Haus sei dabei, "herauszufinden", wer der Whistleblower sei, drohte Trump am Montag - obwohl diesem gesetzliche Anonymität zusteht. Angeblich steht der Informant inzwischen sogar unter Polizeischutz. "Das Leben dieser Person ist bedroht", warnte der frühere US-Verteidigungsminister Leon Panetta bei CNN.

Mehrere US-Sender meldeten, Trumps Berater hätten ihm vergeblich öffentliche Zurückhaltung ans Herz gelegt. Im Weißen Haus herrsche "totale Panik", weil ein Impeachment unvermeidlich scheine und es keine Strategie gebe, darauf zu reagieren.


Trumps autokratische Neigung, die sich schon oft andeutete, bricht immer offener durch.


"Das sind die Taten von Diktatoren, nicht Demokraten", schrieb Michael McFaul, der frühere US-Botschafter in Moskau. Die Drohungen des Präsidenten seien "sehr gefährlich".


Für Trump könnten sie aber auch nach hinten losgehen. Die ersten US-Meinungsumfragen kippen in Richtung Impeachment und die ersten Republikaner distanzieren sich von Trump.


Trumps Bürgerkriegs-Anspielung sei "abstoßend", erklärte der Abgeordnete Adam Kinzinger, ein Air-Force-Veteran, der im Irak und in Afghanistan diente: Er kenne Nationen, "die vom Bürgerkrieg verwüstet wurden", und sei entsetzt, dass ein Präsident so etwas sagen würde.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 89425.html


Drückeberger Donald hätte für solche Aussagen von Kriegsveteranen sicher seine üblichen Sprüche parat.

Bush hat den USA mit seinen Kriegen sehr geschadet, auch mit der unilateralen Haltung. Gegenüber "Partnern" wie Europa ("wer nicht für uns ist, ist gegen uns" - "altes und neues Europa"). Russland und China rückten näher zusammen - SCO.

Trump führt das nicht nur weiter, er ist auch für sein eigenes Land ein Spalt- und Unruhepilz. Er sollte sich den Ausspruch seines Vorgängers und Parteikollegen Abraham Lincoln zu Gemüte führen:

"Ein gespaltenes Haus kann nicht existieren."

Zu Trumps Twitter-Stahlgewitter hätte Lincoln auch etwas:

"Besser schweigen und als Narr erscheinen, als sprechen und jeden Zweifel beseitigen."
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