Die Zukunft der CDU

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Wähler
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Wähler » So 17. Jan 2021, 07:50

Liberty hat geschrieben:(16 Jan 2021, 15:34)
So könnte das künftige Kabinett aussehen:

Kanzler: Söder (CSU)

Aussen: Röttgen (CDU)
Innen: Wanderwitz (CDU)

Justiz: Amthor (CDU)
Verteidigung: AKK (CDU)
Landwirtschaft: Klöckner (CDU)
Gesundheit: Spahn (CDU)
Bildung: Karliczek (CDU)

Finanzen: Habeck (Grüne)
Wirtschaft und Energie: Baerbock (Grüne)
Arbeit und Soziales: Göring (Grüne)
Verkehr: Özdemir (Grüne)
Umwelt: Hofreiter (Grüne)
Familie: Deligötz (Grüne)

Digitales: Bär (CSU)
Entwicklung: ? (CSU)

Mutige Prognose. Könnte aber nur eintreten, wenn die CDU bei den nächsten Landtagswahlen massiv verliert.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » So 17. Jan 2021, 07:52

Wähler hat geschrieben:(17 Jan 2021, 07:50)

Mutige Prognose. Könnte aber nur eintreten, wenn die CDU bei den nächsten Landtagswahlen massiv verliert.


Würde das nicht die Statik der CSU als eigene Schwesterpartei durcheinander bringen?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » So 17. Jan 2021, 07:58

Dietz hat geschrieben:(17 Jan 2021, 00:23)

Es geht gar nicht anders, dass vorsitzender der regierungspartei auch kanzler(kandidat) sein muss. Schon brandt hat erlebt, dass alles andere schief geht, schief gehen muss.

Und wenn alle jetzt noch so sehr in den Talkshows in dieser frage herumeiern.


Das war H.Schmidt. Brandt war während seiner Kanzlerschaft immer auch Parteivorsitzender.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon schokoschendrezki » So 17. Jan 2021, 08:10

rain353 hat geschrieben:(17 Jan 2021, 05:36)

Und das vermutlich von den selben Menschen, die anscheinend nicht wissen, was sie wollen.

Ich kenne keinen Politiker, der in so wichtigen, essenziellen Fragen wie der nach dem Bundestagsmandat so dermaßen nicht weiß, was er will, wie Friedrich Merz. Es gibt Verlautbarungen von ihm, nach der Politiker der Exekutive in der Legislative nix zu suchen haben. Anfang 2020 wollte Merz dann doch wieder ein Bundestagsmandat annehmen. Dann lässt er seinen Sprecher wieder zurückrudern. Ja wie denn nun? https://www.n-tv.de/politik/Was-will-Friedrich-Merz-denn-eigentlich-article21554331.html

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, der Begriff "dynamische Mitte" stammt von Merz. Dieser Begriff zeigt, worin das Problem dieser "Mitte" liegt: Sie definiert sich über die Ränder und nicht durch sich selbst. Sprich: Wenn die Gesellschaft nach rechts abdriftet, müssen wir es natürlich auch. Das kann man auch einfach mit "Populismus" umschreiben. Merz ist für mich so ein Wir-wollen-unsern-alten-Kaiser-Wilhelm-wiederhaben-Phänomen. Einen echten Chef, der nur Chef sein will und sich nicht vor dem Parlament verantworten muss.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am So 17. Jan 2021, 08:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » So 17. Jan 2021, 08:12

Ein Terraner hat geschrieben:(16 Jan 2021, 21:37)

Weil dann alle CDU Wähler frustriert SPD wählen?


Eher die Nichtwähler der SPD wieder aktivieren. War schon bei Herrn Strauß so und beim Mr. Ed.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » So 17. Jan 2021, 08:13

Moses hat geschrieben:(16 Jan 2021, 21:43)

Da wäre ich mir nicht so sicher, meine Stimme hätte eher als Laschet.


Du bist aber auch Exilbayer ;)
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Orbiter1 » So 17. Jan 2021, 08:15

aleph hat geschrieben:(17 Jan 2021, 07:06)

Merz hat keinen Sinn für den richtigen Zeitpunkt, was ein guter Politiker aber unbedingt haben muss, vor allem in der Außenpolitik. Der Vorschlag mit dem Ministerium kommt zur falschen Zeit.
Das Verhalten von Merz hat doch nichts mit Sinn für den richtigen Zeitpunkt zu tun. Er hat die Wahl zum CDU-Vorsitzenden zum zweiten mal verloren und ist erneut nicht bereit sich dem Sieger unterzuordnen. Der hat ihm den Vorschlag gemacht im Präsidium mitzuarbeiten, Merz hat das aber abgelehnt sondern möchte jetzt Bundeswirtschaftsminister werden. Wozu führt die CDU überhaupt Wahlen durch wenn einer der unterlegenen Kandidaten zum Ausdruck bringt dass ihn das Votum der CDU-Delegierten herzlich egal ist und die Erfüllung seiner Wünsche im Vordergrund steht? Merz ist das Gegenteil von teamfähig. Eine durch das Verhalten von Merz gespaltene CDU ist eine Chance für die anderen Parteien der CDU Stimmen wegzunehmen. Interview Göring-Eckardt.

"ZEIT ONLINE: Interessanter als Merz ist ja auch die CDU. Die hat heute wieder einmal bewiesen, dass sie eine kontinuitätsverliebte, anti-disruptive Partei ist. Ist das eigentlich gut oder schlecht?

Die CDU hat sich zum zweiten Mal gegen Friedrich Merz entschieden, aber auch zum zweiten Mal gezeigt, dass sie gespalten ist. Und das finde ich beunruhigend, weil die Auseinandersetzungen innerhalb der CDU jetzt ja vermutlich weitergehen. Die CDU muss jetzt beweisen, wofür sie steht und wo sie hin will, nach vorn oder zurück. ...

ZEIT ONLINE: Wenn es die zentrale Konfliktlinie wirklich Veränderung gegen Weiterso sein sollte, wird es aber schwierig, mit einer Laschet-CDU zusammenzuarbeiten.

Wer mit wem zusammenarbeiten kann, wissen wir erst nach einer Wahl. Armin Laschet hat jetzt die Aufgabe zu klären, wohin die CDU nach der Ära Merkel will. Die Leute werden mehr und mehr realisieren, dass die Kanzlerin, die für viele eine Konstante war, die nächste Regierung nicht mehr anführen wird.  Mit einem Weiterso wird Deutschland nicht auf den notwendigen 1,5-Grad-Pfad kommen, sondern die Klimaziele von Paris verfehlen. Das gleiche gilt für die Landwirtschaftspolitik und die Artenkrise. Auch hier wird man nicht einfach so weitermachen können. Das sind die grundlegenden Unterschiede zwischen Union und Grünen. Es geht im September um nicht weniger als eine Richtungsentscheidung.

ZEIT ONLINE: Was glauben Sie, welches Motiv bei der Union so kurz vor der Bundestagswahl stärker ist: Die nun zum zweiten Mal dokumentierte Spaltung der Partei oder ihr dutzendfach bewiesener Machtinstinkt?

In früheren Zeiten wäre das der Machtinstinkt gewesen. Wenn jetzt aber wenige Stunden nach der Wahl Merz schon wieder sagt, dass er irgendwas will, dann bin ich mir da nicht so sicher. Ich bin selbst neugierig, was sich da durchsetzt." Quelle: https://www.zeit.de/amp/politik/deutsch ... estagswahl
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon schokoschendrezki » So 17. Jan 2021, 08:26

jorikke hat geschrieben:(17 Jan 2021, 07:58)

Das war H.Schmidt. Brandt war während seiner Kanzlerschaft immer auch Parteivorsitzender.

... und blieb es bis 1987. Es gab in der gesamen Nachkriegszeit in der Altbundesrepublik überhaupt nur 4 SPD-Parteivorsitzende. Danach setzte ein schneller Wechsel der Parteivorsitzenden ein. Für alle Parteien scheint mir das zu gelten: An die Stelle irgendeiner sachlichen Programmatik tritt die Befürchtung, irgendeinen aktuellen "Trend" nicht zu verpassen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » So 17. Jan 2021, 08:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Jan 2021, 08:26)

... und blieb es bis 1987. Es gab in der gesamen Nachkriegszeit in der Altbundesrepublik überhaupt nur 4 SPD-Parteivorsitzende. Danach setzte ein schneller Wechsel der Parteivorsitzenden ein. Für alle Parteien scheint mir das zu gelten: An die Stelle irgendeiner sachlichen Programmatik tritt die Befürchtung, irgendeinen aktuellen "Trend" nicht zu verpassen.


... die Befürchtung, "einen aktuellen Trend zu verpassen" hätte ich dem Sinn nach verstanden.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » So 17. Jan 2021, 08:33

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Jan 2021, 08:26)

... und blieb es bis 1987. Es gab in der gesamen Nachkriegszeit in der Altbundesrepublik überhaupt nur 4 SPD-Parteivorsitzende. Danach setzte ein schneller Wechsel der Parteivorsitzenden ein. Für alle Parteien scheint mir das zu gelten: An die Stelle irgendeiner sachlichen Programmatik tritt die Befürchtung, irgendeinen aktuellen "Trend" nicht zu verpassen.


... die Befürchtung, "einen aktuellen Trend zu verpassen" hätte ich dem Sinn nach verstanden.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Wähler » So 17. Jan 2021, 08:38

Wähler hat geschrieben:(17 Jan 2021, 07:50)
Mutige Prognose. Könnte aber nur eintreten, wenn die CDU bei den nächsten Landtagswahlen massiv verliert.

rain353 hat geschrieben:(17 Jan 2021, 07:52)
Würde das nicht die Statik der CSU als eigene Schwesterpartei durcheinander bringen?

Eine Kanzlerschaft von Söder schadet der CSU nicht, weil "Bayern first" nicht ohne "Deutschland first" möglich ist.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 17. Jan 2021, 08:45

relativ hat geschrieben:(17 Jan 2021, 00:31)

Nein es ging nicht darum...


Und genau da geht es um Effizienz. Steht ja da. Was kann effizienter eingesetzt werden, Arbeit oder Kapital. Bzgl. Arbeit hab ich dir ja ein Beispiel genannt wie man mit unterschiedlich effizientem Einsatz der Arbeitskraft unterschiedlich hohes Einkommen erzielen kann. Ein Bundesligaprofi im Fussball hat halt ein x-fach höheres Einkommen als jemand der zum Mindestlohn arbeitet. Setzt also die ihm zur Verfügung stehende Zeit effizienter ein.
Nun erklär mir das mal wie das in Bezug auf Kapital, also Produktionsmaschinen ist. Wie effizient kann man eine Maschine einsetzen?

:?: Ist das so schwer? Mögliches Kapital kann ohne zusaltliche Arbeitszeit gesteigert werden, was natürlich auch als Kapitalstock benutzt werden kann.


Die Produktion von Maschinen (also Kapital) kann natürlich nicht beliebig gesteigert werden und steht erstmal in Konkurrenz zur Produktion von Konsumgütern. Ist damit eine Investition, da davon ausgegangen wird, dass der Verzicht jetzt (auf Konsum) die Möglichkeiten, den Wohlstand in der Zukunft steigert. Es geht also darum die Konsummöglichkeiten in der Zukunft zu erhöhen. Wie soll Kapital (also Produktionsausrüstung) praktisch unbegrenzt zur Verfügung stehen (das war die Aussage) oder erzeugt werden können, wenn die Ressourcen dafür nicht unendlich zur Verfügung stehen? Schon die Annahme, dass das so sein könnte ist komplett absurd.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Orbiter1 » So 17. Jan 2021, 08:52

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(17 Jan 2021, 08:45)

Und genau da geht es um Effizienz.
Nein, es geht darum dass sich dieser Thread mit der Zukunft der CDU beschäftigt. Könnt ihr euer Thema nicht in einem der zig Wirtschaft-Threads klären? Ihr müllt hier alles zu.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » So 17. Jan 2021, 09:03

Wähler hat geschrieben:(17 Jan 2021, 08:38)

Eine Kanzlerschaft von Söder schadet der CSU nicht, weil "Bayern first" nicht ohne "Deutschland first" möglich ist.


Da wäre ich mir nicht sicher...
Vor allem wäre es jedoch wünschenswert, wenn dieser Sonderstatus in sich zusammenbricht :))))))) Bayern not first! Keine Extrawürste mehr für Bayern.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Wähler » So 17. Jan 2021, 09:13

Wähler hat geschrieben:(17 Jan 2021, 08:38)
Eine Kanzlerschaft von Söder schadet der CSU nicht, weil "Bayern first" nicht ohne "Deutschland first" möglich ist.

rain353 hat geschrieben:(17 Jan 2021, 09:03)
Bayern not first! Keine Extrawürste mehr für Bayern.

Wieso? Das ist doch ein zur Zeit beliebtes Politikmodell der politischen Rechten weltweit. Das hat der Globalist und Neoliberalist Friedrich Merz immer noch nicht auf seinem Bildschirm, der Regionalist Markus Söder allerdings schon. ;)
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » So 17. Jan 2021, 09:15

Wähler hat geschrieben:(17 Jan 2021, 09:13)

Wieso? Das ist doch ein zur Zeit beliebtes Politikmodell der politischen Rechten weltweit. Das hat der Globalist und Neoliberalist Friedrich Merz immer noch nicht auf seinem Bildschirm, der Regionalist Markus Söder allerdings schon. ;)


Vorher war Preußen (und der Rest Norddeutschland) der wirtschaftliche Motor Deutschlands und nicht die Bayern :P
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » So 17. Jan 2021, 09:27

rain353 hat geschrieben:(17 Jan 2021, 09:15)

Vorher war Preußen (und der Rest Norddeutschland) der wirtschaftliche Motor Deutschlands und nicht die Bayern :P


Irgendwann und irgendwo war in Deutschland jeder mal wichtig.
Zur Beurteilung der heutigen Lage ist es aber vermutlich sinnvoller gegenwärtige Maßstäbe anzulegen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon schokoschendrezki » So 17. Jan 2021, 09:34

jorikke hat geschrieben:(17 Jan 2021, 08:33)

... die Befürchtung, "einen aktuellen Trend zu verpassen" hätte ich dem Sinn nach verstanden.

Beides liegt ja gar nicht so weit auseinander. "Die orientierungslose CDU: Zeitgeist vs. Gegenzeitgeist. Die Grünen sind nicht mehr die Grünen, das ist der Grund für ihren Erfolg. Und die CDU? Sie weiß nicht, wer sie sein will. Das ist ihr Problem." war ein Artikel in der TAZ von Februar 20 überschrieben. Es geht um das Phänomen "Kretschmann verstehen" wie es dort heißt. Um Zitat Kretschmann: "Haltung zeigen – und unter 5 Prozent rutschen: Das bringt erst mal gar nichts.“ Politik 2021 ist ganz wesentlich von Opportunismus geprägt. Der Gegenzeitgeist, so wie er sich z.B. in der AfD manifestiert, will eine Welt wiederhaben, in der man auf genau eine Seite gehört. Zu der man sich bekennt. In welcher Form auch immer: Als Teil einer Nation, eines "Kulturkreises", einer Region, dem sogenannten "Westen" ... was auch immer. In Teilen trifft das auch für einige Anhänger der Linken zu. "Demokratischer Sozialismus, in der DDR war nicht alles schlecht - unsere Welt, unser Leben". Zugehörigkeit ist im Gegenzeitgeist alles.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » So 17. Jan 2021, 09:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Jan 2021, 09:34)

Beides liegt ja gar nicht so weit auseinander. "Die orientierungslose CDU: Zeitgeist vs. Gegenzeitgeist. Die Grünen sind nicht mehr die Grünen, das ist der Grund für ihren Erfolg. Und die CDU? Sie weiß nicht, wer sie sein will. Das ist ihr Problem." war ein Artikel in der TAZ von Februar 20 überschrieben. Es geht um das Phänomen "Kretschmann verstehen" wie es dort heißt. Um Zitat Kretschmann: "Haltung zeigen – und unter 5 Prozent rutschen: Das bringt erst mal gar nichts.“ Politik 2021 ist ganz wesentlich von Opportunismus geprägt. Der Gegenzeitgeist, so wie er sich z.B. in der AfD manifestiert, will eine Welt wiederhaben, in der man auf genau eine Seite gehört. Zu der man sich bekennt. In welcher Form auch immer: Als Teil einer Nation, eines "Kulturkreises", einer Region, dem sogenannten "Westen" ... was auch immer. In Teilen trifft das auch für einige Anhänger der Linken zu. "Demokratischer Sozialismus, in der DDR war nicht alles schlecht - unsere Welt, unser Leben". Zugehörigkeit ist im Gegenzeitgeist alles.


Ach, was soll das?
Die CDU, als quasi einzig verbliebene Volkspartei, muss aus ihrem Selbstverständnis heraus für möglichst alle Teile der Bevölkerung wählbar sein. Das allein schon bedingt eine sehr breite Meinungsvielfalt. Für jeden Zeitungsartikel der ihr Beliebigkeit usw. vorwirft gibt es zig andere die das Eigenverständnis der CDU dafür loben. Zeitungsartikel kann man zitieren, als Denkanstöße womöglich, als Wahrheiten nicht. Das geschriebene Wort ist wohlfeil.
Ich sehe die CDU als König unter den Einäugigen.
Meruem
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Meruem » So 17. Jan 2021, 09:53

[quote="Orbiter1"](17 Jan 2021, 08:15)

Das Verhalten von Merz hat doch nichts mit Sinn für den richtigen Zeitpunkt zu tun. Er hat die Wahl zum CDU-Vorsitzenden zum zweiten mal verloren und ist erneut nicht bereit sich dem Sieger unterzuordnen. Der hat ihm den Vorschlag gemacht im Präsidium mitzuarbeiten, Merz hat das aber abgelehnt sondern möchte jetzt Bundeswirtschaftsminister werden. Wozu führt die CDU überhaupt Wahlen durch wenn einer der unterlegenen Kandidaten zum Ausdruck bringt dass ihn das Votum der CDU-Delegierten herzlich egal ist und die Erfüllung seiner Wünsche im Vordergrund steht? Merz ist das Gegenteil von teamfähig. Eine durch das Verhalten von Merz gespaltene CDU ist eine Chance für die anderen Parteien der CDU Stimmen wegzunehmen. Interview Göring-Eckardt.

"ZEIT ONLINE: Interessanter als Merz ist ja auch die CDU. Die hat heute wieder einmal bewiesen, dass sie eine kontinuitätsverliebte, anti-disruptive Partei ist. Ist das eigentlich gut oder schlecht?

Die CDU hat sich zum zweiten Mal gegen Friedrich Merz entschieden, aber auch zum zweiten Mal gezeigt, dass sie gespalten ist. Und das finde ich beunruhigend, weil die Auseinandersetzungen innerhalb der CDU jetzt ja vermutlich weitergehen. Die CDU muss jetzt beweisen, wofür sie steht und wo sie hin will, nach vorn oder zurück. ...

ZEIT ONLINE: Wenn es die zentrale Konfliktlinie wirklich Veränderung gegen Weiterso sein sollte, wird es aber schwierig, mit einer Laschet-CDU zusammenzuarbeiten.

Wer mit wem zusammenarbeiten kann, wissen wir erst nach einer Wahl. Armin Laschet hat jetzt die Aufgabe zu klären, wohin die CDU nach der Ära Merkel will. Die Leute werden mehr und mehr realisieren, dass die Kanzlerin, die für viele eine Konstante war, die nächste Regierung nicht mehr anführen wird.  Mit einem Weiterso wird Deutschland nicht auf den notwendigen 1,5-Grad-Pfad kommen, sondern die Klimaziele von Paris verfehlen. Das gleiche gilt für die Landwirtschaftspolitik und die Artenkrise. Auch hier wird man nicht einfach so weitermachen können. Das sind die grundlegenden Unterschiede zwischen Union und Grünen. Es geht im September um nicht weniger als eine Richtungsentscheidung.

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In früheren Zeiten wäre das der Machtinstinkt gewesen. Wenn jetzt aber wenige Stunden nach der Wahl Merz schon wieder sagt, dass er irgendwas will, dann bin ich mir da nicht so sicher. Ich bin selbst neugierig, was sich da durchsetzt." Quelle: https://www.zeit.de/amp/politik/deutsch ... estagswahl[/quote

Das die CDU innerlich gespalten ist zwischen Neoliberalen a la Merz oder den christlich- sozialen Flügel usw ist ja nichts neues und die relativ guten Coronavirus Pandemie bedingten Umfragewerte der CDU überdecken die inneren Bruchlinien nur ( nur wie lange geht dass gut?) . Die Grünen in Gestalt von Göring Eckhardt machten ja immer wieder deutlich dass es mit ihnen sollte es zu Schwarz/Grün Koalitionverhamdlungen kommen es insbesondere in der Landwumirtschaftspolitik und beim Thema Klima- und Umweltschutz kein einfach " weiter so" mehr geben wird sondern konsequenter Klimaschutz und Umweltschutzpolitik.

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