Die Zukunft der SPD

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Misterfritz
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Misterfritz » Di 3. Jul 2018, 20:57

Kann mir mal Jemand erklären, warum man jetzt erwartet, dass die SPD die CSU in der Koalition retten soll?
Wäre es nicht für SPD und Merkel einfacher, die CSU gehen zu lassen und dafür die Grünen ins Boot zu holen?
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jorikke
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jorikke » Di 3. Jul 2018, 23:14

Misterfritz hat geschrieben:(03 Jul 2018, 20:57)

Kann mir mal Jemand erklären, warum man jetzt erwartet, dass die SPD die CSU in der Koalition retten soll?
Wäre es nicht für SPD und Merkel einfacher, die CSU gehen zu lassen und dafür die Grünen ins Boot zu holen?


Die SPD spielt, politisch gesehen Mau Mau. Schach wäre angesagt.
Vor einigen Tagen noch hätten sie mit energischem Auftreten und der Drohung mit Neuwahlen, den ganzen CDU/CSU Klüngel das Fürchten beibringen können.
Nach dem Theater hätten bisherige Umfragen keine Bedeutung mehr gehabt, die SPD hätte nur gewinnen können.
Was haben sie gemacht?
Nichts.
Etwas auf die Zerstrittenen geschimpft, ansonsten nichts Kreatives.
Jetzt ist die Chance vertan, CDU/CSU haben sich wieder lieb.
...jedenfalls nach außen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 4. Jul 2018, 08:48

jorikke hat geschrieben:(03 Jul 2018, 23:14)

Die SPD spielt, politisch gesehen Mau Mau. Schach wäre angesagt.
Vor einigen Tagen noch hätten sie mit energischem Auftreten und der Drohung mit Neuwahlen, den ganzen CDU/CSU Klüngel das Fürchten beibringen können.
Nach dem Theater hätten bisherige Umfragen keine Bedeutung mehr gehabt, die SPD hätte nur gewinnen können.
Was haben sie gemacht?
Nichts.
Etwas auf die Zerstrittenen geschimpft, ansonsten nichts Kreatives.
Jetzt ist die Chance vertan, CDU/CSU haben sich wieder lieb.
...jedenfalls nach außen.


Ist aber auch schwierig für die SPD abzuschätzen, ob Seehofer nicht tatsächlich die Absicht hatte, die Koalition platzen zu lassen und nur am Widerstand in den eigenen CSU Reihen gescheitert ist.
Dann wäre sie der willkommene Sündenbock gewesen. Denn die CSU, hätte darauf verweisen können, dass Seehofer ja “eine letzte Chance zur Verständigung“ eingeräumt hatte.

Zudem fehlt/fehlen der SPD die geeignete(n) Person(en) an der Spitze, die das durchgezogen hätte(n), als auch das Selbstbewusstsein so auf das CSU Chaos zu reagieren. Jetzt hat sie sich in eine auswegslose Position manövrieren lassen. Die kann eigentlich nur noch gequält zustimmend nicken.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon SirToby » Mi 4. Jul 2018, 09:05

Misterfritz hat geschrieben:(03 Jul 2018, 20:57)

Kann mir mal Jemand erklären, warum man jetzt erwartet, dass die SPD die CSU in der Koalition retten soll?
Wäre es nicht für SPD und Merkel einfacher, die CSU gehen zu lassen und dafür die Grünen ins Boot zu holen?


Gerne mache ich das:

Die CSU ist das letzte rationale Aufgebot in Merkels Kabinett, ein "Rauswurf" der CSU wäre ein Konjunkturprogramm der AFD in allen Bundesländern ausser Bayern.
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Quatschki » Mi 4. Jul 2018, 09:22

jorikke hat geschrieben:(03 Jul 2018, 23:14)

Die SPD spielt, politisch gesehen Mau Mau. Schach wäre angesagt.
Vor einigen Tagen noch hätten sie mit energischem Auftreten und der Drohung mit Neuwahlen, den ganzen CDU/CSU Klüngel das Fürchten beibringen können.

Rate mal, wer den meisten Schiss vor Neuwahlen und dem Verlust seiner 2017 mühsam und knapp errungenen Mandate hat?
Viele Genossen haben außer Politik und Partei nie etwas richtiges gelernt.
Und wenn sie mit der politischen Macht auch den Einfluß auf die öffentlichen Anstalten und kommunalen Unternehmen verlieren, gibt es noch nicht mal mehr Nachfolgejobs, wo sie ihre abgewählten Hanseln unterbringen können.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jorikke » Mi 4. Jul 2018, 11:24

Quatschki hat geschrieben:(04 Jul 2018, 09:22)

Rate mal, wer den meisten Schiss vor Neuwahlen und dem Verlust seiner 2017 mühsam und knapp errungenen Mandate hat?
Viele Genossen haben außer Politik und Partei nie etwas richtiges gelernt.
Und wenn sie mit der politischen Macht auch den Einfluß auf die öffentlichen Anstalten und kommunalen Unternehmen verlieren, gibt es noch nicht mal mehr Nachfolgejobs, wo sie ihre abgewählten Hanseln unterbringen können.


Ziemlich genau deshalb ist es ziemlich dämlich die Möglichkeit eines Befreiungsschlages verpasst zu haben.
Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
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relativ
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon relativ » Mi 4. Jul 2018, 14:48

jorikke hat geschrieben:(03 Jul 2018, 23:14)

Die SPD spielt, politisch gesehen Mau Mau. Schach wäre angesagt.
Vor einigen Tagen noch hätten sie mit energischem Auftreten und der Drohung mit Neuwahlen, den ganzen CDU/CSU Klüngel das Fürchten beibringen können.
Nach dem Theater hätten bisherige Umfragen keine Bedeutung mehr gehabt, die SPD hätte nur gewinnen können.
Was haben sie gemacht?
Nichts.

Etwas auf die Zerstrittenen geschimpft, ansonsten nichts Kreatives.
Jetzt ist die Chance vertan, CDU/CSU haben sich wieder lieb.
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Andererseits finde ich es mal erfrischend, wenn eine Partei nicht sofort über jedes Stöckchen springt, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Meiner Meinung macht die SPD mom. einiges Richtig, indem sie auf Sachlösungen und Konsens setzt, nämlich genau das, was Deutschland und Europa jetzt mehr als denn je braucht. Auch wenn der Scholz eher als Langeweiler rüber kommt, er macht das gut.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Europa2050 » Mi 4. Jul 2018, 14:52

relativ hat geschrieben:(04 Jul 2018, 14:48)

Andererseits finde ich es mal erfrischend, wenn eine Partei nicht sofort über jedes Stöckchen springt, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Meiner Meinung macht die SPD mom. einiges Richtig, indem sie auf Sachlösungen und Konsens setzt, nämlich genau das, was Deutschland und Europa jetzt mehr als denn je braucht. Auch wenn der Scholz eher als Langeweiler rüber kommt, er macht das gut.


Ja, die SPD überzeugt zur Zeit tatsächlich mit Sacharbeit und wirkt staatstragender als die komplette Konkurrenz.
Sogar die Nahles ist zur Zeit anhörbar.
Ich hoffe zugunsten der SPD nur, dass sich das dann auch irgendwann für sie auszahlt. Verdient hätte sie es.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Humelix33 » Mi 4. Jul 2018, 15:14

Die SPD könnte darauf bestehen, dass sie die neuen Regelungen lediglich "dulden" wird, aber nicht akzeptiert, und das Geschehen nachher aktiv begleitet, z.B. in den "Lagern" dann hin und wieder vorbeizuschauen, und bei Missständen sofort die Öffentlichkeit und den Bundestag informieren, das wäre so der goldene Weg in der Mitte.

Die SPD kann es sich nicht erlauben, die Verschärfung komplett abzulehnen, dafür ist der Rückhalt in der Bevölkerung nicht gegeben, denn die will ja eine Verschärfung, aber ohne Kaspertheater alla CSU, von daher bedient die SPD aktuell eh nicht die Mehrheit, mit der eigenen Haltung zu dem Thema, dazu müsste sonst in den nächsten 2 Wochen, ein erheblicher Umschwung bei allen Instituten in der Wahlumfrage zu sehen sein.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon relativ » Mi 4. Jul 2018, 15:19

Humelix33 hat geschrieben:(04 Jul 2018, 15:14)

Die SPD könnte darauf bestehen, dass sie die neuen Regelungen lediglich "dulden" wird, aber nicht akzeptiert, und das Geschehen nachher aktiv begleitet, z.B. in den "Lagern" dann hin und wieder vorbeizuschauen, und bei Missständen sofort die Öffentlichkeit und den Bundestag informieren, das wäre so der goldene Weg in der Mitte.
Hä? Am Besten wäre es, wenn Horstl und Merkel erkennen welchen Bullshit sie da über 3 Wochen gestritten haben und diesen Fehler einräumen.
Die SPD kann es sich nicht erlauben, die Verschärfung komplett abzulehnen, dafür ist der Rückhalt in der Bevölkerung nicht gegeben, denn die will ja eine Verschärfung, aber ohne Kaspertheater alla CSU, von daher bedient die SPD aktuell eh nicht die Mehrheit, mit der eigenen Haltung zu dem Thema, dazu müsste sonst in den nächsten 2 Wochen, ein erheblicher Umschwung bei allen Instituten in der Wahlumfrage zu sehen sein.

Das Problem ist, daß wohl die Mehrheit dieser angeblichen Mehrheit im Volk gar nicht weiss um welchen Vogelschiss bezüglich des Flüchtlingsproblems es sich bei Seehofers Vorschlag handelte und für diejenigen Seehofer Jubler die im Sommer Richtung Österreich bzw, durch Österreich mit dem Auto muessen. Viel Spass. :thumbup:
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Humelix33 » Mi 4. Jul 2018, 15:34

relativ hat geschrieben:(04 Jul 2018, 15:19)

Hä? Am Besten wäre es, wenn Horstl und Merkel erkennen welchen Bullshit sie da über 3 Wochen gestritten haben und diesen Fehler einräumen.


Naja, Bullshit wäre es gewesen, wenn man darüber in Brüssel den Kopf geschüttelt hätte, das generell Verschärfungen geplant sind, man ist sich aber einig, das man jetzt auch ernst machen muss, und etwas härter durchgreifen sollte. Seehofer wollte aber nicht nur den gereichten Finger, sondern gleich die ganze Hand, dass das nicht konform ist, wenn man ein Hardcore SPDler im linken Flügel ist, bzw. Anhänger der Grünen oder Linkspartei ist, ist klar, nur muss man einsehen, dass für die eigene Ideologie keine Mehrheit in der Bevölkerung vorhanden ist.

relativ hat geschrieben:(04 Jul 2018, 15:19)
Das Problem ist, daß wohl die Mehrheit dieser angeblichen Mehrheit im Volk gar nicht weiss um welchen Vogelschiss bezüglich des Flüchtlingsproblems es sich bei Seehofers Vorschlag handelte und für diejenigen Seehofer Jubler die im Sommer Richtung Österreich bzw, durch Österreich mit dem Auto muessen. Viel Spass. :thumbup:


Meine Güte, wie haben wir das damals nur überlebt, mir sind auch nie irgendwelche negativen Dinge in Erinnerung geblieben, als ich zum Skiurlaub die Grenzen passieren musste :D Also dieses Argument ist sowas von hanebüchen, wenn man im Gegenzug genau weiß, wer oder auch was (Drogen/Waffen, etc.) ins Land kommt. Auch die Wirtschaft jammert auf einem zu hohen Niveau, und was bei Stichproben bzw. Kontrollen rauskommt, spricht ganz klar für Grenzkontrollen (Zustand der LKW's, Sicherung der Ladungen, Lenkzeiten, etc. etc.)
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon relativ » Mi 4. Jul 2018, 15:49

Humelix33 hat geschrieben:(04 Jul 2018, 15:34)

Naja, Bullshit wäre es gewesen, wenn man darüber in Brüssel den Kopf geschüttelt hätte, das generell Verschärfungen geplant sind, man ist sich aber einig, das man jetzt auch ernst machen muss, und etwas härter durchgreifen sollte. Seehofer wollte aber nicht nur den gereichten Finger, sondern gleich die ganze Hand, dass das nicht konform ist, wenn man ein Hardcore SPDler im linken Flügel ist, bzw. Anhänger der Grünen oder Linkspartei ist, ist klar, nur muss man einsehen, dass für die eigene Ideologie keine Mehrheit in der Bevölkerung vorhanden ist.
Welche Ideologie?
Meine Güte, wie haben wir das damals nur überlebt, mir sind auch nie irgendwelche negativen Dinge in Erinnerung geblieben, als ich zum Skiurlaub die Grenzen passieren musste :D Also dieses Argument ist sowas von hanebüchen...

Was ist den das für ne bescheuerte Antwort. Früher wurde weniger kontrolliert, als jetzt Kontrolliert werden muesste, na rappelt was? Deweiteren hat der Verkehr in Europa über Grenzen hinweg zugenommen, na leuchtet etwas auf?
, wenn man im Gegenzug genau weiß, wer oder auch was (Drogen/Waffen, etc.) ins Land kommt. Auch die Wirtschaft jammert auf einem zu hohen Niveau, und was bei Stichproben bzw. Kontrollen rauskommt, spricht ganz klar für Grenzkontrollen (Zustand der LKW's, Sicherung der Ladungen, Lenkzeiten, etc. etc.)

Komisch vor 2015 habe ich das mit, was über die Schengen Grenze kommt nie gehört, von euch Oberkritikern hier im Forum schon mal gar nicht. Was hat sich geändert. Die Farbe der Drogen?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Humelix33 » Mi 4. Jul 2018, 16:02

relativ hat geschrieben:(04 Jul 2018, 15:49)

Welche Ideologie?


Dass das Alles so furchtbar unmenschlich, unfair, unwürdig, etc. sei, und desshalb viele Maßnahmen nicht erlaubt oder verfügbar sein dürfen, und überhaupt ...

relativ hat geschrieben:(04 Jul 2018, 15:49)
Was ist den das für ne bescheuerte Antwort. Früher wurde weniger kontrolliert, als jetzt Kontrolliert werden muesste, na rappelt was? Deweiteren hat der Verkehr in Europa über Grenzen hinweg zugenommen, na leuchtet etwas auf?

Komisch vor 2015 habe ich das mit, was über die Schengen Grenze kommt nie gehört, von euch Oberkritikern hier im Forum schon mal gar nicht. Was hat sich geändert. Die Farbe der Drogen?


Keine Ahnung, wie du immer an die Grenze gekommen bist, ich habe im Jahr immer die Grenze nach Österreich und Dänemark passiert, zu verschiedenen Urlauben, und wir (anfangs mit Eltern) wurden nur einmal wirklich rausgezogen, und zu 99% immer durchgewunken. Und von Bekannten hat man auch immer Ähnliches gehört. Lange Wartezeiten gab und gibt es auch noch heute auf grenzfreien Straßen, wenn die ganzen Hohlbirnen immer am ersten Ferientag losfahren und am letzten Ferientag zurückkommen wollen, ansonsten war alles völlig problemlos.

Es gab auch schon vor 2015 Kritik, da vor allem aus Osteuropa, die offenen Grenzen für viel Blödsinn missbraucht werden. Und natürlich werden Drogen wie blöd geschmuggelt.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Europa2050 » Mi 4. Jul 2018, 16:12

Humelix33 hat geschrieben:(04 Jul 2018, 15:34)
Meine Güte, wie haben wir das damals nur überlebt, mir sind auch nie irgendwelche negativen Dinge in Erinnerung geblieben, als ich zum Skiurlaub die Grenzen passieren musste :D Also dieses Argument ist sowas von hanebüchen, wenn man im Gegenzug genau weiß, wer oder auch was (Drogen/Waffen, etc.) ins Land kommt. Auch die Wirtschaft jammert auf einem zu hohen Niveau, und was bei Stichproben bzw. Kontrollen rauskommt, spricht ganz klar für Grenzkontrollen (Zustand der LKW's, Sicherung der Ladungen, Lenkzeiten, etc. etc.)


Vermutlich werde ich langsam alt, aber meiner Generation war das Durchlässigmachen, Überschreiten und Abschaffen von Grenzen immer eines der größten politischen Anliegen (und zwar unabhängig von Parteipräferenz).
Wir waren begeistert von Orten wie der Landshuter Hütte, wo aus Konfrontation Kooperation wurde (in Ö schlafen, in I essen - und dazwischen eine Holztüre).

Und jetzt will man den Sch... wieder haben?

Ich verstehe die Welt nicht mehr.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 4. Jul 2018, 16:18

Europa2050 hat geschrieben:(04 Jul 2018, 16:12)
Vermutlich werde ich langsam alt, aber meiner Generation war das Durchlässigmachen, Überschreiten und Abschaffen von Grenzen immer eines der größten politischen Anliegen (und zwar unabhängig von Parteipräferenz).
Wir waren begeistert von Orten wie der Landshuter Hütte, wo aus Konfrontation Kooperation wurde (in Ö schlafen, in I essen - und dazwischen eine Holztüre).
Und jetzt will man den Sch... wieder haben?
Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Die heutige Flüchtlingswelle in der EU hat auch viel mit dem Problem der Entwicklungshilfe zu tun. In Süditalien hausen nicht wenige Flüchtlinge wie in der dritten Welt in Plastiklagern am Rand der Felder, auf denen sie als Tagelöhner arbeiten. So etwas konnte ich mir beim Fall der Mauer auch noch nicht als Zukunft Europas vorstellen.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Do 5. Jul 2018, 22:35

Wo auch immer das hingehört, ich rechne es mal wohlwollend der SPD zu, kann sein, dass ich damit richtig liege, kann sein, dass es Kurz und Orban zuzuschreiben ist. An Realismus innerhalb der Union mache ich es nicht fest.

Es wird keine Transitzentren in Bayern geben.


Schlusspunkt eines nervenzehrenden Asylstreits: CDU, CSU und SPD schließen einen Kompromiss. Wie Innenminister Seehofer erklärte, werde es künftig "Transitverfahren in Einrichtungen der Polizei" geben. Seehofers geplante Transitzentren in Grenznähe gibt es in der ursprünglich geplanten Form nicht.

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 10332.html
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Nightrain » Do 5. Jul 2018, 23:11

Immerhin wirkungsgleich :D

Das Gefängnis ist ja auch der richtige Ort bis zur Rückführung von denjenigen, die mehrfach Asyl in Europa beantragen.
"Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen." (Michael Wolffsohn)
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Teeernte » Do 5. Jul 2018, 23:34

Europa2050 hat geschrieben:(04 Jul 2018, 16:12)

Vermutlich werde ich langsam alt, aber meiner Generation war das Durchlässigmachen, Überschreiten und Abschaffen von Grenzen immer eines der größten politischen Anliegen (und zwar unabhängig von Parteipräferenz).
Wir waren begeistert von Orten wie der Landshuter Hütte, wo aus Konfrontation Kooperation wurde (in Ö schlafen, in I essen - und dazwischen eine Holztüre).

Und jetzt will man den Sch... wieder haben?

Ich verstehe die Welt nicht mehr.


In voller Fahrt die Handbremse gezogen....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon SirToby » Fr 6. Jul 2018, 18:40

JJazzGold hat geschrieben:(05 Jul 2018, 22:35)

Wo auch immer das hingehört, ich rechne es mal wohlwollend der SPD zu, kann sein, dass ich damit richtig liege, kann sein, dass es Kurz und Orban zuzuschreiben ist. An Realismus innerhalb der Union mache ich es nicht fest.

Es wird keine Transitzentren in Bayern geben.


Schlusspunkt eines nervenzehrenden Asylstreits: CDU, CSU und SPD schließen einen Kompromiss. Wie Innenminister Seehofer erklärte, werde es künftig "Transitverfahren in Einrichtungen der Polizei" geben. Seehofers geplante Transitzentren in Grenznähe gibt es in der ursprünglich geplanten Form nicht.

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 10332.html


Stimmt, es wird Ankerzentren geben.
Alles in allem entspricht der gestern ausgehandelte Kompromiss eher mehr als weniger dem, was die CSU wollte.

Und für die SPD ist es kein Schaden, dass sie dem zugestimmt hat.
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Sa 7. Jul 2018, 10:33

SirToby hat geschrieben:(06 Jul 2018, 18:40)

Stimmt, es wird Ankerzentren geben.
Alles in allem entspricht der gestern ausgehandelte Kompromiss eher mehr als weniger dem, was die CSU wollte.

Und für die SPD ist es kein Schaden, dass sie dem zugestimmt hat.


Schaden haben bei dem Kasperltheater alle an der Regierung beteiligten Parteien genommen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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