Die Solidarität der Unionler

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hafenwirt
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Die Solidarität der Unionler

Beitragvon hafenwirt » Mo 14. Dez 2015, 16:48

In einem anderen Strang wurde der Parteitag der SPD thematisiert, hier soll es dabei um die Union gehen, welche scheinbar erneut unter Beweis stellt, dass ihre Solidarität grenzenlos ist.

Nicht nur in Foren und Kommentarspalten, auch in der Realität gibt es immer wieder konservative Menschen, CDU-Mitglieder, welche den Kurs der Kanzlerin bemängeln. Doch während - wie im Parallelstrang bei der SPD zu sehen war - dort und auch in anderen Parteien der Vorsitzende abgestraft wird, sieht es derzeit so bei der allertollsten Partei Deutschlands aus:

Schon vor ihrer Rede war Merkel mit rauschendem Applaus empfangen worden. Die Delegierten erhoben sich und applaudierten, als die Kanzlerin den Parteitag eröffnete.[...]
Kauder behauptete, die CDU sei geschlossen: "Wir sind geeint und die SPD ist zerstrittener – schlimmer als je zuvor." Auch der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, sagte: "Wir sind geschlossen und wir werden ein richtiges Signal von diesem Parteitag senden." Die JU hatte einen eigenen Antrag für eine Obergrenze zurückgezogen.


http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... eitag-rede

Wieso feiern die CDU-Delegierten ihre Vorsitzende, wo doch alles so schlimm läuft für einen Christdemokraten?
Wird ein weiteres Mal die eigene Stimmung unterdrückt oder denken nun weite Teile der CDU auch "Wir schaffen das!"?
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon Moses » Mo 14. Dez 2015, 19:18

läufts denn schlimm?
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon yogi61 » Mo 14. Dez 2015, 19:40

Die CDU Deligierten haben am 15. September 1989 in Bremen ein Trauma erlebt und dies an ihre Nachfahren weitergegeben. Wer in der CDU aufsteigen will, der muss im Gebüsch bleiben, diese Partei bietet keinen Raum für offene Diskussionen. Konservative haben in der Regel ja eh Probleme sich vernünftig zu artikulieren ohne sich lächerlich zu machen. :)
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon frems » Mo 14. Dez 2015, 19:48

Naja, mal abwarten, wie es mit der Solidarität der Schwesterpartei aussieht und ob da auch die Reihen fest geschlossen haben. Da ist dieses "Wir wollen konkrete Obergrenzen, auch wenn wir nicht sagen, wie die aussehen und funktionieren sollen" noch recht beliebt, glaub ich.
Labskaus!

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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon Moses » Mo 14. Dez 2015, 19:49

frems » Mo 14. Dez 2015, 19:48 hat geschrieben:Naja, mal abwarten, wie es mit der Solidarität der Schwesterpartei aussieht und ob da auch die Reihen fest geschlossen haben. Da ist dieses "Wir wollen konkrete Obergrenzen, auch wenn wir nicht sagen, wie die aussehen und funktionieren sollen" noch recht beliebt, glaub ich.

Klappe, Deichhörnchen :mad2:
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon yogi61 » Mo 14. Dez 2015, 19:52

frems » Mo 14. Dez 2015, 19:48 hat geschrieben:Naja, mal abwarten, wie es mit der Solidarität der Schwesterpartei aussieht und ob da auch die Reihen fest geschlossen haben. Da ist dieses "Wir wollen konkrete Obergrenzen, auch wenn wir nicht sagen, wie die aussehen und funktionieren sollen" noch recht beliebt, glaub ich.


Die Regionalpartei hat aber nichts zu melden. Hin und wieder darf sie ein paar wirre Gesetze im Bierzelt verabschieden, oder sie droht mit dem Abzug ihrer Minister. :D
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon frems » Mo 14. Dez 2015, 19:56

Moses » Mo 14. Dez 2015, 19:49 hat geschrieben:Klappe, Deichhörnchen :mad2:

Das wird man doch wohl noch sagen dürfen. :mad:

yogi61 hat geschrieben:
Die Regionalpartei hat aber nichts zu melden. Hin und wieder darf sie ein paar wirre Gesetze im Bierzelt verabschieden, oder sie droht mit dem Abzug ihrer Minister. :D

Eine Bundesverkehrsministerium ohne Dobrindt wäre kaum denkbar. Und mit den anderen zwei da, öhm, ja, waren doch drei, oder?
Zuletzt geändert von frems am Mo 14. Dez 2015, 19:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon frems » Mo 14. Dez 2015, 22:36

Oha. :eek:

Die merkwürdige Drei-Euro-Diskussion der CDU

In der höchst kontroversen Flüchtlingsfrage fällt der Streit beim CDU-Parteitag aus. Ein wenig will die Basis gegen die Führung aber doch aufmucken. Es trifft die Parteireform des Generalsekretärs.

http://www.welt.de/politik/article14996 ... r-CDU.html
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon Fazer » Mo 14. Dez 2015, 22:50

hafenwirt » Mo 14. Dez 2015, 17:48 hat geschrieben:In einem anderen Strang wurde der Parteitag der SPD thematisiert, hier soll es dabei um die Union gehen, welche scheinbar erneut unter Beweis stellt, dass ihre Solidarität grenzenlos ist.

Nicht nur in Foren und Kommentarspalten, auch in der Realität gibt es immer wieder konservative Menschen, CDU-Mitglieder, welche den Kurs der Kanzlerin bemängeln. Doch während - wie im Parallelstrang bei der SPD zu sehen war - dort und auch in anderen Parteien der Vorsitzende abgestraft wird, sieht es derzeit so bei der allertollsten Partei Deutschlands aus:



http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... eitag-rede

Wieso feiern die CDU-Delegierten ihre Vorsitzende, wo doch alles so schlimm läuft für einen Christdemokraten?
Wird ein weiteres Mal die eigene Stimmung unterdrückt oder denken nun weite Teile der CDU auch "Wir schaffen das!"?


Es ist doch in den letzten Wochen ausreichend diskutiert worden. Besser als man das überhaupt auf einem kurzen Parteitag machen könnte. Aber die CDU weiss auch, dass sie nur mit einer klaren Linie weitermachen kann. Und die ist mit dem Kompromiss eben gefunden worden. Anstelle sich auf dem Parteitag zu zerfleischen hat man das halt vorab sinnvoll geregelt. Bei der SPD gibt es halt immer linke Betonköpfe, die wollen eben keinen Kompromiss mittragen und lieber z.B. in die Opposition gehen. Das hat dann halt wenig mit Regierungsfähigkeit bei der SPD zu tun.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon John Galt » Mo 14. Dez 2015, 23:05

So eine Geschlossenheit wie bei der CDU ist schlecht für die Demokratie, aber gut für die Partei.

Die SPD hätte weitaus weniger Probleme, wenn sie ebenfalls so ein Klatschverein wie die CDU wären.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon Quatschki » Mo 14. Dez 2015, 23:13

Dass Merkel während ihres Studiums auch Marxismus-Leninismus vermittelt bekam, kommt ihr jetzt zugute
Geschickt nutzt sie den äußeren Druck, um die innerparteiliche Opposition kaltzustellen und verwandelt die CDU in ihr Machtinstrument, in eine "Partei neuen Typus.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon frems » Mo 14. Dez 2015, 23:22

John Galt » Mo 14. Dez 2015, 23:05 hat geschrieben:So eine Geschlossenheit wie bei der CDU ist schlecht für die Demokratie, aber gut für die Partei.

Die SPD hätte weitaus weniger Probleme, wenn sie ebenfalls so ein Klatschverein wie die CDU wären.

Für eine Partei ist das aber auch nicht dauerhaft sinnvoll. Sicherlich ist ein Streit häufig kontraproduktiv -- man denke nur daran, wie sich Piraten und fast die AfD damit weggeschossen haben --, aber wenn die Selbstreflexion für einen sturen Weg eingeschlagen wird, kann sich das auch rächen. Da kann ein Streit, solange er parteiintern ausgetragen wird, wieder für etwas Dynamik und Flexibilität sorgen. Ansonsten kann einen manch gesellschaftliche Entwicklung auch wieder überholen. Und das durfte die CDU in vielen Städten und Ländern sehen, wo Politiker nicht nur Mist verzapften (Mappus, von Beust, McAllister, Wulff, ...), sondern sich auch viele Wähler nicht mehr mit der Landespolitik identifizieren konnten bzw. ihre Sorgen, Nöte und Schwerpunkte andere waren. Wer sowas in der Union ansprach, wurde schnell angegiftet. Und das passiert ja häufiger, auch in der Bundes-CDU, z.B. wenn ein Laschet für ein Einwanderungsgesetz plädiert, um etwas mehr Struktur und Ordnung in den Laden zu kriegen. Darüber wollen viele gar nicht erst streiten, weil sie schon den Namen aus symbolischen Gründen ablehnen. Kann in die Hose gehen.
Zuletzt geändert von frems am Mo 14. Dez 2015, 23:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon Flat » Di 15. Dez 2015, 07:25

Moin,

die SPD dümpelt mit Ihrem Parteivorsitzenden in den Niederungen der Meinungsumfragen und Wahlergebnisse, die CDU mit ihrer Vorsitzenden und Kanzlerin Merkel ist der klare Platzhirsch, ohne die keine Bundesregierung geht.

Das ist der Unterschied.

Und wahrscheinlich ist die Zufriedenheit mit Merkels Politik doch in der CDU größer, als mancher hier glaubt.
_______
wer Rechtsradikales sagt und tut, ist rechtsradikal. Das hat nichts mit Nazikeule zu tun.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/inte ... 62231.html
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon jorikke » Di 15. Dez 2015, 07:47

yogi61 » Mo 14. Dez 2015, 19:40 hat geschrieben:Die CDU Deligierten haben am 15. September 1989 in Bremen ein Trauma erlebt und dies an ihre Nachfahren weitergegeben. Wer in der CDU aufsteigen will, der muss im Gebüsch bleiben, diese Partei bietet keinen Raum für offene Diskussionen. Konservative haben in der Regel ja eh Probleme sich vernünftig zu artikulieren ohne sich lächerlich zu machen. :)


..oder die CDU ist einfach nicht so simpel gestrickt, um offene Diskussionen mit öffentlichen Diskussionen zu verwechseln.
Doktor Schiwago

Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon Doktor Schiwago » Di 15. Dez 2015, 07:58

Flat » Di 15. Dez 2015, 07:25 hat geschrieben:Moin,

die SPD dümpelt mit Ihrem Parteivorsitzenden in den Niederungen der Meinungsumfragen und Wahlergebnisse, die CDU mit ihrer Vorsitzenden und Kanzlerin Merkel ist der klare Platzhirsch, ohne die keine Bundesregierung geht.
Das ist der Unterschied.
Und wahrscheinlich ist die Zufriedenheit mit Merkels Politik doch in der CDU größer, als mancher hier glaubt.


Genau. Die Zufriedenehit mit Honeckers Politik war in der SED auch größer, als im Volk allgemein geglaubt wurde. Wie das dann alles endete, ist bekannt.

Aber immerhin - 9 Minuten Beifall mit stehenden Ovationen. Erich wäre neidisch auf sie.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon zollagent » Di 15. Dez 2015, 08:41

Doktor Schiwago » Di 15. Dez 2015, 07:58 hat geschrieben:
Genau. Die Zufriedenehit mit Honeckers Politik war in der SED auch größer, als im Volk allgemein geglaubt wurde. Wie das dann alles endete, ist bekannt.

Aber immerhin - 9 Minuten Beifall mit stehenden Ovationen. Erich wäre neidisch auf sie.

Es hat schon ein G'schmäckle, wenn ein Honecker mit Frau Merkel auf eine Stufe gestellt wird. Die Wahlen in der DDR hatten nicht die Qualität der Wahlen in unserem Deutschland. Da war keine Möglichkeit der Machtablösung gegeben, was in "Merkels System", das eher dem bundesrepublikanischen System aus der Ära Adenauer gleicht, durchaus möglich ist. Die Zufriedenheit mit Frau Merkels Politik ist in der Tat höher, als es vielen Rest-DDR'lern hier paßt. Was ihr aber noch mehr zupaß kommt, ist, daß es keine glaubhafte Alternative gibt. Die SPD gleitet auf 20 % zu und die Rezepte der Randunzufriedenen sind im Wahlvolk nicht akzeptiert.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon John Galt » Di 15. Dez 2015, 08:55

9 Minuten Appplaus bekommt nicht mal Kim Jong Un.

Man kann so viel klatschen wie man will, Merkel ist eine visionslose Katastrophe. :)
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon yogi61 » Di 15. Dez 2015, 09:18

jorikke » Di 15. Dez 2015, 07:47 hat geschrieben:
..oder die CDU ist einfach nicht so simpel gestrickt, um offene Diskussionen mit öffentlichen Diskussionen zu verwechseln.


Nö, das ist es bestimmt nicht. Die öffentlichen Diskussionen gibt es ja und Herr Bosbach wurde und wird von den Leuten die im Gebüsch sitzen ja praktisch in jede Talkshow gejagt, die es gibt. Er fehlt eigentlich nur noch auf dem Kinderkanal, vielleicht war er dort aber auch schon, ich weiss es nicht genau.
Wenn es dann um die Wurst geht, haben die CDU-ler seit nunmehr fast dreissig Jahren auf den Parteitagen keine Debattenkultur mehr. Die Partei ist seit Helmut Kohl ein reiner Kanzlerwahlverein und es interessiert sie nicht einmal mehr, dass sie in den grossen Städten kaum noch etwas zu melden haben.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon yogi61 » Di 15. Dez 2015, 09:25

zollagent » Di 15. Dez 2015, 08:41 hat geschrieben:Es hat schon ein G'schmäckle, wenn ein Honecker mit Frau Merkel auf eine Stufe gestellt wird. Die Wahlen in der DDR hatten nicht die Qualität der Wahlen in unserem Deutschland. Da war keine Möglichkeit der Machtablösung gegeben, was in "Merkels System", das eher dem bundesrepublikanischen System aus der Ära Adenauer gleicht, durchaus möglich ist. Die Zufriedenheit mit Frau Merkels Politik ist in der Tat höher, als es vielen Rest-DDR'lern hier paßt. Was ihr aber noch mehr zupaß kommt, ist, daß es keine glaubhafte Alternative gibt. Die SPD gleitet auf 20 % zu und die Rezepte der Randunzufriedenen sind im Wahlvolk nicht akzeptiert.


Man kann das Systen nun wirklich nicht mit dem Adenauer-System vergleichen, das wäre ungerecht. Das Adenauer System zielte darauf, die vielen Nazis einzubinden, sie in der Partei zu verankern, oder sie zumindest mit miefiger Politik als Wähler bei der Stange zu halten und die Kritik an Frau Merkel kommt weder aus ex DDR-Kreisen, noch von linken Kreisen in der Union. Die Kritik an Merkels Politik kommt von den wirtschaftsnahen CDU-lern und konservativen Kreisen, nur sind die nicht eben berühmt dafür für ihre Politik wirklich einzustehen, wenn es der Karriere schaden könnte.
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Re: Die Solidarität der Unionler

Beitragvon schokoschendrezki » Di 15. Dez 2015, 10:04

yogi61 » Di 15. Dez 2015, 10:25 hat geschrieben:
Man kann das Systen nun wirklich nicht mit dem Adenauer-System vergleichen, das wäre ungerecht. Das Adenauer System zielte darauf, die vielen Nazis einzubinden, sie in der Partei zu verankern, oder sie zumindest mit miefiger Politik als Wähler bei der Stange zu halten und die Kritik an Frau Merkel kommt weder aus ex DDR-Kreisen, noch von linken Kreisen in der Union. Die Kritik an Merkels Politik kommt von den wirtschaftsnahen CDU-lern und konservativen Kreisen, nur sind die nicht eben berühmt dafür für ihre Politik wirklich einzustehen, wenn es der Karriere schaden könnte.

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