Iran & USA - Ende der Feindschaft?

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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 18. Sep 2019, 19:35

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Sep 2019, 10:27)

Ich habe eher den Eindruck dass nicht der Islamismus der Treiber ist sondern sich eine Koalition der US-Sanktionierten bildet. China ist da ja auch mit im Boot mit seinen 400 Mrd $ Investitionen im Iran. Die schließen sich zusammen, lassen sich nicht alles gefallen und erzeugen koordinierten Gegendruck. Eine besonders große Überraschung ist das aber nun wirklich nicht.

Die Investition in Terror und Unterdrückung ist in der Tat nichts neues. Wir sehen aber auch aktuell in Hongkong, dass mechanische Gewalt nicht alles ist.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 18. Sep 2019, 19:53

Kohlhaas hat geschrieben:(18 Sep 2019, 19:13)

Dabei gibt es durchaus Waffensysteme, die an der Stelle sinnvoll nutzbar gewesen wären. Als ein Beispiel sei das deutsche Mantis-System genannt.
Mein Mantis-System stammt aus China und Drohnen kann man damit auch vom Himmel holen. Die ist einfach schneller als der Rest in der Klasse. :D https://mailchi.mp/yuneec/neu-mantis-g- ... eb467b5985
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 18. Sep 2019, 20:07

In Syrien geht man offenbar bereits aufeinander los.

"Kreise: Saudi-Arabien hat am Dienstag iranische Milizen in Syrien bombardiert." / Quelle: https://news.guidants.com

Glaube nicht dass die Saudis den Iran angreifen werden, aber bei der Überheblichkeit des Knochensägeprinzen weiß man nie.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 18. Sep 2019, 20:09

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Sep 2019, 19:53)

Mein Mantis-System stammt aus China und Drohnen kann man damit auch vom Himmel holen. Die ist einfach schneller als der Rest in der Klasse. :D https://mailchi.mp/yuneec/neu-mantis-g- ... eb467b5985

Wie weit kann sie denn fliegen? Und vor allem: Wie viel Sprengstoff kann sie tragen?
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 18. Sep 2019, 20:14

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Sep 2019, 20:07)

In Syrien geht man offenbar bereits aufeinander los.

"Kreise: Saudi-Arabien hat am Dienstag iranische Milizen in Syrien bombardiert." / Quelle: https://news.guidants.com

Glaube nicht dass die Saudis den Iran angreifen werden, aber bei der Überheblichkeit des Knochensägeprinzen weiß man nie.

Was hast Du erwartet? Dass die Saudis nach diesem Angriff so tun würden, als wäre nichts gewesen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass noch eine Reaktion erfolgen wird, und die wird sich nicht auf halbherzige Angriffe gegen irgendwelche iranischen Waldschrate in Syrien beschränken. Je länger diese Reaktion auf sich warten lässt, desto härter wird sie ausfallen. Einen schnellen "symbolischen" Bombenangriff kann man sehr schnell vortragen. Wenn mehr geplant ist, braucht das Vorbereitung. Warten wir noch drei Tage ab.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 18. Sep 2019, 21:08

Kohlhaas hat geschrieben:(18 Sep 2019, 19:13)

Drohnen sind sehr klein und deshalb sehr schwer aufzuklären. Die Abwehr von Drohnen kann - nach jetzigen Stand der Dinge - eigentlich nur im Nahbereich erfolgen. Deshalb ist es auch so absurd, wenn manche Diskussionsteilnehmer hier versuchen, ein "Versagen" amerikanischer Patriot-Systeme und die Überlegenheit russischer Systeme wie S400 zu postulieren. Im Nahbereich hatten die US-Truppen aber keine eigenen Kräfte. Und die Saudis offensichtlich auch nicht. Das ist die eigentliche Lehre aus den Angriffen: Saudi-Arabien hat wichtige Infrastruktur nicht hinreichend geschützt. Dabei gibt es durchaus Waffensysteme, die an der Stelle sinnvoll nutzbar gewesen wären. Als ein Beispiel sei das deutsche Mantis-System genannt. Die Saudis waren offenbar der Meinung, dass es nicht erforderlich ist, eine so weit im Landesinneren gelegene Raffinerie mit Nahbereichsverteidigungssystemen zu schützen. Das war vielleicht ein Fehler. Aber um mal der Wahrheit die Ehre zu geben: Auch in Deutschland sind nur die allerwenigsten "kritischen Infrastruktureinrichtungen" mit Nahbereichsluftverteidigung ausgestattet.

Jedenfalls gibt es keinen Grund anzunehmen, dass die US-Schiffe am Golf den Angriff hätten kommen sehen müssen. Wäre der Angriff gegen die US-Schiffe gerichtet gewesen, wäre er mit Sicherheit bemerkt und mit einer Menge Feuerkraft unterbunden worden.


Einen kompletten Schutz gibt es sicher nie. Der Iran ist nach Fachleuten zufolge auch nicht in der Lage sein ganzes Staatsgebiet unter einen Abwehrschirm zu stellen. Deshalb sind die größten Millionenstädte, Industrieanlagen (inklusive der Atomindustrie) massgeblich im Focus der Luftabwehr. Also, punktuell im Rahmen der Landesverteidigung.

Einige Staaten, z.B. Saudi-Arabien und Iran, meine auch Russland haben als vierte Teilstreitkraft die Luftraumverteidigung.

Royal Saudi Air Defense in diesem Fall.
https://www.mod.gov.sa/en/Sectors/Air/P ... fault.aspx


NEWS MIDDLE-EAST
How did oil-rich Saudi Arabia’s defence system fail so spectacularly?

Notwithstanding the expensive military hardware purchased by Saudi Arabia, experts say, the Saturday attack represented an unusually well-planned operation that would have been difficult for even the most well-equipped and experienced countries to detect and neutralize.


“This was a really flawless attack,” said Michael Knights, a scholar at the Washington Institute for Near East Policy who has followed Saudi air defense for decades, adding that evidence suggests that only one of 20 missiles may have missed its target. “That’s astounding.”


When Saudi officials claimed to have shot down a ballistic missile fired by the Houthis in 2017, a team of researchers argued in a report that the Patriot system, in fact, had done nothing to stop the missile, which had nearly hit its target — Riyadh’s airport.


Saudi Arabia has several missile defense systems that can target a low-altitude flight. Thomas Karako, a senior fellow at the Center for Strategic and International Studies, said that in theory the Patriot system could protect against such a threat, although it is primarily designed for ballistic missiles.

https://www.washingtonpost.com/world/20 ... ng-attack/


Dennoch wirft es die Frage auf, bei der Annahme, die behauptet wird, das die angreifenden Objekte auch vom Südirak, vom Iran (über den Persischen Golf) und oder vom Jemen gestartet wurden die riesigen Radaranlagen der US-Streitkräfte in Saudi-Arabien, in Kuwait, im Persischen Golf, in Katar, in Bahrain, im Irak, den Emiraten und in Oman nicht ansatzweise mit der modernsten vorhandenen Technik aufgetaucht sind. Von der Türkei, Israel und Ägypten und dort dortigen US-Basen spreche ich jetzt mal nicht. Ich gehe weiterhin davon aus, daß dort wesentlich besseres steht und wesentlich besser bedient wird und vernetzt ist, als alles was Saudi-Arabien da stehen hat. Die Region ist übersäht von US-Radarsystemen, die alle vernetzt sind.

Wenn die Behauptungen stimmen, das die Waffensysteme vom Iran aus gestartet wurden, dann wäre das ein schlimmes Signal - für die US-Streitkräfte:

If US claims of how the Saudi oil attack went down are true, then its failure to prevent it is a huge embarrassment

However, the version of events being advanced by US officials — that most of the damage is from cruise missile launched from Iran — raises the embarrassing question of why the US military was unable to do anything about it.

The airspace around Iran and Saudi Arabia is some of the best-defended and most intensively monitored on earth, thanks to the decades-long build-up of US assets there. But on Saturday they failed to prevent 17 separate strikes.

Based on information made public about the strikes, defense insiders were left wondering how the US military had fared so poorly in one of its primary missions in the region.

One former US Navy officer, who deployed to the Persian Gulf region twice to operate air defense systems, said it would be nearly impossible for the US not to notice the attack as it happened, or attempt to intercept the weapons.

"It's very hard to imagine a salvo of 17 shots from Iranian territory not being picked up via some land and sea radars," said the former officer who asked not to be identified discussing US military capabilities in the region.

"Over the Persian Gulf is hard to comprehend... in that there'd be a lot of radars to detect it. There may be ships in-port [in] Bahrain whose air defense radar would pick it up."


Alleine das extrem leistungsfähige AEGIS System auf US-Schiffen ist vor Ort. Es ist u.a. die Aufgabe das Geld, also die saudischen Anlagen in der Region zu schützen. Es war auch die Aufgabe der US-Streitkräfte für den Schutz der wirtschaftlichen Interessen der USA zu sorgen. Sprich in dem Fall u.a. Objektschutz.

Multiple experts speaking on background characterized the US presence in the area as having three main goals: defending US military bases, keeping the Persian Gulf open to shipping, and defending Saudi oil facilities from attack.

Assets to monitor attacks from Iran are considerable: a band of radars based in Kuwait, Qatar and Bahrain are all pointed at Iran to provide early warning. Many US ships are in the area, equipped with the Aegis air defense system, which has a range of some 300 nautical miles.

US land bases are also protected by similar, albeit shorter-range, systems. Saudi Arabia itself has spent billions on its own air force and missile defense, including top-of-the-line US-made Patriot air defense systems specifically meant to defend against Iran.


"Those photos only prove that the cruise missiles used that approach on target, they tell us nothing at all about where they originated from," said a NATO military official recently posted to Saudi Arabia.

"If these came from Iran, the Americans can easily prove it with radar data that they haven't yet released.

"If they haven't released that info it's because either they don't have it or the Saudis asked for a delay for domestic political reasons."

https://www.businessinsider.de/us-accou ... ?r=US&IR=T


Deshalb ist für mich die Frage nach der Leistungsfähigkeit der saudischen Abwehr zweitrangig. Wichtig ist die US-Abwehr bei ihren wirtschaftlichen Interessen. Und die ist in einer Präsenz da, dagegen fällt die saudische Abwehr in die Bedeutungslosigkeit. Und die US-Streitkräfte haben offensichtlich bei dieser Aufgabe versagt. Grundsätzlich ist die Luftabwehr eine Herausforderung. Ob bei der Abwehr bei Landzielen oder Kriegsschiffen. Das kann auch China, Russland, Israel und dem Iran passieren. Da aber die USA herausragend in Sachen Technologie und Präsenz dort sind ist das herausragender als die saudische Performance zu bestaunen.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 18. Sep 2019, 23:32

King Kong 2006 hat geschrieben:(18 Sep 2019, 21:08)
Deshalb ist für mich die Frage nach der Leistungsfähigkeit der saudischen Abwehr zweitrangig. Wichtig ist die US-Abwehr bei ihren wirtschaftlichen Interessen. Und die ist in einer Präsenz da, dagegen fällt die saudische Abwehr in die Bedeutungslosigkeit. Und die US-Streitkräfte haben offensichtlich bei dieser Aufgabe versagt. Grundsätzlich ist die Luftabwehr eine Herausforderung. Ob bei der Abwehr bei Landzielen oder Kriegsschiffen. Das kann auch China, Russland, Israel und dem Iran passieren. Da aber die USA herausragend in Sachen Technologie und Präsenz dort sind ist das herausragender als die saudische Performance zu bestaunen.


Mal unabhängig davon, dass ich nicht weiß, was wirtschaftliche Interessen mit der Leistungsfähigkeit von Waffensystemen zu tun haben sollen:

Ich hatte darauf hingewiesen, dass Drohnen schwer zu erkennen sind und deshalb wahrscheinlich am ehesten durch eine Nahbereichsverteidigung zu bekämpfen sind. Es kann gut sein, dass diese Drohnen auf irgendwelchen Radargeräten "aufgetaucht" sind. Es kann aber auch sein, dass diese Radargeräte die Drohnen nicht von Möwen unterscheiden konnten. Diese Dinger sind so klein und unscheinbar, dass sie der Luftraumüberwachung nicht auffallen. Gut erkannt werden sie halt erst auf kurze Distanz. Erst dann können sie auch sinnvoll bekämpft werden - wenn dort dann Waffen verfügbar sind, die das können!

Es stellt nicht die Fähigkeiten der US-Streitkräfte infrage, dass sie nicht in der Lage waren, über hunderte Kilometer winzige Flugkörper zu entdecken, die dann in Nahbereich von der saudischen Luftverteidigung nicht bekämpft werden konnten, weil es vor Ort gar keine saudische Luftverteidigung gab.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 19. Sep 2019, 01:13

Fürs Protokoll. Die "Bürstädter Zeitung" rezitiert die Einschätzung des saudischen Kronprinzen unter Berufung auf die SPA:
Saudi-Arabiens Kronprinz und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman bezeichnete den Angriff als einen Test des Willens der internationalen Gemeinschaft, auf solche Taten zu reagieren, die die internationale Sicherheit und Stabilität gefährdeten.
https://www.buerstaedter-zeitung.de/pol ... n_20453916

Einer für gewöhnlich gut unterrichteten Quelle zufolge hat sich Quds-General Soleimani (zuständig für auswärtige Operationen) mit Milizenführern im Irak getroffen.
Thema soll die mögliche Reaktion auf Vergeltungsmaßnahmen sowie auf die israelischen Angriffe auf iranische Stützpunkte im Irak und Syrien gewesen sein.

https://www.debka.com/soleimani-in-bagh ... so-israel/ (en)

Eskalationen im Irak und an der israelischen Grenze sind nicht auszuschließen.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Orbiter1 » Do 19. Sep 2019, 08:52

DarkLightbringer hat geschrieben:(19 Sep 2019, 01:13)

Eskalationen im Irak und an der israelischen Grenze sind nicht auszuschließen.
Sollte der Iran angegriffen werden gibt das einen Flächenbrand. Das war doch schon immer klar.

Die US-Kriegstreiber verlieren langsam die Geduld. Der Ton verschärft sich.

"Die gemässigte Reaktion des Präsidenten auf den Abschuss der Drohne wurde vom iranischen Regime klar als Zeichen der Schwäche erkannt», twitterte der einflussreiche Senator Lindsey Graham. Er implizierte damit, dass mit einer militärischen Strafaktion im Juni Iran vor dem jetzigen Angriff zurückgeschreckt wäre.

Dieser Meinung ist auch der amerikanische Politologe Steven A. Cook. «Solche Dinge passieren, wenn man den iranischen Revolutionsgarden das Gefühl gibt, den Persischen Golf zu besitzen», schreibt er in einem Artikel für das Magazin «Foreign Policy». Die Iraner hätten momentan jeden Grund zu glauben, dass Trump zwar laut spreche, aber keinen Schlagstock trage. Der Präsident gefährde damit die gesamten amerikanischen Investitionen im Nahen Osten der vergangenen 70 Jahre. «Wenn Trump nicht militärisch reagiert, sollten die USA einpacken und gehen." Quelle: https://www.nzz.ch/amp/international/an ... ld.1509613

Trump hat doch inzwischen angekündigt die maximal scharfen Sanktionen weiter zu verschärfen. Mehr ist halt nicht drin, schließlich will er wiedergewählt werden. Vielleicht antwortet ja doch noch der Angegriffene, immerhin hat er den drittgrößten Militärhaushalt der Welt. Ansonsten muss man eben auf die nächste Provokation warten, oder die USA kehren wieder zum Atomabkommen zurück.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Everythingchanges » Do 19. Sep 2019, 09:12

Kohlhaas hat geschrieben:(18 Sep 2019, 23:32)

Mal unabhängig davon, dass ich nicht weiß, was wirtschaftliche Interessen mit der Leistungsfähigkeit von Waffensystemen zu tun haben sollen:

Ich hatte darauf hingewiesen, dass Drohnen schwer zu erkennen sind und deshalb wahrscheinlich am ehesten durch eine Nahbereichsverteidigung zu bekämpfen sind. Es kann gut sein, dass diese Drohnen auf irgendwelchen Radargeräten "aufgetaucht" sind. Es kann aber auch sein, dass diese Radargeräte die Drohnen nicht von Möwen unterscheiden konnten. Diese Dinger sind so klein und unscheinbar, dass sie der Luftraumüberwachung nicht auffallen. Gut erkannt werden sie halt erst auf kurze Distanz. Erst dann können sie auch sinnvoll bekämpft werden - wenn dort dann Waffen verfügbar sind, die das können!

Es stellt nicht die Fähigkeiten der US-Streitkräfte infrage, dass sie nicht in der Lage waren, über hunderte Kilometer winzige Flugkörper zu entdecken, die dann in Nahbereich von der saudischen Luftverteidigung nicht bekämpft werden konnten, weil es vor Ort gar keine saudische Luftverteidigung gab.


Es sollen aber auch Marschflugkörper dabei gewesen sein. (Das ist übrigens eine Darstellung aus den USA und von SaudiArabien)
Und allerspätestens dieser Punkt stellt bei fehlender Abwehr die Frage nach der Qualität.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Cobra9 » Do 19. Sep 2019, 09:15

Everythingchanges hat geschrieben:(19 Sep 2019, 09:12)

Es sollen aber auch Marschflugkörper dabei gewesen sein. (Das ist übrigens eine Darstellung aus den USA und von SaudiArabien)
Und allerspätestens dieser Punkt stellt bei fehlender Abwehr die Frage nach der Qualität.



Gut dann erzähl mal. Waren irgendwie Flugabwehr Systeme mit ausreichender Reichweite aufgestellt im Flugkorridor ?

Bitte erzähl mal
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 19. Sep 2019, 09:38

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Sep 2019, 08:52)

Sollte der Iran angegriffen werden gibt das einen Flächenbrand.

Manchmal muss man eben einen Flächenbrand legen, um ein Rattenloch auszuräuchern, das ist eine der Lehren aus dem Ende Hitlers. Diese irren Kriegstreiber in Teheran geben keine Ruhe, sollen sie doch ihren Willen bekommen. Im Paradies wartet bestimmt der Mahdi mit vielen Jungfrauen auf sie.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Orbiter1 » Do 19. Sep 2019, 10:00

Cobra9 hat geschrieben:(19 Sep 2019, 09:15)

Gut dann erzähl mal. Waren irgendwie Flugabwehr Systeme mit ausreichender Reichweite aufgestellt im Flugkorridor ?

Bitte erzähl mal
Die Huthis haben ja bereits im Mai 2 Pumpstationen einer 1.000 km entfernten Ölpipeline in Saudi-Arabien mit Drohnen angegriffen und in Brand gesteckt. Es wurden damals weitere Angriffe angekündigt wenn sich Saudi-Arabien nicht aus dem Jemen-Konflikt zurückzieht. Und da halten sie es für möglich dass die Saudis ihre wichtigsten Ölförderanlagen nicht mit angemessenen Flugabwehrmaßnahmen geschützt haben? Ich kann mir das jedenfalls nicht vorstellen. Sollte es so gewesen sein wäre das Leichtsinn der nur schwer zu überbieten ist.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Everythingchanges » Do 19. Sep 2019, 10:09

Cobra9 hat geschrieben:(19 Sep 2019, 09:15)

Gut dann erzähl mal. Waren irgendwie Flugabwehr Systeme mit ausreichender Reichweite aufgestellt im Flugkorridor ?

Bitte erzähl mal


Bei funktionierenden Systemen wäre es wohl kein Problem gewesen es dorthin zubekommen.

Die Kernfrage lautet, welcher Bereich radarüberwacht war und die Antwort ist sehr viel.
Dafür gibt es das "Peace Shield", in das diverse feste Radarstationen (rage 400 KM +) und natürlich Verlinkungen ua. zu eigenen und anderen Awacs, eingebunden sind.
(https://defence.pk/pdf/threads/saudi-ar ... ld.242743/)

Da die zurückgelegte Strecke wahlweise aus dem Jemen mehr als 1000 bzw aus dem Iran laut Karte mind. 500 Km betragen haben muss und von Drohnenbeteiligung (Typ Ababil) geredet wird, die max 200 KmH fliegt, hatten die also so 1-2 Stunden Zeit, den Angriff von vielen Drohnen und wohl weiteren Marschflugkörpern zu erkennen und entweder feste Luftabwehreinheiten zu nutzen, die auf dem Weg lagen und wenn es tatsächlich keine einzige davon gegeben haben sollte, dann hätten sie Kampfflieger losschicken können.

Etwaige Widersprüche zu Strecken/Zeiträumen usw. ruhen aus den Erklärungen der Saudis und der USA her.
Zuletzt geändert von Everythingchanges am Do 19. Sep 2019, 10:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Orbiter1 » Do 19. Sep 2019, 10:10

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Sep 2019, 09:38)

Manchmal muss man eben einen Flächenbrand legen, um ein Rattenloch auszuräuchern, das ist eine der Lehren aus dem Ende Hitlers. Diese irren Kriegstreiber in Teheran geben keine Ruhe, sollen sie doch ihren Willen bekommen. Im Paradies wartet bestimmt der Mahdi mit vielen Jungfrauen auf sie.
Ich vermute mit dieser Einstellung werden sie in den Kampf ziehen und den Tod nicht fürchten. Da wäre es für den militärischen Gegner sicher besser mit ausreichendem Abstand einen Knöpfchen-Drücken-Krieg zu führen. Aber ob das zum Rattenloch ausräuchern ausreicht?
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 19. Sep 2019, 10:27

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Sep 2019, 10:10)

Da wäre es für den militärischen Gegner sicher besser mit ausreichendem Abstand einen Knöpfchen-Drücken-Krieg zu führen.

Diesen Krieg kann man selber auch führen, nicht nur der Gegner. Hätten damals die Alliierten den Schwanz vor Hitler eingekniffen, würden wir heute alle noch Sieg Heil brüllen (ich wahrscheinlich nicht, weil meine Großeltern die Nazis nicht überlebt hätten).
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 19. Sep 2019, 11:50

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Sep 2019, 09:38)

Manchmal muss man eben einen Flächenbrand legen, um ein Rattenloch auszuräuchern, das ist eine der Lehren aus dem Ende Hitlers. Diese irren Kriegstreiber in Teheran geben keine Ruhe, sollen sie doch ihren Willen bekommen. Im Paradies wartet bestimmt der Mahdi mit vielen Jungfrauen auf sie.


Wenn alle Stricke reissen muss der alte Adolf Hitler bemüht werden. Das Rattenloch Iran wie du meinst ist wie der deutsche Nationalsozialismus.

Tolle Argumentation.

Trump hat die Annäherung der USA und Irans mit Ansage gestoppt und darüberhinaus eine aggressive, provokative Eskalationspolitik gestartet. Das hat nicht mit Adolf Hitler, dem deutschen Nationalsozialismus oder Länder die du als Rattenlöcher, die man ja getrost ausraeuchern kann zu tun.

Das ist unsinniges Gerede.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 19. Sep 2019, 11:55

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Sep 2019, 08:52)

Sollte der Iran angegriffen werden gibt das einen Flächenbrand. Das war doch schon immer klar.

Der Flächenbrand ist ja da, der IR-Iran führt in vier arabischen Ländern einen hegemonialen Krieg.
Ein US-Engagement wäre alllenfalls ein Kriegseintritt.

Die US-Kriegstreiber verlieren langsam die Geduld. Der Ton verschärft sich.

"Die gemässigte Reaktion des Präsidenten auf den Abschuss der Drohne wurde vom iranischen Regime klar als Zeichen der Schwäche erkannt», twitterte der einflussreiche Senator Lindsey Graham. Er implizierte damit, dass mit einer militärischen Strafaktion im Juni Iran vor dem jetzigen Angriff zurückgeschreckt wäre.
(...)

Kriegstreiber und vor allem Kriegsführer sind die Mullahs, ihre Filialisten und Helfershelfer.

Und wenn Senator Graham meinen sollte, dass die Appeasementpolitik nicht funktioniere, dann hat er recht.

Wenn aus Sicht des Trump-Teams der Wahlkampf wichtiger sei als die Stabilität im Nahen Osten, dann lässt sich dazu zweierlei anmerken.
1. Der Wahlkampf in Israel war auch kompliziert, sogar das Ergebnis ist kompliziert. Trotzdem leistet man sich keinerlei Nachlässigkeit.
2. Wenn man bis Ende 2020 wartet, ist man womöglich dem Atomkrieg schon sehr nahe.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 19. Sep 2019, 11:58

King Kong 2006 hat geschrieben:(19 Sep 2019, 11:50)

Das Rattenloch Iran wie du meinst ist wie der deutsche Nationalsozialismus.

Wo meine ich das?

Trump hat die Annäherung der USA und Irans mit Ansage gestoppt und darüberhinaus eine aggressive, provokative Eskalationspolitik gestartet.

Der Iran hat die Lage mit seinen Kriegen und seinem Terrrosponsoring eskaliert und das Atomabkommen zu Fall gebracht.

Das hat nicht mit Adolf Hitler, dem deutschen Nationalsozialismus oder Länder die du als Rattenlöcher, die man ja getrost ausraeuchern kann zu tun.

Unterlasse deine bösartigen Unterstellungen, ich habe kein Land als Rattenloch bezeichnet.
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Re: Iran & USA - Ende der Feindschaft?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 19. Sep 2019, 12:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Sep 2019, 11:58)

Wo meine ich das?


Der Iran hat die Lage mit seinen Kriegen und seinem Terrrosponsoring eskaliert und das Atomabkommen zu Fall gebracht.


Unterlasse deine bösartigen Unterstellungen, ich habe kein Land als Rattenloch bezeichnet.


Welches Land soll wie ein Rattenloch ausgeraeuchert werden?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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