Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

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Lomond
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Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Lomond » Sa 22. Okt 2011, 21:14

Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Oder doch?

Am 23. Oktober 2011 wird wieder einmal gewählt in der Schweiz.
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frems
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon frems » Sa 22. Okt 2011, 21:22

Vielleicht merken es die Schweizer nicht einmal selbst. :?:

Über die Hälfte der Wahlberechtigten werden ihr demokratisches Recht nicht wahrnehmen. Die Wahlbeteiligung ist von 80,4 Prozent im Jahre 1919 auf 65,7 Prozent im Jahre 1967 gesunken. Und seit 1979 liegt sie stets unter 50 Prozent. Das ist erschütternd. Es scheint, dass einige die Hoffnung, andere das Interesse und viele den Glauben an die Gestaltungskraft der Politik verloren haben.

http://www.zeit.de/2011/43/01-Leiter-Schweiz/seite-2
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Daylight » Sa 22. Okt 2011, 22:43

frems » Sa 22. Okt 2011, 21:22 hat geschrieben:Vielleicht merken es die Schweizer nicht einmal selbst. :?:


http://www.zeit.de/2011/43/01-Leiter-Schweiz/seite-2
Diese Entwicklung weist ja auch tendenzielles Ansteckungspotenzial aus.
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Thomas I
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Thomas I » Sa 22. Okt 2011, 23:47

Nun ja - in der Schweiz mit ihrem hohen Maß an Basisdemokratie kann man sich als Bürger halt darauf verlassen, bei wichtigen Themen eh nochmal gesondert selbst abstimmen zu dürfen - da verliert die Wahl von Repräsentanten natürlich stark an Bedeutung.
Zuletzt geändert von Thomas I am Sa 22. Okt 2011, 23:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon frems » So 23. Okt 2011, 00:00

Thomas I » Sa 22. Okt 2011, 23:47 hat geschrieben:Nun ja - in der Schweiz mit ihrem hohen Maß an Basisdemokratie kann man sich als Bürger halt darauf verlassen, bei wichtigen Themen eh nochmal gesondert selbst abstimmen zu dürfen - da verliert die Wahl von Repräsentanten natürlich stark an Bedeutung.

Das war meine Vermutung zuerst auch, aber als ich jetzt mal bei Wikipedia (klick) gestöbert hab, sah es nicht so aus, als wenn die Beteiligung dort nennenswert höher sei.
Zum Vergleich: 2009 war in der BRD die niedrigste Wahlbeteiligung aller Zeiten mit knapp 71%. Ein höheres Ergebnis bei einer Volksinitiative sah die Schweiz zuletzt 1970 mit rund 75%. Beim -- aus meiner norddeutschen Sicht heftig umstrittenen -- Minarettenverbot waren es 53%. :?:
Zuletzt geändert von frems am So 23. Okt 2011, 00:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Lomond » So 23. Okt 2011, 00:56

Hier mal die Liste der "Sonstigen".

Kantonale und regionale sowie nicht in der Bundesversammlung vertretene nationale Parteien:

Aktive Senioren: Kantone Zürich und Luzern, für die Interessen der Senioren und Rentner, konservativ, der SVP nahe stehend
Alliance de Gauche: Wahlbündnis zwischen der Partei der Arbeit und SolidaritéS
Alpenparlament: rechts-esoterisch, für Naturheilkunde, vertritt Verschwörungstheorien[2]. Mit dem Alpenparlament verbunden war die 2003 und 2007 bei den Nationalratswahl angetretene Partei Interessengemeinschaft Gesundheit.
Alternative Liste (AL): in Zürich und Schaffhausen im Kantonsparlament, sozialistisch, ökologisch, links
Auto-Partei (AP) (bis 1994 Autopartei, von 1994-2009 "Freiheits-Partei der Schweiz" (FPS)): antigrün, rechtspopulistisch, konservativ, isolationistisch, stark rechts
Basels starke Alternative (BastA): Mitglied der Grünen
Bewegung für den Sozialismus (BfS): Im Kantonsparlament des Kantons Tessin vertreten.[3]
Bieler Volkspartei (BVP): 2010 von der SVP abgespalten, Stadt Biel/Bienne
Bürger-Partei Schweiz (BPS): Kanton Bern, aus der Freiheits-Partei entstanden
CHance21: im Kanton Luzern, für kleinräumige Strukturen (insb. gegen Gemeindefusionen), ökologisch, gegen NATO- und EU-Beitritt der Schweiz
Demokratisch-Soziale Partei der Schweiz (DSP): reformorientiert, leicht links der Mitte
Die Eidgenossen: Biel, aus der Freiheits-Partei entstanden, rechts
Entente Jurassienne: bürgerlich, für Vereinigung des Süd-Juras (Bern) mit dem Kanton Jura
Europäische Reform Partei (ERP): proeuropäisch, Mitte
Familiä-Partei: Kanton Aargau, finanzpolitisch konservativ, rechts
Forum Liberale Mitte: Kanton Aargau, rechtsliberal, bürgerlich, ökologisch, Mitte-rechts
Gruppe für Innerrhoden (GfI): Kanton Appenzell Innerrhoden, Mitte-links, Zusammenarbeit mit SP[4]
Humanistische Partei der Schweiz (HPS): humanistisch, links, Teil der Humanistischen Bewegung
Junge Alternative (JA!), Kanton Bern, Jugendpartei, links von SP und Grünen
Katholische Volkspartei der Schweiz (KVP): katholisch-fundamentalistisch, isolationistisch, ökologisch, rechts aussen
Die Kommunisten (Les Communistes): Genf
Ligue vaudoise: eher eine politische Bewegung, gehörte zur Frontenbewegung
Mouvement Citoyens Genevois (MCG): Kanton Genf, rechtspopulistische Protestpartei
Ökoliberale Bewegung Schaffhausen (ÖBS): Mitglied der Grünen
Partei der Arbeit der Schweiz (PdA): kommunistisch, äusserst links
Partei für Zürich (PFZ): liberal-konservativ, Abspaltung der SVP
parteifrei.ch: Gruppierung, die parteilosen Bürgern die Wahl in Ämter ermöglichen will[5]
Partei National Orientierter Schweizer (PNOS), nationalistisch, ausländerfeindlich, antistaatlich, rechtsextrem (gemäss Bundesamt für Polizei)
Parti Socialiste Autonome (PSA): sozialdemokratisch, Teil der SP Kanton Jura, für Vereinigung des Süd-Juras (Bern) mit dem Kanton Jura
Piratenpartei Schweiz (PPS), für Grundrechte, gegen Kontrollen und Zensur, freie Software, urheberrechtskritisch
Les Rauraques, Jugendpartei,für Vereinigung des Süd-Juras (Bern) mit dem Kanton Jura, im Stadtparlament von Moutier vertreten.[6]
Republikanische Reform Partei (RRP): Nachfolgerin der 2008 aufgelösten Sektion Oberer Zürichsee / Glarnerland der Schweizer Demokraten
Schweizer Demokraten (SD) (bis 1990 Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat (NA)): isolationistisch, nationalistisch, ausländerfeindlich, ökologisch, rechts aussen
Schweizerische Bürger Partei (SBP): Kanton Basel-Stadt, ähnliche Ansichten wie Schweizer Demokraten
Subitas: maskulistisch,[7] Nachfolger der bei den Wahlen 2007 im Kanton Bern angetreten Männerpartei.[8]
solidaritéS: Romandie, sozialistisch, äusserst links
Team baden: Stadt Baden
Tierpartei Schweiz: Für Tierschutz[9]


http://de.wikipedia.org/wiki/Politische ... er_Schweiz
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Lomond » So 23. Okt 2011, 01:07

Man redet nicht darüber:

Interessieren tut es die Leute schon. Und gewählt haben auch viele – oder haben es zumindest morgen noch vor. Am Vorabend sind die Eidgenössischen Wahlen jedoch für die meisten kein Thema. «Die Schweizer äussern sich nicht gern zur Politik», sagt Gabriel Studerus (34), der auf eine politische Wende in die linke Richtung hofft ....


http://www.tagesanzeiger.ch/wahlen2011/ ... y/13625079
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Lomond » So 23. Okt 2011, 01:31

Und nun lasset uns beten:


Trittst im Morgenrot daher,
Seh’ ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Lomond » So 23. Okt 2011, 08:35

In der Schweiz öffnen nun die Wahl-Lokale - soweit es noch welche gibt:

In der Schweiz ist das Wahllokal dabei auszusterben. Weil immer mehr Bürger brieflich wählen oder abstimmen, werden solche Büros aus Kostengründen oft nur noch in Rat- bzw. Gemeindehäusern eingerichtet. Anders als in anderen Ländern dürfen Schweizer ihre Wahlzettel, die sie zuvor immer zugeschickt bekommen, bereits zuhause ausfüllen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Wahllokal
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Lomond » So 23. Okt 2011, 13:53

In der Schweiz schließen die Wahl-Lokale früh. Und es gibt schon erste Schätzungen:

Eine erste Hochrechnung aus dem Kanton Aargau spiegelt ungefähr wieder, was Wahlforscher vorausgesagt haben. Danach konnten die konservativ gemäßigte BDP sowie die ebenfalls gemäßigten Grünliberalen glp zulegen, die bürgerlichen Liberalen (FDP) und die Christdemokraten CVP werden Sitze verlieren. Grüne und Sozialdemokraten (SP) bleiben etwa bei ihren Ergebnissen aus 2007.

Mit Spannung wird erwartet, ob die größte Partei der Schweiz, die national-konservative Schweizerische Volkspartei (SVP) , die 30-Prozentmarke überspringen wird. Sie lag bei den Wahlen 2007 bei rund 28 Prozent. Zwar hat ihr Spitzenkandidat von 2007, der Unternehmer Christoph Blocher, die Wahlen diesmal nicht mehr so stark polarisiert. Doch verzeichnet er nach ersten Auszählungen in seinem Wahlkreis Zürich schon wieder hohe Stimmenanteile.


http://www.stern.de/politik/erste-schae ... 42043.html
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Kibuka » So 23. Okt 2011, 15:44

frems hat geschrieben:Vielleicht merken es die Schweizer nicht einmal selbst. :?:


http://www.zeit.de/2011/43/01-Leiter-Schweiz/seite-2


Das kann man so oder so interpretieren. Vielleicht ist die niedrige Wahlbeteiligung auch schlicht die Folge einer generellen Basiszufriedenheit und kein Ausdruck einer Politikverdrossenheit infolge des Verlustes von Gestaltungskraft. Die Welt ist nunmal sehr komplex und letztlich gibt es in der Politik auch nur einen begrenzten Handlungsrahmen, der oft von pragmatischen Aspekten getrieben wird. Insofern sieht man auch in Deutschland das die Grenzen zwischen den Parteien oft verschwimmen.
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Lomond » So 23. Okt 2011, 22:11

Es gibt doch noch Überraschungen .....

Die Schweiz erlebt eine politische Kehrtwende. Nach jahrelangem Aufwärtstrend verliert die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) erstmals Wählerstimmen. Laut Hochrechnungen erlitten die Partei von Milliardär Christoph Blocher ebenso wie die Freisinnigen (FDP) bei den Parlamentswahlen Verluste. Die SVP verfehlt ihr Wahlziel von 30 Prozent deutlich. Sie kommt noch auf einen Wähleranteil von 26,8 Prozent (-2,1), bleibt damit aber die stärkste Formation.


http://diepresse.com/home/politik/ausse ... me_politik
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon logiCopter » Sa 17. Dez 2011, 14:17

Kibuka » So 23. Okt 2011, 15:44 hat geschrieben:
Das kann man so oder so interpretieren. Vielleicht ist die niedrige Wahlbeteiligung auch schlicht die Folge einer generellen Basiszufriedenheit und kein Ausdruck einer Politikverdrossenheit ...

Eben.
Besonders in der Schweiz dürfte eine Nichtbeteiligung eher auf Zufriedenheit denn auf Unzufriedenheit schließen lassen.
Nichtwähler werden ja grundsätzlich von allerlei Scheuklappenträgern in Beschlag genommen.
Die Nazis hätten gerne, dass Nichtwähler alles unzufriedene Nazis sind, die linksgrünen Moral-Apostel möchten lauter verschnupfte Moral-Apostel draus machen, die Demokratiezweifler lauter gekränkte Demokratiezweifler, die Hartz IV Empfänger lauter verstimmte Hartz IV Empfänger ... usw.
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Misterfritz » So 20. Okt 2019, 19:01

Die Schweiz scheinen ein seltsames Wahlsystem zu haben, resp. was aus Wahlen folgt.
Das Wahlergebnis dürfte auf die Regierung dennoch kaum Auswirkungen haben. Die Schweiz wird seit 60 Jahren praktisch von den gleichen vier größten Parteien regiert. Die Regierungsgeschäfte führt ein siebenköpfiger Bundesrat im Konsens. Die Stärke einer Partei wird im Bundesrat üblicherweise erst nach zwei Wahlen in Folge mit starkem Stimmenzuwachs angepasst.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 92445.html

Wozu wählen die dann noch?
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon watisdatdenn? » So 20. Okt 2019, 21:11

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2019, 19:01)
Die Schweiz scheinen ein seltsames Wahlsystem zu haben, resp. was aus Wahlen folgt.

Wozu wählen die dann noch?

Ich hab des öfteren mit Schweizern gequatscht. Beruflich und privat.

Die Parteien sind für das politische "Alltagsgeschäft" da. Dort wird auch versucht ein Konsens zu erreichen (darum ist der "Bundeskanzler" dort auch über möglichst alle Parteien aufgeteilt).

Wichtige politische Dinge werden über sogenannte "Initiativen" sowieso direkt vom Schweizer Volk in ThemenWahlen beschlossen.

Die Schweiz hat das politische System, wie es auch in deutschland sein sollte!
Zum Glück gibt es eine Partei in Deutschland die sich genau das auf die Fahnen geschrieben hat :)
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Misterfritz » So 20. Okt 2019, 21:25

watisdatdenn? hat geschrieben:(20 Oct 2019, 21:11)

Ich hab des öfteren mit Schweizern gequatscht. Beruflich und privat.

Die Parteien sind für das politische "Alltagsgeschäft" da. Dort wird auch versucht ein Konsens zu erreichen (darum ist der "Bundeskanzler" dort auch über möglichst alle Parteien aufgeteilt).

Wichtige politische Dinge werden über sogenannte "Initiativen" sowieso direkt vom Schweizer Volk in ThemenWahlen beschlossen.

Die Schweiz hat das politische System, wie es auch in deutschland sein sollte!
Zum Glück gibt es eine Partei in Deutschland die sich genau das auf die Fahnen geschrieben hat :)
Danke,
aber wenn ich mir ansehe, was mit GB im Moment passiert, dann weiss ich nicht, ob Referenden wirklich eine gute Idee sind.
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Alpha Centauri » So 20. Okt 2019, 21:32

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2019, 21:25)

Danke,
aber wenn ich mir ansehe, was mit GB im Moment passiert, dann weiss ich nicht, ob Referenden wirklich eine gute Idee sind.



Über diecKöpfe der Leute hinweg zu entscheiden ist auch nicht das " demokratisch" Wahre, wäre denn z.b. der Atomausstieg, die Homo Ehe oder die Hartz4 Asozial Gesetze durch eine abschließende Volksabstimmung gekommen?, die Bürger sollten abschließend dass letzte Wort haben und nicht irgendwelche vermeintlichen Experten oder die Hinterzimmer Lobbyisten
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Tom Bombadil » So 20. Okt 2019, 21:33

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2019, 21:25)

aber wenn ich mir ansehe, was mit GB im Moment passiert, dann weiss ich nicht, ob Referenden wirklich eine gute Idee sind.

Wenn die Mehrheit des Volkes es aber doch so will? Ich finde das urdemokratisch, auch wenn dann dabei Ergebnisse herauskommen, die man selber für falsch hält. Unsere Parteiendemokratie ist imho deutlich weniger demokratisch, weil alle Wahlprogramme und Versprechen von vor der Wahl - also das, weswegen man eine Partei wählt - nach der Wahl keinerlei Gültigkeit mehr haben.
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon watisdatdenn? » So 20. Okt 2019, 21:42

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2019, 21:25)
Danke,
aber wenn ich mir ansehe, was mit GB im Moment passiert, dann weiss ich nicht, ob Referenden wirklich eine gute Idee sind.

Die Schweizer fahren bisher sehr gut damit und das teilweise schon seit Jahrhunderten!

Keinen Weltkrieg mitgemacht.
Hohe Wirtschaftskraft.
Geringe Steuerlast.
Weltweit gut angesehen.
Deutsche fliehen in Schaaren in die Schweiz (ein befreundeter Dr.-Ing. Z.B. und ich hab es mir in jungen Jahren auch ernsthaft überlegt.. Jetzt leider schon zu stark in stark in Deutschland verwurzelt)
...

Sooo schlecht scheint das mit der direkten Demokratie in der Schweiz ja nicht zu laufen..
Das Referendum in GB wird ja nicht umgesetzt weil das Parlament rumeiern darf. Das erzeugt die Probleme.
Die Unternehmen waren schon längst darauf vorbereitet..
Zuletzt geändert von watisdatdenn? am So 20. Okt 2019, 21:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Schweiz wählt - und keiner merkt es.

Beitragvon Misterfritz » So 20. Okt 2019, 21:42

Alpha Centauri hat geschrieben:(20 Oct 2019, 21:32)

Über diecKöpfe der Leute hinweg zu entscheiden ist auch nicht das " demokratisch" Wahre, wäre denn z.b. der Atomausstieg, die Homo Ehe oder die Hartz4 Asozial Gesetze durch eine abschließende Volksabstimmung gekommen?, die Bürger sollten abschließend dass letzte Wort haben und nicht irgendwelche vermeintlichen Experten oder die Hinterzimmer Lobbyisten
tatsächlich halte ich Volksabstimmungen für regionale Projekte für gut,
aber ich schätze, z.B. die Homo-Ehe wäre sicherlich durchgefallen. Und wie willst Du dann Minderheitenschutz machen?

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