Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

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Tom Bombadil
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Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Tom Bombadil » So 6. Jun 2021, 10:31

In den späten 1960er Jahren schickten sich junge Menschen an, die Gesellschaften auf der Welt grundlegend umzukrempeln. Es kam zu Ausschreitungen und es bildeten sich Terrororganisationen wie die RAF oder die Roten Brigaden, man merkte aber schnell, dass man mit Terror keinen Erfolg haben würde. Man wählte einen anderen Ansatz: der lange Marsch durch die Institutionen.

Der Niedergang der Sowjetunion sorgte für eine Atempause, Freiheit und Demokratie schienen "gewonnen" zu haben, aber das war nur ein kurzes Intermezzo. Denn "der Marsch durch die Institutionen" war noch lange nicht beendet, die Kinder und Enkel der 68er - bereits durch Schule und Universität indoktriniert - schickten sich an, das Erbe ihrer Vorgänger zu mehren und auch das war sehr erfolgreich.

Heute dominieren linke Meinungen an den Schulen, Hochschulen, in den Medien (ganz besonders im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk und deren Ableger) und auch in den "sozialen Medien" wie Twitter, Facebook, Instagram. Wenn abweichende Meinungen entdeckt werden, ist der reale und virtuelle Lynchmob schnell zusammen getrommelt und geht ans rufmörderische Werk.

Auch der Angriff auf die tradierte Gesellschaft als solche wird auf breiter Front geführt. Einerseits wird Diversity gepredigt, andererseits sollen wiederum alle Menschen gleich sein, das "Unnormale" wird zur neuen Norm, das "Normale" wird abnorm und in den Hintergrund gedrängt. Man bedient sich der christlichen Wertvorstellungen (wobei man das Christentum zutiefst verachtet), um den Traum von der grenzenlosen Welt und unbegrenzten Völkerwanderung umzusetzen, hier spielt auch linker Moralismus eine große Rolle: alle Menschen werden Brüder.

Der Boden für die Saat "Sozialismus" ist bereitet, die Coronapandemie liefert die Blaupause dafür, wie sehr man selbst Menschen, die ihr Leben lang in Demokratie und großer Freiheit gelebt haben, ihre Rechte und Freiheiten nehmen kann, ohne dass die sich großartig wehren. Mal sehen, wann der Klimanotstand mit Beschränkungen der Freiheit ausgerufen wird. "System Change, not climate change", darauf wird es hinauslaufen.

Sogar in der bis dato ultrakapitalistischen Veranstaltung "Weltwirtschaftsforum" wird davon geredet, dass "Capitalism and socialism will need to merge". Auch die USA driften immer mehr nach links, das ist nach dem Irren Trump erst einmal eine natürliche Reaktion, aber es begann schon mit Obama, nur hat Trump hat die Republikaner imho nachhaltig beschädigt und es steht zu befürchten, dass die Demokraten auf lange Zeit Wahlen gewinnen werden. Denn auch dort dominieren an Schulen und Universitäten und in den Medien natürlich die Linken mit ihren Themen und Weltanschauungen, alle anderen Meinungen werden weggebissen, konservative oder liberale Ansichten werden als unzulässig und menschenfeindlich dargestellt, es wird mit aller Macht Konsens mit der linken Meinung eingefordert.

Es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte, dass gerade die Staaten des ehemaligen Ostblocks der Gegenpol zu dieser Entwicklung sind, aber auch keine Alternative für freiheitsliebende und selbstbestimmt leben wollende Menschen darstellen.

Man darf sich nichts vormachen, der linke "lange Marsch durch die Institutionen" war im Westen extrem erfolgreich, wir stehen mMn. am Anfang eines neuen sozialistischen Menschenexperimentes, an dessen Ende imho wieder Verwüstung, Chaos und Elend stehen werden, so wie das immer mit dem Sozialismus endet.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Haegar » Mi 9. Jun 2021, 15:48

Danke für den schönen Überblick der rechten Seite, die in meinen Augen seit den späten 70er Jahren den politischen Ton, in ihrer Gegenbewegung zu den "68er" bis in die Obama-Zeit, angegeben hat. Das führte in den 90er Jahren zu einem "Rechtsruck" auch der bis dahin linken SPD in ihrem New-Labour-Wahn die in der Hartz IV Agenda mündete. Das politische Pendel scheint mir spätestens mit dem noch nicht ganz ausgestandenen Trump-Wahn und auch Neo-Nationalismus im Brexit-Fieber deutlich in die Gegenbewegung zuzusteuern. Deine Ängste kann ich nachvollziehen, aber ich stimme in dem mir so erscheinenden Abgesang des Westens (frei nach Oswald Spengler) in den Kommunismus nicht mit.
Auch unter Roosevelt mit seinen linken Ideen ist dem Kommunismus deutlich entgegengetreten worden. Und gerade mit der chinesischen Herausforderung sehe ich einen neuen Linksruck des "Westens" als notwendig an.
Zuletzt geändert von Haegar am Do 10. Jun 2021, 10:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Sören74 » Mi 9. Jun 2021, 15:58

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Jun 2021, 10:31)
Denn "der Marsch durch die Institutionen" war noch lange nicht beendet, die Kinder und Enkel der 68er - bereits durch Schule und Universität indoktriniert - schickten sich an, das Erbe ihrer Vorgänger zu mehren und auch das war sehr erfolgreich.


Ja, das scheint wohl einer der größten Ängste vieler '68er-Gegner zu sein, ohne wirklich benennen zu können, wie diese Art der Indoktrination genau abläuft.

Tom Bombadil hat geschrieben:Sogar in der bis dato ultrakapitalistischen Veranstaltung "Weltwirtschaftsforum" wird davon geredet, dass "Capitalism and socialism will need to merge". Auch die USA driften immer mehr nach links, das ist nach dem Irren Trump erst einmal eine natürliche Reaktion, aber es begann schon mit Obama, nur hat Trump hat die Republikaner imho nachhaltig beschädigt und es steht zu befürchten, dass die Demokraten auf lange Zeit Wahlen gewinnen werden. Denn auch dort dominieren an Schulen und Universitäten und in den Medien natürlich die Linken mit ihren Themen und Weltanschauungen, alle anderen Meinungen werden weggebissen, konservative oder liberale Ansichten werden als unzulässig und menschenfeindlich dargestellt, es wird mit aller Macht Konsens mit der linken Meinung eingefordert.


Könnte es nicht vielleicht sein, dass sich die Welt nach dem kalten Krieg ein bissel weitergedreht hat und die Lösungen, die für die westliche Welt zur Anwendung kamen, nicht mehr für die heutige Zeit richtig funktionieren und man nach Anpassungen sucht?

Tom Bombadil hat geschrieben:Man darf sich nichts vormachen, der linke "lange Marsch durch die Institutionen" war im Westen extrem erfolgreich, wir stehen mMn. am Anfang eines neuen sozialistischen Menschenexperimentes, an dessen Ende imho wieder Verwüstung, Chaos und Elend stehen werden, so wie das immer mit dem Sozialismus endet.


Ich bin immer wieder fasziniert, was alles als sozialistisch angesehen wird. In den USA ist beispielsweise eine Krankenversicherung nach europäischen Vorbild schon Sozialismus. Hier ist es für manche ein Staat, der seine legalen Mittel anwendet, die Corona-Pandemie klein zu halten, ein neuer Sozialismus. Nun denn, jede(r) hat da seine eigene Begriffsdefinition im Kopf. :)
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon PeterK » Mi 9. Jun 2021, 17:49

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Jun 2021, 10:31)
[...] wir stehen mMn. am Anfang eines neuen sozialistischen Menschenexperimentes, an dessen Ende imho wieder Verwüstung, Chaos und Elend stehen werden, so wie das immer mit dem Sozialismus endet.

Diese Tirade liest sich fast wie ein "Manifest". Ich hoffe und gehe davon aus, dass Du nichts Ungutes planst.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 9. Jun 2021, 17:52

PeterK hat geschrieben:(09 Jun 2021, 17:49)

Diese Tirade liest sich fast wie ein "Manifest".

So ein Quatsch :D Aber gut, dass von Links kein Applaus kommen würde hatte ich eingeplant :cool:
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Vongole » Mi 9. Jun 2021, 18:29

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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon PeterK » Mi 9. Jun 2021, 20:14

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Jun 2021, 17:52)
Aber gut, dass von Links kein Applaus kommen würde hatte ich eingeplant :cool:

Dass Du Konservative als "links" bezeichnest, passt zu Deiner sehr seltsam anmutenden Tirade. Ich wünsche Dir bessere Laune und eine zumindest ein wenig positivere Sicht auf die Welt.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Fliege » Mi 9. Jun 2021, 20:21

PeterK hat geschrieben:(09 Jun 2021, 20:14)

Dass Du Konservative als "links" bezeichnest, passt zu Deiner sehr seltsam anmutenden Tirade.

Lässt sich das konkretisieren? Welche Konservative werden als "links" bezeichnet?
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 9. Jun 2021, 20:24

PeterK hat geschrieben:(09 Jun 2021, 20:14)

Dass Du Konservative als "links" bezeichnest, passt zu Deiner sehr seltsam anmutenden Tirade. Ich wünsche Dir bessere Laune und eine zumindest ein wenig positivere Sicht auf die Welt.


Wobei die Linken eigentlich eher konservativ sind. Progressives kommt da ja kaum. Alles verstaubte Rezepte aus der sozialistischen Mottenkiste des letzten Jahrtausends.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon PeterK » Mi 9. Jun 2021, 21:30

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(09 Jun 2021, 20:24)
Wobei die Linken eigentlich eher konservativ sind. Progressives kommt da ja kaum. Alles verstaubte Rezepte aus der sozialistischen Mottenkiste des letzten Jahrtausends.

Ja, das kann man so sehen. Ich verstehe unter "konservativ" etwas Anderes und bezeichnete das, was Du meinst, eher als überholt oder rückständig. Da scheinen sich "rechts" und "links" nicht wirklich zu unterscheiden.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Praia61 » Mi 9. Jun 2021, 21:35

Konservativ bedeutet ausbauend verbessern des Bestehenden .
Die anderen laufen fettbàuchig ekelerregend in der Öffentlichkeit herum, weil es schick ist.
Hart ausgedrückt, klar.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Laertes » Mi 9. Jun 2021, 21:48

Sören74 hat geschrieben:(09 Jun 2021, 15:58)
Ich bin immer wieder fasziniert, was alles als sozialistisch angesehen wird.

Wäre interessant, woran genau der TE da Schlagwort 'Sozialismus' festmacht. Wie misst man denn objektiv, 'wie sehr sozialistisch' eine Gesellschaft ist (oder 'wie sehr rechts')?

Es gibt sicher ein paar Skalen, an denen man das festmachen könnte, z.B.

Gleichheit vs. Freiheit
Gemeinwohl vs. Individualismus
positive Diskriminierung ('Quoten') vs. Leistung/Konkurrenz

Meine These: Dass Gleichheit heute so einen hohen Stellenwert hat (ungleich = ungerecht), ist eher eine Anzeichen für die Infantilisierung der Gesellschaft, als für den Vormarsch des Sozialismus. Ungleichheit zu erkennen ist nämlich einfach und erfordert wenig Bildung oder Intelligenz (Sesamstraße: Eins von diesen Dingen gehört nicht dazu).
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon NicMan » Mi 9. Jun 2021, 21:50

Wir stehen eher am Ende der Geschichte. Die Klagen über linke und rechte Ideen bleiben gleich, wie in einer Dauerschleife. Francis Fukuyama hatte doch recht.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon PeterK » Mi 9. Jun 2021, 21:58

Praia61 hat geschrieben:(09 Jun 2021, 21:35)
Konservativ bedeutet ausbauend verbessern des Bestehenden .
Die anderen laufen fettbàuchig ekelerregend in der Öffentlichkeit herum, weil es schick ist.

Möglicherweise bedeutet es auch, sich nicht in der Form zu äußern wie Du es in Deinem "Beitrag" tust.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 10. Jun 2021, 00:03

PeterK hat geschrieben:(09 Jun 2021, 20:14)

Dass Du Konservative als "links" bezeichnest...

Du willst ernsthaft konservativ sein? :D
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Platon » Do 10. Jun 2021, 04:30

(Themenfremd + ad personam, editiert) Eine weltweite Umgestaltung unseres "Way of Life" hin zu einer sozialistischen Diktatur, in der Demokratie und Menschenrechte, welche 1990 scheinbar gewonnen hatten, nun doch abgeschafft, gecancelt sind. Erinnert mich doch stark an die Thesen von Jordan Peterson und seines "Post-Modern Neo-Marxism". Diesbezüglich gibt es ein sehr gutes Video von ContraPoints:


Am Ende sind es einfach nur linke progressive politische Ideen, welche, wie mir scheint, vor allem im angelsächsischen Raum prominent sind und die nun auch im Rest des Westens ihre Anhänger finden. Sie bilden selbstverständlich keine homogene Gruppe (z.B. Critical Race Theory ist sicherlich keine universell von der Linken akzeptierte Denkrichtung *hust* Identitätspolitik. Diese Vielfalt wird auch von ContraPoints erwähnt.) Manche von ihnen vertreten dazu mitunter ein wenig realitätsfremde Positionen, wie z.B. das Thema Transgender und Sport. Dazu gibt es parallel durch den Aufstieg der sozialen Medien etc. das Phänomenen der Cancel Culture, das ich aber prinzipiell nicht einer politischen Strömung zuordnen sondern eher der technologischen Entwicklung zuschreiben würde.
Zuletzt geändert von Platon am Do 10. Jun 2021, 15:03, insgesamt 3-mal geändert.
Dieser Beitrag ist sehr gut.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon Praia61 » Do 10. Jun 2021, 06:15

PeterK hat geschrieben:(09 Jun 2021, 21:58)

Möglicherweise bedeutet es auch, sich nicht in der Form zu äußern wie Du es in Deinem "Beitrag" tust.

Formen sind unterschiedlich.
Es lebe die Vielfalt der Ausdrucksweisen.
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon PeterK » Do 10. Jun 2021, 20:48

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Jun 2021, 00:03)
Du willst ernsthaft konservativ sein? :D

Vom Wollen hängt das wohl nicht ab. Ich bin es halt.

BTT: Deine seltsame Tirade zur Eröffnung dieses Threads entbehrt IMO jeglicher Grundlage, wenn man sich mal die politischen Entwicklungen um D herum betrachtet (Frankreich, Polen, Ungarn ...) - oder diejenigen um die EU herum (Russland, Türkei, Belarus ...).
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 23:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Jun 2021, 10:31)

In den späten 1960er Jahren schickten sich junge Menschen an, die Gesellschaften auf der Welt grundlegend umzukrempeln. Es kam zu Ausschreitungen und es bildeten sich Terrororganisationen wie die RAF oder die Roten Brigaden, man merkte aber schnell, dass man mit Terror keinen Erfolg haben würde. Man wählte einen anderen Ansatz: der lange Marsch durch die Institutionen.

...

Man darf sich nichts vormachen, der linke "lange Marsch durch die Institutionen" war im Westen extrem erfolgreich, wir stehen mMn. am Anfang eines neuen sozialistischen Menschenexperimentes, an dessen Ende imho wieder Verwüstung, Chaos und Elend stehen werden, so wie das immer mit dem Sozialismus endet.

Alter Schwede ... unter dem drohenden Untergang des Abendllands machst Dus wohl auch nicht.

Erst einmal haben wir in vielen Teilen der Welt, auch in Europa, eine Wiederkehr traditioneller Werte in einem Maße, das sich kaum jemand irgendwie vorstellen konnte. Man muss dazu nicht einmal die extrem traditionalistische Wende in Richtung Familie, Identität, Souveränität in unserem Nachbarland Polen betrachten. Das Konzept "Global Britain" als Nachfolgekonzept zum Brexit ist im Prinzip ein Wiederkehrversuch hin zum 19. Jahrhundert. 150 Jahre zurück. Mal abgesehen davon, dass Russlands Regierung das Zarenreich wiedererrichtete und in der Türkei an einer Renaissance des Osmanischen Reichs gearbeitet wird. Alle Hebel in der Welt sind auf "Zurück" gestellt. Alles geht zurück auf Empire, Tradition, Religion, Identität. Linke Ideen wie Solidarität, Gleichheit etc. scheinen vollkommen in Vergessenheit geraten zu sein!
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Re: Stehen wir am Beginn eines neuen sozalistischen Zeitalters?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 10. Jun 2021, 23:35

Die weltweite Zahl der Christen ... Katholiken wie auch Reformierte, Orthodoxe usw. nimmt beständig zu. Wir leben in einem Zeitalter der weltweiten Renaissance des Christentums. Schon von daher ist die Eingangsthese ... ja, einfach Unsinn. Wir leben in einem Zeitalter der weltweiten Renaissance des Christentums. Mit allen Konsequenzen. Ein berühmter Filmregisseur wie Emir Kusturica, den man noch in den 70er, 80er Jahren als linksintellektuellen Künstler angesehen hätte, bekennt sich öffentlich zum serbisch-orthodoxen Glauben und lässt sich öffentlich taufen. Der KGB-Mitarbeiter Wladimir Putin bekennt sich zum russisch orthodoxen Glauben und verehrt einen monarchistischen Philosophen aus dem 19. Jahrhundert. Der japanische MP besucht regelmäßig einen Heiligenschrein. Der indische MP bekennt sich zu einem nationalistischen Hinduismus. Der türkische Präsident träumt vom politischen Islam und vom osmanischen Reich. Ungarns Regierugnschef fährt zu Reiterfestspielen in irgendeine Turksprachen-Region. In der Umgebung des brasilianischen Regierungschefs breiten sich Anhänger der Flachen-Erde-Theorie aus. Überall. Fast überall stehen die Hebel auf "radikal zurück". Zurück nicht nur einfach ins 20. sondern ins 19. Jahrhundert. Und eigentlich noch weiter zurück. Voraufklärung! Ein radikales welltweites "zurück" ist angesagt! Eine finstere Epoche der Anti-Aufklärung.
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