Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

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Sören74
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Di 12. Jan 2021, 14:28

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(12 Jan 2021, 13:45)

Da kann ich Ihnen (als ohnehin besserem Mathematiker oder Statistiker) leider nur entgegenhalten, dass die derzeitige Erstimpfungsrate und die beginnende zweite Impfdosisverabreichung in Israel bei immerhin 20% der Gesamtbevölkerung offensichtlich bisher keinerlei positive Auswirkungen eines Infektionsrückgans bewirkte. Die Infektionszahlen im Gegeteil sogar auf neue Höchstwerte steigen, trotz unstrittigem Weltmeisterimpftempo.

Wie ich schon sagte, oder Wissenschaftler das im Vorfeld schon erklärten, bevor es irgendeinen zugelassenen Impfstoff gab, die Zeitspanne, bis die Massenimpfungen signifikant zum Rückgang des Infektionsgeschehens beitragen werden, sind weitaus länger und erfordern mehr Geduld, als man sich - verständlicherweise - wünscht oder erhofft.


Ich schreibe es gerne ein zweites Mal, die Immunwirkung bildet sich nach der ersten Impfung erst nach mindestens zwei Wochen aus. Zudem geben die jetzigen Zahlen im Grunde das Infektionsgeschehen von letzter Woche wieder.
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Eschnapur
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Eschnapur » Di 12. Jan 2021, 18:08

relativ hat geschrieben:(12 Jan 2021, 13:37)

Nunja der Pflegeberuf sollte so eine Pflich eigentlich schon beinhalten, wenn nicht auf den Papier sodoch im Kopf derjenigen die sich um andere Menschen sorgen.


Das bedeutet, wir Pflegenden sind auch außerhalb unserer Arbeitszeit immer und überall für das Allgemeinwohl verantwortlich?
Wir dürfen niemals, auch nicht in unserer Freizeit, an uns selbst denken, sondern "die anderen" haben Vorrang und verdienen unsere immerwährende Sorge?
Ernsthaft?

Gibt es das in irgend einem anderen Beruf?

Reicht es nicht, dass wir unsere Arbeitszeit und (die Überstunden mitgerechnet) auch einen erheblichen Teil unserer Freizeit mit der Sorge um die anderen verbringen?

Wird von irgendeinem "Normalbürger" erwartet, dass er nicht so viel Süßes isst, weniger Fleisch konsumiert, nicht raucht, wenig Alkohol trinkt, sich endlich mal bewegt, damit unser Gesundheitssystem nicht ständig überlastet ist mit vermeidbaren Erkrankungen?
Wir Pflegenden müssen das alles hinnehmen, in liebevoller Sorge auf alle anderen bedacht sein, an uns selbst dürfen wir keinesfalls denken.

Es ist kein Wunder, dass so viele diesen Beruf verlassen.
Und wenn die Diskussion über diese vermaledeite Impfpflicht so weiter geht, dann werden es noch viel mehr sein.
Denn es sind ja leider nicht nur die Politiker, die uns zu schaffen machen, die allgemeine Vorstellung im Volk von dem, was wir gefälligst zu leisten haben, die macht im wahrsten Sinne des Wortes "den Bock fett".

Wage es nur ja keiner mehr, sich auf den Balkon zu stellen und heuchlerisch zu klatschen!
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein. ;)
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Fliege » Di 12. Jan 2021, 18:16

Eschnapur hat geschrieben:(12 Jan 2021, 18:08)

Wage es nur ja keiner mehr, sich auf den Balkon zu stellen und heuchlerisch zu klatschen!

Ich klatschte seinerzeit nicht.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Alexyessin » Di 12. Jan 2021, 18:48

Fliege hat geschrieben:(12 Jan 2021, 18:16)

Ich klatschte seinerzeit nicht.


Wundert mich bei dir nicht.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Fliege » Di 12. Jan 2021, 19:20

Alexyessin hat geschrieben:(12 Jan 2021, 18:48)

Wundert mich bei dir nicht.

Bei dir wundert mich auch nichts.
Fake-News-Bügelmaschine: "Glauben Sie nicht den Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen". — Don Alphonso: "2021 wird ein scheußliches Jahr".
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Alexyessin » Di 12. Jan 2021, 19:23

Fliege hat geschrieben:(12 Jan 2021, 19:20)

Bei dir wundert mich auch nichts.


Naja, im Gegensatz zu dir schwafel ich auch nicht von einer "Corona-Hoax" oder ich konkretisiere meine Beiträge. :)
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Di 12. Jan 2021, 19:56

Das ihr beide Euch so gern habt und Eure Zuneigung mit Ad-personam-Spam ausdrückt, wundert mich auch nicht. :)
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Skeptiker » Di 12. Jan 2021, 20:22

KAMPF GEGEN CORONA
Warum Italien fast ganz Europa beim Impfen abhängt

https://www.welt.de/politik/ausland/plu ... aengt.html

Oder in anderen Worten Italien 1 : 0 Deutschland.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Di 12. Jan 2021, 22:02

Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2021, 20:22)

https://www.welt.de/politik/ausland/plu ... aengt.html

Oder in anderen Worten Italien 1 : 0 Deutschland.


Ups, leider hinter einer Paywall.

Prinzipiell zum Thema, mein Eindruck ist, dass Industrieländer, die besonders gelitten haben (wie USA, UK und auch Italien) ausdrücklich stark auf die Karte Impfung setzen. Um mal zu spekulieren, wenn man schon viele Tode zu beklagen hat und die Eindämmung nicht gut und nur mit schwersten Aufwand funktionierte, dann ist man vielleicht nicht mehr kleinlich bei den Impfstoffkosten und versucht auch politisch durch eine beherzte Impfstrategie wieder Vertrauen zurückzugewinnen. Nur eine Vermutung meinerseits.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon franzmannzini » Mi 13. Jan 2021, 02:01

Ein großes Geheimnis:
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 1debf91e53
Im Europaparlament spielen sich seit heute Szenen ab, als gehe es um Staatsgeheimnisse. Die Abgeordneten müssen ihre Handys abgeben, bevor sie den Leseraum betreten. Sie dürfen nur allein kommen, Assistenten sind nicht zugelassen. Ganze 45 Minuten haben sie, um die 60 Seiten des Vertrags zwischen der EU und dem Impfstoffhersteller Curevac zu studieren. Währenddessen sind nur handschriftliche Notizen erlaubt.


Ich hatte ja mal vor einer Weile gefragt, ob es Übersichten über den bestellten Impfstoff für Europa gibt,
aber dieser Artikel zeigt, diese Information ist nicht für jeden zugänglich, nicht einmal für die Entscheider.

Daran ändern auch die nun offengelegten Teile des Curevac-Vertrags wenig, wie Canfin kritisiert. Die Passage, in der die vierteljährlich vereinbarten Liefermengen stehen,
sei geschwärzt. Das Gleiche gelte für zwei von sechs Absätzen, in denen es um die Haftung geht. »So lässt sich nicht beurteilen, wie diese Frage geregelt wurde«, so Canfin.


Worüber entscheiden denn nun die gewählten Politiker ?
Über geschwärzte Verträge ?
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon relativ » Mi 13. Jan 2021, 07:47

Hallo eschnapur,
ich finde es erstaunlich was du da alles in meiner Antwort an sören herausgelesen hast.
Deine sehr suggestiv gestellten Fragen werde ich mal alle Einzeln und mit Gegenfragen beantworten, damit das für dich klarer wird.

Das bedeutet, wir Pflegenden sind auch außerhalb unserer Arbeitszeit immer und überall für das Allgemeinwohl verantwortlich?
Nein , wie kommst du darauf?
Wir dürfen niemals, auch nicht in unserer Freizeit, an uns selbst denken, sondern "die anderen" haben Vorrang und verdienen unsere immerwährende Sorge?
Nein und was hat das jetzt mit einer möglichen Impfpflicht zu tun?
Ernsthaft?
Hat wer behauptet?
Gibt es das in irgend einem anderen Beruf?
Das du fragst ne , gibt es in keinen.

Reicht es nicht, dass wir unsere Arbeitszeit und (die Überstunden mitgerechnet) auch einen erheblichen Teil unserer Freizeit mit der Sorge um die anderen verbringen?
Überstunden und Sorgen machen sich auch andere Arbeitnehmer in Deutschland auch diejenigen die dienen. Aber nochmal was hat dies jetzt mit einer möglichen Impfpflicht zu tun?
Wird von irgendeinem "Normalbürger" erwartet, dass er nicht so viel Süßes isst, weniger Fleisch konsumiert, nicht raucht, wenig Alkohol trinkt, sich endlich mal bewegt, damit unser Gesundheitssystem nicht ständig überlastet ist mit vermeidbaren Erkrankungen?
Wir Pflegenden müssen das alles hinnehmen, in liebevoller Sorge auf alle anderen bedacht sein, an uns selbst dürfen wir keinesfalls denken.

Wahr ist, ihr habt zurzeit einen ziemlich stressigen und Verantwortungsvollen Job zur erledigen. Aber was hat dies jetzt mit einer möglichen Impfpflicht zu tun?

Es ist kein Wunder, dass so viele diesen Beruf verlassen.
Und wenn die Diskussion über diese vermaledeite Impfpflicht so weiter geht, dann werden es noch viel mehr sein.
Denn es sind ja leider nicht nur die Politiker, die uns zu schaffen machen, die allgemeine Vorstellung im Volk von dem, was wir gefälligst zu leisten haben, die macht im wahrsten Sinne des Wortes "den Bock fett".

Der Beruf war auch schon vorher eher einer für Berufende und bei unseren Nachwuchs keine 1. Wahl. Ich bin gegen eine Impfpflicht und für einzelne Berufe sowieso. Aber jedem sollte klar sein, daß wenn er sich nicht impfen lassen will, bestimmte Dinge, gerade in einer Pandemie für denjenigen nicht mehr drin sind. So würde ich das regeln.

Wage es nur ja keiner mehr, sich auf den Balkon zu stellen und heuchlerisch zu klatschen!
Das war nie meins, ausser im Stadion. ;)
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Wähler » Mi 13. Jan 2021, 08:52

SZ 12. Januar 2021 Impfstoffversorgung:Ende gut, alles gut?
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... -1.5172504
"Im Dezember lieferte Biontech bereits 1,34 Millionen Dosen aus, bis Ende März sollen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge 10,1 Millionen Dosen verfügbar sein. Moderna sagte insgesamt 50 Millionen Dosen zu und soll bis Ende März 1,8 Millionen Dosen an die Bundesländer ausgeliefert haben...
Astra Zeneca. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) teilte am Dienstag mit, sie wolle bis Ende Januar ihre Bewertung abschließen. Insgesamt hat die EU-Kommission bei diesem Hersteller 400 Millionen Impfdosen reserviert - für die deutsche Bevölkerung hieße ein positives Urteil der EU-Behörde, dass sie sich auf etwa 56 Millionen Impfdosen einstellen könnte...
Bis jetzt seien mehr als 600 000 Menschen geimpft worden."

Von den 1,34 Millionen von Biontech gelieferten Impfdosen ist die Hälfte verimpft worden.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Stoner » Mi 13. Jan 2021, 08:59

Wähler hat geschrieben:(13 Jan 2021, 08:52)

SZ 12. Januar 2021 Impfstoffversorgung:Ende gut, alles gut?
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... -1.5172504
"Im Dezember lieferte Biontech bereits 1,34 Millionen Dosen aus, bis Ende März sollen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge 10,1 Millionen Dosen verfügbar sein. Moderna sagte insgesamt 50 Millionen Dosen zu und soll bis Ende März 1,8 Millionen Dosen an die Bundesländer ausgeliefert haben...
Astra Zeneca. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) teilte am Dienstag mit, sie wolle bis Ende Januar ihre Bewertung abschließen. Insgesamt hat die EU-Kommission bei diesem Hersteller 400 Millionen Impfdosen reserviert - für die deutsche Bevölkerung hieße ein positives Urteil der EU-Behörde, dass sie sich auf etwa 56 Millionen Impfdosen einstellen könnte...
Bis jetzt seien mehr als 600 000 Menschen geimpft worden."

Von den 1,34 Millionen von Biontech gelieferten Impfdosen ist die Hälfte verimpft worden.


Alles bestens. Wenn wir so weitermachen, sind wir mit Impfen, wie man sich leicht ausrechnen kann, im Jahr 2026 fertig.

In der ZEIT gab es das Desaster noch einmal im Wissensteil zusammengefasst. Das einzige, was fehlt, war die Antwort auf die Frage, welche Farben eigentlich die Reichsimpfflagge hat, die bei manchen Querdenkern hier aus den Fenstern weht. :|
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Jan 2021, 09:29

franzmannzini hat geschrieben:(13 Jan 2021, 02:01)

Ein großes Geheimnis

Es ist ein Scherz, dass die Bürger über so etwas nicht informiert werden dürfen, als ginge es dabei um größte Staatsgeheimnisse. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass viele Menschen der EU skeptisch gegenüber stehen. Demokratie muss transparent sein, meine nicht nur ich: https://www.bpb.de/gesellschaft/digital ... ransparenz
Aber es könnte ja herauskommen, dass die entsprechenden PolitikerInnenX versagt haben und das lukrative Pöstchen verlieren, das darf natürlich nicht sein :dead:
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Stoner » Mi 13. Jan 2021, 10:13

Schaun wir noch einmal in die ZEIT

Hat sich Europa die Impfstoffe zu spät gesichert? Hat die EU zu schlecht verhandelt? Um diese Fragen dreht sich der Streit. Denn wird ein Vertrag frühzeitig unterzeichnet, kann ein Hersteller die notwendigen Rohstoffe zur Produktion einkaufen – und die Impfstoffe schnell zur Verfügung stellen. Man muss sich das so vorstellen: Weiß ein Bäcker, dass er für eine Hochzeit 1000 Brötchen backen muss, sichert er sich vorher Mehl und Hefe. Wenn das viele Bäcker gleichzeitig tun, kriegen diejenigen, die zu spät bestellen, Probleme. Keine Hefe, kein Mehl, keine Brötchen.

Im Fall der Vakzine hat die Knappheit der Rohstoffe Folgen für Europa: Andere werden zuerst beliefert, die EU muss warten. Sie hat die Strategie verfolgt, auf viele Zulieferer zu setzen – und sich bei den Verhandlungen Zeit gelassen. Die Gespräche zwischen BioNTech/Pfizer und der EU seien besonders zäh gelaufen, berichten Insider. Im Frühjahr 2020 hatten die Mitgliedsstaaten die Kommission damit beauftragt, Verträge mit Impfstoffherstellern auszuhandeln. Im Fall des Mainzer Unternehmens dauerte es dann bis in den November, ehe man sich einig wurde und bis zu 300 Millionen Dosen bestellt wurden.

Andere EU-Mitglieder wiederum wollten die Interessen ihrer nationalen Unternehmen schützen. So soll sich Frankreichs Regierung für den heimischen Hersteller Sanofi starkgemacht haben. Bereits im September orderte die EU bis zu 300 Millionen Impfdosen des französischen Pharmaunternehmens. Die Franzosen hätten darauf bestanden, dass beim deutschen Unternehmen nicht mehr bestellt werden dürfe als bei ihrem, berichtet ein Insider. Das Ergebnis ist fatal, BioNTech hatte der EU-Kommission nämlich 500 Millionen Dosen angeboten, was von den Unterhändlern ausgeschlagen wurde. Diese Dosen könnte man nun gut gebrauchen. Jetzt soll laut Medienberichten nachverhandelt werden.

Ähnlich war es beim US-Unternehmen Moderna. Mitte November warnte die Pharmafirma nach monatelangen Verhandlungen die EU: Je länger man mit dem Vertragsabschluss warte, "desto größer die Verzögerung" bei der Auslieferung. Doch erst am 25. November sicherte sich die EU die Vakzinen-Chargen von Moderna. Und auch das nur in begrenzter Menge von 160 Millionen Dosen.

Mit anderen Anbietern liefen die Verhandlungen zwar schneller. Bereits Ende August bestellte die EU bei AstraZeneca vorsorglich 400 Millionen Dosen. Anders als BioNTech setzt der britisch-schwedische Hersteller nämlich nicht auf die noch nirgendwo zugelassene mRNA-Technologie, sondern auf die bekanntere Vektormethode. Doch diese frühe Festlegung erwies sich als ein Fehler – was man zumindest in Deutschland hätte wissen können. Denn BioNTech hat seit Frühsommer vielversprechende Studiendaten an das dem Spahn-Ministerium unterstehende Paul-Ehrlich-Institut übermittelt. Die Botschaft: Unsere Methode funktioniert.

Wer über 80 ist und geimpft werden will, sollte in Schleswig-Holstein wohnen. Seit dem 29. Dezember vergibt das Land bereits Impftermine. Diese sind begehrt; die ersten Senioren sind schon mit einer Grundimmunität geschützt. Die über 80-Jährigen im Bundesland Nordrhein-Westfalen müssen sich noch gedulden – wohl bis Anfang Februar. Erst dann sollen nach Auskunft des NRW-Gesundheitsministeriums die Impfzentren öffnen.

Eine nationale Lösung wäre durchaus möglich: Auf der Internetplattform der Kassenärztlichen Bundesvereinigung können sich theoretisch Patienten aus ganz Deutschland per Telefon oder online fürs Impfen anmelden. Auch das Bundesgesundheitsministerium wirbt mit der einheitlichen Rufnummer 116117 für die Terminvergabe. Doch bis heute nutzen nur vier Länder – Hamburg, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Hessen – die Gelegenheit. Niedersachsen und Rheinland-Pfalz setzen auf eigene Rufnummern. Länder wie Hamburg bieten neben eigenen Online-Vergaben Apps an. Und in Nordrhein-Westfalen existiert bislang weder das eine noch das andere.



Das sind lediglich Ausschnitte aus den ganzen Klöpsen - von der Bestellung über das Chaos der föderalistischen Strukturen. Und da hat man noch gar nicht über den Zusammenhang von Impfen hier und dem ebenso großen Versagen in Sachen Tests gesprochen. Wir kommen in die Billionenbereiche an Schäden und Hilfen durch den Lockdown, aber Hauptsache, der Osten kriegt sein Zeug billig und Frankreich stützt seine Firmen und der Föderalismus feiert fröhliche Urständ.

Man stelle sich vor, wir hätten etwas, was wirklich für alle ziemlich kurzfristig tödlich wirkt.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Jan 2021, 10:36

Stoner hat geschrieben:(13 Jan 2021, 10:13)

Das sind lediglich Ausschnitte aus den ganzen Klöpsen ...

Ist doch nicht schlimm, wir würden es ja sowieso nicht schaffen, mehr Impfstoff zu verimpfen. Da haben die Impfstoffbeschaffer nochmal Glück gehabt. Die, die an und mit Covid10 sterben, nicht, das sind die Kollateralschäden der Organisationsunfähigkeit. Hier setzt sich das Versagen, das man beim Bau des BER schon sehen konnte, nahtlos fort. Dabei galt Deutschland mal als vorbildlich und meisterhaft in Sachen Organisation :dead:
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon relativ » Mi 13. Jan 2021, 12:27

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jan 2021, 10:36)

Ist doch nicht schlimm, wir würden es ja sowieso nicht schaffen, mehr Impfstoff zu verimpfen. Da haben die Impfstoffbeschaffer nochmal Glück gehabt. Die, die an und mit Covid10 sterben, nicht, das sind die Kollateralschäden der Organisationsunfähigkeit. Hier setzt sich das Versagen, das man beim Bau des BER schon sehen konnte, nahtlos fort. Dabei galt Deutschland mal als vorbildlich und meisterhaft in Sachen Organisation :dead:

Wieder so eine Kritik ohne genaueres Wissen wie etwas genau abgelaufen ist und btw., daß Deutschland bei einigen Leuten nicht mehr so als Organisationsweltmeister gilt liegt nicht nur an der Politik, aber für die meisten Länder reicht unser derzeitiges Können noch.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon frems » Mi 13. Jan 2021, 12:32

relativ hat geschrieben:(13 Jan 2021, 12:27)

Wieder so eine Kritik ohne genaueres Wissen wie etwas genau abgelaufen ist und btw., daß Deutschland bei einigen Leuten nicht mehr so als Organisationsweltmeister gilt liegt nicht nur an der Politik, aber für die meisten Länder reicht unser derzeitiges Können noch.

Genau genommen läuft es in den meisten Ländern schlechter als in Deutschland. Das gilt u.a. für alle Nachbarländer mit Ausnahme Dänemarks. Von anderen Nationen innerhalb und außerhalb Europas ganz zu schweigen.

So recht kann ich mit der derzeitigen Aufregung auch nicht viel persönlich anfangen. Vor einem halben Jahr wurde geschimpft, dass man irgendwelche Verträge mit unterschiedlichen Unternehmen abschließt ohne zu wissen, wie gut zu jeweiligen Stoffe wirken und ob sie überhaupt zugelassen werden. Damals hieß es noch, mit Glück kommen die ersten Impfstoffe im Frühling 2021 auf den Markt. Nun ging's schon zaghaft im Dezember los, aber natürlich am Anfang noch nicht mit den großen Mengen. Nun wird gejammert, dass manche Impfzentren kaum ausgelastet sind. Aber was wäre denn lieber? Dass man Impfstoffe vorbehält und erst dann freigibt, wenn sie in großer Menge angesammelt wurden? Und dass dann die Infrastruktur in Form der Impfzentren fehlt?

Naja, wie dem auch sei. Irgendwas ist ja immer.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Stoner » Mi 13. Jan 2021, 12:38

relativ hat geschrieben:(13 Jan 2021, 12:27)

Wieder so eine Kritik ohne genaueres Wissen wie etwas genau abgelaufen ist und btw., daß Deutschland bei einigen Leuten nicht mehr so als Organisationsweltmeister gilt liegt nicht nur an der Politik, aber für die meisten Länder reicht unser derzeitiges Können noch.


Wieder so ein querdenkerisches Schwenken der Reichsimpfflagge. :mad2:

Es steht doch alles in dem Auszug aus der ZEIT drin, Sie müssen doch nur lesen, was dort stand und worauf sich die srakastische Antwort des Kollegen bezog. Am besten also sich kundig machen und dann die Flagge einholen. ;)
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon olli » Mi 13. Jan 2021, 12:43

frems hat geschrieben:(13 Jan 2021, 12:32)
Naja, wie dem auch sei. Irgendwas ist ja immer.


Richtig, hier in Hessen gibt es aktuell z.Bsp. mittlerweile ausreichend Impfstoff um loszulegen und trotzdem kann man nicht impfen, weil die Stellen zum anmelden für einen Termin überlastet sind. Als hätte man das nicht im voraus wissen können das es einen Ansturm geben wird und man das im voraus organisatorisch plant und löst.

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