Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

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Uffhausen
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Uffhausen » Mi 1. Mai 2019, 21:34

DarkLightbringer hat geschrieben:(01 May 2019, 21:30)

Dass es Demokratiefeinde gibt, die sich als "Mitte" tarnen bzw. die Normalgesellschaft zu infiltrieren versuchen, dürfte wohl unbestreitbar sein.
Da braucht man sich nichts vorzumachen.

Bezweifel' ich auch nicht - aber entsprechen diese Menschen dem "durchschnittlichem Mitte-Bürger", von welchen Selina spricht?
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 1. Mai 2019, 21:41

Uffhausen hat geschrieben:(01 May 2019, 21:34)

Bezweifel' ich auch nicht - aber entsprechen diese Menschen dem "durchschnittlichem Mitte-Bürger", von welchen Selina spricht?

Ja, gut, da müsste man dann Selina fragen, was sie damit meint.
;)
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mi 1. Mai 2019, 22:11

Stehe ich hier wieder mal vorm jüngsten Gericht? Oder wie oder was?

Also: Ich kenne viele vernünftige Mitte-Leute, die im Grunde dieselben demokratischen Interessen haben wie ich. Heute zur Mai-Kundgebung hab ich etliche von ihnen getroffen. Und wir verstanden uns wieder auf Anhieb. Da die Mitte aber nichts Homogenes ist, gibt es da auch einige, die von sich selbst zwar sagen, dass sie ebenfalls zur Mitte gehören, die aber dann trotzdem zu solchen merkwürdigen Aufmärschen gehen, entweder am Rande stehen und Beifall klatschen oder sogar mitlaufen. Bei Pegida zum Beispiel laufen viele Leute mit, die auch von sich selbst sagen, sie gehörten zur Mitte. Hört man sie aber ihre rassistischen und fremdenfeindlichen Sprüche brüllen, dann wirkt das wahrlich nicht sehr "mittig". Ja, solche gibts halt auch. Von denen konnte man auch etliche im berühmt-berüchtigten Chemnitzer Sommer sehen. Und um letztere gings gerade, weil ich nach Beispielen gefragt worden bin, wo die eigene Nation überhöht und glorifiziert wird und andere Nationen verbal herabgesetzt werden.

Mit der gewünschten Nennung solcher Beispiele habe ich nicht gesagt, dass es sich um eine Mehrheit der Bevölkerung handelt, die sich so verhält. Wär nett, wenn solche Unterstellungen mal unterbleiben würden. Und was meinen Themen-Einstieg anbelangt: Ja, das ist halt manchmal so mein Eindruck, dass in der Mitte der Gesellschaft oft geschwiegen und geduldet wird. Aber dazu ist so eine Diskussion doch auch da, derartige Eindrücke möglicherweise zu zerstreuen oder zu widerlegen. Hab ich kein Problem damit. Der heutige Tag hat zum Beispiel wieder mal eine sehr rege, weltoffene und streitbare Mitte gezeigt. Sehr gut.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 1. Mai 2019, 22:22

Selina hat geschrieben:(01 May 2019, 22:11)

Stehe ich hier wieder mal vorm jüngsten Gericht? Oder wie oder was?
(...)

Ja, aber ich plädiere für Freispruch - der Appell an die "streitbare Mitte" hat mir sehr gut gefallen.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Misterfritz » Mi 1. Mai 2019, 22:26

Selina hat geschrieben:(01 May 2019, 22:11)

Stehe ich hier wieder mal vorm jüngsten Gericht? Oder wie oder was?

Also: ich kenne viele vernünftige Mitte-Leute, die im Grunde dieselben demokratischen Interessen haben wie ich. Heute zur Maidemo hab ich etliche von ihnen getroffen. Und wir verstanden uns wieder auf Anhieb. Da die Mitte aber nichts Homogenes ist, gibt es da auch einige, die von sich selbst zwar sagen, dass sie zur Mitte gehören, die aber dann trotzdem zu solchen merkwürdigen Aufmärschen gehen, entweder am Rande stehen und Beifall klatschen oder sogar mitlaufen. Bei Pegida zum Beispiel laufen viele Leute mit, die ebenfalls von sich selbst sagen, sie gehörten zur Mitte. Hört man sie aber ihre rassistischen und fremdenfeindlichen Sprüche brüllen, dann wirkt das wahrlich nicht sehr "mittig". Ja, solche gibts halt auch. Von denen konnte man auch etliche im berühmt-berüchtigten Chemnitzer Sommer sehen. Und um letztere gings gerade, weil ich nach Beispielen gefragt worden bin, wo die eigene Nation überhöht und glorifiziert wird und andere Nationen verbal herabgesetzt werden.

Mit der gewünschten Nennung solcher Beispiele habe ich nicht gesagt, dass es sich um eine Mehrheit der Bevölkerung handelt, die sich so verhält. Wär nett, wenn solche Unterstellungen mal unterbleiben würden. Und was meinen Themen-Einstieg anbelangt: Ja, das ist halt manchmal so mein Eindruck, dass in der Mitte der Gesellschaft oft geschwiegen und geduldet wird. Aber dazu ist so eine Diskussion doch auch da, derartige Eindrücke möglicherweise zu zerstreuen oder zu widerlegen. Hab ich kein Problem damit. Der heutige Tag hat zum Beispiel wieder mal eine sehr rege, weltoffene und streitbare Mitte gezeigt. Sehr gut.

Ich würde mal behaupten, die durchschnittliche Mitte hat heute allenfalls eine Fahrradtour oder einen Spaziergang gemacht, bevor sie gegrillt haben. Meist mit Familie, ab und an noch mit Freunden. Die durchschnittliche Mitte wirst Du also kaum auf einer Demo gesehen haben, weder auf einer linken noch auf einer rechten.
Die Leute, die Du getroffen hast, waren zumindest politisch interessiert bis engagiert - das ist die Masse nicht. Und in dieser Masse hängt nun mal auch die politische Mitte rum.
Das ist auch nicht schlimm, man kann nicht erwarten, dass die Menschen sich grossartig für Politik interessieren oder gar dafür demonstrieren, solange sie sich an Recht und Gesetz halten und keine umstürzlerischen Gedanken verfolgen. Und genau da liegt eigentlich etwas, was man nur findet, wenn die Leute sich eher weniger Sorgen machen über die Welt, in der sie leben. Das scheint in Deutschland nicht so schlecht zu sein.
Das heisst nicht, dass man alles gut finden muss oder nichts verbesserungswürdig wäre.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Skeptiker » Mi 1. Mai 2019, 22:27

Selina hat geschrieben:(01 May 2019, 22:11)
Stehe ich hier wieder mal vorm jüngsten Gericht? Oder wie oder was?

Nein, und das wünsche ich Dir auch noch nicht. Aber es wird halt diskutiert.

Also: Ich kenne viele vernünftige Mitte-Leute, die im Grunde dieselben demokratischen Interessen haben wie ich. Heute zur Maidemo hab ich etliche von ihnen getroffen. Und wir verstanden uns wieder auf Anhieb. Da die Mitte aber nichts Homogenes ist, gibt es da auch einige, die von sich selbst zwar sagen, dass sie zur Mitte gehören, die aber dann trotzdem zu solchen merkwürdigen Aufmärschen gehen, entweder am Rande stehen und Beifall klatschen oder sogar mitlaufen. Bei Pegida zum Beispiel laufen viele Leute mit, die ebenfalls von sich selbst sagen, sie gehörten zur Mitte. Hört man sie aber ihre rassistischen und fremdenfeindlichen Sprüche brüllen, dann wirkt das wahrlich nicht sehr "mittig". Ja, solche gibts halt auch. Von denen konnte man auch etliche im berühmt-berüchtigten Chemnitzer Sommer sehen. Und um letztere gings gerade, weil ich nach Beispielen gefragt worden bin, wo die eigene Nation überhöht und glorifiziert wird und andere Nationen verbal herabgesetzt werden.

Ja, es gibt Menschen aus der Mitte, oder solche die sich als Mitte bezeichnen, die das machen. Aber das war nicht Deine Aussage.
Mit der gewünschten Nennung solcher Beispiele habe ich nicht gesagt, dass es sich um eine Mehrheit der Bevölkerung handelt, die sich so verhält. Wär nett, wenn solche Unterstellungen mal unterbleiben würden. Und was meinen Themen-Einstieg anbelangt: Ja, das ist halt manchmal so mein Eindruck, dass in der Mitte der Gesellschaft oft geschwiegen und geduldet wird. Aber dazu ist so eine Diskussion doch auch da, derartige Eindrücke möglicherweise zu zerstreuen oder zu widerlegen. Hab ich kein Problem damit. Der heutige Tag hat zum Beispiel wieder mal eine sehr rege, weltoffene und streitbare Mitte gezeigt. Sehr gut.

Also Selina, das sind keine Unterstellungen. Hier was Du geschrieben hast:
Es geht doch nicht um irgenwelche Zahlen. Es geht darum, dass durchschnittliche Mitte-Bürger keine Probleme haben, mit Rechtsextremisten Schulter an Schulter durch die Straßen zu marschieren. Im Gegenteil: Sie tun das ganz bewusst. Und das im wachsenden Maße. Und nicht nur das eine Mal. Und nicht nur in Chemnitz. Man versteht und akzeptiert sich gegenseitig. Hochproblematisch.

Vielleicht wolltest Du schreiben, dass auch Menschen die aus der Mitte der Gesellschaft kommen, mit Rechtsextremisten Schulter an Schulter gehen. Das hast Du aber nicht geschrieben. Wenn Du schreibst "dass durchschnittliche Mitte-Bürger" etwas machen, dann sprichst Du damit die ganze Gruppe der durchschnittlichen Mitte-Bürger an. Vielleicht hast Du es nicht so gemeint, aber Du hast es so geschrieben. Dann ist es nicht okay, bei der zu erwartenden Resonanz die beleidigte Leberwurst zu spielen und durch Opferrhetorik die anderen zu Tätern zu machen. Nö, die haben Dich lediglich auf Deinen Fehler hingewiesen.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 1. Mai 2019, 22:28

Uffhausen hat geschrieben:(01 May 2019, 21:34)

Bezweifel' ich auch nicht - aber entsprechen diese Menschen dem "durchschnittlichem Mitte-Bürger", von welchen Selina spricht?



Das hat man die letzte Zeit in Dresden oder Chemnitz ja bewundern dürfen,.da lief teilweise die selbsternannte " bürgerliche Mitte" an der Seite von Rechtsextremisten ,EX NPDlern und gewöhnlichen Bio deutschen Kriminellen gegen ausländische Kriminelle und einer vermeintlichen Islamisierung
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mi 1. Mai 2019, 22:28

DarkLightbringer hat geschrieben:(01 May 2019, 22:22)

Ja, aber ich plädiere für Freispruch - der Appell an die "streitbare Mitte" hat mir sehr gut gefallen.
;)


:D :thumbup:

Na dann gibt es ja noch einen Hoffnungsschimmer für mich :D ;)
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 1. Mai 2019, 22:39

Selina hat geschrieben:(01 May 2019, 22:11)

Stehe ich hier wieder mal vorm jüngsten Gericht? Oder wie oder was?

Wer andauernd so einen Quatsch wie du raushaut, der muss eben mit viel Widerspruch leben.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mi 1. Mai 2019, 22:43

Skeptiker hat geschrieben:(01 May 2019, 22:27)

Nein, und das wünsche ich Dir auch noch nicht. Aber es wird halt diskutiert.


Ja, es gibt Menschen aus der Mitte, oder solche die sich als Mitte bezeichnen, die das machen. Aber das war nicht Deine Aussage.

Also Selina, das sind keine Unterstellungen. Hier was Du geschrieben hast:

Vielleicht wolltest Du schreiben, dass auch Menschen die aus der Mitte der Gesellschaft kommen, mit Rechtsextremisten Schulter an Schulter gehen. Das hast Du aber nicht geschrieben. Wenn Du schreibst "dass durchschnittliche Mitte-Bürger" etwas machen, dann sprichst Du damit die ganze Gruppe der durchschnittlichen Mitte-Bürger an. Vielleicht hast Du es nicht so gemeint, aber Du hast es so geschrieben. Dann ist es nicht okay, bei der zu erwartenden Resonanz die beleidigte Leberwurst zu spielen und durch Opferrhetorik die anderen zu Tätern zu machen. Nö, die haben Dich lediglich auf Deinen Fehler hingewiesen.


Nochmal: Ich hab hier in diesem Thread und auch an Dutzenden anderen Stellen im Forum immer wieder erklärt, welche Mitte-Menschen womit genau gemeint sind. Es gibt nun mal keine homogene Mitte. Ich erlebe solche, die von sich selbst sagen, sie gehörten zur Mitte und dann benehmen sie sich trotzdem völlig daneben und entpuppen sich als Fremdenfeinde und Rassisten, was ich nun mal als wenig "mittig" empfinde. Und dann gibts auf der anderen Seite welche, die sind politisch sehr interessiert und die gehen dann - statt auf Radtour - zur Maikundgebung... mit viel Musik und vielen Gesprächen, wo sie sich deutlich von ebenfalls anwesenden Brauntönen distanzieren. Das lässt mich dann wieder hoffen. Und nebenbei mal kurz zu Sprache und Stil: Wenn ich schreibe dass "durchschnittliche Mitte-Bürger" sich so und so verhalten, dann sind das halt "durchschnittliche Mitte-Bürger", ohne Angabe von Zahlen und ohne Angabe von "Gruppenstärken". Andere "durchschnittliche Mitte-Bürger" verhalten sich dann wiederum anders. Man sollte einfach immer auf den Kontext in einem Kommentar achten, dann ist das schon zu verstehen.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Uffhausen » Mi 1. Mai 2019, 23:00

Selina hat geschrieben:(01 May 2019, 22:11)
Stehe ich hier wieder mal vorm jüngsten Gericht? Oder wie oder was?

Entschuldige mal - DU richtest hier doch nicht minder über andere und jetzt beschwerst du dich allen Ernstes, dass man bei dir keine Ausnahme macht? :?

Also: ich kenne viele vernünftige Mitte-Leute, die im Grunde dieselben demokratischen Interessen haben wie ich. Heute zur Maidemo hab ich etliche von ihnen getroffen. Und wir verstanden uns wieder auf Anhieb. Da die Mitte aber nichts Homogenes ist, gibt es da auch einige, die von sich selbst zwar sagen, dass sie zur Mitte gehören, die aber dann trotzdem zu solchen merkwürdigen Aufmärschen gehen, entweder am Rande stehen und Beifall klatschen oder sogar mitlaufen.

Und JETZT?

Dass es überall solche und solche gibt und dass das ganz natürlich ist, solltest du eigentlich wissen.

Das Problem ist, dass du dieser Natürlichkeit mit einem unnatürlichem Schubladendenken entgegen trittst = "durchschnittliche Mitte-Bürger", die sich mehr und mehr den Rechten anschließen. Wie ich dir hier schon mehrmals sagte: Du stellst zwar Fragen an andere, aber die Antworten gibst du dir selbst. Du behauptest zwar, du wärst sogar "zu offen", bist aber tatsächlich immens verschlossen. Ansonsten könntest du nämlich bspw. auf mich und andere Mittige eingehen und die Problemtik bzgl. Rechtsruck AUCH aus anderen Blickwinkeln sehen. Nein, du musst freilich nicht - aber du könntest, wenn du WOLLTEST. Aber du WILLST nicht - sondern bevorzugst lieber Schubladendenken (wie es die Rechten nicht minder tun!).

Ja, es ist unlogisch, wenn Menschen Rechts wählen, aber nicht als Rechte betrachtet werden wollen, geschweige sich selbst als solche verstehen - das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Menschen Rechts wählen können um bspw. der restlichen Politik eine "Botschaft" zu übermitteln. Und diese "Botschaft" gilt es zu verstehen. Gäbe es die AfD nicht, hätten die diese Partei wählenden Menschen vielleicht die Wahl verweigert. Diesen Prozess der stetig abnehmenden Wahlbeteiligung hatten wir aber schon jahrzenhntelang und es hat nichts "bewirkt", die "Botschaft" wurde nicht verstanden oder man wollte sie nicht verstehen. Jetzt machen es die Menschen anders, vielleicht aus gegebenen Anlass heraus (Flüchtlingskrise) und wählen bewusst falsch, aber eben auch, um eine "Botschaft" zu vermitteln. Aber auch hier weigert sich die restliche Politik, eine "Botschaft" zu erkennen oder wenn schon, "mehr" darin zu sehen, als bloßen Rassismus oder Nationalismus. Warum soll man es sich schwer machen, wenn's auch einfacher geht? Schublade auf, rein mit dem Unschönen und Unbequemen und Schublade wieder zu. Fertig. Macht nur so weiter, die Rechnung folgt!

Mit der gewünschten Nennung solcher Beispiele habe ich nicht gesagt, dass es sich um eine Mehrheit der Bevölkerung handelt, die sich so verhält. Wär nett, wenn solche Unterstellungen mal unterbleiben würden.

Was ist für dich ein "durchschnittlicher Mitte-Bürger"? Repräsentiert er eine gesamtgesellschaftliche Minderheit oder eine Mehrheit derselben? Und je nach dem - weißt du das GENAU oder UNTERSTELLST du nur, dass er mehr und mehr den Schulterschluß zu den Rechten sucht?

Und was meinen Themen-Einstieg anbelangt: Ja, das ist halt manchmal so mein Eindruck, dass in der Mitte der Gesellschaft oft geschwiegen und geduldet wird. Aber dazu ist so eine Diskussion doch auch da, derartige Eindrücke möglicherweise zu zerstreuen oder zu widerlegen.

Du lässt aber keine andere Sichtweise als deine persönliche zu. Ich habe dir ja schon so einiges zu "zersteuen" und zu "widerlegen" versucht. Du bist aber nie wirklich drauf eingegangen, obgleich es in der großen Regel linkstypische Themen betroffen hat. Dein Steckenpferd mag vielleicht die ewige Belehrung über die NS-Zeit sein. Aber mit diesem einzigen Blickpunkt kommst du bei dem dem hiesigen Thema, dass sich eben in einer nicht zu unterschätzenden Vielfalt äußert, nicht weiter.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon JJazzGold » Mi 1. Mai 2019, 23:06

DarkLightbringer hat geschrieben:(01 May 2019, 22:22)

Ja, aber ich plädiere für Freispruch - der Appell an die "streitbare Mitte" hat mir sehr gut gefallen.
;)


Solange nicht von der streitbaren Mitte verlangt wird, sie müsse sich im Zuge der verlangten Streitbarkeit mit Bewegungen wie der Streitfall Die Neo-Linke “Aufstehen“ solidarisieren. Das ruft in der Regel eher streitbaren Widerstand hervor.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 1. Mai 2019, 23:15

JJazzGold hat geschrieben:(01 May 2019, 23:06)

Solange nicht von der streitbaren Mitte verlangt wird, sie müsse sich im Zuge der verlangten Streitbarkeit mit Bewegungen wie der Streitfall Die Neo-Linke “Aufstehen“ solidarisieren. Das ruft in der Regel eher streitbaren Widerstand hervor.

Nun, der Untergang der Wagenknecht-Ikonographie ist ein Betriebsunfall der Linken, die Gelbweste wurde zur Schwimmweste.
Den Streithammer der Mitte berührt das nicht sonderlich.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mi 1. Mai 2019, 23:18

Uffhausen hat geschrieben:(01 May 2019, 23:00)

Entschuldige mal - DU richtest hier doch nicht minder über andere und jetzt beschwerst du dich allen Ernstes, dass man bei dir keine Ausnahme macht? :?


Die Bemerkung mit dem "jüngsten Gericht" war natürlich Spaß. Denn im Grunde störts mich nicht. Das Ganze hat ja auch ne Ventil-Funktion für die, die sich so an mir abarbeiten müssen. Kann also nicht schaden :D


Uffhausen hat geschrieben:(01 May 2019, 23:00)

Und JETZT?

Dass es überall solche und solche gibt und dass das ganz natürlich ist, solltest du eigentlich wissen.

Das Problem ist, dass du dieser Natürlichkeit mit einem unnatürlichem Schubladendenken entgegen trittst = "durchschnittliche Mitte-Bürger", die sich mehr und mehr den Rechten anschließen. Wie ich dir hier schon mehrmals sagte: Du stellst zwar Fragen an andere, aber die Antworten gibst du dir selbst. Du behauptest zwar, du wärst sogar "zu offen", bist aber tatsächlich immens verschlossen. Ansonsten könntest du nämlich bspw. auf mich und andere Mittige eingehen und die Problemtik bzgl. Rechtsruck AUCH aus anderen Blickwinkeln sehen. Nein, du musst freilich nicht - aber du könntest, wenn du WOLLTEST. Aber du WILLST nicht - sondern bevorzugst lieber Schubladendenken (wie es die Rechten nicht minder tun!)


Nein, ich bevorzuge selbstverständlich kein Schubladen-Denken. Bei mir gibts nur Grenzen. Und die heißen ganz klar Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Da kann sich jemand gerne "Mitte" nennen, dort sehe ich dann wirklich keinen Gesprächsbedarf. Alles andere kann immer und jederzeit diskutiert werden. Und wenn ich nicht zu jeder Äußerung von dir etwas sage, bedeutet das nicht, dass ich es nicht genau lesen würde.

Uffhausen hat geschrieben:(01 May 2019, 23:00)
Ja, es ist unlogisch, wenn Menschen Rechts wählen, aber nicht als Rechte betrachtet werden wollen, geschweige sich selbst als solche verstehen - das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Menschen Rechts wählen können um bspw. der restlichen Politik eine "Botschaft" zu übermitteln. Und diese "Botschaft" gilt es zu verstehen. Gäbe es die AfD nicht, hätten die diese Partei wählenden Menschen vielleicht die Wahl verweigert. Diesen Prozess der stetig abnehmenden Wahlbeteiligung hatten wir aber schon jahrzenhntelang und es hat nichts "bewirkt", die "Botschaft" wurde nicht verstanden oder man wollte sie nicht verstehen. Jetzt machen es die Menschen anders, vielleicht aus gegebenen Anlass heraus (Flüchtlingskrise) und wählen bewusst falsch, aber eben auch, um eine "Botschaft" zu vermitteln. Aber auch hier weigert sich die restliche Politik, eine "Botschaft" zu erkennen oder wenn schon, "mehr" darin zu sehen, als bloßen Rassismus oder Nationalismus. Warum soll man es sich schwer machen, wenn's auch einfacher geht? Schublade auf, rein mit dem Unschönen und Unbequemen und Schublade wieder zu. Fertig. Macht nur so weiter, die Rechnung folgt!


Also ich sehe ziemlich viele Politiker, die sich mit diesen "Botschaften" befassen. Aber auch bei ihnen gibt es Grenzen. Dort, wo menschenfeindlich diskutiert wird, hat es keinen Sinn, sich näher einzulassen. Und dort, wo auf Augenhöhe und respektvoll ohne Verunglimpfung miteinander geredet wird, dann wird das doch getan. Es gibt mittlerweile massenhaft Bürgergespräche, wo Politiker anwesend sind und Farbe bekennen.

Uffhausen hat geschrieben:
Und je nach dem - weißt du das GENAU oder UNTERSTELLST du nur, dass er mehr und mehr den Schulterschluß zu den Rechten sucht?


Ich weiß es genau. Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, sieht und hört es selbst tagtäglich. Aber wie gesagt: Es ist wahrlich nicht die gesamte Mitte, die das tut, sondern "nur" einige ihrer Vertreter. Und bei denen ist es schon bedenklich.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Uffhausen » Mi 1. Mai 2019, 23:25

JJazzGold hat geschrieben:(01 May 2019, 23:06)
Solange nicht von der streitbaren Mitte verlangt wird, sie müsse sich im Zuge der verlangten Streitbarkeit mit Bewegungen wie der Streitfall Die Neo-Linke “Aufstehen“ solidarisieren. Das ruft in der Regel eher streitbaren Widerstand hervor.


Das linke Wehrverhalten gegen rechts ist definitiv nicht uneigennützig zu verstehen. Würde es nur darum gehen, einfach nur nicht rechts zu wählen, wäre das insgesamte Theater ja vergleichsweise harmlos. Aber es geht tatsächlich vielmehr darum, nicht nur nicht rechts zu wählen, sondern stattdessen links. Klarer Fall von Entweder/Oder. Das Ekelhafte daran ist, dass die Rechten mit derselben Taktik auf Stimmenfang gehen. Das ist es, was bzgl. Links bei mir Widerstand auslöst. Eben die unbestreitbaren Parallelen zu Rechts.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mi 1. Mai 2019, 23:30

Uffhausen hat geschrieben:(01 May 2019, 23:25)

Das linke Wehrverhalten gegen rechts ist definitiv nicht uneigennützig zu verstehen. Würde es nur darum gehen, einfach nur nicht rechts zu wählen, wäre das insgesamte Theater ja vergleichsweise harmlos. Aber es geht tatsächlich vielmehr darum, nicht nur nicht rechts zu wählen, sondern stattdessen links. Klarer Fall von Entweder/Oder. Das Ekelhafte daran ist, dass die Rechten mit derselben Taktik auf Stimmenfang gehen. Das ist es, was bzgl. Links bei mir Widerstand auslöst. Eben die unbestreitbaren Parallelen zu Rechts.


Dich zwingt doch aber keiner, Rechts oder Links zu wählen. Es gibt doch noch die klassischen Mitte-Parteien. Da kannst du doch jederzeit dein Kreuzchen setzen.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon BingoBurner » Mi 1. Mai 2019, 23:41

Selina hat geschrieben:(03 Apr 2019, 14:38)


Warum ist das so? Warum ist die Mitte immer schwankend? Hängt das mit den vorwiegend kleinbürgerlichen Wurzeln zusammen? Hat man Angst um das bisschen erworbenen Wohlstand, der einen noch ein wenig abhebt von denen ganz unten? Fragen über Fragen. Eure Meinung würde mich interessieren.


Du sprichst schon ganz viel an...............

My two cents......

1. Demokrafischer Faktor......AFD-Wähler sind meist über 40, die Leute die sie wählen deutlich drüber.
Die wollen den Status Quo....das der nicht mehr zu halten ist kapieren die nicht.

2. Die Öko-Freaks..............Jünger, doch die sind wenige....

4. Evolution.......... Wenn wir zu doof sind trotz Reichtum weniger Kinder in die Welt zu setzen......naja...

Das wäre meine Bestandsanalyse ...........Lösungen........?

Es gibt eine Menge......leider keine Mehrheit....und auch das ist Demokratie....
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

Sleep On The Floor https://www.youtube.com/watch?v=v4pi1LxuDHc
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Skeptiker » Mi 1. Mai 2019, 23:46

Selina hat geschrieben:(01 May 2019, 22:43)
[…]
Und nebenbei mal kurz zu Sprache und Stil: Wenn ich schreibe dass "durchschnittliche Mitte-Bürger" sich so und so verhalten, dann sind das halt "durchschnittliche Mitte-Bürger", ohne Angabe von Zahlen und ohne Angabe von "Gruppenstärken". Andere "durchschnittliche Mitte-Bürger" verhalten sich dann wiederum anders. Man sollte einfach immer auf den Kontext in einem Kommentar achten, dann ist das schon zu verstehen.

:rolleyes: [Ironie]Okay, durchschnittliche Linke bringen ja auch ihre Eltern um, und durchschnittliche Linke fahren bei Rot über die Ampel. Durchschnittliche Linke möchten auch im neunten Monat noch straffrei Abtreiben können und durchschnittliche Linke betrügen was das Zeug hält[/Ironie]. Der Ansicht bist Du doch sicher auch, oder? :|

Nö, ich habe ja nicht gesagt WIEVIELE es tun, also machen es hat "durchschnittliche Linke". Es braucht also nur irgendwann irgendwo so gewesen sein … so jedenfalls DEINE Logik. Also komme jetzt blos nicht mit dem Vorwurf ich würde durchschnittliche Linke ganz generell diffamieren wollen, nö, ich meine natürlich nur, dass alles das oben irgendwann schon einmal von einem durchschnittlichen Linken begangen wurde. Wer würde das bestreiten wollen?

Sorry, und Du wunderst Dich über die Reaktionen? Nein Selina, Du hast Dich da falsch ausgedrückt! Ich hatte Dir schon angedeutet wie man es richtig ausdrücken kann, also muss ich Dir eben zeigen was Deine Aussage bedeutet. Du wirst es mir nicht übel nehmen, weil Du ja weißt dass (nach deiner Logik) durchschnittliche Linke noch ganz andere Dinge getan haben und tun werden.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Do 2. Mai 2019, 00:30

Skeptiker hat geschrieben:(01 May 2019, 23:46)

:rolleyes: [Ironie]Okay, durchschnittliche Linke bringen ja auch ihre Eltern um, und durchschnittliche Linke fahren bei Rot über die Ampel. Durchschnittliche Linke möchten auch im neunten Monat noch straffrei Abtreiben können und durchschnittliche Linke betrügen was das Zeug hält[/Ironie]. Der Ansicht bist Du doch sicher auch, oder? :|

Nö, ich habe ja nicht gesagt WIEVIELE es tun, also machen es hat "durchschnittliche Linke". Es braucht also nur irgendwann irgendwo so gewesen sein … so jedenfalls DEINE Logik. Also komme jetzt blos nicht mit dem Vorwurf ich würde durchschnittliche Linke ganz generell diffamieren wollen, nö, ich meine natürlich nur, dass alles das oben irgendwann schon einmal von einem durchschnittlichen Linken begangen wurde. Wer würde das bestreiten wollen?

Sorry, und Du wunderst Dich über die Reaktionen? Nein Selina, Du hast Dich da falsch ausgedrückt! Ich hatte Dir schon angedeutet wie man es richtig ausdrücken kann, also muss ich Dir eben zeigen was Deine Aussage bedeutet. Du wirst es mir nicht übel nehmen, weil Du ja weißt dass (nach deiner Logik) durchschnittliche Linke noch ganz andere Dinge getan haben und tun werden.


"Durchschnittliche Linke" marschierten schon mal nicht Schulter an Schulter mit Höcke, Bachmann, Pro Chemnitz und rechtsextremen Hooligans durch Chemnitz. Und das werden sie auch künftig nicht tun. Und die "durchschnittlichen Mitte-Leute", die ich bei der Mai-Feier traf, waren keine AfD-Freunde. Ganz bestimmt nicht. Im Gegenteil: Denen ist es ziemlich peinlich, wie sich einige "besorgte Bürger", die sich selbst dummerweise auch "Mitte" nennen, benehmen... im Schulterschluss mit Herrn Höcke. Es gibt halt sone und sone unter den Durchschnittlich-Mittigen :D
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Uffhausen
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Uffhausen » Do 2. Mai 2019, 00:35

Selina hat geschrieben:(01 May 2019, 23:18)
Nein, ich bevorzuge selbstverständlich kein Schubladen-Denken.

Was soll dann bitte deine Durchschnitts-Defintion - DAS IST SCHUBLADENDENKEN!

Bei mir gibts nur Grenzen.

Grenzen gibt's bei mir auch. Aber halt nicht nur.

Ich habe so einige Leute in meinem Umfeld, mit denen ich z. B. nicht über Politik diskutieren kann, aber deswegen habe ich diese Menschen noch nicht aufgegeben oder erkläre sich leichtfertig zu meinen Gegnern oder Feinden. Bspw. eine politische Meinung ist ja schließlich nicht alles, was einen Menschen ausmacht. Dich sehe ich trotz unserer Meinungs-Differenzen hier auch nicht als Gegnerin oder Feindin; also zähle mich bitte nicht zu den Usern, denen du unterstellst, sie würden sich nur an dir "abarbeiten" wollen.

Also ich sehe ziemlich viele Politiker, die sich mit diesen "Botschaften" befassen. Aber auch bei ihnen gibt es Grenzen. Dort, wo menschenfeindlich diskutiert wird, hat es keinen Sinn, sich näher einzulassen.

Klar. Aber was ist bspw. "menschenfeindlich"?

"Menschenfeindlich" sind in meinen Augen alle, die andere Menschen aus nichtigen Gründen ablehnen. Das betrifft für mich Leute, die bspw. alle Flüchtlinge gemeinhin als Sozialschmarotzer abstempeln, genauso wie Leute, die alle AfD-Wähler gemeinhin als Nazis verunglimpfen.

"Menschenfeindlich" ist im Grunde nichts anderes, als die Kommode, zu der u. a. die "rechtsbraune Nazi"- und die "linksgrüne Traumtänzer"-Schubladen gehören.

Ich weiß es genau. Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, sieht und hört es selbst tagtäglich.

Ich gehe auch mit offenen Augen durchs Leben und höre genau hin - aber noch dazu unterhalte ich auch mit den Leuten in erster Linie ohne Vorbehalte = und komme höchstwahrscheinlich deshalb zu einem völlig anderem Ergebnis, wie du. Aber niemals würde ich diesbezüglich von mir behaupten "Ich weiß es genau". Über dafür benötigte Arroganz, Selbstüberschätzung und Eigenlob verfüge ich nicht.
"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner

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