Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

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H2O
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon H2O » Do 26. Jul 2018, 11:14

Welfenprinz hat geschrieben:(26 Jul 2018, 10:48)

Ich weiss nicht,ob das blöd ist.
Schoko hat an anderer Stelle so schön geschrieben “die Leitkultur ist der Rechtsstaat“
Dem kann ich 100% zustimmen . Alles darüber hinaus gehende ist im Prinzip wie du schreibst persönliche Entwicklung ,Privatsache.
Ob in meinem Perso Deutsch,Europa oder Hannover steht,ist wumpe.
Meine Wurzeln wären immer dieselben.....aber eben auch immer andere als Özils. Was aber kein Hindernis zum gemeinsamen Perso darstellt.


Kann ich so mitempfinden. In meiner persönlich gewählten Lage, lange Zeiten in Pommern, erwische ich mich doch dabei, daß ich mich neben der wissenschaftlichen Anerkennung dann doch über einen deutschen Gewinner des Nobelpreises mehr freue als über einen polnischen, aber über einen polnischen Gewinner immer noch mehr freue als über einen mexikanischen. Da sind wohl doch Kräfte am Werk, die man nicht leugnen kann. Ein polnischer Personalausweis würde das kaum ändern... na vielleicht doch, wenn ich polnische Kinder hätte. :)

Noch eine Anmerkung: Die Loyalität. Wenn man weiß, daß die Bundesregierung und die meisten politischen Parteien Deutschlands und der Türkei mit einem Staatsmann überkreuz liegen, dann ist das nicht besonders geschickt, mit diesem Staatsmann zu posieren, weil er der Chef der vor zwei Generationen verlassenen alten Heimat ist. Aber vielleicht spielt der junge Mann nur Fußball, und er bekommt gar nicht mit, was sich politisch abspielt.... was ich aber überhaupt nicht glaube! Ich vermute, daß ihm im Unterbewußtsein der Mitbürger dieser Bruch einer erwarteten Loyalität so viele Pfiffe eingetragen hat.
Zuletzt geändert von H2O am Do 26. Jul 2018, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
Merkel_Unser
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Merkel_Unser » Do 26. Jul 2018, 11:22

Tomaner hat geschrieben:(26 Jul 2018, 11:04)

Ich war schon mehrmals auf türkischen Hochzeiten eingeladen und da wurde alles zweisprachig erklärt. Man muß auch sagen, im Prinzip ist man an türkischer Kultur und deren Musik auf solchen Veranstaltungen gewöhnt. Nun, bei unseren Verein mieten seit einiger Zeit auch, inzwischen darunter meist AfD Wähler, Deutsch-Russen Halle an. Da treten auch russische Schlagerbands auf und wie soll ich es sagen, für mich ein Kulturschock. Jedenfalls aus meiner Erfahrung ist mir eine russische Veranstaltung wesentlich kulturfremder, als türkische. Vor allem sind da die Russen nur unter sich und es wird auch nur russisch gesprochen. Was brüchiges Deutsch angeht, ist es bei Russen nicht anders wie bei Türken. Da hat man Russen und Türken, da hört man keinen Unterschied zu den Deutschen heraus und hat eben auch welche, die versteht man kaum.

Da auch eine AfD weiß, sie erhalten viele Stimmen von Deutschrussen, frage ich mich schon, legt man da gleiche Maßstäbe an? Wie würde eine AfD reagieren, wenn ein deutsche Fußballer russischer Abstammung und sogar bekennender AfD Wähler, bei einer Veranstaltung sich mit Putin fotografieren lassen würde?


Ob jetzt die türkische oder russische Kultur fremder ist kann ich unmöglich einschätzen. Anhand von Hochzeiten in Deutschland würde ich das jedoch nicht festmachen, da es dort dann immer drauf ankommt wie integriert die jeweilige Familie ist. Aber der Unwille zur Integration ist definitiv bei beiden Gruppen vorhanden.

Dass die AfD in deinem Beispiel mit Putin einen anderen Maßstab anlegen würde ist völlig klar. Die AfD eint die pauschale Ablehnung von Muslimen, mit Russland/Putin sympathisieren hingegen viele. Interessant wäre für mich auch die Frage was passiert wäre, hätte sich ein Hummels oder Müller mit Gauland ablichten lassen. Könnte mir gut vorstellen, dass derjenige dann aus dem DFB-Team geflogen wäre. Doppelstandards werden überall angelegt, je nach Ideologie eben.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 26. Jul 2018, 11:25

think twice hat geschrieben:(26 Jul 2018, 09:34)

Man beachte die Prozentzahlen. Auf die Schnelle.

Gefragt nach ihrer Heimat, geben 46 Prozent an, sie empfänden starke Heimatgefühle für Deutschland. Mit der Türkei verbinden hingegen 83 Prozent starke Heimatgefühle - ein hoher Wert über alle Generationen hinweg, selbst unter den hier Geborenen.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Orbiter1 » Do 26. Jul 2018, 11:33

Merkel_Unser hat geschrieben:(26 Jul 2018, 11:22)

Interessant wäre für mich auch die Frage was passiert wäre, hätte sich ein Hummels oder Müller mit Gauland ablichten lassen. Könnte mir gut vorstellen, dass derjenige dann aus dem DFB-Team geflogen wäre. Doppelstandards werden überall angelegt, je nach Ideologie eben.
Lothar Matthäus, der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, hatte vor ein paar Wochen mit FIFA-Leuten einen Termin bei Putin (der ist genauso autokratisch und hat mindestens genauso viel Blut an den Händen wie Erdogan).

"Matthäus schilderte Putin seine besondere Beziehung zu Russland. "Ich bin halber Russe", sagte er und berichtete, seine Frau stamme "aus dem Norden, aber sie ist in Moskau aufgewachsen". Matthäus ist seit 2014 mit Anastasia Klimko verheiratet, sie kommt aus einer Kleinstadt in Nordsibirien. "Ich fühle mich hier zu Hause", sagte Matthäus über Moskau, "nicht nur wegen meiner Frau. Ich komme immer mit einem Lächeln hierher."

Mit dem Termin des halben Russen Matthäus bei Putin hatte kaum jemand ein Problem. Der DFB schon gar nicht. Ob es einem passt oder nicht, da wird mit zweierlei Maß gemessen. MIt Russland liegt Deutschland wegen der Krim sogar überkreuz, es gibt nach wie vor Sanktionen.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Senexx » Do 26. Jul 2018, 11:39

Matthäus hat keine Funktion beim DFB.

Die Ehrenspielführereigenschaft sollte man ihm aber aberkennen.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon think twice » Do 26. Jul 2018, 11:41

Ein Gradmesser für erfolgreiche Integration ist wahrscheinlich, wenn die AfD mit tuerkischsprachigen Plakaten wirbt und türkischstaemmige Wahlkaempfer fuer die Afd unbehelligt durch Neukoelln ziehen.:)
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 26. Jul 2018, 11:41

Matthaeus hat ausserdem keine Legitmitation.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Orbiter1 » Do 26. Jul 2018, 11:45

Senexx hat geschrieben:(26 Jul 2018, 11:39)

Matthäus hat keine Funktion beim DFB.
Na immerhin wurde er vom DFB zum Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft ernannt. Da kann man schon die Frage stellen wieso man nach so einem Termin beim Autokraten Putin Ehrenspielführer bleibt.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Ammianus » Do 26. Jul 2018, 11:46

Zweierlei Maß, weil zweierlei Hintergründe. Das eine ist internationale Politik, bei der eben ein freundliches Gesicht gemacht wird und positive Sachen wie die Herkunft der Ehefrau genutzt werden. Stell dir eine weitere Entspannung mit Nordkorea vor. Und du als deutscher Kanzler müsstest nach Pjönjang (bin jetzt zu faul nach der korrekten Schreibweise zu schauen) und dort musst du lächeln, dem Arsch, dem du am liebsten zwischen die Augen schießen würdest die Hand geben und bei einer Pressekonferenz befragt, sogar über einen Scherz des dicken Psychopaten lachen.

Das mit den Balltretern und Erdogan war blankes Anschleimen.

Kann man nicht vergleichen.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Europa2050 » Do 26. Jul 2018, 11:51

Orbiter1 hat geschrieben:(26 Jul 2018, 11:45)

Na immerhin wurde er vom DFB zum Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft ernannt. Da kann man schon die Frage stellen wieso man nach so einem Termin beim Autokraten Putin Ehrenspielführer bleibt.


Weil Fußballer im Allgemeinen (Ausnahmen bestätigen die Regel) nicht mit Intelligenz gesegnet sind und der DFB ihre Zentrale ist.

Und so würde ich auch die Özil-Geschichte sehen - nicht als Türkenproblem, sondern als Frage persönlicher Inzelligenz und politischer Moral.
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Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon think twice » Do 26. Jul 2018, 11:53

Europa2050 hat geschrieben:(26 Jul 2018, 11:51)

Weil Fußballer im Allgemeinen (Ausnahmen bestätigen die Regel) nicht mit Intelligenz gesegnet sind und der DFB ihre Zentrale ist.


So einen Schwachsinn haette ich dir jetzt nicht zugetraut. Ich bin enttäuscht.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Tomaner » Do 26. Jul 2018, 11:56

Merkel_Unser hat geschrieben:(26 Jul 2018, 11:22)

Ob jetzt die türkische oder russische Kultur fremder ist kann ich unmöglich einschätzen. Anhand von Hochzeiten in Deutschland würde ich das jedoch nicht festmachen, da es dort dann immer drauf ankommt wie integriert die jeweilige Familie ist. Aber der Unwille zur Integration ist definitiv bei beiden Gruppen vorhanden.

Dass die AfD in deinem Beispiel mit Putin einen anderen Maßstab anlegen würde ist völlig klar. Die AfD eint die pauschale Ablehnung von Muslimen, mit Russland/Putin sympathisieren hingegen viele. Interessant wäre für mich auch die Frage was passiert wäre, hätte sich ein Hummels oder Müller mit Gauland ablichten lassen. Könnte mir gut vorstellen, dass derjenige dann aus dem DFB-Team geflogen wäre. Doppelstandards werden überall angelegt, je nach Ideologie eben.


Also ich war mal auf einer Silvesterveranstaltung eines Lokals, wo ungefähr 100 Leute anwesend waren. Zu dieser Veranstaltung war auch eine Gruppe von ca. 30 Siebenbürger anwesend. Dies boten den Wirt an Anlage mitzunehemen und Musik zu machen. Was dann kam war für die normalen Deutschen unmöglich. Es wurde fast 2 Stunden Musik gespielt, da wären alte deutsche Schlager noch der Renner gewesen. Jedenfalls ich arbeite seit 40 Jahren in Kulturarbeit und auf Konzerten, mir war da kein einziges Stück bekannt. Nach spätestens 2 Stunden versammelten sich die Nichtsiebenbürger und drohten die Veranstaltung zu verlassen, wenn nicht endlich einigermaßen normale Musik gespielt wird. Diese Siebenbürger wohnen auch seit Generationen in Deutschland.

Was ich meine ist, bestimmte Volksgruppen die ausgewandert sind, bleiben auf dem Zeitpunkt stehen, wo sie ihr Land verlassen haben oder verlassen mußten. So findet man in Südstaaten der USA noch deutsche Ortschaften, die kulturell auf der Ebene Kaiserzeit stehen und sogar noch bei uns ausgestorbene Dialekte sprechen. Man hat also die Entwicklung in dem Land, dass man verlassen hat, 30, 40 oder 50 Jahre "verschlafen". Um es mal lustig zu machen, hatten wir in den 50er oder 60er Jahren, eine Aral-Werbung, mit einem Auto das mit Aralbenzin betankt wurde, und einen Männchen (Zeichentrick) das einen tiefen zug am Auspuff nahm, genüsslich voll das Abgas einzog und dann zufrieden und begeistert sagte: "Ah, Aral getankt" Hätten wir also Leute die 50 Jahre verschlafen haben, heute so einen Werbespot machen würden, würde um es mal Milde auszudrücken, dies auch etwas befremdlich wirken.

Deshalb ist Kultur auch nicht etwas was stehen bleibt, sondern einen ständigen Wandel ausgesetzt. Meine Eltern hörten Heino und Oberkrainer, ich Pink Floyd und Genesis.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Bleibtreu » Do 26. Jul 2018, 12:10

Am fruehen Morgen wurde hier wieder ein schoener Unsinn verzapft. Selbstverstaendlich haben auch Tuerken/Tuerkischstaemmige Vorurteile gegen Deutsche/NichtTuerken - das Gegenteil zu postulieren ist laecherlich. :D
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Lamasshu » Do 26. Jul 2018, 12:23

Marmelada hat geschrieben:(26 Jul 2018, 02:31)

Das ist selbst für hiesige Verhältnisse absurd. Willst du Neurechte lächerlich machen?


Es geht um eine sachliche Differenzierung. Die Argumentation der Userin Think Twice war es, dass es keine Parallelgesellschaften gibt und alle Türken gemeinsam mit deutschen Kindern aufwachsen - das stimmt eben nicht pauschal. Natürlich wachsen türkische Kinder gemeinsam mit deutschen auf, aber sie wachsen eben in bspw. Neukölln oder Bremen in völlig abgeschottetten Parallelgesellschaften auf und können kein Wort deutsch, wenn sie in die Schule kommen. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Marmelada » Do 26. Jul 2018, 12:29

Ammianus hat geschrieben:(26 Jul 2018, 11:46)

Zweierlei Maß, weil zweierlei Hintergründe. Das eine ist internationale Politik, bei der eben ein freundliches Gesicht gemacht wird und positive Sachen wie die Herkunft der Ehefrau genutzt werden. Stell dir eine weitere Entspannung mit Nordkorea vor. Und du als deutscher Kanzler müsstest nach Pjönjang (bin jetzt zu faul nach der korrekten Schreibweise zu schauen) und dort musst du lächeln, dem Arsch, dem du am liebsten zwischen die Augen schießen würdest die Hand geben und bei einer Pressekonferenz befragt, sogar über einen Scherz des dicken Psychopaten lachen.

Das mit den Balltretern und Erdogan war blankes Anschleimen.

Kann man nicht vergleichen.
Matthäus ist kein Politiker.

Bleibtreu hat geschrieben:Am fruehen Morgen wurde hier wieder ein schoener Unsinn verzapft. Selbstverstaendlich haben auch Tuerken/Tuerkischstaemmige Vorurteile gegen Deutsche/NichtTuerken - das Gegenteil zu postulieren ist laecherlich. :D
Was Türken und Türkischstämmige alles falsch machen, wird ja in diesem und vielen anderen Strängen lang und breit durchgekaut. Reale Probleme durch Ausgrenzung wie bei der Wohungs- oder der Stellensuche werden ausgeblendet. Dafür ist man dann empört darüber, wie die sich nicht anständig deutsch fühlen können oder gar Heimatgefühle für die Türkei hegen.
Zuletzt geändert von Marmelada am Do 26. Jul 2018, 12:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Lamasshu » Do 26. Jul 2018, 12:29

think twice hat geschrieben:(26 Jul 2018, 02:33)

Ich bin mit Tuerken, Russen und Polen u.a. in Berlin aufgewachsen. Kannst du nicht wissen, interessiert dich auch nicht, du weisst es trotzdem besser.


Genau das ist die Problematik an der Diskussion. Du gehst von deinen persönlichen Erfahrungen aus und bist nicht in der Lage eine sachliche Differenzierung vorzunehmen und das Thematik in seiner Gesamtheit zu betrachten.

Nach dem Türkei Aus feierten Tuerken und Deutsche gemeinsam den Einzug der deutschen ins Finale auf der Strasse. Der Kumpel staunte Baukloetze , um dann zu sagen, er könne die Türken trotzdem nicht leiden. Als ich fragte, warum, antwortete er wörtlich (ich schwöre es): "Die gucken alle so komisch."


Genau das meine ich.
Zum Thema:
Ich würde mir allerdings wünschen, dass du zumindest ansatzweise mal auf meine Argumente eingehst...warum tust du es nicht?
Fangen wir nochmal klein an:
- Du sagtest, dass türkische Kinder gemeinsam mit deutschen aufwachsen - was ist mit Schulen in Neukölln mit über 90% Migrantenanteil?
- Was ist mit dem Video das ich postete, indem Özil als Verräter gebrandmarkt wird?
- Was ist mit unserer Ehrenmord Diskussion, wenn der Bruder/Vater (also KEINE Beziehungstat) seine eigene Schwester/Tocher umbringt, weil sie einen westlichen Lebensstil pflegt?
- Was ist mit meiner Frage: Angenommen ich lerne als deutscher (mit polnischen Wurzeln übrigens) eine hübsche Türkin kennen und wir verlieben uns. Ihre Familie lehnt mich allerdings ab, weil ich kein Moslem/Türke bin. Ist das jetzt eigentlich auch Rassismus?
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon think twice » Do 26. Jul 2018, 12:34

Lamasshu hat geschrieben:(26 Jul 2018, 12:23)

Es geht um eine sachliche Differenzierung. Die Argumentation der Userin Think Twice war es, dass es keine Parallelgesellschaften gibt und alle Türken gemeinsam mit deutschen Kindern aufwachsen - das stimmt eben nicht pauschal. Natürlich wachsen türkische Kinder gemeinsam mit deutschen auf, aber sie wachsen eben in bspw. Neukölln oder Bremen in völlig abgeschottetten Parallelgesellschaften auf und können kein Wort deutsch, wenn sie in die Schule kommen. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Selbst in Neukölln liegt der Migrantenanteil bei "nur " 43 %, d.h.über die Hälfte der Bewohner sind Ur-Deutsche. Die Kinder der deutschen gehen mit den Kindern der Migranten gemeinsam schon in den Kindergarten und wohnen selbstverständlich für an Tuer. Übrigens entwickelt sich Neukölln seit einigen Jahren zur hippen Szene von Betuchten und Neureichen, die die urbane Bevölkerung nach und nach verdrängen. Taugt also nur noch bedingt als Suendenpfuhl.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 26. Jul 2018, 12:35

Orbiter1 hat geschrieben:(26 Jul 2018, 11:45)

Na immerhin wurde er vom DFB zum Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft ernannt. Da kann man schon die Frage stellen wieso man nach so einem Termin beim Autokraten Putin Ehrenspielführer bleibt.

Matthäus ist zu dumm um ihn zu bestrafen. Das verbindet ihn mit anderen Fußballhelden wie Effenberg. Die haben darum Narrenfreiheit.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Lamasshu » Do 26. Jul 2018, 12:36

May159 hat geschrieben:(26 Jul 2018, 09:05)

Ich kann mich auch noch gut an das EM-Spiel erinnern. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht und zwar, dass Gruppen von Türken beim Autokorso Deutschlandfahnen aus den vorbeifahrenden Autos gerissen haben und auf den Boden schmissen. Aber weder diese negative Erfahrung, noch Ihre positive Erfahrung hat irgendeine Bedeutung. Ich denke wir sollten uns bei dieser Debatte nicht von solchen Kleinigkeiten leiten lassen.

Die Frage die doch eher im Raum steht ist, wie kann es einfach so hingenommen werden, dass über 60% (mehr als jeder Zweite) der Türken in Deutschland einen Dispoten wählt. Und die Frage die sich anschließt ist, wie können die politisch meist eher links angeordneten Bürger, dieses Verhalten dann ignorieren oder die Schuld nahezu komplett auf die deutsche Bevölkerung abwälzen. Was würden diese Menschen sagen, wenn über 60% der Deutschen die AFD wählen würden, die vom Nationalismus-Grad wahrscheinlich auf einer Ebene mit Erdogan steht.

Es ist wie schon seit Jahrzehnten. In vielen politischen Gruppierungen wird dem in Deutschland lebenden Ausländer ein Großteil seiner Verantwortung für ein funktionierendes Zusammenleben abgenommen. Und wenn es dann zu so belegbaren Situationen kommt, wie die Wahlergebnisse von Erdogan oder Kriminalitätsraten oder Arbeitslosenzahlen und dem Bildungsniveu der Zugewanderten, dann liegt es immer an den rassistischen Deutschen die dafür verantwortlich sind, dass die Zuwanderer nicht integriert werden können.

Ein Vorredner hat ein tolles Beispiel gebracht mit Beziehungen zwischen deutschen Männern und türkischen Frauen. Dies ist aus meiner Sicht fast unmöglich, während deutsche Frauen durchaus mit türkischen Männern in Beziehungen sein dürfen (so steht es ja auch im Koran). Ich habe in meinem Bekanntenkreis einmal überlegt wie hier das Verhältnis ist. Ich kenne 15 türkische Männder die mit deutschen Frauen in Beziehungen waren und 0 deusche Männer die mit türkischen Frauen in einer Beziehung waren.

Wenn man diese Aspekte umdrehen würde, also 60% der Deutschen wählen nationalistische Parteien und verbieten es ihren Frauen mit ausländichen Männern eine Beziehung einzugehen (bzw. mit nicht christilchen Männern), dann wäre der Aufschrei von "Links" grenzenlos. Wenn sich Einwanderer so verhalten, ist das natürlich die Schuld von den rassistischen Deutschen.

P.S. ich habe auch eine Bekannte die nach offenen Grenzen für alle schreit und jedem ein grenzenloses Aufenthaltsrecht in Deutschlad geben will. Zitat: "Jeder Mensch der Welt soll da leben dürfen wo er will". Trotz dieser unfassbar naiven und radikalen, nennen wir es mal Meinung, käme ich nicht im Traum auf die Idee die Freundschaft zu beenden. Es ist ein gefährlicher Weg wenn man beginnt soziale Beziehungen zu beenden, weil man mit den Ansichten seines Freundes nicht übereinstimmt. Aber das nur nebenbei


Ein sehr guter Beitrag, besser kann man es nicht beschreiben. Besonders dieser Teil trifft den Kern der Problematik wunderbar:

Wenn man diese Aspekte umdrehen würde, also 60% der Deutschen wählen nationalistische Parteien und verbieten es ihren Frauen mit ausländichen Männern eine Beziehung einzugehen (bzw. mit nicht christilchen Männern), dann wäre der Aufschrei von "Links" grenzenlos. Wenn sich Einwanderer so verhalten, ist das natürlich die Schuld von den rassistischen Deutschen.
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Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon think twice » Do 26. Jul 2018, 12:39

Lamasshu hat geschrieben:(26 Jul 2018, 12:29)

Genau das ist die Problematik an der Diskussion. Du gehst von deinen persönlichen Erfahrungen aus und bist nicht in der Lage eine sachliche Differenzierung vorzunehmen und das Thematik in seiner Gesamtheit zu betrachten.


Der Witz des Tages.
Duldsamkeit heißt nicht, dass ich auch billige, was ich dulde.
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