Islam - Islamismus?

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Platon
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Sa 7. Feb 2015, 13:03

Zweiundvierzig » Sa 7. Feb 2015, 12:55 hat geschrieben:
Ist das vielleicht der Grund dafür, weshalb viele besorgte Mitbürger beim Thema Islam geradezu panisch werden und daraufhin nicht nur eben diese Minderheit, sondern die gesamte Gesellschaft zur Räson zwingen wollen? Da werden selbst Neutrale unter dem Vorwurf der Islamophilie angegriffen.

könntest du vielleicht etwas genauer werden, von welcher Minderheit du sprichst?
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Córdoba
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 13:03

Platon » Sa 7. Feb 2015, 12:24 hat geschrieben:In den USA gibt es auch die Todesstrafe. Die Steinigung ist nur eine besondere Form der Todesstrafe. Die USA sind eine Demokratie. Also schließen sich Demokratie und Steinigung/Todesstrafe nicht grundsätzlich aus. Was Anti-Liberale Einstellungen angeht und ihre Einstellung zur Demokratie geht es wohl in erster Linie um die Frage des Minderheitenschutzes, inwieweit die (derzeitige) Mehrheit der Minderheit etwas aufzwingen kann. Das muss natürlich gründlich durchdacht werden.


Ich merke, du hast mit christlichen, oder islamischen Gottesstaaten, je nachdem wer gerade die Mehrheit hat, kein größeres Problem.
Liberalität ist für dich Diskussionwürdig, und Steinigung auch kein größeres Problem.

Demkratie ist für dich die vollelastische Majoritätsherrschaft................
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Zunder
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Zunder » Sa 7. Feb 2015, 14:47

Platon » Sa 7. Feb 2015, 12:24 hat geschrieben:In den USA gibt es auch die Todesstrafe. Die Steinigung ist nur eine besondere Form der Todesstrafe. Die USA sind eine Demokratie. Also schließen sich Demokratie und Steinigung/Todesstrafe nicht grundsätzlich aus. [...]

Geht's noch?

"Steinigung weltweit ächten!

Bei der Steinigung handelt es sich um eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe im Sinne der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen. Die Steinigung steht im Widerspruch zu den Artikeln 3 und 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und den Artikeln 6 und 7 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, die das Recht auf Leben und das Verbot von Folter und unmenschlicher Behandlung festschreiben. Die Steinigung für "Ehebruch" verstößt zudem gegen allgemeine Rechtsgrundsätze, da es sich um eine unangemessene Bestrafung handelt."
http://www.igfm.de/steinigung/
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Sa 7. Feb 2015, 15:07

Zunder » Sa 7. Feb 2015, 14:47 hat geschrieben:Geht's noch?

"Steinigung weltweit ächten!

Bei der Steinigung handelt es sich um eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe im Sinne der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen. Die Steinigung steht im Widerspruch zu den Artikeln 3 und 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und den Artikeln 6 und 7 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, die das Recht auf Leben und das Verbot von Folter und unmenschlicher Behandlung festschreiben. Die Steinigung für "Ehebruch" verstößt zudem gegen allgemeine Rechtsgrundsätze, da es sich um eine unangemessene Bestrafung handelt."
http://www.igfm.de/steinigung/

Auch durch die Feststellung, dass die Steinigung eine besonders unmenschliche Form der Todesstrafe ist, ändert das nichts an meiner Aussage, dass Demokratie und die Todesstrafe und damit auch Demokratie und die Steinigung sich nicht grundsätzlich ausschließen. Oder gilt es als eine Voraussetzung für eine Demokratie, dass die Todesstrafe dort auf möglichst menschliche Art und Weise vollstreckt wird?
Zuletzt geändert von Platon am Sa 7. Feb 2015, 15:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 16:37

Platon » Sa 7. Feb 2015, 15:07 hat geschrieben:......... ändert das nichts an meiner Aussage, dass Demokratie und die Todesstrafe und damit auch Demokratie und die Steinigung sich nicht grundsätzlich ausschließen.................


Nein, schließt sich nicht grundsätzlich aus.
Bei vollelastischer Betrachtungsweise, als dem reinen Majoritätsprinzip.

könntest du vielleicht etwas genauer werden, von welcher Minderheit du sprichst?


.........was spielt das für eine Rolle.
Das lupenreine Majoritätsprinzip heißt auch, daß sie mit Minoritäten machen können, was sie wollen...............

So gesehen könnte es sogar demokratisch legitimiert sein, daß Christen und Juden und andere Minoritäten aus der islamischen Welt schrittweise vertrieben wurden/werden.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Sa 7. Feb 2015, 18:51

Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 16:37 hat geschrieben:
Nein, schließt sich nicht grundsätzlich aus.
Bei vollelastischer Betrachtungsweise, als dem reinen Majoritätsprinzip.



.........was spielt das für eine Rolle.
Das lupenreine Majoritätsprinzip heißt auch, daß sie mit Minoritäten machen können, was sie wollen...............

So gesehen könnte es sogar demokratisch legitimiert sein, daß Christen und Juden und andere Minoritäten aus der islamischen Welt schrittweise vertrieben wurden/werden.

Ich habe mir das was du hier als "lupenreines Majoritätsprinzip bezeichnest nie zu Eigen gemacht.

Ich vermute du bist der Ansicht, dass es undemokratisch wäre die Steinigung anzuwenden, wenn eine Mehrheit dafür und eine Minderheit dagegen wäre. Im Hintergrund schwingt da das Argument mit, dass es undemokratisch wäre die Scharia einzuführen, wenn eine Mehrheit dafür ist, aber eine Minderheit dagegen.
Allerdings kann man nun argumentieren, dass die Todesstrafe in den USA auch von einem erheblichen Teil der Bevölkerung abgelehnt wird (Minderheit? Mehrheit? ich weiß es nicht) und dennoch die USA als Demokratie gilt.

Der eigentliche Knackpunkt bei der Sache ist meines Erachtens nämlich ein ganz anderer, nämlich die Frage ob die Scharia in der Form wie eine Mehrheit sie beabsichtigt einzuführen die Möglichkeiten der Minderheiten am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen einschränkt, sie in irgendeiner Form diskriminiert. In diesem Fall wäre es undemokratisch, wenn man z.B. christliche Parteien verbieten würde, wenn man die Religionsfreiheit von Nicht-Muslimen einschränkt oder ihren rechtlichen Status gegenüber den Muslimen abwertet. Das wäre sehr problematisch und da wo dies der Fall ist, ist es das auch.
Wenn man nun wieder zurück zur Steinigung kommt, die ich wie gesagt grundsätzlich einfach als Todesstrafe ansehe, wenn auch eine besonders unmenschliche Form, wäre sie dann mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar, meines Erachtens, wenn sie z.B. zur Diskriminierung von Homosexuellen eingesetzt wird. Da ist es dann aber egal ob man diesen einen Giftspritze gibt, sie aufhängt oder sie steinigt. Das kommt alles auf das Gleiche raus, das Problem wäre die Ungleichbehandlung einer bestimmten Minderheit, die die Demokratie auf das von dir beschriebene vulgäre Majoritätsprinzip reduziert. Es ist dabei völlig unerheblich auf welche Art die Todesstrafe vollzogen wird und darum gibt es auch keine Zwangsläufigkeit dass Steinigung und Demokratie sich ausschließen.
Zuletzt geändert von Platon am Sa 7. Feb 2015, 18:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 19:51

Platon » Sa 7. Feb 2015, 18:51 hat geschrieben: Ich vermute du bist der Ansicht, dass es undemokratisch wäre die Steinigung anzuwenden,


Ich bin nicht der Meinung, daß es undemokratisch ist, das ist nicht mein Motiv.
Sondern Steinigungen und Amputationen und alle Arten von bewußt grausamen Strafen halte ich für vollkommen indiskutabel.
Jenseits von Gut und Böse.

Per Definitione undemokratisch ist das alles natürlich nicht.
Jedenfalls nicht grundsätzlich, denn demokratisch heißt einfach nur, daß es die Mehrheit will.

Was ist das für ein merkwürdiges Argument, ob man steinigt, oder hängt, das Resultat ist das gleiche?
Das ist doch ein Unterschied, ob man einen Menschen zu Tode quält, oder ob man es schnell macht.
Genauso könnte ich sagen, ist doch egal, ob im letzten Krieg Millionen über den Jordan gegangen sind, die wären ohnehin irgendwann gestorben.

Deine spitzfindigen Ausführungen, einerseits die Rechte von Minoritäten hervorzuheben, den Schutz von Homosexuellen, während du gleichzeitig "Steinigungen" demokratisch legitimierst, erscheinen mir nicht plausibel.
Denn wenn man etwas so dramatisches wiee Steinigungen demokratisch legitimiert,
dann unterliegt auch alles andere dem Majoritätsprinzip.

Im übrigen sind homosexuelle Handlungen nach der Scharia, ebenso wie bei den beiden anderen monotheistischen Religionen, eine Todsünde.
Scharia hätte als immer auch Konsequenzen für Minoritäten.

Im Ergebnis:
Alles was über diese grundsätzliche Definition von Demokratie hinausgeht, ist im Grunde eine Frage des Standpunktes.
Es ergibt sich nicht per se aus der Definition.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 20:22

Platon » Sa 7. Feb 2015, 18:51 hat geschrieben: Ich vermute du bist der Ansicht, dass es undemokratisch wäre die Steinigung anzuwenden, wenn eine Mehrheit dafür und eine Minderheit dagegen wäre. Im Hintergrund schwingt da das Argument mit, dass es undemokratisch wäre die Scharia einzuführen, wenn eine Mehrheit dafür ist, aber eine Minderheit dagegen.
Allerdings kann man nun argumentieren, dass die Todesstrafe in den USA auch von einem erheblichen Teil der Bevölkerung abgelehnt wird (Minderheit? Mehrheit? ich weiß es nicht) und dennoch die USA als Demokratie gilt.


Warum ist das so wichtig, Steinigungen demokratisch zu legitimieren.
Willst du sagen, die deutsche Justiz ist zu lasch?
Vielleicht ist sie das, da hast du recht.
Ist nicht in Ordnung, welche Verbrechen in Deutschland ungesühnt bleiben.
In den USA läuft das nicht, in der islamischen Welt sowieso nicht.

Aber Steinigen oder sonstige brutalisierte Strafen sollte man nicht einführen.

Nicht weil es antidemokratisch ist, sondern, weil ich es einfach für das Beste halte.
Es ist mein Standpunkt.

Ansonsten:
Morden, Töten, Stehlen, Betrügen ist in allen Relgionen verpönt.
In allen Ländern dieser Welt.
In wesentlichen Teilen steht da im Koran das gleiche wie in der Bibel oder Thora.
Die grundsätzliche Regeln des Zusammenlebens sind im Prinzip überall die Gleichen.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Wasteland » Sa 7. Feb 2015, 20:32

Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 20:51 hat geschrieben:Das ist doch ein Unterschied, ob man einen Menschen zu Tode quält, oder ob man es schnell macht.


Hast du auch etwas gegen den elektrischen Stuhl oder Giftspritzen?

Florida: Blutige Hinrichtung auf elektrischem Stuhl
http://www.spiegel.de/panorama/florida- ... 30662.html

Wieder Panne mit Giftspritze in USA
Das Sterben dauerte zwei Stunden

http://www.n-tv.de/panorama/Das-Sterben ... 98291.html

In meinen Augen kann man da keine zweigeteilte Haltung haben. Entweder man ist dagegen oder dafür, die Art der Hinrichtung macht da nicht den Unterschied.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 20:42

Wasteland » Sa 7. Feb 2015, 20:32 hat geschrieben:
In meinen Augen kann man da keine zweigeteilte Haltung haben. Entweder man ist dagegen oder dafür, die Art der Hinrichtung macht da nicht den Unterschied.


Selbverständlich kann man da verschiedene Meinungen haben.

Man kann gegen die Todesstrafe sein.
Man kann dafür sein, dann aber schnell.
Oder man kann sich dafür einsetzen, das es möglichst langsam und qualvoll laufen soll.

Man kann gegen Amputationen sein, oder auch dafür.
Es gibt Länder, wo solche Strafen stattfinden.
Vermutlich tatsächlich mit dem Willen der Mehrheit.

Es gibt alle möglichen Meinungen.

Ich persönlich würde bei einem Schlachter, von dem ich wüßte, daß er die Tiere steinigt, nicht kaufen.
Auch wenn das Resultat das Gleiche ist.
Fleisch ist Fleisch.
Ist aber doch ein Unterschied.......
Zuletzt geändert von Córdoba am Sa 7. Feb 2015, 20:43, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Wasteland » Sa 7. Feb 2015, 20:58

Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 21:42 hat geschrieben:
Selbverständlich kann man da verschiedene Meinungen haben.

Man kann gegen die Todesstrafe sein.
Man kann dafür sein, dann aber schnell.
Oder man kann sich dafür einsetzen, das es möglichst langsam und qualvoll laufen soll.

Man kann gegen Amputationen sein, oder auch dafür.
Es gibt Länder, wo solche Strafen stattfinden.
Vermutlich tatsächlich mit dem Willen der Mehrheit.

Es gibt alle möglichen Meinungen.

Ich persönlich würde bei einem Schlachter, von dem ich wüßte, daß er die Tiere steinigt, nicht kaufen.
Auch wenn das Resultat das Gleiche ist.
Fleisch ist Fleisch.
Ist aber doch ein Unterschied.......


Und wenn er das Tier mit Elektroschocks tötet bei denen die Augäpfel platzen (das passiert auf dem elektrischen Stuhl häufig), Blut aus der Brust kommt und es 45 Minuten dauert?
Das wäre besser? Nee du, ist gehüpft wie gesprungen. Daher bin ich grundsätzlich dagegen. Blutrache bleibt Blutrache.
Aber ist im grossen und ganzen ein anderes Thema.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Mind-X » Sa 7. Feb 2015, 21:01

Was, wenn die Todesstrafe durch hexeln erfolgt? Ist das sanft genug?
"und du wirst wahnsinnig werden von dem, was deine Augen sehen müssen." (5. Mose 28,34)

BLINDER SIEH! TAUBER HÖR! NAZI BEDENKE!
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 21:09

Wasteland » Sa 7. Feb 2015, 20:58 hat geschrieben:Und wenn er das Tier mit Elektroschocks tötet bei denen die Augäpfel platzen (das passiert auf dem elektrischen Stuhl häufig), Blut aus der Brust kommt und es 45 Minuten dauert?


Diese Grausamkeiten und Pannen sind aber nicht gewollt, sondern das Produkt von Stümperhaftigkeit.
Unqualifiziert.

Was macht man bei einer OP?
Narkose, und anschließend legt man los.
Warum macht man nicht Narkose, und richtet dann hin?
Dann kann es nicht schmerzhaft sein.
Das kriegen die Amis nicht hin, weil die zu doof sind.

Aber grundsätzlich haste recht, es geht auch ohne Todesstrafe.

Tierschutz:
Wenn ich daran denke, wie wir mit Tieren umgehen, wird mir auch übel.
Hier geschieht auch Unrecht an unseren Mitgeschöpfen.

Aber das ist ein anderes Thema..........
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Wasteland » Sa 7. Feb 2015, 21:14

Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 22:09 hat geschrieben:Diese Grausamkeiten und Pannen sind aber nicht gewollt, sondern das Produkt von Stümperhaftigkeit.


Nein, das ist einfach ein häufiger Nebeneffekt der sich nicht verhindern lässt, hat mit einer Panne nichts zu tun.

Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 22:09 hat geschrieben:Aber das ist ein anderes Thema..........

Ja. Um den Bogen wieder zu schlagen, Demokratie und TS schliessen sich nicht aus, sind aber kein besonders schönes Paar wie ich finde.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Sa 7. Feb 2015, 21:24

Wasteland » Sa 7. Feb 2015, 21:14 hat geschrieben:
Nein, das ist einfach ein häufiger Nebeneffekt der sich nicht verhindern lässt, hat mit einer Panne nichts zu tun.

Was macht man bei einer OP?
Narkose, und anschließend legt man los.
Warum macht man nicht Narkose, und richtet dann hin?
Dann kann es nicht schmerzhaft sein.

Ja. Um den Bogen wieder zu schlagen, Demokratie und TS schliessen sich nicht aus, sind aber kein besonders schönes Paar wie ich finde.


So ist es, Demokratie und TS schließen sich nicht aus.

Das Problem ist, daß man mit Steinigungen, vermutlich auch Todesstrafe oder anderer Arten von grausamen Strafen
die Menschen verroht.
Die Atmosphäre zwischen den Menschen verroht.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Zunder » Sa 7. Feb 2015, 23:42

Wasteland » Sa 7. Feb 2015, 20:32 hat geschrieben:
Hast du auch etwas gegen den elektrischen Stuhl oder Giftspritzen?

Florida: Blutige Hinrichtung auf elektrischem Stuhl
http://www.spiegel.de/panorama/florida- ... 30662.html

Wieder Panne mit Giftspritze in USA
Das Sterben dauerte zwei Stunden

http://www.n-tv.de/panorama/Das-Sterben ... 98291.html

In meinen Augen kann man da keine zweigeteilte Haltung haben. Entweder man ist dagegen oder dafür, die Art der Hinrichtung macht da nicht den Unterschied.

Es geht auch gar nicht um eine zweigeteilte Haltung.

In einem demokratischen Staat, der sich den Menschenrechten verpflichtet, hat die Todesstrafe meines Erachtens nichts verloren. Bei der Steinigung steht aber nicht die Tötung im Vordergrund, sondern die Folter.

Wer Schwule einfach nur aufhängt, will sie loshaben. Sie auszustellen, dient der vermeintlichen Abschreckung.
Wer "Ehebrecherinnen" steinigt, will sie quälen bis zum Tod. Das geht über den "Gedanken" von Strafe und Abschreckung hinaus. Mir kommt das vor, als wollte man nicht nur einen Menschen, sondern auch gleich noch einen Teufel erschlagen.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon PublicEye » So 8. Feb 2015, 14:00

Wasteland » Fr 16. Jan 2015, 21:20 hat geschrieben:
Nur als Einwurf weil das so ein häufiges Missverständnis ist, Islamwissenschaften ist NICHT dasselbe wie islamische Theologie. Islamwissenschaften beschäftigt sich mit der Geschichte und Kultur des Vorderen Orients und auch der Linguistik.
Der Koran oder Hermeneutik stehen da nicht im Mittelpunkt. Es ist eine Kulturwissenschaft.

Wenn es Kulturwissenschaft wäre, warum heisst es dann Islamwissenschaft? :?:
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon PublicEye » So 8. Feb 2015, 14:07

Basschihan » Fr 16. Jan 2015, 22:24 hat geschrieben:
Also nach dieser Argumentation müsste man ja sogar noch weiter gehen und überhaupt fragen inwieweit der Koran als ein zur Gesetzgebung herangezogenes Werk in der heutigen Zeit noch beachtet werden sollte. Soweit würde aber schließlich kein Muslim gehen wollen. Deshalb versuche ich auf einer Ebene zu diskutieren, die den Koran als ganzes erhalten in die heutige Zeit integrieren möchte. Und das geht nunmal nicht, ohne sich von meinetwegen erst mit der Zeit überholten Koranstellen zu distanzieren.

Es wird hier wieder mal versucht, einen Spagat zu vollbringen, der unmöglich ist.
Du erahnst es ja bereits schon selbst, indem du den "ganzen Koran erhalten" möchtest, aber doch nicht umhinkommst, unangenehme, unpassende, unsägliche Koranpassagen daraus zu entfernen. Du erahnst, dass du den ganzen Koran nicht annehmen kannst, darum der "Kunstschritt zum Kunstschnitt".

Entweder der Koran ist Allahs Wort, dann gibt es daran nichts rumzufummeln, oder er ist es nicht, dann kann man ihn aber auch grad ganz kippen.

Entweder man ist Mohammedaner, oder man ist es nicht, nur ein bisschen schwanger kann man auch nicht sein.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon PublicEye » So 8. Feb 2015, 14:15

Wasteland » Fr 16. Jan 2015, 22:34 hat geschrieben:
Es gibt die Abrogation. Da geht es genau darum das bestimmte Verse des Korans negiert werden. Wie und welche genau, ist Thema umfangreicher Diskussionen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Abrogation_%28Islam%29

So schwierig ist das nicht, ältere und damit die friedlichere Suren werden bei Widersprüchen von jüngeren und damit gewalttätigeren und radikaleren Suren überschrieben.
Das ist das bekannte und angewandte Prinzip des nask.
Nur Eierköpfe, die das wahre Wesen des Koran erkannt haben, es aber nicht konsequent einsehen wollen, eiern da umfangreich rum. ;)
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » So 8. Feb 2015, 14:39

PublicEye » So 8. Feb 2015, 14:00 hat geschrieben:Wenn es Kulturwissenschaft wäre, warum heisst es dann Islamwissenschaft? :?:

Das hat historische Gründe.

Eine der Gründerfiguren der Islamwissenschaften Carl Heinrich Becker hatte den Islam nicht nur als Religion sondern als Zivilisation aufgefasst und damit zum Gegenstand seiner eigenen philologischen Forschung und der Universitäten gemacht. Ich weiß nicht mehr genau wie da der Zusammenhang war, aber in Islamwissenschaften meint der Begriff Islam nicht eine Religion sondern mehr eine Zivilisation oder eine Kultur, die es für Becker noch vornehmlich über klassische Texte zu untersuchen gilt.
Heutzutage bleibt man bei dem Begriff, weil man nach Edward Said sich schwer tut Orientalistik zu sagen und der Gegenstand des Faches bzw. der jeweiligen Studiengänge halt eben doch genau die verschiedenen Länder und Bereiche sind die man als "Welt des Islams" zusammen fassen würde. Also dort wo Muslime leben bzw. eine Mehrheit sind. Auch wenn natürlich alle diese Zuschreibungen für einen Wissenschaftler problematisch sind, weil als Islamisch markierte Phänomene keineswegs immer die entscheidenden Faktoren der Dinge sein müssen die man untersucht.

Es gibt auch Alternativen, in Bamberg nennt sich zumindest der Bachelor Islamischer Orient, in Marburg nennt er sich Orientwissenschaften, im Master bedeutet Islamwissenschaften dann wieder ein Fach mehr im Sinne von Becker, hier geht es dann vermehrt um "Islamisches". Hier sind dann allerdings intensive Sprachkenntnisse in mehreren Fremdsprachen (Arabisch auf jeden Fall, aber auch Persisch, Türkisch evtl. Urdu u.A.) gefragt, während die Master-Nachbarfächer Iranistik, Turkologie, Arabistik nur die Kenntnis der jeweiligen Quellensprache voraussetzen. Bei Turkologie muss man sicherlich irgendwann Osmanisch lernen und in der Iranistik kann man auch so Sachen wie Alt-, Mittelpersisch, Dari, Pashto, Tadschikisch, Kurdisch machen, die auch alles Iranische Sprachen sind.

Es ist so ein Zwischending zwischen Judaistik bzw. Jüdische Studien, die sich ja auch nicht allein mit dem Judentum sondern auch mit Juden bzw. jüdischer Geschichte allgemein beschäftigen und z.B. Sinologie, Japanistik, Indologie, die sich mit einer bestimmten Region beschäftigen die sich in erster Linie dadurch eingrenzt, welche Sprachkenntnisse jeweils notwendig sind. Denn die sind am Ende bei diesen Kulturwissenschaften immer das Entscheidende um überhaupt Wissenschaft betreiben zu können.

Die Sache mit dem Namen ist aber durchaus nicht unproblematisch, weil es da keine wirklich schöne Lösung gibt.
Zuletzt geändert von Platon am So 8. Feb 2015, 14:47, insgesamt 2-mal geändert.

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