Islam - Islamismus?

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JFK
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon JFK » Mi 4. Mär 2015, 11:21

Theo Strabe » Mi 4. Mär 2015, 11:15 hat geschrieben:
Es geht nicht nur um die Toten, die der klassische Islam jedes Jahr zu verantworten hat, da er den Nährboden für Gewalt liefert. Es geht auch um die meisten der 750 Millionen muslimischen Mädchen und Frauen, die tagtäglich erniedrigt, eingesperrt, verschleiert, gemobbt, geschlagen, vergewaltigt, verstümmelt oder getötet werden. Frag mal Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer oder Necla Kelek.


Als waren zB die Konservativen Katholiken diesbezüglich schon immer Liberal.

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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon freigeist » Mi 4. Mär 2015, 11:21

Kopernikus » Mi 4. Mär 2015, 10:50 hat geschrieben:Wer das behauptet, pflegt einen Islamismusbegriff, der in dieser Form weder in der entsprechenden Fachliteratur noch den damit befassten Wissenschaften verwendet wird. Es handelt sich also vielmehr um eine private Meinung und diese steht obendrein in deutlichem Widerspruch zu allen Erkenntnissen über das Phänomen "Islamismus". Wo schon die Problembeschreibung falsch ist, wird die Problembehebung unmöglich. Zur Korrektur sei daher zum Einstieg folgender Beitrag empfohlen: viewtopic.php?p=2926311#p2926311


Doch, der politisierte Islam ist Teil der facettenreichen islamischen Welt und der Religion. Daran besteht kein Zweifel mehr. Unterscheiden sollte man allerdings zwischen politischem und mittelalterlichem(Al-Azhar) Islam.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Theo Strabe » Mi 4. Mär 2015, 11:28

Kopernikus » Mi 4. Mär 2015, 10:50 hat geschrieben:Wer das behauptet, pflegt einen Islamismusbegriff, der in dieser Form weder in der entsprechenden Fachliteratur noch den damit befassten Wissenschaften verwendet wird. Es handelt sich also vielmehr um eine private Meinung und diese steht obendrein in deutlichem Widerspruch zu allen Erkenntnissen über das Phänomen "Islamismus". Wo schon die Problembeschreibung falsch ist, wird die Problembehebung unmöglich. Zur Korrektur sei daher zum Einstieg folgender Beitrag empfohlen: http://politik-forum.eu/viewtopic.php?p ... 1#p2926311


Der Islamismus-Begriff ist in der Tat nur gut 100 Jahre alt, sein politisches Konzept aber bereits im Ur-Islam zur Zeit des Propheten enthalten und dann insbesondere durch religiöse Eiferer wie Ibn Hanbal, Ibn Taymiyya, Abd Al-Wahhab, Sayyid Abul Ala Maududi, Hassan Al-Banna und Sayyid Qutb weiterentwickelt, bzw. im 20. Jahrhundert erfolgreich verbreitet. Es ist keine private Meinung. Eine gute Quelle sind die Bücher von Hamed Abdel-Samad oder Necla Kelek. Politik ist fester Bestandteil des traditionellen Islams. Die obersten Gesetze kommen von Gott und nicht vom Volk und seinen gewählten Volksvertretern. Die Volkssouveränität wird abgelehnt.

Der klassische Islamverständnis wie es von ca. einem Drittel der Muslime in Deutschland mitgetragen wird, die sich selbst als sehr gläubig betrachten, bildet den Nährboden für Salafismus und andere dogmatische Stömungen. Diese wiederum bilden den Nährboden für die gewaltbereiten Gotteskrieger.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Theo Strabe » Mi 4. Mär 2015, 11:33

JFK » Mi 4. Mär 2015, 11:21 hat geschrieben:
Als waren zB die Konservativen Katholiken diesbezüglich schon immer Liberal.

Hast du vor deine Tochter an einen Saudi zu Verkaufen oder warum ist dir Ecke so wichtig??

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Ich hetze nicht. Ich übe sachlich begründete Islamkritik. Zu deinen Anmerkungen:

Nein, das waren die Katholiken nicht. Auch die Protestanten nicht. Die Geschichte war blutig. Der Unterschied ist, dass praktisch alle modernen Christen nicht mehr im Namen des Christentums schlagen, vergewaltigen, verstümmeln oder töten.

Der Vatikan hat Nachholbedarf was die Gleichberechtigung angeht.
Zuletzt geändert von Theo Strabe am Mi 4. Mär 2015, 11:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Theo Strabe » Mi 4. Mär 2015, 11:41

Córdoba » Do 19. Feb 2015, 09:54 hat geschrieben:
Der Westen kann aber nicht der Babysitter der Welt sein, das müssen die selbst lösen. Lösungen sind nur dann tragfähig, wenn sie von innen kommen. Russen noch Chinesen halten sich aus den Problemen dieser Welt raus, und fahren damit im Ergebnis auch nicht schlecht. Zumindest haben wir weltweit nicht diesen Hass auf Russen und die Chinesen. Der Westen ist inzwischen die meistgehasste Konstruktion der Welt,


Wir können uns aber nicht raushalten, wenn ein Drittel der Muslime in Deutschland sich daran orientiert, was Gelehrte in Ägypten, Saudi-Arabien oder Katar sagen. Ein gutes Beispiel ist Yusuf Al-Qaradawi, ein islamischer Rechtsgelehrter und beliebter Fernsehprediger. Er lebt seit 1961 in Katar und hat dort die katarische Staatsbürgerschaft erhalten. Seine regelmäßige Sendung 'Die Scharia und das Leben' im katarischen Fernsehsender Al-Dschasira hat ein großes Publikum in der arabisch-islamischen Welt. Während seiner Studienzeit war Al-Qaradawi aktives Mitglied der ägyptischen Muslimbruderschaft. Seit 1997 ist er Mitgründer und Vorsitzender des Europäischen Rates für Fatwa und Forschung, der sich um die Anwendung islamischer Normen auf europäische Verhältnisse kümmern will. Im ersten Karikaturenstreit rief er zu einem muslimischen Tag des Zorns und zum Boykott dänischer Importe auf. Im Oktober 2004 wurde ihm in einer Unterschriftenaktion von 2500 muslimischen Intellektuellen aus 23 Ländern gegen muslimische Hassprediger vorgeworfen, den Terrorismus religiös zu bemänteln und den Islam in ein schlechtes Licht zu rücken. Sein Buch 'Erlaubtes und Verbotenes im Islam', in dem er u.a. die körperliche Züchtigung von Ehefrauen bei notorischem Ungehorsam und die Todesstrafe bei Unzucht und Abkehr vom Glauben rechtfertigt, wird bis heute in Deutschland über Moscheevereine und islamische Buchhandlungen vertrieben. Al-Qaradawi ist auch in Deutschland für viele, besonders junge, orthodoxe Muslime deren Islamverbände eine Leitfigur. (Quellen: Wikipedia und "Der islamische Faschismus" von Hamed Abdel-Samad)

Der Orient ist uns näher, als viele glauben.
Zuletzt geändert von Theo Strabe am Mi 4. Mär 2015, 11:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Tantris » Mi 4. Mär 2015, 11:55

Das mit dem drittel... ist das jetzt so ein bauchgefühl von dir oder kannst du das belegen?

Wie hoch ist der anteil an säkularen moslems?
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Keoma » Mi 4. Mär 2015, 14:15

Tantris » Mi 4. Mär 2015, 12:55 hat geschrieben:Das mit dem drittel... ist das jetzt so ein bauchgefühl von dir oder kannst du das belegen?

Wie hoch ist der anteil an säkularen moslems?


Zu einer Studie:

"Von den hierzulande Befragten stimmten demnach 79 Prozent der Aussage zu, es gebe nur eine korrekte Auslegung des Islam, 73 Prozent hielten die islamischen Gebote für wichtiger als staatliche Gesetze und 65 Prozent eine Rückkehr zu den Wurzeln des Islam für erstrebenswert. Allen drei Fragen stimmten 55 Prozent der befragten Muslime zu."

http://religion.orf.at/stories/2619481/

Wenn's in Deutschland anders ist, gratuliere.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Bleibtreu » Mi 4. Mär 2015, 14:51

freigeist » Mi 4. Mär 2015, 11:21 hat geschrieben:
Doch, der politisierte Islam ist Teil der facettenreichen islamischen Welt und der Religion. Daran besteht kein Zweifel mehr. Unterscheiden sollte man allerdings zwischen politischem und mittelalterlichem(Al-Azhar) Islam.

Kann ich nur voll zustimmen. Hatten wir im Forum gerade die letzten Monate in mehreren Strängen intensiv durch gekaut. :)
Es ist fatal diese Tatsache zu leugnen, weil es auf die Art der Ummah sehr leicht gemacht wird sich als nicht zuständig zu betrachten.
So wird nie eine Veränderung statt finden und das kann niemand ernsthaft wollen.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Kopernikus » Mi 4. Mär 2015, 20:38

Theo Strabe » Mi 4. Mär 2015, 11:28 hat geschrieben:
Der Islamismus-Begriff ist in der Tat nur gut 100 Jahre alt

Wieder falsch. Nicht der Islamismusbegriff ist neu sondern die politische Ideologie Islamismus wie sie wissenschaftlich verstanden wird. Was du mit Abdel-Samad und anderen privat für einen Islamismus-Begriff teilst, ist da weitgehend unerheblich, da dieser nunmal nicht dem eigentlichen Begriffsinhalt entspricht. Man muss Keleks und Abdel-Samads Bücher nicht ignorieren, aber man sollte sie als politische Schriften lesen und nicht als wissenschaftliche Publikationen mit neutralem Erkenntnisinteresse. Wende dich ruhig einmal an die User Platon und Wasteland in den entsprechenden Threads wo das Thema diskutiert wird (einen Link hatte ich ja schon zur Verfügung gestellt). Man darf auch mal dazu lernen und sich korrigieren lassen. Das ist nur allzu menschlich.
http://kartoffeln-im-netz.tumblr.com/
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Hiver » Do 5. Mär 2015, 14:51

Kopernikus » Mi 4. Mär 2015, 11:50 hat geschrieben:Wer das behauptet, pflegt einen Islamismusbegriff, der in dieser Form weder in der entsprechenden Fachliteratur noch den damit befassten Wissenschaften verwendet wird. Es handelt sich also vielmehr um eine private Meinung und diese steht obendrein in deutlichem Widerspruch zu allen Erkenntnissen über das Phänomen "Islamismus". Wo schon die Problembeschreibung falsch ist, wird die Problembehebung unmöglich. Zur Korrektur sei daher zum Einstieg folgender Beitrag empfohlen: viewtopic.php?p=2926311#p2926311


Was sagt die BZB dazu

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamismus

Islamismus ist ein soziologischer Begriff, der erst seit einigen Jahrzehnten geläufig ist. Es gab ihn aber bereits mit der Religionsgründung durch Mohammed. Es ist eine große Lüge zu behaupten, der Islam sei eine friedhafte Religion. Das war weder Mohammed, noch hat dieser mit friedfertigen Prämissen gelebt.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Marie-Luise » Do 5. Mär 2015, 17:18

Kopernikus » Mi 4. Mär 2015, 20:38

Wende dich ruhig einmal an die User Platon und Wasteland in den entsprechenden Threads wo das Thema diskutiert wird (einen Link hatte ich ja schon zur Verfügung gestellt). Man darf auch mal dazu lernen und sich korrigieren lassen. Das ist nur allzu menschlich.


Der Einzige, an den ich mich vertrauensvoll wenden würde, und der wirklich glaubhaft herüberkommt, da zudem in eine muslimische Familien hineingeboren, wäre Freigeist.
Zuletzt geändert von Marie-Luise am Do 5. Mär 2015, 17:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Theo Strabe » Sa 7. Mär 2015, 13:40

Tantris » Mi 4. Mär 2015, 11:55 hat geschrieben:Das mit dem drittel... ist das jetzt so ein bauchgefühl von dir oder kannst du das belegen? Wie hoch ist der anteil an säkularen moslems?


Alice Schwarzer zitiert in ihrem Buch "Die große Verschleierung" eine vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2009. In Deutschland bezeichnet sich ein Drittel der Muslime als "stark gläubig", die Hälfte als "eher gläubig" und der Rest als "eher nicht" oder "gar nicht gläubig". Leider wurde nicht nach der Unterstützung der Trennung Staat und Religion gefragt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass auch eher Gläubige das säkulare Prinzip hierzulande unterstützt.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Theo Strabe » Sa 7. Mär 2015, 13:41

Keoma » Mi 4. Mär 2015, 14:15 hat geschrieben:
Zu einer Studie:

"Von den hierzulande Befragten stimmten demnach 79 Prozent der Aussage zu, es gebe nur eine korrekte Auslegung des Islam, 73 Prozent hielten die islamischen Gebote für wichtiger als staatliche Gesetze und 65 Prozent eine Rückkehr zu den Wurzeln des Islam für erstrebenswert. Allen drei Fragen stimmten 55 Prozent der befragten Muslime zu."

http://religion.orf.at/stories/2619481/

Wenn's in Deutschland anders ist, gratuliere.


Das sind erschreckende Zahlen und decken sich nicht mit der oben erwähnten Studie.
Marie-Luise

Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Marie-Luise » Sa 7. Mär 2015, 13:57

Theo Strabe » Sa 7. Mär 2015, 13:41

Das sind erschreckende Zahlen und decken sich nicht mit der oben erwähnten Studie.


Alice Schwarzers Zahlen sind anscheinend von 2009, während Kuomas von Dezember 2013 sind.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Theo Strabe » Sa 7. Mär 2015, 14:06

Kopernikus » Mi 4. Mär 2015, 20:38 hat geschrieben:Wieder falsch. Nicht der Islamismusbegriff ist neu sondern die politische Ideologie Islamismus wie sie wissenschaftlich verstanden wird. Was du mit Abdel-Samad und anderen privat für einen Islamismus-Begriff teilst, ist da weitgehend unerheblich, da dieser nunmal nicht dem eigentlichen Begriffsinhalt entspricht. Man muss Keleks und Abdel-Samads Bücher nicht ignorieren, aber man sollte sie als politische Schriften lesen und nicht als wissenschaftliche Publikationen mit neutralem Erkenntnisinteresse. Wende dich ruhig einmal an die User Platon und Wasteland in den entsprechenden Threads wo das Thema diskutiert wird (einen Link hatte ich ja schon zur Verfügung gestellt). Man darf auch mal dazu lernen und sich korrigieren lassen. Das ist nur allzu menschlich.


Ich habe die Darlegung des Users Platon vom 16.1. gelesen und bin ein großer Freund des Dazulernens und sich Korrigieren lassens. Das sollte allerdings für beide Richtungen gelten. In vielem teile ich Platons Sicht. Ich kenne die Ansätze von Mouhanad Khorchide und Lamya Kaddor und ich schätze ihr Bestreben sehr. Wir bräuchten Tausende dieser religiösen Autoritäten, doch die Realität sieht anders aus. An der Azhar-Uni tut sich wenig bis gar nichts. Nasr Hamid Abu Zaid wird nach wie vor als Apostat betrachtet.

Platons konservative Revolutionäre, sind meiner Einschätzung nach weit weniger revolutionär, als er das darstellt. Wirklich revolutionär ist eigentlich nur Qutbs Privatisierung von Ibn Taymiyyas Dauer-Dschihad: Wer als Staatsoberhaupt oder Regierungschef keinem islamischen Gottesstaat vorsteht, hat keine Legitimation. Daher darf jeder gläubige Muslim selbst den Dschihad gegen ihn ausrufen. Darauf berufen sich die Führer der ISIS, Al-Kaida, Boko Haram, Al-Shabaab und Co. Hassan Al-Banna hat die Dawa wiederbelebt die auch mit modernen Mitteln wie Zeitungen, Theaterstücken, Filmen, Grammophon und Radio erfolgen sollte. Abdallah Yusuf Azzam hat die Finanzierung des Dschihads modernisiert.

Aber der wesentliche Kern dessen was wir heute Islamismus nennen, stammt aus der Zeit des Propheten, der Veröffentlichung der endgültigen Version des Korans und der Codifizierung der vier sunnitischen und zwei schiitischen Rechtsschulen. Quellen sind der Koran und die Hadithen. Die Ergänzung der Scharia kann durch Analogieschluss erfolgen. Handys sind neu und dürfen benutzt werden, wenn sie dem Islam dienen.

Die politische Ideologie an sich ist alles andere als neu.
Zuletzt geändert von Theo Strabe am Sa 7. Mär 2015, 14:15, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Theo Strabe » Sa 7. Mär 2015, 14:20

Marie-Luise » Sa 7. Mär 2015, 13:57 hat geschrieben:
Alice Schwarzers Zahlen sind anscheinend von 2009, während Kuomas von Dezember 2013 sind.


Eine solch rasche Radikalisierung fällt mir schwer zu glauben. Wenn es stimmt, ist der Handlungsbedarf groß und dringend. Wir brauchen eine Islamkritik-Massenbewegung, der sich auch große Teile der Union, SPD und Grünen anschließen können.
Marie-Luise

Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Marie-Luise » Sa 7. Mär 2015, 14:26

Theo Strabe » Sa 7. Mär 2015, 14:20

Eine solch rasche Radikalisierung fällt mir schwer zu glauben. Wenn es stimmt, ist der Handlungsbedarf groß und dringend. Wir brauchen eine Islamkritik-Massenbewegung, der sich auch große Teile der Union, SPD und Grünen anschließen können.


Linke und Grüne wollen das nicht hören. Die CDU fürchtet Wählerverlust ...

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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Bleibtreu » Sa 7. Mär 2015, 14:27

Die Adresse hat es doch eigentlich verraten, spätestens das Lesen der ersten Zeilen des Links hätte es geklärt:

Muslimische Zuwanderer in Westeuropa neigen laut einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) wesentlich stärker zu Fundamentalismus als christliche Einheimische. Für Österreich weist die Studie besonders hohe Werte aus. :|

Theo Strabe » Sa 7. Mär 2015, 14:20 hat geschrieben:
Eine solch rasche Radikalisierung fällt mir schwer zu glauben. Wenn es stimmt, ist der Handlungsbedarf groß und dringend. Wir brauchen eine Islamkritik-Massenbewegung, der sich auch große Teile der Union, SPD und Grünen anschließen können.
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Sa 7. Mär 2015, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon JFK » Sa 7. Mär 2015, 14:28

Theo Strabe » Sa 7. Mär 2015, 14:20 hat geschrieben:
Eine solch rasche Radikalisierung fällt mir schwer zu glauben. Wenn es stimmt, ist der Handlungsbedarf groß und dringend. Wir brauchen eine Islamkritik-Massenbewegung, der sich auch große Teile der Union, SPD und Grünen anschließen können.


wir haben doch schon eine Bewegung, auser die üblichen rassisten, kam nicht viel zusammen, die Menschen sind nicht interessiert an eurem "islamkritik"
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Provokateur » Sa 7. Mär 2015, 14:36

JFK » Sa 7. Mär 2015, 14:28 hat geschrieben:
wir haben doch schon eine Bewegung, auser die üblichen rassisten, kam nicht viel zusammen, die Menschen sind nicht interessiert an eurem "islamkritik"


Kann man so verflacht nicht sagen.
Es gibt solche, die Islamkritik als Religionskritik im allgemeinen begreifen. Diese ist wissenschaftlich fundiert und durchaus ernstzunehmen, verliert aber wegen ihrer ebenso inhärenten Christentumskritik die Parteien mit dem C und die Kirchen, und wegen ihrer Differenziertheit die Leute, die am liebsten alles schwarz-weiss sehen.
Dann gibt es die rassistische Islamkritik, die den Islam im wesentlichen deswegen nicht mag, weil die Leute schwarze Haare, braune Augen und komische Sprachen haben. Die lehnt der mündige und intelligente Bürger ab.

Wie man es auch dreht - man wird nie alle unter einen Hut bekommen. Eine islamkritische Massenbewegung ist genau aus diesen Gründen eine Illusion.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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