Was uns das Alter kostet.

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Herr Bert
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Re: Was uns das Alter kostet.

Beitragvon Herr Bert » Sa 22. Feb 2014, 17:04

jack000 » Freitag 21. Februar 2014, 20:14 hat geschrieben:
Bösmensch » Fr 21. Feb 2014, 19:39 hat geschrieben:Sollten wir hier nicht vielleicht ein wenig Grenzen setzen?

Sollten wir nicht denjenigen, die Deutschland nach außen repräsentier(t)en eine entsprechende Geltung verschaffen?
Der letzte Präsi wohnt derzeit in einer 3-Zimmer Wohnung in Hannover, der vorherige Bundeskanzler hatte (zumindest temporär) ein kleines Reihenhaus gegenüber von einem Supermarkt.

Sicherlich haben da auch Scheidungen ihren Beitrag dazu geleistet, aber Staatsoberhäupter sollten generell finanziell so abgesichert sein, das die ihre Entscheidungen völlig frei von finanziellen Aspekten her treffen können.

Dieter Zetsche hat 8,5 Mio. € für 2013 erhalten, aber Daimler hat 275.000 Mitarbeiter. Würde Zetsche auf sein Gehalt komplett verzichten, hätte ein jeder Daimler-Mitarbeiter 30€/Jahr mehr => Also nichts!

Ein Deutscher Präsident hat ca.200.000€/Jahr und repräsentiert 80 Mio. Menschen, also kann man sich ausrechnen, was diese Peanuts für den einzelnen Bürger bedeuten.

Ich bin bei Dir, bei dem, was Du in Deinem ersten Absatz schreibst.

Ich glaube aber trotzdem, dass Du Dich Illusionen hingibst, wenn Du glaubst,
ein Politiker sei weniger bestechlich oder korrupt, wenn man die Diäten nach oben hin anpasst
oder möglichst hoch setzt.

Zwischen beiden Sachverhalten besteht keinerlei kausale Beziehung.
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Pachuchel
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Re: Was uns das Alter kostet.

Beitragvon Pachuchel » Sa 22. Feb 2014, 17:22

Bösmensch » Fr 21. Feb 2014, 20:39 hat geschrieben:Seit 35 Jahren bezieht Ex-Bundespräsident Walter Scheel (94) einen sogenannten Ehrensold (derzeit in Höhe von gut 16500 Euro im Monat). Zudem stehen ihm ein Dienstwagen inklusive Fahrer und ein Büro samt Mitarbeiter zur Verfügung. Wohlgemerkt alles auf Staatskosten und alles im Ruhestand. Pro Alterspräsident kostet das den Steuerzahler zusätzlich zwischen 16500 Euro und 29100 Euro monatlich (abhängig u.a. von der Höhe der Büromiete, Anzahl der Mitarbeiter usw.). Mittel für den Personenschutz sind darin noch gar nicht enthalten.
Dass sich die Kosten des fürstlichen Ruhestandes der noch lebenden Alterspräsidenten darauf nicht beschränken, ergab nun eine Berichtsanforderung der Bundestagsabgeordneten Dr. Gesine Lötzsch. Wechseln die ruheständigen ehemaligen Amtsträger ihre Wohnsitze – wie im Falle Walter Scheels im Jahr 2009, als der damals 90-Jährige von Berlin ins beschauliche Bad Krozingen zog – dann haben sie einen Anspruch auf Erstattung der Umzugskosten, auf Herrichtung der neuen Büroräume und auf neue Möbel. So fielen für diesen Bürowechsel über 40.000 Euro an. Für Roman Herzogs Verlagerung seines Alterssitzes ein Jahr später entstanden sogar Kosten in Höhe von über 90.000 Euro. Immerhin bekam das Büro ja auch eine Küche.
Im Jahr des Umzugs Roman Herzogs entschied das Bundessozialgericht, dass ein 63- jähriger Arbeitsloser, der aufgrund einer zu teuren Wohnung seinen Wohnort wechselte und für den Umzug 3700 Euro einem Speditionsunternehmen zahlte (Hausrat einer 120 Quadratmeterwohnung über 400 Kilometer Transportstrecke) die Kosten nur „bis zur Höhe der Angemessenheit“ erstattet bekommt. Dieser weite Umzug (zu seinen Kindern) wäre nicht notwendig gewesen, so die Richter. Den Betrag ließ das Gericht offen, nannte als Maßstab aber einen selbst organisierten Umzug mit gekauften Kartons, einem selbst gesteuerten Mietlastwagen und studentischen Hilfskräften als Möbelpackern. Nach diesen Kriterien kam das zuständige Sozialgericht auf einen Betrag von 951,25. Herzogs Umzug kostete das 16-fache. Er hatte übrigens keine Aufforderung zum Bürowechsel erhalten.
Quelle: Berichtsanforderung von MdB Dr. Gesine Lötzsch vom 28.1.2014; Spiegel vom 4.3.2012 „Wulff will Büro und Mitarbeiter für 280.000 Euro im Jahr“, Focus Money Online vom 6.5.2010 „Hartz-IV-Empfänger müssen Kisten selbst tragen“

Sollten wir hier nicht vielleicht ein wenig Grenzen setzen?



Nein. Du hattest ja auch die Chance BP zu werden.
Hast sie nicht genutzt.
Selber Schuld.
Immer lustig, wenn User merken, das sie es im Leben zu nichts gebracht haben.
Dann kritisieren sie immer gerne die, die ihre Chancen zielorientiert nutzen. ;)
Zuletzt geändert von Pachuchel am Sa 22. Feb 2014, 17:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was uns das Alter kostet.

Beitragvon Bösmensch » Sa 22. Feb 2014, 17:49

Es gibt keine Einkommenshöhe, die Bestechung wirksam verhindert. Ein Expräsident ist auch schwer zu bestechen.
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Re: Was uns das Alter kostet.

Beitragvon ToughDaddy » Sa 22. Feb 2014, 19:42

Mind-X » Sa 22. Feb 2014, 08:04 hat geschrieben:
Alexander Zwo » Fr 21. Feb 2014, 19:49 hat geschrieben:
Ja, Leute wie Du (und der Richter der das Urteil sprach) wären neidisch, wenn der Arbeitslose für seinen Umzug die kompletten Kosten bezahlt bekommen hätte!

Das Gros der Personen, die sich über das Geld aufregen, welches Politiker bekommen, ist fast denen Leuten gleich, die sich über die Sozialhilfeempfänger aufregen, wenn jene Geld für Umzug bekommen. Das ist freilich nicht jeder, aber es trifft doch häufig zu. Von daher kann man Thomas I schon recht geben, dass es sich hierbei um eine Neiddebatte handelt.


Also hier im Forum fallen mir eher als Verteidiger von Diätenerhöhungen und Co jene auf, welche sonst nicht mal den ALG II Empfänger die Butterbemme gönnen.
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Re: Was uns das Alter kostet.

Beitragvon Bösmensch » Sa 22. Feb 2014, 20:13

Nach unten treten, nach oben Füße lecken. Das sind autoritäre Charaktere.
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Re: Was uns das Alter kostet.

Beitragvon That's me » Sa 22. Feb 2014, 20:14

Bösmensch » Sa 22. Feb 2014, 17:49 hat geschrieben:Es gibt keine Einkommenshöhe, die Bestechung wirksam verhindert. Ein Expräsident ist auch schwer zu bestechen.


Das wird teilweise anders gesehen:
Ökonomische Analyse der Wirkung und Bekämpfung von Korruption von Dieter Schilling
Auf S. 14 klicken.
Habe mal einen Sctreenshot gemacht. http://www.file-upload.net/download-864 ... 0.png.html

TM, die glaubt, dass Bestechlichkeit hauptsächlich eine Frage des Charakters und Anstandes ist
Warum töten wir Menschen die Menschen töten, um den Menschen zu zeigen, dass Töten falsch ist?
Amnesty International.
Bösmensch

Re: Was uns das Alter kostet.

Beitragvon Bösmensch » So 23. Feb 2014, 09:17

That's me » Sa 22. Feb 2014, 20:14 hat geschrieben:
Bösmensch » Sa 22. Feb 2014, 17:49 hat geschrieben:Es gibt keine Einkommenshöhe, die Bestechung wirksam verhindert. Ein Expräsident ist auch schwer zu bestechen.


Das wird teilweise anders gesehen:
Ökonomische Analyse der Wirkung und Bekämpfung von Korruption von Dieter Schilling
Auf S. 14 klicken.
Habe mal einen Sctreenshot gemacht. http://www.file-upload.net/download-864 ... 0.png.html

TM, die glaubt, dass Bestechlichkeit hauptsächlich eine Frage des Charakters und Anstandes ist

Danke für das Bild, denn leider ist auf dem anderen Link die Seite 14 für mich nicht dabei. Bitte beachten Sie insbesondere den Satz vor Fußnote 99. Die großen Bestechungs- und Unterschlagungsfälle der letzten Zeit drehten sich allesamt um Leute, deren Lebensunterhalt weder in der nahen Vergangenheit noch in der absehbaren Zukunft in Gefahr war. Gier kennt keine Grenze. Angewandt auf unsere aktuelle Frage: Wie auch immer man einen 94-jährigen Altbundespräsidenten bestechen kann, wird das nicht dadurch wahrscheinlicher, dass man ihm über 20 Jahre nach seiner letzten Amtshandlung die kostenlose Neueinrichtung beliebig vieler Büros streicht oder einschränkt. Ich bleibe bei meiner Aussage, möchte sie aber ergänzen: Es mag ein Gehaltsniveau geben, das kleine Korruption befördert. Es gibt aber kein Gehaltsniveau, das kleine oder große Korruption wirksam verhindert. Unsere Abgeordneten vor 40 Jahren waren sicher nicht korrupter als heute.

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