Immer weniger Staatsangestellte

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bakunicus
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon bakunicus » Di 23. Jun 2009, 14:54

eluveitie hat geschrieben:
Darum geht es doch gar nicht. Das persönliche Risiko für den Inhalt des eigenen Portemonnaies trägt auch heutzutage bereits jeder selbst.


das stimmt.

aber als armer kann ich meinem anliegen mit hilfe von prozesskostenbeihilfe geltung verschaffen.

eine privatisierte justiz ist unvorstellbar, weil der einfluß nicht mehr vom volk und einer verfassung ausgehen würde, sondern von den privaten geldgebern.

das wäre eine diktatur des geldes.
und gerade bei dir habe ich dieses geradezu perverse anliegen schon öfter herausgelesen.

gegen einen solchen staat würde ich mit allen mitteln bis zum letzten atemzug kämpfen.

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Olifant
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon Olifant » Di 23. Jun 2009, 14:55

bakunicus hat geschrieben:aber als armer kann ich meinem anliegen mit hilfe von prozesskostenbeihilfe geltung verschaffen.


Nicht nur das. Du hast auch Anspruch auf andere staatliche Dienstleistungen wie Strafverfolgung etc...
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon eluveitie » Di 23. Jun 2009, 15:00

Olifant hat geschrieben:Weil die Feuerwehr gar nicht erst kommt, wenn man sie nicht bezahlen kann.


Wahrscheinlicher ist, dass die Eigentümer von Mietshäusern ein Interesse haben, für ihre Gebäude eine Brandschutzversicherung abzuschließen.

Täusche ich mich oder habe ich das bereits geschrieben? :dunno:

Olifant hat geschrieben:Ein solches Gericht würde nach öknomischen Prinzipien tätig sein und hätte kein Interesse an korrekter Rechtsprechung...


Ein solches Gericht bekäme keine Kunden mehr, würde es nicht anständig entscheiden - gegen dieses ökonomische Prinzip kann es nicht verstoßen.
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon Olifant » Di 23. Jun 2009, 15:03

eluveitie hat geschrieben:1. Wahrscheinlicher ist, dass die Eigentümer von Mietshäusern ein Interesse haben, für ihre Gebäude eine Brandschutzversicherung abzuschließen.

2. Ein solches Gericht bekäme keine Kunden mehr, würde es nicht anständig entscheiden - gegen dieses ökonomische Prinzip kann es nicht verstoßen.


1. Ja und? Auch heute greifen Versicherungen nicht immer. "Sorry, der Monatsbeitrag ist nicht eingegangen. Sicher finden Sie im Vorgarten einen Eimer zum Löschen". Im Übrigen treten Versicherungen nach entstandenem Schaden an, der Staat aber auch, um es gar nicht zum Schaden kommen zu lassen.

2. Unsinn. Jeder Kläger würde sich das Gericht aussuchen, das seinen Anliegen am besten gerecht wird. Man hätte die vollkommene Verdrehung dessen, was man unter einem Rechtsstaat versteht.
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon eluveitie » Di 23. Jun 2009, 15:03

bakunicus hat geschrieben:aber als armer kann ich meinem anliegen mit hilfe von prozesskostenbeihilfe geltung verschaffen.


Das ist wahr - doch auch die Prozesskostenhilfe hierzulande ist abhängig von den unterstellten Erfolgsaussichten im Prozessfalle.

Dir würde kaum Prozesskostenhilfe gewährt, wolltest Du jemanden dafür verklagen, dass er Dir die drei Millionen Euro, die Du im Portemonnaie gehabt zu haben behauptest, erstattet, weil eine solche Klage aussichtslos wäre.

bakunicus hat geschrieben:gegen einen solchen staat würde ich mit allen mitteln bis zum letzten atemzug kämpfen.


Es gäbe keinen Staat, gegen Du kämpfen könntest, wenn die Menschen all ihre Anliegen privat organisieren würden.
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon eluveitie » Di 23. Jun 2009, 15:07

Olifant hat geschrieben:"Sorry, der Monatsbeitrag ist nicht eingegangen. Sicher finden Sie im Vorgarten einen Eimer zum Löschen".


Wahrscheinlicher ist, dass die Eigentümer von Mietshäusern ein Interesse haben, für ihre Gebäude eine Brandschutzversicherung abzuschließen.

Kannst Du Dir diesen Satz nicht einfach auf eine Kassette sprechen - das würde Dir erlauben, ihn ohne mein Zutun immer wieder aufsagen zu lassen.

Olifant hat geschrieben:Jeder Kläger würde sich das Gericht aussuchen, das seinen Anliegen am besten gerecht wird.


Ein Gericht, welches bloß Kläger, aber keine Angeklagten hat, hätte nichts zu entscheiden.
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon bakunicus » Di 23. Jun 2009, 15:08

eluveitie hat geschrieben:Es gäbe keinen Staat, gegen Du kämpfen könntest, wenn die Menschen all ihre Anliegen privat organisieren würden.


das ist doch lächerlich ..

jeder große konzern ist faktisch schon ein staat im staat.

wenn du meinst mit dem adjektiv "privat" hätte sich jede bürokratie erledigt, bist du auf dem holzweg.

im gegenteil; jeder willkür wäre in einer hierarchie des geldes tür und tor geöffnet, und nur diejenigen, welche in elitären zirkeln einsame entscheidungen treffen wären davon befreit.

und da macht es dann auch keinen unterschied, ob du in der verwaltungseinheit wolfsburg/VW lebst, oder in nordkorea.

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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon Olifant » Di 23. Jun 2009, 15:09

eluveitie hat geschrieben:Kannst Du Dir diesen Satz nicht einfach auf eine Kassette sprechen...


Schade, Du gehts also auf Arguemnet nicht ein...
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon eluveitie » Di 23. Jun 2009, 15:12

bakunicus hat geschrieben:jeder große konzern ist faktisch schon ein staat im staat.


Das ist organisations-soziologisches Argument, kein politisches.
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon bakunicus » Di 23. Jun 2009, 15:13

eluveitie hat geschrieben:
Das ist organisations-soziologisches Argument, kein politisches.


:rofl:

und der unterschied ist welcher ?

bitte eine einfache antwort und kein philosophisches geschwurbel ...

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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon daimos » Di 23. Jun 2009, 15:15

eluveitie hat geschrieben:Insolvente Kunden brauchen wohl kaum eine Versicherung gegen Diebstahl und knipperige Kunden tragen das Risiko aufgrund eigener Entscheidung selbst.
Arcandor brauch also keine Versicherung gegen Diebstahl? :blink: Ich weiß ja nicht, ob du noch nie bei Karstadt & Co. warst, aber da gibt's für Diebe dann doch noch einiges zu holen. :mrgreen:
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon eluveitie » Di 23. Jun 2009, 15:16

Olifant hat geschrieben:Schade, Du gehts also auf Arguemnet nicht ein...


Wie bitte? Du hast dreimal dasselbe Argument vorgetragen - ist Dir nie der Gedanke gekommen, dass es keinen Sinn macht, immer die gleiche Frage zu stellen, wenn man nicht immer die gleiche Antwort erhalten möchte?
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon Olifant » Di 23. Jun 2009, 15:19

eluveitie hat geschrieben:Wie bitte? Du hast dreimal dasselbe Argument vorgetragen - ist Dir nie der Gedanke gekommen, dass es keinen Sinn macht, immer die gleiche Frage zu stellen, wenn man nicht immer die gleiche Antwort erhalten möchte?


Ich gebe die Hoffnung nie auf, dass Diskutanten in einem Diskussionsforum an Diskussionen interssiert sind.

Btw. Wieso senken eigentlich Hausratversicherungen nicht die Diebstahlquote? Warum verhindern Krankenversicherungen keine Krankheiten? Warum haben wir trotz KFZ-Versicherungen noch Unfälle? Die kriegt das einfach nicht hin, die Privatwirtschaft...
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon eluveitie » Di 23. Jun 2009, 15:22

bakunicus hat geschrieben:und der unterschied ist welcher ?


www.google.de, Suchbegriff: Organisationssoziologie.
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon eluveitie » Di 23. Jun 2009, 15:24

Olifant hat geschrieben:Btw. Wieso senken eigentlich Hausratversicherungen nicht die Diebstahlquote? Warum verhindern Krankenversicherungen keine Krankheiten? Warum haben wir trotz KFZ-Versicherungen noch Unfälle?


Weil die Zusammenhänge andere sind. Es gibt Hausratsversicherungen, weil es Diebstähle gibt. Es gibt Krankenversicherungen, weil es Krankheiten gibt. Es gibt KFZ-Versicherungen, weil es Unfälle gibt.

Und - damit hast Du wahrscheinlich nicht gerechnet - es gibt Brandschutzversicherungen, weil es Brände gibt.
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon Olifant » Di 23. Jun 2009, 15:27

eluveitie hat geschrieben:Und - damit hast Du wahrscheinlich nicht gerechnet - es gibt Brandschutzversicherungen, weil es Brände gibt.


Und die unterhalten dann eigene Brandwachen oder wie? Also mal ehrlich, kommt Dir das nicht albern vor? Das könnten doch schon heute zum Schutz vor Brandschäden tun...
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon daimos » Di 23. Jun 2009, 15:30

eluveitie hat geschrieben:Weil die Zusammenhänge andere sind. Es gibt Hausratsversicherungen, weil es Diebstähle gibt. Es gibt Krankenversicherungen, weil es Krankheiten gibt. Es gibt KFZ-Versicherungen, weil es Unfälle gibt.

Und - damit hast Du wahrscheinlich nicht gerechnet - es gibt Brandschutzversicherungen, weil es Brände gibt.
Du beschreibst genau eines: Reaktion, Symptom-Bekämpfung. Das können Versicherungen leisten. Nur die Ursachen der Symptome zu bekämpfen und zu verhüten, ist erstens nicht Aufgabe und zweitens - das ist viel wichtiger - gar nicht im Interesse der Versicherungen. Wer beraubt sich schon gern der eigenen Kundschaft?

Wir brauchen also nicht-profitorientierte Organisationen, die Straftaten etc. bekämpfen. Und nicht an irgendeiner Stelle aufhören, um sich ihren Verdienst zu sichern. Das ist der Staat. Und das werden kapitalistisch orientierte Privatunternehmen nie leisten können. Weil jedes im Idealbild ein homo oeconomicus ist. Und eine solche Einstellung ist, was Polizei angeht, ziemlich hinderlich.
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Re: Immer weniger Staatsangestellte

Beitragvon eluveitie » Di 23. Jun 2009, 19:32

daimos hat geschrieben:Nur die Ursachen der Symptome zu bekämpfen und zu verhüten, ist erstens nicht Aufgabe und zweitens - das ist viel wichtiger - gar nicht im Interesse der Versicherungen. Wer beraubt sich schon gern der eigenen Kundschaft?


Das Argument ist analytisch falsch.

Versicherungen haben ein Interesse daran, dass die Schäden, die sie zu regulieren haben, möglichst niedrig sind. Und genau deshalb haben alle bereits genannten Versicherungen Bonussysteme entwickelt, um das Schadensrisiko zu begrenzen, d.i. "verhütend" tätig zu werden. So gewähren Hausratsversicherungen Nachlässe, wenn der Versicherte sein Haus schützt. Es gibt Krankenversicherungen, die Zuzahlungen für bestimmte Arztuntersuchungen zahlen, wie zum Beispiel die Zahnprophylaxe. KFZ-Versicherungen gewähren Nachlässe für eine lange Schadenfreiheit - daher auch der Name Schadenfreiheitsrabatt übrigens.

Es ist also geradezu evident blödsinnig zu behaupten, eine Versicherung hätte ein Interesse daran, ein Haus niederbrennen zu lassen, anstatt den Feuerwehreinsatz zu bezahlen - noch dazu, wenn die einzige Dienstleistung genau darin besteht, diesen Feuerwehreinsatz zu bezahlen.

Das stichhaltigste Argument jedoch: Nähmen wir an, es gäbe eine Versicherung, die tatsächlich ausschließlich Schadensbegleichung betreibt, so zeigt allein Dein Bedürfnis nach Prävention bereits die Marktlücke für eine zweite Versicherung auf.

Einfach gesagt: Für alle in Nachfrage geronnene Bedürfnisse des Menschen wird sich jemand finden lassen, der ein entsprechendes Angebot machen kann.

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