Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

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Uffhausen
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Uffhausen » Mo 15. Apr 2019, 16:57

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2019, 16:49)
Aber da ein Flüchtlingsproblem draus zu machen, hat eben so ein Gschmäckle.

Wir haben nicht NUR ein Flüchtlingsproblem, sondern AUCH ein Flüchtlingsproblem. Besser so? ;)

Aber andere sehen es halt anders.

Das Spielchen hatten wir jetzt die letzten Jahre zur Genüge - wir sollten endlich mal anfangen, GEMEINSAMKEITEN zu erkunden, zu erarbeiten und ggf. umzusetzen. Nix mehr mit die Linken bitte in die Ecke und die Rechten in die andere usw. Spaltung führt doch zu nichts produktivem, oder sehe ich das falsch? Etwas Anderssehen kann man ja deswegen immernoch, jeder nach Belieben.
Zuletzt geändert von Uffhausen am Mo 15. Apr 2019, 17:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mo 15. Apr 2019, 17:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Apr 2019, 15:45)

Heute muss man im Interesse des Staatsvolks vielleicht Kardiologen aus Rumänien einstellen, Pflegekräfte aus Bulgarien und man muss unter Umständen äußerst fragwürdigen arabischen Staatsfonds erlauben, in große deutsche Unternehmen einzusteigen und vielleicht auch im Interesse des Staatsvolks Waffen an äußerst zwielichtige arabische Autokratien verkaufen, damit die letzten Werften in der Uckermark nicht pleitegehen. Und bei all diesen Unternehmungen kann es sein, dass diese Staatsvolksinteressenwahrnehmung wie ein Bumerang zurückschlägt: Das Gesundheitswesen in Rumänien selbst bricht zusammen, die politische Lage in Europa destabilisiert sich, die deutschen Waffen werden in Konflikten eingesetzt, die sich plötzlich auch gegen das deutsche Staatsvolk richten.

Wieso MUSS man heute Kardiologen aus Rumänien oder Pflegekräfte aus Bulgarien einstellen?
Wer zwingt uns denn dazu?
Sind unsere jungen Menschen vielleicht zu dämlich Medizin mit Fachausbildung Kardiologie zu studieren?
Mich dünkt du fabulierst wieder mal Korrelationen und Kausalitäten zusammen, die es so gar nicht gibt.
Ist es nicht etwa so, dass rumänische Kardiologen und bulgarische Pflegekräfte nach Deutschland kommen, weil hier die Verdienstmöglichkeiten besser sind, weil der Lebensstandard höher ist?
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mo 15. Apr 2019, 17:03

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2019, 16:06)

Wer aus Krisen- und Kriegsgebieten fliehen muss, hat Vorrang in der Zuwendung. Logisch.

Nö hat er NICHT, zumindest nicht Vorrang vor den Belangen des Staatsvolkes!
Asylrecht beinhaltet KEINEN Passus auf bevorzugte Behandlung.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mo 15. Apr 2019, 17:06

Vongole hat geschrieben:(15 Apr 2019, 16:46)

Es geht den meisten Deutschen nicht um Abschottung, sondern um sozialverträgliche Zuwanderung. Sozialverträglich dahingehend, dass keine Parallelgesellschaften entstehen, dass der Arbeitsmarkt die Zuwanderer
wirklich aufnehmen kann, dass die Sozialkassen - und damit wir alle - nicht überlastet werden, dass Städte und Gemeinden ihren eigentlichen Aufgaben hinsichtlich sozialer und allgemeiner Infrastruktur nachkommen können.


Einwanderung oder Zuwanderung hat aber nichts mit Asyl zu tun. Und Integration geflohener Menschen, deren Asylantrag bewilligt worden ist und die eine "sehr gute Bleibeperspektive" haben, schließt auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze ein. Das läuft alles "sozialverträglich" ab. Zumal die Menschen ja dann zu Steuerzahlern in Deutschland werden und sie dann den Sozialstaat mitfinanzieren. Und was die Parallelgesellschaften in Großstädten anbelangt, die gab und gibt es schon immer - unabhängig von 2015. Hinzu kommen immer mehr rechtsextremistische Parallelgesellschaften, wo einem Hören und Sehen vergeht.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mo 15. Apr 2019, 17:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Apr 2019, 16:18)

Um beim Beispiel des rumänischen Kardiologen und der bulgarischen Pflegekraft zu bleiben: Um denen Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland zu ermöglichen muss der Staat im Rahmen des freien Personenverkehrs in der EU sogar Souveränitätsrechte abgeben. Klar. Eine Partei wie die AfD sagt: Macht nix. Macht die Grenzen dichter. Weil sie sich darauf verlassen können, dass eine ziemliche Mehrheit nur das sieht und sehen will, was direkt vor ihren Augen auf der Straße passiert. Für die Erkennung eines Zusammenhangs zu der Tatsache, dass ein nächster Facharzttermin trotz akuter Beschwerden erst in einem halben Jahr zu haben ist und einem solch restriktiven Umgang mit Souveränitätsrechten
des Staates ist halt eine Runde entlang der Gehirnwindungen mehr nötig.

So argumentieren ja auch die Brexit-Hardliner. Alles ist einfach, alles liegt klar auf der Hand. Wir müssen nur wieder souverän werden. Dann wird alles gut. Klar! :p

Nein, der Staat MUSS gar nichts, schon gar keine Souveränitätsrechte abgeben und er muss auch keinen rumänischen Kardiologen ermöglichen hier zu arbeiten, wenn das im Herkunftsland zu Engpässen bzw Notstand im Gesundheitswesen führt.
Nochmal: niemand zwingt rumänische Kardiologen nach Deutschland zu kommen und in Deutschland zu arbeiten, sie kommen, weil sie hier a) bessere Verdienstmöglichkeiten und b) bessere Arbeitsbedingungen haben und NICHT, weil in Deutschland ein Engpass an Fachärzten besteht, welche ihrerseits abwandern, weil sie u.a. in den USA oder GB bessere Bedingungen vorfinden als in Deutschland.
Und wenn die EU so weiter macht, durch die Hintertür die "Vereinigten Staaten von Europa" zu errichten, dann ist sie schneller Geschichte als ihr lieb ist.
Dass wurzellose Kosmopoliten nichts mit Demokratie am Hut haben, ist ja nun nix Neues ==> siehe den vor längerer Zeit zitierten Artikel von Prof. Wolfgang Merkel!
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mo 15. Apr 2019, 17:11

Uffhausen hat geschrieben:(15 Apr 2019, 16:57)

Wir haben nicht NUR ein Flüchtlingsproblem, sondern AUCH ein Flüchtlingsproblem. Besser so? ;)


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Fremdenfeindlichkeit und nationale Abschottung haben nichts mit einem schlichten Rechts-Links-Streit zu tun. Solche immer dominanter werdenden Erscheinungen zu minimieren, ist Sache aller vernünftigen und liberal denkenden Menschen, aller Demokraten.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Vongole » Mo 15. Apr 2019, 17:12

Dark Angel hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:00)

Wieso MUSS man heute Kardiologen aus Rumänien oder Pflegekräfte aus Bulgarien einstellen?
Wer zwingt uns denn dazu?
Sind unsere jungen Menschen vielleicht zu dämlich Medizin mit Fachausbildung Kardiologie zu studieren?
Mich dünkt du fabulierst wieder mal Korrelationen und Kausalitäten zusammen, die es so gar nicht gibt.
Ist es nicht etwa so, dass rumänische Kardiologen und bulgarische Pflegekräfte nach Deutschland kommen, weil hier die Verdienstmöglichkeiten besser sind, weil der Lebensstandard höher ist?


Muss man leider wirklich, im Pflegebereich sogar ganz sicher:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/19698 ... sses-Thema

Im Ärztebereich auch, mein Hausarz wird demnächst die Altersgrenze für die KV erreichen und findet - trotz florierender Praxis - keinen Nachfolger.
Es hat auch nicht mit Dämlichkeit zu tun, wenn junge Menschen nicht Medizin studieren, sondern mit den hohen Zulassungshürden, die Spahn ja senken will.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mo 15. Apr 2019, 17:15

Dark Angel hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:11)

Nein, der Staat MUSS gar nichts, schon gar keine Souveränitätsrechte abgeben und er muss auch keinen rumänischen Kardiologen ermöglichen hier zu arbeiten, wenn das im Herkunftsland zu Engpässen bzw Notstand im Gesundheitswesen führt.
Nochmal: niemand zwingt rumänische Kardiologen nach Deutschland zu kommen und in Deutschland zu arbeiten, sie kommen, weil sie hier a) bessere Verdienstmöglichkeiten und b) bessere Arbeitsbedingungen haben und NICHT, weil in Deutschland ein Engpass an Fachärzten besteht, welche ihrerseits abwandern, weil sie u.a. in den USA oder GB bessere Bedingungen vorfinden als in Deutschland.
Und wenn die EU so weiter macht, durch die Hintertür die "Vereinigten Staaten von Europa" zu errichten, dann ist sie schneller Geschichte als ihr lieb ist.
Dass wurzellose Kosmopoliten nichts mit Demokratie am Hut haben, ist ja nun nix Neues ==> siehe den vor längerer Zeit zitierten Artikel von Prof. Wolfgang Merkel!


Selbstverständlich kommen sie auch wegen des Fachärztemangels in Deutschland. Bessere Verdienstmöglichkeiten? Ja. Bessere Arbeitsbedingungen? Ja. Das aber geht Hand in Hand mit dem deutschlandweiten Fachärztemangel in bestimmten Disziplinen. Ist aber eigentlich unstrittig.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mo 15. Apr 2019, 17:49

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:06)

Einwanderung oder Zuwanderung hat aber nichts mit Asyl zu tun. Und Integration geflohener Menschen, deren Asylantrag bewilligt worden ist und die eine "sehr gute Bleibeperspektive" haben, schließt auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze ein. Das läuft alles "sozialverträglich" ab. Zumal die Menschen ja dann zu Steuerzahlern in Deutschland werden und sie dann den Sozialstaat mitfinanzieren. Und was die Parallelgesellschaften in Großstädten anbelangt, die gab und gibt es schon immer - unabhängig von 2015. Hinzu kommen immer mehr rechtsextremistische Parallelgesellschaften, wo einem Hören und Sehen vergeht.

"Asylantrag bewilligt" bedeutet NICHT, dass diese Menschen dauerhaft hier bleiben dürfen, sondern NUR, dass Asylgründe vorliegen und der Betreffende bleiben darf, SO LANGE die Asylgründe vorliegen.
Asylrecht hat nichts mit Einwanderung zu tun und genau DAS ist das Problem - es wird Asylrecht mit Einwanderung(srecht) vermischt, weil Deutschland kein Einwanderungsgesetz hat.
Asylberechtigt sind die wenigsten, der seit 2015 zugewanderten Migranten und selbst gem. Genfer Konvention zu Kriegsflüchtlingen bleiben die in der Minderheit.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Europa2050 » Mo 15. Apr 2019, 17:52

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:15)

Selbstverständlich kommen sie auch wegen des Fachärztemangels in Deutschland. Bessere Verdienstmöglichkeiten? Ja. Bessere Arbeitsbedingungen? Ja. Das aber geht Hand in Hand mit dem deutschlandweiten Fachärztemangel in bestimmten Disziplinen. Ist aber eigentlich unstrittig.


Ja Mensch Selina :)

Aus Dir wird ja (auf Deine alten Tage :cool: ) noch eine Liberale :thumbup:

Erst vorhin die Aussage, dass Menschen, die aktiv werden, von ihrem (zerbombten) Canapé runterkommen, sich durch Kriegsgebiete, Wüsten und Meere kämpfen bei uns mehr Unterstützung benötigen, als die dauerlamentierenden „die Kapitalisten und die Politik sind so böse zu mir“ Couchpotatoes.

Und jetzt die Anerkennung der (in diesem Fall) Rumänen und Bulgaren, die sich in der Ferne in die Mittelschicht hocharbeiten.

Ja, mir ist auch jeder Optimist, Macher, Selbstweiterentwickler lieb und genießt meine Anerkennung und wo nötig Unterstützung.
(ich musste in dem Zusammenhang feststellen, wie wenig Leute bei uns Englich sprechen/wollen - auch das Erklären eines Geldautomatenmenues an einen englischsprachigen Afrikaner ist Unterstützung - und kostet gar nix).

Und Nationalität / Abstammung ist - Zufall.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mo 15. Apr 2019, 17:52

Vongole hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:12)

Muss man leider wirklich, im Pflegebereich sogar ganz sicher:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/19698 ... sses-Thema

Im Ärztebereich auch, mein Hausarz wird demnächst die Altersgrenze für die KV erreichen und findet - trotz florierender Praxis - keinen Nachfolger.
Es hat auch nicht mit Dämlichkeit zu tun, wenn junge Menschen nicht Medizin studieren, sondern mit den hohen Zulassungshürden, die Spahn ja senken will.

Apropos Pflegebereich - so lange "man" es sich leisten kann, ausgebildete Altenpflegerinnen nicht zu vermitteln, sondern in Hilfsjobs zu drängen, scheint es noch nicht allzu schlimm zu stehen mit dem Fachkräftemangel.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Trifels » Mo 15. Apr 2019, 18:29

Dark Angel hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:49)

"Asylantrag bewilligt" bedeutet NICHT, dass diese Menschen dauerhaft hier bleiben dürfen, sondern NUR, dass Asylgründe vorliegen und der Betreffende bleiben darf, SO LANGE die Asylgründe vorliegen.
Asylrecht hat nichts mit Einwanderung zu tun und genau DAS ist das Problem - es wird Asylrecht mit Einwanderung(srecht) vermischt, weil Deutschland kein Einwanderungsgesetz hat.
Asylberechtigt sind die wenigsten, der seit 2015 zugewanderten Migranten und selbst gem. Genfer Konvention zu Kriegsflüchtlingen bleiben die in der Minderheit.



+++

richtig !

Asylgrund weg, zurück. Dito mit Flüchtlingen. Fluchtgrund weg, zurück zum Wiederaufbau. Gehampel um Asyl- und Fluchtgründe mit emotionaliserendem Touch unterlassen, überflüssig. Menschen helfen und befähigen/verpflichten D wieder zu verlassen. Die haben andere Aufgaben und PFLICHTEN. D hat keine Pflichten mehr nach Wegfall Asyl- oder Fluchtgrund.
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mo 15. Apr 2019, 19:41

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:15)

Selbstverständlich kommen sie auch wegen des Fachärztemangels in Deutschland. Bessere Verdienstmöglichkeiten? Ja. Bessere Arbeitsbedingungen? Ja. Das aber geht Hand in Hand mit dem deutschlandweiten Fachärztemangel in bestimmten Disziplinen. Ist aber eigentlich unstrittig.

"Selbstverständlich kommen sie auch wegen des Fachärztemangels in Deutschland." - na sicher doch, die kommen wegen des Fachärtzemangels.
Die besseren Verdienst- und Arbeitsbedingungen sind selbstverfreilich nicht ausschlaggebend.
Geht's nicht noch ein bisschen realitätsferner?

Liebste Selina - umgekehrt wird ein Schuh draus, die kommen ausschließlich bzw vorrangig wegen besserer Verdienst- und Arbeitsbedingungen, dass damit der deutsche Ärztemangel gemildert wird, ist für Deutschland ein positiver Nebeneffekt.
Das geht eben NICHT Hand in Hand, wenn zur Beseitigung des Ärztemangels in Deutschland, in einem anderen Staat das Gesundheitswesen vor dem Zusammenbruch steht.
Dass diese Ärzte vor Ort fehlen, den Menschen dort NICHT geholfen werden kann - auf DIE Idee kommen deutsche Gutmenschen natürlich nicht.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Neandertaler » Mo 15. Apr 2019, 20:30

Europa2050 hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:52)
...

Und Nationalität / Abstammung ist - Zufall.

Nö! Es ist schon erstaunlich wie sich bestimmte Meme durchsetzen können obwohl sie logisch betrachtet überhaupt keinen Sinn ergeben.

Wäre Abstammung und Nationalität Zufall so könntest du genauso gut jemand anders sein mit andere Abstammung und Nationalität das ist aber Quatsch dann dann wärest du selbstverständlich nicht du sondern jemand anders ;)

Oder anders wenn man nicht an Sellenwanderung per Zufallsgenerator glaubt ist die Aussage von der zufälligen Abstammung schlicht Quatsch. Du könntest nicht genauso gut jemand anders sein.

Abstimmung ist erstmal kein Eigenverdienst würde passend wenn einem das denn wichtig ist, oder pathetisch Abstimmung ist Schicksal ist auch zutreffend.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon lili » Di 16. Apr 2019, 00:34

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:11)

Fremdenfeindlichkeit und nationale Abschottung haben nichts mit einem schlichten Rechts-Links-Streit zu tun. Solche immer dominanter werdenden Erscheinungen zu minimieren, ist Sache aller vernünftigen und liberal denkenden Menschen, aller Demokraten.


Gerade die sollten sich mal reflektieren. Jede Kritik wird als rechts gebrandmarkt.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Apr 2019, 08:11

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:15)

Selbstverständlich kommen sie auch wegen des Fachärztemangels in Deutschland. Bessere Verdienstmöglichkeiten? Ja. Bessere Arbeitsbedingungen? Ja. Das aber geht Hand in Hand mit dem deutschlandweiten Fachärztemangel in bestimmten Disziplinen. Ist aber eigentlich unstrittig.


Der Fachärztemangel ist nur ein kleines exemplarisches Beispiel für die internationalen Verschränkungen, die sich in der heutigen Welt in allen möglichen Bereichen, Wirtschaft, Wissenschaft, Handel, Politik usw. zeigen. Natürlich kann man (staatliche) Souveränität als eine Strategie zur Wiederherstellung von TRansparenz und politischer Handlungsfähigkeit ansehen. Das ist ja verständlich. Die Struktur großer internationaler Unternehmen oder auch die Investittionstätigkeit großer internationaler Anleger ist für den Laien kaum noch durchschaubar. Aber es nützt doch nix! Eine wirkliche Souveränität, bei der eine nationale Regierung wirklich die Fäden über alle im Land laufenden Prozesse in der Hand hält, hätte unabsehbare Konsequenzen. Es wäre eine völlig andere Welt als die, in der wir leben. Es ist gar nicht so sehr eine Frage, ob dies eine schlechtere oder bessere Welt wäre. Die Transformation dahin ist einfach nicht mehr möglich. Über den Punkt sind wir längst hinaus. Und so werden Illusionen geschürt: Dass Souveränität bereits mit der Kontrolle der Personenfreizügigkeit herstellbar wäre.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Di 16. Apr 2019, 08:22

Dark Angel hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:49)

Asylrecht hat nichts mit Einwanderung zu tun


Genau das schrieb ich ja weiter oben. Und genau deshalb ist es falsch, aus Kriegs- und Krisengebieten Geflohene als Einwanderer zu bezeichnen, wie das die Grenzen-dicht-Experten immer tun. Asyl ist Asyl. Und Einwanderung ist Einwanderung. Ob nach längerer Zeit aus jemandem, der einen bewilligten Asylantrag in der Tasche hat, einmal ein Einwanderer wird, der in Deutschland leben und arbeiten wird/will/kann, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Letzterer Weg steckt sowieso so voller Hürden und Erschwernissen, das schaffen eh nur wenige. Die Flucht von 2015, über die sich die Rechtspopulisten so empören, hat nix mit Einwanderung zu tun. Das wurde schon damals aus demagogischen Gründen gerne verdreht.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Di 16. Apr 2019, 08:39

Dark Angel hat geschrieben:(15 Apr 2019, 19:41)

"Selbstverständlich kommen sie auch wegen des Fachärztemangels in Deutschland." - na sicher doch, die kommen wegen des Fachärtzemangels.
Die besseren Verdienst- und Arbeitsbedingungen sind selbstverfreilich nicht ausschlaggebend.
Geht's nicht noch ein bisschen realitätsferner?

Liebste Selina - umgekehrt wird ein Schuh draus, die kommen ausschließlich bzw vorrangig wegen besserer Verdienst- und Arbeitsbedingungen, dass damit der deutsche Ärztemangel gemildert wird, ist für Deutschland ein positiver Nebeneffekt.
Das geht eben NICHT Hand in Hand, wenn zur Beseitigung des Ärztemangels in Deutschland, in einem anderen Staat das Gesundheitswesen vor dem Zusammenbruch steht.
Dass diese Ärzte vor Ort fehlen, den Menschen dort NICHT geholfen werden kann - auf DIE Idee kommen deutsche Gutmenschen natürlich nicht.


Ob nun zuerst deren Wunsch nach besseren Verdienst- und Arbeitsbedingungen steht und dann erst die Tatsache des hiesigen Fachärztemangels, das ist schnurz. Wichtig ist, dass hier ein paar individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse ganz gut zusammenkommen. Ich hab mit ausländischen Ärzten (aus Georgien und Indien) gesprochen. Das sind hervorragende Spezialisten, die nach einer gewissen Zeit auch jederzeit wieder hätten nach Hause gehen können, sie hatten auch dort gute Arbeitsplatzangebote (für dortige Verhältnisse auch gut bezahlte) und ihre Familien (die sie später nachholten). Sie wurden hier aber mit weit offenen Armen empfangen und ausdrücklich und inständig gebeten, in den jeweiligen deutschen Kliniken zu bleiben. Warum? Weil man deren Können und Fachwissen nicht mehr missen wollte und weil man den Fachärztemangel aus eigener Kraft nicht beheben kann. Außerdem ist internationaler Ärzte-und-Wissenschaftler-Austausch das Normalste von der Welt. Das potenziert das international insgesamt vorhandene Wissen und Können enorm. Es ist auch zu einfach zu sagen, dass alle abgewanderten Ärzte nun sofort ein Riesenloch ins Gesundheitswesen der Herkunftsländer reißen. Das ist schon etwas differenzierter zu betrachten und pro Land sehr unterschiedlich. Und dort, wo das der Fall ist, dort löst man das Problem auch ganz bestimmt nicht durch nationalistische Abschottungspolitik. Was auch nicht gemacht wird.
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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon lili » Di 16. Apr 2019, 08:47

Was heißt denn hier nationale Abschottung? Eine unkontrollierte Globalisierung ist viel zu gefährlich und da brauche ich nicht rechts sein um es zu begreifen.
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

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Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Di 16. Apr 2019, 08:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Apr 2019, 08:11)

Der Fachärztemangel ist nur ein kleines exemplarisches Beispiel für die internationalen Verschränkungen, die sich in der heutigen Welt in allen möglichen Bereichen, Wirtschaft, Wissenschaft, Handel, Politik usw. zeigen. Natürlich kann man (staatliche) Souveränität als eine Strategie zur Wiederherstellung von TRansparenz und politischer Handlungsfähigkeit ansehen. Das ist ja verständlich. Die Struktur großer internationaler Unternehmen oder auch die Investittionstätigkeit großer internationaler Anleger ist für den Laien kaum noch durchschaubar. Aber es nützt doch nix! Eine wirkliche Souveränität, bei der eine nationale Regierung wirklich die Fäden über alle im Land laufenden Prozesse in der Hand hält, hätte unabsehbare Konsequenzen. Es wäre eine völlig andere Welt als die, in der wir leben. Es ist gar nicht so sehr eine Frage, ob dies eine schlechtere oder bessere Welt wäre. Die Transformation dahin ist einfach nicht mehr möglich. Über den Punkt sind wir längst hinaus. Und so werden Illusionen geschürt: Dass Souveränität bereits mit der Kontrolle der Personenfreizügigkeit herstellbar wäre.


Genau. Ich gehe noch einen Schritt weiter. Du schreibst "Es ist gar nicht so sehr eine Frage, ob dies eine schlechtere oder bessere Welt wäre." Selbstverständlich wäre eine von internationalen Verbindungen und Entwicklungsprozessen abgekoppelte ausschließlich auf die eigene Nation zurückgeworfene Welt schlechter als die jetzige. Schau dir nur die möglichen Brexit-Folgen für den Welthandel und die internationalen Beziehungen auf allen Gebieten an, das wäre ein Rückschritt großen Ausmaßes. Daher soll es ja in GB laut Umfragen inzwischen wieder mehr Brexit-Gegner als -Befürworter geben. Ihnen wurden inzwischen die Augen geöffnet.
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