Digitale Renteninformation könnte Ende 2022 starten

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jack000
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Digitale Renteninformation könnte Ende 2022 starten

Beitragvon jack000 » Do 27. Aug 2020, 03:11

Berlin Alle Renteninformationen aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge übersichtlich und digital aus einer Hand – dieses Versprechen aus dem Koalitionsvertrag könnte Ende 2022 Realität werden. Das Bundesarbeitsministerium hat jetzt den Referentenentwurf für ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. Der Entwurf, der innerhalb der Bundesregierung noch nicht abgestimmt ist, liegt dem Handelsblatt vor.

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... OFn7VA-ap1
Nun, das ist noch nicht in trockenen Tüchern. Da aber die Altersvorsorgen vieler Mitbürger aus verschiedenen Quellen gespeist wird, macht es doch Sinn diese gebündelt dem Mitbürger mitzuteilen?

Ein Problem aber soll sein, dass diese Angaben gar nicht verbindlich sind. Macht es denn noch Sinn?
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Skull
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Re: Digitale Renteninformation könnte Ende 2022 starten

Beitragvon Skull » Do 27. Aug 2020, 08:25

jack000 hat geschrieben:(27 Aug 2020, 03:11)

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... OFn7VA-ap1
Nun, das ist noch nicht in trockenen Tüchern. Da aber die Altersvorsorgen vieler Mitbürger aus verschiedenen Quellen gespeist wird, macht es doch Sinn diese gebündelt dem Mitbürger mitzuteilen?

Ein Problem aber soll sein, dass diese Angaben gar nicht verbindlich sind. Macht es denn noch Sinn?

Grundsätzlich hört sich das ja gut an.

Ich bin aber skeptisch bei immer mehr zentralen Daten- und Meldeerfassungen.
Dort, wo viel Daten existieren, gibt es auch immer Organisationen oder Instititutionen,
die an solchen umfassenden zentralen Daten Interesse haben. Wozu dann auch immer.

mfg
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lemonitor
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Re: Digitale Renteninformation könnte Ende 2022 starten

Beitragvon lemonitor » Mo 31. Aug 2020, 12:32

jack000 hat geschrieben:(27 Aug 2020, 03:11)

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... OFn7VA-ap1
Nun, das ist noch nicht in trockenen Tüchern. Da aber die Altersvorsorgen vieler Mitbürger aus verschiedenen Quellen gespeist wird, macht es doch Sinn diese gebündelt dem Mitbürger mitzuteilen?

Ein Problem aber soll sein, dass diese Angaben gar nicht verbindlich sind. Macht es denn noch Sinn?


Meiner Ansicht nach stehen wir in einer Situation, wo die in den letzten 200 Jahren entstandenen Strukturen völlig neu gedacht werden müssen, denn es ist davon auszugehen, dass in einer digitalisierten Welt alle von Logarythmen steuerbaren Arbeiten verschwinden werden. Die sich derart dramatisch ändernde gesamtgesellschaftlichen Strukturen sind mit herkömmlicher Denkweise und Instrumenten nicht mehr zu bewältigen. Hinzu kommt, dass die Verarmung durch HarzIV Mindestlohn und die Verarmung vieler Rentner schon heute nicht mehr wegzuleugnen ist und im Gesamtsystem nicht nur für finanzielle Schwierigkeiten sorgt, sondern durch die Verarmung auch erheblichen sozialen Sprengstoff schafft.

Wenn wir die Digitalisierung haben wollen, werden wir alle akzeptieren müssen, dass auch Verwaltungsprozesse digitalisiert werden wobei die Frage ist, wie und wozu Daten erhoben und verwendet werden und wer Zugriff darauf hat. Wenn die Kosten für die Verwaltung eines Sozialsystems incl der Renten so niedrig wie möglich gehalten werden sollen, werden wir um den Einsatz einer gebündelten Datenerhebung und Verwaltung für des gesamten sozialen Sicherungssystems nicht herumkommen.

Die Frage ist also nicht: Wollen wir die Datenzusammenführung haben oder nicht- sondern die Frage ist: Wie schaffen wir es, ohne Systemzusammenbruch aus dem veralteten Gesamtsystem in ein zukunftsfähiges System umzusteigen.

Wir kleben alle gedanklich viel zu sehr an Reparaturversuchen eines hoffnungslos veralteten Systems statt uns darüber Gedanken zu machen, wie wir in Zukunft leben wollen- und was dafür getan werden muss, dass wir das auch können.
Wenn Ignoranten die Spitze erklimmen, beginnt ein Wettkampf in Dummheit. Parkinson stellt den wohl beliebtesten Mythos der Wirtschaft in Frage: Den, dass alle Akteure sich rational verhalten.
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denkmal
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Re: Digitale Renteninformation könnte Ende 2022 starten

Beitragvon denkmal » Mo 31. Aug 2020, 14:19

jack000 hat geschrieben:(27 Aug 2020, 03:11)

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... OFn7VA-ap1
Nun, das ist noch nicht in trockenen Tüchern. Da aber die Altersvorsorgen vieler Mitbürger aus verschiedenen Quellen gespeist wird, macht es doch Sinn diese gebündelt dem Mitbürger mitzuteilen?

Ein Problem aber soll sein, dass diese Angaben gar nicht verbindlich sind. Macht es denn noch Sinn?

Sollte der Mitbürger nicht in der Lage sein, dass alles selbst nachzuhalten? Das ist wieder so ein typisches Nannybeispiel, da bin ich eher skeptisch...
Ich bekomme von der DRV einen (jährlichen?) Bescheid, ich kann bei der Personalabteilung fragen (da bekomme ich auch glaub ich regelmäßigen Bescheid), meine diversen zusätzlichen Altersvorsorgemanager teilen mir auch einen regelmäßigen Stand mit - diese Anlagen sind vielleicht nicht immer Altersvorsorge nach dem Sinne des Staates (Aktiendepots, immobilie, Edelmetalle, etc.)? Meinen die da mit Privat nur Riester?
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor

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