Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Sören74
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Sören74 » Mi 4. Sep 2019, 23:48

Adam Smith hat geschrieben:(02 Sep 2019, 22:48)

Welches Konjunkturprogramm gab es denn durch den New Deal?

BIP 1929: 976,1 Mrd US-Dollar


BIP 1933: 715,8 Mrd US-Dollar

Adam Smith hat geschrieben:BIP 1938: 991,8 Mrd US-Dollar

http://pdwb.de/nd23_2011.htm


Braucht Euch nicht bedanken, keine Ursache. ;)
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Sören74
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Sören74 » Mi 4. Sep 2019, 23:52

Adam Smith hat geschrieben:(02 Sep 2019, 23:54)

Arbeitslosenquote 1938: 19%

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Arbeits ... en_Staaten

So eine grosse Auswirkung hatte der New Deal nicht.


Auch hier helfe ich gerne aus. :)

1933: 24,9%
1943: 1,9%
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Sören74
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Sören74 » Mi 4. Sep 2019, 23:54

Bielefeld09 hat geschrieben:(04 Sep 2019, 21:36)

Hallo lieber Ger9374,
ich mach mir echte Sorgen um Ihre Ängste.
Sind es nicht die Flüchtlinge, dann sind es die Kriminellen
und wenn es die nicht sind, dann sind es die Soziallasten, die immer mehr ausufern.
Und es sind immer Teilgruppen unserer Gesellschaft, die Ihnen Sorgen bereiten.
Wie kommt das?


Nicht zu vergessen vor schwedischen Mädchen. :x
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Bielefeld09
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Bielefeld09 » Do 5. Sep 2019, 00:31

Sören74 hat geschrieben:(04 Sep 2019, 23:54)

Nicht zu vergessen vor schwedischen Mädchen. :x

Na ja,
ich hätte ja nicht gedacht,
das meine Mitdiskutanten so argumentationsbefreit diskutieren dürfen.
Und das Greta nun auch noch Schuld ist am Wetter,
wen soll das noch wundern?
Nur ist dieses Umweltthema in der Bedeutung auch bei dem rechten Flügel noch nicht angekommen.
Das Thema Rente ist noch nicht angekommen.
Und das Thema Hartz 4 ist bei keiner politischen Partei angekommen.
Und der Threadersteller entblödet sich nicht der Nachfrage,:
Was tun wir in Zeiten einer Rezession außer Kürzungen der Sozialleistungen?
Bitte nicht weiterschlafen bei diesen Themen! :thumbup:
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon jack000 » Do 5. Sep 2019, 01:05

Misterfritz hat geschrieben:(01 Sep 2019, 16:56)

Wo willst Du denn kürzen?
Bei den Zuzahlungen zu Renten? Bei Hartz V? Wohngeld?

Genau weil man bei diesen Themen wohl nichts kürzen darf/kann, wird es andere Themen treffen. Z.B. linke Kulturprojekte.
=> Daher ist Steuerverweigerung der richtige Weg!
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon MoOderSo » Do 5. Sep 2019, 01:20

Sören74 hat geschrieben:(04 Sep 2019, 23:52)

Auch hier helfe ich gerne aus. :)

1933: 24,9%
1943: 1,9%

Ein paar Millionen Soldaten in den Krieg zu schicken war Teil des New Deals?
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon BlueMonday » Do 5. Sep 2019, 01:30

Progressiver hat geschrieben:(02 Sep 2019, 23:35)

Der New Deal bestand aus mehreren Teilen.


Hitler und der Nationalsozialismus war praktisch der "new deal" Deutschlands und bestand sicher nicht nur aus Aufrüstung. Er entsprang letztlich dem selben Denken des antiliberalen Dirigismus und Interventionismus.
Und unter FDR wurde andererseits der Grundstein des berüchtigten "militärisch-industriellen Komplexes" gelegt. Eine Abrüstung danach gab es praktisch nie. Die Militärausgaben der USA wurden bedeutender Teil des "GDP".
Die (keynesianischen) Parallelen sind jedenfalls unübersehbar, wenn man nicht die Augen davor fest verschließt. Allein die damaligen Reden sprechen schon interventionistische Bände: https://www.youtube.com/watch?v=dWdWurmMLrw

"American democracy is proof against Fascism, not only because it is formally anti-fascist, but also because it contains and conseals elements that are fascist in substance and that serve to immunize American society to special fascist forms" (L. Samson, Is Fascism possible in America?, 1934)

Oder zitiert von Wolfgang Schivelbusch(Three New Deals: Reflections on Roosevelt's America, Mussolini's Italy, and Hitler's Germany, 1933-1939.) aus John T. Flynns "As We Go Marching":

But willingly or unwillingly, Flynn argued, the New Deal had put itself into the position of needing a state of permanent crisis or, indeed, permanent war to justify its social interventions. "It is born in crisis, lives on crises, and cannot survive the era of crisis…. Hitler's story is the same." … Flynn's prognosis for the regime of his enemy Roosevelt sounds more apt today than when he made it in 1944 … "We must have enemies," he wrote in As We Go Marching. "They will become an economic necessity for us." (pp. 186, 191)


Letztlich ist es das, was wir mittlerweile überall erleben: sich ewig drehende Interventionspiralen. Jede Intervention erzeugt ihre eigenen neuen Probleme, die wieder neue Interventionen nach sich ziehen, wieder mit neuen Problemen...
Eine Politik der Krise, die die Krise unbedingt als Legitimation für ihren Eingriff braucht und sich den Krisengrund immer wieder selbst bereitet, sei es als eingebildeter Grund oder als tatsächliches Problem.
But who would build the roads?
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Sören74 » Do 5. Sep 2019, 01:37

jack000 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 01:05)

Genau weil man bei diesen Themen wohl nichts kürzen darf/kann, wird es andere Themen treffen. Z.B. linke Kulturprojekte.
=> Daher ist Steuerverweigerung der richtige Weg!


Wohl kaum, es sei denn man glaubt über dem Gesetz zu stehen. Und selbst dann nicht. :p
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Sören74 » Do 5. Sep 2019, 01:41

MoOderSo hat geschrieben:(05 Sep 2019, 01:20)

Ein paar Millionen Soldaten in den Krieg zu schicken war Teil des New Deals?


Es dürfen auch gerne die Zahlen nach dem 2.Weltkrieg herangezogen werden:

1946: 3,9%
1947: 3,9%
1948: 3,8%
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Bielefeld09
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Bielefeld09 » Do 5. Sep 2019, 01:48

jack000 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 01:05)

Genau weil man bei diesen Themen wohl nichts kürzen darf/kann, wird es andere Themen treffen. Z.B. linke Kulturprojekte.
=> Daher ist Steuerverweigerung der richtige Weg!

Lieber Jack000,
ich mach mir da immer Sorgen um Sie.
Sie sollten das Wort: Steuerverweigerung eher weniger verwenden.
Das gibt Ärger, den ich Ihnen gerne ersparen möchte.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon jack000 » Do 5. Sep 2019, 02:05

Sören74 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 01:37)

Wohl kaum, es sei denn man glaubt über dem Gesetz zu stehen. Und selbst dann nicht. :p

Lt. Gesetz ist es mir erlaubt meinen Job hinzuschmeißen und einen anderen anzunehmen bei dem ich weniger an Gehalt bekomme und somit weniger Steuern zahlen muss! (Ich komme auch mit weniger Geld aus!)
=> Oder hast du eine Idee welches Gesetz mir das verbieten würde?
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon odiug » Do 5. Sep 2019, 11:51

Die Moderation des Forums für Sozialpolitik bittet die Teilnehmer ihre persönlichen Hahnenkämpfe bitte per PN, besser noch per eigener E Mail auszutragen, oder am besten gleich ganz zu unterlassen.
Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Adam Smith
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Adam Smith » Do 5. Sep 2019, 11:53

jack000 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 02:05)

Lt. Gesetz ist es mir erlaubt meinen Job hinzuschmeißen und einen anderen anzunehmen bei dem ich weniger an Gehalt bekomme und somit weniger Steuern zahlen muss! (Ich komme auch mit weniger Geld aus!)
=> Oder hast du eine Idee welches Gesetz mir das verbieten würde?


Vielleicht wenn du für jemanden Unterhalt zahlen musst.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
Ger9374

Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Ger9374 » Do 5. Sep 2019, 12:35

Bielefeld09 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 01:48)

Lieber Jack000,
ich mach mir da immer Sorgen um Sie.
Sie sollten das Wort: Steuerverweigerung eher weniger verwenden.
Das gibt Ärger, den ich Ihnen gerne ersparen möchte.



Steuervermeidung ist besser ;-))
Danke für den Hinweis Bielefeld!!
DieBananeGrillt
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon DieBananeGrillt » Fr 6. Sep 2019, 21:20

Ger9374 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 12:35)

Steuervermeidung ist besser ;-))
Danke für den Hinweis Bielefeld!!



Steuervermeidung ?
Ach, wie es die großen Konzerne machen, alles undurchsichtig verteilen, bis nur noch Konten in Steueroasen nachzuweisen sind.
Tolle Idee.
Oder war damit gemeint lieber Hartz4 kassieren als Einkommenssteuer zahlen, auch nicht schlecht.
Ja, wer sparen will ist erfinderisch.
Oder den griechischen Stil : Bloß nichts für den Staat zahlen, das soll lieber die EU machen.
Vielleicht einen deutschen Stil erfinden : Die Rezession kommt, weg mit Sozialleistungen in diesem Schönwetterstaat.
Deine Wünsche werden in Erfüllung gehen. Nach den nächsten Wahlen gibt es in D ebenfalls einen Kasper wie Trump, Johnson, Salvini und Sonstige. Aus nationalen Interessen werden Sozialleistungen gestrichen. Du bist am Höhepunkt deines Erfolges angekommen aus sozial, asozial zu machen und Nationalasozial zu sein.
Ger9374

Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Ger9374 » Fr 6. Sep 2019, 21:31

Nationalasozial, wie lange hast du denn für den Schwachsinn gebraucht!
Rauch Mal noch eine;-))
Atue001
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Atue001 » Di 8. Okt 2019, 00:50

Ger9374 hat geschrieben:(01 Sep 2019, 15:21)

Hallo liebe User,

seit einiger Zeit beschleicht mich das Gefühl das der Deutsche Sozialstaat immer mehr ausufert. Klingt merkwürdig da die Unternehmensgewinne teilweise auch nach oben schiessen, aber diese sichern ja auch Arbeitsplätze.Wäre es vielleicht angebracht
die Sozialausgaben von Bund und Ländern für einige Jahre einzufrieren!?
Niedrige Inflation sollte dies möglich machen.
Ist so etwas denkbar oder fliegt uns der Sozialetat irgendwann um die Ohren?!


Freue mich auf eure Reaktionen!!



Ein sehr weites Feld......

Meine Lieblingsantwort auf so einen Post ist, dass wir uns darüber unterhalten sollten, welche Form der Staatsfinanzierung GERECHT ist.
Hier habe ich eine klare Ansicht: GERECHT ist meiner Sichtweise nach eine Staatsfinanzierung, die sich am Vermögen orientiert. Das heißt: Wer über 10% des Privatvermögens verfügt, der sollte auch 10% des Staatshaushaltes (Gesamthaushalt, also Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen) finanzieren.

OB das viel oder wenig ist - das hängt davon ab, was der demokratisch organisierte Staat für gerechtfertigt hält, also welche sozialen Leistungen beispielsweise finanziert werden sollen......


Wenn ich das so schreibe, bedeutet das nicht, dass ich für eine alleinige Finanzierung des Staates durch eine Vermögenssteuer bin! Da gibt es viele gute Gründe, warum das wenig erstrebenswert ist. ABER - es lohnt der Blick darauf, was passieren würde, wenn man es so organisiert......


Sind unsere Sozialausgaben zu hoch?
Definitiv nicht! Wenn immer mehr Menschen aufgrund der Sozialpolitik nicht in der Lage sind, im Alter sich ein Leben oberhalb des Existenzminimums zu leisten, dann läuft etwas verkehrt!

Das, was verkehrt läuft, ist aber nicht trivial. Besonders dehalb nicht, weil noch immer zu viele Menschen nicht begriffen haben, dass es in wesentlichen Teilen in unserem Sozialstaat darum geht, das Existenzminimum abzusichern.
Wir haben kein einheitliches Existenzminimumsgesetz - oder Existenzgrundsicherungsgesetz. Das verschleiert den Blickwinkel.


Ich plädiere deshalb ganz stark dafür, dass wir mal das Thema der Existenzgrundsicherung in den Blickpunkt nehmen - und dafür auch ein eigenständiges und konsistentes Gesetz von der Wiege bis zur Bahre beschließen!
Das sagt noch gar nichts darüber aus, wie sozial dieses Gesetz ist - es sagt nur etwas darüber aus, dass ich der Meinung bin, dass dieser Punkt ganzheitlich einheitlich organisiert gehört!


WENN das passieren würde, hätte das deutliche Konsequenzen!
Gut aber wäre es, diese Konsequenzen mal aufzuzeigen - denn diese passieren auch heute schon, aber zu vielen Menschen fehlt ein Bewußtsein darüber, was da konkret passiert.

Unterm Strich gehört unser Sozialstaat gründlich renoviert!

Ob und für wen das zu Mehrbelastungen, oder zu Mehrleistungen führt - das kann man je nach politischen Gusto definieren. Dass wir aber mal klar auräumen sollten, und dass dieses Aufräumen ein klarer Vorteil für eine moderne Sicht auf den Sozialstaat helfen würde - das lieft für mich ausser Frage.
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Teeernte » Di 8. Okt 2019, 01:09

Atue001 hat geschrieben:(08 Oct 2019, 00:50)


Unterm Strich gehört unser Sozialstaat gründlich renoviert!


Vermögenssteuer ?

Im Gegenzug wird SozialGELD durch Bezugsmarken und Sachleistung ersetzt.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Skull » Di 8. Okt 2019, 08:49

Atue001 hat geschrieben:(08 Oct 2019, 00:50)

welche Form der Staatsfinanzierung GERECHT ist.
Hier habe ich eine klare Ansicht: GERECHT ist meiner Sichtweise nach eine Staatsfinanzierung, die sich am Vermögen orientiert. Das heißt: Wer über 10% des Privatvermögens verfügt, der sollte auch 10% des Staatshaushaltes (Gesamthaushalt, also Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen) finanzieren.

Das sehe ich anders.

Ich halte wenig bis nichts von einer Vermögensbesteuerung (Substanzbesteuerung).
Ertragssteuern ja, Verbrauchssteuern ja, Erbschaftsteuern ebenfalls.
Aber eine Hauptsteuer auf das reine Vermögen, nein.
Noch mehr Erfassung, Bewertung und Überwachung seitens eines „allmächtigen“ Staates.

Und ob es gerecht wäre, wenn die Hälfte der Bevölkerung kaum bis gar nicht zur Staatsfinanzierung beitragen würde,
lasse ich mal dahingestellt.
Ebenso ist da das Ziel einer solchen (hohen) Substanzsteuer zu verneinen.
Bei einer 5 -10 Prozentigen Vermögenssteuer wird ja in 10 - 30 Jahren das individuelle Vermögen gegen „Null“ laufen,
da sie aus der SUBSTANZ bezahlt werden darf ...oder muss.

Atue001 hat geschrieben:(08 Oct 2019, 00:50)

und dafür auch ein eigenständiges und konsistentes Gesetz von der Wiege bis zur Bahre beschließen!

Auch davon halte ich nichts.

Der allmächtigen Staat ...von der Wiege bis zur Bahre. Der „Allmächtige“ gibt...und nimmt.
Nach seinem Gusto und seinem Gutdünken.

mfg
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Re: Rezession, eine Chance damit Soziale Aufgaben auf das Notwendigste beschränkt werden !?

Beitragvon Atue001 » Mi 9. Okt 2019, 23:01

Skull hat geschrieben:(08 Oct 2019, 08:49)

Das sehe ich anders.

Ich halte wenig bis nichts von einer Vermögensbesteuerung (Substanzbesteuerung).
Ertragssteuern ja, Verbrauchssteuern ja, Erbschaftsteuern ebenfalls.
Aber eine Hauptsteuer auf das reine Vermögen, nein.
Noch mehr Erfassung, Bewertung und Überwachung seitens eines „allmächtigen“ Staates.

Und ob es gerecht wäre, wenn die Hälfte der Bevölkerung kaum bis gar nicht zur Staatsfinanzierung beitragen würde,
lasse ich mal dahingestellt.
Ebenso ist da das Ziel einer solchen (hohen) Substanzsteuer zu verneinen.
Bei einer 5 -10 Prozentigen Vermögenssteuer wird ja in 10 - 30 Jahren das individuelle Vermögen gegen „Null“ laufen,
da sie aus der SUBSTANZ bezahlt werden darf ...oder muss.


Auch davon halte ich nichts.

Der allmächtigen Staat ...von der Wiege bis zur Bahre. Der „Allmächtige“ gibt...und nimmt.
Nach seinem Gusto und seinem Gutdünken.

mfg


Von einem allmächtigen Staat halte ich auch nichts!
Erbschaftssteuern sind durchaus ein Instrument der Vermögensbesteuerung......man kann das auch über eine Erbschaftssteuer organisieren. Das ist aber mehr eine Frage dessen, wie man die Steuergerechtigkeit in der Praxis herstellen möchte - da spielen auch noch Aspekte mit, welches Einkommen wer in welchem Lebensalter auch tatsächlich realisieren kann.....
Deshalb spreche ich auch mehr davon, dass sich die Staatsfinanzierung an der Vermögensbesteuerung orientieren sollte.....und tatsächlich gibt es ja entsprechende OECD-Studien, dass dies so auch passiert - wenn man mal die Vermögendssten 1-3% ausnimmt.

Auch jüngste Berichte sprechen gerade einmal mehr auch in der BRD davon, dass sich die Schere ausweitet - die Vermögendsten 1% zahlen in Deutschland schlicht und einfach zu wenig Steuern/Abgaben - sie tragen dramatisch unterproportional zur Staatsfinanzierung bei.

Ist es gerecht, wenn die Hälfte der Bevölkerung kaum bis gar nicht zur Staatsfinanzierung beiträgt?
Das kommt darauf an.....
Wenn die Hälfte der Bevölkerung keine ausreichenden Einkommen und Vermögen hat, um relevant zur Staatsfinanzierung beitragen zu können - dann ist das gerecht, und so ist es heute.
RICHTIG ist das deshalb noch lange nicht - richtig wäre es, wenn die Politik Rahmenbedingungen schaffen würde, dass wesentliche Teile dieser Hälfte der Bevölkerung ausreichend vermögend ist, so dass sie auch zu einem wesentlichen Anteil zur Staatsfinanzierung beitragen KÖNNEN.

Die Idee, dass bei einer 10%-Vermögenssteuer das individuelle Vermögen gegen NULL läuft - zeigt klar auf, dass du weder unser heutiges System noch meinen Finanzierungsansatz hinreichend verstanden hast.

Die Kernphilosphie einer reinen Vermögensbesteuerung wäre: Welches Einkommen brauche ich, um mir mein Vermögen leisten zu können.....damit es nicht kleiner wird.

Rechne es mal für dein Vermögen und deine Einkommenssitution durch - du wirst überrascht sein, welches Vermögen du heute hast, und welches Vermögen du dir leisten könntest, wenn du 10% Vermögenssteuer jährlich bezahlen müsstest (und sonst nichts - zur Staatsfinanzierung!)

Es sind bei üblichen Beispielrechnungen mindestens 90% der Bevölkerung, die bei einem theoretischen Umstieg auf eine reinen Vermögenssteuerfinanzierten Staat sich mehr leisten könnten, als dies heute der Fall ist. Deren Vermögen würde nicht schrumpfen, und die Idee, dass Vermögen in einem solchen Umfeld gegen Null laufen würden, ist allenfalls naiv, weil sie nicht berücksichtigt, dass järhlich Neuvermögen durch Einkommen Brutto = Netto mit dazukommt.

Solange also die Vermögenssteuer geringer ausfällt als das, was Brutto verdient wird, allenfalls noch abzüglich den Konsums, steigt das Vermögen!

Man kann leicht zeigen, dass in der theoretischen Welt einer rein vermögenssteuerfinanzierten Republik das Durchschnittsvermögen höher wäre als heute!

Es gibt gute andere Gründe, warum man nicht auf das rein Vermögenssteuerbasierende Modell übergeht - das hat vor allem mit der LEbenswirklichkeit der Menschen zu tun. Allerdings gibt es gute Alternativen - beispielsweise eine moderate Vermögenssteuer, eine Erbschaftssteuer, Luxussteuern und einiges mehr.

Trotzdem - entscheidend wäre, dass du dich mal mit dem theoretischen Modell der reinen Vermögenssteuer auseinandersetzt - dann verstehst du auch schneller, was heute suboptimal organisiert ist.

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