Ist der Neoliberalismus unsozial

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VaterMutterKind

Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon VaterMutterKind » Mo 22. Jul 2019, 20:51

Selina hat geschrieben:(22 Jul 2019, 20:45)

Ich sehe solche Fragen immer aus der Sicht der Betroffenen. Wer einmal unten angekommen ist, wer aus der Armuts- und Niedriglohn-Falle nicht mehr rauskommt, weil es in seiner Region einfach nur Billigarbeitsplätze gibt und er trotzdem sein Zuhause nicht aufgeben will und kann, der weiß genau, warum das so ist. Für den ist es egal, ob man die Verantwortlichen nun konservativ oder neoliberal nennt. Diese Leute haben die Erfahrung gemacht, dass die deutsche Einheit neben bürgerlichen Freiheiten (positiv) eben auch eine immense soziale Unsicherheit (negativ) gebracht hat. So ist er halt, der Kapitalismus.


Wer nicht flexibel auf den Arbeitsmarkt reagieren will, der muss mit Hartz 4 oder Niedriglohn leben. Selber schuld. Dann hat man sich selbst eine Fall gestellt. Dafür kann niemand etwas ausser die betroffene Person allein.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon Selina » Mo 22. Jul 2019, 20:56

VaterMutterKind hat geschrieben:(22 Jul 2019, 20:51)

Wer nicht flexibel auf den Arbeitsmarkt reagieren will, der muss mit Hartz 4 oder Niedriglohn leben. Selber schuld. Dann hat man sich selbst eine Fall gestellt. Dafür kann niemand etwas ausser die betroffene Person allein.


Nein. Dafür sind selbstverständlich politische Weichen gestellt worden. Das ist aber das kleine Einmaleins in der Politik. Da kommste mit Individualisierung nicht weiter.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon VaterMutterKind » Mo 22. Jul 2019, 20:57

Selina hat geschrieben:(22 Jul 2019, 20:56)

Nein. Dafür sind selbstverständlich politische Weichen gestellt worden. Das ist aber das kleine Einmaleins in der Politik. Da kommste mit Individualisierung nicht weiter.


Genau. Alle anderen sind schuld, nur man selbst nicht.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon lili » Mo 22. Jul 2019, 20:57

Selina hat geschrieben:(22 Jul 2019, 20:45)

Ich sehe solche Fragen immer aus der Sicht der Betroffenen. Wer einmal unten angekommen ist, wer aus der Armuts- und Niedriglohn-Falle nicht mehr rauskommt, weil es in seiner Region einfach nur Billigarbeitsplätze gibt und er trotzdem sein Zuhause nicht aufgeben will und kann, der weiß genau, warum das so ist. Für den ist es egal, ob man die Verantwortlichen nun konservativ oder neoliberal nennt. Diese Leute haben die Erfahrung gemacht, dass die deutsche Einheit neben bürgerlichen Freiheiten (positiv) eben auch eine immense soziale Unsicherheit (negativ) gebracht hat. So ist er halt, der Kapitalismus.


Das ist sicherlich richtig. Nur wenn man nicht klar bennen kann welches System wir aktuell haben bzw. haben möchten. Wird es schwierig mit der praktischen Umsetzung.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon Selina » Mo 22. Jul 2019, 21:08

VaterMutterKind hat geschrieben:(22 Jul 2019, 20:57)

Genau. Alle anderen sind schuld, nur man selbst nicht.


Nein. Das ist meistens eine Mischung aus gesellschaftlich-politischen und individuellen Gründen. Beide Seiten spielen immer eine Rolle. Daher gibt es auch Regionen, da ist die Langzeitarbeitslosigkeit höher als anderswo und umgekehrt. Mir hat mal eine regionale Jobcenter-Mitarbeiterin aus der Leitungsebene gesagt, diejenigen, die einfach nur faul seien und das Hartz-vier-System nur ausnutzten würden, könne sie an zwei Händen abzählen. Sie seien der Behörde bestens bekannt. Das sei aber - wie gesagt - eine sehr kleine Minderheit. Die anderen - die Mehrheit also - seien auf Grund vieler verschiedener Umstände auf Hartz vier angewiesen. Nix Faulheit, nix Bequemlichkeit.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon VaterMutterKind » Mo 22. Jul 2019, 21:11

Selina hat geschrieben:(22 Jul 2019, 21:08)

Nein. Das ist meistens eine Mischung aus gesellschaftlich-politischen und individuellen Gründen. Beide Seiten spielen immer eine Rolle. Daher gibt es auch Regionen, da ist die Langzeitarbeitslosigkeit höher als anderswo und umgekehrt. Mir hat mal eine regionale Jobcenter-Mitarbeiterin aus der Leitungsebene gesagt, diejenigen, die einfach nur faul seien und das Hartz-vier-System nur ausnutzten würden, könne sie an zwei Händen abzählen. Sie seien der Behörde bestens bekannt. Das sei aber - wie gesagt - eine sehr kleine Minderheit. Die anderen - die Mehrheit also - seien auf Grund vieler verschiedener Umstände auf Hartz vier angewiesen. Nix Faulheit, nix Bequemlichkeit.


Klar. Einfach Pech. Und die anderen haben einfach nur unverdientes Glück gehabt. Die haben nichts für den guten Job getan. Der ist denen so zugefallen.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon Selina » Mo 22. Jul 2019, 21:12

VaterMutterKind hat geschrieben:(22 Jul 2019, 21:11)

Klar. Einfach Pech. Und die anderen haben einfach nur unverdientes Glück gehabt. Die haben nichts für den guten Job getan. Der ist denen so zugefallen.


Hat keiner gesagt.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon Skull » Mo 22. Jul 2019, 21:54

Kohlhaas hat geschrieben:(22 Jul 2019, 18:48)

- Die Bundeswehr ist ein staatlich geführtes Unternehmen.... hoffentlich bis in alle Ewigkeit!

- Die Polizei ist ein staatlich geführtes Unternehmen.... hoffentlich... (siehe oben)

- Das Schulsystem ist ein staatlich geführtes Unternehmen, .... hoffentlich... (siehe oben)

Das sind alles keine staatlich geführten Unternehmen.

(im Gegensatz zur Deutschen Bahn AG - das ist ja eines)


Was bastelst Du Dir da zusammen ? :?: :D

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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 23. Jul 2019, 08:38

Selina hat geschrieben:(22 Jul 2019, 19:35)

Logisch, dass es nicht "so einfach" ist. Sage ich ja. Ich rede von realen Personen, die ich kenne. Und auch sonst weiß ich bei dem Thema schon sehr genau, wovon ich rede. Außerdem gehts um den gesamten Komplex Niedriglohn. Darunter sind Leute - wie ich oben bereits schrieb - die sind eben nicht "gering qualifiziert". Absolventen von Unis werden mit Vorliebe in befristete Billigjobs gesteckt. Selbst, wenn sie aus Forschungs- oder anderen Gründen nach dem Studium an der Uni bleiben, hangeln sie sich von befristetem Billigjob zu befristetem Billigjob. Familienplanung Fehlanzeige mit der Unsicherheit. Und es sind auch Menschen mit Behinderungen dabei, die durchaus gut ausgebildet und arbeitsfähig sind, nur aktuell halt unter einer Behinderung leiden, mitunter bis ans Lebensende. Die brauchen logischerweise eine spezielle Arbeitsmarkt-Förderung, nicht diesen Einheits-Mist im Jobcenter. Die Arbeitslosenquote bei Behinderten ist besonders hoch. Die Vorstellung, Aufstocker und andere Hartz-vier-Bezieher seien alles gering Qualifizierte und auch ein bisschen faul und unbeweglich, ist eine typisch neoliberale Haltung. Die Betroffenen sind doppelt angeschmiert, sie müssen in ewig unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen existieren und werden obendrein noch verhöhnt und als nicht leistungsfähig oder nicht leistungswillig hingestellt. Unsäglich, aber alles gewollt vom feinen Herrn Schröder und den noch konservativeren Leuten, die ihm applaudiert haben und heute immer noch applaudieren.


Ach Uniausbildung. Das ist ohnehin ein Thema für sich. Wir haben zuwenig MINT-Absolventen und zuviele Laberfach-Absolventen. Und die stehen dann tatsächlich oft in der Pommesbude hinter der Theke. Wir haben vor kurzem noch einen Mediengestalter gesucht. Dutzende von Bewerbungen. Und eine Fachkraft für die Produktion. Die Stelle ist immer noch unbesetzt.... Die Leute sollten sich auch mal überlegen ob ihr Studium wirklich zukunftsfähig ist.

Die Randgruppen wie Behinderte lassen wir mal außen vor. Auch deren Problem ist nicht die Agenda2010. Die hatten schon immer ein Problem am Arbeitsmarkt. Arbeitgeber zahlen lieber die Behindertenabgabe weil der Arbeitnehmerschutz quasi Unkündbarkeit für den Behinderten bedeutet. Und die haben Extraansprüche die eben auch Extrakosten bedeuten. Aber wie gesagt das Problem hat nichts mit Neoliberalismus oder der Agenda2010 zu tun und sollte gesondert diskutiert werden.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon z4ubi » Di 23. Jul 2019, 17:14

Alter Stubentiger hat geschrieben:(22 Jul 2019, 09:03)

Das stimmt so nicht. Die Agenda war ein riesiger Erfolg. Du musst auch mal die Ausgangslage betrachten. Wirtschaftlich hatten z.B. Deutschland und Frankreich dieselben Probleme. Auch bei der Arbeitslosigkeit. Deutschland hat dann die Agenda 2010 installiert, Frankreich hat nichts getan. Und die Folgen sind man heute sehr deutlich.

Die Agenda2010 war nicht perfekt. So manches funktionierte nicht so wie gedacht. Aber insgesamt war sie ein großer Erfolg. Was damals besonders fehlte war ein Mindestlohn. Aber den haben wir ja doh noch gekriegt. Gegen den erbitterten Widerstand der Neoliberalen.


Ich würde sagen, die Agenda 2010 war weder ein Erfolg, noch sollte sich Frankreich daran ein Beispiel nehmen. Es gab in den letzten 20 Jahren doch nur eine Entwicklung in
Deutschland, die positiv verlaufen ist, und zwar die Entwicklung der Leistungs- und Handelsbilanz. Wenn man seinen Wohlstand also haupstächlich durch Exporte und Geld aus dem Ausland abhängig macht und durch Lohnzurückhaltung nicht einmal für eine soziale Verteilung dieses Wohlstandes sorgt, wieso sollte das für andere Länder von Vorbild sein?
Und an welches Modell sollen sich dann die Länder halten, die uns und einem Frankreich nach deutschem Vorbild zu den Leistungsbilanzüberschüssen verhelfen?

ps: wenn ich mir Frankreichs Inflationsraten seit 2008 anschaue, sieht das nicht danach aus, als würde man dort über seinen Verhältnissen leben.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon lili » Di 23. Jul 2019, 17:19

z4ubi hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:14)

Ich würde sagen, die Agenda 2010 war weder ein Erfolg, noch sollte sich Frankreich daran ein Beispiel nehmen. Es gab in den letzten 20 Jahren doch nur eine Entwicklung in
Deutschland, die positiv verlaufen ist, und zwar die Entwicklung der Leistungs- und Handelsbilanz. Wenn man seinen Wohlstand also haupstächlich durch Exporte und Geld aus dem Ausland abhängig macht und durch Lohnzurückhaltung nicht einmal für eine soziale Verteilung dieses Wohlstandes sorgt, wieso sollte das für andere Länder von Vorbild sein?
Und an welches Modell sollen sich dann die Länder halten, die uns und einem Frankreich nach deutschem Vorbild zu den Leistungsbilanzüberschüssen verhelfen?

ps: wenn ich mir Frankreichs Inflationsraten seit 2008 anschaue, sieht das nicht danach aus, als würde man dort über seinen Verhältnissen leben.


Würdest du die Agenda 2010 als neoliberal bezeichnen?
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon VaterMutterKind » Di 23. Jul 2019, 17:26

lili hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:19)

Würdest du die Agenda 2010 als neoliberal bezeichnen?


Nein. Von dieser Agenda haben ja alle profitiert. Die gesamte Wirtschaft. Das hat Arbeitsplätze erhalten und die deutsche Wirtschaft konkurrenzfähig gehalten.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon z4ubi » Di 23. Jul 2019, 17:35

lili hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:19)

Würdest du die Agenda 2010 als neoliberal bezeichnen?


Den marktradikalen Neoliberalismus, welcher der sozialen Marktwirtschaft entgegen steht, kann man durchaus mit der Agenda 2010 in Verbindung bringen.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon Skull » Di 23. Jul 2019, 17:45

z4ubi hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:35)

Den marktradikalen Neoliberalismus,
welcher der sozialen Marktwirtschaft entgegen steht,
kann man durchaus mit der Agenda 2010 in Verbindung bringen.

Dann erkläre das mal bitte.

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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon lili » Di 23. Jul 2019, 17:53

VaterMutterKind hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:26)

Nein. Von dieser Agenda haben ja alle profitiert. Die gesamte Wirtschaft. Das hat Arbeitsplätze erhalten und die deutsche Wirtschaft konkurrenzfähig gehalten.


Nein davon haben nicht alle profitiert.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon lili » Di 23. Jul 2019, 17:53

z4ubi hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:35)

Den marktradikalen Neoliberalismus, welcher der sozialen Marktwirtschaft entgegen steht, kann man durchaus mit der Agenda 2010 in Verbindung bringen.


Kannst du das auch begründen?
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon lili » Di 23. Jul 2019, 17:55

Ich möchte gerne die Frage nochmal aufgreifen:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass staatliche Maßnahmen mit dem Neoliberalismus zu tun haben. Nach meiner Kenntnis wollen Neoliberale die Dinge gerne vereinfachen. Der Staat agiert viel zu bürokratisch und kompliziert.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon lili » Di 23. Jul 2019, 17:56

Skull hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:45)

Dann erkläre das mal bitte.

mfg


Auf die Erklärung bin ich jetzt auch gespannt.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon VaterMutterKind » Di 23. Jul 2019, 17:58

lili hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:53)

Nein davon haben nicht alle profitiert.


Ich denke doch. Von einer guten Wirtschaftslage profitieren alle. Auch die Sozialleistungsempfänger. So ein Sozialsystem muss man sich ja auch leisten können.
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Re: Ist der Neoliberalismus unsozial

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 23. Jul 2019, 18:16

z4ubi hat geschrieben:(23 Jul 2019, 17:14)

Ich würde sagen, die Agenda 2010 war weder ein Erfolg, noch sollte sich Frankreich daran ein Beispiel nehmen. Es gab in den letzten 20 Jahren doch nur eine Entwicklung in
Deutschland, die positiv verlaufen ist, und zwar die Entwicklung der Leistungs- und Handelsbilanz. Wenn man seinen Wohlstand also haupstächlich durch Exporte und Geld aus dem Ausland abhängig macht und durch Lohnzurückhaltung nicht einmal für eine soziale Verteilung dieses Wohlstandes sorgt, wieso sollte das für andere Länder von Vorbild sein?
Und an welches Modell sollen sich dann die Länder halten, die uns und einem Frankreich nach deutschem Vorbild zu den Leistungsbilanzüberschüssen verhelfen?

ps: wenn ich mir Frankreichs Inflationsraten seit 2008 anschaue, sieht das nicht danach aus, als würde man dort über seinen Verhältnissen leben.


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