Änderung des deutschen Rentensystems

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Julian
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Julian » Mi 7. Aug 2019, 09:55

Es ist eigentlich fast zu spät, um noch weitgehend schmerzfrei auf ein anderes System umzustellen.

Die Fruchtbarkeitsziffer ist bereits vor ca. 50 Jahren, nämlich im Zeitraum von 1967 bis 1974 sowohl in Westdeutschland als auch in Ostdeutschland von gerundet 2,5 auf 1,5 gefallen. Seitdem ist die Ziffer auf jenem niedrigen Niveau verblieben. Das heißt: Wir wissen schon lange, was auf uns zukommt.

Man hat aber vorgezogen, prinzipiell beim althergebrachten System zu bleiben. Dieses System setzt auf einen Generationenvertrag und ein Umlageverfahren, ist also demographisch gesehen sehr anfällig. Man hat einige Änderungen vorgenommen, um das System demographisch sicherer zu machen, aber nicht das System selbst verändert.

Leider wird auch die private Vorsorge nur eingeschränkt unterstützt und an vielen Stellen sogar behindert, etwa durch die Niedrigzinspolitik, die Kapitalertragssteuer und nun auch noch sozialistische Träume von einer Finanztransaktionssteuer. Was soll denn der Anleger machen, wenn ihm sowohl sichere Anlagen wie festverzinsliche Wertpapiere als auch risikoreichere Anlagen wie Aktien vermiest werden?

Aufgrund der Besonderheiten der demographischen Entwicklung werden die krassen Auswirkungen des Geburtenrückgangs erst ab ca. 2030 spürbar. Für viele Jahrzehnte nach dem Geburtenknick hat sich Deutschland noch in einer sehr privilegierten Situation gefunden, die aber nun zu Ende gehen wird.

Im Grund glaube ich, dass Deutschland auch mit einer geringeren Bevölkerungszahl sehr gut leben kann; wir gehören sowieso zu den am dichtesten bevölkerten Ländern der Erde. Der Übergang wird allerdings schwierig, weil er nicht nur mit einem Bevölkerungsrückgang, sondern mit einer Alterung einhergeht.
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Ger9374

Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Ger9374 » Mi 7. Aug 2019, 10:03

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:46)

Na klar doch!
eingezahlt in die Rentenkasse wird nach Leistungsfähigkeit.
Herausgenommen aus der Rentenkasse VON JEDEM nur ein Sockelbertag. Der darf gerne ein gutes Stück über dem Existenzminimun liegen. Grundsätzlich aber deutlich gedeckelt.

die Gutverdiener, die ja soooo viel einzahlen müssen, kommen dabei freilich beim Rausnehmen etwas schlechter weg. Na und? Das Argument "ich hab ja gut gearbeitet und gut verdient und war ja "Leistungsträger "" zieht nicht. Denn für dieses Leistungsträger sein gab es ja immer gutes Geld....jeden Monat........
Rente ist kein Lohn! Wird aber inzwischen so gesehen, als selbstverständliche Verlängerung der Honorierung von Arbeitsleistung. Selbige, nämlich Arbeitsleistung, wird aber nicht mehr erbracht als Rentner.

Lange Rede kurzer Sinn: die allereinfachste und pragmatischste Lösung: eine relativ einheitliche Rente für jeden Renter über Steuer. Fertig. Und nein, nicht auf Sozialhilfeniveau. Ein Betrag, der sich an der Einkommensentwicklung der Steuerzahler orientiert und anpassbar sein kann, lässt sicher finden. Macht man ja jetzt auch mit der Bestimmung, was ein Rentenpunkt wert ist.
Geht es so weiter wie bisher, dann bestimmt mal eine Nachfolgegeneration, dass so ein Rentenpunkt nur noch ein kleines Pünktchen ist. Denn mehr als "Punkte" erwirbt sich selbst der größte Einzahler heute nicht.




Der gutverdienende zahlt aber schon höhere Abgaben als Normalverdiener
was soll diese Schicht denn noch alles bezahlen. Dann kriegt er an Rente nur den Sockelbetrag raus.Dann fühlt sich derjenige ja richtig verarscht.
Dann lieber Sockelbetrag mit höher geförderter Privatvorsorge!
Dein System wäre Pure Abzocke von Leistungsträgern!
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Alana4 » Mi 7. Aug 2019, 10:39

Ger9374 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:03)

....
Dein System wäre Pure Abzocke von Leistungsträgern!


So ist das mit der Steuer ja grundsätzlich. Von "Abzocke" keine Spur. Das Grundprinzip: starke Schultern tragen mehr!

Aber woher kommt diese Ansicht, "Rente" müsse zwangsläufig etwas damit zu tun haben, was man vorher- während des Arbeitslebens-verdient hat?
Rente ist Geld für's Nichtstun. Wie auch immer man es betrachtet, egal von welcher Warte aus: es ist und bleibt Geld für's Nichtstun.
Für die im Erwerbsleben erbrachte Arbeitsleistung hat man Lohn erhalten. Und der Besserverdiener hat mehr bekommen als der Geringverdiener. (Und so mancher "Besserverdiener" hat es ja nicht mal wirklich VERDIENT, sondern einfach nur bekommen ;)
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Alana4 » Mi 7. Aug 2019, 10:43

Der gutverdienende zahlt aber schon höhere Abgaben als Normalverdiener

Na klar, aber trotzdem noch mehr in der Tasche als der Geringverdiener. Jeden Monat, Jahr für Jahr. Und wenn der Besserverdienende dann noch kinderlos bleibt (was ja durchaus öfter vorkommt) und der Geringverdiener noch 2-3 Köpfe mehr ernähren muss, dann wird der Unterschied noch größer.
Meistens -auch unter Berücksichtigung der höheren Abgabenlast- kann doch der Besserverdiener dem Geringverdiener immer 'ne lange Neese zeigen.
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Julian
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Julian » Mi 7. Aug 2019, 11:07

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:39)

So ist das mit der Steuer ja grundsätzlich. Von "Abzocke" keine Spur. Das Grundprinzip: starke Schultern tragen mehr!

Aber woher kommt diese Ansicht, "Rente" müsse zwangsläufig etwas damit zu tun haben, was man vorher- während des Arbeitslebens-verdient hat?
Rente ist Geld für's Nichtstun. Wie auch immer man es betrachtet, egal von welcher Warte aus: es ist und bleibt Geld für's Nichtstun.
Für die im Erwerbsleben erbrachte Arbeitsleistung hat man Lohn erhalten. Und der Besserverdiener hat mehr bekommen als der Geringverdiener. (Und so mancher "Besserverdiener" hat es ja nicht mal wirklich VERDIENT, sondern einfach nur bekommen ;)


Die Rente ist eine Versicherung, zumindest bisher. Sie zahlen ein und erwerben sich Ansprüche. Wer mehr einzahlt, erwirbt sich mehr Ansprüche.

Wenn Sie das anders haben wollen, ist es keine Versicherung mehr, sondern ein Umverteilungsinstrument. Ich warne davor, die angeblich "Besserverdienenden" - in Wirklichkeit weite Teile der Mittelschicht - immer weiter belasten zu wollen. Ja, man kann das Rentensystem schon umbauen zu einem Grundrentensystem. Man muss sich aber sehr gut überlegen, inwiefern man die "Besserverdienenden" stärker zur Kasse beten möchte als andere. Und wenn man das tut, muss man sie anderer Stelle entlasten, sonst wird hier in Deutschland langsam jegliche wirtschaftliche Aktivität durch Gleichmacherei und Umverteilung unattraktiv.

Die Abgabenlast in Deutschland ist schon jetzt sehr hoch. Wer etwas kann und Geld verdienen möchte, geht schon jetzt besser in die Schweiz oder in die USA. Mit einer immer ausladenderen Umverteilungspolitik schrecken Sie begabte Leute ab, die wichtig für die Innovationskraft sind. Am Ende werden Sie hier nur noch mit wenigen Leistungsträgern zusammenhocken, und der Kuchen, den es zu verteilen gibt, wird so klein sein, dass es an allen Ecken und Enden nicht reichen wird. Aber wenigstens wäre es dann wie immer im Sozialismus: Fast alle (außer die Nomenklatura, die an den Fleischtrögen sitzt) wären gleich, und damit auch gleich arm.
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon firlefanz11 » Mi 7. Aug 2019, 11:27

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:43)

Na klar, aber trotzdem noch mehr in der Tasche als der Geringverdiener. Jeden Monat, Jahr für Jahr.

Neidisch?! :rolleyes:
Vllt liegt das ja am Job, den der Besserverdienende ausübt u. der Quali, die man dafür braucht? :? :rolleyes:

Und wenn der Besserverdienende dann noch kinderlos bleibt (was ja durchaus öfter vorkommt) und der Geringverdiener noch 2-3 Köpfe mehr ernähren muss, dann wird der Unterschied noch größer.

1. Bullshit weil der Geringverdiener, der eh kaum Steuern u. Sozialabgaben zahlt, dann Kindergeld, höhere Freibeträge, sonstige Zulagen etc. bekommt.
2. Es wird kein Geringverdiener dazu gezwungen Kinder zu kriegen (ausser wenn es nach Theo/Frank_Stein ginge)...
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Gruwe
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Gruwe » Mi 7. Aug 2019, 11:48

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 07:30)

Naja......vielleicht sollte man sich gelegentlich vor Augen halten, dass niemand auch nur einen Cent für seine eigene Rente ins System einzahlt. Das geht rein und sofort für wieder raus: für die Generation der Jetzt-Rentner, die Eltern und Großeltern also.


Und? Das spielt hierfür keinerlei Rolle! Können wir durchaus unabhängig machen, aber dann bitte nur, wenn auch JEDER den gleichen absoluten Beitrag bezahlt. Wir haben in Deutschland mehr als genug Umverteilungssysteme.


Und wer jetzt meint, wegen des eigenen glücklichen Umstandes, immer ganz gut verdient und eingezahlt zu haben, gäbe es einen unverrückbaren "Anspruch" auf hohe Rente- der möge sich bitte vor Augen halten, dass dereinst, wenn diese hohe Rente dann fällig wird, irgendwer dieses Geld in die Rentenkassen schaufeln muss. Das müssen dann z.Bsp. meine Kinder tun. die müssen dafür bezahlen! Und irgendwie finde ich genau DAS ungerecht.


Es sind meistens keine "glücklichen Umstände" (auch wenn es die vielleicht geben mag). Und nein, es gibt keinen unverrückbaren Anspruch auf hohe Rente, weil die Rente der Erwerbstätigen-Generation wird wohl geringer ausfallen, als die Rente, die die heutigen Rentenempfänger erhalten. Nur die künftigen Rentenempfänger untereinander werden eben entsprechend ihrer Beiträge proportional bedacht. Volkswirtschaftlich geht dies auch in keinem anderen System wirklich anders. Und ich, als eines dieser Kinder, das eben HEUTE die Rentenbeiträge zahlt, finde das in keinster Weise ungerecht.

Kannst du vielleicht nochmal genauer erläutern, was genau daran ungerecht sein soll? Alles, was auch wir irgendwann im Ruhestand konsumieren wollen, werden die dann Erwerbstätigen erwirtschaften müssen.
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Alana4 » Mi 7. Aug 2019, 11:51

firlefanz11 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 11:27)

Neidisch?! :rolleyes:

Nö, ich krieg mal Pension! :D

Vllt liegt das ja am Job, den der Besserverdienende ausübt u. der Quali, die man dafür braucht? :? :rolleyes:
Genau: bei mir beides: Qualifikation UND Job. passt bestens! :D
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Ger9374 » Mi 7. Aug 2019, 11:56

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 11:51)

Nö, ich krieg mal Pension! :D

Genau: bei mir beides: Qualifikation UND Job. passt bestens! :D


Das ist der Hammer, frech wie Oscar;-))
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 7. Aug 2019, 12:05

Was für eine Heuchelei. Selber vom Staat bestens abgesichert sein, aber von anderen, die mehr leisten und mehr Risiko tragen auch noch Verzicht einfordern und von "Gerechtigkeit" schwafeln.

Nichtsdestotrotz sollte das Rentensystem reformiert werden, mMn. sollte es eine lebenswürdige Grundrente geben, finanziert wird das über Steuereinnahmen, dafür fällt der gesamte Rentenversicherungskram weg. Wer mehr Rente als die Grundrente will, der muss privat vorsorgen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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jorikke
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon jorikke » Mi 7. Aug 2019, 12:09

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:46)

Na klar doch!
eingezahlt in die Rentenkasse wird nach Leistungsfähigkeit.
Herausgenommen aus der Rentenkasse VON JEDEM nur ein Sockelbertag. Der darf gerne ein gutes Stück über dem Existenzminimun liegen. Grundsätzlich aber deutlich gedeckelt.

die Gutverdiener, die ja soooo viel einzahlen müssen, kommen dabei freilich beim Rausnehmen etwas schlechter weg. Na und? Das Argument "ich hab ja gut gearbeitet und gut verdient und war ja "Leistungsträger "" zieht nicht. Denn für dieses Leistungsträger sein gab es ja immer gutes Geld....jeden Monat........

… und von dem "guten Geld" wurden auch immer entsprechend "gute Beiträge" eingezahlt, deren Äquivalent dann in der Rentenzeit zur Auszahlung kommt. Die willst diese Gleichwertigkeit abschaffen und meinst das sei gerechter?
In der Praxis würde das bedeuten, für die gleiche Rentensumme, z.B. 200.000.-, würde ein Normalo den Beitrag X aufbringen müssen, ein Gutverdienender aber ein Mehrfaches von X.
Immerhin ist es eine Möglichkeit. Man sollte sie dann aber nicht auf die Rente beschränken. Nach dem gleichen Prinzip konnte man das Einkommen in Stufen gliedern und auf den Geldkarten speichern. Ein Geringverdiener würde dann für alle möglichen Ausgaben geringer belastet, ein Gutverdiener zahlt mehr. Das würde deine "Gerechtigkeit" auf die Spitze treiben.
Nun bin ich keinesfalls der Ansicht unser System sei nicht zu verbessern. Nur müssen es die richtigen Baustellen sein.
Ein Normalo hat heute eine durchschnittliche Rentenbezugsdauer von 20 Jahren. Einige Berufsgruppen ( z.B. Schichtarbeiter) haben aber eine wesentlich geringere Rentenzeit. Trotzdem zahlen sie gleich hohe Beiträge um später dann nur einen Bruchteil der angenommenen 200.000,- zu erhalten. Das sind die wirklichen Ungerechtigkeiten in unserem Rentensystem.



Rente ist kein Lohn! Wird aber inzwischen so gesehen, als selbstverständliche Verlängerung der Honorierung von Arbeitsleistung. Selbige, nämlich Arbeitsleistung, wird aber nicht mehr erbracht als Rentner.

Lange Rede kurzer Sinn: die allereinfachste und pragmatischste Lösung: eine relativ einheitliche Rente für jeden Renter über Steuer. Fertig. Und nein, nicht auf Sozialhilfeniveau. Ein Betrag, der sich an der Einkommensentwicklung der Steuerzahler orientiert und anpassbar sein kann, lässt sicher finden. Macht man ja jetzt auch mit der Bestimmung, was ein Rentenpunkt wert ist.
Geht es so weiter wie bisher, dann bestimmt mal eine Nachfolgegeneration, dass so ein Rentenpunkt nur noch ein kleines Pünktchen ist. Denn mehr als "Punkte" erwirbt sich selbst der größte Einzahler heute nicht.
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Alana4 » Mi 7. Aug 2019, 12:13

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Aug 2019, 12:05)

Was für einen Heuchelei. Selber vom Staat bestens abgesichert sein, aber von anderen, die mehr leisten und mehr Risiko tragen auch noch Verzicht einfordern und von "Gerechtigkeit" schwafeln.

Nana......ich muss ein wenig präzisieren: ich bekomme sogar jetzt schon "Pension", genauer: Versorgungsleistung. Mein Ehemann war BEamter, der ist im Januar verstorben. Ich bin noch nicht im Rentenalter. Meckern kann ich nicht, die Versorgung nebst der Anteiile für die noch in Ausbildung befindlichen Kinder ist nicht schlecht. Zusätzlich eigenes Einkommen.....passt schon.

Heuchelei ist da nirgends.
Und wie kommst du darauf, dass der Pensionsempfänger (von mir jetzt mal abgesehen) weniger leistet und weniger Risiko trägt? Mein Mann war Polizist. Kein Risiko? Keine Leistung für andere, die gebührend zu honorieren war? Beamtenscheißer, der sich in seiner Rundum-Absicherung nur ausgeruht hat?

Nichtsdestotrotz sollte das Rentensystem reformiert werden, mMn. sollte es eine lebenswürdige Grundrente geben, finanziert wird das über Steuereinnahmen, dafür fällt der gesamte Rentenversicherungskram weg. Wer mehr Rente als die Grundrente will, der muss privat vorsorgen.

Na gucke an: fast genau das, was ich weiter vor schrieb :D
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon unity in diversity » Mi 7. Aug 2019, 12:17

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 11:51)

Nö, ich krieg mal Pension! :D

Genau: bei mir beides: Qualifikation UND Job. passt bestens! :D

Das ist auch Geld für das Nichtstun.
Beamte werden während ihrer Tätigkeit außerdem nicht umgesetzt, sondern umgebettet.
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Alana4 » Mi 7. Aug 2019, 12:24

unity in diversity hat geschrieben:(07 Aug 2019, 12:17)

Das ist auch Geld für das Nichtstun.
Beamte werden während ihrer Tätigkeit außerdem nicht umgesetzt, sondern umgebettet.

Ich selbst war und bin kein Beamter. Da hab ich ein bißchen auf den Putz gehauen. Sorry.
Aber egal- ich profitiere vom Beamtensystem.

Genauer hätte ich sagen müssen: Qualifikation und Job und den richtigen Partner (der Beamter ist bzw. war)- passt alles!
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Ger9374 » Mi 7. Aug 2019, 12:39

unity in diversity hat geschrieben:(07 Aug 2019, 12:17)

Das ist auch Geld für das Nichtstun.
Beamte werden während ihrer Tätigkeit außerdem nicht umgesetzt, sondern umgebettet.



Der ist gut, umgebettet;-))
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 7. Aug 2019, 12:48

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 12:13)

Und wie kommst du darauf, dass der Pensionsempfänger (von mir jetzt mal abgesehen) weniger leistet und weniger Risiko trägt? Mein Mann war Polizist.

Dein Mann hat Leistung gebracht und musste ein Berufsrisiko tragen.
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon firlefanz11 » Mi 7. Aug 2019, 13:45

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Aug 2019, 12:05)

Was für eine Heuchelei. Selber vom Staat bestens abgesichert sein, aber von anderen, die mehr leisten und mehr Risiko tragen auch noch Verzicht einfordern und von "Gerechtigkeit" schwafeln.

Nichtsdestotrotz sollte das Rentensystem reformiert werden, mMn. sollte es eine lebenswürdige Grundrente geben, finanziert wird das über Steuereinnahmen, dafür fällt der gesamte Rentenversicherungskram weg. Wer mehr Rente als die Grundrente will, der muss privat vorsorgen.

100% Zustimmung!
Gibt nur ein "Problem". Auch dann werden Linke u. Konsorten jammern dass die Grundrente zu niedrig u. private Vorsorge ungerecht sei weil ja wieder Andere mehr haben als man selbst... :rolleyes:
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon H2O » Mi 7. Aug 2019, 13:52

Alana4 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:46)

Na klar doch!
eingezahlt in die Rentenkasse wird nach Leistungsfähigkeit.
Herausgenommen aus der Rentenkasse VON JEDEM nur ein Sockelbertag. Der darf gerne ein gutes Stück über dem Existenzminimun liegen. Grundsätzlich aber deutlich gedeckelt.

die Gutverdiener, die ja soooo viel einzahlen müssen, kommen dabei freilich beim Rausnehmen etwas schlechter weg. Na und? Das Argument "ich hab ja gut gearbeitet und gut verdient und war ja "Leistungsträger "" zieht nicht. Denn für dieses Leistungsträger sein gab es ja immer gutes Geld....jeden Monat........
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Geht es so weiter wie bisher, dann bestimmt mal eine Nachfolgegeneration, dass so ein Rentenpunkt nur noch ein kleines Pünktchen ist. Denn mehr als "Punkte" erwirbt sich selbst der größte Einzahler heute nicht.


Damit schaffen Sie aber keine leistungsgerechte Bewertung der Lebensleistung; schon heute wird die Rente ja dadurch gedeckelt, daß es eine obere Grenze für den Rentenbeitrag gibt. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann soll diese Grenze im Grunde fallen, und beim Verteilen der Umlage soll die Rentenhöhe vom eingezahlten Betrag abgekoppelt werden.

Ich sehe aber nicht, was diese Art der Einzahlung generationenfester macht als die heutige Erhebung. Würde man sich entscheiden, nur das als Rente zur Verfügung zu stellen, was das Umlageverfahren derzeit und in Zukunft hergibt, also durchaus auch sinkende Renten ohne Bestandssicherung bei sinkenden Beiträgen, dann wäre man heute schon bei einer "generationengerechten" Rente. Mehr gibt es dann eben nicht.

Da ist wohl doch mehr geistige Anstrengung erforderlich als für das Konzept, dem einen etwas weg zu nehmen, damit man dem anderen etwas mehr geben kann.
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Ger9374 » Mi 7. Aug 2019, 13:54

Das Rentensystem das besteht ist nicht Ideal. Doch eine weitere Umschichtung widerspricht dem Leistungsprinzip.
Nix leisten viel kriegen klappt so nicht.
Sonst muss der Staat sich aus der RV zurückziehen und den Menschen selbst ihre Altersvorsorge überlassen.Dann entscheiden die Menschen selbst was sie wollen.Dann muss auch Schluss mit der Staatlichen abgreiferei sein!
Möchte nicht wissen wie das Ergebnis aussähe. USA pur!!
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Adam Smith
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Re: Änderung des deutschen Rentensystems

Beitragvon Adam Smith » Mi 7. Aug 2019, 13:59

Ger9374 hat geschrieben:(07 Aug 2019, 13:54)

Das Rentensystem das besteht ist nicht Ideal. Doch eine weitere Umschichtung widerspricht dem Leistungsprinzip.
Nix leisten viel kriegen klappt so nicht.
Sonst muss der Staat sich aus der RV zurückziehen und den Menschen selbst ihre Altersvorsorge überlassen.Dann entscheiden die Menschen selbst was sie wollen.Dann muss auch Schluss mit der Staatlichen abgreiferei sein!
Möchte nicht wissen wie das Ergebnis aussähe. USA pur!!



Hier mal die USA.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Social_Security

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Medicare
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.

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