Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Positiv Denkender
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 8. Feb 2019, 16:50

Sören74 hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:30)

Ehrlich gesagt habe ich das Beispiel jetzt nicht ganz verstanden, aber das kann auch wirklich an mir liegen. :) Im 1.Fall bekommt nur der ein Partner oder beide zusammen die 1800 Euro Rente? Wenn bei einem Ehepaar ein Partner viel verdient und der andere fast gar nichts, dann sparen beide durch das Ehegattensplitting viel Steuern.

Wie schon selbst hinterfragt hast, du begreifst nicht .
Es geht darum dass ein Rentnerehepaar ,wo beide lediglich Teilzeit oder halbtags gearbeitet haben ,
nach 35 Jahren durch die Aufstockung der Rente ein höheres Einkommen aus der gesetzlichen Rente beziehen ,
als ein Alleinverdiener nach 45 Jahren und Höchstbeiträgen .
Übrigens das Ehegattensplitting gilt auch für Geringverdiener . Geringverdiener zahlen ohnehin keine Steuern.
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jorikke
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon jorikke » Fr 8. Feb 2019, 16:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:14)

Ich bin immer noch der Meinung, dass jemand, der eine zu geringe Rente erwirtschaftet hat, im Alter möglichst unbürokratisch eine Grundrente bekommen sollte, um Missbrauch durch Schmarotzer (ja, Leute, die Geld beim Staat abgreifen, das ihnen nicht zusteht, nenne ich so) zu vermeiden, muss eine Bedürftigkeitsprüfung durchgeführt werden. Soweit mein Standpunkt, der immer noch Bestand hat, auch wenn er mit immer neuen themenfernen und unlogischen Beiträgen zerlabert werden soll. EOD.


Ein Schwachpunkt an Heils Vorhaben ist gerade die Bedürftigkeitsprüfung. Ist in der Praxis gar nicht machbar. Es würden, um an die Aufstockung zu kommen, Vermögenswerte verschwiegen, wo es irgend geht. Kontrollen müssten her, ein bürokratisches Ungetüm würde entstehen. Man müsste also zwangsläufig auf Kontrollen verzichten. Mir wäre es egal.
Natürlich wäre der etwas besser verdienende Facharbeiter, dessen normale Rente so um die 1000,- liegt unheimlich erfreut wenn sein Nachbar, der nur halb so viel eingezahlt hat, plötzlich annähernd eine gleich hohe Rente bezieht. Die Vorstellung es mit seinen Beiträgen mitfinanziert zu haben wird ihn auch nicht viel fröhlicher stimmen. Wenn er dann noch verinnerlicht das auch jeder Wohlhabende diese Aufstockung erhalten soll, dann wird er bestimmt wieder zum SPD Wähler.
Der Schuss geht nach hinten los.
Ich vermute es besteht ohnehin keine reale Chance dies im Bundestag durch zu setzen. Ist wohl nur eine Stimmungsmache und Wählerfang Kampagne aus einer Fehleinschätzung heraus.
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Sören74
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Sören74 » Fr 8. Feb 2019, 16:55

Skull hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:33)

Zusammen "sparen" sie durchaus Steuern. So viel...ist das aber auch nicht.


Ja stimmt, habs a bissel blöd ausgedrückt. :)
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Skull » Fr 8. Feb 2019, 16:56

Positiv Denkender hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:50)

Übrigens das Ehegattensplitting gilt auch für Geringverdiener . Geringverdiener zahlen ohnehin keine Steuern.

Inwiefern gilt ein Ehegattensplitting für Geringverdiener, die KEINE Steuern zahlen ? :?: :D

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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Sören74 » Fr 8. Feb 2019, 17:04

Positiv Denkender hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:50)

Es geht darum dass ein Rentnerehepaar ,wo beide lediglich Teilzeit oder halbtags gearbeitet haben ,
nach 35 Jahren durch die Aufstockung der Rente ein höheres Einkommen aus der gesetzlichen Rente beziehen ,
als ein Alleinverdiener nach 45 Jahren und Höchstbeiträgen .


Okay, jetzt habe ich es verstanden. :) Allerdings halte ich den Vergleich 2 gegen 1 nicht für wirklich wegweisend. Wenn jemand im Monat alleine 6000 Euro brutto verdient, dann bekommt er netto weniger als ein Paar, welches je 3000 Euro brutto im Monat verdient. Einfach durch die Einkommensteuer. Das kann man dann auch ungerecht finden.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Kölner1302 » Fr 8. Feb 2019, 17:12

jorikke hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:54)

Ein Schwachpunkt an Heils Vorhaben ist gerade die Bedürftigkeitsprüfung. Ist in der Praxis gar nicht machbar. Es würden, um an die Aufstockung zu kommen, Vermögenswerte verschwiegen, wo es irgend geht. Kontrollen müssten her, ein bürokratisches Ungetüm würde entstehen. Man müsste also zwangsläufig auf Kontrollen verzichten. Mir wäre es egal.
Natürlich wäre der etwas besser verdienende Facharbeiter, dessen normale Rente so um die 1000,- liegt unheimlich erfreut wenn sein Nachbar, der nur halb so viel eingezahlt hat, plötzlich annähernd eine gleich hohe Rente bezieht. Die Vorstellung es mit seinen Beiträgen mitfinanziert zu haben wird ihn auch nicht viel fröhlicher stimmen. Wenn er dann noch verinnerlicht das auch jeder Wohlhabende diese Aufstockung erhalten soll, dann wird er bestimmt wieder zum SPD Wähler.
Der Schuss geht nach hinten los.
Ich vermute es besteht ohnehin keine reale Chance dies im Bundestag durch zu setzen. Ist wohl nur eine Stimmungsmache und Wählerfang Kampagne aus einer Fehleinschätzung heraus.


Doch. Die Bedürftigkeitsprüfung findet breits statt. Für Erwerbsunfähige und Rentner hat die SPD die Sozialhilfe in "Grundsicherung" umnenannt - im übrigen aber unterscheidet sich diese Grundsicherung nicht von der schon lange bekannten Sozialhilfe. Man hat Anspruch auf Regelsatz (ca. 400 € / Person) zzgl. Unterkunftskosten und Krankenversicherung, muss aber sein Einkommen und vermögen einsetzten. Dabei gibt es einen Vermögensfreibetrag von 5000 € / Person. Das ganze ist geregelt im 12. Sozialgesetzbuch (SGB XII)

Hubertus Heil schlägt nun eine Grundrente vor, die unter dem Niveau dieser Grundsicherung liegt und bei der ebenfalls eine Bedürftigkeitsptüfung stattfindet.

WAS SOLL DAS?
Zuletzt geändert von Kölner1302 am Fr 8. Feb 2019, 17:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Sören74 » Fr 8. Feb 2019, 17:15

jorikke hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:54)

Natürlich wäre der etwas besser verdienende Facharbeiter, dessen normale Rente so um die 1000,- liegt unheimlich erfreut wenn sein Nachbar, der nur halb so viel eingezahlt hat, plötzlich annähernd eine gleich hohe Rente bezieht. Die Vorstellung es mit seinen Beiträgen mitfinanziert zu haben wird ihn auch nicht viel fröhlicher stimmen.


Wir haben ein Umlageverfahren. Wenn beide zur selben Zeit in Rente gegangen sind, dann finanziert er seine Rente nicht mit.

Ich kann auf der einen Seite die Verärgerung schon nachvollziehen. Es macht den Eindruck, dass man mit weniger Aufwand zu einer ähnlich hohen Rente kommen könnte. Auf der anderen Seite kann ich es nicht verstehen. Mit einem relativ guten Einkommen hat man auch bessere Chancen schon zu Lebzeiten Vermögen anzuhäufen. Wenn ich in Rente gehe, dann wird die staatliche Auszahlung nur einen Teil meiner Einkünfte ausmachen. Diese Möglichkeiten hat jemand mit einem niedrigen Einkommen nicht wirklich. Außer man heiratet in eine reiche Familie ein. ;)

jorikke hat geschrieben:Ich vermute es besteht ohnehin keine reale Chance dies im Bundestag durch zu setzen. Ist wohl nur eine Stimmungsmache und Wählerfang Kampagne aus einer Fehleinschätzung heraus.


Sagen wir mal so, vor 2 Jahren hätte es die Mehrheit im Bundestag noch gegeben. Aber davon abgesehen, ich kann es nur begrüßen, wenn sich die SPD und die CDU/CSU in dem Punkt mal unterscheiden. Endlich mal etwas, worüber die Bürger 2021 abstimmen können.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 8. Feb 2019, 17:44

Sören74 hat geschrieben:(08 Feb 2019, 17:04)

Okay, jetzt habe ich es verstanden. :) Allerdings halte ich den Vergleich 2 gegen 1 nicht für wirklich wegweisend. Wenn jemand im Monat alleine 6000 Euro brutto verdient, dann bekommt er netto weniger als ein Paar, welches je 3000 Euro brutto im Monat verdient. Einfach durch die Einkommensteuer. Das kann man dann auch ungerecht finden.

Es geht nicht nur um den Vergleich 2 gegen eins . Sondern darum dass Menschen die lediglich 35 Jahre Teilzeit oder
wenige Stunden in der Woche gearbeitet haben soviel Rente zugeschossen bekommen und fast gleich gestellt werden ,mit der Durchschnittsrente .
Es geht darum ,dass die Rente selbst bei Rentnerpaaren aufgestockt wird, obwohl ein Lebenspartner
ohnehin hohe Alterseinkommen bezieht . Meine Frau hat höhere Beiträge in 28 Jahren abgeführt als andere
Ruheständler die zwar 35 Jahre tätig waren aber nur 1-2 Tage die Woche oder nur halbtags tätig waren .
Was Sozis und Linke als gerecht empfinden ist mir klar .Deshalb muss man diese Einheitskocher verhindern .
Warum muss man bei Menschen die Rente aufstocken, natürlich auf Kosten aller Steuerzahler ,die für sich entschieden
haben nur Teilzeit oder Stundenwiese oder nur 35 Jahre zu arbeiten .Der Grund war doch immer der Gleiche.
Doppeltverdiener mit einem hohen Einkommen und einen 2. Einkommen, dass als Zuverdienst diente um sich eben
Dinge wie Reisen Autos , und anderen Luxus zu leisten .Das ist auch nicht verwerflich sondern lobenswert .
Nur das man jetzt diesen Menschen die Rente aufstocken will ohne das diese ausreichend in die RV eingezahlt haben sollen Sozis erklären .Warum Rentner nach nur 35 Beitragsjahren die gleiche Rente beziehen sollen als andere die
45 Jahre und mehr eingezahlt haben auch .
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Fr 8. Feb 2019, 17:51

Kölner1302 hat geschrieben:(08 Feb 2019, 17:12)
Hubertus Heil schlägt nun eine Grundrente vor, die unter dem Niveau dieser Grundsicherung liegt und bei der ebenfalls eine Bedürftigkeitsptüfung stattfindet.

SZ 13. April 2017 Zahl der Empfänger von Grundsicherung sinkt – aber nur leicht
https://www.genios.de/document?id=SZ__A ... t&offset=0
" Die Grundsicherung im Alter springt ein, wenn das eigene Einkommen plus Wohngeld nicht zum Überleben reicht. Bezahlt werden damit der Lebensunterhalt, die Miete und der Krankenversicherungsbeitrag abzüglich des eigenen Einkommens. Je nach Wohnkosten gibt es aber große Unterschiede: In Regionen wie Brandenburg oder Sachsen-Anhalt liegt die Grundsicherung unter 700 Euro monatlich, in teuren Großstädten wie München oder Düsseldorf bei mehr als 900 Euro."
Die Grundrente dürfte nicht unter der Grundsicherung liegen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 8. Feb 2019, 18:18

Wähler hat geschrieben:(08 Feb 2019, 17:51)

SZ 13. April 2017 Zahl der Empfänger von Grundsicherung sinkt – aber nur leicht
https://www.sueddeutsche.de/politik/soz ... duced=true
" Die Grundsicherung im Alter springt ein, wenn das eigene Einkommen plus Wohngeld nicht zum Überleben reicht. Bezahlt werden damit der Lebensunterhalt, die Miete und der Krankenversicherungsbeitrag abzüglich des eigenen Einkommens. Je nach Wohnkosten gibt es aber große Unterschiede: In Regionen wie Brandenburg oder Sachsen-Anhalt liegt die Grundsicherung unter 700 Euro monatlich, in teuren Großstädten wie München oder Düsseldorf bei mehr als 900 Euro."
Die Grundrente dürfte nicht unter der Grundsicherung liegen.


Bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gibt es das gleiche Problem wie bei "Hartz IV" (ALG II) mit den Kosten für Unterkunft und Heizung (KdUH):

Die KdUH werden maximal nur 6 Monate vom Sozialamt übernommen, wenn die tatsächlichen KdUH über der jeweiligen kommunalen Mietobergrenze liegen, also wenn die Miete höher ausfällt als von der jeweiligen Kommune maximal erlaubt.

Die maximal erlaubten KdUH werden vom Gesetzgeber mit einem unbestimmten Rechtsbegriff umschrieben, den "angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung".

Das SGB XII regelt den Bezug der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

Im § 35 SGB XII ("Bedarfe für Unterkunft und Heizung") steht in Abs. 2:

(2) Übersteigen die Aufwendungen für die Unterkunft den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang, sind sie insoweit als Bedarf der Personen, deren Einkommen und Vermögen nach § 27 Absatz 2 zu berücksichtigen sind, anzuerkennen. Satz 1 gilt so lange, als es diesen Personen nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate.


Für "Hartz-IV-Bezieher" ist diese Regelung fast gleichlautend im § 22 SGB II ("Bedarfe für Unterkunft und Heizung") festgelegt:

(1) Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt, soweit diese angemessen sind [...] Soweit die Aufwendungen für die Unterkunft und Heizung den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang übersteigen, sind sie als Bedarf so lange anzuerkennen, wie es der oder dem alleinstehenden Leistungsberechtigten oder der Bedarfsgemeinschaft nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate.


Das Problem bei den jeweils pro Kommune festgesetzten Mietobergrenzen ist jedoch, dass diese Mietobergrenzen nicht die tatsächlichen Mietkosten für Wohnungen bei Neuanmietungen entsprechen; das Finden einer neuen Wohnung, die den Angemessenheitskriterien der Sozial- und Jobcenter entspricht, ist deswegen fast unmöglich.

Deswegen bleiben die meisten Betroffenen wahrscheinlich in ihren bisherigen Wohnungen wohnen. Wenn sie keinen Platz für einen Untermieter haben, dann übernimmt das Sozialamt bzw. das Jobcenter nach spätestens 6 Monaten nicht mehr die tatsächlichen Mietkosten, sondern nur noch diejenigen Kosten, die das Sozialamt bzw das Jobcenter als angemessen betrachtet.

Das bedeutet, dass der Leistungsbezieher, egal ob Sozialhilfe oder "Hartz IV", aus seinem Regelsatz den Differenzbetrag zwischen den tatsächlichen und den angemessenen Mietkosten bezahlen muss, falls er keine andere Einnahmequelle hat.

Wer sich in diese Problematik einlesen will, hier ein entsprechender Link vom Sozialwissenschaftler Stefan Sell:

https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot ... kunft.html
Zuletzt geändert von Tick|Trick|und Track am Fr 8. Feb 2019, 18:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Maltrino » Fr 8. Feb 2019, 18:18

jorikke hat geschrieben:(06 Feb 2019, 11:21)

Das Problem:
Wer 35 Jahre sozialversichert gearbeitet hat und weniger als 869 € Rente bezieht soll Aufstockung erhalten.
Bei einem Geringverdiener, der lediglich Rentenansprüche von 449,-€ erworben hat, werden dann 447,-€ zugezahlt.
869,-€ sind nicht viel, sollte wirklich jeder bekommen.
Allerdings, der Teufel steckt im Detail. Wie will man einem Arbeiter erklären der diese Rentenhöhe erhält und dafür die entsprechenden Beiträge bezahlt hat, dass plötzlich "sein Nachbar", der in der gleichen Zeit nur die Hälfte der Beiträge geleistet hat, eine gleich hohe Rente bezieht?
Eigentlich ein Unding.
[*]


Eigentlich... ist es schade das gesamte Niveau dieses Vorschlages sich anzuschauen, denn (oh wunder) genau diese Problematik ist genau die die durch ein Grundeinkommen (oh Wunder) gelöst werden soll und am ehesten kann. Heils Vorschlag bewegt sich wieder (oh Wunder) auf Hartz4 Niveau, es wird eine einzelne Gruppe von menschen betrachtet die "gerettet" werden soll, dass dann andere im Verhältnis dumm dastehen, ist logische Folge dieser Herangehensweise. Die einzige Lösung um solche Dilemmata zu lösen: Es braucht eine große Gesamtlösung, wo man sich von Anfang an überlegt wie hoch das Grundeinkommen für alle sein soll, wie die Abgaben und Steuern für alle sein sollen, so dass am Ende wirklich jeder der mehr verdient auch mehr hat als jemans der weniger verdient (oder weniger verdient hat). Aber (Oh WUnder), genau solche Überlegungen sind ja in diesem Forum und in diesem Land nicht gewollt und werden als "Grundeinkommens Sozialisten Spinnereien" bezeichnet. Und die Folge (Oh Wunder) ist halt, dass diese Gesellschaft das bekommt was sie verdient. Ja, Heils Vorschläge sind, wie fast alle Vorschläge der SPD in den letzen Monaten die irgendwas mit "Grund-" im Namen haben Flickschusterhaft und unausgegoren und so aus dem Zusammenhang gerissen, dass an anderen Stellen Ungerechtigkeiten entstehen, aber hey, das ist genau das was diese deutsche Gesellschaft will und verdient. Also wozu die Aufregung? Bereits vor 7 Jahren hat so ein Typ wie Ponader im Fernsehen erklärt wie beim Grundeinkommen der Mechanismus funktioniert der dafür sorgt, dass jeder auch etwas von seinem Mehrverdienst hat und wie man so Gerechtigkeit ins System bekommt. Aber es hat ja keiner hingehört. Und genau das führt jetzt dazu, dass so ein Vorschlag wie der von Heil das "beste" ist was auf dem Markt ist. Wer Scheiße wählt bekommt halt Scheiße. Das ist doch irgendwie auch "gerecht" oder?
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Fr 8. Feb 2019, 18:35

Wähler hat geschrieben:(08 Feb 2019, 17:51)
SZ 13. April 2017 Zahl der Empfänger von Grundsicherung sinkt – aber nur leicht
https://www.genios.de/document?id=SZ__A ... t&offset=0
" Die Grundsicherung im Alter springt ein, wenn das eigene Einkommen plus Wohngeld nicht zum Überleben reicht. Bezahlt werden damit der Lebensunterhalt, die Miete und der Krankenversicherungsbeitrag abzüglich des eigenen Einkommens. Je nach Wohnkosten gibt es aber große Unterschiede: In Regionen wie Brandenburg oder Sachsen-Anhalt liegt die Grundsicherung unter 700 Euro monatlich, in teuren Großstädten wie München oder Düsseldorf bei mehr als 900 Euro."
Die Grundrente dürfte nicht unter der Grundsicherung liegen.

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(08 Feb 2019, 18:18)
Das bedeutet, dass der Leistungsbezieher, egal ob Sozialhilfe oder "Hartz IV", aus seinem Regelsatz den Differenzbetrag zwischen den tatsächlichen und den angemessenen Mietkosten bezahlen muss, falls er keine andere Einnahmequelle hat.
Wer sich in diese Problematik einlesen will, hier ein entsprechender Link vom Sozialwissenschaftler Stefan Sell:
https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot ... kunft.html

Das ist ein zusätzliches Argument für eine Erhöhung der Grundsicherung für die wirklich Bedürftigen gemäß dem Subsidiaritätprinzip. Das Konstrukt der Grundrente als Einkommen im Alter hebt allerdings auf eine Anerkennung einer beruflichen Lebensleistung ab, unabhängig von der Vermögenssituation und Bedürftigkeit. Also ein klassischer Vergleich von Äpfel mit Birnen. ;)
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Fr 8. Feb 2019, 18:39

Positiv Denkender hat geschrieben:(08 Feb 2019, 15:32)

[Mod: editiert] Fakt ist Ehepartner, die bewusst und aus eigener Entscheidung halbtags oder nur 1-2
über einen Zeitraum von 35 gearbeitet in den Genuss einer Zusatzrente kommen obwohl diese Arbeitsteilung in der Familie
wie auch bei uns abgesprochen war. Bedeutet, jemand der in 28 Jahre Vollzeit gearbeitet hat und höhere Beiträge entrichtet
hat, als jemand der 35 Jahre 2 halbe oder ganze Tage gearbeitet hat ,bekommt keine aufstockende Rente . Logisch ist nichts, sondern Fakt ist, Millionen Menschen die ein hohes Familieneinkommen haben werden bevorzugt obwohl ein Familienmitglied
wenig gearbeitet hat. Wer 25 oder 30 Jahre Vollzeit gearbeitet hat war scher nicht weniger fleißig als jemand der 35 Jahre nur Std. Weise oder 1-2 Tage gearbeitet hat .
Wir wussten dass die Rente meiner Frau nicht üppig ausfallen würde . Deshalb haben wir vorgesorgt .
Millionen andere auch .Deshalb geht's der heutigen Rentnergeneration ja so gut.
Nun ich weiss nicht als was du die Rente ansiehst. Für mich ist sie kein Becken voller Neider, die dem der Eine dem Anderen nicht das Schwarze unter den Fingernagel gönnt, nur weil sie meinen sie waren fleißiger oder schlauer.
Mir geht es darum, daß Menschen die sichbar fleißig waren auch in Alter ohne Allmosen vom Staat, um die sie betteln muessen, in Würde leben können.
Desweiteren geht des mom. Rentnergeneration deshalb noch mehrheitlich gut, weil sie mit einen anderen Rentenniveau und normlen Einkommen, eben gar nicht so arg Vorsorgen brauchten und wenn sie es Taten, jetzt sogar noch besser da stehen.

Sozis und Gerechtigkeit ist wie Feuer und Wasser . Das hat die SPD mit der Ausgrenzung von 6 Nachkriegs Jahrgängen ,die
von der abzugsfreien Rente ausgeschlossen wurden , einmal mehr bewiesen .
Wenn du deine Meinung auf Hass gegen die Sozen begründest disqualifizierst du dich für die Sache eh schon selber.
Das Linke und Sozis, Menschen die diesen Renten [Mod: editiert] kenne ich von linken Einheitsbrei Kochern zur Genüge. . Du kannst versuchen mir zu erklären warum man bei einem Ehepartner die Rente aufstocken muss
obwohl das Familieneinkommen weit über dem Durchschnitt liegt ?
Weil er Ansprüche erworben hat. Das ist nunmal das Versprechen der Rentenversicherung und wenn die Parameter sich verändern , dann natürlich für alle, die es betrifft.

Übrigens ich kenne einige Familien
in der die Ehefrauen länger als 35 Jahre als Frisörin gearbeitet haben. Die haben ganz freiwillig und sehr gerne diesen
Beruf ausgeübt ohne jemals das Gefühl gehabt zu haben, arm oder unterbezahlt gewesen zu sein.
Sozis und Linke meinen trotzdem müsste man die Rente dieser
Ehepartner aufstocken .Eine Verarschung gegenüber jeden, der Jahrzehnte bis zur Bemessungsgrenze
eingezahlt hat und nur auf ein Einkommen aus der gesetzlichen Rente zurückgreifen kann . Sorry diese Menschen waren ja nicht fleißig . Fleißig waren nur Menschen die 35 Jahre auf Sparflamme gearbeitet haben
weil sie aus finanziellen Gründen auch nicht mehr arbeiten mussten / wollten .
[Mod: editiert]

Ist ja schön, das du Familien kennst, die wohl auf die ihre neue Grundrente/Respektrente verzichten würden, bzw. sie für unnötig halten, Fakt ist aber sie haben die Ansprüche darauf, wenn 35 Jahre für eine Grudnrente reichten sollte.
Hat ja iemand behauptet, daß die anderen Rentner nicht fleißg waren. Dein Versuch daraus eine Neiddebatte zu machen verfängt bei mir nicht.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Fr 8. Feb 2019, 18:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:14)

Ich bin immer noch der Meinung, dass jemand, der eine zu geringe Rente erwirtschaftet hat, im Alter möglichst unbürokratisch eine Grundrente bekommen sollte, um Missbrauch durch Schmarotzer (ja, Leute, die Geld beim Staat abgreifen, das ihnen nicht zusteht, nenne ich so) zu vermeiden, muss eine Bedürftigkeitsprüfung durchgeführt werden. Soweit mein Standpunkt, der immer noch Bestand hat, auch wenn er mit immer neuen themenfernen und unlogischen Beiträgen zerlabert werden soll. EOD.

Ähm, natürlich wird bei Heils Grundrente geprüft ob sie demjenigen zusteht. Das sollte wohl klar sein. Also werden wohl auch nur diejenigen diese Grundrente bekommen. Da ergaunert sich keiner etwas, was ihm dann nicht zustehe würde. Junge Junge Kopfschüttel....
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Mahmoud » Fr 8. Feb 2019, 18:46

jorikke hat geschrieben:(06 Feb 2019, 11:21)

Das Problem:
Wer 35 Jahre sozialversichert gearbeitet hat und weniger als 869 € Rente bezieht soll Aufstockung erhalten.
Bei einem Geringverdiener, der lediglich Rentenansprüche von 449,-€ erworben hat, werden dann 447,-€ zugezahlt.
869,-€ sind nicht viel, sollte wirklich jeder bekommen.
Allerdings, der Teufel steckt im Detail. Wie will man einem Arbeiter erklären der diese Rentenhöhe erhält und dafür die entsprechenden Beiträge bezahlt hat, dass plötzlich "sein Nachbar", der in der gleichen Zeit nur die Hälfte der Beiträge geleistet hat, eine gleich hohe Rente bezieht?
Eigentlich ein Unding.
.


So ist es: ein Unding!!!

Die SPD kommt aufgrund ihrer Panik, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, auf abenteuerliche Ideen...
Political correctness: Nein, Danke. Ich bevorzuge die Wahrheit!
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Fr 8. Feb 2019, 18:51

Kölner1302 hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:34)

Ich erinnere mich noch an die Schröder Regierung.
Die SPD hat die Rentenhöhe von damals ca. 60% auf nunmehr ca. 45 % gekürzt, weil die Rente sonst angeblichfür die nächste Generation unerschwinglich würde. Der aktuelle Rentenbeitrag liegt nach wie vor bei 9% (jeweils für Arbeitnehmer und Arbeitgeber). Hätte man den Rentenbeitrag auf 12 % gesetzt, hätte man heute immer noch 60 % nach 35 Arbeitsjahren.
Stattdessen kürzte man die Rentenhöhe und sagte die Leute sollten sich selbst privat versichern. Diese Riesterrenten werden zwar vom Staat noch immer gefördert, jedoch kassieren die Versicherer den größten Teil der Förderung und der Versicherte muss als Rentner Einkommensteuer auf die gesamte Riesterrente zahlen. Viele machen dabei Minus. Die Riesterrente war für die Rentner ein Flop. Ohnehin konnten viele Geringsverdiener und befristet Beschäftigte die Beiträge nicht leisten. (Die Befristung der Arbeitsverhältnisse hatte ebenfalls die SPD-Regierung wieder zugelassen). Gelohnt hat sich die damalige Privatisierung der Altersvorsorge für die Versicherungsunternehmen, die allerdings zwischendurch durch die niedrigen Zinsen finanziell so schwach waren, dass sie versuchten die Riesterrenten mit ihren 2,25 % Garantieverzinsung lszuwerden.

Würde man diese idiotische private Riesterrente heute wieder zurückführen in die staatliche Rentenversicherung, gäbe es weniger Probleme mit der Rente.

Vgl. auch damals CDU-Blüm: Die Rente ist sicher.

Was die SPD nun vorschlägt ist unausgegoren und vermutlich kaum ausgearbebeitet. Man kann annehmen, dass nach den Wahlen keine Rede mehr davon sein wird.

UND - würde die SPD gewählt - wer garantiert uns, dass es nicht im Gegenteil zu diesen leeren Versprechen - wieder zu weiterern überraschenden massiven Sozialkürzungen wie in der Schröder - Regierung kommt?

Noch mal zum Nachdenken:
Unterschied zwischen dem österreichischen und dem deutschen rentensystem: Österreich hat keine weiteren Säulen der rentenversicherung eingeführt - alle Arbeitnehmer zahlen 10 , 5 % und alle Arbeitgeber 12, 5 % in die gesetzliche Rentenversicherung. Die Renten sind 40% höher als in Deutschland.

Es ist noch nicht zu spät zur Umkehr!


Nunja ich stimme dir ja zu, daß es nicht die SPD hätte sein dürfen die diese Reformen anpackt. Fakt ist aber die Konservativen und LIberalen haben daran nix Rückgängig gemacht und enorm davon profitiert, daß viele Bürger es nur der SPD ankreiden , daß die sozialen Systeme jetzt mehr gefühlte Ungerechtigkeiten bei den Leuten erzeugt.

Btw. es ist zurzeit nur ein Vorschlag und noch kein Gesetzentwurf. Dieser Vorschlag ist so "unausgekoren" weil man darüber noch einen politischen Diskurs führen soll, das ist von Heil so gewollt.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 8. Feb 2019, 18:53

relativ hat geschrieben:(08 Feb 2019, 18:44)

Ähm, natürlich wird bei Heils Grundrente geprüft ob sie demjenigen zusteht.


Ja, aber nicht im Sinne einer Überprüfung wie bei der möglichen Bewilligung von Sozialhilfe (Grundsicherung im Alter).

Die CDU/CSU möchte, so verstehe ich das jedenfalls, eine Bedarfsprüfung in die Grundrente einbauen, die genau die gleichen Parameter abcheckt als wenn jemand die Grundsicherung im Alter beantragen würde.

Zum Beispiel darf man bei Antragstellung auf die Grundsicherung im Alter nur ein Vermögen in Höhe von maximal 5.000 € haben, siehe http://www.gesetze-im-internet.de/bshg_ ... 00988.html. Und wenn der (Ehe-) Partner ein zu hohes Einkommen hat, dann kriegt der Antragsteller auch keine Grundsicherung im Alter bewilligt.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Fr 8. Feb 2019, 18:54

Sören74 hat geschrieben:(08 Feb 2019, 17:04)

Okay, jetzt habe ich es verstanden. :) Allerdings halte ich den Vergleich 2 gegen 1 nicht für wirklich wegweisend. Wenn jemand im Monat alleine 6000 Euro brutto verdient, dann bekommt er netto weniger als ein Paar, welches je 3000 Euro brutto im Monat verdient. Einfach durch die Einkommensteuer. Das kann man dann auch ungerecht finden.

Ausserdem habe die beiden Zusammen ja mindestens 70 Jahre gearbeitet. Den Vergleich von Positiv Denkender kannst gleich vergessen. Ist eine pure Neiddebatte.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Fr 8. Feb 2019, 19:01

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(08 Feb 2019, 18:53)

Ja, aber nicht im Sinne einer Überprüfung wie bei der möglichen Bewilligung von Sozialhilfe (Grundsicherung im Alter).
Ja natürlich nicht, weil es eine Rente sein soll und keine Grundsicherung.

Die CDU/CSU möchte, so verstehe ich das jedenfalls, eine Bedarfsprüfung in die Grundrente einbauen, die genau die gleichen Parameter abcheckt als wenn jemand die Grundsicherung im Alter beantragen würde.
Wofür dann eine Grundrente? kann man doch bei der Grundsicherung bleiben und die erhöhen. :?: Im Koalitionsvertrag ist aber etwas anderes ausgemacht, wenn ich mich nicht irre, ist aber wahrscheinlich auch wieder so eine Interprtationssache.

Zum Beispiel darf man bei Antragstellung auf die Grundsicherung im Alter nur ein Vermögen in Höhe von maximal 5.000 € haben, siehe http://www.gesetze-im-internet.de/bshg_ ... 00988.html. Und wenn der (Ehe-) Partner ein zu hohes Einkommen hat, dann kriegt der Antragsteller auch keine Grundsicherung im Alter bewilligt.
Genau dies soll ja verhindert werden, wenn ein angehender Rentner 35 Jahre und mehr gearbeitet hat und immer noch auf eine Grundsicherung angewiesen ist. Genau diese Grundsicherung mit der bedürftigkeitsprüfung für diese Menschen soll ja abgeschafft werden. Das ist das Ziel dieses Vorschlags.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 8. Feb 2019, 19:12

Wähler hat geschrieben:(08 Feb 2019, 18:35)

Das ist ein zusätzliches Argument für eine Erhöhung der Grundsicherung für die wirklich Bedürftigen gemäß dem Subsidiaritätprinzip.


Hier müssten zwei Baustellen repariert werden:

a) die Höhe der Übernahme der Mietkosten (Kosten für Unterkunft und Heizung):

Nicht ohne Grund spricht der Gesetzgeber von angemessenen Kosten in diesem Zusammenhang. Denn es ist ja wohl klar, dass das Sozialamt oder das Jobcenter die überteuerte Miete für z. B. ein Luxus-Loft nicht länger als 6 Monate übernimmt. Hier stellt sich die Frage: Wie hoch dürfen die erlaubten Kosten für Unterkunft und Heizung maximal sein, damit sie vom Amt übernommen werden und gerecht sind? Da kann man sich ja tagelang drüber streiten.

b) die Höhe der Regelsätze (offiziell "Regelbedarfe"):

Diese sind zu niedrig für ein Leben in Würde, auch als Rentner. Und deswegen geht auch die oftmals erwähnte bedürftige Oma zur Tafel. Nur mit einer erheblichen Erhöhung der Regelsätze kriegen wir an anderer Stelle Probleme, Stichworte sind da der Mindestlohn und das (nicht mehr gesetzlich definierte) Lohnabstandsgebot. Außerdem könnten erheblich angehobene Regelsätze dazu führen, dass die Inflation zunimmt, weil die Unternehmer dann denken, dass die Hilfebedürftigen mehr Geld in der Tasche haben und somit ihre Produkte und Dienstleistungen mehr als früher verteuern.

a) und b) sind meiner Meinung nach schwierig zu reparieren.

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