Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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relativ
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Mi 13. Feb 2019, 14:36

Gruwe hat geschrieben:(13 Feb 2019, 14:24)

Nein, das habe ich daraus geschlossen. Sicherlich sind die Gründe bzw. Probleme vielfältig. Wenn sich nun jeder en Grund rauspickt, welcher einem gerade gefällt, führt es eben zu nix!
Es geht hier schon um das Grundlegende Problem und dies sind eben auch häufig geringe Löhne , fallendes Rentenniveau und Erwerbsbiographien die sehr viel mit Alleinerziehend zu tun haben.




Genau darum geht's mir ja!
Wenn jemand sich über 35 Arbeitsjahre mit niedriger Qualifikation durchs Arbeitsleben schleppt, obwohl hinlänglich bekannt ist, dass Qualifikation das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit und Niedriglohn sind (auch wenn natürlich kein Allheilmittel), dann muss eben durchaus erlaubt sein zu fragen, warum das so passiert ist!
Mehr verlange ich garnicht. Ich denke, dass dieser Zusammenhang so gut wie jedem bekannt ist.

Fragen kannst du gerrne, aber es denen bevor du überhaupt gefragt hast pauchal schon vorzuwerfen, geht mal gar nicht.




Nur weil man keine Berufsausbildung hat, heißt das ja noch nicht, dass man nie etwas arbeitet. In der Regel reicht es dann eben häufig nur für Mindestlohn, Aushilfstätigkeiten.
Da muss dann auch die Frage gestattet sein, warum der Einzelne nicht in der Lage war, seine Möglichkeiten zum besseren Erwerb etwa in Form einer Berufsausbildung wahr zunehmen

Auch dies darfst du gerne Fragen und dazu noch, wieso es in großen Teilen der Wirtschaft keine Tarifbindung mehr gibt und dort der Niedriglohn alltäglich ist evt.pp.
Biographien mit niedrigen Bildungsniveau wirst du in unsererm Gesellschafts und Wirtschaftssystem wohl immer haben (für die gewissen tätigkeiten die du und ich nicht mehr machen wollen sind diese Bürger auch gar nicht so unwichtig, Die Frage ist dann aber schon, wie geht eine Gesellschaft mit diesen Bürgern im Alter um, wenn sie trotz evtl. niedriger Bildung immer fleißig waren.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Mi 13. Feb 2019, 14:42

Skull hat geschrieben:(13 Feb 2019, 14:32)

Cool.

Also Steuern damit "radikal runter". Mit hohen Freibeträgen. :)

mfg


Wenn man damit ein soziales Gleichgewicht bei Renten, Krankenkassen Arbeitslosenversicherung, Hartz 4ect.pp., also alles das was den meisten Bürgern für ein lebenswertes, annähernd selbstbestimmtes Leben sehr wichtig ist, hin bekommt, habe ich nix dagegen. ;)
Ist einfach eine Frage was Gesellschaft und dann die Politik im Zuge dieser Gewichtung für nötig und machbar hält.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Skull » Mi 13. Feb 2019, 14:45

relativ hat geschrieben:(13 Feb 2019, 14:42)

Wenn man damit ein soziales Gleichgewicht bei Renten, Krankenkassen Arbeitslosenversicherung, Hartz 4ect.pp., also alles das was den meisten Bürgern für ein lebenswertes, annähernd selbstbestimmtes Leben sehr wichtig ist, hin bekommt, habe ich nix dagegen. ;)
Ist einfach eine Frage was Gesellschaft und dann die Politik im Zuge dieser Gewichtung für nötig und machbar hält.

Du weisst doch was ich meine.

Einfach bei der RV auf die Schweiz zu verweisen, den Rest aber herauszulassen, macht keinen Sinn.
Das gilt ja für alle -solche- Vergleiche. Irgendetwas rauspicken, aber alle anderen Dinge nicht zu betrachten,
kein sinnvoller Vergleich.

mfg
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Mi 13. Feb 2019, 14:55

Skull hat geschrieben:(13 Feb 2019, 14:45)

Du weisst doch was ich meine.

Einfach bei der RV auf die Schweiz zu verweisen, den Rest aber herauszulassen, macht keinen Sinn.
Das gilt ja für alle -solche- Vergleiche. Irgendetwas rauspicken, aber alle anderen Dinge nicht zu betrachten,
kein sinnvoller Vergleich.

mfg

Das ist ja auch richtig. Es steht ja immer im Raum wo das Geld herkommen,bzw. wem weggenommen werden soll. Da darf man sich als möglicher Globalisierungsgewinner durchaus mal einige Fragen stellen, ob z.B. dieses mehr an möglichen Steuern einen wirklich ärmer macht, oder nur langsamer Reicher.

Aber jetzt gerade bei der Grundrente von Heil, hat dieser ja schon eine durchaus realistische Gegenfinanzierung vorgeschlagen.
Man könnte natürlich den zweckgebundenen Soli jetzt ganz abschaffen und dafür wieder eine neue Steuer zur Rettung der Renten ausloben. Ist natürlich nicht so populär wenn Parteien sowas vorschlagen. Für mich wären z.B. mehr Zweckgebundene temporäre Steuern wesentlich besser nachzuvollziehen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Benutzername » Mi 13. Feb 2019, 14:58

relativ hat geschrieben:(13 Feb 2019, 13:47)

Warum nicht, wenn das obere Drittel der Gesellschaft immer mehr Geld bekommt /verdient?
Geht es hier darum denjenigen unteren Drittel das nicht zu gönnen und wenn ja , warum nicht?


Möchtest du dem oberen Drittel Geld wegnehmen? Das wird wohl kaum gelingen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Mi 13. Feb 2019, 15:10

Benutzername hat geschrieben:(13 Feb 2019, 14:58)

Möchtest du dem oberen Drittel Geld wegnehmen? Das wird wohl kaum gelingen.

Wenn ich es dem oberen Drittel eh nix wegnehmen kann, dann ist es eh schon alles erledigt.
Aber natürlich kann man sich als Gewinner unseres Systems schon die Frage stellen, werde ich durch die zusätzliche Belastung jetzt ärmer , oder nur etwas langsamer reicher?
Natürlich muss zuerst die Frage gestellt werden, ob man solche sozialen Umschichtungen nicht durch den aktuellen Haushalt hinbekommt, indem man Prioritäten anders gewichtet und Geldflüsse dementsprechend verlagert.
Steuererhöhungen egal für wenn sollten immer gut begründet sein, gerade in einem Hochsteuerland wie Deutschland.
Fakt ist aber auch, daß in den letzten Jahrzehnten Reiche und Unternehmen sehr stark entlastet wurden in Deutschland.
Ich könnte mir aber auch ander soziale Modelle vorstellen, wobei die Unternehmen bzw. reichen selber Projekte haben die eine soziale Lücke schließen können. Z.B. Mehr ungelernte und Langzeitarbeitslose in Arbeit bringen und diese dann auch ordentlich bezahlen, daß sie eine Rente bekommen, bei der sie nicht nachher beim Staat/Steuerzahler betteln muessen. Es können auch Stiftungen sein, die ärmeren Rentnern unbürokratisch und würdevoll helfen ect.pp.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » Mi 13. Feb 2019, 16:36

Wolverine hat geschrieben:(13 Feb 2019, 14:21)

Ich tendiere zum Schweizer Modell. Das deutsche System ist antiquiert und greift nicht mehr. Ein Rentensystem müsste von allen finanziert werden. Dazu gehören Selbständige, Beamte, Gut verdienende u.v.a.

Wird ja von allem finanziert durch Mrd. Zuschüsse aus Steuergelder . So beteiligen sich alle die Steuern zahlen am
gesetzlichen Rentensystem.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » Mi 13. Feb 2019, 16:41

Klopfer hat geschrieben:(12 Feb 2019, 09:12)

Nicht nur, Wettbewerb setzt auch Verlierer voraus.

Das ist so in der freien Wirtschaft im Sport überall wo Wettbewerb stattfindet .Hat riesige Vorteile gegenüber
staatlichen Dirigismus . Vor allem preisregulierend .
Zuletzt geändert von Positiv Denkender am Mi 13. Feb 2019, 17:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » Mi 13. Feb 2019, 17:33

Sören74 hat geschrieben:(12 Feb 2019, 08:27)

Was ist eigentlich an einem Plan nicht bezahlbar, welcher in der Umsetzung einige Mrd. Euro kosten wird? Umgekehrt überlegt man sich eine Steuer zu streichen, die etliche Mrd. Euro Einnahmen für den Staat bringt.



Es ist ähnlich wie bei der Krankenversicherung. Wir sollten uns gesellschaftlich entscheiden, wie wichtig uns das Thema gutes Auskommen im Alter (oder eine gute medizinische Ausstattung) ist.



Nun erklären Sie mal, wie man eine ausreichende Eigenvorsorge selbst finanzieren kann, wenn man gerade mal den Mindestlohn bekommt.

Wenn jemand ein Leben lang auf Mindestlohnbasis arbeitet hat er etwas falsch gemacht . Passiert auch selten .
Man muss Prioritäten setzen im Leben und wissen was wichtig ist . Auszubildende verdienen halt weniger als
Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung . War ne anders . Es geht um Gerechtigkeit . Bedeutet jemand der 35 Jahre nur Stundenweise
oder vielleicht 2 halbe Tage gearbeitet hat bekommt nach Heils Ansinnen dann eine höhere oder gleich hohe Rente
als jemand ,der 28 Jahre Vollzeit gearbeitet hat . Letztendlich haben zig Millionen Rentnerhaushalte selbst entschieden
wie sie ihre Erwerbstätigkeit aufteilen .Meine Frau hat 28 Beitragsjahre in den sie Vollzeit gearbeitet hat aufzuweisen .
Wir waren uns darüber im Klaren, dass ihre persönliche Rente später nicht üppig ist .Deshalb haben wir privat vorgesorgt .
Einschließlich mein Alterseinkommen funktioniert das auch recht gut wie in zig Millionen Rentnerhaushalten .
Du solltest mir nun erklären was daran gerecht ist ,wenn jemand 35 Jahre nur stundenweise gearbeitet hat,
dementsprechend weniger eingezahlt hat als jemand der 28 Jahre Vollzeit gearbeitet hat, trotzdem
eine Grundrente von über 900,-€ bekommen soll . War der/diejenige der 35 Jahre zwei halbe Tage tätig war
fleißiger als der/diejenige die 28 Jahre Vollzeit gearbeitet hat ?
Übrigens niemand plant eine Steuer zu streichen . Diese Steuer war von vornherein terminiert .Aufbau Ost ist abgeschlossen
somit diese Steuer flüssiger als flüssig . Angeblich arme Rentner führen eh keinen Solidaritätszuschlag ab.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » Mi 13. Feb 2019, 17:47

relativ hat geschrieben:(13 Feb 2019, 14:14)

1. Habe ich nicht gesagt, daß dies das ausschließliche Problem ist und war.
2. Was hat dies jetzt mit dem Problem der Berufsausbildung zu tun? Es sollen ja auch gerade diejenigen die lange in niedrig Lohn gearbeitet haben, weil sie evtl. eine schlechte oder geringe Ausbildung haben, von dieser "Respektrente" profitieren

Wenn diese Klintel nicht dementsprechend gearbeitet hat, dann werden sie ja auch nicht von dieser Grundrente profitieren, sondern weiter eine Grundsicherung, Hartz 4 mit Bedürftigkeitsprüfung bekommen. Also kein Problem für dich , oder?

Falsch .Wenn diese Leute sporadisch arbeiten 35 Jahre in die RV einzahlen , weil sie sicher sein können später
die Grundrente zu bekommen ,werden sich diese Leute sich nicht um Vollzeitarbeit reißen .
Hinzu kommt, für viele Selbstständige macht es dann Sinn den Lebenspartner nur als Teilzeit oder Stundenkraft zu führen
wenn später der Lebenspartner trotzdem die Grund Rente erhält .
Die heute Beschäftigten haben hohe Arbeitseinkommen hinzu kommt dank Kitas und Krippen werden immer mehr
spätere Rentnerhaushalte von 2 Renteneinkommen profitieren . Die Touristikbranche hat sich drauf vorbereitet
genau wie die Baubranche .
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 13. Feb 2019, 17:50

Positiv Denkender hat geschrieben:(13 Feb 2019, 17:33)
Du solltest mir nun erklären was daran gerecht ist ,wenn jemand 35 Jahre nur stundenweise gearbeitet hat, dementsprechend weniger eingezahlt hat als jemand der 28 Jahre Vollzeit gearbeitet hat, trotzdem
eine Grundrente von über 900,-€ bekommen soll . War der/diejenige der 35 Jahre zwei halbe Tage tätig war fleißiger als der/diejenige die 28 Jahre Vollzeit gearbeitet hat ?

Unsere Rentenversicherung in Deutschland wird entsprechend einer Versicherung aus den Versicherungsbeiträgen finanziert und die versicherungsfremden Leistungen aus Steuergeldern für Erziehungszeiten oder Verwitwung. An dieser prinzipiellen Unterscheidung sollte man festhalten. Will man neben der Grundsicherung im Alter, die unabhängig von irgendwelchen Arbeitsleistungen nach Bedarfsprüfung gewährt wird, aus Steuergeldern Teilzeitler oder Menschen mit unterbrochenen Arbeitslebensläufen, die immerhin 35 Jahre lang gearbeitet haben, nach Bedarfsprüfung besser stellen, als Rentner mit Grundsicherung, macht das nur Sinn, wenn man sich davon Anreize für den Arbeitsmarkt erhofft. Das könnte angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels auch eine Möglichkeit sein, Teilzeitbeschäftigte zur beruflichen Weiterqualifizierung zu motivieren. Das wäre vergleichbar mit der Idee vom Arbeitslosengeld Q. Es kommt, wie so oft, auf das richtige Maß und die richtige Kombination von verschiedenen Instrumenten an. Da befindet sich die Debatte aber noch im Anfangsstadium.
Zuletzt geändert von Wähler am Mi 13. Feb 2019, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Mi 13. Feb 2019, 18:10

Positiv Denkender hat geschrieben:(13 Feb 2019, 17:47)

Falsch .Wenn diese Leute sporadisch arbeiten 35 Jahre in die RV einzahlen , weil sie sicher sein können später
die Grundrente zu bekommen ,werden sich diese Leute sich nicht um Vollzeitarbeit reißen .
Hinzu kommt, für viele Selbstständige macht es dann Sinn den Lebenspartner nur als Teilzeit oder Stundenkraft zu führen
wenn später der Lebenspartner trotzdem die Grund Rente erhält .
Die heute Beschäftigten haben hohe Arbeitseinkommen hinzu kommt dank Kitas und Krippen werden immer mehr
spätere Rentnerhaushalte von 2 Renteneinkommen profitieren . Die Touristikbranche hat sich drauf vorbereitet
genau wie die Baubranche .

Ich weiss nicht unter welcher Prämisse du dein Leben planst, aber ich vermute einfach mal, daß du da eine Ausnahme sein wirst, so auch deine These die du hier aufstellst.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Sören74 » Do 14. Feb 2019, 01:35

Gruwe hat geschrieben:(13 Feb 2019, 12:47)

Hierunter verstehe ich nicht, dies an irgendwelche Rentner zu verteilen, sondern lieber in Investitionen zu stecken, etwa in die Bildung, Forschung, o.ä.


Die Investitionen sind ja kein Selbstzweck. Sie werden gemacht, um mehr Wohlstand zu erzielen. Aber das wiederum würde irgendwann ins Leere laufen, wenn dieser Wohlstand Millionen von Bürgern nicht mehr erreicht. Und das ist gerade bei vielen Rentnern der Fall.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Sören74 » Do 14. Feb 2019, 01:45

Positiv Denkender hat geschrieben:(13 Feb 2019, 17:33)

Wenn jemand ein Leben lang auf Mindestlohnbasis arbeitet hat er etwas falsch gemacht . Passiert auch selten .


Wenn es nur selten passiert, hätten wir doch die ganze Debatte über niedrige Renten nicht.

Positiv Denkender hat geschrieben:Man muss Prioritäten setzen im Leben und wissen was wichtig ist . Auszubildende verdienen halt weniger als
Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung . War ne anders . Es geht um Gerechtigkeit . Bedeutet jemand der 35 Jahre nur Stundenweise
oder vielleicht 2 halbe Tage gearbeitet hat bekommt nach Heils Ansinnen dann eine höhere oder gleich hohe Rente
als jemand ,der 28 Jahre Vollzeit gearbeitet hat .


Na das ließe sich doch im Gesetz schnell festschreiben, dass das nur für Arbeitsverhältnisse zählt, die ab einer bestimmten Wochenstundenzahl beruhen.

Positiv Denkender hat geschrieben:Übrigens niemand plant eine Steuer zu streichen . Diese Steuer war von vornherein terminiert .Aufbau Ost ist abgeschlossen
somit diese Steuer flüssiger als flüssig .


Sie kann durch eine Steuer derselben Höhe ersetzt werden. Einen Aufbaubedarf gibt es nach wie vor, siehe Infrastrukturen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Do 14. Feb 2019, 05:01

Positiv Denkender hat geschrieben:(13 Feb 2019, 17:33)

Wenn jemand ein Leben lang auf Mindestlohnbasis arbeitet hat er etwas falsch gemacht . Passiert auch selten .


Hast Du auch dabei bedacht, dass es

a) eine Zeit gab, wo kein Mindestlohn gezahlt wurde? Den Mindestlohn gibt es erst seit dem 1. Januar 2015, siehe Wikipedia. Davor wurden bisweilen unterirdische Löhne bezahlt. Der Niedriglohnbereich ist und war recht stark ausgeprägt. Du kannst Dir ja mal die Zahlen zwischen 1994 und 2015 auf Wikipedia anschauen: https://de.wikipedia.org/wiki/Niedriglohn#Deutschland

b) nach der so genannten Wende in Ostdeutschland viele Verlierer auf dem Arbeitsmarkt gab? Wodurch deren Erwerbsbiografie brüchig wurde und sie vergleichsweise schlecht entlohnt worden sind? Hier ein Beitrag von gestern vom MDR-Fernsehen mit dem Titel "Grundrente - was ist gerecht?", der sich mit der Problematik befasst "Erwerbstätig in der ehemaligen DDR und in der Nachwende-Zeit mit dem Effekt einer zu niedrigen Altersrente": https://www.mdr.de/mediathek/video-2745 ... 60c07.html
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon franktoast » Do 14. Feb 2019, 09:34

Wähler hat geschrieben:(13 Feb 2019, 13:33)

Schaut Ihr Euch eigentlich die Grafiken überhaupt an? 18,5% verdienen zwischen 900 und 1300 Euro. Das müssen dann schon mindestens 2 oder 3 Minijobs pro Person sein. Die Vermögenswerte beziehen sich auf den Haushalt, der auch aus mehr als einer Person bestehen kann. Die Angaben stammen aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes, das dafür bei einer repräsentativen Personengruppe diese Zahlen abgefragt hat. Bessere Daten als den Mikrozensus wirst Du für Deutschland nicht finden.
https://www.miese-jobs.de/chroniken/2018/15-08-18/
"4,17 Mio. Vollzeitkräfte haben 2017 zu Niedriglöhnen gearbeitet"
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 58777.html
Anzahl der Vollzeitarbeitnehmer im April 2014 mit einem monatlichen Bruttoverdienst von...

Sorry, ich seh es nicht. Wo steht, dass 18,5% der Vollzeitbeschäftigten netto zwischen 900 und 1300€ verdienen (das wäre ein Bruttostundenlohn von etwa 9€ bis 12€)
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Do 14. Feb 2019, 11:21

franktoast hat geschrieben:(14 Feb 2019, 09:34)
Sorry, ich seh es nicht. Wo steht, dass 18,5% der Vollzeitbeschäftigten netto zwischen 900 und 1300€ verdienen (das wäre ein Bruttostundenlohn von etwa 9€ bis 12€)

Schau Dir einmal die Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland an (Auf Button Einkommen klicken):
http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 31931.html
"(Auf Button Einkommen klicken) 18,5% verdienen zwischen 900 und 1300 Euro Nettolohn"
Das müssen dann schon mindestens 2 oder 3 Minijobs pro Person sein. Die Vermögenswerte beziehen sich auf den Haushalt, der auch aus mehr als einer Person bestehen kann. Die Angaben stammen aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes, das dafür bei einer repräsentativen Personengruppe diese Zahlen abgefragt hat. Bessere Daten als den Mikrozensus wirst Du für Deutschland nicht finden.
https://www.miese-jobs.de/chroniken/2018/15-08-18/
"4,17 Mio. Vollzeitkräfte haben 2017 zu Niedriglöhnen gearbeitet"
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 58777.html
"Anzahl der Vollzeitarbeitnehmer im April 2014 mit einem monatlichen Bruttoverdienst von... "
Die 18,5% zwischen 900 und 1300 Euro Nettolohn bezieht sich auf Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte. Aus der Grafik über Vollzeitarbeitnehmer im April 2014 kannst Du ersehen und abschätzen, wieviel Vollzeitbeschäftigte sich über die Niedriglöhner bis zu einem Bruttoeinkommen von 2100 Euro verteilen. Man muss es sich ein bißchen zusammenbasteln, weil es maßgeschneiderte Statistiken nicht gibt.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wolverine » Do 14. Feb 2019, 11:42

Skull hat geschrieben:(13 Feb 2019, 14:45)

Du weisst doch was ich meine.

Einfach bei der RV auf die Schweiz zu verweisen, den Rest aber herauszulassen, macht keinen Sinn.
Das gilt ja für alle -solche- Vergleiche. Irgendetwas rauspicken, aber alle anderen Dinge nicht zu betrachten,
kein sinnvoller Vergleich.

mfg


Welchen Rest soll ich denn ausgelassen haben? Erklär ma :)
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon franktoast » Do 14. Feb 2019, 13:34

Wähler hat geschrieben:(14 Feb 2019, 11:21)

Schau Dir einmal die Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland an (Auf Button Einkommen klicken):
http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 31931.html
"(Auf Button Einkommen klicken) 18,5% verdienen zwischen 900 und 1300 Euro Nettolohn"
Das müssen dann schon mindestens 2 oder 3 Minijobs pro Person sein. Die Vermögenswerte beziehen sich auf den Haushalt, der auch aus mehr als einer Person bestehen kann. Die Angaben stammen aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes, das dafür bei einer repräsentativen Personengruppe diese Zahlen abgefragt hat. Bessere Daten als den Mikrozensus wirst Du für Deutschland nicht finden.
https://www.miese-jobs.de/chroniken/2018/15-08-18/
"4,17 Mio. Vollzeitkräfte haben 2017 zu Niedriglöhnen gearbeitet"
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 58777.html
"Anzahl der Vollzeitarbeitnehmer im April 2014 mit einem monatlichen Bruttoverdienst von... "
Die 18,5% zwischen 900 und 1300 Euro Nettolohn bezieht sich auf Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte. Aus der Grafik über Vollzeitarbeitnehmer im April 2014 kannst Du ersehen und abschätzen, wieviel Vollzeitbeschäftigte sich über die Niedriglöhner bis zu einem Bruttoeinkommen von 2100 Euro verteilen. Man muss es sich ein bißchen zusammenbasteln, weil es maßgeschneiderte Statistiken nicht gibt.


Also erstmal ein allgemeines Feedback. Deine Schreibeweise ist sehr verwirrend. Man erkennt nur schwer, was hier dein Text ist und was du zitierst.
Zum anderen geht es um das Nettoeinkommen einer Person. Verdient zB. die Ehefrau 20€ die Stunde und hat ne Vollzeitstelle, dann kommt sie auf 1300€. (2400€ brutto), falls ihr Ehemann mehr verdient und sie eben nur Steuerklasse 5 ist. Dazu noch die ganzen Teilszeitstellen.
Ich denke, es ist schon alles ok so. 100€ pro Monat kann jeder fürs Alter zurück legen, und kann so eine nette Rentenverbesserung erzielen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Tick|Trick|und Track

Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Do 14. Feb 2019, 13:36

franktoast hat geschrieben:(14 Feb 2019, 09:34)

Sorry, ich seh es nicht. Wo steht, dass 18,5% der Vollzeitbeschäftigten netto zwischen 900 und 1300€ verdienen (das wäre ein Bruttostundenlohn von etwa 9€ bis 12€)


Schau Dir mal diese Tabelle an:

https://de.wikipedia.org/wiki/Niedriglohn#Deutschland

(Tabelle ist rechts abgebildet)

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