Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

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Papaloooo
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Die Mär vom Rententopf

Beitragvon Papaloooo » Fr 24. Apr 2020, 14:42

Die Mär vom Rententopf und/oder PapaLoooo's kleine Zukunftsprognose:

So etwas wie einen Rententopf gibt es in Deutschland ja gar nicht!
Denn ein Rententopf wäre für die Rente, und nur für die Rente da.
Sowohl Strauß hatte den Topf für seine Starfighter plündern lassen,
als auch Kohl für den Aufbau Ost.
Nun kommt langsam aber sicher das demographische Problem zu tragen:
Die Babyboomer gehen in Rente!
Die Alterspyramide steht Kopf!
Den Jungen sind die wachsende Rentenabgaben nicht mehr zuzumuten.
Zudem sind für die Zukunft die Ausgaben für die Bildung gewichtiger einzustufen, als die Alterssicherung - HOFFENTLICH!!!

Das Rentennievau selbst für die ehemaligen Besserverdiener wird auf Sozialhiflenievau abfallen.
Dann beginnt die Kettenreaktion:
Diejenigen die viel einzahlen werden es nicht mehr einsehen, dass diejenigen die nichts einzahlen am Ende das Gleiche bekommen.

Mehr und mehr steigen aus dem System aus!
Man kann ja z.B. eine Reinigungskraft für 451€ einstellen schwups ist man draußen.

Zwischen 2030 und 2040 fällt das Kartenhaus in sich zusammen!

Und dann?
Keine allzugroße Sorge,
robotische Hilfskräfte ersetzen nach und nach den fehlenden Nachwuchs, also die Dienstleistungen für die Alten:
Nicht alle, aber viele Tätigkeiten werden ersetzt.

Man wird durchkommen,
es wird aber entmenschlichter.
Aber man wird sich aus der Not heraus auch zusammenschließen,
die fitteren unter den Alten kümmern sich mit um die weniger fitten.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Dieter Winter
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Re: Die Mär vom Rententopf

Beitragvon Dieter Winter » Fr 24. Apr 2020, 14:50

Papaloooo hat geschrieben:(24 Apr 2020, 14:42)
So etwas wie einen Rententopf gibt es in Deutschland ja gar nicht!


Jedenfalls nicht, seitdem die Rente via Umlage finanziert wird.

Mit den aktuellen Einnahmen (+ Zuschüssen aus dem Steueraufkommen) werden die laufenden Ausgaben finanziert.
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aleph
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon aleph » Do 28. Mai 2020, 11:39

Hier gibt es ein ranking, wie gut das rentensystem ist. Deutschland legt dabei im mittelfeld. Dominiert wird die tabelle von kleineren staaten in benelux, skandinavien, aber auch neuseeland.

Der staatliche rentenfond in schweden beeindruckt. Das sollte man hier auch einführen.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 28. Mai 2020, 12:25

aleph hat geschrieben:(28 May 2020, 11:39)

Der staatliche rentenfond in schweden beeindruckt. Das sollte man hier auch einführen.


Hilft aber den "Armutsrentnern" nicht

weder heute, noch morgen.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon aleph » Do 28. Mai 2020, 12:59

Realist2014 hat geschrieben:(28 May 2020, 12:25)

Hilft aber den "Armutsrentnern" nicht

weder heute, noch morgen.

Diese sind es vermutlich, die Deutschland im ranking nach unten drücken.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon frems » Do 2. Jul 2020, 15:05

In Westdeutschland steigen die Renten um 3,45 Prozent, im Osten des Landes um 4,2 Prozent. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt es wichtig, privat bzw. beruflich vorzusorgen. Welche Möglichkeiten der Vorsorge und des Übergangs in den Ruhestand gibt es? Wichtige Fragen und Antworten.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/ ... ge-1763990

Der Bundestag hat die sogenannte Grundrente verabschiedet, durch die kleine Renten aufgebessert werden sollen. Damit kann nun am Freitag auch der Bundesrat über das Gesetz entscheiden, das zum 1. Januar 2021 in Kraft treten soll.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... ntner.html

Wirkt ja ziemlich unsicher, wenn man selbst zu diesen Zeiten einen kräftigen Schluck aus der Pulle nimmt und noch ein paar Kurze dazu.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Papaloooo
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Papaloooo » Do 2. Jul 2020, 15:39

Ja der Herr Blüm hat sich im April aus dem Staube gemacht.
Das Rentensystem wie es jetzt betrieben wird, kracht in den 30ern vollends zusammen.
Dann kommen die Babyboomer.
Und dann ist es auch egal wie viel jemand eingezahlt hat.
Und alle Versprechen von "on-Top" werden nichts bringen,
denn wenn man "on-Top" auf den Boden stellt, dann lässt sich nichts toppen.

Und dann wird auch niemand mehr einsehen, einzuzahlen, wenn er/sie sieht,
dass am Ende nicht mehr dabei rauskommt.

So what?
Es wird dann auch noch den Rentnern besser gehen, als denen in anderen Ländern wie Indien oder auch nur Türkei.
Man wird zurückstecken müssen.
Man wird immer häufiger von Robotern umsorgt, die die fehlenden Arbeitskräfte ersetzen.
Aber genau deswegen wird man sich auch solidarisieren unter den Senioren.
Man wird mehr Gemeinschaftsunterkünfte haben,
wo die fitteren gestützt von Robotern sich um die weniger fitteren kümmern.
Anders wird das nicht gehen?
Woher die vielen Pflegekräfte nehmen, wenn die Alterspyramide kopfsteht?
Wer soll noch finanziell dafür aufkommen?

Ich sage mal: keine Sorge, es werden sich Lösungen anbahnen,
mit denen man zufrieden sein kann.
Mürrische wird es immer geben und es ist sicherlich auch nicht schön,
von einem Roboter umsorgt zu werden.
Klar werden diese auch irgendwann lernen, Dialoge zu führen,
aber nur den Dementen wird das ausreichen.
Aber es ist einfach eine andere Zeit.
Mal schauen, ob wir dann auch sagen: "Es ist nicht mehr das, was es mal war!"
Ja es stimmt, bringt aber nichts!
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Sa 4. Jul 2020, 23:22

Die Rentenversicherung wie wir sie heute kennen deckt im Grunde genommen zwei völlig unterschiedliche Themenstellungen ab:

1) Die Existenzgrundsicherung
2) Das, was wir eigentlich unter Rente verstehen - also das was wir uns an Konsumfähigkeit über die Existenzgrundsicherung hinaus in unserem Leben erarbeitet und erspart haben.

Diese beiden Themen sind deshalb in der Rente zusammengefasst, weil die Existenzgrundsicherung heute nach dem Bedürftigkeitsprinzip und nicht nach dem Bedarfsprinzip organisiert ist. Konkret bedeutet dies, dass man sich erst mal selbst um die Existenzgrundsicherung kümmern muss. Kann man dies nicht oder nicht mehr oder nicht ausreichend, dann greift einem der Staat unter die Arme - allerdings erst nachdem potentiell auflösbares Vermögen auch aufgelöst wurde.

Warum ist diese Unterscheidung relevant?
Weil wir per se kein Problem mit der Rente als solche haben, sondern wir haben das Problem nur in der Existenzgrundsicherung.
Und: Dieses Problem haben wir nicht nur bei den Rentnern, sondern tatsächlich bei allen Generationen.

Deshalb bietet es sich auch an, dass man zukünftig eine Reform anstrebt, die zunächst einmal die Existenzgrundsicherung als eigene Säule im Sozialsystem etabliert. Und dann wäre es angebracht, über einen Systemwechsel bei der Existenzgrundsicherung nachzudenken - also dem Übergang vom Bedürftigkeitsprinzip zum Bedarfsprinzip. Mit diesem Systemwechsel relativiert sich das scheinbare Rentenproblem drastisch - weil es sich gleichmäßig über die gesamte Bevölkerung von der Wiege bis zur Bahre verteilt.

Ob man dann die klassische Rente wie wir sie heute kennen noch beibehält, oder ob man diese irgendwann entfallen lässt, weil der Rest auch über private Vorsorge im weitesten Sinne erfolgen kann - da ist vieles denkbar.

Kritisch ist lediglich die Übergangsphase - die muss Rücksicht nehmen auf Rechtsansprüche u.v.m. - das ist ein wenig knifflig zu organisieren, aber möglich.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Orbiter1 » Sa 4. Jul 2020, 23:43

Atue001 hat geschrieben:(04 Jul 2020, 23:22)

Die Rentenversicherung wie wir sie heute kennen deckt im Grunde genommen zwei völlig unterschiedliche Themenstellungen ab:

1) Die Existenzgrundsicherung
2) Das, was wir eigentlich unter Rente verstehen - also das was wir uns an Konsumfähigkeit über die Existenzgrundsicherung hinaus in unserem Leben erarbeitet und erspart haben.

Diese beiden Themen sind deshalb in der Rente zusammengefasst, weil die Existenzgrundsicherung heute nach dem Bedürftigkeitsprinzip und nicht nach dem Bedarfsprinzip organisiert ist. Konkret bedeutet dies, dass man sich erst mal selbst um die Existenzgrundsicherung kümmern muss. Kann man dies nicht oder nicht mehr oder nicht ausreichend, dann greift einem der Staat unter die Arme - allerdings erst nachdem potentiell auflösbares Vermögen auch aufgelöst wurde.

Warum ist diese Unterscheidung relevant?
Weil wir per se kein Problem mit der Rente als solche haben, sondern wir haben das Problem nur in der Existenzgrundsicherung.
Eine kühne Aussage bei einem jährlichen Zuschuss von inzwischen mehr als 100 Mrd € des Bundeshaushalts in die Rentenversicherung. Wenn nur das an Rente ausgezahlt wird was von den Beitragszahlern eingezahlt wird müsste das Rentenniveau um ca 25% gesenkt werden. Sobald die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern massiv verschlechtert wird der Zuschuss in die Rentenversicherung erheblich steigen.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » So 5. Jul 2020, 00:04

Orbiter1 hat geschrieben:(04 Jul 2020, 23:43)

Eine kühne Aussage bei einem jährlichen Zuschuss von inzwischen mehr als 100 Mrd € des Bundeshaushalts in die Rentenversicherung. Wenn nur das an Rente ausgezahlt wird was von den Beitragszahlern eingezahlt wird müsste das Rentenniveau um ca 25% gesenkt werden. Sobald die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern massiv verschlechtert wird der Zuschuss in die Rentenversicherung erheblich steigen.


Die Kernaussage ist: Das Problem haben wir nicht bei der eigentlichen Rente, sondern beim Thema der Existenzgrundsicherung. Das ist überhaupt nicht kühn - sondern Fakt und zeigt sich auch heute schon. Mehr und mehr Menschen geraten bei den leicht modifizierten Rahmenbedingungen der Rentenversicherung in den Kreis derer, die mit ihrer Rente ihre eigene Existenz nicht mehr bestreiten können. Das aktuell beschlossene Paket der Grundrente adressiert genau dies - greift aber dramatisch zu kurz und kittet damit nur die Löcher ein wenig.

Tatsächlich sind aber die gesellschaftlichen Probleme bei der Existenzgrundsicherung prinzipiell beherrschbar - wenn man sie vernünftig organisiert. Weil die Existenzgrundsicherung JEDEN betrifft, hat NIEMAND ein ernsthaftes Interesse daran, diese zu kürzen, wenn sie nach dem Bedarfsprinzip, und nicht nach dem Bedürftigkeitsprinzip organisiert wird.

Die Umstellung vom Bedürftigkeits- zum Bedarfsprinzip haben wir in Versicherungen wie der KV, PV, ALV oder auch der eigentlichen RV schon längst - nur bei der Existenzgrundsicherung als älteste Wurzel der Sozialversicherungen sind wir noch nach dem Bedürftigkeitsprinzip organisiert - das ist das eigentliche Problem, und das ist lösbar.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Gruwe » So 5. Jul 2020, 23:46

Orbiter1 hat geschrieben:(04 Jul 2020, 23:43)

Eine kühne Aussage bei einem jährlichen Zuschuss von inzwischen mehr als 100 Mrd € des Bundeshaushalts in die Rentenversicherung.


Die Steuerzuschüsse laufen ja so gut wie komplett in die versicherungsfremden Leistungen. Diese werden eben nur über die Rentenversicherung verwaltet/ausgeschüttet, die Kosten trägt der Bund.


Sobald die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern massiv verschlechtert wird der Zuschuss in die Rentenversicherung erheblich steigen.


Wie gesagt ist der Bundeszuschuss für die versicherungsfremden Leistungen. Steigen diese, steigt der Anteil aus dem Steuertopf...umgekehrt genauso. Bei der Altersrente wird das Regeleintrittsalter steigen und/oder das Rentenniveau angepasst.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Mo 6. Jul 2020, 23:50

Gruwe hat geschrieben:(05 Jul 2020, 23:46)

Die Steuerzuschüsse laufen ja so gut wie komplett in die versicherungsfremden Leistungen. Diese werden eben nur über die Rentenversicherung verwaltet/ausgeschüttet, die Kosten trägt der Bund.

Wie gesagt ist der Bundeszuschuss für die versicherungsfremden Leistungen. Steigen diese, steigt der Anteil aus dem Steuertopf...umgekehrt genauso. Bei der Altersrente wird das Regeleintrittsalter steigen und/oder das Rentenniveau angepasst.


Völlig korrekt! Deshalb bedeutet zu einem sehr wesentlichen Anteil: Wenn die Rentenversicherung nicht mehr ausreicht, um eine angemessene Rente zu garantieren, dann wird der Steuerzahler dafür aufkommen müssen.

Die Rente als solche ist also sicher - das eigentliche Problem haben wir faktisch in der Existenzgrundsicherung - und das Problem kann man lösen, weil es durch ALLE zu lösen ist.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Michinho007 » So 12. Jul 2020, 12:12

Ich habe heute im Focus gelesen das neben 2021 auch in den nächsten Jahren wohl Rentenanpassungen ausfallen dürften da die Löhne aufgrund der Corona Pandemie nicht wirklich steigen werden.

Der Experte brachte auch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ins Spiel. Zurzeit ist dieses Eintrittsalter wie bekannt 67 Jahre.

Wenn man am alten Umlagesystem festhält, wird man also nicht darum herum kommen das Eintrittsalter auf 69 oder 70 Jahre zu erhöhen um diese Krisenfest und sicher zu machen. Schließlich will man stabile Beiträge erhalten.

Meiner Meinung nach ist eine Rentenform schon seit Jahren überfällig.

Es gibt durchaus einige Möglichkeiten über die man ernsthaft nachdenken müsste. Meiner Meinung nach sollten Beamte und Freiberufler in Zukunft in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen müssen. Zudem sollte man eine richtige Altersteilzeit ab 60 Jahren ausweiten und mehr Menschen ermöglichen damit diese im Alter entlastet werden.

Eine Altenpflegerin könnte so z.B. ab 60 Jahren in Teilzeit gehen, während sie weiterhin ihr volles Gehalt bekommt. 50% von der Rentenkasse, 50% von ihrem Arbeitgeber. Sie arbeitet also nur noch 20 Stunden und gibt weiterhin ihre wertvolle Erfahrung an die jungen Kolleginnen weiter. Für sie wäre es eine Entlastung in diesem Alter nur noch die Hälfte ihrer Arbeitszeit stemmen zu müssen. Ab dem Alter von 65 sollte der Anteil der Rente weiter steigen und die Stunden weiter reduziert werden. Dies sollte gängige Praxis werden und bei jeder Arbeitsstelle möglich sein und am besten genutzt werden.

Des Weiteren sollte es in Zukunft die Möglichkeit geben ab einer gewissen Zeit (35 volle Versicherungsjahre) die in die gesetzlichen Rente eingezahlt wurde, mit 65 abschlagsfrei in Rente gehen zu dürfen. Hat man diese 35 Jahre nicht erreicht, dann weiterhin Altersteilzeit bis 67.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Skull » So 12. Jul 2020, 13:09

Michinho007 hat geschrieben:(12 Jul 2020, 12:12)

Wenn man am alten Umlagesystem festhält, wird man also nicht darum herum kommen
das Eintrittsalter auf 69 oder 70 Jahre zu erhöhen um diese Krisenfest und sicher zu machen.

[…]

Meiner Meinung nach ist eine Rentenform schon seit Jahren überfällig.

Es gibt durchaus einige Möglichkeiten über die man ernsthaft nachdenken müsste.

[…]
Eine Altenpflegerin könnte so z.B. ab 60 Jahren in Teilzeit gehen, während sie weiterhin ihr volles Gehalt bekommt.
[…]
Ab dem Alter von 65 sollte der Anteil der Rente weiter steigen und die Stunden weiter reduziert werden.
Dies sollte gängige Praxis werden und bei jeder Arbeitsstelle möglich sein und am besten genutzt werden.

Des Weiteren sollte es in Zukunft die Möglichkeit geben ab einer gewissen Zeit (35 volle Versicherungsjahre) die in die gesetzlichen Rente eingezahlt wurde, mit 65 abschlagsfrei in Rente gehen zu dürfen.

Erkenne die (eigenen) Widersprüche.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » So 12. Jul 2020, 22:21

Michinho007 hat geschrieben:(12 Jul 2020, 12:12)

Ich habe heute im Focus gelesen das neben 2021 auch in den nächsten Jahren wohl Rentenanpassungen ausfallen dürften da die Löhne aufgrund der Corona Pandemie nicht wirklich steigen werden.

Der Experte brachte auch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ins Spiel. Zurzeit ist dieses Eintrittsalter wie bekannt 67 Jahre.

Wenn man am alten Umlagesystem festhält, wird man also nicht darum herum kommen das Eintrittsalter auf 69 oder 70 Jahre zu erhöhen um diese Krisenfest und sicher zu machen. Schließlich will man stabile Beiträge erhalten.

Meiner Meinung nach ist eine Rentenform schon seit Jahren überfällig.

....


In dem Fazit der Überfälligkeit der Rentenreform gebe ich dir recht.
In der aktuellen Form der Rente haben wir ein Problem - wobei das eigentliche Problem verdeckt ist, und gar nicht die eigentliche Rentensituation betrifft. Tatsächlich ein umfassendes Problem haben wir nur in dem Anteil der Rentenversicherung, der für die Existenzgrundsicherung gebraucht und genutzt wird. Dies deshalb, weil derzeit beim Thema Existenzgrundsicherung abweichend zu allen anderen Sozialversicherungen noch das Bedürtigkeitsprinzip besteht, und nicht das Bedarfsprinzip. Würde man das Bedarfsprinzip heranziehen, und die Existenzgrundsicherung ganz allgemein über Steuern finanzieren, wären dafür auch Beamte, Freiberufler etc. etc. mit im Boot, und die entstehende höhere Belastung würde sich gleichmäßig über die gesamte Bevölkerung verteilen. Dann hätten wir kein Problem bei der Existenzgrundsicherung - und der Rest der Rente wäre immer ein Zubrot um die Konsumfähigkeit über die Existenzgrundsicherung hinaus zu erhöhen. Für diesen Fall wäre sogar langfristig denkbar, das staatliche Rentensystem aufzulösen, und eine weitergehende Vorsorge vollends in die Eigenverantwortung des Einzelnen zurückzugeben. Das vernünftige an einem solchen Ansatz wäre, dass damit auch Themen wie der Beginn des Rentenalters völlig eigenverantwortlich organisiert werden könnte.

Im Übrigen würde ich der Prognose des Focus nicht all zu weit trauen. Es kann durchaus sein, dass auch in der Pandämie die Löhne steigen - wenn auch wohl nicht im selben Umfang wie die letzten Jahre. Dann steigt aber auch die Rente, nur eben angepasst weniger. Dass die Löhne steigen, ist so unwahrscheinlich nicht, weil auch in Krisenzeiten durchaus einige Branchen ganz vernünftig über die Runden kommen - warum sollte es also dort keine Anpassungen geben?

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