Wohnungspolitik

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
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Misterfritz
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Misterfritz » Mo 23. Jul 2018, 21:57

jorikke hat geschrieben:(23 Jul 2018, 21:41)

Die Industrie und die Handwerksbetriebe entscheiden wo sie sich ansiedeln. Das geschieht in der Nähe der besten Infrastruktur. In der Regel also bei den Ballungszentren. Wie um alles in der Welt soll die Politik es bewerkstelligen, dass Betriebe sich in der Pampa ansiedeln?
Nunja, das funktioniert schon, wenn man ein autokratisches System wie China hat. Die stampfen Städte in der Pampa aus dem Sand und die sind dann auch noch erfolgreich. (Ich habe in letzter Zeit einen Bericht über eine neue Stadt, die für IT-Forschung und Gründungen gebaut wurde.)
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jorikke
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon jorikke » Di 24. Jul 2018, 10:49

jorikke hat geschrieben:(23 Jul 2018, 21:41)

Die Industrie und die Handwerksbetriebe entscheiden wo sie sich ansiedeln. Das geschieht in der Nähe der besten Infrastruktur. In der Regel also bei den Ballungszentren. Wie um alles in der Welt soll die Politik es bewerkstelligen, dass Betriebe sich in der Pampa ansiedeln?


Vor einigen Jahren bin ich an der Peripherie von Shanghai mit dem Mountainbike km weit auf autobahnähnlichen Straßen gefahren. Null Verkehr, null Gebäude. Nach einigen km kamen dann die ersten Fabriken. Übrigens sehr viele Produktionsstätten deutscher Unternehmen. Sehr beeindruckend, wie die Chinesen offensichtlich Jahre im Voraus planen.
Trotzdem, aus vielerlei Gründen in Deutschland nicht machbar. Deshalb als Antwort auf meine Fragestellung nicht recht brauchbar.
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Gruwe
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Gruwe » Di 24. Jul 2018, 14:29

jorikke hat geschrieben:(23 Jul 2018, 21:41)

Die Industrie und die Handwerksbetriebe entscheiden wo sie sich ansiedeln. Das geschieht in der Nähe der besten Infrastruktur. In der Regel also bei den Ballungszentren. Wie um alles in der Welt soll die Politik es bewerkstelligen, dass Betriebe sich in der Pampa ansiedeln?


Genau das ist es!

Große Städte haben gute Infrastruktur. Arbeitsplötze entstehen und es gibt Einnahmen, um eben diese Infrastruktur zu erhalten bzw. weiter auszubauen.

Im Gegensatz ziehen aus dem Umland Arbeitsplätze und Menschen ab, die Steuereinnahmen sinken und die Abwärtsspirale kommt in Gange!

Am Ende wird sich dann über teure Mieten und Leben wie in Massentierhaltung in den Städten beschwert!

Das ist auch nix, was man von heute auf morgen richten kann. Das ist Politik, die über Jahre wirken muss!

Was man tun könnte:
- Ausbau der digitalen Infrastruktur im Umland
- Förderung von Telearbeit
- sonstige Anreize für Firmen sich im Umland anzusiedeln
- Beginnender Ausbau des ÖPNV im nahen Umland von Ballungsgebieten
- kommunaler Finanzausgleich
Usw.

Man muss eben einfach mal anerkennen, dass man Ursachen bekämpfen muss anstatt an Symptomen herumzudoktorn!
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Positiv Denkender » Di 24. Jul 2018, 18:08

Ebiker hat geschrieben:(22 Jul 2018, 17:09)

In München auch, im gesamten S- Bahnbereich sind die Mieten sehr hoch.


Nicht nur Mieten sondern auch die Einkommen . Gleicht sich alles aus . Muss man im S Bahn Bereich wohnen ?
Verwandte von mir wohnen am Rande von München .Bester S Bahn Anschluss (S 1 ) Fahrzeit ca 20 Minuten in die City .
Das ist sicher jedem zuzumuten . Auch in München befinden sich die Massenarbeitsplätze nicht in der City wie in jeder Großstadt.
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Bielefeld09
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 18:37

Positiv Denkender hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:08)

Nicht nur Mieten sondern auch die Einkommen . Gleicht sich alles aus . Muss man im S Bahn Bereich wohnen ?
Verwandte von mir wohnen am Rande von München .Bester S Bahn Anschluss (S 1 ) Fahrzeit ca 20 Minuten in die City .
Das ist sicher jedem zuzumuten . Auch in München befinden sich die Massenarbeitsplätze nicht in der City wie in jeder Großstadt.

Bitte, nicht schon wieder diese Diskussion.
Städte und Ballungszentren benötigen u.a. Erzieher, Feuerwehrbeamte und Pfleger.
Und die müssen sich Mieten auch an diesen Orten leisten können.
Eine Stadt lebt durch ihre unterschiedlichen Bewohner.
Und jede Stadt hat für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen!
Das nenne ich eine zentrale Aufgabe der betroffenen Städte und Ballungszentren.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Boracay » Di 24. Jul 2018, 20:30

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:37)

Bitte, nicht schon wieder diese Diskussion.
Städte und Ballungszentren benötigen u.a. Erzieher, Feuerwehrbeamte und Pfleger.
Und die müssen sich Mieten auch an diesen Orten leisten können.
Eine Stadt lebt durch ihre unterschiedlichen Bewohner.
Und jede Stadt hat für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen!
Das nenne ich eine zentrale Aufgabe der betroffenen Städte und Ballungszentren.


Das müssen sie sich freilich nicht meisten können. So ein Blödsinn. Die können Pendeln wie jeder andere Mensch auch. Mieten in München sind im Vergleich zu den Kaufpreisen ein Witz.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Boracay » Di 24. Jul 2018, 20:33

Gruwe hat geschrieben:- Ausbau der digitalen Infrastruktur im Umland


Du hast rings um München bereits überall 100MBit Leitungen, aber kein Bauland.

- sonstige Anreize für Firmen sich im Umland anzusiedeln


Es siedeln sich die meisten Firmen im Umland an.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 20:51

Boracay hat geschrieben:(24 Jul 2018, 20:30)

Das müssen sie sich freilich nicht meisten können. So ein Blödsinn. Die können Pendeln wie jeder andere Mensch auch. Mieten in München sind im Vergleich zu den Kaufpreisen ein Witz.

Was sind Innenstädte ohne Bürger?
Noch witzloser?
Scherzkeks!
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Positiv Denkender » Di 24. Jul 2018, 21:26

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:37)

Bitte, nicht schon wieder diese Diskussion.
Städte und Ballungszentren benötigen u.a. Erzieher, Feuerwehrbeamte und Pfleger.
Und die müssen sich Mieten auch an diesen Orten leisten können.
Eine Stadt lebt durch ihre unterschiedlichen Bewohner.
Und jede Stadt hat für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen!
Das nenne ich eine zentrale Aufgabe der betroffenen Städte und Ballungszentren.


Alles neue Städte ,alles neue Bewohner ? Die Menschen wohnen seit zig Jahren in den Städten egal ob Pfleger
Feuerwehrbeamte Erzieher Handwerker oder wer auch immer . Diese Bewohner können auch die dort
geforderten Mieten zahlen .Einfach unwahr dass die Mieten des Sozialen Wohnungsbaus extrem erhöht wurden .
Die Ansprüche einiger sind zu groß geworden . Übrigens der Staat kann nur Flächen zur Verfügung stellen ,bauen muss
die Privatwirtschaft .Eine Lüge das Wohnungen des Sozialen Wohnungsbau egal ob Gewoba ,Beamtenwohnbau und wie
sie alle heißen unbezahlbar geworden sind . Trotz riesiger Modernisierung sind Bestandmieten nicht gestiegen .
Hinzu kommt dass Menschen mit geringeren Einkommen Mietzuschüsse erhalten .
Wer Luxuswohnungen bevorzugt der muss auch zahlen .Da viele dieser Wohnungen schon vermietet oder verkauft sind, bevor der
erste Grundstein gelegt wurde scheinen sich Menschen diese Wohnungen ,doch dank unseres Wohlstands, auch leisten können .
Jeder der eine Neubauwohnung oder ein Haus bezieht hinterlässt leeren Wohnraum . Da unsere Bevölkerung nicht wächst
gibt es dementsprechend auch reichlich Leerstand vor allem bei Wohnungen deren Mieter ein WBS vorlegen müssen .
Zuletzt geändert von Positiv Denkender am Mi 25. Jul 2018, 19:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 21:40

Boracay hat geschrieben:(24 Jul 2018, 20:30)

Das müssen sie sich freilich nicht meisten können. So ein Blödsinn. Die können Pendeln wie jeder andere Mensch auch. Mieten in München sind im Vergleich zu den Kaufpreisen ein Witz.

Es geht um Städteplanung,
nicht um Gewinnoptionen für Wohnungsholdings!
Klingelt da was?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Misterfritz » Di 24. Jul 2018, 21:56

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 21:40)

Es geht um Städteplanung,
nicht um Gewinnoptionen für Wohnungsholdings!
Klingelt da was?
Man kann das aber nicht getrennt sehen.
Wer baut und nicht selbst drin wohnen will, will natürlich auch etwas daran verdienen. Und das ist, mEn, auch richtig - sonst baut nämlich niemand mehr Mietwohnungen.
Auf der anderen Seite hat Staat/Kommune natürlich Steuerungsmöglichkeiten, indem man festlegt, dass bei kommunalen Baugrund eine gewisse Menge an Sozialwohnungen gebaut werden müssen. Ob sowas immer genutzt wird, daran glaube ich eher nicht.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 22:06

Misterfritz hat geschrieben:(24 Jul 2018, 21:56)

Man kann das aber nicht getrennt sehen.
Wer baut und nicht selbst drin wohnen will, will natürlich auch etwas daran verdienen. Und das ist, mEn, auch richtig - sonst baut nämlich niemand mehr Mietwohnungen.
Auf der anderen Seite hat Staat/Kommune natürlich Steuerungsmöglichkeiten, indem man festlegt, dass bei kommunalen Baugrund eine gewisse Menge an Sozialwohnungen gebaut werden müssen. Ob sowas immer genutzt wird, daran glaube ich eher nicht.

Aber es ist ein Steuerungselement:
In komunaler Hand!
Und nicht nur das!
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Misterfritz » Di 24. Jul 2018, 22:09

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:06)

Aber es ist ein Steuerungselement:
In komunaler Hand!
Und nicht nur das!
Wie ich schon sagte, ob das immer genutzt wurde und wird, wage ich zu bezweifeln. Man will ja Bauherren nicht verschrecken.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 22:31

Misterfritz hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:09)

Wie ich schon sagte, ob das immer genutzt wurde und wird, wage ich zu bezweifeln. Man will ja Bauherren nicht verschrecken.

Sorry, aber wen hätte man die letzten 10 Jahre verschrecken können?
Sie schwächeln in der argumentation.
Es ging zu Lasten der Bürger!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Misterfritz » Di 24. Jul 2018, 22:34

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:31)

Sorry, aber wen hätte man die letzten 10 Jahre verschrecken können?
Sie schwächeln in der argumentation.
Es ging zu Lasten der Bürger!
Ich schwächele? Aha ...
Und Wohnungspolitik sollte man nicht in 10-Jahresabschnitten betrachten. Alleine Genehmigungsverfahren und Bau dauern schon mal länger.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Bielefeld09 » Di 24. Jul 2018, 22:55

Misterfritz hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:34)

Ich schwächele? Aha ...
Und Wohnungspolitik sollte man nicht in 10-Jahresabschnitten betrachten. Alleine Genehmigungsverfahren und Bau dauern schon mal länger.
#
Warum verkaufen dann Städte, Gemeinden und Länder,
Wohnungen an private Betreiber?
Hat da der Rechtsstaat nicht reagiert
oder sind da Bürger nicht einfach verkauft worden?
Auch in München.
Hr Söder!
Privatisieren?
Sie haben Fragen zu beantworten!
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Wähler » Mi 25. Jul 2018, 06:58

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:37)
Bitte, nicht schon wieder diese Diskussion.
Städte und Ballungszentren benötigen u.a. Erzieher, Feuerwehrbeamte und Pfleger.
Und die müssen sich Mieten auch an diesen Orten leisten können.
Eine Stadt lebt durch ihre unterschiedlichen Bewohner.
Und jede Stadt hat für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen!
Das nenne ich eine zentrale Aufgabe der betroffenen Städte und Ballungszentren.

Im Falle Münchens steigen ja die Grundstücks-, Immobilien-, Baupreise und Mieten nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Region kräftig weiter. Es sollten nicht nur die einkommensschwachen Berufe immer weiter im Großraum pendeln müssen, wie es in London schon der Fall ist. Das widerspricht auch dem deutschen Sozialstaatsprinzip, abgesehen von der fehlenden sozialen Durchmischung. Von den Haushalten mit Alleinerziehenden will ich ganz schweigen. Ohne eine Abbremsung der Gründstücksspekulation wird auch der Neubau und die Verdichtung entlang der bestehenden und zu erweiternden öffentlichen Verkehrsmittellinien im Großraum München immer schwieriger. Die SPD Bayern sollte da endlich einmal in die Puschen kommen, wie die SPD Hessen es versucht.
siehe auch:
Wähler hat geschrieben:(16 Jul 2018, 18:39)
https://projekte.sueddeutsche.de/artike ... r-e181402/
SZ 16. Juli 2018 Wohnen ist in München teurer als im bundesweiten Vergleich. Wo es wie viel kostet und wer besonders belastet ist - die wichtigsten Ergebnisse der großen SZ-Umfrage
"Aus den SZ-Daten geht für München klar hervor, dass Paare, die ohne Kinder in einer gemeinsamen Wohnung leben, die niedrigste Mietbelastung haben. Mit 25 Prozent liegen sie sogar noch unter dem bundesweiten Mittel. WG-Bewohner liegen bei 27 Prozent, Familien müssen im Mittel mit einer Mietbelastung von 28 Prozent rechnen. Alleinlebende hingegen mit 31 Prozent. Die mit Abstand höchste Mietbelastung haben Alleinerziehende zu tragen, muss ein Einkommen doch für mindestens zwei Personen reichen. Sie müssen im Mittel 37 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens fürs Wohnen ausgeben. Drei von vier Alleinerziehenden sind in München durch ihre Miete über das sozialverträgliche Maß hinaus belastet."
Wen es interessiert.SZ-Leser sind allerdings nicht repäsentativ.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Kölner1302 » Mi 25. Jul 2018, 08:50

Wähler hat geschrieben:(25 Jul 2018, 06:58)

Im Falle Münchens steigen ja die Grundstücks-, Immobilien-, Baupreise und Mieten nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Region kräftig weiter. Es sollten nicht nur die einkommensschwachen Berufe immer weiter im Großraum pendeln müssen, wie es in London schon der Fall ist. Das widerspricht auch dem deutschen Sozialstaatsprinzip, abgesehen von der fehlenden sozialen Durchmischung. Von den Haushalten mit Alleinerziehenden will ich ganz schweigen. Ohne eine Abbremsung der Gründstücksspekulation wird auch der Neubau und die Verdichtung entlang der bestehenden und zu erweiternden öffentlichen Verkehrsmittellinien im Großraum München immer schwieriger. Die SPD Bayern sollte da endlich einmal in die Puschen kommen, wie die SPD Hessen es versucht.
siehe auch:


Letztendlich würde auch die Versorgung der verbleibenden wohlhabenden Stadtbevölkerung leiden: Polizisten, Pfleger, Verwaltungsbeamte etc müssten leider draußen bleiben und sie würden ihr Einkommen auch woanders ausgeben, was weitere wirtschaftliche Folgen hätte...
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Quatschki
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Wohnort: rechtselbisch

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Quatschki » Mi 25. Jul 2018, 09:09

Kölner1302 hat geschrieben:(25 Jul 2018, 08:50)
... und sie würden ihr Einkommen auch woanders ausgeben, was weitere wirtschaftliche Folgen hätte...

???
Klingt so, als ob du das schlimm fändest, wenn den reichen Metropolen ein wenig Kaufkraft entzogen wird?
busse
Beiträge: 715
Registriert: Mo 23. Mai 2016, 10:34

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon busse » Mi 25. Jul 2018, 09:13

Bielefeld09 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:55)

#
Warum verkaufen dann Städte, Gemeinden und Länder,
Wohnungen an private Betreiber?
Hat da der Rechtsstaat nicht reagiert
oder sind da Bürger nicht einfach verkauft worden?
Auch in München.
Hr Söder!
Privatisieren?
Sie haben Fragen zu beantworten!


Dies ist doch so nicht ganz richtig.
Es wurde kommunaler Wohnungsbesitz in Größenordnungen verkauft um Schuldentilgungen der Städte zu erreichen, in einer Zeit in der die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnraum sich noch in Grenzen hielt. Der Rechtsstaat hat damals so reagiert das es einen gewissen Mieterschutz bei Verkäufen gab, natürlich nicht Lebenslang.
Heute kenne ich keine größere Stadt mehr die ihren kommunalen Wohnungsbesitz veräußert. Überall wird wieder zugekauft und gebaut was man bauen kann, denn das kommunale Land ist ja in jeder Stadt begrenzt. Aufwendige Einspruchsverfahren von besorgten Bürgern (Beteiligung) verzögern auch die Bauvorhaben.
busse

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