BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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Realist2014
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mi 9. Dez 2020, 18:54

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 18:48)

Widerlegt nur Deine Aussage

nein
Mit einem BGE waere Niemand mehr auf der Strasse.

Unsinnige These- was unterscheidet diesbezüglich ALG II und BGE?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Mendoza
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Mi 9. Dez 2020, 18:57

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 18:48)

Widerlegt nur Deine Aussage und ich glaube nicht, dass Sie es wirklich nur nicht gewusst hat.
Mit einem BGE waere Niemand mehr auf der Strasse.

Uebrigens vielen Dank an den Moderator(en) hier, dass meine Posts noch da sind.



Ich versuch es mal so zu beantworten. Die Gruenen werde dafuer bezahlt, dass sie machen was ihnen Spass macht und das wollen sie ja vielleicht auch fuer andere erreichen.

Die Backmaschinen die ich kenne haben alle Zeitfunktion. Da tut man das Zeug rein und am naechsten morgen wenn man es haben moechte, sind die Broetchen fertig. Und das Teil ist nicht groesser als ein Kochtopf. Passt daher in jede Kueche.

Schau Dir mal die Videos von Boston Robotics an. Wenn Du einen Rueckwaertssalto aus dem Stand kannst, kannst Du genau so viel wie die Robies von denen. Und ich glaube, dass das etwas schwieriger ist, als das was ein Staubsaugerroboter heute schon in tausenden Haushalten macht.


Ein Saugroboter kann vielleicht 1% dessen machen was eine Reinigungskraft machen muß. Wenn der die anderen 99% kann und sich auch noch selbst repariert, dann reden wir weiter.
Churchill "Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends."
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon wohnungsloser » Mi 9. Dez 2020, 18:59

Realist2014 hat geschrieben:(09 Dec 2020, 18:54)

nein

Unsinnige These- was unterscheidet diesbezüglich ALG II und BGE?


Dieses "Nein" haette von Trump kommen koennen.

ALG II oder Harz 4 zu bekommen ist nicht so einfach wie alle glauben. Jeder Wohnungslose weiss das.
Hoffe, Du wirst es nie erfahren muessen.
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_/_/ Das einzige was wirklich existiert ist Liebe _/_/
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon wohnungsloser » Mi 9. Dez 2020, 19:01

Mendoza hat geschrieben:(09 Dec 2020, 18:57)

Ein Saugroboter kann vielleicht 1% dessen machen was eine Reinigungskraft machen muß. Wenn der die anderen 99% kann und sich auch noch selbst repariert, dann reden wir weiter.


ich mache ja ungern Werbung, aber wenn Jemand so wenig Ahnung von Robotern hat
https://www.bostondynamics.com/
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mi 9. Dez 2020, 19:05

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 18:59)


ALG II oder Harz 4 zu bekommen ist nicht so einfach wie alle glauben. Jeder Wohnungslose weiss das.
Hoffe, Du wirst es nie erfahren muessen.

wo soll da die "Hürde" sein?

ach ja, könnte ja "Arbeit" drohen....
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Mi 9. Dez 2020, 19:25

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:01)

ich mache ja ungern Werbung, aber wenn Jemand so wenig Ahnung von Robotern hat
https://www.bostondynamics.com/


Ich kann nicht erkennen, wie der den Boden wischen oder Scheiben putzen und Flüssigseife im Klo nachfüllen will etc. pp. . Außerdem denke ich mal der ist vielleicht ein klitzekleines bißchen teurer als eine Putzkraft.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mi 9. Dez 2020, 19:28

Mendoza hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:25)

Ich kann nicht erkennen, wie der den Boden wischen oder Scheiben putzen und Flüssigseife im Klo nachfüllen will etc. pp. . Außerdem denke ich mal der ist vielleicht ein klitzekleines bißchen teurer als eine Putzkraft.


die kostet nur den Mindestlohn....
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon wohnungsloser » Mi 9. Dez 2020, 19:31

Mendoza hat geschrieben:wo soll da die "Hürde" sein?

ach ja, könnte ja "Arbeit" drohen....


Wie viel glaubst Du, kann eine 72 jaehrige Oma noch "arbeiten"?
Entweder Du hast schon keine mehr, oder es freut Dich sogar, dass sie ihren Koerper schon zurueck gegeben hat.
Spart sich der Staat viel Steuergelder.

Vielleicht sollte man eine Euthanasie fuer alle einfuehren, die nicht mehr arbeiten koennen oder wollen. Wuerde auch die Ueberbevoelkerung loesen.

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:01)

ich mache ja ungern Werbung, aber wenn Jemand so wenig Ahnung von Robotern hat
https://www.bostondynamics.com/


Realist2014 hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:05)
Ich kann nicht erkennen, wie der den Boden wischen oder Scheiben putzen und Flüssigseife im Klo nachfüllen will etc. pp. . Außerdem denke ich mal der ist vielleicht ein klitzekleines bißchen teurer als eine Putzkraft.


Dann schau Dir mal Atlas genauer an. Dann siehst Du es vielleicht.
Eine Putzkraft kostet mehr als 12'000 Euro im Jahre. Wenn Atlas die Aufgabe ein paar Jahre macht, ist er sogar um einige guenstiger als eine Putzkraft.
Also alles eine Ansichtssache.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mi 9. Dez 2020, 19:36

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:31)

Wie viel glaubst Du, kann eine 72 jaehrige Oma noch "arbeiten"?

Die bezieht auch kein ALG II, sondern Grundsicherung im Alter.....

Vielleicht sollte man eine Euthanasie fuer alle einfuehren, die nicht mehr arbeiten koennen oder wollen. Wuerde auch die Ueberbevoelkerung loesen.

Du solltest dich mal mit den Fakten unserer Existenzsicherungssystem befassen , statt so einen Blödfug zu schreiben
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon wohnungsloser » Mi 9. Dez 2020, 19:40

Realist2014 hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:36)

Die bezieht auch kein ALG II, sondern Grundsicherung im Alter.....


Du solltest dich mal mit den Fakten unserer Existenzsicherungssystem befassen , statt so einen Blödfug zu schreiben


Ich glaube, Du solltest Dich lieber vorher informieren, was Harz 4 ist.
Und wenn Sie irgendwelche Gelder bekommen haette, haette sie doch wohl nicht im Zelt geschlafen, oder?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mi 9. Dez 2020, 19:42

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:40)

Ich glaube, Du solltest Dich lieber vorher informieren, was Harz 4 ist.

Ich bin über alle Existenzsicherungssysteme informiert.
Wie auch über viele andere Themen....
Und wenn Sie irgendwelche Gelder bekommen haette, haette sie doch wohl nicht im Zelt geschlafen, oder?

Das ist ein völlig eigenes Thema und hat nichts mit einem BGE zu tun
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Mi 9. Dez 2020, 23:36

Es ist schon richtig, dass wir heute verschiedenste Probleme mit Hartz IV und anderen SGB-Geldern haben - dazu zählt auch, dass leider nicht immer jeder der einen Anspruch auf eine Leistung hätte, dies auch kennt. Es kommt auch vor, dass zwar ein Anspruch besteht, aber die Realisierung des Anspruchs an formalen Problemstellungen scheitert. Allein durch die Einführung eines BGEs ist allerdings noch lange nicht garantiert, dass diese Hürden auch alle gänzlich beseitigt sind.

Ich teile nicht die These, dass in einer Gesellschaft mit BGE niemand mehr auf der Straße leben würde. Hierzu sind die Schicksale viel zu individuell und müssten dann auch jeweils individuell darauf analysiert werden, was genau bezüglich der heute existierenden sozialen Sicherungssysteme schief gelaufen ist.

Dass ein BGE innerhalb gewisser Grenzen prinzipiell finanzierbar ist, ist eigentlich kaum mehr bestritten - auch wenn hier im Forum die niedrig gerechnete Zahl von 650€ sicherlich noch nicht sonderlich attraktiv wirkt. Gerade weil immer wieder die (falsche) These entsteht, dass ein BGE nur bis zu dieser Höhe finanzierbar ist, ist die Argumentation etwas schräg, dass mit einem so niedrigen BGE zu viele nicht mehr arbeiten würden....

Das auch deshalb, da ein noch so geringes BGE gegen finanziert werden muss. Dafür wird man Steuern oder Abgaben erheben müssen, die ggf. den Nettozugewinn durch ein BGE wieder relativieren oder sogar ganz aufheben. Ob ein BGE jemanden vom Arbeiten abhält hängt also nicht nur von der Höhe des BGEs ab, sondern auch davon, was man sich von diesem BGE ganz realistisch tatsächlich leisten kann - und zwar unter Berücksichtigung der Gegenfinanzierungsmaßnahmen.

Dies ändert sich auch nicht, wenn man statt einem BGE von 650€ ein BGE von 1.500€ anführt.

Prinzipiell halte ich BGEs in Höhe bis zu 1.500€ durchaus für darstellbar - geht es über diesen Betrag hinaus, wird es in Deutschland ziemlich schwer, eine solide Gesamtkonstruktion zu finden, die dann auch noch auf eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz stößt.

Die Wesentlichen Vorteile eines BGEs liegen deshalb meiner Überzeugung nach auch weniger in der Vermeidung von dramatischen Einzelschicksalen, sondern darin, dass der Umstieg auf ein BGE-System diverse heute vorhandene Systembrüche im Finanz- und Sozialsystem grundlegend vermeiden hilft. Damit werden systematische Sollbruchstellen bezüglich der Gerechtigkeitsthematik deutlich vermieden, Unschärfen werden transparent und geraten überhaupt erst in den Fokus der Öffentlichkeit. In der Folge entsteht ein breites Bewusstsein dafür, welchen Sozialstaat wir uns leisten wollen.
Darüber hinaus schafft Transparenz und Stringenz eines BGE-Systems eine Grundsicherheit in der Gesellschaft, was die Thematik der Existenzsicherung angeht. Es gibt ausreichend Studien dazu, dass eine solche Grundsicherheit für das Glücksgefühl oder mindestens die Zufriedenheit einer Bevölkerung in der Breite äußerst positiv wirkt. Mit einer solchen Grundsicherheit wird die Basis verstärkt, die dazu führt, dass mehr Menschen eigenverantwortlich und selbstbewusst den Schritt ins Unternehmertum wagen. Mehr Unternehmertum sollte nicht gerade sonderlich schädlich sein......
Dass mit einer BGE-Gesellschaft die negativen Auswüchse von Faulenzertum u.ä. verstärkt würden, halte ich für ein Gerücht. Auch ohne BGE haben wir diese Auswüchse, und solange wir im Rahmen dessen bleiben was mit einem modernen Grundgesetz mit menschenwürde machbar ist, kann man getrost sagen, dass alle bisherigen Versuche mit mehr Druck und Drangsale diese Auswüchse einzudämmen, ziemlich genau gar nichts bewirkt haben. Deshalb wird man diese Auswüchse auch zukünftig kaum erfolgreich bekämpfen, indem man so weiter macht wie bisher, oder irgendwie versucht, den Druck noch zu erhöhen.
BGE ist ein grundlegend anderer Ansatz - der keine Wunder vollbringen wird, aber der das Potential hat, verstärkend positive Kräfte in der Gesellschaft wirksam werden zu lassen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Do 10. Dez 2020, 00:05

Atue001 hat geschrieben:(09 Dec 2020, 23:36)

Prinzipiell halte ich BGEs in Höhe bis zu 1.500€ durchaus für darstellbar - geht es über diesen Betrag hinaus, wird es in Deutschland ziemlich schwer, eine solide Gesamtkonstruktion zu finden, die dann auch noch auf eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz stößt.

Die Wesentlichen Vorteile eines BGEs liegen deshalb meiner Überzeugung nach auch weniger in der Vermeidung von dramatischen Einzelschicksalen, sondern darin, dass der Umstieg auf ein BGE-System diverse heute vorhandene Systembrüche im Finanz- und Sozialsystem grundlegend vermeiden hilft..


Warum sollte man für 2500 Brutto dann noch arbeiten - als Pfleger, Erzieherin oder Maschineneinrichter ?

Man kann sich Vollzeit um Kinder Katze oder Motorrad kümmern.....und nicht als Verkäufer die dummen Bratzen der Kunden gucken.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Do 10. Dez 2020, 00:25

Teeernte hat geschrieben:(10 Dec 2020, 00:05)

Warum sollte man für 2500 Brutto dann noch arbeiten - als Pfleger, Erzieherin oder Maschineneinrichter ?

Man kann sich Vollzeit um Kinder Katze oder Motorrad kümmern.....und nicht als Verkäufer die dummen Bratzen der Kunden gucken.


Inwiefern hältst du es für wichtig, dass Verkäufer in ihrem Job tätig sind, die von dummen Bratzen ihrer Kunden sprechen? Ich brauch DIE nicht.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Meruem » Do 10. Dez 2020, 01:08

Teeernte hat geschrieben:(10 Dec 2020, 00:05)

Warum sollte man für 2500 Brutto dann noch arbeiten - als Pfleger, Erzieherin oder Maschineneinrichter ?

Man kann sich Vollzeit um Kinder Katze oder Motorrad kümmern.....und nicht als Verkäufer die dummen Bratzen der Kunden gucken.


Naja dann sollt man halt in den Berufen die du da aufzählst bessere Arbeitsbedingungen und besser Löhne zahlen könnte man hier entgegen ( aber dass führt dann wieder zur Mindestlohn Debatte und um die geht es hier aber nicht) sondern um eine grundlegende Reform der sozialen Sicherungsystem weg vom Faktor Erwerbsarbeit und vom Bedürftigkeits- zum Bedarfprinzip.
Zuletzt geändert von Meruem am Do 10. Dez 2020, 01:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Meruem » Do 10. Dez 2020, 01:13

Atue001 hat geschrieben:(09 Dec 2020, 23:36)

Es ist schon richtig, dass wir heute verschiedenste Probleme mit Hartz IV und anderen SGB-Geldern haben - dazu zählt auch, dass leider nicht immer jeder der einen Anspruch auf eine Leistung hätte, dies auch kennt. Es kommt auch vor, dass zwar ein Anspruch besteht, aber die Realisierung des Anspruchs an formalen Problemstellungen scheitert. Allein durch die Einführung eines BGEs ist allerdings noch lange nicht garantiert, dass diese Hürden auch alle gänzlich beseitigt sind.

Ich teile nicht die These, dass in einer Gesellschaft mit BGE niemand mehr auf der Straße leben würde. Hierzu sind die Schicksale viel zu individuell und müssten dann auch jeweils individuell darauf analysiert werden, was genau bezüglich der heute existierenden sozialen Sicherungssysteme schief gelaufen ist.

Dass ein BGE innerhalb gewisser Grenzen prinzipiell finanzierbar ist, ist eigentlich kaum mehr bestritten - auch wenn hier im Forum die niedrig gerechnete Zahl von 650€ sicherlich noch nicht sonderlich attraktiv wirkt. Gerade weil immer wieder die (falsche) These entsteht, dass ein BGE nur bis zu dieser Höhe finanzierbar ist, ist die Argumentation etwas schräg, dass mit einem so niedrigen BGE zu viele nicht mehr arbeiten würden....

Das auch deshalb, da ein noch so geringes BGE gegen finanziert werden muss. Dafür wird man Steuern oder Abgaben erheben müssen, die ggf. den Nettozugewinn durch ein BGE wieder relativieren oder sogar ganz aufheben. Ob ein BGE jemanden vom Arbeiten abhält hängt also nicht nur von der Höhe des BGEs ab, sondern auch davon, was man sich von diesem BGE ganz realistisch tatsächlich leisten kann - und zwar unter Berücksichtigung der Gegenfinanzierungsmaßnahmen.

Dies ändert sich auch nicht, wenn man statt einem BGE von 650€ ein BGE von 1.500€ anführt.

Prinzipiell halte ich BGEs in Höhe bis zu 1.500€ durchaus für darstellbar - geht es über diesen Betrag hinaus, wird es in Deutschland ziemlich schwer, eine solide Gesamtkonstruktion zu finden, die dann auch noch auf eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz stößt.

Die Wesentlichen Vorteile eines BGEs liegen deshalb meiner Überzeugung nach auch weniger in der Vermeidung von dramatischen Einzelschicksalen, sondern darin, dass der Umstieg auf ein BGE-System diverse heute vorhandene Systembrüche im Finanz- und Sozialsystem grundlegend vermeiden hilft. Damit werden systematische Sollbruchstellen bezüglich der Gerechtigkeitsthematik deutlich vermieden, Unschärfen werden transparent und geraten überhaupt erst in den Fokus der Öffentlichkeit. In der Folge entsteht ein breites Bewusstsein dafür, welchen Sozialstaat wir uns leisten wollen.
Darüber hinaus schafft Transparenz und Stringenz eines BGE-Systems eine Grundsicherheit in der Gesellschaft, was die Thematik der Existenzsicherung angeht. Es gibt ausreichend Studien dazu, dass eine solche Grundsicherheit für das Glücksgefühl oder mindestens die Zufriedenheit einer Bevölkerung in der Breite äußerst positiv wirkt. Mit einer solchen Grundsicherheit wird die Basis verstärkt, die dazu führt, dass mehr Menschen eigenverantwortlich und selbstbewusst den Schritt ins Unternehmertum wagen. Mehr Unternehmertum sollte nicht gerade sonderlich schädlich sein......
Dass mit einer BGE-Gesellschaft die negativen Auswüchse von Faulenzertum u.ä. verstärkt würden, halte ich für ein Gerücht. Auch ohne BGE haben wir diese Auswüchse, und solange wir im Rahmen dessen bleiben was mit einem modernen Grundgesetz mit menschenwürde machbar ist, kann man getrost sagen, dass alle bisherigen Versuche mit mehr Druck und Drangsale diese Auswüchse einzudämmen, ziemlich genau gar nichts bewirkt haben. Deshalb wird man diese Auswüchse auch zukünftig kaum erfolgreich bekämpfen, indem man so weiter macht wie bisher, oder irgendwie versucht, den Druck noch zu erhöhen.
BGE ist ein grundlegend anderer Ansatz - der keine Wunder vollbringen wird, aber der das Potential hat, verstärkend positive Kräfte in der Gesellschaft wirksam werden zu lassen.



Naja erstens schreckt viele Leute die Anspruch hätten diese ganze überbordende Bürokratie und das schikanenhafte Nacktmachen vor dem Amt ab ( was politisch ja genauso gewollt ist bei Hartz4) , dann natürlich auch das Stigma was gesellschaftlich mit Hartz4 immer noch verbunden ist plus Vorurteile und bishin zu Hetze gegen das klischeehafte Bild des Bilderbuch "Hartzers" ( aus Bildzeitung und Hartz4 TV ) usw da verwundert es nicht dass sich viele Leute dass nicht antun wollen obwohl sie eigentlich Anspruch hätten.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Do 10. Dez 2020, 09:06

Meruem hat geschrieben:(10 Dec 2020, 01:08)
... weg vom Faktor Erwerbsarbeit und vom Bedürftigkeits- zum Bedarfprinzip.


Kommunismus ?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Do 10. Dez 2020, 09:07

Atue001 hat geschrieben:(10 Dec 2020, 00:25)

Inwiefern hältst du es für wichtig, dass Verkäufer in ihrem Job tätig sind, die von dummen Bratzen ihrer Kunden sprechen? Ich brauch DIE nicht.


Ahhhh....der Nutte MUSS ihre Arbeit SPASS machen !!!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Zahnderschreit » Do 10. Dez 2020, 09:07

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 09:01)

Dann moechte ich eine Wette machen:
Hier in Chile haben sie allen Menschen eines Gebiets "verboten" zu arbeiten und es gab sogar welche die sich diesem Verbot widersetzt haben. Und das "wann kann ich entlich wieder arbeiten?" wird man in Deutschland sicher auch hoeren, wenn sie das auch machen wuerden.

Das ist doch genau das, was Occham geschrieben hat?

Meruem hat geschrieben:(09 Dec 2020, 09:10)
hat man dieses vermeintliche Problem wenn es die Betroffenen clever anstellen bereits heute auch völlig ohne BGE

Meinst du damit, dass man z.B. trotz Eigentumswohnung auf Staatskosten leben kann, ohne seine Wohnung/Haus verkaufen zu müssen?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Meruem » Do 10. Dez 2020, 10:03

Teeernte hat geschrieben:(10 Dec 2020, 09:06)

Kommunismus ?



Was genau hat BGE mit Kommunismus zu tun? Gut dann sind Richard David Precht, Erich Fromm, Thomas Straubhaar, Werner Götz, Sascha Lobo usw alles Kommunisten. :D :D :D was dieser schräge Vergleich mit dem Kommunismus und der DDR immer soll frage ich mich.

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