Plündern die Alten die Jungen?

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Gruwe
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Gruwe » Sa 16. Nov 2019, 12:38

Realist2014 hat geschrieben:(16 Nov 2019, 08:09)

Diesem Satz muss ich jetzt wiedersprechen.

Denn diese These trifft nur auf "Umlagesysteme" oder wie bei den Beamten "Ruhegehälter" zu.

Jede Art von kapitalbasierter Altersvorsoge würde nicht in diese Kategorie fallen, denn dabei muss ja dann in der Zukunft nichts vom zukünfigen BIP "abgezwackt" werden.


Hier muss ich dir jetzt auch mal widersprechen!

Aus volkswirtschaftlicher Sicht gibt es immer nur ein Umlagesystem, denn auch die Altersrente kapitalbasierter Altersvorsorge muss und wird aus dem BIP bzw. dem Volkseinkommen der entsprechenden Periode (in der die Altersleistung ausgezahlt wird) geleistet. Wie soll das auch anders gehen?

Ein Unterschied könnte sich allerdings in der Sparquote manifestieren, die das zukünftige BIP größer ausfallen lassen könnte, als mit geringerer Sparquote...was aber offenbar selten zutrifft. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These

Allerdings würde ich auch dieser Aussage vehement widersprechen wollen:

H2O hat geschrieben:(16 Nov 2019, 06:38)
Nur ganz grundsätzlich unter der Überschrift "Die Alten plündern die Jungen aus" hat dieses Thema nichts verloren. Jedes Alterssicherungskonzept "plündert aus", weil in irgendeiner Form die im Erwerbsleben stehenden Menschen eines Landes seine Altersrentner versorgen muß.


Nach dieser Logik würden sämtliche wirtschaftliche Beziehungen auf "Ausplünderung" beruhen. Nichts anderes stellt ein Alterssicherungskonzept da (denn man muss ja eine Gegenleistung erbringen - nur von diesen Konzepten gehe ich jetzt mal aus). Dass die Erbringung der Leistung und Gegenleistung nun zeitlich - auch wenn die zeitliche Differenz hierbei groß ist - auseinanderfällt, tut für mich hier nichts zur Sache!
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Teeernte » Sa 16. Nov 2019, 12:57

Realist2014 hat geschrieben:(16 Nov 2019, 12:37)

Hast du da eine Quelle?


Mit dem Anstieg der Abiturientinnen und Abiturienten nimmt auch die Zahl der Studierenden zu. Im Wintersemester 2017/2018 gab es rund 2,5 Millionen deutsche Studierende an den Hochschulen, damit erreichte die Studierendenzahl einen neuen Rekord.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-08/ ... eutschland

Die Alterskohorte hat insgesamt um 1,7 Mio abgenommen..

Hier gibts keine Lehrlinge .....in Griechenland ist die Jugendarbeitslosigkeit bei 40 %....

(Man braucht also eigentlich keine Flüchtlinge ...wenn man Griechen oder Portugiesen ausbilden würde....>> Basisverbreiterungseffekt)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Realist2014 » Sa 16. Nov 2019, 13:04

Gruwe hat geschrieben:(16 Nov 2019, 12:38)

Hier muss ich dir jetzt auch mal widersprechen!

Aus volkswirtschaftlicher Sicht gibt es immer nur ein Umlagesystem, denn auch die Altersrente kapitalbasierter Altersvorsorge muss und wird aus dem BIP bzw. dem Volkseinkommen der entsprechenden Periode (in der die Altersleistung ausgezahlt wird) geleistet. Wie soll das auch anders gehen?

E !


Sorry- nö


Das WURDE ja bereits erwirtschaftet- VORHER. ( DA ist es natürlich ein Til vom BIP)


Wenn jemand zum Rentenbeginn im Jahre 2030 300.000 Euro auf dem Konto hat, von dem er dann 20 Jahre sein Rentnerleben bestreite- inwiefern muss dann irgendwas vom BIP ab 2030 "geleistet" werden?

Gleiches gilt für Aktien etc.

Also zum Zeitpunkt 2030 dann vorhandenes VERMÖGEN.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Gruwe » Sa 16. Nov 2019, 14:19

Realist2014 hat geschrieben:(16 Nov 2019, 13:04)

Sorry- nö

Das WURDE ja bereits erwirtschaftet- VORHER. ( DA ist es natürlich ein Til vom BIP)


Das war aber NICHT das, was H2O gemeint hat. Zudem trifft das auch in einem Umlageverfahren zu, denn auch dort erwirtschafte ich ein Teil des BIP, der dann eben den aktuellen Rentnern zur Verfügung steht.

Was H2O meinte, war ja, dass die Rentner-Generation stets darauf angewiesen ist, dass die "Jungen" (also die erwerbstätige Generation) das, was der Rentner heute konsumiert, durch die Jungen heute erwirtschaftet werden muss.


Wenn jemand zum Rentenbeginn im Jahre 2030 300.000 Euro auf dem Konto hat, von dem er dann 20 Jahre sein Rentnerleben bestreite- inwiefern muss dann irgendwas vom BIP ab 2030 "geleistet" werden?


Wie du ja regelmäßig korrekterweise erwähnst, sind auch Rentenanwartschaften Vermögen, hier gibt es demnach kein Unterschied. Und natürlich müssen die Konsumgüter, die ich mit meinem Vermögen während meines Rentnerlebens konsumieren möchte, dann erwirtschaftet werden. Das Brot, welches ich in 40 Jahren essen möchte, wird in 40 Jahren Teil des dann anfallenden realen BIPs sein.

Wenn Du in 20 Jahren 300.000€ auf deinem Konto hast, aber Niemand zu dem Zeitpunkt ein BIP erwirtschaftest, ist das einzige, was du dann mit deinen 300.000€ auf dem Konto tun kannst, auszudrucken und dir an die Wand zu klatschen.

Es erschließt sich mir nicht, wie du das entkoppeln willst.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Occham » Sa 16. Nov 2019, 14:26

Gruwe hat geschrieben:(16 Nov 2019, 14:19)

Das war aber NICHT das, was H2O gemeint hat. Zudem trifft das auch in einem Umlageverfahren zu, denn auch dort erwirtschafte ich ein Teil des BIP, der dann eben den aktuellen Rentnern zur Verfügung steht.

Was H2O meinte, war ja, dass die Rentner-Generation stets darauf angewiesen ist, dass die "Jungen" (also die erwerbstätige Generation) das, was der Rentner heute konsumiert, durch die Jungen heute erwirtschaftet werden muss.




Wie du ja regelmäßig korrekterweise erwähnst, sind auch Rentenanwartschaften Vermögen, hier gibt es demnach kein Unterschied. Und natürlich müssen die Konsumgüter, die ich mit meinem Vermögen während meines Rentnerlebens konsumieren möchte, dann erwirtschaftet werden. Das Brot, welches ich in 40 Jahren essen möchte, wird in 40 Jahren Teil des dann anfallenden realen BIPs sein.

Wenn Du in 20 Jahren 300.000€ auf deinem Konto hast, aber Niemand zu dem Zeitpunkt ein BIP erwirtschaftest, ist das einzige, was du dann mit deinen 300.000€ auf dem Konto tun kannst, auszudrucken und dir an die Wand zu klatschen.

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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Realist2014 » Sa 16. Nov 2019, 15:09

Gruwe hat geschrieben:(16 Nov 2019, 14:19)

.

Wenn Du in 20 Jahren 300.000€ auf deinem Konto hast, aber Niemand zu dem Zeitpunkt ein BIP erwirtschaftest, ist das einzige, was du dann mit deinen 300.000€ auf dem Konto tun kannst, auszudrucken und dir an die Wand zu klatschen.

Es erschließt sich mir nicht, wie du das entkoppeln willst.



Vohandenes Vermögen muss nicht mehr oder nochmal erwirtschaftet werden - das WURDE ja schon erwirtschaftet und ist ja schon vorhanden. ( persönlicher Kapitalstock)

Die 300tsd Euro an Vermögen müssen dann NICHT vom BIP "genommen" werden - die sind ja schon da. Wurden also schon erwirtschaftet vom Eigentümer


Im Gegensatz zu Renten & Pensionen- da bestehen ja lediglich "Anwartschaften" bzw. Rechtsansprüche, die jedes Jahr vom BIP tatsächlich "genommen" werden müssen über Steuern und Rentenbeiträge.

Und natürlich müssen die Konsumgüter, die ich mit meinem Vermögen während meines Rentnerlebens konsumieren möchte, dann erwirtschaftet werden. Das Brot, welches ich in 40 Jahren essen möchte, wird in 40 Jahren Teil des dann anfallenden realen BIPs sein.


das ist doch nicht der Punkt im Hinblick darauf, das die Renten TEIL des BIP sind und von diesem "genommen" werden müssen, während das Vermögen schon da ist...
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Gruwe » Sa 16. Nov 2019, 15:59

Realist2014 hat geschrieben:(16 Nov 2019, 15:09)

Vohandenes Vermögen muss nicht mehr oder nochmal erwirtschaftet werden - das WURDE ja schon erwirtschaftet und ist ja schon vorhanden. ( persönlicher Kapitalstock)


Ja, hierbei geht es aber um Geldvermögen, welches mir nichts nützt, wenn nix mehr erwirtschaftet (reales BIP) wird. Und nein, es ist nicht mehr vorhanden, denn ich habe dieses reale BIP zum Zeitpunkt des Erwerbs als Tauschmittel verwendet. Irgendjemand anderes hat das reale BIP, dessen Gegenstück nun mein Geldvermögen ist, in irgendeiner Art und Weise verwendet (und sei es nur, um damit Investitionsgüter zu erwerben).


Die 300tsd Euro an Vermögen müssen dann NICHT vom BIP "genommen" werden - die sind ja schon da. Wurden also schon erwirtschaftet vom Eigentümer


Nein, sie sind eben nicht schon da. Wenn ich heute 300.000€ habe (ich erwirtschafte dieses heute in Form eines Einkommens) - der reale Gegenwert mögen irgendwelche Autos, Verbrauchsgüter, etc. sein, dann sind diese Güter eben etwa in 30 Jahren nicht mehr da, denn die hat Jemand im Heute erworben und genutzt, da ich diese nicht mit Hilfe meines Geldvermögens selbst genutzt haben. Wenn ich nun von meinem Geldvermögen in 30 Jahren ein Auto erwerben muss, dann muss dieses Auto in 30 Jahren (als Teil des BIP) hergestellt werden.

Ich drücks anders aus: Wenn du heute 300.000€ an Geldvermögen besitzt welches du 30 Jahre lang aufhebst und zum Zeitpunkt in 30 Jahren beträgt das BIP = 0€, dann haben deine 300.000€ keinerlei Wert mehr. Du hast zwar weiterhin ein (Geld-)Vermögen von 300.000€, welches aber keinerlei Kaufkraft mehr hat (bzw. nur noch minimal im Vergleich zu heute). Dein Geld erhält nur seine Kaufkraft, wenn eben in 30 Jahren weiterhin Menschen da sind, die ein BIP erwirtschaften. Und das ist genau das, was H2O gemeint hat. Dass das etwas mit Ausplündern zu tun hat, nur weil zwischen dieses beiden "Tauschhandlungen" 30 Jahre liegen, habe ich ja - so wie du - verneint.


Im Gegensatz zu Renten & Pensionen- da bestehen ja lediglich "Anwartschaften" bzw. Rechtsansprüche, die jedes Jahr vom BIP tatsächlich "genommen" werden müssen über Steuern und Rentenbeiträge.


Richtig! Wie ich dargelegt habe, ist das beim Kapitaldeckungsverfahren aus volkswirtschaftlicher Sicht aber eben nicht anders. Das kann man im Übrigen auch in jedem einschlägigen Ökonomiebuch nachschlagen oder eben kurz und knapp im verlinkten Wiki-Artikel bspw. zum Mackenroth-Theorem.


das ist doch nicht der Punkt im Hinblick darauf, das die Renten TEIL des BIP sind und von diesem "genommen" werden müssen, während das Vermögen schon da ist...


Das ist genau der Punkt, den H2O gemeint hat und genau darum geht es. Es geht mir nicht um irgendwelche Geldvermögen, die in einer fiktiven Zukunft aufgrund eines fehlenden realen BIPs starke Kaufkraft-Einbußen erlitten haben.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Gruwe » Sa 16. Nov 2019, 16:00

Occham hat geschrieben:(16 Nov 2019, 14:26)

Vor allem macht man Versprechen die man brechen muss, wenn sich das Niveau am Arbeitsmarkt ändert.


Welche Versprechen muss man denn brechen, wenn sich welches Niveau am Arbeitsmarkt ändert?
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Realist2014 » Sa 16. Nov 2019, 19:26

Gruwe hat geschrieben:(16 Nov 2019, 15:59)






Nein, sie sind eben nicht schon da. Wenn ich heute 300.000€ habe (ich erwirtschafte dieses heute in Form eines Einkommens) - der reale Gegenwert mögen irgendwelche Autos, Verbrauchsgüter, etc. sein, dann sind diese Güter eben etwa in 30 Jahren nicht mehr da, denn die hat Jemand im Heute erworben und genutzt, da ich diese nicht mit Hilfe meines Geldvermögens selbst genutzt haben. Wenn ich nun von meinem Geldvermögen in 30 Jahren ein Auto erwerben muss, dann muss dieses Auto in 30 Jahren (als Teil des BIP) hergestellt werden. n.





Tu mir einen Gefallen und interpretiere nichts rein, was nicht geschrieben wurde.

I

Wenn ich JETZT in Rente gehe, dann müssen meine JETZT vorhandenen 300tsd Euro nirgends mehr "erwirtschaftet" werden, denn die wurden von mir ja in den letzten Jahrzehnten erwirtschaftet ( als Anteil vom BIP der letzten Jahrzehnte)
Somit müssen die auch nicht mehr vom BIP abgezwackt werden.

Mein JETZIGEN Rentenanwartschaften, aufgrund derer in den nächsten Jahren meine Rente ausbezahalt wird, DIE müssen in jedem Jahr neu erwirtschaftet werden
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Gruwe » Sa 16. Nov 2019, 19:31

Realist2014 hat geschrieben:(16 Nov 2019, 19:26)

Tu mir einen Gefallen und interpretiere nichts rein, was nicht geschrieben wurde.


Das tue ich ja nicht!


Wenn ich JETZT in Rente gehe, dann müssen meine JETZT vorhandenen 300tsd Euro nirgends mehr "erwirtschaftet" werden, denn die wurden von mir ja in den letzten Jahrzehnten erwirtschaftet ( als Anteil vom BIP der letzten Jahrzehnte)


Wie gesagt, Geldvermögen.
Da du dieses Geldvermögen irgendwann in Reale Güter umtauschen möchtest, müssen diese Güter irgendwann erwirtschaftet werden.

Ich frag mal anders: Du erwirtschaftest heute ein Geldvermögen von X. In 30 Jahren möchtest du mit diesem Geldvermögen ein Auto kaufen. Zu dem BIP welchen Jahres gehört dieses dann zu erwerbende Auto denn dann?
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Realist2014 » Sa 16. Nov 2019, 20:36

Gruwe hat geschrieben:(16 Nov 2019, 19:31)




Wie gesagt, Geldvermögen.
Da du dieses Geldvermögen irgendwann in Reale Güter umtauschen möchtest, müssen diese Güter irgendwann erwirtschaftet werden.

?


DU meinst PRODUZIERT

Darum geht es doch aber gar nicht


Sondern darum, dass dieses schon VORHANDENE Geldvermögen dann im Gegensatz zu den Renten & Pensionen eben NICHT mehr VOM BIP in der Zukunft über Steuern & Beiträge VON den Wertschöpfenden "abgezwackt" werden muss.

Für das Rentensystem werden pro Jahr ca 9,5% vom BIP verwendet.

für die bereits vorhandenen Vermögen wird aber NICHTS vom BIP "verwendet" .
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Gruwe » Sa 16. Nov 2019, 20:45

Realist2014 hat geschrieben:(16 Nov 2019, 20:36)

DU meinst PRODUZIERT

Darum geht es doch aber gar nicht


Achso?
Ich dachte das BIP sei "vereinfacht" Produktionswerte - Vorleistungen! :cool:


Sondern darum, dass dieses schon VORHANDENE Geldvermögen dann im Gegensatz zu den Renten & Pensionen eben NICHT mehr VOM BIP in der Zukunft über Steuern & Beiträge VON den Wertschöpfenden "abgezwackt" werden muss.

Für das Rentensystem werden pro Jahr ca 9,5% vom BIP verwendet.

für die bereits vorhandenen Vermögen wird aber NICHTS vom BIP "verwendet" .


Ja, und eben das ist NICHT richtig! Klar gibt es den Unterschied, dass beim Kapitaldeckungsverfahren nichts von anderen mittels Beiträgen/Steuern bei anderen abgezwackt werden muss. Das mündet aber eben nicht in einer Neutralität gegenüber des BIP der entsprechenden Periode.

Du erlangt in Periode 1 ein Vermögen V. In Periode 2 erwirtschaften die dann Erwerbstätigen (du nicht, du bist dann Rentner) zusammen mit dem Kapitalstock ein BIP, wobei alle gemeinsam Faktoreinkommen erhalten, welches dem nominalen Gegenwert der realen Produktion entspricht. Nun erhälst du bspw. über dein Kapitalvermögen ein Anteil an diesem BIP dieser Periode, womit du Güter dieser Periode erwerben kannst.
Und so wie ich die Aussage von H2O verstanden habe, bezeichnet er dieses auch als "die Alten plündern die Jungen". Dem habe ich ja widersprochen.

Um es kurz zu machen: Wir beide meinen das gleiche, drücken es nur anders aus. Letzten Endes verneinen wir beide die Behauptung von H2O, dass jegliche Art von Altersvorsorge eine Art "die Alten plündern die Jungen" ist.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon H2O » Sa 16. Nov 2019, 22:53

Realist2014 hat geschrieben:(16 Nov 2019, 11:00)

Im Prinzip kann jeder Erwerbstätige zusätzlich vorsorgen- es wird ja auch staatlich gefördert.


Das stimmt schon; nur so mancher Kleinverdiener kommt mit dem, was er erübrigen kann, wohl nicht aus dem Bereich von Hartz IV im Alter heraus. Das Zinsversprechen wird seit langem nicht mehr erfüllt. Das ist wohl der Pferdefuß des kapitalbasierten Systems.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Realist2014 » So 17. Nov 2019, 12:44

Gruwe hat geschrieben:(16 Nov 2019, 20:45)

Achso?
Ich dachte das BIP sei "vereinfacht" Produktionswerte - Vorleistungen! :cool:


Du hattest von "Güter erwirtschaftet" geschrieben- Güter werden aber produziert....
Wertschöfpung wird erwirtschaftet...





Ja, und eben das ist NICHT richtig! Klar gibt es den Unterschied, dass beim Kapitaldeckungsverfahren nichts von anderen mittels Beiträgen/Steuern bei anderen abgezwackt werden muss. Das mündet aber eben nicht in einer Neutralität gegenüber des BIP der entsprechenden Periode.


Auch das habe ich nicht geschrieben....

Du erlangt in Periode 1 ein Vermögen V. In Periode 2 erwirtschaften die dann Erwerbstätigen (du nicht, du bist dann Rentner) zusammen mit dem Kapitalstock ein BIP,

Wenn meine 300tsd Euro auf der Bank liegen, erwirtschaftet da gar kein Faktor irgendwas mit. Wenn ich statt der 300tsd Euro eine selbst bewohnte Immobilie habe, ebenso nicht.
Und Aktien von Apple tragen wie vile zum BIP von D bei?

wobei alle gemeinsam Faktoreinkommen erhalten, welches dem nominalen Gegenwert der realen Produktion entspricht. Nun erhälst du bspw. über dein Kapitalvermögen ein Anteil an diesem BIP dieser Periode, womit du Güter dieser Periode erwerben kannst.

Nein, ich HABE ja bereits mein Kapitalvermögen, welches NULL Zinsen = Einkommen erwirtschaftet, sondern NUR konsumiert...


Um es kurz zu machen: Wir beide meinen das gleiche, drücken es nur anders aus. Letzten Endes verneinen wir beide die Behauptung von H2O, dass jegliche Art von Altersvorsorge eine Art "die Alten plündern die Jungen" ist.


Mir ging es um den Unterschiede hinsichtlich eben dieser "Belastung".
Sowohl die Rentenanwartschaften als auch meine 300tsd wurden ja BIS zu meiner Rente ( deine Periode V1) vom BIP abgezweigt.
Nur landeten die Rentenbeiträge in dieser Periode V1 bei den Rentnern dieser Periode ( Umlagesystem), während meine "Erspartes" einfach nur auf dem Konte lag und sich vermehrte durch weitere Einzahlungen
Ab Beginn der Periode 2 werden die Rentenanwartschaften dann in "Rentenauszahlungen" umgewandelt, die nun von aktuellen Beitragszahlern "abgezwackt" werden.
Als Teil vom BIP. Immer so 9,5% vom BIP

Mein 300tsd sind aber schon da und werden lediglich immer weniger . Sie sind somit kein Teil des BIP.

Im Endeffekt ist dieses ja der Unterschied der Altersvorsorge der AN ( Rentensystem) und vieler Selbständiger, die nur auf Vermögensbildung setzen.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Realist2014 » So 17. Nov 2019, 12:47

H2O hat geschrieben:(16 Nov 2019, 22:53)

Das stimmt schon; nur so mancher Kleinverdiener kommt mit dem, was er erübrigen kann, wohl nicht aus dem Bereich von Hartz IV im Alter heraus.


Hier hilft ja die Grundrente

Das Zinsversprechen wird seit langem nicht mehr erfüllt. Das ist wohl der Pferdefuß des kapitalbasierten Systems.


Es gab nie ein "Zinsversprechen". DIe Zeiten haben sich gobal gewandelt. Entweder MIT Risiko auf Aktivkapital setzen - oder Realverluste am Kapitalstock in Kauf nehmen.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon H2O » So 17. Nov 2019, 23:55

Realist2014 hat geschrieben:(17 Nov 2019, 12:47)

Hier hilft ja die Grundrente



Es gab nie ein "Zinsversprechen". DIe Zeiten haben sich gobal gewandelt. Entweder MIT Risiko auf Aktivkapital setzen - oder Realverluste am Kapitalstock in Kauf nehmen.


Na ja, letzteres setzt aber doch gute Kenntnisse für Aktien voraus. Der Normalverbraucher sucht in Grunde doch eine Anlage, die wie das gute alte Sparbuch funktioniert... die ganz großen Geldentwertungen des 20. Jahrhunderts haben diese Hoffnung nicht ausrotten können.

Ich sehe immer wieder Vorteile für den Versuch, ein selbstgenutztes Wohneigentum für die Alten Tage zu erwerben.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Gruwe » Mo 18. Nov 2019, 00:08

H2O hat geschrieben:(17 Nov 2019, 23:55)

Na ja, letzteres setzt aber doch gute Kenntnisse für Aktien voraus.


Definiere doch "gute Kenntnisse" einmal. Es wird für Ottonormal ganz sicher nicht notwendig sein, etwa Bilanyanalysen von Unternehmen durchführen zu müssen.

Ansonsten seh ich es so: In unserer Welt hat man sogut wie ein Leben lang mit Finanzen, etc. zu tun. Da kann es doch wirklich nicht zu viel verlangt sein, dass man sich in jungen Jahren die grundlegenden Basics aneignet.

Selbst mit einem einigermaßen diversifizierten 08/15-ETF (dafür brauch man maximal Kenntnisse, die man sich an einam Nachmittag aneignen kann) mach ich über lange Jahre hinweg locker mehr Rendite als ein Sparbuch real je erbracht hat.

Der Normalverbraucher sucht in Grunde doch eine Anlage, die wie das gute alte Sparbuch funktioniert... die ganz großen Geldentwertungen des 20. Jahrhunderts haben diese Hoffnung nicht ausrotten können.


Was der beschriebene Verbraucher will ist offenbar alles "hinterher getragen" zu bekommen ohne Eigeninitiative. (s.o.)
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon H2O » Mo 18. Nov 2019, 00:23

Was der beschriebene Verbraucher will ist offenbar alles "hinterher getragen" zu bekommen ohne Eigeninitiative...


Richtig; deshalb hat man letztenendes auch die Rentenversicherungspflicht für abhängig Beschäftigte eingeführt. Der Gedanke erscheint mir sehr gut angepaßt an das Verhalten von Menschen in Sachen Altersssicherung zu sein.

Wenn ich Ihrer Selbstbeschreibung folge, dann würden Sie aus diesen Pflichtbeiträgen durch Ihre Anlagestrategie mehr Rente erwirtschaften... richtig? :)
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon Gruwe » Mo 18. Nov 2019, 06:45

H2O hat geschrieben:(18 Nov 2019, 00:23)
Wenn ich Ihrer Selbstbeschreibung folge, dann würden Sie aus diesen Pflichtbeiträgen durch Ihre Anlagestrategie mehr Rente erwirtschaften... richtig? :)


Nein, wo soll das stehen?

Es hat sehr gute ökonomische Gründe, warum eine Pflichtversicherung eingeführt wurde. Es gibt zudem gute Gründe, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Ich denke nur, dass wenn man selbst etwas erwartet, dann ist es durchaus nicht unlauter, dass andere erwarten, dass man selbst auch ein wenig Eigeninitiative zeigen darf.
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Re: Plündern die Alten die Jungen?

Beitragvon H2O » Mo 18. Nov 2019, 10:30

Gruwe hat geschrieben:(18 Nov 2019, 06:45)

Nein, wo soll das stehen?

Es hat sehr gute ökonomische Gründe, warum eine Pflichtversicherung eingeführt wurde. Es gibt zudem gute Gründe, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Ich denke nur, dass wenn man selbst etwas erwartet, dann ist es durchaus nicht unlauter, dass andere erwarten, dass man selbst auch ein wenig Eigeninitiative zeigen darf.


Das ist genau mein Standpunkt; habe ich natürlich auch so gemacht... nur bleibt eben mein Gefühl, daß nicht alle Mitbürger so planvoll leben, vielleicht auch gar nicht planvoll leben können.

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