HartzIV - Sammelstrang

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
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Bielefeld09
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Bielefeld09 » So 30. Dez 2018, 23:01

Misterfritz hat geschrieben:(30 Dec 2018, 22:51)

Wird es das? Hier wird nur "beschissen" über Hartz4-Empfänger geredet, wenn sie das System missbrauchen.
Keiner will alleinerziehenden Müttern das Geld kürzen oder so. Und wenn Du mich fragst, würde ich gerade in diesen Fällen das Kindergeld NICHT auf Hartz4 anrechnen. Aber darum geht es eher nicht,

Worum geht es denn?
Wer Menschen die Lebensgrundlage entzieht,
der will Obdachlosigkeit.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Maltrino » So 30. Dez 2018, 23:02

Bielefeld09 hat geschrieben:(30 Dec 2018, 19:24)

Nun mal gut.
Würde gern mal was über Hartz4 lesen.
Sankionsbefreit wäre das Ding doch genial!


Sanktionsbefreit und mit verbesserten Zuverdiensregelungen wäre das Ding ein de Facto Grundeinkommen was nicht so hoch wäre wie viele BGE Enthusiasten hoffen aber dafür mit allerlei komplizierten Zusatz- und Mehrbedarfsregelungen daherkommt.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Misterfritz » So 30. Dez 2018, 23:03

Bielefeld09 hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:01)

Worum geht es denn?
Wer Menschen die Lebensgrundlage entzieht,
der will Obdachlosigkeit.
Quatsch,
keiner will Obdachlosigket.
Und wenn Du schon auf meinen Post antwortest, dann gehe auch darauf ein und schreibe nicht von was völlig anderem.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Teeernte » So 30. Dez 2018, 23:05

Bielefeld09 hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:01)

Worum geht es denn?
Wer Menschen die Lebensgrundlage entzieht,
der will Obdachlosigkeit.


Die Meldepflicht ist ME. neben fehlenden materiellen Mitteln gleich "Verantwortlich"...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Stiefhexenwolf » So 30. Dez 2018, 23:06

Misterfritz hat geschrieben:(30 Dec 2018, 22:51)

Wird es das? Hier wird nur "beschissen" über Hartz4-Empfänger geredet, wenn sie das System missbrauchen.
Keiner will alleinerziehenden Müttern das Geld kürzen oder so. Und wenn Du mich fragst, würde ich gerade in diesen Fällen das Kindergeld NICHT auf Hartz4 anrechnen. Aber darum geht es eher nicht,


Doch genau die sollte man zu Bewerbungen und Arbeitssuche zwingen. Sie machen 36% der Hartzer aus und tun exakt gar nichts dass sich an der Situation was ändert. Alleinerziehende ohne Sanktionen mit Geld voll zu kacken war neben den Migranten ein großer Fehler von Hartz IV. Hat man früher noch eine Tagesmutter gesucht oder die Eltern zur Kinderbetreuung heran gezogen, wird heute Stütze kassiert. Das völlig unproblematische Zahlen ist mitunter auch ein Grund für das scheitern von Beziehungen, muss ja ned klappen, Amt zahlt ja.... so werden weiter Kinder in Hartz IV rein geboren, ein Teufelskreis aus Asozialen....
Hier muss man ansetzen und für Betreuungsmöglichkeiten Geld ausgeben. Dafür härtere und schnellere Sanktionen.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » So 30. Dez 2018, 23:32

Misterfritz hat geschrieben:(30 Dec 2018, 22:41)

Es geht doch in Deinen "Erfahrungen" um öffentliche Arbeitgeber, oder nicht?
Dann ist das auch irgendwo belegt und nachlesbar.


Ja und Nein. Weil das sicherlich keiner im Internet reinstellt. Das wissen die Kollegen untereinander.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Misterfritz » So 30. Dez 2018, 23:33

lili hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:32)

Ja und Nein. Weil das sicherlich keiner im Internet reinstellt. Das wissen die Kollegen untereinander.
Die Anzeige war öffentlich?
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » So 30. Dez 2018, 23:34

Stiefhexenwolf hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:06)

Doch genau die sollte man zu Bewerbungen und Arbeitssuche zwingen. Sie machen 36% der Hartzer aus und tun exakt gar nichts dass sich an der Situation was ändert. Alleinerziehende ohne Sanktionen mit Geld voll zu kacken war neben den Migranten ein großer Fehler von Hartz IV. Hat man früher noch eine Tagesmutter gesucht oder die Eltern zur Kinderbetreuung heran gezogen, wird heute Stütze kassiert. Das völlig unproblematische Zahlen ist mitunter auch ein Grund für das scheitern von Beziehungen, muss ja ned klappen, Amt zahlt ja.... so werden weiter Kinder in Hartz IV rein geboren, ein Teufelskreis aus Asozialen....
Hier muss man ansetzen und für Betreuungsmöglichkeiten Geld ausgeben. Dafür härtere und schnellere Sanktionen.


Ja alle schön in die Krippe wie in der DDR :rolleyes: .
Zuletzt geändert von lili am So 30. Dez 2018, 23:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » So 30. Dez 2018, 23:35

Misterfritz hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:33)

Die Anzeige war öffentlich?



Nein die Diskussion war öffentlich bzw. die Bekanntgabe.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Misterfritz » So 30. Dez 2018, 23:36

lili hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:35)

Nein die Diskussion war öffentlich bzw. die Bekanntgabe.
Dann redest Du aber über etwas ganz anderes, als vorher.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » So 30. Dez 2018, 23:37

Misterfritz hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:36)

Dann redest Du aber über etwas ganz anderes, als vorher.


Es war eine Sitzung.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Misterfritz » So 30. Dez 2018, 23:40

lili hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:37)

Es war eine Sitzung.
Du hast das Fass mit den Anzeigen von Stellen, die nie besetzt werden sollten, aufgemacht.
Wenn es also gar keine Veröffentlichung der Stelle gab, worum geht es Dir dann?
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Bielefeld09 » So 30. Dez 2018, 23:45

Stiefhexenwolf hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:06)

Hier muss man ansetzen und für Betreuungsmöglichkeiten Geld ausgeben. Dafür härtere und schnellere Sanktionen.

Sie schreiben hier einen Nonsens und anscheinend klärt sie keiner auf.
Es gibt die von ihnen gesuchten Menschen einfach nicht.
Sie beschreiben Nonsens.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » So 30. Dez 2018, 23:49

Misterfritz hat geschrieben:(30 Dec 2018, 23:40)

Du hast das Fass mit den Anzeigen von Stellen, die nie besetzt werden sollten, aufgemacht.
Wenn es also gar keine Veröffentlichung der Stelle gab, worum geht es Dir dann?


Das eine hatte mit dem anderen nicht zu tun. Es ging zum einen um die Fake-Stellen und zum anderen um die Finanzierung bezüglich Personal.

Mein persönliches Beispiel war auf die Finanzierung des Personals bezogen.

Die Kritik bezieht sich darauf, dass man Stellenausschreibungen nur veröffentlichen sollte, wenn man auch Personal braucht.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Skull » So 30. Dez 2018, 23:53

Guten Abend,

den grössten Müll (Spam) der letzten Seiten entsorgt.

Wenn Euch das THEMA nicht interessiert, lasst das posten ... hier.

Die nächste Spamorgie...wird jedenfalls Sanktionen zur Folge haben.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Wähler » Mo 31. Dez 2018, 07:51

JJazzGold hat geschrieben:(30 Dec 2018, 12:13)
Wissen was, ich will Ihr Geld gar nicht.
Ich will auch kein BGE, schlicht und einfach, weil ich es nicht benötige und weil ich für unsozial halte, Jemanden sagen wir EUR 1000.- monatlich in die Hand zu drücken, mit dem Hinweis, jeder sei seines Glück es eigener Schmied und ab jetzt sei der Staat nicht mehr verantwortlich. Was passiert denn, wenn die ich AG pleite macht, sich die Aquarellbildchen nicht verkaufen lassen, die Miete unbezahlbar wird, die Lenbenshaltungskosten steigen, die zuvor eventuell erworbene Qualifikation veraltet ist, der Neuerwerbungen von gefragter Qualifikation teuer ist und sich auf dem günstigeren Land kein Arbeitsplatz findet? Mit BGE ist der Staat fein raus. Der beruft sich auf die Eigenverantwortung, die die Grundlage für die Zahlung des BGE ist und macht sich im Bezug auf soziale Absicherung und Unterstützung einen schlanken Fuß.

Ein Terraner hat geschrieben:(30 Dec 2018, 20:02)
Es geht schon den ganzen Abend darum das H4 zwangsweise an Arbeit oder Fortbildung geknüpft werden soll. Wenn es nach einigen Usern hier geht.

Unter Subsidiarität wird offensichtlich jeweils etwas anderes verstanden. Das sollte man so stehen lassen. Allerdings kann man festhalten, dass es bisher keine empirisch belastbaren Studien gibt, wie ein Umstieg von Hartz-IV auf BGE über einen Zeitraum der nächsten Generation zu bewerkstelligen wäre. Außerdem kommt die Migrationsproblematik hinzu, die sich seit 2015 deutlich bemerkbar in der Hartz-IV-Statistik niederschlägt. Das spricht eher dafür, dass Systeme der sozialen Grundsicherung in benachbarten EU-Staaten besser vergleichbar sein sollten. Dieser Aspekt wurde bisher noch gar nicht beleuchtet.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Wähler » Mo 31. Dez 2018, 09:38

Stiefhexenwolf hat geschrieben:(31 Dec 2018, 09:20)
Nicht erst seit 2015. Hartz IV war auch schon davor ein Importiertes Problem. Importiert aus der DDR und dem Ausland. Vor 2015 waren 40% Migranten, heute sind es 60%. Neben Alleinerziehenden (36%) und Suchtkranken (10%) sind das quasi alle Hartzer. Den Deutschen der nach 35 Jahren harter Arbeit und zwei Jahren ALG 1 in Hartz IV fällt gibt es quasi nicht.

Schauen wir doch einmal in andere EU-Länder und vergleichen die Grundsicherungssysteme:
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten ... lagen.html
Zitate Wiener Zeitung 10. Januar 2014
"..Elisabeth Kleinlercher, die im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Politikentwicklung und Politikberatung ein Überblicks-Paper über Mindestsicherung in der EU erstellt hat."

"Das europäische Sorgenkind Griechenland wurde nicht in die Studie mit aufgenommen, da es in Griechenland, anders als etwa in Spanien, keine Mindestsicherung gibt."

"Frankreich hat 2009 die Sozialhilfe durch die "bedarfsorientierte Mindestsicherung" eingeführt, ein Jahr später ist Österreich gefolgt...Allerdings liegt in Österreich der Höchstbetrag pro Einzelperson bei knapp 795 Euro im Monat, in Frankreich sind es nur 483 Euro."

"Am großzügigsten fällt die Mindestsicherung in Dänemark aus - da wird die Flexibilisierung am Arbeitsmarkt mit einer hohen Sozialversicherung verbunden (Stichwort Flexicurity), der Höchstbetrag für Einzelpersonen liegt bei 1407 Euro. Ein ähnlicher Flexicurity-Ansatz ist in den Niederlanden zu finden, wobei nur ein Betrag von rund 661 Euro ausgezahlt wird."

"Trotzdem haben Österreich und Deutschland eine Gemeinsamkeit: Beide mitteleuropäischen Länder haben, im Gegensatz zu allen anderen untersuchten Staaten (neben den bereits genannten auch Schweden und Spanien) die Besonderheit, dass nur EU-Bürger und Asylberechtigte die Mindestsicherung beantragen können."
"In anderen Ländern wird die Staatsbürgerschaft zweitrangig behandelt, da kommt es auf den dauerhaften Aufenthalt an. Ein Nicht-EU-Bürger kann in Dänemark etwa nach sieben Jahren die Mindestsicherung beantragen, davor erhält er das etwas geringere "Staatsgeld"."
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Maltrino
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Maltrino » Di 1. Jan 2019, 12:54

Stiefhexenwolf hat geschrieben:(31 Dec 2018, 09:20)

[*]
Alles mit linken Parteien kaum machbar - stattdessen wollen die mehr Hartzer durch mehr Geld. Das wird viel mehr Leute in Armut bringen.


Ich ignorier den Rest den du geschrieben hast mal und beschränk mich mal hierrauf. Das Problem sind längst nicht mehr "nur" klassische linke Parteien, die einfach nur doppelt so hohe Hartz4 Zahlungen wollen (so interpretiere ich wohlwollend mal deine Aussage). Das Problem ist inzwischen, dass jede sinnvolle Reform sofort von emotionalisierten BGE-Gegnern als "Grundeinkommens-Fantasie" weggetreten wird, und genau so der Platz für noch linkere Fantasien frei wird. Bis vor kurzem war ich der Meinung es gibt in der Debatte nur zwei Gegenpole, nämlich Hartz4 Freunde und BGE Befürworter. Aber inzwischen wird mir klarer, dass es eigentlich 3 große Richtungen gibt zwischen denen die Debatte verläuft:

1. klassische Hartz4 Freunde, für die "Sanktionen" wichtig sind und Sätze wie "Nur wer arbeitet soll auch essen", wohinter sich oft eine latente Feindschaft gegen "asoziale" aller Art manifestiert, denn die Sanktionen richten sich natürlich vor allem gegen Leute die irgendwie "nicht systemkonform" sind aber merkwürdigerweise de Facto auch gegen Geringverdiener, die wegen der absurden Zuverdienstregelungen sich nicht aus der Armut rausarbeiten können und hier im Forum von "Realisten" aller Art als "Inkompetenzleute", die nur deshalb so wenig verdienen weil sie nichts können und deshalb zurecht dafür bestraft werden, und was weiß ich dargestellt werden, und die natürlich aus moralischen Gründen scharf gegen das sind was ich jetzt in 2. vorstelle:

2. Grundeinkommensfreunde und Freunde von negativen Einkommenssteuern aller Art, die nun auf einfach und elegante Weise die in 1. beschriebenen "Strafen" für Sanktionierte und Geringverdiener beseitigen wollen mit einem Grundeinkommen das sowohl Sanktionierte und Geringverdiener ein bischen besser stellt, natürlich auch die Zahlungen für Spitzenverdiener ein bischen erhöht, aber ansonsten keine große Revolution ist.

3. Erstaunlicherweise kristallisiert sich jetzt aber eine neue Art der Hartz4 Freunde heraus, die ich mal "soziale Hartz4 Freunde" nenne. Diese reden von "Bedürftigkeit" und davon, dass sie gegen ein Grundeinkommen sind, da es ja alle erhalten, auch die Reichen, und es deshalb "zu teuer" ist und zu ungerecht. Da diese Leute also vorgeblich gegen ein Grundeinkommen sind bekommen sie Unterstützung von 1. Aber: Diese "sozialen Hartz4 Freunde" sind noch linker als die BGE Freunde denn sie fordern nicht nur Abschaffung der Sanktionen und Besserstellung der Geringverdiener, sie fordern auch noch, dass wirklich nur "Bedürftige" Zahlungen erhalten. Und diese Zahlungen sollen dann höher sein als heute, was aber nur möglich ist wenn man sie nicht an "Reiche" zahlt. Das heißt die Gutverdiener und Vermögenden kommen in diesen Konzepten noch viel schlechter weg als bei "normalen" BGE Konzepten.

Das schräge ist nun: Die "linkste" Sozialstaatsvariante, also das was sich unter 3. findet, entwickelt sich immer mehr zur mit Abstand beliebtesten Variante, vor allem weil BGE-Gegner aller Art, also auch die unter 1. zu verortenden, in ihrem Wahn einfach jedem Quatsch zustimmen der sich irgendwie "gegen Grundeinkommen für alle" richtet und in dem dann irgendwelche wolkigen Worte wie "Bedürftigkeitsprüfung" versteckt sind, und dann denken diese Leute "Oh, geil, es findet eine Bedürftigkeitsprüfung statt, die Schmarotzer werden also weiterhin getrietzt, super!!!" und übersehen dabei, dass eine wirkliche Bedürftigkeitsprüfung eben nicht den "Schmarotzern" sondern allein den Gutverdienern und Vermögenden, also eigentlich ihrer Klientel, das Tor zu den Sozialzahlungen verschließt.

Und all das ist der Grund für diese Polarisierung zwischen den Extremen, dass im Bundestag eigentlich nur noch Parteien sitzen die entweder Hartz4 in ihrer bisherigen Form (Sanktionen) behalten wollen oder es in ins linke Gegenteil verwandelt wollen (Sanktionen wegfallen, dafür veränderte Bedarfsprüfungen damit nicht aus Versehen Reiche Geld bekommen). Und das ist nur möglich weil der eigentliche Kompromissvorschlag zwischen diesen Extremen, also alles was in Richtung Grundeinkommen geht, wo zwar die Sanktionen wegfallen, wo es aber auch keine Bedürftigkeitsprüfung gibt und deshalb "Reiche" eher entlastet werden (Gegenüber 3.), von linken wie rechten Gegenern als "asozial", "neoliberal", "hängemattenideal" und sonstwas verunglimpft wurde.

Oder anders gesagt, diese "linken Träumereien" von höheren Hartz4 Sätzen aller Art, haben nur deshalb weiterhin so stark Konjunktur weil die konservativen Hartz4 Freunde und BGE-Gegner ihnen stark helfen indem sie einfach alles mitunterstützen was nicht "BGE" heißt. Es ist faktisch so, dass Politiker, die eigentlich dem BGE Lager nahe sind, dies nicht öffentlich sagen sondern Konzepte unterstützen müssen die noch linker als BGE sind, die noch mehr Umverteilung bedeuten. Und sie müssen dies tun, da sie nur so Zustimmung bekommen, nicht nur von Links, sondern vor allem auch von emotionalisierten konservativen BGE-Hassern, die nicht merken was ihnen da vorgesetzt wird sondern einfach beruhigt sind weil sie hören "Das ist kein BGE".
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Skull » Di 1. Jan 2019, 17:10

Ein frohes neues Jahr,

die letzten Beiträge des Users Siefhexenwolf wegen Hetze...in die Ablage verschoben.

Desweiteren liegt ein DA-Verdacht vor. Wird derzeit geprüft.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » Mi 9. Jan 2019, 14:44

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