Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Gretel » Mi 10. Feb 2010, 17:16

Tom - nun wurde hier schon 4 mal nacheinander auf der Bühne "gefickt, geschissen, geflucht, gepisst" usw. :D

Wann warst Du eigentlich zuletzt im Theater? Und WAS gabs da zu sehen?

Übrigens machen die da - ganz auf Deine Steuerkosten - sogar Stücke OHNE Schauspieler! :o

:arrow: http://www.nachtkritik.de/index.php?opt ... iew&id=511

Dieser Theaterabend war großartig.
Zuletzt geändert von Gretel am Mi 10. Feb 2010, 17:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 10. Feb 2010, 17:21

adal hat geschrieben:Nö, die Frage ist, was die Grundsatzdiskussion drüber, was Kunst ist und was nicht, hier verloren hat.

Nichts, daher finde ich eure Versuche, die Diskussion dahingehend zu schreddern auch unsäglich.

Es sei denn, du bist ehrlich genug und sagst, die Kunst geht mir sowieso am Arsch vorbei, dafür möchte ich nicht einen Cent meiner Steuergelder verschwendet sehen.

Nö, Kunst sollte gefördert werden, damit jeder Bürger die Möglichkeit hat, Kunst zu erfahren. Dafür muss man aber nicht jede Sauerei und jeden grenzdebilen Schwachsinn, die/der sich Kunst nennt, mit Steuergeldern fördern.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon blackbox » Mi 10. Feb 2010, 17:24



Herzlichen Dank für die Bestätigung meiner Aussage bezüglich der Zustimmung zu Bühnenstücken.
Die Daten aus NRW der Jahre 2002/2003 und 2007/2008 haben zwar keinerlei Bezug zum Thema, aber das Wort „Theater“ kommt darin zumindest vor.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 10. Feb 2010, 17:24

Gretel hat geschrieben:Wann warst Du eigentlich zuletzt im Theater? Und WAS gabs da zu sehen?

Jetzt wird umgeschwenkt von der Grundsatzdebatte auf die persönliche Schiene :lol: Welche Rolle spielt meine Theaterbesuchfrequenz für die Förderung von "Kunst" mit Steuergeldern? Genau, gar keine. Ihr könnt euch übrigens abregen, weder will ich die Kunstförderung abschaffen, noch Theatersubventionen, man sollte nur genauer hinsehen, WAS man da fördert.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Thomas I » Mi 10. Feb 2010, 17:29

adal hat geschrieben: Shakespeare war ein freier "Schausteller". Das ist bei den Angelsachsen bis heute so, während das deutsche Theater des 18. und frühen 19. Jhdt. eine höfische Angelegenheit war. Die anderen waren allesamt Günstlinge feudaler Sponsoren, an deren Stelle die Kämmerer traten - und zunehmend auch private Sponsoren. :mrgreen:


In den ganzen freien Reichs- und Hansestädte war das Theater mitnichten eine höfische Veranstaltung.
Oder welcher Hof hat denn in Nürnberg, Frankfurt oder Hamburg z.B. Theater und Oper betrieben/gegründet?
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon blackbox » Mi 10. Feb 2010, 17:31

Gretel hat geschrieben:Tom - nun wurde hier schon 4 mal nacheinander auf der Bühne "gefickt, geschissen, geflucht, gepisst" usw. :D

Wann warst Du eigentlich zuletzt im Theater? Und WAS gabs da zu sehen?


Januar, es gab den Othello. Modernes Bühnenbild (Othello nicht geschminkt..), leicht gewöhnungsbedürftige Texte. Ich durfte schon weitaus bessere Inszenierungen genießen, auf kleineren Bühnen.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon adal » Mi 10. Feb 2010, 17:31

blackbox hat geschrieben:Theater am Aegi
was hat eine Event- und Tourneebühne mit Theater zu tun?
Aus dem aktuellen Programm des Aegi-Theaters:

ROCK THE BALLET
Musical Starlights
THE TEN TENORS
Frank Schätzing
Bruno Jonas
Zuletzt geändert von adal am Mi 10. Feb 2010, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Gretel » Mi 10. Feb 2010, 17:31

Tom Bombadil hat geschrieben:Jetzt wird umgeschwenkt von der Grundsatzdebatte auf die persönliche Schiene :lol: Welche Rolle spielt meine Theaterbesuchfrequenz für die Förderung von "Kunst" mit Steuergeldern? Genau, gar keine. Ihr könnt euch übrigens abregen, weder will ich die Kunstförderung abschaffen, noch Theatersubventionen, man sollte nur genauer hinsehen, WAS man da fördert.


Aber man sollte zumindestens wissen, wovon man überhaupt sprichst, WAS man da "kritisiert" - oder findest Du nicht?
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 10. Feb 2010, 17:34

Gretel hat geschrieben:Aber man sollte zumindestens wissen, wovon man überhaupt sprichst, WAS man da "kritisiert" - oder findest Du nicht?

Du meinst, weil Thomas I nicht glaubwürdig ist, muss ich mir solche Stücke erst ansehen, um sie kritisieren zu dürfen? Muss ich nicht.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Thomas I » Mi 10. Feb 2010, 17:38

blackbox hat geschrieben:
Die Frage ist welchen Stellenwert Kultur haben soll, wie der spezifische Wert von Kultur zu ermitteln ist und ob es -bei darbenden Kassen in den Kommunen- andere Aufgaben gibt welche dringender der finanziellen Unterstützung bedürfen.

Vor die Wahl gestellt zwischen Bildung (Museen, Bibliotheken, Ausstellungen) und dem alleine der Bildung verschriebenem Theater (die ausschließlich der Unterhaltung dienende Bühne benötigt keine oder kaum Zuschüsse) muss die Wahl zugunsten der Museen und Bibliotheken ausfallen.


Eben.

blackbox hat geschrieben:Theater als reines Instrument der Bildung hat sicherlich auch einen Stellenwert, nur wird dieser Wert oft genug alleine vom Intendanten und dem professionellen Feuilleton bestimmt. Zudem mag der Intendant sich genötigt sehen, den Shakespeare mit Kot- und Urinprobe „auszuwerten“ – das Publikum verschmäht in der Regel diese Art der Bildung und bleibt der Veranstaltung schlicht fern.


Eben. Kinder mal mit ins Theater nehmen geht heute gefahrlos nur noch bei speziellen Aufführungen für Kinder oder wennaamn sich die Inszenierung vorher schon mal angeschaut hat (und das kann sich nicht jeder zeitlich und fianziell leisten).

blackbox hat geschrieben: Sofern es für diese Art der Bildung einen staatlichen Auftrag gäbe (was ich vehement verneine) so krepiert dieser Bildungsauftrag alleine schon an mangelnder Nachfrage.


Womit für diese Art der Bildung der staatliche Auftrag eigentlich schon in zweifacher Hinsicht als nichtexistent gesehen werden muß!


blackbox hat geschrieben:Dabei ist die Intention des Schauspielhauses durchaus zu verstehen. Die Schauspieler kennen die alten Stücke, wer mit einer Neuinszenierung unbedingt auffallen möchte gibt dem Hamlet lieber ein Maschinengewehr an die Hand als nur das profane Schwert.


Es geht ja nicht um Modernisierungen alter Stoffe. Warum soll man nicht hamlet mit dem MG ausstatten und gekonnt ein paar Seitenhiebe auf aktuelle Themen und Probleme in die alten Stoffe integrieren? Wenn es einigermaßen gut gemacht ist wäre ich der letzte der da ein Problem sieht.


blackbox hat geschrieben:Warum aber sollen Steuergelder dafür herhalten, wenn die Inszenierung vorsätzlich alte Stücke verwüstet bis vergewaltigt?


Eben, eine berechtigte Frage!

blackbox hat geschrieben:Wer hat eigentliche jemals plausibel erklärt, warum der Wert des Schauspielhauses mit der Zahl der leeren Plätze steigt?



Niemand...

blackbox hat geschrieben:Warum nicht eine Obergrenze der Zuschüsse, eben damit der Intendant versucht möglichst viele der doppelten Beitragszahler (Steuergelder plus Eintrittsgeld) zu gewinnen statt möglichst viele Besucher bereits vorab zu vergraulen?


Einfach die Zuschüsse auf einen bestimmten Wert pro Inszenierung und verkaufter Eintrittskarte begrenzen.

blackbox hat geschrieben:Welcher Hamlet hätte mehr für die Bildung getan – die werkgetreue Variante mit vollem Haus oder die „moderne“ Fassung vor bestenfalls halbleeren Rängen?


Im Zweifel wohl eher die werkgetreue Fassung. Wobei auch gegen eine moderne Fassung nichts spricht. Nur die "moderne" Fassung muß es eben nicht sein.
Zuletzt geändert von Thomas I am Mi 10. Feb 2010, 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon adal » Mi 10. Feb 2010, 17:38

Thomas I hat geschrieben:
In den ganzen freien Reichs- und Hansestädte war das Theater mitnichten eine höfische Veranstaltung.
Oder welcher Hof hat denn in Nürnberg, Frankfurt oder Hamburg z.B. Theater und Oper betrieben/gegründet?
Das ist richtig. In den freien Reichs- und Hansestädten war seit dem ausgehenden 18. Jhdt. die Bürgerschaft der Sponsor - so wie heute in der ganzen Republik :mrgreen: , in den Fürstentümern waren es die Fürsten.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Thomas I » Mi 10. Feb 2010, 17:41

adal hat geschrieben: Das ist richtig. In den freien Reichs- und Hansestädten war seit dem ausgehenden 18. Jhdt. die Bürgerschaft der Sponsor - so wie heute in der ganzen Republik :mrgreen: , in den Fürstentümern waren es die Fürsten.


Allerdings geschah das anders als heute in der ganzen Republik auf freiwiliger Basis und in Anerkennung der erbrachten Leistungen.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Dampflok94 » Mi 10. Feb 2010, 17:42

Tom Bombadil hat geschrieben:Was ist daran Kunst, auf die Bühne zu scheißen und zu pissen, zu koitieren und mit Verbalinjurien um sich zu werfen? Wie bringt das die Kunst voran?

Das kommt auf den Zusammenhang an. So ist die Frage genauso sinnlos wie die, was einen die Kleckserei bringt. Gern gestellt von Menschen, die gewisse Bilder nicht verstehen.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon miss marple » Mi 10. Feb 2010, 17:46

Dampflok94 hat geschrieben:Das kommt auf den Zusammenhang an. So ist die Frage genauso sinnlos wie die, was einen die Kleckserei bringt. Gern gestellt von Menschen, die gewisse Bilder nicht verstehen.




wenns denn was zu verstehen gibt. ich kann mich auch vor ein fenster hinsetzen, das die fliegen vollgeschissen haben, hinstellen, und die künstlerische aussage desselbigen verstehen.

nirgendwo läuft das spiel "des kaisers neue kleider" so ungehindert wie auf dem sektor kunst.

man denke nur an beuys vollgeschmierte badewanne und dergleichen mehr.

das alles geht, weil es keine definition geben kann. kunst ist halt im den sinn kein handwerk, wenngleich viel davon drinnen ist.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Thomas I » Mi 10. Feb 2010, 17:49

Dampflok94 hat geschrieben:Das kommt auf den Zusammenhang an. So ist die Frage genauso sinnlos wie die, was einen die Kleckserei bringt. Gern gestellt von Menschen, die gewisse Bilder nicht verstehen.


"Kunst kommt von können, nicht von wollen, sonst hieße es Wunst..." :mrgreen:

Bei manchen Kunstwerken fragt man sich allerdings schon, was die besondere Kunst daran ist.

Und vor allem stellt sich hier die Frage warum das staatlich subventioniert werden muß.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon adal » Mi 10. Feb 2010, 17:50

Tom Bombadil hat geschrieben:Nichts, daher finde ich eure Versuche, die Diskussion dahingehend zu schreddern auch unsäglich.
Ihr schreddert die Diskussion über Streichkonzerte im Bereich Kultur mit euren Ausflügen in Scheiß- und Fick-Inszenierungen, weil ihr damit die Grundsatzfrage stellt: Was ist Kunst und wer entscheidet das?
blackbox hat geschrieben:Herzlichen Dank für die Bestätigung meiner Aussage bezüglich der Zustimmung zu Bühnenstücken.
Wie bitte? Ich habe dir deine Behauptung, die Intendanten seien an den Besucherzahlen nicht interessant mit dem Nachweis steigender Zuschauerzahlen und Eigeneinahmen widerlegt.
Thomas I hat geschrieben:"Kunst kommt von können, nicht von wollen, sonst hieße es Wunst..." :mrgreen:

Bei manchen Kunstwerken fragt man sich allerdings schon, was die besondere Kunst daran ist.

Und vor allem stellt sich hier die Frage warum das staatlich subventioniert werden muß.
q.e.d.. Du versuchst schon wieder die Grundsatzdiskussion zu führen: Was ist Kunst? Diesmal angereichert mit dem klassischen Spruch des Banausen und Philisters.
Warum seid ihr nicht so ehrlich und sagt einfach: Schluss mit der subventionierten Kunst.
Zuletzt geändert von adal am Mi 10. Feb 2010, 17:57, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 10. Feb 2010, 17:51

Dampflok94 hat geschrieben:Das kommt auf den Zusammenhang an.

Tut mir leid, ich kann mir keinen Kontext vorstellen, der es nötig macht, auf die Bühne zu scheißen, zu pissen oder den Koitus zu vollziehen und das dann Kunst zu nennen. Und noch was: wo ist dann die Steigerung, weil "die Kunst muss sich ja weiter entwickeln"?

So ist die Frage genauso sinnlos wie die, was einen die Kleckserei bringt. Gern gestellt von Menschen, die gewisse Bilder nicht verstehen.

Kommt darauf an, ob der "Kleckser" vom Staat subventioniert wird oder nicht. Wenn jemand bereit ist, einen zB vierstelligen €-Betrag für eine "Kleckserei" zu bezahlen, ist das doch völlig ok.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon miss marple » Mi 10. Feb 2010, 17:53

Thomas I hat geschrieben:
"Kunst kommt von können, nicht von wollen, sonst hieße es Wunst..." :mrgreen:

Bei manchen Kunstwerken fragt man sich allerdings schon, was die besondere Kunst daran ist.

Und vor allem stellt sich hier die Frage warum das staatlich subventioniert werden muß.



der von mir sehr geschätzte thomas bernhard ließ in einem interview verlauten, es solle gar nichts gefördert werden, wenn es nicht aus sich selbst leben könne, wäre es nutzlos.

kunst kommt von künden, etwas verkünden...

trotzdem möchte ich, dass theater, schauspielhäuser etc. stehen bleiben, vernichtet ist schneller als wieder aufgebaut. einen gewisse prozentsatz an mist gibts immer und ist für mich hinnehmbar.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Dampflok94 » Mi 10. Feb 2010, 17:54

miss dschei hat geschrieben:


wenns denn was zu verstehen gibt. ich kann mich auch vor ein fenster hinsetzen, das die fliegen vollgeschissen haben, hinstellen, und die künstlerische aussage desselbigen verstehen.

nirgendwo läuft das spiel "des kaisers neue kleider" so ungehindert wie auf dem sektor kunst.

man denke nur an beuys vollgeschmierte badewanne und dergleichen mehr.

das alles geht, weil es keine definition geben kann. kunst ist halt im den sinn kein handwerk, wenngleich viel davon drinnen ist.

Vor allem hat Kunst viel mit Zeit zu tun. So einige Künstler lebten zu ihrer Schaffenszeit von der Hand in den Mund. Und sind heute weltbekannt. Manch anderer war zu seiner Zeit eine große Nummer. Und ist heute vergessen.

Was man in 100 Jahren zu Beuys' Badewanne oder seiner Honigpumpe sagen wird, weiß keiner. Es gilt das gleiche. Vielleicht ist er vergessen. Oder er wird in einem Atemzug mit Michelangelo genannt.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Thomas I » Mi 10. Feb 2010, 17:55

adal hat geschrieben: Ihr schreddert die Diskussion über Streichkonzerte im Bereich Kultur mit euren Ausflügen in Scheiß- und Fick-Inszenierungen, weil ihr damit die Grundsatzfrage stellt: Was ist Kunst und wer entscheidet das?



Diese Grundsatzfrage ist allerdings von zentraler Bedeutung wenn es um das Thema öffentliche Finanzierung von Kunst und Kultur geht.
Eine Schredderung des Themas kann ich da nicht erkennen.

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