Immun gegen Fakten?

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imp
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon imp » Mi 18. Sep 2019, 10:48

syna hat geschrieben:(17 Sep 2019, 21:20)
---- Aber zurück zur "inneren kognitiven Dissonanz". Ein aktuelleres Beispiel ist dieses: ---------------------------

Ein überzeugter Jünger des technischen Fortschritts hat sich gerade einen neuen SUV (=Sportic utility vehicle)
gekauft, und fährt damit sogar zum Brötchenkaufen.

Er erfährt nun, dass er damit erheblich zur Klimaerwärmung beiträgt. Das erzeugt in ihm eine "kognitive Dissonanz"
- ein starkes Unwohlsein, das unbedingt unterdrückt werden muss. Denn was nicht sein darf, kann auch nicht sein.

Um dieses Unwohlsein wieder loszuwerden - aber ohne seinen heißgeliebten SUV zu verstoßen - bekämpft
und leugnet er die Tatsache, dass er selbst zur Klimaerwärmung beiträgt. Um ganz sicher zu gehen, bestreitet er
den menschengemachten Klimawandel sogar ganz und gar - und sucht im Internet nach Bestätigungen
seiner Überzeugung.

Ein schoenes Beispiel. Was kann man nicht alles erfahren? Den SUV zu nehmen, hat Schadwirkungen, aber nicht den SUV zu nehmen, hat auch Schadwirkungen. Dann kann man diskutieren, ob es ueberhaupt wirklich ein SUV ist. Oder wie grosz oder klein die Schadwirkung verschiedener Ansaetze ist. Und ob die Daten ueberhaupt korrekt und aktuell erhoben wurden. Man denke da nur mal an die Spinatlegende. "Fakten" sind in Diskussionen haeufig eher stoerend.
Man kann besser ohne sie argumentieren. Ich halte es mit Zahlen so: Sofern sie nicht augenscheinlich einen nicht wegzudiskutierenden Aspekt aufzeigen, vermeide ich sie. Wer unnoetig Zahlen anbringt, eroeffnet nur die Chance auf unerhebliche, stoerende Nebengleise.
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H2O
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon H2O » Mi 18. Sep 2019, 11:09

imp hat geschrieben:(18 Sep 2019, 10:48)
...

...

... Sofern Zahlen nicht augenscheinlich einen nicht wegzudiskutierenden Aspekt aufzeigen, vermeide ich sie. Wer unnoetig Zahlen anbringt, eroeffnet nur die Chance auf unerhebliche, stoerende Nebengleise.


Sowohl als auch, und einerseits- andererseits. :) Zahlen dienen der Darstellung von Grenzen und der Anzeige der Annäherung an diese Grenzen. Da ist mit "weitgehend" oder "geringfügig" nicht viel zu gewinnen... ja, wie weitgehend oder wie geringfügig? Unser Leben richtet sich daran aus; vermutlich wurden Zahlen deshalb überhaupt erst erfunden! Aber es stimmt, daß man sich an Zahlen berauschen kann... deshalb eben doch auch "weitgehend" oder "geringfügig".
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BlueMonday
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon BlueMonday » Mi 18. Sep 2019, 14:25

syna hat geschrieben:(17 Sep 2019, 13:57)
Stefan Schulreich sagt, dass es

1. Selektive Wahrnehmung (confirmation bias)
2. Überschätzung der eigenen Kompetenz (Dunning-Kruger-Effekt)
3. Stress

sind. Genaueres gibt es hier (spiegel-online bento)


Jede Perzeption ist selektiv. Ohne Filterung, ohne Selektion, ohne Präferenz wäre jedes Lebewesen hoffnungslos überfordert.

Im wissenschaftlichen Bereich gibt es praktisch immer eine Othodoxie("Mainstream") und diverse Heterodoxien. Das sind dann eben die Abgefallenen, die Ungläubigen, die Häretiker, die Leugner usw. wenn man denn in diesem mittelalterlichen Denken hängengeblieben ist. Die moderne Wissenschaft hingegen sollte eine kritische sein, also die alternative Sichtweise begrüßen. Die Frage ist also eher: Wie rede ich mit einem 100Prozentigen, der nur eine/seine Wahrheit kennt. Die gibt es freilich in allen Lagern zur Genüge. Der Anteil derer dürfte in der Orthodoxie aber erheblich größer sein. Sich in der Orthodoxie aufzuhalten ist eben meist das Bequemere, Lohnendere. Da fließen die Gelder leichter, die staatlichen Subventionen, man liefert das Gewünschte, blendet das Unpassende aus, biegt die Daten in die passende Richtung.
But who would build the roads?
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Zunder » Mi 18. Sep 2019, 16:23

Wer mit dem SUV zum Bäcker fährt, dürfte am globalen CO2-Ausstoß mit einem Anteil von grob geschätzt 0,00000328% beteiligt sein. Sein Beitrag zur Klimaerwärmung wäre noch kleiner. Wenn das "erheblich" sein soll, müßte man redlicherweise auch fragen, ob nicht jeder hier gepostete Beitrag sich erheblich auf das Klima auswirkt. Macht man aber nicht. Es geht auch gar nicht um Fakten, sondern um Moral. Und zwar um die eigene, höherwertige.
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Teeernte » Mi 18. Sep 2019, 18:25

Zunder hat geschrieben:(18 Sep 2019, 16:23)

Wer mit dem SUV zum Bäcker fährt, dürfte am globalen CO2-Ausstoß mit einem Anteil von grob geschätzt 0,00000328% beteiligt sein. Sein Beitrag zur Klimaerwärmung wäre noch kleiner. Wenn das "erheblich" sein soll, müßte man redlicherweise auch fragen, ob nicht jeder hier gepostete Beitrag sich erheblich auf das Klima auswirkt. Macht man aber nicht. Es geht auch gar nicht um Fakten, sondern um Moral. Und zwar um die eigene, höherwertige.


Es ist 0,0000000125 % ! ...und wenn er so lange die Heizung ausmacht...und dann im Glasanbau frühstückt (direkte Solarwärme) wird es noch weniger . Fährt er auch noch Für die Familie Einkaufen...reduziert sich die Emission weiter und TEILT sich durch die Anzahl der Familienangehörigen.

Rechnet man mit NUR einem Familienangehörigen sind wir nun schon bei 0,00000000625 - wenn da JEDEN TAG passiert. ... fällt an einem Tag die Fahrt aus - reduziert es sich um 0,000000000017123 %.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Alana4 » Mi 18. Sep 2019, 18:38

Zunder hat geschrieben:..... müßte man redlicherweise auch fragen, ob nicht jeder hier gepostete Beitrag sich erheblich auf das Klima auswirkt. Macht man aber nicht. ......


Tja, gerade auch DAS müsste man sich aber fragen. dieses allzeit für jeden überall verfügbare Internet IST gar nicht gut für den Planeten.....ganz schlechte co²-Bilanz. Ganz dolle schlecht. Ich glaube schon, dass man das "Fakt" nennen kann.

Nachtrag: Man hat sich tatsächlich auch diese Fragen gestellt:
HIER
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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syna
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon syna » Do 19. Sep 2019, 15:19

Fliege hat geschrieben:(17 Sep 2019, 20:07)
Warum sind wir oftmals immun gegen Faktenbeschreibungen?


Nein!

Ich muss hier wohl noch einmal zurückgehen, um das Thema klar
zu machen:

Es geht nicht um "Deine Faktenbeschreibungen", also Hypothesen.
Es geht hier stattdessen um "echte Fakten"!

Die Frage heißt: "Warum sind wir - d.h. einige - immun gegen Fakten?"
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon syna » Do 19. Sep 2019, 15:51

Dark Angel hat geschrieben:(18 Sep 2019, 10:33)
Falsch! Fakten sind Tatsachen, sind vorhanden und nachweisbar.

Warum "Falsch"? Das ist doch genau das, was ich auch sage?
Wir stimmen hier 100%ig überein:

Fakten sind Tatsachen. Darüber kann man nicht streiten - denn
sie stehen fest. Sie sind unmittelbar einsehbar - wie etwa die
Tatsache, dass ein Stein nach unten fällt. Oder sie sind
wissenschaftlich bewiesen - wie etwa das Gravitationsgesetz.

Dark Angel hat geschrieben:(18 Sep 2019, 10:33)
Beschreibungen dieser Fakten/Tatsachen ergeben sich aus diesen Tatsachen, sind Schlussfolgerungen, Hypothesen, Thesen/Behauptungen.
Über Hypothesen kann man diskutieren, Thesen/Behauptungen müssen bewiesen oder widerlegt werden.

Richtig! Das ist genau das, was ich auch beschrieb:

syna hat geschrieben:Nun, Fakten sind Fakten. Uber Hypothesen (dagegen) lässt sich fröhlich und munter streiten.

Beispiel: Donald Trump wird im November Grönland kaufen.
Das ist eine Hypothese. Mancher mag daran glauben, mancher nicht. Mancher mag es für unwahr-
scheinlich halten, aber es könnte ja - unter bestimmten Umständen - so sein.

Beispiel: Wenn ich einen Stein loslasse, fällt er (hier auf der Erde) nach unten.
Das ist ein Faktum. Darüber können wir nicht streiten oder daran glauben. Es ist einfach so.

Beispiel: Die dunkle Materie besteht aus WIMPS (=Weakly interacting massive particles).
Das ist eine Hypothese. Es könnte so sein. Es könnte aber auch völlig falsch sein. Niemand weiß es,
aber jeder darf daran glauben, danach suchen, oder diese Hypothese ablehnen.

Beispiel: Der aktuelle Klimawandel ist durch uns Menschen verursacht.
Das ist ein Faktum. Darüber können wir nicht streiten oder daran glauben. Es ist einfach so.


Jedoch diese Aussage ...

Dark Angel hat geschrieben:(18 Sep 2019, 10:33)
Zu deinem letzen Beispiel: Tatsache/Fakt ist lediglich, DASS sich aktuell ein Klimawandel vollzieht.
Dass dieser Klimawandel durch den Menschen verursacht wurde, ist eine These/Behauptung, die z.Zt. weder belegt, noch widerlegt ist.
Belegt - also Fakt/Tatsache - ist nur dass der Mensch diesen Klimawandel beeinflusst - im welchem Umfang, ist wiederum unbekannt.

... führt direkt zum Thema dieses Threads:

Das Faktum ist, dass der Temperaturanstieg der letzten 70 Jahre zu 99% von den anthropogenen
Emissionen (im Wesentlichen CO2) verursacht wurde. DAS ist ein FAKTUM.

Denn die Frage - siehe Eingangsposting - ist: WARUM negieren einige von uns Fakten? Z.B.
dieses Faktum?
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon rollins » Do 19. Sep 2019, 16:11

syna hat geschrieben:... führt direkt zum Thema dieses Threads:

Das Faktum ist, dass der Temperaturanstieg der letzten 70 Jahre zu 99% von den anthropogenen
Emissionen (im Wesentlichen CO2) verursacht wurde. DAS ist ein FAKTUM.

Denn die Frage - siehe Eingangsposting - ist: WARUM negieren einige von uns Fakten? Z.B.
dieses Faktum?
Weil es absolut kein Faktum ist. Es könnte sein oder nicht. Aber 99% schon gar nicht. Es ist nicht einmal bewiesen, dass CO2 für den Temperaturanstieg ausschlaggebend ist.
Der Hockeyschläger wird derzeit auseinandergenommen und wirkt nicht mehr zu vertrauenswürdig.
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Dark Angel » Do 19. Sep 2019, 18:08

syna hat geschrieben:(19 Sep 2019, 15:51)
... führt direkt zum Thema dieses Threads:

Das Faktum ist, dass der Temperaturanstieg der letzten 70 Jahre zu 99% von den anthropogenen
Emissionen (im Wesentlichen CO2) verursacht wurde. DAS ist ein FAKTUM.

Nein, das ist KEIN Fakt!
Fakt ist, dass die Temperaturen nach dem Ende der Kleinen Eiszeit (wieder) ansteigen.
Wie hoch der anthropogene Anteil an diesem Temperaturanstieg ist, ist unbekannt ==> DAS ist eine Tatsache.
Tatsache ist auch, dass der anthropogene Anteil an der CO2-Emmission 4% beträgt, der der natürlichen Emmission hingegen 96%

syna hat geschrieben:(19 Sep 2019, 15:51)Denn die Frage - siehe Eingangsposting - ist: WARUM negieren einige von uns Fakten? Z.B.
dieses Faktum?

Wer negiert Fakten und wo werden Fakten negiert?
Fakten/Tatsachen sind allerdings etwas anderes als nicht bewiesene Behauptungen, die als Fakten deklariert werden.
Diese Behauptungen zu hinterfragen und ggf zu widerlegen, hat nichts mit negieren zu tun.
Ebenso wenig hat eine kritische Auseinandersetzung/Hinterfragung bestimmter Hypothesen und Theorien etwas mit negieren zu tun.
Es gibt keine absolute Wahrheit und auch kein endgültiges Wissen. Unser Wissen und unsere Erkenntnisse sind immer nur "vorläufig" ==> hinreichend genau und zeitkernig gültig.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Trifels » Fr 20. Sep 2019, 08:52

BlueMonday hat geschrieben:(18 Sep 2019, 14:25)

Jede Perzeption ist selektiv. Ohne Filterung, ohne Selektion, ohne Präferenz wäre jedes Lebewesen hoffnungslos überfordert.

Im wissenschaftlichen Bereich gibt es praktisch immer eine Othodoxie("Mainstream") und diverse Heterodoxien. Das sind dann eben die Abgefallenen, die Ungläubigen, die Häretiker, die Leugner usw. wenn man denn in diesem mittelalterlichen Denken hängengeblieben ist. Die moderne Wissenschaft hingegen sollte eine kritische sein, also die alternative Sichtweise begrüßen. Die Frage ist also eher: Wie rede ich mit einem 100Prozentigen, der nur eine/seine Wahrheit kennt. Die gibt es freilich in allen Lagern zur Genüge. Der Anteil derer dürfte in der Orthodoxie aber erheblich größer sein. Sich in der Orthodoxie aufzuhalten ist eben meist das Bequemere, Lohnendere. Da fließen die Gelder leichter, die staatlichen Subventionen, man liefert das Gewünschte, blendet das Unpassende aus, biegt die Daten in die passende Richtung.



....und zahlt später drauf

Sobald der Mensch direkt bertroffen -> dann -> Herrschende Meinung wenn sich bei einer konkreten Fragestellung mehrere gangbare Lösungsansätze anbieten = Standard und Richtschnur. Dazu -> Minderheitenmeinung = bezeichnet die in einem Diskurs oder zu einer konkreten Streitfrage vertretenen Meinungen, die nicht der vorwiegend eingenommenen Position entsprechen -> als Beiwerk/Gegensatz.

Info 1 / 2
https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschende_Meinung
https://de.wikipedia.org/wiki/Mindermeinung

Beides = zutreffende Fakten vorhanden. Das Interesse der betroffenen Menschen macht die Diskurs aus -> ggf. Minderheitsmeinung wird -> herrschende Meinung.

s. a.

http://polynews.3dp.ch/kapitel_7/motiv.htm

Fakten ->
Jede Handlung führt zu einem Resultat, also hat auch jede Absicht ein Ziel, nämlich eben das Resultat der Handlung. Ohne Ziel gibt es auch keine Absicht. Das Motiv geht immer der Absicht voran und die Absicht dem Ziel
.

Entscheidend nicht der einzelne Fakt -> die Bündelung der Fakten -> gesamte Würdigung = entscheidend.
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon syna » Fr 20. Sep 2019, 21:59

Trifels hat geschrieben:(20 Sep 2019, 08:52)

....und zahlt später drauf

Sobald der Mensch direkt bertroffen -> dann -> Herrschende Meinung wenn sich bei einer konkreten Fragestellung mehrere gangbare Lösungsansätze anbieten = Standard und Richtschnur. Dazu -> Minderheitenmeinung = bezeichnet die in einem Diskurs oder zu einer konkreten Streitfrage vertretenen Meinungen, die nicht der vorwiegend eingenommenen Position entsprechen -> als Beiwerk/Gegensatz.

Info 1 / 2
https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschende_Meinung
https://de.wikipedia.org/wiki/Mindermeinung

Beides = zutreffende Fakten vorhanden. Das Interesse der betroffenen Menschen macht die Diskurs aus -> ggf. Minderheitsmeinung wird -> herrschende Meinung. http://polynews.3dp.ch/kapitel_7/motiv.htm
Fakten -> Entscheidend nicht der einzelne Fakt -> die Bündelung der Fakten -> gesamte Würdigung = entscheidend.


Nein nein, Du mißverstehst das :? . Hier geht es nicht um Strömungen, Meinungen oder Neigungen - von Minderheiten oder
vom Mainstream. Hier geht es darum, dass es "bestimmte klare Fakten" einfach gibt.

Der Mond kreist in einer mittleren Entfernung von 380.000 km um die Erde. Das ist ein Faktum, egal was irgendeine Minderheit oder
eine Mehrheit in irgendeiner Weise anders denken sollte. Normalerweise würde jeder Mensch, der psychisch gesund ist und die Realität
als solche wahrnimmt, jedes Faktum als solches akzeptieren und danach handeln. Im Alltag ist das Handeln gemäß der Fakten überlebens-
wichtig.

Dennoch - und das ist ja das Verwunderliche - gibt es Menschen, die solche klaren Fakten verleugnen, sogar in diesem
Thread. Und die Frage ist: Warum tun sie das? Es wurden schon einige Gründe aufgezählt, auch der Kognitionspsychologe
"Stefan Schulreich" hat dazu geforscht. Aber vielleicht gibt es noch weitere Gründe - oder andere Aspekte?
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Teeernte » Fr 20. Sep 2019, 23:05

syna hat geschrieben:(20 Sep 2019, 21:59)

Hier geht es darum, dass es "bestimmte klare Fakten" einfach gibt.
. Aber vielleicht gibt es noch weitere Gründe - oder andere Aspekte?


...Eisbärenpopulation...Zählte man in den sechziger Jahren etwa 5.000 Exemplare dieser Art, so sind es heute rund 25.000.“


Klimawandel....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Darkfire » Sa 21. Sep 2019, 05:14

imp hat geschrieben:(17 Sep 2019, 15:01)


Wenn ich das Bier nicht kaltstelle, wird es warm werden. Jetzt gibt es Warmbier-Leugner, aber auch Leute, die mit warmem Bier kein Problem haben.



Was ist mit den Eskimos, dennen wird das Bier eher kalt werden.
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon H2O » Sa 21. Sep 2019, 12:02

Darkfire hat geschrieben:(21 Sep 2019, 05:14)

Was ist mit den Eskimos, dennen wird das Bier eher kalt werden.

Offenbar reicht die Relativitätstheorie weiter, als sich unsere Schulweisheit träumen läßt! ;)
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon syna » So 22. Sep 2019, 08:35

H2O hat geschrieben:(21 Sep 2019, 12:02)

Offenbar reicht die Relativitätstheorie weiter, als sich unsere Schulweisheit träumen läßt! ;)

Eine vielfältig interpretierbare Aussage!

Beruht nicht unsere technische Zivilisation darauf, dass man anerkennt, dass
Fakten "unverrückbare Sachverhalte" sind? Erst durch den experimentellen
Beweis von "unverrückbare Sachverhalten" nach dem Mittelalter haben
Wissenschaft und Technik ihren Aufschwung genommen, sind Ingenieur-
leistungen möglich geworden und wissenschaftliche Erkenntnisse gewachsen.

Wie kann es dann sein, dass heute dennoch - sogar in diesem Forum - tatsächlich
Leute gibt, die Fakten leugnen? Die - figurativ betrachtet(!) - sagen: "2+2=5 oder 6"?

:?:
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon H2O » So 22. Sep 2019, 08:54

Wie kann es dann sein, dass heute dennoch - sogar in diesem Forum - tatsächlich
Leute gibt, die Fakten leugnen? Die - figurativ betrachtet(!) - sagen: "2+2=5 oder 6"?


Sie müssen sich damit abfinden, daß es Leute gibt, die trotz Schulbesuchs das Schreiben und Rechnen nicht erlernen konnten. Die sind dann ganz stolz, wenn sie ein Rechenergebnis auf 20% genähert heraus bekommen. :)
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Maikel » So 22. Sep 2019, 09:04

Teeernte hat geschrieben:(17 Sep 2019, 21:40)
Verkehrsmittel C02 pro KM
Fahrrad 5 Gramm
Pedelec 25 Gramm
Diesel-Bus 51 Gramm
E-Scooter 126 Gramm

VW Polo TDI Bluem. 80 PS 106 Gramm

Der einzig eindeutige Fakt an diesen Zahlen ist, daß sie jemand mal so ausgerechnet und veröffentlicht hat.
Die Zahlen selbst sind in höchstem Maße uneindeutig und interpertierbar, z.B.:

1. Beim Polo wurde nur der Ausstoß bei der Fahrt im Meßzyklus berücksichtigt, dagegen beim E-Scooter vermutlich der CO2-Ausstoß im gesamten Lebenszyklus, incl. Herstellung und Wartung.

2. Ein Diesel-Bus stößt sicherlich wesentlich mehr aus als 51 Gramm; die Zahl ist auf eine angenommene, nicht angegebene Zahl von Passagieren heruntergerechnet.
Mit 4 Passagieren an Bord käme der Polo entsprechend auf 27 Gramm.

Ein "schönes" Bsp. dafür, wie mit Fakten Schindluder getrieben werden kann.
Die einzelnen Zahlen selbst sind kaum anzuzweifeln, ich nehme an, sie sind auf sauberem Weg errechnet worden. Aber die Beschreibung der Fakten ist grob unvollständig, und durch das Nebeneinanderstellen dieser Fakten wird so getan, als seien die Zahlen auf vergleichbarer Grundlage ermittelt worden.

So kann man durch "geschickte" Auswahl und Darstellung von Fakten unterschiedliche "faktenbasierte" Geschichten erzählen; indem man z.B. Herstellung und Wartung berücksichtigt oder nicht.
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon MoOderSo » So 22. Sep 2019, 11:19

syna hat geschrieben:(22 Sep 2019, 08:35)Beruht nicht unsere technische Zivilisation darauf, dass man anerkennt, dass
Fakten "unverrückbare Sachverhalte" sind? Erst durch den experimentellen
Beweis von "unverrückbare Sachverhalten" nach dem Mittelalter haben
Wissenschaft und Technik ihren Aufschwung genommen, sind Ingenieur-
leistungen möglich geworden und wissenschaftliche Erkenntnisse gewachsen.

Unsinn, Wissenschaft blühte erst dadurch, dass man "unverrückbare Sachverhalte" nicht als gottgegeben hinnahm.
Was wir heute als "richtig" erachten sind nur die Theorien, die noch nicht widerlegt wurden und solche, die sich nicht widerlegen lassen, weil sie zu wischiwaschi sind.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
Corella
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Re: Immun gegen Fakten?

Beitragvon Corella » So 22. Sep 2019, 14:14

Es gibt so simple Faktendarlegungen: z.B. ist die Stahlungsbilanz des Planeten satelitengestützt messbar. Was beim Austritt fehlt, entspricht der Aufheizung. Wer Thermometer nicht mag, kann sich ja auch mit den massenhaften Arealverschiebungen von Tier- und Pflanzenarten befassen. Alles ist interdisziplinär konsisent. Hier werden Fakten ignoriert/geleugnet. Die Typen sind an Aufklärung, seriöser Recherche nicht inzeressiert. Wir haben das oft genug versucht.
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)

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