Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

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Sonnenwaage
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Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon Sonnenwaage » Di 25. Nov 2014, 18:50

Gesetz contra Menschenrecht

Fragestellung
Wo beginnt für euch die Grenze eurer Aufrichtigkeit?

Meine Meinung ist die, dass Gesetze, die den naturgegebenen Rechten irgendeines Menschen im Widerspruch stehen, abgeschafft werden müssen, egal welche Verträge, Abmachungen, Transferleistungen, Historien dahinterstehen mögen: Menschliches Leben ist keine Ware, seine Würde ist unantastbar.

Wenn die Todesstrafe legalisiert worden ist, hat der Bürger die Pflicht, sich bei Gericht bspw. als Richter dafür einzusetzen, dass unter keinen Umständen die gesetzmäßige Strafe ausgeführt wird. Er hat die Bestrafung, wenn sie denn erfolgen mag, sogar schnellstens zu boykottieren, notfalls mit Gewalt.

Wenn homosexuelle Handlungen strafbar sind, hat der Bürger die Pflicht, mit Gewalt für das Recht eines jeden Menschen zu sorgen und homosexuellen Menschen die Auslebung ihrer sexuellen Wünsche zu gestatten.

Wenn ein Gesetz die unbegründete Enteignung sämtlicher Bürger ermöglicht, haben die Verantwortlichen die Pflicht, diesen Fall unter keinen Umständen eintreten zu lassen.

Wenn das Recht auf die Ausführung bspw. von Meditationen oder katholischen/evangelischen Messriten durch mehrheitlich bestimmte Gesetze umgangen wird, derart handelnde Personen ihr Leben riskieren könnten, hat der Bürger die Pflicht, mit Gewalt dafür zu sorgen, dass jeder ein Recht auf die Praxis seiner Überzeugungen hat, sofern sie nicht der Allgemeinheit schaden.
»Die Wahrheit aber«, so heißt es,»wird Euch frei machen.«
Aber nur, wenn wir unter ihr stehen und die Liebe nicht zerstören.
Denn »wer in der Liebe ist, ist in der Wahrheit.«
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Zero Credibility
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon Zero Credibility » Di 25. Nov 2014, 19:43

Was sind denn die "naturgegebenen Rechte ieines Menschen". :?:
At dawn we attack!
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Sonnenwaage
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon Sonnenwaage » Mi 26. Nov 2014, 11:40

Zero Credibility » Di 25. Nov 2014, 19:43 hat geschrieben:Was sind denn die "naturgegebenen Rechte ieines Menschen". :?:


Menschenrechte.
»Die Wahrheit aber«, so heißt es,»wird Euch frei machen.«
Aber nur, wenn wir unter ihr stehen und die Liebe nicht zerstören.
Denn »wer in der Liebe ist, ist in der Wahrheit.«
SIRENE

Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon SIRENE » So 31. Mai 2015, 22:15

Sonnenwaage » Di 25. Nov 2014, 19:50 hat geschrieben:Gesetz contra Menschenrecht

Fragestellung
Wo beginnt für euch die Grenze eurer Aufrichtigkeit?

...

Grenze zwischen Aufrichtigkeit und Unaufrichtigkeit? Wann werden wir zu Wahrheitsverachtern ...?

Hinter dieser Frage steckt das interessante Thema von Grenzverletzungen, die wir zu einem Teil akzeptieren, ja sogar benötigen, um unser Wissen zu erweitern und zu enge Regeln, deren Abstraktion uns behindert, nicht zu ernst zu nehmen.
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Teeernte
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon Teeernte » So 31. Mai 2015, 22:52

Sonnenwaage » Di 25. Nov 2014, 19:50 hat geschrieben:
Wenn homosexuelle Handlungen strafbar sind, hat der Bürger die Pflicht, mit Gewalt für das Recht eines jeden Menschen zu sorgen und homosexuellen Menschen die Auslebung ihrer sexuellen Wünsche zu gestatten..


Ich würde Jedermann mit der Todesstrafe beglücken - so er bei mir homosexuelle Handlungen vornehmen will - ....

...und da gestatte ich NICHTS.....und ein RECHT auf das Ausleben - bei mir - hat er auch nicht !! Da bin ich sehr aufrichtig!!
Zuletzt geändert von Teeernte am So 31. Mai 2015, 22:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon SIRENE » Mo 1. Jun 2015, 09:34

Teeernte » So 31. Mai 2015, 22:52 hat geschrieben:
Ich würde Jedermann mit der Todesstrafe beglücken - so er bei mir homosexuelle Handlungen vornehmen will - ....

...und da gestatte ich NICHTS.....und ein RECHT auf das Ausleben - bei mir - hat er auch nicht !! Da bin ich sehr aufrichtig!!

Aber genau dieses "Recht auf Ausleben" gewährst Du ja einem, der deine sexuelle Präferenz nicht respektiert ... :D

Für mich ist die Zunahme gleichgeschlechtlicher Beziehungen eine Bremse der Natur,
mit der sie sich gegen Überbevölkerung wehrt ...
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon A.D. » So 16. Aug 2015, 01:30

Meine Meinung ist die, dass Gesetze, die den naturgegebenen Rechten irgendeines Menschen im Widerspruch stehen, abgeschafft werden müssen, egal welche Verträge, Abmachungen, Transferleistungen, Historien dahinterstehen mögen: Menschliches Leben ist keine Ware, seine Würde ist unantastbar.

"Naturgegeben" und "Recht" schließen sich aus wie der Marken-Discounter oder der Minister für Propaganda und Aufklärung. Rechte und Gesetze, wie auch Pflichten und Regeln sind 'künstlich', also vom Menschen erdacht und angewand. Die Natur steht allerdings über dem Menschen, da er nur ein Teil von ihr ist.
All diese Gesetze mit ihren Rechten, Pflichten und Konsequenzen sind doch nur Instrumente, die der Mensch benutzt, um seine Natur auszuleben. Etwa in Süd-Afrika: Dort herrschte ein Apartheidsregime, welches die weiße Bevölkerung bevorzugte und die Schwarze extrem benachteiligte. - Hatte dieseses Regime mehrheitlich Schwarze mitglieder? Nein, natürlich nicht! Die Anführer der Regierungen, welche die Apartheid so lange aufrecht erhielt waren Buren. Ein Volk, das immer geglaubt hatte, dass Sklaven Schwarze zu sein hatten und für sie, die sie weiß sind, zu arbeiten haben. Lange haben die Weißen in Süd-Afrika davon profitiert und das ist der Kern der Sache: Ego geht vor Alter. Jedes Gesetz, jede Regel, jede ausgedachte Pflicht ist meistens von den Menschen in die Wege gebracht, die daran profitieren.
Auch die Menschenrechte sind letztlich nur Schutzmauern hinter denen sich Diejenigen verstecken, die Angst davor haben, dass Alter ihnen an den Kragen will. Die Furchtlosen und Unbeschadeten auf dieser Welt interessieren die Menschenrechte primär nicht, weil sie für Ego nicht bedeutsam sind. Sekundär kann man zwar sagen, dass es viele Menschen gibt, die sich für Alter einsetzen, ohne dass Ego daran profitiert; diese Menschen nennt man dann Altroisten, aber das ist nur sekundär.

Was ich übrigens auch kritisiere ist, dass du das alles mit Gewalt wieder in die 'richtige' Bahn kriegen willst, aber ist es nicht auch Unrecht Gewalt gegen jemanden einzusetzen? Ein Aufruf zur Gewalt gegen Gewalt ist wie als wenn ein Staat per Todesstrafe Menschen ermordet. - Das ist Mord gegen Mord.
"Ich sehe den Untergang einer jeden Poleis kommen, wenn ihr Gesetz nicht ihre Herrscher bestimmt, sondern diese ihr Gesetz" - Platon
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon Shlabotnik » Do 20. Aug 2015, 23:08

Sonnenwaage » Di 25. Nov 2014, 18:50 hat geschrieben:Gesetz contra Menschenrecht

Fragestellung
Wo beginnt für euch die Grenze eurer Aufrichtigkeit?

Meine Meinung ist die, dass Gesetze, die den naturgegebenen Rechten irgendeines Menschen im Widerspruch stehen, abgeschafft werden müssen, egal welche Verträge, Abmachungen, Transferleistungen, Historien dahinterstehen mögen: Menschliches Leben ist keine Ware, seine Würde ist unantastbar.

Wenn die Todesstrafe legalisiert worden ist, hat der Bürger die Pflicht, sich bei Gericht bspw. als Richter dafür einzusetzen, dass unter keinen Umständen die gesetzmäßige Strafe ausgeführt wird. Er hat die Bestrafung, wenn sie denn erfolgen mag, sogar schnellstens zu boykottieren, notfalls mit Gewalt.

Wenn homosexuelle Handlungen strafbar sind, hat der Bürger die Pflicht, mit Gewalt für das Recht eines jeden Menschen zu sorgen und homosexuellen Menschen die Auslebung ihrer sexuellen Wünsche zu gestatten.

Wenn ein Gesetz die unbegründete Enteignung sämtlicher Bürger ermöglicht, haben die Verantwortlichen die Pflicht, diesen Fall unter keinen Umständen eintreten zu lassen.

Wenn das Recht auf die Ausführung bspw. von Meditationen oder katholischen/evangelischen Messriten durch mehrheitlich bestimmte Gesetze umgangen wird, derart handelnde Personen ihr Leben riskieren könnten, hat der Bürger die Pflicht, mit Gewalt dafür zu sorgen, dass jeder ein Recht auf die Praxis seiner Überzeugungen hat, sofern sie nicht der Allgemeinheit schaden.


Wobei es ja etwas widersprüchlich ist, auch "mit Gewalt" für eine friedlichere Welt zu kämpfen.

S.
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon Corella » Fr 21. Aug 2015, 10:37

SIRENE » Mo 1. Jun 2015, 08:34 hat geschrieben:Aber genau dieses "Recht auf Ausleben" gewährst Du ja einem, der deine sexuelle Präferenz nicht respektiert ... :D

Für mich ist die Zunahme gleichgeschlechtlicher Beziehungen eine Bremse der Natur,
mit der sie sich gegen Überbevölkerung wehrt ...


Für mich eher im Rahmen der allgegenwärtigen Freiheitsgrade, mit denen Ökologie und Evolution geschehen. Im Hintergrund Deines Einwurfes steht ja die Frage "wozu? (im evolutionsbiologischen Sinne)". Sehr oft finden Biologen bei der Suche auf Antworten jener Frage solch Freiheitsgrade, wenn auch nicht immer. Eine Haihaut ist wohl stömungsdynamisch in sehr engen Grenzen optimiert, die Viskosität von Wasser ändert sich ja nun nicht alle Tage. Anpassungen an Umweltparameter, die sich aber dauernd ändern, bewirken wohl eben Freiheitsgrade. Sie mit der Frage "wozu?" anzugehen, braucht Erklärungen auf Metaebenen...
Ich antworte Dir so, um Dir eine Alternative zur Gaia-Mode anzubieten, die mir nicht gefällt.
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon Der Neandertaler » Fr 21. Aug 2015, 17:15

Teeernte hat geschrieben:Ich würde Jedermann mit der Todesstrafe beglücken - so er bei mir homosexuelle Handlungen vornehmen will - ....

...und da gestatte ich NICHTS.....und ein RECHT auf das Ausleben - bei mir - hat er auch nicht !! Da bin ich sehr aufrichtig!!
Vielleicht ist dies in Deinem Fall ja schon Strafe genug?
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon Der Neandertaler » Fr 21. Aug 2015, 17:33

Hallo Sonnenwaage.
Menschenrechte .. naturgegeben?
    Klar! OK!
Welche Gesetze aber widersprechen diesen naturgegeben Menschenrechten?
    ... hierzulande?

Gesetze sind erstmal nur Spielregeln. Spielregeln, die aber auch für eine moderne Gesellschaft unabdingbar sind, weil sie einen gewißen Ausgleich schaffen zwischen Individuen - zwischen deren eigenen Interessen.
Daß das ein oder andere Gesetz dem Ein oder Anderen nicht paßt ... geschenkt. Aber um dies zu überprüfen ... überprüfen zu lassen, gibt es ja Gerichte.
    (das was Du vorschlägst, käme dem Faustrecht sehr nahe!)
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
HugoBettauer

Re: Gesetz contra Menschenrecht- Aufrichtigkeit als Fluch

Beitragvon HugoBettauer » So 23. Aug 2015, 09:18

A.D. » So 16. Aug 2015, 00:30 hat geschrieben:"Naturgegeben" und "Recht" schließen sich aus wie der Marken-Discounter oder der Minister für Propaganda und Aufklärung. Rechte und Gesetze, wie auch Pflichten und Regeln sind 'künstlich', also vom Menschen erdacht und angewand. Die Natur steht allerdings über dem Menschen, da er nur ein Teil von ihr ist.


So ist es. Im "Naturzustand" gibt es keine Rechte und Verbote, da es keinen Rechtsetzer gibt.
Wer dem Menschenrecht dankt, dankt dem Rechtsetzer, dass er in diesem Bereich keine Verbote aufstellt.
Umgekehrt ist das Einfordern von "Menschenrechtes" das Bitten um Gesetzänderung.
Die Menschenrechte treffen viele aus heutiger Sicht fundamentale Notwendigkeiten des Menschenlebens aus der Sicht einer liberal eingerichteten Marktwirtschaft. Indem wir sie für universal erklären, drängen wir auf die Verbreitung unserer marktwirtschaftlichen Ordnung weltweit. Das ist gut, aber das tat auch fast jede vorherige Ordnung.


Jedes Gesetz, jede Regel, jede ausgedachte Pflicht ist meistens von den Menschen in die Wege gebracht, die daran profitieren.

Das Menschenrecht wurde zwar zuerst in Staaten auf den Weg gebracht, die die fortschrittlichsten Märkte hatten, aber nicht direkt von den Profiteuren.

Die Furchtlosen und Unbeschadeten auf dieser Welt interessieren die Menschenrechte primär nicht, weil sie für Ego nicht bedeutsam sind.

Das stimmt nur zum Teil. Die Freiheit von Sklaverei des Armen nützt auch dem Reichen, denn sie schafft einen Markt an ungebundenen Einkommensuchenden.

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