Der Einfluß von Sokrates

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Re: Der Einfluß von Sokrates

Beitragvon Bartleby » Do 7. Nov 2019, 22:45

Fliege hat geschrieben:(07 Nov 2019, 22:34)

Du hast einen Namensverwandten, der MacIntyre heißt, Alasdair MacIntyre, und Tugendethiker ist.


Gut erkannt ;-)

Aber der ist mit seinem Rückgriff auf Aristoteles doch kein Gewährsmann für Utilitarismus. Oder verpass ich da was?
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Re: Der Einfluß von Sokrates

Beitragvon Fliege » Do 7. Nov 2019, 22:49

MäckIntaier hat geschrieben:(07 Nov 2019, 22:45)
Gut erkannt ;-)

Aber der ist mit seinem Rückgriff auf Aristoteles doch kein Gewährsmann für Utilitarismus. Oder verpass ich da was?

Mit Utilitarismus hat meine Anmerkung nichts zu tun, es geht mit ausschließlich um deinen Namensverwandten.

Utilitarismus hat Probleme wegen seiner Nutzenfunktion, die objektiv sein sollte und müsste, aber nicht hinhaut; dieses Problem hat Aristoteles nicht, weil er und dein Namensverwandter es nicht auf eine solche Nutzenfunktion anlegen.
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Re: Der Einfluß von Sokrates

Beitragvon Bartleby » Do 7. Nov 2019, 23:37

Fliege hat geschrieben:(07 Nov 2019, 22:49)

Mit Utilitarismus hat meine Anmerkung nichts zu tun, es geht mit ausschließlich um deinen Namensverwandten.

Utilitarismus hat Probleme wegen seiner Nutzenfunktion, die objektiv sein sollte und müsste, aber nicht hinhaut; dieses Problem hat Aristoteles nicht, weil er und dein Namensverwandter es nicht auf eine solche Nutzenfunktion anlegen.


Und im Gegensatz zu Aristoteles wird man mit meinem Namensgeber auch kein politisches Programm schreiben können (sowenig wie mit dem Kopf meines gegenwärtigen Avatars). :)
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Re: Der Einfluß von Sokrates

Beitragvon Fliege » Do 7. Nov 2019, 23:43

MäckIntaier hat geschrieben:(07 Nov 2019, 23:37)
Und im Gegensatz zu Aristoteles wird man mit meinem Namensgeber auch kein politisches Programm schreiben können (sowenig wie mit dem Kopf meines gegenwärtigen Avatars). :)

Dein Avatar sieht dem jungen Alexander von Humboldt zum Verwechseln ähnlich.
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Re: Der Einfluß von Sokrates

Beitragvon Bartleby » Do 7. Nov 2019, 23:46

Fliege hat geschrieben:(07 Nov 2019, 23:43)

Dein Avatar sieht dem jungen Alexander von Humboldt zum Verwechseln ähnlich.


Ja, obwohl der junge Humboldt bisschen fülliger ist. Ist vielleicht eine Stilfrage der Malerei - das jedenfalls ist Leopardi (damals hat man direkt ALS Photoshop gearbeitet und nicht hinterher retuschiert) :D
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Re: Der Einfluß von Sokrates

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 8. Nov 2019, 15:04

BlueMonday hat geschrieben:(07 Nov 2019, 17:05)

Der Ichbezug ist m.E. schon ernst gemeint. Es geht ihm nicht darum, was "der Mensch" wissen und nicht wissen könne, sondern er geht bewusst von sich selbst als das einzig Gewisse aus. Die Selbstvergessenheit vieler ist ja schon oft das Problem und der Wegbereiter zum Größenwahn. Es geht letztlich um die Basis einer skeptischen Haltung, dass man über den selbst erzeugten Schein nicht hinaus kommt, dass alles vermeintliche Wissen tatsächlich zuschreibende Spekulation über "Schatten" ist.


Das verstehe ich aber anders.

Um diesen kleinen Unterschied bin ich also offenbar weiser, dass ich eben das, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen glaube.

Das heißt noch lange nicht, dass "alles vermeintliche Wissen tatsächlich zuschreibende Spekulation" ist. Das heißt doch ersteinmal nur, dass alles, was nicht falsifiziert ist noch nicht als Unwahrheit und alles, was nicht - wenigstens! - in einigen Fällen verifiziert ist, noch nicht als Wahrheit zu gelten hat. Was die moderne Wissenschaft mit einer "Axiomatisierung" macht: Sie verschiebt die unabgeleiteten und unableitbaren Wahrheiten auf einen Satz von axiomatischen Aussagen und beschäftigt sich fortan nur noch mit der streng logischen Herleitung tatsächlich und wirklich beweisbarer Aussagen. Solange das Axiomensystem nur wahre Aussagen enthält. Das Prinzip der kleinsten Wirkung zum Beispiel. Das ist doch keine Spekulation über Schatten. Eine - wie ich finde - sehr interessante und radikale Spekulation besteht darin, dass schon die Widesrpruchsfreiheit an sich und unabhängig von der Richtigkeit der Axiome eine Ursache für Existenz sein könnte. Dass das, was wir vorfinden, deshalb vorfindbar ist, weil es widerspruchsfrei beschreibbar ist.
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