Der Konflikt USA versus Iran

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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Cobra9 » Di 14. Mai 2019, 17:04

JJazzGold hat geschrieben:(14 May 2019, 13:44)

Hatte Trump nicht unter anderem Wahlkampf damit betrieben, dass er versprach die US Truppen aus Afghanistan abzuziehen?
Und hatte er nicht vor kurzem noch vor das US Kontingent aus Syrien abzuziehen? Was einer Kriegsmüdigkeit der US Bürger geschuldet ist. Ich kann mir schwer vorstellen, dass ein weiterer Feldzug bei den Amis gut ankommt, Bolton hin oder her.



Der Us Bevölkerung wird schon lange der Iran als Feind verkauft. Die Aktion mit der Botschaft damals hat eine lange Feindschaft begründet. In Teilen nachvollziehbar die Angelegenheit mit der Botschaft war auch ein großer Fehler des Iran damals.

Dazu hat es die Us Pläne versaut. Hatte massive negative Folgen bis heute zur Folge. Dazu der Einfluss der Golfstaaten die Contra Iran stehen.

Eine glaubwürdige Bedrohung durch den Iran ist leicht darstellbar. Dazu die Sabotage an Schiffen, Angriff per Drohne......es köchelt die Stimmung in den Usa
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Cobra9 » Di 14. Mai 2019, 17:12

Alexyessin hat geschrieben:(14 May 2019, 17:01)

Sollen ja die Houthi Rebellen dahinter stecken. Aber ich frag mich, wie die an solch technisches Know-How kommen können.................



Stimmt. Hab erst gerade diese Meldung gelesen

https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... ge-betrieb

Aber selbst wenn es die Rebellen waren ein ganz mieser Zeitpunkt für den Angriff. Die Huthi werden finanziell vom Iran unterhalten und auch mit Waffen unterstützt.
Drohnen könnte der Iran geliefert haben.

Wäre aber sehr kontraproduktiv wenn die Huthi ihre Unterstützer so ins Fadenkreuz stellen.

Nebenbei ist bekannt geworden das die Us Regierung sehr wahrscheinlich massive Verstärkung in die Region schicken wird
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Audi » Di 14. Mai 2019, 17:14

Vongole hat geschrieben:(14 May 2019, 17:02)

Meinst Du, die hätten eine Stimme? Wäre dem so, wäre der Iran nicht, was er ist.

Es ist schwer zu erfahren wie das Volk diese Angelegenheit sieht.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Cobra9 » Di 14. Mai 2019, 17:18

Audi hat geschrieben:(14 May 2019, 16:34)

Ich würde gerne wissen wie der Großteil der Bevölkerung im Iran einen US Angriff auf das eigene Land sieht.


Weder die Bevölkerung im Iran noch in den Usa wird gefragt. Ich glaube erfreut ist im Worst Case niemand der Luftangriffe zu befürchten hat
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Kardux » Di 14. Mai 2019, 18:19

Alexyessin hat geschrieben:(14 May 2019, 16:13)

Seit Jahrhunderten? Hab ich was verpasst oder ist die Türkei jetzt älter als 95 Jahre?


Ja, die Türkei ist der Rumpfstaat der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangen ist. Was geblieben ist, ist der hegemoniale Anspruch der Türken (=Osmanen). Genau denselben Anspruch haben auch die Safawiden bzw. ihre Nachkommen, die turko-persische Schiiten.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Kardux » Di 14. Mai 2019, 18:34

Audi hat geschrieben:(14 May 2019, 16:34)

Ich würde gerne wissen wie der Großteil der Bevölkerung im Iran einen US Angriff auf das eigene Land sieht.


Ich schätze, dass der Iran wohl zusammenrücken würde und die Mullahs gestärkt werden. Viele Iraner wissen welche Konsequenzen ein großer Krieg mit sich bringt - territoriale Veränderungen. Dennoch kann man eine gewisse Eigendynamik nicht so leicht abschätzen. Wer auf jedenfall einen Krieg herbeisehnt sind die Shah-Anhänger im Westen, Volksmujahedin, Belutschen, Kurden und wohl auch die Araber in Khuzestan (obwohl Schiiten). Ein entscheidender Faktor könnten die Azeris und Turkmenen werden - historisch bedingt sind aber beide Völker mit dem schiitischen Iran verbunden. Khamnei selbst ist Azeri - über die Jahrhunderte hinweg herrschten größtenteils persophile Turkvölker über den Iran. Dennoch könnte sich ein ethnischer Nationalismus entwickeln.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Kardux » Di 14. Mai 2019, 18:36

Cobra9 hat geschrieben:(14 May 2019, 16:58)

Aus Saudi-Arabien werden Angriffe von Drohnen gemeldet.

https://m.faz.net/aktuell/politik/ausla ... 86679.html

Ich stelle mir gerade die Frage wie weit würde man gehen um die Usa zum Angriff zu animieren. Natürlich könnte der Iran hinter dem Angriff stecken. Aber Angriffe auf Saudi-Arabien, VAE wären idiotisch.

Das zieht nur deren Militär noch dazu rein. Der Iran muss alles versuchen nicht noch mehr Opposition zu haben. Immerhin haben andere Golfstaaten auch einiges an Truppen


Die Truppen der Golfstaaten sind gelinde gesagt ein Witz - die werden nicht einmal mit den Houthis fertig - einer kleinen pro-iranischen Miliz.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon JJazzGold » Di 14. Mai 2019, 19:50

Cobra9 hat geschrieben:(14 May 2019, 17:04)

Der Us Bevölkerung wird schon lange der Iran als Feind verkauft. Die Aktion mit der Botschaft damals hat eine lange Feindschaft begründet. In Teilen nachvollziehbar die Angelegenheit mit der Botschaft war auch ein großer Fehler des Iran damals.

Dazu hat es die Us Pläne versaut. Hatte massive negative Folgen bis heute zur Folge. Dazu der Einfluss der Golfstaaten die Contra Iran stehen.

Eine glaubwürdige Bedrohung durch den Iran ist leicht darstellbar. Dazu die Sabotage an Schiffen, Angriff per Drohne......es köchelt die Stimmung in den Usa


Es ist schwierig zurzeit herauszufinden, wie die Stimmung in den USA verteilt ist. Weshalb auch Prognosen, wie sich ein erneuter Krieg auf die Wahlen in anderthalb Jahren auswirken würde, meines Erachtens nicht zu erstellen sind.
Momentan habe ich das Gefühl, die gesamte Nahostregion hält den Atem an. Zum Teil, weil in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, wie z.B. Kuwait und Israel, zum Teil, weil sie rechnen, welche Vorteile sich daraus für sie ergeben könnten.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Adam Smith » Di 14. Mai 2019, 20:15

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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Alexyessin » Di 14. Mai 2019, 20:50

Kardux hat geschrieben:(14 May 2019, 18:36)

Die Truppen der Golfstaaten sind gelinde gesagt ein Witz - die werden nicht einmal mit den Houthis fertig - einer kleinen pro-iranischen Miliz.


Naja, das sind alles alte Stammeskrieger, ist ein bisserl mehr als Miliz, aber ich glaube kaum, das sie Möglichkeiten haben Drohnen zu steuern.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Alexyessin » Di 14. Mai 2019, 20:53

Cobra9 hat geschrieben:(14 May 2019, 17:12)

Stimmt. Hab erst gerade diese Meldung gelesen

https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... ge-betrieb

Aber selbst wenn es die Rebellen waren ein ganz mieser Zeitpunkt für den Angriff. Die Huthi werden finanziell vom Iran unterhalten und auch mit Waffen unterstützt.
Drohnen könnte der Iran geliefert haben.

Wäre aber sehr kontraproduktiv wenn die Huthi ihre Unterstützer so ins Fadenkreuz stellen.

Nebenbei ist bekannt geworden das die Us Regierung sehr wahrscheinlich massive Verstärkung in die Region schicken wird

Die 120000 Mann? Wieviel Truppenverbände werden das sein und vor allem welche? Wenn die USA hier nur mit Navy anrückt dann ist es einfach ein bisserl Dicke Hose machen und ein wenig auf den Tisch hauen. Sind aber Marineinfantrie und Landeeinheiten dabei, dann ist das wirklich kurz vor knapp.
Glaubst du, die USA würden dann soweit gehen? Oder eher die Irak-Version 90er Jahre mit Luftraumüberwachung machen?
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Alexyessin » Di 14. Mai 2019, 20:59

Kardux hat geschrieben:(14 May 2019, 18:19)

Ja, die Türkei ist der Rumpfstaat der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangen ist. Was geblieben ist, ist der hegemoniale Anspruch der Türken (=Osmanen). Genau denselben Anspruch haben auch die Safawiden bzw. ihre Nachkommen, die turko-persische Schiiten.


Turko-persischen Schiiten? Weil ein kleiner Teil der Bevölkerung Aseris sind? Wieviel sind es? 20 % oder weniger?
Bei aller Mißachtung des jetzigen Regimes dort, aber Persien ist ein uralter Kulturstaat. Und da rede ich nicht von ein paar hundert Jahren, das sind jetzt knapp 3000 Jahre Kultur, die nachweisbar ist. Und diese Grenzen hälst du nicht einfach so schnell.
Das Osmanische Reich war ein Vielvölkerstaat, Großteils Araber jeder Couleur, aber auch pontische Griechen, Armenier, Kurden, Juden und in Europa die Yugoslawischen Völker und den Griechen. Die Jungtürkische Bewegung ist auch erst gerade einhundertdreissig Jahre alt.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Kardux » Di 14. Mai 2019, 21:18

Alexyessin hat geschrieben:(14 May 2019, 20:50)

Naja, das sind alles alte Stammeskrieger, ist ein bisserl mehr als Miliz, aber ich glaube kaum, das sie Möglichkeiten haben Drohnen zu steuern.


Das bezweifle ich ja nicht. Dennoch sind die Houthis keine richtige Armee und von den Kapazitäten her limitiert.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Kardux » Di 14. Mai 2019, 21:47

Alexyessin hat geschrieben:(14 May 2019, 20:59)

Turko-persischen Schiiten? Weil ein kleiner Teil der Bevölkerung Aseris sind? Wieviel sind es? 20 % oder weniger?
Bei aller Mißachtung des jetzigen Regimes dort, aber Persien ist ein uralter Kulturstaat. Und da rede ich nicht von ein paar hundert Jahren, das sind jetzt knapp 3000 Jahre Kultur, die nachweisbar ist. Und diese Grenzen hälst du nicht einfach so schnell.
Das Osmanische Reich war ein Vielvölkerstaat, Großteils Araber jeder Couleur, aber auch pontische Griechen, Armenier, Kurden, Juden und in Europa die Yugoslawischen Völker und den Griechen. Die Jungtürkische Bewegung ist auch erst gerade einhundertdreissig Jahre alt.


Wir reden hier von mindestens 20 Mio. Menschen. Natürlich wären die Azeris DER entscheidende Faktor, wenn sie sich auf die Seite der anderen Minderheiten stellen würden.

Der Iran ist genauso ein Vielvölkerstaat wie es das Osmanische Reich war. Kurdistan, Arabistan und Belutschistan sind nichts weiter als persische Kolonien - Kulturstaat hin oder her. Ein kleiner Tipp: betrachten Sie sich die territorialen Veränderungen des Persischen Reiches / Irans in den letzten 3000 Jahren. Ganz interessant ist dann die territoriale Ausbreitung des Safawiden-Reiches. Da gehörten zeitweise Gebiete des heutigen Aserbaidschan, Georgien, Ostanatolien, Irak, Syrien, Turkmenistan, Pakistan, Afghanistan und Kuwait zum Herrschaftsgebiet der Turko-Perser. Das war reiner Kolonialismus, der zum Teil zerschlagen wurde. Die übrigen Kolonien sind kein natürlicher Teil dieses "Kulturstaates" - daran haben die Jahrhunderte nichts geändert. Wobei man auch sagen muss, dass im Laufe der Zeit einige Völker untergegangen/persifiziert wurden - wie zum Beispiel die Luren.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Alexyessin » Di 14. Mai 2019, 21:54

Kardux hat geschrieben:(14 May 2019, 21:47)

Wir reden hier von mindestens 20 Mio. Menschen. Natürlich wären die Azeris DER entscheidende Faktor, wenn sie sich auf die Seite der anderen Minderheiten stellen würden.

Der Iran ist genauso ein Vielvölkerstaat wie es das Osmanische Reich war. Kurdistan, Arabistan und Belutschistan sind nichts weiter als persische Kolonien - Kulturstaat hin oder her. Ein kleiner Tipp: betrachten Sie sich die territorialen Veränderungen des Persischen Reiches / Irans in den letzten 3000 Jahren. Ganz interessant ist dann die territoriale Ausbreitung des Safawiden-Reiches. Da gehörten zeitweise Gebiete des heutigen Aserbaidschan, Georgien, Ostanatolien, Irak, Syrien, Turkmenistan, Pakistan, Afghanistan und Kuwait zum Herrschaftsgebiet der Turko-Perser. Das war reiner Kolonialismus, der zum Teil zerschlagen wurde. Das bedeutet nicht, dass der Rest ein natürlicher Teil dieses "Kulturstaates" wäre.


Wenn ich mir die Grenzen so ansehe war der Ostteil Kurdistan immer schon ein Gebiet der Perser bzw. kurz vorher ihrer Vettern den Medern. Da kommst du mit Kolonialismus nicht weiter. Genauso wenig wie in Belutschistan. Die Belutschen wanderten dort erst im 13. Jahrhundert überhaupt ein, da dieses Gebiet schon seit dem 8. Jhd. vor Christus schon persisch war...……………
Und von wem ist Chuzestan denn eine Kolonie?
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Adam Smith » Di 14. Mai 2019, 22:36

JJazzGold hat geschrieben:(14 May 2019, 19:50)

Es ist schwierig zurzeit herauszufinden, wie die Stimmung in den USA verteilt ist. Weshalb auch Prognosen, wie sich ein erneuter Krieg auf die Wahlen in anderthalb Jahren auswirken würde, meines Erachtens nicht zu erstellen sind.
Momentan habe ich das Gefühl, die gesamte Nahostregion hält den Atem an. Zum Teil, weil in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, wie z.B. Kuwait und Israel, zum Teil, weil sie rechnen, welche Vorteile sich daraus für sie ergeben könnten.


Nachdem er im Irak war, ist er nun in Russland.

https://www.tagesschau.de/ausland/pompe ... d-103.html
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Kardux » Mi 15. Mai 2019, 00:14

Alexyessin hat geschrieben:(14 May 2019, 21:54)

Wenn ich mir die Grenzen so ansehe war der Ostteil Kurdistan immer schon ein Gebiet der Perser bzw. kurz vorher ihrer Vettern den Medern. Da kommst du mit Kolonialismus nicht weiter. Genauso wenig wie in Belutschistan. Die Belutschen wanderten dort erst im 13. Jahrhundert überhaupt ein, da dieses Gebiet schon seit dem 8. Jhd. vor Christus schon persisch war...……………
Und von wem ist Chuzestan denn eine Kolonie?


Der Westteil Kurdistans war bis ins 16. Jahrhundert unter persischer Hoheit. Danach handelten die mehrheitlich sunnitischen Kurden einen Deal mit den sunnitischen Osmanen aus um sich vom Joch der Perser zu befreien. Man half den Osmanen bei ihren Kriegen und erhielt dafür autonome Fürstentümer. Die Kurden haben stets versucht sich vom persischen Kolonialismus zu befreien - meist erfolglos. In Momenten der iranischen Schwäche aber mit kurzem Erfolg - wie 1946, als die erste und einzige richtige kurdische Republik auf dem Gebiet des heutigen Westirans (Provinz West-Aserbaidschan) gegründet wurde. Das Argument, dass unsere Heimat seit tausenden Jahren unter persischer Hoheit steht ist für uns irrelevant.

Zu den Belutschen: Belutschistan ist nicht auf das Gebiet des heutigen Ost-Iran begrenzt, sondern auch Teile Afghanistans und Pakistans. Diese Gebiete wiederum waren Kolonien der Perser, die mit der Zeit verloren gingen. Genutzt hat es den Belutschen aber nicht - ihre Heimat wurde einfach weiter aufgeteilt.

Khuzestan ist ebenfalls eine persische Kolonie. Die Araber in diesem Gebiet stehen den arabischen Schiiten im Irak kulturell und sprachlich näher. Wie ich es bereits erwähnte waren im Laufe der Zeit weite Teile des heutigen Irak unter persischer Hoheit.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Cobra9 » Mi 15. Mai 2019, 00:32

JJazzGold hat geschrieben:(14 May 2019, 19:50)

Es ist schwierig zurzeit herauszufinden, wie die Stimmung in den USA verteilt ist. Weshalb auch Prognosen, wie sich ein erneuter Krieg auf die Wahlen in anderthalb Jahren auswirken würde, meines Erachtens nicht zu erstellen sind.
Momentan habe ich das Gefühl, die gesamte Nahostregion hält den Atem an. Zum Teil, weil in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, wie z.B. Kuwait und Israel, zum Teil, weil sie rechnen, welche Vorteile sich daraus für sie ergeben könnten.


Momentan ist nicht auszumachen wie die Usa ticken. Bei einem realen guten Grund würden die Us Bürger einen Konflikt kurzzeitig akzeptieren.

Was gegen den Iran nicht klappt. Das wäre teurer als gegen den Irak in jeder Hinsicht. Was eventuell eine Option wäre, laut Us Medien, die iranische Luftabwehr und Luftwaffe ausschalten um punktuell vorzugehen.
Sprich jede Fertigung plus Laboratorien usw. die ABC Waffen dienen können auschalten. Würde auch kurze Einsätze am Boden via Spezialkräften erfordern.

Ich glaube momentan nicht an den großen Angriff oder an obige Variante. Hab mich heute mit Freunden aus den Us Streitkräften unterhalten. Die glauben es ist nur Drohkulisse. Teile ich momentan die Meinung.

Es sieht anders aus wenn der Iran stur bleibt

Ja die gesamte Nahost Region hält tatsächlich den Atem an. Manche wägen ihre Risiken und Chancen ab. Israel bsp. könnte davon profitieren wenn die Usa auf den Iran losgehen. Nachteilig würde es aussehen weil Israel von der Hamas aus dem Gazastreifen geärgert werden könnte. Größere Gefahr geht von der Hissbolah aus.

Der Block um Saudi-Arabien könnte es auch begrüßen wenn der Iran geschwächt wird.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Cobra9 » Mi 15. Mai 2019, 01:00

Alexyessin hat geschrieben:(14 May 2019, 20:53)

Die 120000 Mann? Wieviel Truppenverbände werden das sein und vor allem welche? Wenn die USA hier nur mit Navy anrückt dann ist es einfach ein bisserl Dicke Hose machen und ein wenig auf den Tisch hauen. Sind aber Marineinfantrie und Landeeinheiten dabei, dann ist das wirklich kurz vor knapp.
Glaubst du, die USA würden dann soweit gehen? Oder eher die Irak-Version 90er Jahre mit Luftraumüberwachung machen?


120.000 Mann nach Medienberichten. Entspricht ca. 12 Divisionen roubd about. Schnell verfügbar sind wohl derzeit Armored Cav. Einheiten, Airborne, Mech. Einheiten. Soweit nachvollziehbar haben auch 7 Infan. Einheiten gerade keine größeren Abstellungen. Die Marines können bis zu vier Divisionen bereitstellen.

Die genannten 120.00Mann sind darstellbar. Obwohl Ich drauf wetten würde das National Guard Einheiten ebenfalls aktiviert würden. Aktuell ist nicht erkennbar das größere Truppenverlegungen anstehen. Was ja bemerkbar wäre auf jeden Fall wenn das schwere Gerät verladen wird. Nichtmal stärkere Flugbewegungen gibts.

Deshalb denke Ich das die Usa aktuell nur drohen wollen. Damit wird man aber nichts im Iran erreichen. Die Usa wollen verhindern das der Iran irgendwann Atomwaffen bauen kann.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Alexyessin » Mi 15. Mai 2019, 08:05

Kardux hat geschrieben:(15 May 2019, 00:14)

Der Westteil Kurdistans war bis ins 16. Jahrhundert unter persischer Hoheit. Danach handelten die mehrheitlich sunnitischen Kurden einen Deal mit den sunnitischen Osmanen aus um sich vom Joch der Perser zu befreien. Man half den Osmanen bei ihren Kriegen und erhielt dafür autonome Fürstentümer. Die Kurden haben stets versucht sich vom persischen Kolonialismus zu befreien - meist erfolglos. In Momenten der iranischen Schwäche aber mit kurzem Erfolg - wie 1946, als die erste und einzige richtige kurdische Republik auf dem Gebiet des heutigen Westirans (Provinz West-Aserbaidschan) gegründet wurde. Das Argument, dass unsere Heimat seit tausenden Jahren unter persischer Hoheit steht ist für uns irrelevant.


Natürilch gilt das als Argument, Kardux. Eure eventuellen Vorgänger, die Meder haben ihr Königreich an die Perser verloren ( Waren eh alle verwandt miteinander ) Daher ist Kolonisierung totaler Schmarrn. Da sind die Türken gegen die Kurden viel schlimmer.

Kardux hat geschrieben:(15 May 2019, 00:14)
Zu den Belutschen: Belutschistan ist nicht auf das Gebiet des heutigen Ost-Iran begrenzt, sondern auch Teile Afghanistans und Pakistans. Diese Gebiete wiederum waren Kolonien der Perser, die mit der Zeit verloren gingen. Genutzt hat es den Belutschen aber nicht - ihre Heimat wurde einfach weiter aufgeteilt.


Und die Belutschen sind ebenfalls erst da eingewandert. Dreh halt die Geschichte nicht einfach hin, wie du sie brauchst, sondern nimm sie wie sie ist.

Kardux hat geschrieben:(15 May 2019, 00:14)
Khuzestan ist ebenfalls eine persische Kolonie. Die Araber in diesem Gebiet stehen den arabischen Schiiten im Irak kulturell und sprachlich näher. Wie ich es bereits erwähnte waren im Laufe der Zeit weite Teile des heutigen Irak unter persischer Hoheit.


Und wie lange sind schon Araber die Kolonisatoren in diesem Gebiet? Schlechtes Argument Kardux. Willst du es Elam zurückgeben? Oder Uruk?
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