Wie weiter mit Syrien ?

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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 13. Jan 2019, 01:36

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Jan 2019, 23:00)

rein hypothetisch könnten die Mullahs von engeln getragen werden - nur glaubt das in der praktischen Politik niemand.

wozu baut man Raketen, die weit tragen können, aber kaum gewichtsfähig sind ? die antwort liegt absolut auf der Hand. sie sind nur dazu geeignet, leichte atomsprengköpfe zu tragen.

Wozu haben es andere Staaten wie die Saudis? Warum will USA ICBMs MIT konventionellen sptengkopfen ausrüsten? Und Iran darf es nicht? Viel Spaß beim verbieten
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 13. Jan 2019, 01:39

H2O hat geschrieben:(13 Jan 2019, 00:55)

Vor dem 6-Tagekrieg ja. Ostpreußen ... heute Oblast Kaliningrad... gehört zur Russischen Föderation, der Süden Ostpreußens gehört heute zu Polen... nächste Frage bitte!

Ist es jetzt Völkerrechtlich anerkannt?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon H2O » So 13. Jan 2019, 02:01

Audi hat geschrieben:(13 Jan 2019, 01:39)

Ist es jetzt Völkerrechtlich anerkannt?


Es gilt das Recht des Siegers! Nächste Frage bitte! :)
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Jan 2019, 04:38

Jekyll hat geschrieben:(13 Jan 2019, 01:30)

Äh...ist das nicht dieselbe Strategie, die die Amis inkl. ihrer Vasallen die ganze Zeit verfolgen? Jedenfalls deutet so ziemlich alles sehr stark darauf hin.

Die Vereinigten Staaten unterstützen traditionell das Recht aller Länder, selbst über ihr Schicksal zu bestimmen. Sie haben 1917 für dieses Recht gekämpft, es im Zweiten Weltkrieg verteidigt, die Strategie im Kalten Krieg daran ausgerichtet und es 1989 gefeiert.

Ist das dein Ernst?
es sieht danach aus, dass die usa eine "gute kraft" (pompeo) unterstützen wollen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Jan 2019, 04:42

Audi hat geschrieben:(13 Jan 2019, 01:36)

Wozu haben es andere Staaten wie die Saudis? Warum will USA ICBMs MIT konventionellen sptengkopfen ausrüsten? Und Iran darf es nicht? Viel Spaß beim verbieten
eine nuklearbedrohung europas durch länder mit wirren regimen liegt nicht in unserem interesse. zudem könnten atomwaffen an islamistische terroristen weiter gegeben werden.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Jan 2019, 04:45

H2O hat geschrieben:(13 Jan 2019, 02:01)

Es gilt das Recht des Siegers! Nächste Frage bitte! :)

es galt die schlußakte von Helsinki - bis zum überfall der ukraine durch die russ. Föderation.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 13. Jan 2019, 08:56

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Jan 2019, 04:45)

es galt die schlußakte von Helsinki - bis zum überfall der ukraine durch die russ. Föderation.

Hat was mit dem Golan zu tun
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » So 13. Jan 2019, 08:59

keinproblem hat geschrieben:(12 Jan 2019, 21:19)

Wer für wen Terrorist und wer für wen Freiheitskämpfer ist, ist immer perspektivisches Sehen.
Auf türkischem Staatsgebiet finden sich Leute die meinen die PKK wären die Ungerechten und ebenso welche die meinen die Regierung wären die Ungerechten.
Und auf israelischem Staatsgebiet finden sich Leute die meinen die Libanesen und Iraner wären die Ungerechten und welche die meinen die Regierung wären die Ungerechten.

Nun die eigene, genauso subjektive Haltung als objektiv zu verkaufen ist nicht konstruktiv.


Hier geht es nicht um Ihre oder meine subjektive Perspektive, wer Terrorist ist und wer nicht. Ich erkenne die PKK als Terrorganisation an, genauso aber auch die Hizbollah. Dennoch gibt es klare Unterschiede zwischen Terrororganisationen. Ich würde den IS und die Hizbollah auch nicht gleichsetzen. Die PKK und Hizbollah unterscheiden sich aber auch grundlegend:

Fakt ist (und das ist keine subjektive Perspektive), dass die Hizbollah und der Iran die schiere Existenz Israels in Frage stellen - ganz Israels, versteht sich. Die PKK hat so etwas vergleichbares, in Bezug auf die Türkei, niemals gefordert oder sich zum Ziel gesetzt.

Also lenken Sie von dieser Tatsache nicht ab.

Können Sie mir dazu Quellenmaterial schicken?


Sie waren wohl überfordert, google (Territorial claims of Erdogan) zu nutzen. Macht nichts, dann eben so:

Turkey’s New Maps Are Reclaiming the Ottoman Empire
Erdogan’s aggressive nationalism is now spilling over Turkey’s borders, grabbing land in Greece and Iraq.

In the past few weeks, a conflict between Ankara and Baghdad over Turkey’s role in the liberation of Mosul has precipitated an alarming burst of Turkish irredentism. On two separate occasions, President Recep Tayyip Erdogan criticized the Treaty of Lausanne, which created the borders of modern Turkey, for leaving the country too small. He spoke of the country’s interest in the fate of Turkish minorities living beyond these borders, as well as its historic claims to the Iraqi city of Mosul, near which Turkey has a small military base. And, alongside news of Turkish jets bombing Kurdish forces in Syria and engaging in mock dogfights with Greek planes over the Aegean Sea, Turkey’s pro-government media have shown a newfound interest in a series of imprecise, even crudely drawn, maps of Turkey with new and improved borders.

https://foreignpolicy.com/2016/10/23/turkeys-religious-nationalists-want-ottoman-borders-iraq-erdogan/

Erdogan invokes document that claims Mosul as Turkish soil

http://www.kurdistan24.net/en/news/1e9e370c-0585-4aaf-b6dd-ebccb92ca93f/Erdogan-invokes-document-that-claims-Mosul-as-Turkish-soil

Erdogan's Ambition to Expand Turkey's 1923 Borders
Speaking at a public rally on October 22, Turkish President Recep Tayyip Erdogan said that "We did not accept our borders voluntarily." He went on to say, "At the time [when the current borders were drawn] we may have agreed to it but the real mistake is to surrender to that sacrifice." What does all that mean?

On October 19, Erdogan spoke of Turkey being constrained by foreign powers who "aim to make us forget our Ottoman and Seldjuk history," when Turkey's forefathers held territory stretching across Central Asia and the Middle East.

His words came at a time when the pro-government media was publishing maps depicting Ottoman borders encompassing an area that included Iraq's second largest city, Mosul, a former Ottoman province.

On the same day, he said:

[In 1914] Our territories were as large as 2.5 million square kilometers, and after nine years at the time of the Lausanne Treaty it diminished to 780,000 square kilometres.... To insist on [the 1923 borders] is the greatest injustice to be done to the country and to the nation. While everything is changing in today's world, we cannot see to preserving our status of 1923 as a success.

Erdogan's newfound claims seem to refer not only to wish to regain hegemony to the west (Greece) but also about the south (Syria) and the southeast (Iraq). Turkey evidently wishes to be part of an Iraqi- and Kurdish-led offensive against Mosul, controlled since 2014 by the Islamic State of Iraq and Syria (ISIS). Turkey, it appears, would like to be part of the operation primarily to make sure that post-ISIS Mosul is "Sunni enough" and not Shiite.

https://www.meforum.org/6379/erdogan-ambition-to-expand-turkey-1923-borders

Und hier noch eine türkische Quelle:

Turks still debate whether Treaty of Lausanne was fair to Turkey
A day before meeting his Greek counterpart Prokopis Pavlopoulos, Erdogan appeared on a Greek TV channel for an interview. The host brought up the Treaty of Lausanne, an-elephant-in-the-room issue for Athens and Ankara.

Instead of walking a tightrope on this historic visit to Greece, Erdogan was blunt.

"First and foremost, the Lausanne Treaty does not only encompass Greece but the entire region," Erdogan said."And because of that alone – I think that over time all treaties need a revision – the Lausanne Treaty, in the face of the recent developments, needs a revision if you will."

Erdogan's statement ruffled feathers, as the welcoming smiles of Greek leaders turned into glares.

The next day, as Pavlopoulos and Erdogan appeared before journalists at a joint press conference, the Greek president rebutted Erdogan.

“The Treaty of Lausanne defines the territory and the sovereignty of Greece and of the European Union, and this treaty is non-negotiable," Pavlopoulos said, avoiding eye contact with Erdogan.

https://www.trtworld.com/magazine/turkey-still-debates-whether-treaty-of-lausanne-was-a-fair-peace-deal-14632

Sie behaupten also, dass Sie von all diesen Forderungen noch nie etwas gehört hätten? :-)

Das ist falsch, es gibt einen klaren Unterschied zwischen einem besetzten und einem annektierten Territorium. Solange die türkische Regierung nicht davon spricht, Teile Syriens in das Staatsgebiet der Türkei eingliedern zu wollen kann von Annexion nicht die Rede sein.


Ich zitiere einen türkischen Professor der versucht die türkischen Ambitionen zu relativieren:

Gönül Tol | Director of the Center for Turkish Studies at the Middle East Institute in Washington, D.C., adjunct professor at the George Washington University’s Institute for Middle East Studies

Critics accuse Ankara of neocolonial ambitions in northern Syria. On the surface, they may have a point. In the territories Turkey captured from the Islamic State, students learn Turkish and Turkish administrators run hospitals. Turkish signposts, Turkish-trained police forces, and Turkish-built post offices all point to Turkey’s deepening role. The Turkish military has a reputation of remaining in the territories in which it intervenes outside its borders, but it might find it tougher this time. The Turkish military incursion into northern Syria was made possible thanks to a Russian green light. However, in the long term, not Russia, the Assad regime, or Iran are likely to tolerate Turkey’s military presence there.

President Recep Tayyip Erdoğan is certainly seeking to enhance Turkey’s sphere of influence in northern Syria, but calling it “neo-Ottoman” is misleading. The original use of the term “neo-Ottomanism” implies a post-nationalist vision at peace with Turkey’s multiethnic identity. It seeks to coopt rather than confront the Kurds. Turkey’s military operation in Syria, however, was driven chiefly by Ankara’s fear of Kurdish separatism. Turkey launched the operation to block the advances of Syrian Kurdish groups that Ankara deemed to be a national security threat. What Erdoğan is pursuing in Syria is an anti-Kurdish, Turkish nationalist agenda rather than a neo-Ottoman project.

https://carnegie-mec.org/diwan/75958

Alles deutet daraufhin, dass die Türkei diese annektierten Gebiete nun auch integrieren möchte. Welche Message hat denn sonst die Schaffung der türkischen Post in Nordsyrien und weshalb wird jetzt in den Schulen Türkisch gelehrt? Wieso weht die türkische Fahne in diesen Gebieten? Und und und...

Wenn man sich an geltendes Recht hält, wären die Golanhöhen schon seit Jahrzehnten wieder unter syrischer Kontrolle. Ich verstehe, dass das Gebiet eine strategisch sehr interessante Angelegenheit ist, aber ich bin halt ein Mensch der der Meinung ist, dass sich alle an geltendes Recht zu halten haben, Iraner wie Israelis. Deswegen wirst du mich auch nie dabei ertappen wie ich einen Völkerrechtsbruch befürworte.


So weit ich Ihnen gerade folge, versuchen Sie die türkische Invasion in Nordsyrien zu rechtfertigen bzw. relativieren. Diese Invasion war (speziell in Efrîn) und ist ein Bruch des Völkerrechts. Ihre Relativierungen hierzu sind eine Form der Befürwortung.

Für Syrien bedeutet die Geschichte einfach nur (um mal wieder zum Strangthema zurückzufinden), dass das dauernde Rumgebombe der isr. Luftwaffe untragbar ist und ich sehe auch nicht, inwiefern solche punktuellen Übergriffe die Präsenz von iranischen Bodentruppen rückgängig machen soll.


Wir sind vom Strangthema nie abgekommen. Erdo plant eine erneute Invasion östlich des Euphrates. Das betrifft Syrien. Oder sehen Sie das Gebiet bereits als Teil der Türkei? Dann müssten wir unsere Beiträge ja wirklich in das Türkei-Forum verschieben...
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon H2O » So 13. Jan 2019, 11:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Jan 2019, 04:45)

es galt die schlußakte von Helsinki - bis zum überfall der ukraine durch die russ. Föderation.


Im 6-Tage-Krieg? Da wußte noch niemand, wo Helsinki überhaupt liegt. Da galt irgend etwas anderes, um dessen Einhaltung sich aber auch niemand in dieser Region ernstlich abgemüht hatte.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon nietoperz » So 13. Jan 2019, 11:31

Kardux hat geschrieben:Die PKK und Hizbollah unterscheiden sich aber auch grundlegend:

Zwischen beiden gibt es nicht die geringste Übereinstimmung. Die PKK ist eher sozialistisch/marxistisch ausgerichtet. Zwar gibt es bei ihnen auch viele Moslems, aber die sind sehr gemäßigt. Sie halten überhaupt nichts von Unterdrückung der Frau, respektive Hijab und Burka, und sie trinken hin und wieder auch mal ein Schnäpschen. ;)
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Jekyll » So 13. Jan 2019, 12:30

nietoperz hat geschrieben:(13 Jan 2019, 11:31)

Zwischen beiden gibt es nicht die geringste Übereinstimmung. Die PKK ist eher sozialistisch/marxistisch ausgerichtet. Zwar gibt es bei ihnen auch viele Moslems, aber die sind sehr gemäßigt. Sie halten überhaupt nichts von Unterdrückung der Frau, respektive Hijab und Burka, und sie trinken hin und wieder auch mal ein Schnäpschen. ;)
Ja, bei der PKK dürfen Frauen völlig gleichberechtigt mit den Männern mitterrorisieren, inkl. Mord und Totschlag. Für manche sicher ein zivilisatorischer Fortschritt, keine Frage. Allerdings hat auch das linksextremistische Terroristen-Paradies hier und da seine Macken und Tücken:

"PKK - Verführte Mädchen"
In Celle verschwanden fünf Töchter kurdischer Familien spurlos in Lagern der Guerilla
[...]
In den Fängen des Terrors. Nach den Ermittlungen deutscher Sicherheitsbehörden hat die linksextreme PKK die ahnungslose Sevin in ein Ausbildungslager gelockt. Dort drillen Funktionäre der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans Kinder und Jugendliche für den Krieg gegen die türkische Armee.

Die Fahnder vermuten weitere Opfer. Neben Sevin verschwanden in den vergangenen Wochen fünf kurdische Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren aus dem Raum Celle. „Wir ermitteln in allen Fällen wegen des Verdachts der Entführung“, bestätigt der Lüneburger Oberstaatsanwalt Bruno Lüttmer.

Mit Sorge beobachtet Rüdiger Hesse vom niedersächsischen Verfassungsschutz seit Jahren, wie „die PKK zielgerichtet junge Leute anwirbt und mit ihrer Propaganda verführt“.

Einer aktuellen Analyse des Bundeskriminalamts (BKA) zufolge rekrutiert die PKK in Deutschland ständig Kämpfer für den Guerillakrieg gegen die türkische Armee. Seit 1993 seien mindestens 87 kurdische Kinder und Jugendliche verschleppt worden. 35 sind bis heute verschwunden (siehe Kasten).
[...]
Rund 3000 Minderjährige, so eine UNO-Studie, habe die PKK bislang weltweit für ihren bewaffneten Kampf rekrutiert.

Die Familien der Verschwundenen bleiben gegenüber den Ermittlern stumm. „Sei es aus Angst vor der Rache der PKK, oder weil sie als Aktivisten freiwillig ihre Kinder in die Lager schicken“, glaubt Verfassungsschützer Hesse.
https://www.focus.de/politik/deutschland/pkk-verfuehrte-maedchen_aid_175164.html

Sorry, dass ich euch eure Karl-May-Romantik vermiest habe.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Jekyll » So 13. Jan 2019, 12:39

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Jan 2019, 04:38)

Die Vereinigten Staaten unterstützen traditionell das Recht aller Länder, selbst über ihr Schicksal zu bestimmen. Sie haben 1917 für dieses Recht gekämpft, es im Zweiten Weltkrieg verteidigt, die Strategie im Kalten Krieg daran ausgerichtet und es 1989 gefeiert.
Demnach war beispielsweise der völkerrechtswidriger Angriff auf den Irak mit über 100.000 toten Zivilisten lediglich ein...Kollateralschaden? Inwiefern passt die von dir unterstellte idealistische Absicht der Amerikaner zu deren realpolitische Praxis, immer wieder gerne Terrorgruppen oder Tyrannen bzw. tyrannische Regime zu unterstützen?

es sieht danach aus, dass die usa eine "gute kraft" (pompeo) unterstützen wollen.
Kannst du das näher spezifizieren?
Sie schufen eine Wüste und nannten es...Frieden.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon gugel » So 13. Jan 2019, 13:11

nietoperz hat geschrieben:(13 Jan 2019, 12:49)

Leider hat YT den schönen Song "Bijî Berxwedan" von Thawra gelöscht.


Leider hat der gefakte Akademiker ( lt. Recherche SPIEGEL ) als türkischer Präses den Friedensprozess mit kurdischen Organisationen in 2015 auch gelöscht. Ohne den Mist wären wir heute sicher weiter. Aber der Buchhalter aus Istanbul zählt anscheinend lieber tote Landsleute für seinen Ruhm und der Glorie des Osmanentums. Friedensstiftende Maßnahmen sind nicht valide im Programm.

Mit dem Ex-Alki GWB hat er ein Trugbild gemeinsam. Der eine sah tote Babies in Brutkästen, der Erdogan sieht bei seinen Landsleuten nur Terroristen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Vongole » So 13. Jan 2019, 15:21

Türkei erkennt Territoriumserweiterung der Islamisten in Nordsyrien an:

Reports indicate an agreement between the jihadist bloc Hay’at Tahrir al-Sham and the Turkish-backed rebel National Liberation Front recognizing HTS’s expanded control of territory in northwest Syria, in return for the removal of HTS roadblocks and dirt barriers in Idlib Province.
https://eaworldview.com/2019/01/syria-d ... fkbAOAsPbc

Soviel zum Terroristen-Bekämpfer Erdogan, dem kein Deal zu dreckig ist, wenn er der kurdischen Bevölkerung Syriens schadet.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Jan 2019, 15:52

Jekyll hat geschrieben:(13 Jan 2019, 12:39)

Demnach war beispielsweise der völkerrechtswidriger Angriff auf den Irak mit über 100.000 toten Zivilisten lediglich ein...Kollateralschaden? Inwiefern passt die von dir unterstellte idealistische Absicht der Amerikaner zu deren realpolitische Praxis, immer wieder gerne Terrorgruppen oder Tyrannen bzw. tyrannische Regime zu unterstützen?
im Irak gab es bereits ab 2003 einen destruktiven einfluß des Irans. heute muss es darum gehen, diesen einfluß einzudämmen.
die USA operierte immer wieder weltweit gegen Terroristen, auch unter Obama.

Kannst du das näher spezifizieren?

dazu ist mir bislang nur ein kritischer Artikel vorliegend, die Kairoer rede pompeos liegt im dt. Wortlaut nicht vor. daraus:
Von der MESA (Middle East Strategic Alliance), die die – schwer zerstrittenen – Staaten des arabischen Golfkooperationsrats (GCC) plus Jordanien und Ägypten in einer Allianz gegen den Iran vereinen soll, sprach Pompeo bereits als Faktum: Es gehe jetzt darum, die MESA, die medial oft als "arabische Nato" bezeichnet wird, zu "befestigen".
https://derstandard.at/2000095980522/Tr ... ahen-Osten
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Jan 2019, 15:57

H2O hat geschrieben:(13 Jan 2019, 11:23)

Im 6-Tage-Krieg? Da wußte noch niemand, wo Helsinki überhaupt liegt. Da galt irgend etwas anderes, um dessen Einhaltung sich aber auch niemand in dieser Region ernstlich abgemüht hatte.

...in Ostpreußen.
die lage im nahen osten erscheint eher fluid, aber Israel wird sich wohl auf das selbstverteidigungsrecht berufen, sofern man sich überhaupt äußert. meistens wird ja auf Kommentare verzichtet.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon H2O » So 13. Jan 2019, 18:37

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Jan 2019, 15:57)

...in Ostpreußen.
die lage im nahen osten erscheint eher fluid, aber Israel wird sich wohl auf das selbstverteidigungsrecht berufen, sofern man sich überhaupt äußert. meistens wird ja auf Kommentare verzichtet.


Ja, ich versuche mir vor zu stellen, was gewesen wäre, wenn der fragliche Teilnehmer heute keine Rechtsfragen in Sachen Golan zu wälzen hätte. Etwas Bodenhaftung kann doch nie schaden. :p
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » So 13. Jan 2019, 18:56

Vongole hat geschrieben:(13 Jan 2019, 15:21)

Türkei erkennt Territoriumserweiterung der Islamisten in Nordsyrien an:

Reports indicate an agreement between the jihadist bloc Hay’at Tahrir al-Sham and the Turkish-backed rebel National Liberation Front recognizing HTS’s expanded control of territory in northwest Syria, in return for the removal of HTS roadblocks and dirt barriers in Idlib Province.
https://eaworldview.com/2019/01/syria-d ... fkbAOAsPbc

Soviel zum Terroristen-Bekämpfer Erdogan, dem kein Deal zu dreckig ist, wenn er der kurdischen Bevölkerung Syriens schadet.


Ich rechne damit, dass Erdo durch den Abzug seiner Milizen aus Idlib, eine Reaktion der Russen provozieren will bzw. einen Deal vorantreiben will. Vielleicht zwingt er so die syrische Armee zu einer Offensive in Idlib um freien Weg östlich des Euphrates zu haben. Wie man es dreht und wendet, eines steht fest: ohne die Zustimmung der Russen und der USA bewegt sich niemand, da können Erdo und seine Minister so laut bellen wie sie möchten.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Jan 2019, 18:58

habe doch noch einen etwas nüchternen Artikel zum Thema mittelost-Allianz gefunden:

Die Streitkräfte mehrerer arabischer Staaten sind zu einem großangelegten Manöver in Ägypten eingetroffen. Es handele sich um Boden-, Luft- und Seestreitkräfte aus Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Bahrain und Jordanien, teilte das ägyptische Militär mit. Das Manöver sei "das größte arabische Manöver", berichtete die regierungsnahe Zeitung Al-Ahram. Der Libanon und Marokko nähmen als Beobachter teil.
https://www.dw.com/de/arabische-nato-sa ... a-46123309

der medial gebräuchliche ausdruck "arabische NATO" ist etwas unglücklich gewählt, da sich die MESA doch beträchtlich von der prinzipienorientierten NATO unterscheidet.
besser wäre wohl der ausdruck "arabischer schild".
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Jekyll » So 13. Jan 2019, 19:22

nietoperz hat geschrieben:(13 Jan 2019, 12:41)

Erdogan-Türken zu bekämpfen ist kein Terrorismus, sondern ein Ehrendienst. :)
Und hier in Deutschland nennt man das Terrorismus. Und das, was du hier machst, Verhöhnung von Terroropfern und Verherrlichung von Mord und Totschlag. Bist du dir dessen eigentlich bewusst? Möchtest du Bekanntschaft machen mit der Staatsanwaltschaft?
Sie schufen eine Wüste und nannten es...Frieden.

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