Wie weiter mit Syrien ?

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Kardux
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Fr 11. Jan 2019, 09:50

relativ hat geschrieben:Wohl keine mehr, wie du sehr genau weisst. Aber es gab sie nun mal und das sie nicht erfolgreich waren, lag wohl auch daran, daß der Westen nicht an einer eskalation des Bürgerkriegs interessiert war und so die Unterstützung für die Gruppen nicht die war, die es wohl gebraucht hätte. Es gab wohl noch mehr Gründe warum der Westen sich nicht so engagiert hat. Die Erfahrungen mit dem arabischen Frühling will ich da nur nennen.


Sie brauchen die syrische Opposition nicht für unmündig zu erklären. Für ihre Taten sind sie selbst verantwortlich. Viele westliche Staaten haben sogar noch bis letztes Jahr diese imaginäre Freie Syrische Armee unterstützt, obwohl man ganz genau wusste, dass es sich um eine Ansammlung von pro-türkischen Jihadisten handelt. Der Westen hat sich lange genug vor dieses jihadistische Gesocks gestellt. Am Westen lag es gewiss nicht. Die Radikalisierung haben die Türkei und Katar schnell vorangetrieben, aber die FSA waren ja auch willige Handlanger.

Und nur so zur Erinnerung an all jene Unterstützer der syrischen Opposition bzw. deren Mitglieder:

1. Erst verkaufte Erdo Aleppo an die Russen, damit seine Soldaten erstmals in Syrien einmarschieren konnten (Operation Euphrates Shield)
2. Dann verkauft Erdo Ost-Ghouta an die Russen, damit seine Soldaten Efrîn angreifen durften (Russen machten den Luftraum frei)
3. Derzeit ziehen pro-türkische Rebellen aus Idlib ab, al-Qaida rückt nach. Damit will man wohl einen neuen Deal mit den Russen vorbereiten --> die Gebiete östlich des Euphrates.

Und was springt dabei für die syrische Opposition heraus? Die großen sunnitischen Zentren in Syrien wurden allesamt an Assad abgegeben. Es fehlt noch Idlib. Wo sind die kritischen Stimmen der syrischen Opposition? War es etwa das Ziel der Demos im Jahr 2011 gegen Assad, dass man am Ende Kurden massakriert und die türkische Fahne trägt? Das soll also die syrische Opposition sein?

relativ hat geschrieben:Im laufe des Konfliktes haben sich dann alle möglichen Krieger und Gruppierungen vermischt, der lange Krieg tut sein übriges bis zur kompletten Verrohung. Heute würde ich wohl nicht einen einzigen dieser Kämpfer noch eine Waffe schenken.


Die Verrohung begann schon sehr früh. Dennoch hielt der Westen an diesen Extremisten und damit ihren Methoden fest. Das Abschlachten von Minderheiten erfolgte sehr früh. Und die grausamen Hinrichtungen von feindlichen Soldaten ebenso.

relativ hat geschrieben:Gegenfrage , wo ist denn noch der sogenannte Westen. Die Frage kannst du auch bei Trump stellen.
Die Türkei und die USA (damit meine ich die Menschen generell) sind m.M. sehr wohl noch in ihrer Mehrheit pro Westlich bzw. wünschen sich gute Beziehungen zum sogenannten Westen.


Die USA ist weiterhin Teil des Westens, daran ändert die temporäre Situation mit Trump nichts. Er wird höchstwahrscheinlich abgewählt und wenn nicht hat er nur mehr eine Amtszeit. Das wars. Dasselbe kann man von der derzeitigen Türkei nicht sagen. Abgesehen davon sind die Menschen in der Türkei NICHT mehrheitlich pro-westlich. Die Wählerschaft von AKP und MHP sind das nunmal nicht - sie stellen die absolute Mehrheit. Pro-westlich sind lediglich Anhänger der CHP. Das ist eine Minderheit. Die CHP hat sowieso nichts mehr zu melden in der Türkei. Spätestens in 4 Jahren, also im Jahr 2023, wird die Türkei den Kemalismus ganz offiziell absägen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon nietoperz » Fr 11. Jan 2019, 09:50

relativ hat geschrieben:Oder glaubst du eine normal gepolter Mensch würde sich nur für sowas wie den heiligen Krieg anheuern lassen.

Jeder, der im normalen Leben gut klar kommt, braucht weder göttlichen Beistand noch Paradies. In den Jihad ziehen in der Tat nur die Zivilversager. Entweder sind sie selbst zu doof für alles andere, oder ihre Lebensumstände bringen sie dazu. Auch in Syrien sind viele arme Schlucker zu ISIS übergelaufen, weil sie dort ein geregeltes Einkommen hatten.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 11. Jan 2019, 09:53

Kardux hat geschrieben:(11 Jan 2019, 08:46)

Das beantwortet nicht meine Frage!!

da bin ich nicht zuständig. fragen sie doch die Bundesregierung auf Facebook, oftmals antworten die.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Fr 11. Jan 2019, 09:56

nietoperz hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:50)

Jeder, der im normalen Leben gut klar kommt, braucht weder göttlichen Beistand noch Paradies. In den Jihad ziehen in der Tat nur die Zivilversager. Entweder sind sie selbst zu doof für alles andere, oder ihre Lebensumstände bringen sie dazu. Auch in Syrien sind viele arme Schlucker zu ISIS übergelaufen, weil sie dort ein geregeltes Einkommen hatten.


Ihre Aussage kann ich bestätigen, wobei man auch sagen muss, dass sich auch erfolgreiche Menschen dem IS angeschlossen haben - aus voller Überzeugung.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon relativ » Fr 11. Jan 2019, 09:58

Audi hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:48)

Wer oder was sind denn pro westliche Rebellen? Sind diese edelste Islamisten?
In erster Instanz waren dies meist junge Bürger, die sich mehr Demokratie wünschten , nachdem Assad gegen diese bewegung gewalttätig wurde , wollten sie auch Assad nicht mehr, der Rest ist Geschichte.

Die letze Gruppe die von den USA unterstützt worden ist, ist mit kopfabschneiden eines 12 jährigen"pro assad*" erwischt worden....

Ja ganz schlimm, daher sind dies natürlich auch alles islamisten. :?: Du kannst dir hier gerne deine Welt so zimmern, wie du sie ideologisch gerade brauchst, aber es macht sie eben nicht richtig.
Wer nicht unterscheiden kann/will zwischen Intention von Gruppen und den folgen von langen Kriegen/Bürgerkriegen mit all ihren Grausamkeiten (ob jetzt mit wahren Geschichten, oder Erfundenen), mit dem gibt es dazu eigentlich auch nix mehr zu diskutieren.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 11. Jan 2019, 09:58

relativ hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:50)

Also mehr Verschwörung brauch ich jetzt nicht mehr. Es ist klar geworden, daß du hier im Trüben fischst.

Überhaupt nicht. Ich denke einfach nur mit. Wenn eine Linie gezogen wird und auf einmal kommt ein Chemie Angriff macht es einen stutzig.
Wenn die syrische Armee ein Ort 99% erobert hat und ein völlig sinnloser Chemieangriff Beginnt werde ich misstrauisch.
Und überall Weißhelme die aus dem Westen unterstützt werden sind dabei. Überall wo Al nusra ist sind diese dabei.
Sogar Dänemark hat die Unterstützung eingestellt weil es auffällig geworden ist. Das ist keine VT sondern fakt
Und die Angriffe werden immer von den Weißhelmen berichtet wenn die Rebellen am Arsch sind. Für dich eine VT für mich unlogisch
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Fr 11. Jan 2019, 09:59

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:53)

da bin ich nicht zuständig. fragen sie doch die Bundesregierung auf Facebook, oftmals antworten die.


Sie hatten behauptet, Deniz Yücel sei Agent des BND gewesen (oder ist es noch?) und begründen damit seine Festnahme.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon nietoperz » Fr 11. Jan 2019, 10:02

Kardux hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:56)

Ihre Aussage kann ich bestätigen, wobei man auch sagen muss, dass sich auch erfolgreiche Menschen dem IS angeschlossen haben - aus voller Überzeugung.


Denen hat etwas anderes gefehlt. Geld und Erfolg machen nicht jeden glücklich. Bitte diesen Lyrics lauschen:

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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 11. Jan 2019, 10:03

relativ hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:58)

In erster Instanz waren dies meist junge Bürger, die sich mehr Demokratie wünschten , nachdem Assad gegen diese bewegung gewalttätig wurde , wollten sie auch Assad nicht mehr, der Rest ist Geschichte.


Ja ganz schlimm, daher sind dies natürlich auch alles islamisten. :?: Du kannst dir hier gerne deine Welt so zimmern, wie du sie ideologisch gerade brauchst, aber es macht sie eben nicht richtig.
Wer nicht unterscheiden kann/will zwischen Intention von Gruppen und den folgen von langen Kriegen/Bürgerkriegen mit all ihren Grausamkeiten (ob jetzt mit wahren Geschichten, oder Erfundenen), mit dem gibt es dazu eigentlich auch nix mehr zu diskutieren.

Welche Gruppen waren denn Pro westlich? Bei wiki finde ich das die "FSA" Mit ethnischer Säuberung und Christenverfolgung und Korruption aufgefallen ist. Als diese noch stark war.
Ist das jetzt gut weil diese Pro westlich waren?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon nietoperz » Fr 11. Jan 2019, 10:13

Audi hat geschrieben:Welche Gruppen waren denn Pro westlich? Bei wiki finde ich das die "FSA" Mit ethnischer Säuberung und Christenverfolgung und Korruption aufgefallen ist.

Ein guter Anfang.
Bei Wiki findest du auch eine nüchterne und sachliche Zusammenfassung der Entwiclung der FSA. https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Syrische_Armee

Einfach mal lesen, dann wirst du auch weniger emotional argumentieren und dein Schwarz-Weiß-Denken aufgeben.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon relativ » Fr 11. Jan 2019, 10:16

Kardux hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:50)

Sie brauchen die syrische Opposition nicht für unmündig zu erklären. Für ihre Taten sind sie selbst verantwortlich. Viele westliche Staaten haben sogar noch bis letztes Jahr diese imaginäre Freie Syrische Armee unterstützt, obwohl man ganz genau wusste, dass es sich um eine Ansammlung von pro-türkischen Jihadisten handelt. Der Westen hat sich lange genug vor dieses jihadistische Gesocks gestellt. Am Westen lag es gewiss nicht. Die Radikalisierung haben die Türkei und Katar schnell vorangetrieben, aber die FSA waren ja auch willige Handlanger.
Ich stelle mich diesbezüglich vor niemanden, noch erteile ich hier Absolution für Taten, obwohl ich weiss, daß es noch nie Kriege gab, wo es sowas nicht gab.
Klingt bei dir ein wenig so, als hätte der Westen lieber all seine Liebe und Zuneigung der YPG geben sollen. Da wäre der Bündnispartner Türkei aber ziemlich begeistert gewesen. Ich meine der Westen hätte entweder dort voll einsteigen sollen, oder sich gleich ganz raushalten muessen. Halbseiden ist noch schlechter...

Und nur so zur Erinnerung an all jene Unterstützer der syrischen Opposition bzw. deren Mitglieder:

1. Erst verkaufte Erdo Aleppo an die Russen, damit seine Soldaten erstmals in Syrien einmarschieren konnten (Operation Euphrates Shield)
2. Dann verkauft Erdo Ost-Ghouta an die Russen, damit seine Soldaten Efrîn angreifen durften (Russen machten den Luftraum frei)
3. Derzeit ziehen pro-türkische Rebellen aus Idlib ab, al-Qaida rückt nach. Damit will man wohl einen neuen Deal mit den Russen vorbereiten --> die Gebiete östlich des Euphrates.

4. Dann schießst Erdo aus lauter Freundschaft zu Putin mal einen Jet von ihm ab...meinst du nicht, daß du hier ein wenig zu dick aufträgst?

Und was springt dabei für die syrische Opposition heraus? Die großen sunnitischen Zentren in Syrien wurden allesamt an Assad abgegeben. Es fehlt noch Idlib. Wo sind die kritischen Stimmen der syrischen Opposition? War es etwa das Ziel der Demos im Jahr 2011 gegen Assad, dass man am Ende Kurden massakriert und die türkische Fahne trägt? Das soll also die syrische Opposition sein?

Hast du es noch nicht begriffen. Die syrische Opposition ist zerschlagen und geflohen, die meisten leben schon im Ausland. Wenigstens dies haben Erdo , Putin, Assad , Iran und der Westen geschafft. Syrien in der Hand von Extremisten aller Couleur und dazwischen ein paar Kurden, die immer noch auf ihren eigenen Staat hoffen.


Die Verrohung begann schon sehr früh. Dennoch hielt der Westen an diesen Extremisten und damit ihren Methoden fest. Das Abschlachten von Minderheiten erfolgte sehr früh. Und die grausamen Hinrichtungen von feindlichen Soldaten ebenso.
Ja,ja alles Extremisten für Erdo und andere sind die YPG Extremisten welches du z.B. vehemment zurückweist. Das Wort wird mir hier zu inflationär gebraucht.


Die USA ist weiterhin Teil des Westens, daran ändert die temporäre Situation mit Trump nichts. Er wird höchstwahrscheinlich abgewählt und wenn nicht hat er nur mehr eine Amtszeit. Das wars. Dasselbe kann man von der derzeitigen Türkei nicht sagen. Abgesehen davon sind die Menschen in der Türkei NICHT mehrheitlich pro-westlich. Die Wählerschaft von AKP und MHP sind das nunmal nicht - sie stellen die absolute Mehrheit. Pro-westlich sind lediglich Anhänger der CHP. Das ist eine Minderheit. Die CHP hat sowieso nichts mehr zu melden in der Türkei. Spätestens in 4 Jahren, also im Jahr 2023, wird die Türkei den Kemalismus ganz offiziell absägen.
Erstaunlich, fast alles was du geschrieben hast ist falsch, oder hypothetisch.
1. Die Türkei ist sehrwohl noch eine Demokratie, auch wenn sie einen Weg beschreitet der uns nicht gefallen kann.
2. Aufgeben tue ich die Türkei aber noch nicht, da , anders als von dir behauptet, min 50% der Türken sehrwohl pro Westlich sind und auch nicht alle die Erdo gewählt haben, sind Anti Westlich eingestellt.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 11. Jan 2019, 10:18

nietoperz hat geschrieben:(11 Jan 2019, 10:13)

Ein guter Anfang.
Bei Wiki findest du auch eine nüchterne und sachliche Zusammenfassung der Entwiclung der FSA. https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Syrische_Armee

Einfach mal lesen, dann wirst du auch weniger emotional argumentieren und dein Schwarz-Weiß-Denken aufgeben.

Die FSA kontrollierte dort mehrere Grenzposten in die Türkei und konnte sich somit von dort logistisch versorgen. Dieses Gebiet war bis auf einige Militärstützpunkte fast vollständig der Kontrolle der syrischen Regierung entglitten

Genau da liegt das Problem. Man hat den Krieg von außen angestachelt. Islamisten aller Welt sickerten ein. Nette Show der Aufstieg der FSA man sollte aber doch zwischen den Zeilen lesen

Vor allem die Aleppo Geschichte war eine Katastrophe. Rebellen haben sich noch beschwert das dort so gut wie niemand von Assad befreit werden wollte. Al nusra (Al quadia) wurde zu moderaten Rebellen erklärt.... Einfach ekelhaft
Zuletzt geändert von Audi am Fr 11. Jan 2019, 10:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon relativ » Fr 11. Jan 2019, 10:19

Audi hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:58)

Überhaupt nicht. Ich denke einfach nur mit. Wenn eine Linie gezogen wird und auf einmal kommt ein Chemie Angriff macht es einen stutzig.
Wenn die syrische Armee ein Ort 99% erobert hat und ein völlig sinnloser Chemieangriff Beginnt werde ich misstrauisch.
Und überall Weißhelme die aus dem Westen unterstützt werden sind dabei. Überall wo Al nusra ist sind diese dabei.
Sogar Dänemark hat die Unterstützung eingestellt weil es auffällig geworden ist. Das ist keine VT sondern fakt
Und die Angriffe werden immer von den Weißhelmen berichtet wenn die Rebellen am Arsch sind. Für dich eine VT für mich unlogisch

Ich habe dir das Beispiel Idlib gegeben, da kam aber nix von dir und jetzt kommst du wieder mit dieser Verschwörung daher , ohne das Pardoxon Idlib aufzuklären.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon nietoperz » Fr 11. Jan 2019, 10:26

Audi hat geschrieben:Islamisten aller Welt sickerten ein.

Was die FSA letztlich ruiniert hat. Sie glaubten wohl, dass jeder Feind Assads der Revolution nützlich wäre.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon relativ » Fr 11. Jan 2019, 10:39

nietoperz hat geschrieben:(11 Jan 2019, 10:26)

Was die FSA letztlich ruiniert hat. Sie glaubten wohl, dass jeder Feind Assads der Revolution nützlich wäre.

Tja wer jeden verrückten und verbohrten Extremisten zu seiner Party einläd, nur damit dort Stimmung herrscht, darf sich übers Aufräumen nicht beschweren.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 11. Jan 2019, 10:52

relativ hat geschrieben:(11 Jan 2019, 10:39)

Tja wer jeden verrückten und verbohrten Extremisten zu seiner Party einläd, nur damit dort Stimmung herrscht, darf sich übers Aufräumen nicht beschweren.


Und irgendwann wird Syrien genau das ueber die Putin Russen sagen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon nietoperz » Fr 11. Jan 2019, 11:02

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(11 Jan 2019, 10:52)

Und irgendwann wird Syrien genau das ueber die Putin Russen sagen.


Und wir über die Erdogan-Türken.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon imp » Fr 11. Jan 2019, 11:08

Die Welt ist sich halbwegs einig, dass das Syrienproblem schon früh und seither dauernd vom Agieren externer Kräfte bestimmt war. Das gilt für Russland und Iran, für regierungsfreundliche Freiwillige wie mehr oder minder staatlich herangeführte Gruppen, das gilt auch für die türkischen Kurdenorganisationen, die den syrischen Kurdenorganisationen hinzukamen, für die verschiedenen US- und sonstigen Bemühungen um den Aufbau halbwegs gefügiger, vorzeigbarer Opposition, um die Bemühungen mancher Islamstaaten um eine anders orthodoxe Sorte Opposition, um das Wirken der Türkei, auch ISIS ist natürlich eine komplexe Gemengelage, genau wie die Interaktion mit der Lage im Irak und die Eingriffsbedürfnisse aus Israel. Egal, wie man das im einzelnen alles bewertet: Syrien war in dem Konflikt nie mit sich allein beschäftigt.

Weniger Einigkeit dürfte es um die Frage gehen, wie der Einfluss verschiedener Staaten und Interessenten auf die Konfliktparteien ganz am Anfang und vorher aussah und welche Wirkung das hatte. Wenn die Regierung in Syrien halbwegs ernsthaft auf eine Zukunft setzen will, sollte sie das Thema besser auch nicht weiter beleuchten, jedenfalls vorerst.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 11. Jan 2019, 11:14

Kardux hat geschrieben:(11 Jan 2019, 09:59)

Sie hatten behauptet, Deniz Yücel sei Agent des BND gewesen (oder ist es noch?) und begründen damit seine Festnahme.

die Behauptung geht auf türkische quellen zurück.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Fr 11. Jan 2019, 11:16

relativ hat geschrieben:Ich stelle mich diesbezüglich vor niemanden, noch erteile ich hier Absolution für Taten, obwohl ich weiss, daß es noch nie Kriege gab, wo es sowas nicht gab.
Klingt bei dir ein wenig so, als hätte der Westen lieber all seine Liebe und Zuneigung der YPG geben sollen. Da wäre der Bündnispartner Türkei aber ziemlich begeistert gewesen. Ich meine der Westen hätte entweder dort voll einsteigen sollen, oder sich gleich ganz raushalten muessen. Halbseiden ist noch schlechter...


Ich hatte auch nicht vor, Kriegsparteien nach pazifistischen Werten zu beurteilen. Ja, wo gehobelt wird, da fallen auch Späne - schon klar. Diese Späne waren und sind aus meiner Sicht aber nicht akzeptabel gewesen. Ich habe auch nicht behauptet, dass der Westen von Anfang an, seine "Liebe und Zuneigung" der YPG hätte geben sollen. Die Unterstützung der syrischen Opposition war legitim. Was ich nicht legitim fand, war die Forderung, dass die syrische Opposition ganz Syrien erhalten sollte. Des Weiteren war es nicht legitim, dass der Westen, angeführt von den USA (unter Obama) nicht willens war, der Türkei und den Golfarabern zu vermitteln, dass man eine Radikaliersung der FSA nicht hinnimmt.

relativ hat geschrieben:4. Dann schießst Erdo aus lauter Freundschaft zu Putin mal einen Jet von ihm ab...meinst du nicht, daß du hier ein wenig zu dick aufträgst?


Wo trage ich genau dick auf? Meine Aussagen sind belegt. Werfen Sie einen Blick auf den Bürgerkriegsverlauf. Auf google finden Sie etliche Berichte hierzu.

Die Zeiten in denen ein russischer Jet abgeschossen wurde, waren vor den von mir beschriebenen Geschehnissen. Der Kniefall Erdos gegenüber Putin war reine Realpolitik um in Syrien Fuß zu fassen. Sonst hätten die YPG mit der Unterstützung der USA die gesamte Südflanke der Türkei kontrolliert.

relativ hat geschrieben:Hast du es noch nicht begriffen. Die syrische Opposition ist zerschlagen und geflohen, die meisten leben schon im Ausland. Wenigstens dies haben Erdo , Putin, Assad , Iran und der Westen geschafft. Syrien in der Hand von Extremisten aller Couleur und dazwischen ein paar Kurden, die immer noch auf ihren eigenen Staat hoffen.


Ich habe es sehr wohl begriffen. Sie sind es ja, der zwischen "pro-westlichen Rebellen" und "islamistischen Terrorgruppen" unterscheiden will. Es ist Ihre Wortwahl, die realitätsfremd ist und den Eindruck erweckt, dass man nichts aus diesem Konflikt begriffen hätte.

relativ hat geschrieben:Ja,ja alles Extremisten für Erdo und andere sind die YPG Extremisten welches du z.B. vehemment zurückweist. Das Wort wird mir hier zu inflationär gebraucht.


Selbstverständlich sind pro-türkische Jihadisten extremistisch. Was sollen sie sonst sein? Viele dieser Jihadisten sind ehemalige IS-Kämpfer. Die neuen Uniformen täuschen von der Gesinnung nicht hinweg. Den Beweis hierfür findet man in Efrîn. Wissen Sie eigentlich wo Efrîn liegt? Wissen Sie was dort seit 2018 geschieht?

relativ hat geschrieben:Erstaunlich, fast alles was du geschrieben hast ist falsch, oder hypothetisch.
1. Die Türkei ist sehrwohl noch eine Demokratie, auch wenn sie einen Weg beschreitet der uns nicht gefallen kann.
2. Aufgeben tue ich die Türkei aber noch nicht, da , anders als von dir behauptet, min 50% der Türken sehrwohl pro Westlich sind und auch nicht alle die Erdo gewählt haben, sind Anti Westlich eingestellt.


Was ist falsch? Dass Trump nicht mehr als zwei Amtszeiten regieren darf? Oder das die absolute Mehrheit der türkischen Wähle die rechtsextreme MHP bzw. den türkischen Ableger der Muslimbrüder - die AKP - wählen? Was genau ist falsch?

1. In der Türkei existiert keine Gewaltenteilung. Fakt. Damit ist die Türkei mitnichten eine Demokratie. Abgesehen davon war sie auch davor nicht demokratisch. Die kemalistische Verfassung ist zutiefst faschistisch - Türkei den Türken, ist die treibende Maxime.
2. Sie müssen die Türkei nicht aufgeben. Fakt ist jedoch, dass die meisten pro-westlichen Türken entweder inhaftiert sind, ins Exil geflohen sind, oder versuchen ins Exil zu fliehen. Die anti-westliche Rhetorik Erdos (speziell vor Wahlen) beweist das Gegenteil von Ihren Behauptungen. Erdo weiß nur zu gut, wie er die Herzen der Türken gewinnt. Hetze gegen Israel, die USA, Europa, Verschwörungstheorien und Plänen zur territorialen Expansion. Eine durch und durch faschistische Gesellschaft spricht er da an. Sein Erfolg gibt ihm Recht.

Wenn wir bis 2023 noch lebendig sind und weiter in diesem Forum aktiv sind, sprechen wir uns. Bis dahin dürfen Sie natürlich weiter an eine pro-westliche Türkei glauben.
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