Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

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sünnerklaas
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon sünnerklaas » Do 26. Mär 2020, 09:30



Dass die Transportwege und langen Lieferketten die Achillesferse des Wirtschaftssystems sind, ist schon lange bekannt, wurde aber immer konsequent ignoriert. Zur Erinnerung: am Horn von Afrika läuft seit langem eine internationale Militärmission, um den Zugang zum Roten Meer und zum Suezkanal offen zu halten. In Ägypten war man heilfroh, dass das Demokratieexperiment beendet wurde und mit Sisi wieder ein loyaler Despot in Kairo sitzt. Man ist heilfroh, dass die Demokratiebewegung in Bahrain erfolgreich gewaltsam niedergeschlagen wurde. Die Aussicht, die mehrheitlich Schiitische Bevölkerung könne das sunnitische Königshaus aus dem Land jagen, hat im Westen vor allem in der Wirtschaft seinerzeit für Angst und Schrecken gesorgt.

Und selbst in friedlichen Zeiten haben Naturkatastrophen oft genug für Angst gesorgt. Beim Elbhochwasser 2002 gab es die Befürchtung, die Autobahnbrücken im Zuge der A9 und A2 könnten für beschädigt und für längere Zeit unbefahrbar werden. Teilweise mussten seinerzeit mitten in der Katastrophe Rettungskräfte abgezogen werden, um diese Verkehrswege zu sichern und um einen Stillstand der Automobilindustrie zu verhindern.

Im Moment ist es so, dass der um sein politisches Überleben kämpfende US-Präsident Trump die Systemfrage mit seiner selten dämlichen und polarisierenden Politik befeuert. Inzwischen regt sich da Widerstand.

https://twitter.com/hashtag/NotDying4Wa ... ren&f=live

Viele seiner Anhänger haben allerdings panische Angst, Corona könnte zu einer Wiederauferstehung des Marxismus führen, zumal Länder, wie China und Kuba als große Wohltäter auftreten und Ärzte und Krankenpfleger sowie Versorgungsmaterial in die Epizentren der Pandemie schicken. Da taucht die Frage in der Öffentlichkeit auf, warum diese Länder zu etwas in der Lage sind, was viele westliche Industrienationen nicht hinbekommen.

Auch in Deutschland tauchen aus der Wirtschaft Stimmen auf, die an dem Lockdown mit den Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen harsche Kritik üben. Man wird schon jetzt ungeduldig.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon shin_ » Do 26. Mär 2020, 09:55

Das tolle Rettungspaket indem drinsteht, ja Lieber Rentner ihr dürft jetzt mehr Geld verdienen. Da kriege ich so einen Hals. Zahlt diesen Menschen Summe X aus damit ihnen geholfen ist. Hallo Bundestag??? Geht's noch die sollen die jetzt wieder Vollzeitarbeiten gehen? Und was bringt es einem Normalen Bürger wenn er jetzt die Miete 2 Monate nicht bezahlt und danach Mietschulden hat die er ohne Kredit wahrscheinlich nicht bezahlen kann? Ist das eine Unterstützung für den normalen Bürger? Wieso können es andere, ärmere Länder wie Deutschland es hinbekommen den Bürger besser zu unterstützen wie dieses Land hier? Denn wenn ich mir das ganze durchlese weiß ich nicht wie jemand der es in der aktuellen Situation finanziell schwer hat unterstützt wird?
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon Skull » Do 26. Mär 2020, 10:20

shin_ hat geschrieben:(26 Mar 2020, 09:55)

Wieso können es andere, ärmere Länder wie Deutschland es hinbekommen den Bürger besser zu unterstützen wie dieses Land hier?

Ich finde das, was gerade in Deutschland beschlossen wurde, schon positiv. Das ist eine ganze Menge.

Und inwiefern andere Länder ihre Bürger BESSER unterstützen oder unterstützen können, lasse ich mal dahingestellt.

Wir reden jetzt gerade mal über eine Woche Einschränkungen.

Man sollte also nicht so tun, als ob die Welt bereits „untergegangen“ IST.

Erst einmal abwarten, was in den nächsten 2 Wochen passiert, ob man dann weitere Maßnahmen folgen lassen kann/muss
oder wie sich in den nächsten Monaten wirtschaftliche Tätigkeit entwickeln kann.

Und der Staat ist weder dafür da, noch kann er es jemals leisten, 100 Prozent der (finanziellen) Belastungen zu tragen.

Krisen bedeuten eben Krisen und Einschränkungen. Das nennt sich ... Lebensrisiko.

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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon JJazzGold » Do 26. Mär 2020, 10:31

Skull hat geschrieben:(26 Mar 2020, 10:20)

Ich finde das, was gerade in Deutschland beschlossen wurde, schon positiv. Das ist eine ganze Menge.

Und inwiefern andere Länder ihre Bürger BESSER unterstützen oder unterstützen können, lasse ich mal dahingestellt.

Wir reden jetzt gerade mal über eine Woche Einschränkungen.

Man sollte also nicht so tun, als ob die Welt bereits „untergegangen“ IST.

Erst einmal abwarten, was in den nächsten 2 Wochen passiert, ob man dann weitere Maßnahmen folgen lassen kann/muss
oder wie sich in den nächsten Monaten wirtschaftliche Tätigkeit entwickeln kann.

Und der Staat ist weder dafür da, noch kann er es jemals leisten, 100 Prozent der (finanziellen) Belastungen zu tragen.

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Das muss ich an dieser Stelle mal los werden. Es erfreulich, gelassene Statements wie Deine, auch die des Schwarzen Katers und einiger weniger anderer User zu lesen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon sünnerklaas » Do 26. Mär 2020, 11:29

shin_ hat geschrieben:(26 Mar 2020, 09:55)

Und was bringt es einem Normalen Bürger wenn er jetzt die Miete 2 Monate nicht bezahlt und danach Mietschulden hat die er ohne Kredit wahrscheinlich nicht bezahlen kann? Ist das eine Unterstützung für den normalen Bürger?


Im Zweifelsfall gibt es, wenn kein ausreichendes Einkommen erzielt werden kann, zumindest eine teilweise, wenn nicht sogar eine 100%ige Mietübernahme durch das Jobcenter. Also ruhig Blut.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon sünnerklaas » Do 26. Mär 2020, 11:34

Skull hat geschrieben:(26 Mar 2020, 10:20)

Ich finde das, was gerade in Deutschland beschlossen wurde, schon positiv. Das ist eine ganze Menge.

Und inwiefern andere Länder ihre Bürger BESSER unterstützen oder unterstützen können, lasse ich mal dahingestellt.

Wir reden jetzt gerade mal über eine Woche Einschränkungen.

Man sollte also nicht so tun, als ob die Welt bereits „untergegangen“ IST.

Erst einmal abwarten, was in den nächsten 2 Wochen passiert, ob man dann weitere Maßnahmen folgen lassen kann/muss
oder wie sich in den nächsten Monaten wirtschaftliche Tätigkeit entwickeln kann.

Und der Staat ist weder dafür da, noch kann er es jemals leisten, 100 Prozent der (finanziellen) Belastungen zu tragen.

Krisen bedeuten eben Krisen und Einschränkungen. Das nennt sich ... Lebensrisiko.

mfg


Wir werden vorraussichtlich erst am 06. April wissen, was die ergriffenen Maßnahmen mit der rigorisen Kontaktsperre gebracht haben. Bis dahin sollten sich alle entspannen, körperliche Distanz üben und sich nach Mögtlichkeit irgendwie ablenken. Man kann es nicht ändern. Und ganz wichtig: Es ist gesorgt.
Sollte es gelingen, mit der Kontaktsperre die Ausbreitung nachhaltig einzudämmen, wird es noch einmal mindestens zwei bis vier Wochen dauern, bis Lockerungen möglich sind, also bis Ende April/Anfang Mai.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon franktoast » Do 26. Mär 2020, 16:04

Was ich auch interessant finde ist, die Aussage, dass ja Kurzarbeitergeld zu wenig sei. Dann hätten die Menschen ja nur noch 2/3 der Einnahmen, aber noch 100% der Ausgaben. Was macht man denn, wenn irgendwo mal der Strompreis steigt? Dann hat man die gleichen Einnahmen, aber mehr Ausgaben, also Privatinsolvenz?
Genauso heißt es, dass die Hilfsgelder ja noch diese Wochen fließen müssten, da ja am Ende des Monats Gehälter ausbezahlt würden. Haben denn diese Unternehmen gar nix auf der Seite?

Ich hab jetzt nicht 11 Seiten durchgelesen, aber man muss höllisch aufpassen, dass der Staat hier keine Trittbrettfahrer-Kultur schafft. Auch wenn die Coronakrise ein schwarzer Schwan ist, mit dem man schwer rechnen konnte, ist es immer möglich, dass einem aus irgendwelchen Gründen mal die Einnahmen wegfallen. Jedes Unternehmen muss für solche Fälle vorsorgen, genauso private Haushalte.

Beispiel: Restaurant A hält immer zwei Monatsgehälter für jeden Mitarbeiter auf der Seite, um nicht illiquide zu sein. Restaurant B belächelt das nur und hat kaum liquide Mittel auf der Seite. Die können das Geld anders nutzen (höhere Gehälter, schöneres Ambiente, niedrigere Preise). Nun nun soll B Hilfem vom Staat bekommen und A nicht? Welche Anreize setzt man da.

Über die genauen Modalitäten weiß ich nix, aber ich denke, dass es so ablaufen wird, dass der Hilfe bekommt, der sie benötigt.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon Dampflok94 » Fr 27. Mär 2020, 10:30

franktoast hat geschrieben:(26 Mar 2020, 16:04)

Was ich auch interessant finde ist, die Aussage, dass ja Kurzarbeitergeld zu wenig sei. Dann hätten die Menschen ja nur noch 2/3 der Einnahmen, aber noch 100% der Ausgaben. Was macht man denn, wenn irgendwo mal der Strompreis steigt? Dann hat man die gleichen Einnahmen, aber mehr Ausgaben, also Privatinsolvenz?
Genauso heißt es, dass die Hilfsgelder ja noch diese Wochen fließen müssten, da ja am Ende des Monats Gehälter ausbezahlt würden. Haben denn diese Unternehmen gar nix auf der Seite?

Ich hab jetzt nicht 11 Seiten durchgelesen, aber man muss höllisch aufpassen, dass der Staat hier keine Trittbrettfahrer-Kultur schafft. Auch wenn die Coronakrise ein schwarzer Schwan ist, mit dem man schwer rechnen konnte, ist es immer möglich, dass einem aus irgendwelchen Gründen mal die Einnahmen wegfallen. Jedes Unternehmen muss für solche Fälle vorsorgen, genauso private Haushalte.

Beispiel: Restaurant A hält immer zwei Monatsgehälter für jeden Mitarbeiter auf der Seite, um nicht illiquide zu sein. Restaurant B belächelt das nur und hat kaum liquide Mittel auf der Seite. Die können das Geld anders nutzen (höhere Gehälter, schöneres Ambiente, niedrigere Preise). Nun nun soll B Hilfem vom Staat bekommen und A nicht? Welche Anreize setzt man da.

Über die genauen Modalitäten weiß ich nix, aber ich denke, dass es so ablaufen wird, dass der Hilfe bekommt, der sie benötigt.

Man muß aber das Zeitproblem bedenken. Es handelt sich ja nicht nur um eine handvoll Fälle. Es geht um sehr viele. Wenn man da intensiv prüft, dann stellt man zwar am Ende fest wer von deinen beiden Restaurants Hilfe beanspruchen kann und wer nicht, aber dummerweise sind inzwischen beide insolvent und das Thema ist erledigt. Ich halte Schnelligkeit für wichtiger als Genauigkeit. Und wenn dann ein Unternehmen gerettet wird, das eher wegen Versäumnissen in der Vergangenheit in Schwierigkeiten geraten ist, muß man das eben hinnehmen. Daran wird die Marktwirtschaft nicht scheitern.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon aleph » Fr 27. Mär 2020, 10:35

Die Bundesregierung soll ja nicht die ausfallende Gewinne ersetzen, sondern nur die Existenz sichern, sprich, die Kosten für den Erhalt der Unternehmen, damit sie ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon Skull » Fr 27. Mär 2020, 10:39

Dampflok94 hat geschrieben:(27 Mar 2020, 10:30)

Man muß aber das Zeitproblem bedenken. Es handelt sich ja nicht nur um eine handvoll Fälle. Es geht um sehr viele. Wenn man da intensiv prüft, dann stellt man zwar am Ende fest wer von deinen beiden Restaurants Hilfe beanspruchen kann und wer nicht, aber dummerweise sind inzwischen beide insolvent und das Thema ist erledigt. Ich halte Schnelligkeit für wichtiger als Genauigkeit. Und wenn dann ein Unternehmen gerettet wird, das eher wegen Versäumnissen in der Vergangenheit in Schwierigkeiten geraten ist, muß man das eben hinnehmen. Daran wird die Marktwirtschaft nicht scheitern.

Korrekt.

Und via Steuererklärung 2020 kann man immer noch hinterher Dinge prüfen oder zurückfordern.
Da werden ja Dinge dann zusammengeführt.

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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon franktoast » Fr 27. Mär 2020, 10:45

Dampflok94 hat geschrieben:(27 Mar 2020, 10:30)

Man muß aber das Zeitproblem bedenken. Es handelt sich ja nicht nur um eine handvoll Fälle. Es geht um sehr viele. Wenn man da intensiv prüft, dann stellt man zwar am Ende fest wer von deinen beiden Restaurants Hilfe beanspruchen kann und wer nicht, aber dummerweise sind inzwischen beide insolvent und das Thema ist erledigt. Ich halte Schnelligkeit für wichtiger als Genauigkeit. Und wenn dann ein Unternehmen gerettet wird, das eher wegen Versäumnissen in der Vergangenheit in Schwierigkeiten geraten ist, muß man das eben hinnehmen. Daran wird die Marktwirtschaft nicht scheitern.

Es ist dann eben wichtig, dass trotzdem Restaurant B einen Anreiz hat, in der Zukunft vorzusorgen. Kredite (meinetwegen mit 0 Zinsen) sind da die bessere Wahl als Zuschüsse. Ich denke aber ehrlich gesagt, dass man es auch in diese Richtung macht. Der Staat bürgt ja oft nur für Kredite.

Eigentlich sollte ja auch jeder Bürger ein paar Euro auf der Seite haben, um für Notfälle etwas zu haben. Womöglich sollte der Staat von jedem Lohn x% abzwacken(damit jeder zB. 3 Monatsgehälter auf der Kante hat), die dann gesammelt werden und wenn der Staat sagt, es ist nun ein Notfall, dann wird das ausbezahlt. Ein Notfall wäre das heute oder zur Finanzkrise 2009. Ähnlich für Unternehmen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon Skull » Fr 27. Mär 2020, 10:53

franktoast hat geschrieben:(27 Mar 2020, 10:45)

Womöglich sollte der Staat von jedem Lohn x% abzwacken(damit jeder zB. 3 Monatsgehälter auf der Kante hat),
die dann gesammelt werden und wenn der Staat sagt, es ist nun ein Notfall, dann wird das ausbezahlt.

Ein Notfall wäre das heute oder zur Finanzkrise 2009. Ähnlich für Unternehmen.

Macht er doch. Heute, gestern und morgen.

Das nennt sich STEUERN und Sozialabgaben.

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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon Dampflok94 » Fr 27. Mär 2020, 10:55

franktoast hat geschrieben:(27 Mar 2020, 10:45)

Es ist dann eben wichtig, dass trotzdem Restaurant B einen Anreiz hat, in der Zukunft vorzusorgen. Kredite (meinetwegen mit 0 Zinsen) sind da die bessere Wahl als Zuschüsse. Ich denke aber ehrlich gesagt, dass man es auch in diese Richtung macht. Der Staat bürgt ja oft nur für Kredite.

Kredite sind dann sinnvoll, wenn man davon ausgehen kann, daß das Restaurant die Rückzahlung wuppen kann. Ansonsten verzögert es die Insolvenz nur. Nicht jedes Unternehmen ist eine Goldgrube. Es trägt sich halt und sorgt dafür daß Menschen in Lohn und Brot stehen. Aber die Kreditbelastung kann dann zu viel sein.
Eigentlich sollte ja auch jeder Bürger ein paar Euro auf der Seite haben, um für Notfälle etwas zu haben. Womöglich sollte der Staat von jedem Lohn x% abzwacken(damit jeder zB. 3 Monatsgehälter auf der Kante hat), die dann gesammelt werden und wenn der Staat sagt, es ist nun ein Notfall, dann wird das ausbezahlt. Ein Notfall wäre das heute oder zur Finanzkrise 2009. Ähnlich für Unternehmen.

Was soll das denn werden? Wie soll denn das in unser Wirtschaftssystem passen? Und wie soll das bei Niedriglöhnern funktionieren? Man zwackt erst was ab, was man den Leuten dann per ergänzenden HartzIV wieder zurück geben muß? Das klingt wenig sinnvoll. Wobei, hätte Charme. Die sparen drei Gehälter an und der Staat finanziert es.
Man könnte eher darüber nachdenken für derartige Notfälle aus Steuermitteln Rücklagen zu bilden. Aber wie wir sehen, ist das ja indirekt passiert. Der Staat ist immerhin in der Lage dreistellige Milliardenbeträge zu mobilisieren. Und ich glaube da ist noch kein Ende. Mehr wäre denkbar.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon franktoast » Fr 27. Mär 2020, 15:27

Dampflok94 hat geschrieben:(27 Mar 2020, 10:55)
Was soll das denn werden? Wie soll denn das in unser Wirtschaftssystem passen? Und wie soll das bei Niedriglöhnern funktionieren? Man zwackt erst was ab, was man den Leuten dann per ergänzenden HartzIV wieder zurück geben muß? Das klingt wenig sinnvoll. Wobei, hätte Charme. Die sparen drei Gehälter an und der Staat finanziert es.

Ja, so wie mit der Arbeitslosenversicherung. Da zwackt der Staat auch einen kleinen Teil ab, weil er den Arbeitnehmern nicht traut, dass sie das freiwillig machen. Was wäre so falsch daran, solange 3% vom Gehalt abzuzwacken, bis die 3 Monatsgehälter auf der Kante liegen?

So käme es nicht zu der Situation, dass der, der freiwillig 3 Monatsgehälter anspart, relativ gesehen benachteiligt würde?

Das ist nur so ne Idee. Ich persönliche appelliere an die Mündigkeit der Menschen, jedoch macht in solchen Extremsituation ja immer der Staat solche Hilfen.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon franktoast » Fr 27. Mär 2020, 15:31

Skull hat geschrieben:(27 Mar 2020, 10:53)

Macht er doch. Heute, gestern und morgen.

Das nennt sich STEUERN und Sozialabgaben.

mfg

Dann müsste der Staat das Geld aber auch nur dafür verwenden. Heute haben wir eine Arbeitslosenversicherung, die eben nicht für Kurzarbeitsgeld aufkommt (korrigiere mich, falls das nicht stimmt). Und wenn es zu solchen Extremsituationen kommt, muss der Staat immer riesige Summen an Geld aufnehmen und dann eben die stützen, die zu doof waren, das selber zu tun. Die die vorsorgen, müssen das dann entsprechend bezahlen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon Skull » Fr 27. Mär 2020, 18:22

franktoast hat geschrieben:(27 Mar 2020, 15:31)
Und wenn es zu solchen Extremsituationen kommt, muss der Staat immer riesige Summen an Geld aufnehmen
und dann eben die stützen, die zu doof waren, das selber zu tun.
Die die vorsorgen, müssen das dann entsprechend bezahlen.

Ist natürlich ziemlicher Blödsinn, den Du da schreibst.

Der Staat stützt diejenigen, die (nun) in Not geraten.

Das hat NICHTS mit Doofheit zu tun.
Wenn der Staat beispielsweise in der aktuellen Situation alle Restaurant schliessen lässt...
solltest Du solche pauschalisierende Polemik besser weglassen.

Oder auch grundsätzlich...Polemik unterlassen.

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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon aleph » Fr 27. Mär 2020, 19:38

Nun möchte manch ein Politiker gerne an der Börse spekulieren :D
Nee, Quatsch, Anteile an Unternehmen erwerben, Hat aber nichts mit Verstaatlichung zu tun.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/gerha ... 82c3437213

Die Hedgefonds haben bereits profitiert.
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon Gody » Fr 27. Mär 2020, 20:26

franktoast hat geschrieben:(27 Mar 2020, 15:31)
Und wenn es zu solchen Extremsituationen kommt, muss der Staat immer riesige Summen an Geld aufnehmen und dann eben die stützen, die zu doof waren, das selber zu tun. Die die vorsorgen, müssen das dann entsprechend bezahlen.


Wie schon andere schrieben...ziemlicher Blödsinn.
Ich kann versuchen mich gegen einen kaputten Kühlschrank abzusichern oder die nächste Autoreparatur. Und auch das wird für ca 1 viertel der Bevölkerung nicht klappen, da wir sie einkommenstechnisch so knapp halten das es nicht geht.
Soll man sich deiner Meinung nach jetzt vielleicht gegen einen Atomkrieg absichern? Hätten sich die Japaner in Fukushima für einen Zunami mit anschließender Kernschmelze vorsorgen sollen?
Was ist mit den Menschen denen das Wasser 2013 ihre Existenz weggeschwemmt hat?
Egal wie tief man die Messlatte des geistigen Verstandes eines Menschen legt..es gibt jeden Tag jemanden, der bequem darunter durchlaufen kann!
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon odiug » Fr 27. Mär 2020, 21:10

Skull hat geschrieben:(27 Mar 2020, 18:22)

Ist natürlich ziemlicher Blödsinn, den Du da schreibst.

Der Staat stützt diejenigen, die (nun) in Not geraten.

Das hat NICHTS mit Doofheit zu tun.
Wenn der Staat beispielsweise in der aktuellen Situation alle Restaurant schliessen lässt...
solltest Du solche pauschalisierende Polemik besser weglassen.

Oder auch grundsätzlich...Polemik unterlassen.

mfg

Ich halte die Diskussion um Staat versus Privat eh für obsolet, denn die Rechnungen die sich jetzt ansammeln, sind auch für Staaten nicht mehr finanzierbar.
Die einzigen, die das jetzt noch auffangen können, sind die Notenbanken ... und die können besten Falls für eine sanfte Landung sorgen, weil es geht rapide bergab.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Die Finanzierung der Corona-Rettungspakete

Beitragvon ichwersonst » Fr 27. Mär 2020, 21:50

Skull hat geschrieben:(22 Mar 2020, 09:22)

Nichts.

Solche phantasievolle Ideen, wie die Deinigen,
werden nach der Krise (vielleicht auch schon in der Krise) zu ganz anderen schwerwiegenden Folgen führen.

Das gilt natürlich ebenso zu den Verstaatlichungs- und Enteignungsphantasien anderer User.



Es spricht nichts dagegen, die Effekte und Folgen der Krise staatlicherseits abzumildern,
aufzufangen und natürlich an einigen Stellen helfend und verpflichtend einzugreifen.

Man sollte aber nicht den Verstand über Bord werfen.

mfg


Ja, man wundert sich, wie locker plötzlich das Geld sitzt. Allerdings werden die Sparmaßnahmen nach der Pandemie noch schlimmer als vor der Pandemie werden.

Moin!
Grüsse aus BREMEN :thumbup:

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