Insolvenzen durch und während Corona

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Senexx

Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Senexx » Fr 20. Mär 2020, 11:15

Viele Betriebe stehen vor der Insolvenz durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus.
Vor allem Unternehmen, die schon vorher auf wackeligen Füßen standen, weden wohl den Bankrott nicht mehr vermeiden können..
Nur ein kleiner Störfall und sie werden zusammenbrechen.


Wir werde noch viele Insolvenezen in rascher Folge haben.

Kandidaten dürfen gerne genannt werden.
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Gin-Tonic
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Gin-Tonic » Fr 20. Mär 2020, 11:26

Edit Mod


Was weitere Unternehmen betrifft: das wird sich in den nächsten Tagen/Wochen zeigen, ich beobachte gerade den High Yield-Bondmarkt und da sieht es nicht so blumig aus was vorhersehbar war. Der HY-Markt war komplett überkauft auf der Suche nach Rendite. Auch staatliche Interventionen können nicht alle retten, und Unternehmen die sich jetzt schon für 5%+ (8%+ USA) verschulden mussten werden Probleme haben dauerhaft an neue Kredite zu kommen, eventuell sogar wenn sie kurzfristig gerettet werden. Allein die Kursverluste bei den Junkbonds...
Wer allerdings das Risiko nicht scheut kann da wegen der erhöhten Renditen gute Geschäfte machen wenn die Bude dann doch nicht untergeht.

btw: hier ist es ja wie im Chat.... zu viel Zeit zu Hause :D
Senexx

Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Senexx » Mo 23. Mär 2020, 01:24

Für viele Kleingewerbetreibende aller Art dürfte die jetzige Krise tatsächlich das Aus bedeuten. Sie haben keine Lobby. Liest man die Zeitungen, wird immer wieder berichtet über Künstler, Kleinkunstbühnen, Zimmertheater.

Aber um due vielen anderen Existenzen, die nicht unbedingt einen Abklatsch von Kultur verbreiten kümmert sich niemand. Wen interessieren schon Schneider, Maniküren, Copyshops. Auch unsere Gastronomie wird anders aussehen. Bei uns gibt es selbst einige Sternetempel, bei denen ich gespannt bin, ob die überleben.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Frodobert » Di 24. Mär 2020, 09:55

Senexx hat geschrieben:(23 Mar 2020, 01:24)

Für viele Kleingewerbetreibende aller Art dürfte die jetzige Krise tatsächlich das Aus bedeuten. Sie haben keine Lobby. Liest man die Zeitungen, wird immer wieder berichtet über Künstler, Kleinkunstbühnen, Zimmertheater.

Aber um due vielen anderen Existenzen, die nicht unbedingt einen Abklatsch von Kultur verbreiten kümmert sich niemand. Wen interessieren schon Schneider, Maniküren, Copyshops. Auch unsere Gastronomie wird anders aussehen. Bei uns gibt es selbst einige Sternetempel, bei denen ich gespannt bin, ob die überleben.

Diese bekommen genauso Unterstützung wie ein Musiker auch. Aber anscheinend bestimmst ja du wer Hilfe verdient. Bei einigen freust du dich wiederum, wenn sie bankrott gehen.

Mehr heucheln geht nicht.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon odiug » Di 24. Mär 2020, 09:59

So ... schluß mit diesem Mist.
Wir werden hier weder über den kulinarischen Verfall, noch über Fettleibigkeit, Migration oder Flüchtlinge diskutieren ... ist nicht das Thema hier.
Das hier ist das WIFO und das hat einen gewissen Standard, der von allen Usern einzuhalten ist.

Euer MOD.
Senexx

Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Senexx » Di 24. Mär 2020, 10:27

Frodobert hat geschrieben:(24 Mar 2020, 09:55)

Diese bekommen genauso Unterstützung wie ein Musiker auch. Aber anscheinend bestimmst ja du wer Hilfe verdient. Bei einigen freust du dich wiederum, wenn sie bankrott gehen.

Mehr heucheln geht nicht.


Viele werden die Krise nicht überstehen.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Quatschki » Di 24. Mär 2020, 11:17

Gaststätten werden wieder neu entstehen.
Man kann ja dann auch billig komplette Betriebsaustattungen aus Insolvenzmassen aufkaufen.

Was dauerhaft verschwinden wird, sind Geschäfte des klassischen Einzelhandels. Hier beschleunigt sich der ohnehin seit längerem stattfindende Strukturwandel.
Und die Mutti blickte stumm.
Auf dem ganzen Tisch herum.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon odiug » Di 24. Mär 2020, 11:28

Das ist meine letzte Warnung an die User hier: Hier wird nicht über eure Abneigungen oder Vorlieben einzelner Restaurantketten diskutiert.
Ansonsten sperre ich diesen Strang ... Sanktionen nicht ausgeschlossen.
Senexx

Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Senexx » Di 24. Mär 2020, 15:15

Insolvenzen (angekündigt, eingeleitet):

1. Restaurantketten: Vapiano, Maredo

(wird upgedatet)
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Gin-Tonic » Mi 1. Apr 2020, 07:17

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 21d6b.html
:D
Laut Meldungen (Manager Magazin, N24) ist auf der Modehersteller Esprit am wackeln.
Moll:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/co ... nt,RuiRpAM
VW Zulieferer (Akkus für E-Autos), teils bedingt durch hohe Investitionen die den Cashbestand stark reduziert haben.
Auch Leoni ist ein Kandidat und braucht wohl massiv Staatshilfen (haben auch schon vor Corona Probleme gehabt)
Die ganzen kleinen Airlines in den USA zähl ich nicht mal auf.
Problem ist wohl dass insbesondere der US Bondmarkt im Sub-Investment-Grade Segment seit 2011 massiv gestiegen ist und die Unternehmen jetzt Probleme haben sich kurzfristig zu refinanzieren, was die letzten Jahre wgn der vielen Liquiditätsspritzen kein Problem war.

Mal sehen wie es weitergeht,

mbG und bleibt gesund!
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon jmjarre » Di 14. Apr 2020, 14:39

Frodobert hat geschrieben:(24 Mar 2020, 09:55)

Diese bekommen genauso Unterstützung wie ein Musiker auch. Aber anscheinend bestimmst ja du wer Hilfe verdient. Bei einigen freust du dich wiederum, wenn sie bankrott gehen.

Mehr heucheln geht nicht.



Eine Unterstützung erhält nur der, der seine Kosten nicht mehr tragen kann. Welche Kosten hat ein Musiker- oder ein Tanzlehrer, der 5 mal die Woche abends als Selbständiger Tanzschulen abfährt? mehr Beispiele?
Strang über die SED und deren Stasi Aktivitäten -neueste Enthüllungen...Hier:
viewtopic.php?f=20&t=39858
http://www.youtube.com/watch?v=uDvsezvR7LA
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Skull » Di 14. Apr 2020, 18:54

jmjarre hat geschrieben:(14 Apr 2020, 14:39)

Eine Unterstützung erhält nur der, der seine Kosten nicht mehr tragen kann.

Welche Kosten hat ein Musiker- oder ein Tanzlehrer, der 5 mal die Woche abends als Selbständiger Tanzschulen abfährt?
mehr Beispiele?

Es geht ja nicht nur um Kosten...Musst Dir vielleicht mal die Soforthilfe und deren Regularien EXAKT angucken.

Das nennt sich auch Einnahmeverlust oder Umsatzeinbruch.

Und im Jahr 2021 prüft ja das Finanzamt, wem Hilfe zustand. ;)

mfg
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Atue001 » Sa 20. Jun 2020, 23:59

Auch wenn es (noch) keine Insolvenz ist - die schnelle Schließung von 62 Kaufhof/Karstadt-Standorten ist eine Folge von Corona mit mehr als 6.000 Arbeitsplätzen.

Insolvent ist wohl Tom Tailor mit seiner Tochter Bonita - auch hier würde ich nicht sagen, dass Corona die alleinige Ursache ist, wohl aber ein Beschleuniger.

Der Elektroautobauer E-Go hat es auch nicht über Corona geschafft.

Lokal kenne ich noch einige Insolvenzen mehr - vor allem Clubs, Bars u.ä. - die dürften aber aufgrund fehlender Größe allenfalls Regional bekannt sein.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Umetarek » So 21. Jun 2020, 00:30

Atue001 hat geschrieben:(20 Jun 2020, 23:59)
Der Elektroautobauer E-Go hat es auch nicht über Corona geschafft.

Jo, kum, der war schon vor Corona beerdigt, mein Onkel war ja froh, dass er sein Auto überhaupt noch gekriegt hat.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Atue001 » So 21. Jun 2020, 00:41

Umetarek hat geschrieben:(21 Jun 2020, 00:30)

Jo, kum, der war schon vor Corona beerdigt, mein Onkel war ja froh, dass er sein Auto überhaupt noch gekriegt hat.


Ja, aber das ist halt auch weitgehend die Regel. Unternehmen, die vor Corona gut aufgestellt waren, schaffen die Krise in aller Regel - und gehen sogar gestärkt daraus hervor, weil doch der ein oder andere Konkurrent pleite geht. Auch die anderen Unternehmen die ich genannt habe, sind nicht allein wegen Corona in die Insolvenz - Corona hat nur beschleunigt, was sich schon länger abgezeichnet hat.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Findulin » Di 23. Jun 2020, 01:47

Nanogate insolvent, 80 Prozent Verlust an einem Tag, das übertrifft noch die Wirecard-Aktie. Der nächste deutsche Pennystock.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon rain353 » Di 23. Jun 2020, 06:29

Findulin hat geschrieben:(23 Jun 2020, 01:47)

Nanogate insolvent, 80 Prozent Verlust an einem Tag, das übertrifft noch die Wirecard-Aktie. Der nächste deutsche Pennystock.


Denkst du, dass der Crash kommen wird?
"Es ist nichts so klein und wenig, woran man sich nicht begeistern könnte." - Friedrich Hölderlin
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon Findulin » Di 23. Jun 2020, 06:50

rain353 hat geschrieben:(23 Jun 2020, 06:29)

Denkst du, dass der Crash kommen wird?


Allein anhand dieser Pleiten würd ich das nicht sagen. Die Wirecard-Katastrophe hat einzig mit Unmengen an krimineller Energie zu tun und Nanogate ist schlichtweg zu klein, um als Indiz für zusammenbrechende Wirtschaften zu stehen.

Ich hatte im März gedacht, Corona macht viel mehr kaputt, aber letzten Endes war es doch nicht so. Ich verzichte daher auf eine Einschätzung.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon frems » Do 2. Jul 2020, 14:26

Atue001 hat geschrieben:(21 Jun 2020, 00:41)
Auch die anderen Unternehmen die ich genannt habe, sind nicht allein wegen Corona in die Insolvenz - Corona hat nur beschleunigt, was sich schon länger abgezeichnet hat.

So ist es. Wer einige Wochen mit verminderten Umsätzen (plus unverhältnismäßig hohen Staatszuschüssen) nicht überleben kann, wäre so oder so in kürzester Zeit vom Markt verschwunden. Da kann kein seriöses Geschäftsmodell zu Grunde liegen.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: Insolvenzen durch und während Corona

Beitragvon DogStar » Do 2. Jul 2020, 14:55

frems hat geschrieben:(02 Jul 2020, 14:26)

So ist es. Wer einige Wochen mit verminderten Umsätzen (plus unverhältnismäßig hohen Staatszuschüssen) nicht überleben kann, wäre so oder so in kürzester Zeit vom Markt verschwunden. Da kann kein seriöses Geschäftsmodell zu Grunde liegen.


Das Wiederholen macht es auch nicht wahrer. Welche Reichtümer sollte sich beispielsweise der Besitzer einer kleinen Bar (ich rede von meinem Nachbarn) zurücklegen, um monatelang (es sind nicht einige Wochen) ohne Umsätze auszukommen?
Das selbe gilt für Geschäfte mit hohen Personalkosten, Mieten, etc. Nein, das hat nichts mit einem seriösen Geschäftsmodell zu tun. Um in diesen Zeiten pleite zu gehen, muss man nicht unbedingt etwas falsch gemacht haben. Man kann aktuell einfach froh sein, wenn man verbeamtet ist und sein Geld in jedem Fall überwiesen bekommt.

Abgesehen davon kann der Ausfall von Umsätzen für manche Branchen noch unabsehbar lange dauern ... Großveranstaltungen beispielsweise dürfte es noch eine ganze Weile lang nicht geben. Das wird noch einigen - zuvor gut aufgestellten Unternehmen das Genick brechen.

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